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	<title>Wahlkampf | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 03 Nov 2022 09:30:37 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Aus aller Welt: Brasilien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/03/aus-aller-welt-brasilien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 09:30:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einem mehr denn je auf soziale Medien und Videonachrichten ausgerichteten Wahlkampf trat Luiz Inacio da Silva bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen gegen den Amtsinhaber Jair Bolsonaro an.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem mehr denn je auf soziale Medien und Videonachrichten ausgerichteten Wahlkampf trat Luiz Inacio da Silva bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen gegen den Amtsinhaber Jair Bolsonaro an.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/03/aus-aller-welt-brasilien/">Aus aller Welt: Brasilien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Fake News im Brasilien-Wahlkampf: Schwere Vorwürfe gegen Facebook</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/09/fake-news-im-brasilien-wahlkampf-schwere-vorwuerfe-gegen-facebook/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2022 16:26:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kampagnenplattform SumOfUs wirft Meta vor, tatenlos zuzusehen, wie Präsident Bolsonaros Trollarmee das Wahlergebnis vorab infrage stellt und einen Coup androht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kampagnenplattform SumOfUs wirft Meta vor, tatenlos zuzusehen, wie Präsident Bolsonaros Trollarmee das Wahlergebnis vorab infrage stellt und einen Coup androht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/09/fake-news-im-brasilien-wahlkampf-schwere-vorwuerfe-gegen-facebook/">Fake News im Brasilien-Wahlkampf: Schwere Vorwürfe gegen Facebook</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fake News im Bundestagswahlkampf: Manipulierte Meinungsbildung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/21/fake-news-im-bundestagswahlkampf-manipulierte-meinungsbildung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian Lobe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 14:22:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Fake-News]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Wahlkampf in Deutschland wurde – wie erwartet – Ziel von Fake-News-Attacken. Am meisten manipulativer und böswilliger Unsinn kursiert über die grüne Kandidatin Annalena Baerbock; warum das so ist und welche zweifelhafte Rolle die etablierten Medien spielen. Am 21. April, zwei Tage nachdem die deutschen Grünen Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin gekürt hatten, wurde auf Facebook <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/21/fake-news-im-bundestagswahlkampf-manipulierte-meinungsbildung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/21/fake-news-im-bundestagswahlkampf-manipulierte-meinungsbildung/">Fake News im Bundestagswahlkampf: Manipulierte Meinungsbildung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Wahlkampf in Deutschland wurde – wie erwartet – Ziel von Fake-News-Attacken. Am meisten manipulativer und böswilliger Unsinn kursiert über die grüne Kandidatin Annalena Baerbock; warum das so ist und welche zweifelhafte Rolle die etablierten Medien spielen.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-91226" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Wahlkampf-Deutschland-Fake-News-20210921.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Wahlkampf-Deutschland-Fake-News-20210921.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Wahlkampf-Deutschland-Fake-News-20210921-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Wahlkampf-Deutschland-Fake-News-20210921-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Wahlkampf-Deutschland-Fake-News-20210921-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/09/MW-Wahlkampf-Deutschland-Fake-News-20210921-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Am 21. April, zwei Tage nachdem die deutschen Grünen Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin gekürt hatten, wurde auf Facebook ein Screenshot mit einem angeblichen Zitat der Politikerin verbreitet. Über einem Bild von Baerbock stand zu lesen: «Wir können alleine durch den Wegfall der Hunde in Deutschland ca. 19 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen. (…) Dazu kommen noch Katzen, Pferde und viele weitere Tiere. Die private Tierhaltung muss daher ein Ende haben und wenn es durch eine CO<sub>2</sub>-Steuer auf Haustiere erfolgt.» Sofort begann die Facebook-Community aus allen Rohren zu schiessen. «Wenn dieses Dummchen wirklich Kanzlerin werden sollte, kommen harte Zeiten», wetterte einer. «Hunde sind mir lieber als diese Kleinhirne», geiferte ein anderer. Nur: Baerbock hat diese Aussage nie gemacht und auch keine CO<sub>2</sub>-Steuer auf Haustiere gefordert. Das Zitat ist frei erfunden.</p>
<p>Zwar reagierten die Faktenprüfer von <a href="https://correctiv.org/faktencheck/2021/04/22/hundeverbot-angebliches-zitat-von-annalena-baerbock-ist-ein-fake/" target="_blank" rel="noopener">Correctiv</a>, die mit Facebook kooperieren, schnell und kennzeichneten den Beitrag, so dass zumindest bei einer Google-Suche nach «Baerbock» und «Hunde» die Richtigstellung als erster Treffer angezeigt wird. Aber auf Facebook steht der Screenshot weiter online – ohne Warnhinweis.</p>
<blockquote><p>Gemäss einer Analyse geraten die Grünen im laufenden Bundestagswahlkampf besonders häufig ins Fadenkreuz von Desinformationskampagnen.</p></blockquote>
<p>Es ist nicht die einzige Falschmeldung, mit der sich Baerbock konfrontiert sieht. So wurde ihr etwa die Aussage angedichtet, wonach sie die Witwenrente abschaffen wolle. Auch über andere Politikerinnen der Grünen kursieren Falschmeldungen. Bekannt ist der Fall von Renate Künast. Über die frühere Ministerin und amtierende Bundestagsabgeordnete findet sich auf Facebook schon seit einiger Zeit eine rufschädigende Aussage, die nicht von ihr stammt. Dagegen geht Künast gerichtlich vor. Sie will Facebook verpflichten, nicht nur einen einzelnen Beitrag, sondern auch alle «identischen» und «sinngleichen Inhalte auf der ganzen Plattform» zu löschen.<br />
</p>
<p>Gemäss einer <a href="https://avaazimages.avaaz.org/bundestagswahl_2021_final.pdf" target="_blank" rel="noopener">Analyse</a> des Kampagnen-Netzwerks Avaaz geraten die Grünen im laufenden Bundestagswahlkampf besonders häufig ins Fadenkreuz von Desinformationskampagnen. Eine Auswertung von über 800 Fact-Checks im Zeitraum zwischen Januar und August 2021, die von unabhängigen Faktenprüfern von AFP, DPA und Correctiv durchgeführt wurden, zeigt, dass 25 Prozent der Falschnachrichten die Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock betreffen. Auf Platz 2 des «Desinformationsbarometers» liegt die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 13 Prozent, gefolgt von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet und <a href="https://www.tagesschau.de/faktenfinder/afd-soeder-corona-101.html" target="_blank" rel="noopener">CSU-Chef Markus Söder</a> (beide 10 Prozent). SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz taucht in dem Ranking gar nicht auf. Eine von Avaaz beim Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass zum Zeitpunkt der Befragung im vergangenen Juli 56 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens eine Falschnachricht über Annalena Baerbock gesehen haben.</p>
<blockquote><p>Aus den Überschriften der Zeitungsartikel geht nicht klar hervor, dass sie über eine Falschmeldung berichten.</p></blockquote>
<p>Die Avaaz-Untersuchung fördert auch eine pikante Erkenntnis zutage: Falschnachrichten werden nicht primär über Social Media, sondern über klassische Medien, wie Fernsehen und Zeitungen, verbreitet und sickern so in den öffentlichen Diskurs ein. So veröffentlichten Lokalzeitungen, etwa die «Stuttgarter Nachrichten» oder «Der Westen», Artikel mit Titelzeilen wie: «Fordert die Kanzlerkandidatin wirklich ein Haustierverbot?» oder «Annalena Baerbock: Hasst sie wirklich Hunde?» Aus den Überschriften geht nicht klar hervor, dass über Falschmeldungen berichtet wird. So bleiben beim Leser zumindest Zweifel. Damit erreichen die Urheber der Fake News genau ihr Ziel: Zweifel an der Kandidatin zu säen.</p>

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<p>Während auf Facebook ein eher älteres Publikum mit den Fake News konfrontiert wird, erreichen die Falschmeldungen auf TikTok eine jüngere Zielgruppe. So fanden Reporter des RBB auf der populären Social-Media-Plattform einen 40-sekündigen Clip, der am 5. Mai 2021 veröffentlicht wurde. Darin wird behauptet, die Grünen planten ein Verbot von Fleisch, Paintball und Silvesterraketen. Alles frei erfunden, doch das Video erzielte knapp eine halbe Million Aufrufe.</p>
<blockquote><p>Die Halb- und Unwahrheiten bilden den Nährboden für Hass und Hetze im Netz.</p></blockquote>
<p>Die Journalisten Marcus Bösch und Becca Ricks, die im Auftrag der <a href="https://foundation.mozilla.org/de/campaigns/tiktok-german-election-2021/" target="_blank" rel="noopener">Mozilla Foundation</a> politische Inhalte auf TikTok untersucht haben, kommen zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen nicht entschieden genug gegen Fake News vorgeht: Das automatische kennzeichnen der Wahlkampfinhalte funktioniere nicht richtig, die externen Faktenchecks seien viel zu spät gekommen.</p>
<p>Und das ist ein Problem. Denn die Halb- und Unwahrheiten bilden den Nährboden für Hass und Hetze im Netz. Gemäss einer Erhebung von <a href="https://hateaid.org/bundestagswahl" target="_blank" rel="noopener">Hate Aid</a>, einer Beratungsstelle bei digitaler Gewalt, wird CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet auf Twitter besonders häufig angefeindet. Zwar sind die Beleidigungen gegen Baerbock zahlenmässig geringer, aber im Ton nochmal deutlich schärfer.</p>
<p>Aber warum geraten ausgerechnet die Grünen so stark ins Visier von Faktenverdrehern und Hetzern? Die österreichische Journalistin und Publizistin <a href="https://www.brodnig.org/" target="_blank" rel="noopener">Ingrid Brodnig</a> ist eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet der Netzkommunikation. Sie hat mehrere Bücher zu dem Thema veröffentlicht (u.a. «Lügen im Netz», «Einspruch!»). Auf Anfrage der MEDIENWOCHE erklärt sie: «Die Grünen sind als Feindbild speziell in rechten Communitys seit Jahren aufgebaut worden. Diese Partei wird mit etlichen Themen assoziiert, die Aufregerthemen im rechten Spektrum sind: Gendern, empathiebetonte Migrationspolitik, Klimakrise.» Die Grünen dienten daher unter rechten Userinnen und Usern als «Chiffre für alles, was sie an linker Geisteshaltung ablehnen». Bei Frauen komme dann oft noch eine zusätzliche «sexistische Tonalität» hinzu, so Brodnig. Die Schwierigkeit besteht für die Netz-Expertin darin, «dass man in vielen Fällen nicht weiss, wer als erster oder erste eine Falschmeldung in die Welt setzte – und somit die Quelle oder Intention oft im Verborgenen bleibt».</p>
<blockquote><p>«Algorithmen können die Sichtbarkeit solcher Posts zusätzlich fördern, weil sie viel Interaktion – also viele Likes und Kommentare – mit Reichweite belohnen.»<br />
<small>Ingrid Brodnig, Expertin für Netzkommunikation</small></p></blockquote>
<p>An den Falschmeldungen zu Baerbock sei zudem auffällig, dass darin «wiederkehrende Desinformations-Narrative» angesprochen würden – zum Beispiel der Komplex «Haustiere», der ein «beliebtes emotionalisierendes Thema in rechten Communitys ist», wie Brodnig bei ihren Netzrecherchen herausgefunden hat. Die Falschmeldung vom angeblichen Hundeverbot sei erfolgreich gewesen, weil es manche Nutzer emotionalisierte: «Die Geschichte weckte Angst um die eigenen Haustiere als auch Wut über die Grünen, die angeblich zu weit reichende Klima-Massnahmen fordern würden. Emotionalität begünstigt, dass Leute etwas dann auf Social Media verbreiten und hitzig kommentieren». Algorithmen könnten die Sichtbarkeit solcher Posts zusätzlich fördern, «weil sie viel Interaktion – also viele Likes und Kommentare – mit Reichweite belohnen», erklärt die Netz-Expertin. Dass die Grünen eine eigene freiwillige «Netzfeuerwehr» aufgebaut haben, die Lügen, Hass und Hetze an die Plattformen meldet, scheint sie nicht gegen Attacken zu schützen, im Gegenteil.</p>
<p>Auch der russische Staatssender RT DE agitiert regelmässig gegen die Ökopartei und ihre Spitzenpolitiker. Vor wenigen Tagen veröffentlichte RT auf seiner Webseite einen homophoben Meinungsbeitrag, in dem offen gegen sexuelle Minderheiten gehetzt wird: «Unter eurer farbenfrohen Regenbogenfahne hat auch noch die skurrilste Inszenierung der exotischsten erotischen Neigung ihren Ehrenplatz.»</p>
<p>Die Einflussnahme durch russische Medien im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 ist hinreichend dokumentiert, aber auch im laufenden Bundestagswahlkampf in Deutschland versucht RT Zwietracht zu säen und Stimmung zu machen. So werden irreführende Artikel über angebliche Todesfälle in Pflegeheimen oder vermeintliche «Zwangsimpfungen» veröffentlicht. Das Portal bewegt sich auf dem schmalen Grat von zwischen «alternativen Informationen» und Propaganda. Da sich RT DE als Online-Medium keiner freiwilligen Selbstkontrolle des Deutschen Presserats unterzieht, kann es von diesem auch nicht gerügt werden. Auf Facebook hat RT DE hat etablierte Medien wie «Bild», «Spiegel» oder «Tagesschau» auf Facebook längst überholt.</p>
<blockquote><p>Es braucht keine ausgeklügelten Technologien wie Deep Fakes, um die öffentliche Meinung zu manipulieren, es genügen oft ganz einfach gestrickte Falschmeldungen.</p></blockquote>
<p>Immer wieder haben russische Staatsmedien versucht, mit gezielten Desinformationskampagnen die öffentliche Meinung in Deutschland zu manipulieren. Prominentestes Beispiel: der sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fall_Lisa" target="_blank" rel="noopener">«Fall Lisa»</a>. 2016, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, macht das Gerücht die Runde, ein Mädchen sei von Flüchtlingen verschleppt und vergewaltigt worden. Aufgewiegelt von russischen Medien, gehen im ganzen Land Russlanddeutsche auf die Strassen und werfen der Regierung vor, sie wolle die Sache vertuschen. Der Fall sorgte international für Schlagzeilen, sogar der russische Aussenminister schaltete sich in die Diskussion ein und warf den deutschen Behörden Versagen vor. Dabei hatte das 13-jährige Mädchen aus Berlin-Marzahn die Geschichte frei erfunden.</p>
<p>Die Beispiele zeigen: Es braucht keine ausgeklügelten Technologien wie Deep Fakes, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Oft genügen ganz einfach gestrickte Falschmeldungen. Das richtige Aufregerthema, das richtige Feindbild, der nötige Dreh – damit ist den Manipulatoren die Aufmerksamkeit gewiss. Das liegt auch daran, dass Plattformen wie Facebook und TikTok nicht entschieden gegen Fake News vorgehen. Noch immer lassen sich verleumderische Beiträge und Falschmeldungen im Netz auffinden. Das offenbart auch die Unzulänglichkeiten eines in zentralen Bereichen automatisierten und von Algorithmen getriebenen medialen Ökosystems.</p>
<p>Ob es einen Zusammenhang zwischen den Falschmeldungen und dem <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/annalena-baerbock-verlust-an-zustimmung-laut-politbarometer-17382053.html" target="_blank" rel="noopener">Einbruch der Umfragewerte</a> für die Grünen gibt, wird man wohl nie mit letzter Gewissheit sagen können. Eine Tatsache ist es aber, dass die Manipulationsversuche der Demokratie Schaden zufügen. Lügner und Agitatoren hat es schon immer gegeben. Aber in der digitalen Demokratie haben sie es besonders leicht, weil sie mit wenig Aufwand ein grosses Publikum erreichen und dabei selbst im Verborgenen bleiben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/21/fake-news-im-bundestagswahlkampf-manipulierte-meinungsbildung/">Fake News im Bundestagswahlkampf: Manipulierte Meinungsbildung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Deutschland: Aussenwerber Ströer stoppt parteipolitische Werbung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/16/deutschland-aussenwerber-stroeer-stoppt-parteipolitische-werbung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Sep 2021 07:23:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Aussenwerbung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=91091</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Aussenwerber Ströer nimmt vorerst keine Aufträge mehr für parteipolitische Werbung an. Damit reagiert man auch auf eine Anfrage eines Rechercheverbunds zu einer Wahlkampagne zugunsten der AfD.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/16/deutschland-aussenwerber-stroeer-stoppt-parteipolitische-werbung/">Deutschland: Aussenwerber Ströer stoppt parteipolitische Werbung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Aussenwerber Ströer nimmt vorerst keine Aufträge mehr für parteipolitische Werbung an. Damit reagiert man auch auf eine Anfrage eines Rechercheverbunds zu einer Wahlkampagne zugunsten der AfD.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/16/deutschland-aussenwerber-stroeer-stoppt-parteipolitische-werbung/">Deutschland: Aussenwerber Ströer stoppt parteipolitische Werbung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fehlende Analyse: Umgang mit Falschbehauptungen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/08/22/fehlende-analyse-umgang-mit-falschbehauptungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Aug 2021 14:39:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Falschaussagen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=90424</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nachrichtenjournalismus begreift sich oft noch als neutrale Bühne. Dadurch verpasst er, Falschaussagen politischer Figuren kritisch einzuordnen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/22/fehlende-analyse-umgang-mit-falschbehauptungen/">Fehlende Analyse: Umgang mit Falschbehauptungen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachrichtenjournalismus begreift sich oft noch als neutrale Bühne. Dadurch verpasst er, Falschaussagen politischer Figuren kritisch einzuordnen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/22/fehlende-analyse-umgang-mit-falschbehauptungen/">Fehlende Analyse: Umgang mit Falschbehauptungen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>ARD auf TikTok: Wer stärkt hier eigentlich wen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/08/02/ard-auf-tiktok-wer-staerkt-hier-eigentlich-wen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2021 11:16:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[TikTok]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=90341</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die ARD will hin zum jungen Publikum. Und TikTok sehnt sich nach seriösen Inhalten. Dass die beiden jetzt kooperieren, scheint also sinnvoll zu sein. Doch neben Zukunftschancen bietet das Projekt auch Gefahren.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/02/ard-auf-tiktok-wer-staerkt-hier-eigentlich-wen/">ARD auf TikTok: Wer stärkt hier eigentlich wen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die ARD will hin zum jungen Publikum. Und TikTok sehnt sich nach seriösen Inhalten. Dass die beiden jetzt kooperieren, scheint also sinnvoll zu sein. Doch neben Zukunftschancen bietet das Projekt auch Gefahren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/02/ard-auf-tiktok-wer-staerkt-hier-eigentlich-wen/">ARD auf TikTok: Wer stärkt hier eigentlich wen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Der Wahlkampf ist kein Pferderennen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/07/13/der-wahlkampf-ist-kein-pferderennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2021 08:12:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=90121</guid>

					<description><![CDATA[<p>Täglich erscheinen Umfragewerte darüber, wer im Rennen um das Kanzleramt führt. Die Medienwissenschaftlerin Margreth Lünenborg kritisiert, dass es bei diesem «Pferderennen» zu wenig um Inhalte geht und auch statistisch oft zweifelhaft gearbeitet wird.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/13/der-wahlkampf-ist-kein-pferderennen/">«Der Wahlkampf ist kein Pferderennen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Täglich erscheinen Umfragewerte darüber, wer im Rennen um das Kanzleramt führt. Die Medienwissenschaftlerin Margreth Lünenborg kritisiert, dass es bei diesem «Pferderennen» zu wenig um Inhalte geht und auch statistisch oft zweifelhaft gearbeitet wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/13/der-wahlkampf-ist-kein-pferderennen/">«Der Wahlkampf ist kein Pferderennen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wo Medien verschwinden, öffnen sich gesellschaftliche Gräben</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/03/03/wo-medien-verschwinden-oeffnen-sich-gesellschaftliche-graeben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martha Kuhnhenn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2020 19:30:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Fake-News]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Wahljahr sind Medien, Gesellschaft und Politik in den USA tief gespalten. Ein wichtiger Grund für die Polarisierung ist der Wegfall traditioneller Medienanbieter. Weite Teile der USA sind heute «Nachrichtenwüsten». Das öffnet den Raum für politische Manipulation via Social Media. Eine gefährliche Entwicklungen für Gesellschaft und Demokratie. Am 3. November finden die Wahlen für den <a href="https://medienwoche.ch/2020/03/03/wo-medien-verschwinden-oeffnen-sich-gesellschaftliche-graeben/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Wahljahr sind Medien, Gesellschaft und Politik in den USA tief gespalten. Ein wichtiger Grund für die Polarisierung ist der Wegfall traditioneller Medienanbieter. Weite Teile der USA sind heute «Nachrichtenwüsten». Das öffnet den Raum für politische Manipulation via Social Media. Eine gefährliche Entwicklungen für Gesellschaft und Demokratie.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-76828" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/03/MW-USA-Medien-Wahlkampf_20200303b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/03/MW-USA-Medien-Wahlkampf_20200303b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/03/MW-USA-Medien-Wahlkampf_20200303b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/03/MW-USA-Medien-Wahlkampf_20200303b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/03/MW-USA-Medien-Wahlkampf_20200303b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/03/MW-USA-Medien-Wahlkampf_20200303b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Am 3. November finden die Wahlen für den 46. US-Präsidenten statt. Seit Monaten steht bei den Demokraten die Frage im Mittelpunkt, wer gegen Donald Trump antreten wird. <a href="https://www.nzz.ch/international/wahlen-usa-bernie-sanders-wird-zur-zielscheibe-ld.1542755" target="_blank" rel="noopener">Favorit</a> ist bisher <a href="https://berniesanders.com/" target="_blank" rel="noopener">Bernie Sanders</a>, Senator aus Vermont. Kürzlich informierte Sanders die Öffentlichkeit darüber, dass er Informationen hätte, Russland würde sich abermals <a href="https://www.nytimes.com/2020/02/21/us/politics/bernie-sanders-russia.html" target="_blank" rel="noopener">in den Wahlkampf einmischen</a> und plane, ihn, Sanders, zu unterstützen. Gleichzeitig mahnte Sanders, dass sich die russische Regierung aus dem US-Wahlkampf 2020 heraushalten solle.<br />
<br />
2016 mischte sich, gemäss <a href="https://www.dni.gov/files/documents/ICA_2017_01.pdf" target="_blank" rel="noopener">offiziellem Bericht</a> des National Intelligence Council der USA, die russische Regierung mit verschiedenen Aktivitäten in den Wahlkampf ein. Unter anderem soll Russland via Tarnfirmen hunderte von Personen engagiert haben, die in den sozialen Medien Gerüchte und Falschmeldungen streuten, um so die öffentliche Meinung und politische Stimmung zu beeinflussen.</p>
<p>Die russische Regierung stand und steht aber nicht alleine da: Gezielte Falschmeldungen, tausende von irreführenden Nachrichten und die Verbreitung von Gerüchten gingen auch von extremen Kräften in den USA selbst aus, sowie von weiteren Quellen außerhalb des Landes. Im Zusammenhang mit den Wahlen von 2016 konnten zahlreiche Fake-News <a href="https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/welthauptstadt-der-luegen-wo-der-papst-trump-waehlt-und-hillary-clinton-paedophil-ist" target="_blank" rel="noopener">nach Mazedonien</a> zurückverfolgt werden. Im Fall der Fake-News-Produzenten aus Mazedonien dürften vor allem kommerzielle Interessen im Vordergrund gestanden haben, während es der russischen Regierung und rechtskonservativen Lobbyisten in den USA vor allem um <a href="https://www.cfr.org/backgrounder/russia-trump-and-2016-us-election" target="_blank" rel="noopener">politische Stimmungsmache</a> gegangen sein dürfte. Ihr Ziel: Donald Trump sollte US-Präsident werden.</p>
<blockquote><p>Facebook ist eine Plattform für Fake-News; gleichzeitig ist Facebook eine wichtige Informationsquelle für viele Amerikaner.</p></blockquote>
<p>Ob die unzähligen Fake-News tatsächlich das Zünglein an der Waage für Donald Trumps Wahlsieg waren, ist umstritten. Eine zentrale Rolle spielt in diesem Kontext Facebook: Facebook war und ist eine <a href="https://nymag.com/intelligencer/2016/11/donald-trump-won-because-of-facebook.html" target="_blank" rel="noopener">Plattform für Fake-News</a>; gleichzeitig ist Facebook eine <a href="https://www.journalism.org/2016/05/26/news-use-across-social-media-platforms-2016/" target="_blank" rel="noopener">wichtige Informationsquelle</a> für viele Amerikaner. 67 Prozent der Bevölkerung nutzt Facebook, wovon 46 Prozent Facebook als Nachrichtenquelle nutzen; zudem informiert sich das Gros der Social-Media-Nutzer lediglich in einem einzigen sozialen Netzwerk. Im Wahlkampf 2016 waren US-Bürger im Schnitt mehr <a href="https://web.stanford.edu/~gentzkow/research/fakenews.pdf" target="_blank" rel="noopener">Falschmeldungen mit Pro-Trump-Botschaften</a> ausgesetzt als als Pro-Clinton-Meldungen. Aber auch hier gilt: Ob und wie das den Wahlausgang beeinflusst hat, bleibt unklar.</p>
<p>Die gesellschaftlichen Gefahren von Fake-News und irreführender Wahlwerbung sind in den USA umso größer, da sie auf ein tief polarisiertes Umfeld treffen. Die Politik spaltet sich im Wesentlichen <a href="https://www.pewresearch.org/topics/political-polarization/" target="_blank" rel="noopener">entlang der Parteigrenzen</a> von Republikanern und Demokraten. Die traditionellen Medien, und vor allem die <a href="https://pudding.cool/2018/01/chyrons/" target="_blank" rel="noopener">Nachrichtensender</a>, spalten sich in ebendiese Lager. Auf der einen Seite befindet sich der Sender Fox News, 1996 gegründet, der regierungstreu und auf Linie der Republikaner berichtet. Auf der anderen Seite befinden sich regierungskritische und demokratenfreundliche Sender wie CNN und MSNBC.</p>
<p>In diesem <a href="https://www.press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/H/bo16468853.html" target="_blank" rel="noopener">polarisierten Medienkontext</a>, der wiederum mit unzähligen widersprüchlichen Nachrichten durchtränkt ist und täglich neue, sich widersprechende Narrative verbreitet, ist es unmöglich, eine allgemein akzeptierte Basis von Fakten zu etablieren. Kritischer als die politische Lagerbildung zwischen Demokraten und Republikanern ist die Spaltung der Gesellschaft in <a href="https://www.vox.com/2020/1/28/21077888/why-were-polarized-media-book-ezra-news" target="_blank" rel="noopener">politisch Interessierte und politisch Desinteressierte</a>, wie Ezra Klein in seinem Buch <a href="https://simonandschusterpublishing.com/why-were-polarized/" target="_blank" rel="noopener">«Why We´re Polarized»</a> diskutiert. Diese Spaltung sei für die Demokratie letztlich am bedrohlichsten. Mit einem unendlichen Angebot an unpolitischen und rein unterhaltenden Beiträgen in Medien und Social Media wird diese Spaltung forciert.</p>
<blockquote><p>Ganze Landstriche in den USA sind Wüsten mit Blick auf lokale Nachrichten; betroffen sind vor allem Regionen, in denen viele ärmere und weniger gut gebildete Menschen leben.</p></blockquote>
<p>Gleichzeitig brechen die Auflagen der Tageszeitungen ein. Seit 2004 sind in den USA 1800 Titel <a href="https://www.usnewsdeserts.com/reports/expanding-news-desert/loss-of-local-news/" target="_blank" rel="noopener">von der Bildfläche verschwunden</a>; die Hälfte aller U.S. Counties hat nur noch eine lokale Tageszeitung, oft sogar nur noch eine Wochenzeitschrift. Ganze Landstriche in den USA sind Wüsten mit Blick auf lokale Nachrichten; betroffen sind vor allem Regionen, in denen viele ärmere und weniger gut gebildete Menschen leben. Es liegt auf der Hand, dass diese Leserschaft vor allem auf Online-Medien zugreift und dort auf politische Desinformation trifft.</p>
<p>Was sind die <a href="https://www.nytimes.com/2016/11/07/business/media/medias-next-challenge-overcoming-the-threat-of-fake-news.html" target="_blank" rel="noopener">Gegenmittel</a>? Hilft es, eine ebenfalls unüberschaubare Menge an verlässlichem, faktentreuen Journalismus zu verbreiten, um Fake-News zu begegnen? So schön diese Vorstellung sein mag, so unwahrscheinlich ist sie die Lösung des Problems. Denn das würde zunächst den «Lärm» und den Informationsüberfluss stärken und schließlich die Verwirrung bei weiten Teilen der Rezipienten erhöhen. Womöglich wäre dies im Sinne derjenigen, die das traditionelle Mediensystem durch «Überflutung» zerstören wollen, wie beispielsweise Rechtskonservative um Steve Bannon.</p>
<p>Der Erfolg von Fake-News macht Schwachstellen und Gefahren auf verschiedenen Ebenen deutlich. Dazu gehören die Profitlogik von Medien, die Spaltung der Gesellschaft sowie politische Kräfte, die mehr oder weniger offen der Demokratie schaden wollen. Ebenso muss diesen Schwachstellen und Gefahren auf verschiedenen Ebenen begegnet werden.</p>
<p>Qualitätsjournalismus, der Fake-News und die dahinterstehenden Interessen aufdeckt, ist dabei von zentraler Bedeutung. Die Wahl im November wird zeigen, wie sich die US-amerikanische Gesellschaft und Politik gegen die Bedrohungen stellt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/03/03/wo-medien-verschwinden-oeffnen-sich-gesellschaftliche-graeben/">Wo Medien verschwinden, öffnen sich gesellschaftliche Gräben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Warum der Datenhunger der politischen Parteien weiter wachsen wird</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/11/21/warum-der-datenhunger-der-politischen-parteien-weiter-wachsen-wird/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2019/11/21/warum-der-datenhunger-der-politischen-parteien-weiter-wachsen-wird/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[André Haller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2019 15:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Serie KoWi]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Parteien sind im Wahlkampf auf Medien angewiesen, die ihre Botschaften transportieren. Heute geschieht das vermehrt auf Datenplattformen wie Facebook. In den USA wird das bereits im grossen Stil praktiziert. Doch sowohl dort als auch in Europa formiert sich Widerstand gegen diese Strategie der Wahlwerbung. Potenzielle Wählerinnen und Wähler zielgenau erkennen und individuell ansprechen: Bis vor <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/21/warum-der-datenhunger-der-politischen-parteien-weiter-wachsen-wird/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Parteien sind im Wahlkampf auf Medien angewiesen, die ihre Botschaften transportieren. Heute geschieht das vermehrt auf Datenplattformen wie Facebook. In den USA wird das bereits im grossen Stil praktiziert. Doch sowohl dort als auch in Europa formiert sich Widerstand gegen diese Strategie der Wahlwerbung.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-74522" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW_Microtargeting-Politik_20191121.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW_Microtargeting-Politik_20191121.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW_Microtargeting-Politik_20191121-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW_Microtargeting-Politik_20191121-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW_Microtargeting-Politik_20191121-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW_Microtargeting-Politik_20191121-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Potenzielle Wählerinnen und Wähler zielgenau erkennen und individuell ansprechen: Bis vor wenigen Jahren erschien das noch als Utopie für Parteien und ihre Kampagnenmanager. Inzwischen ist das dank gewaltiger Bestände an verfügbaren Personendaten möglich. Eine zentrale Rolle spielen dabei die reichweitenstarken Social-Network-Plattformen, allen voran Facebook.</p>
<p>Doch die Methoden, mit denen Parteien potentielle Wählerinnen und Wähler über die Sozialen Medien ansprechen, sind umstritten. Anlass zu Bedenken und Kritik bieten die Enthüllungen zur Rolle von Cambridge Analytica bei der <a href="https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/donald-trump-und-der-facebook-skandal-um-cambridge-analytica-a-1199047.html" target="_blank" rel="noopener">US-Präsidentschaftswahl 2016</a>, die <a href="https://netzpolitik.org/2018/zwei-jahre-spaeter-facebook-gibt-endlich-informationen-ueber-den-brexit-wahlkampf-frei/" target="_blank" rel="noopener">Brexit-Abstimmung</a> oder die <a href="https://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutsche-post-verkauft-daten-an-parteien-illegal-ist-das-nicht-a-1201057.html" target="_blank" rel="noopener">Rolle der Deutschen Post</a>, die vor dem Bundestagswahlkampf 2017 Parteien Kundendaten zur Verfügung gestellt hatte.</p>
<p>Aktuell wird in Grossbritannien darüber diskutiert, inwiefern es vertretbar ist, mittels sogenanntem Microtargeting variierende Kampagnenbotschaften für unterschiedliche Personen zu testen. Die Aktivistengruppe <a href="https://www.theguardian.com/technology/2019/nov/09/facebook-voters-used-as-lab-rats-targeted-political-advertising" target="_blank" rel="noopener">«Who Targets Me»</a> vergleicht Facebook-User mit «Laborratten in einem gigantischen Experiment». Zwar führen Parteien schon lange Vorabtests für Kampagneninhalte durch, etwa mittels Fokusgruppenbefragungen. Aber die Reichweite von Social-Media-Plattformen erlaubt eine weitaus grössere Menge an individuellen Tests.</p>
<blockquote><p>Politisches Microtargeting ist eine äusserst umstrittene Methode. In der Debatte zur Digitalisierung der politischen Kommunikation nimmt sie eine zentrale Stellung ein.</p></blockquote>
<p>In den USA entwickelt sich die Debatte um politische Werbeanzeigen auf Social-Media-Plattformen dahingehend, dass Microtargeting auf Facebook <a href="https://www.nbcnews.com/tech/tech-news/facebook-s-zuckerberg-holds-line-political-ads-microtargeting-could-change-n1076566" target="_blank" rel="noopener">nicht mehr angeboten werden soll</a>. Von einem Verbot der individualisierten Ansprache mit Kampagnenbotschaften erhofft man sich, eine Zersplitterung der Öffentlichkeit abzuschwächen. Anfang November unterzeichneten Internetaktivisten, Forscher und weitere Experten, darunter Adrian Lovett, Präsident der «World Wide Web Foundation», einen <a href="https://foundation.mozilla.org/en/campaigns/uk-ad-moratorium/" target="_blank" rel="noopener">offenen Brief an die Vorstände von Google und Facebook</a>. Sie fordern ein Moratorium von politischer Targeting-Werbung im britischen Parlamentswahlkampf, da «Bürger in Grossbritannien im Unklaren darüber gelassen werden, ob sie den Inhalten auf der Plattform Facebook trauen können».</p>
<p></p>
<p>Die Kritik zeigt: Politisches Microtargeting ist eine äusserst umstrittene Methode. In der Debatte zur Digitalisierung der politischen Kommunikation nimmt sie eine zentrale Stellung ein. Befürchtet wird unter anderem, dass Wählergruppen, die von Kampagnen als weniger erfolgversprechend definiert werden, ausgeklammert werden.</p>
<p>Es könnte also zu einer datengetriebenen Diskriminierung kommen, wobei die Interessen von Minoritäten nicht ausreichend im öffentlichen Diskurs vertreten sind. Zudem verschieben sich durch digitales Microtargeting die kommunikativen Machtverhältnisse, da Parteien zunehmend auf die Daten und Dienstleistungen reichweitenstarker Online-Plattformen angewiesen sind.</p>
<blockquote><p>Mit dem vermehrten Einsatz von politischem Targeting ist zu befürchten, dass einseitige Targeting-Botschaften an junge Zielgruppen zu «digitalisierten Scheuklappen» führen.</p></blockquote>
<p>Waren es früher Fernsehsender und Printmedien, die von Parteien am häufigsten für Wahlwerbung genutzt wurden, so sind es heute zunehmend Social-Media-Plattformen. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass Online-Plattformen mit ihren Datenbeständen eine Monopolstellung in Wahlkampagnen einnehmen können. Facebook, Instagram oder Youtube sind durch hohe Nutzerzahlen gekennzeichnet und nehmen im Tagesablauf, insbesondere bei jüngeren Wählerinnen und Wählern, einen zentralen Platz in der Mediennutzung ein.</p>
<p>Gezieltes Targeting könnte einerseits zu einer erhöhten Mobilisierung von jüngeren Wählergruppen führen, die Online-Plattformen weitaus häufiger als ältere Wähler nutzen, was demokratietheoretisch wünschenswert wäre. Andererseits ist zu befürchten, dass einseitige Targeting-Botschaften an junge Zielgruppen zu «digitalisierten Scheuklappen» führen: User erhalten dann zumeist nur Botschaften einer politischen Richtung und nehmen konkurrierende Positionen nicht mehr wahr. Dies führt zugleich zur grössten Gefahr, welche die Forschung derzeit diskutiert: Die politischen Lager driften immer weiter auseinander und der öffentliche Diskurs wird dadurch stärker fragmentiert und womöglich radikalisiert.</p>
<p>Auch bei den eidgenössischen Wahlen im vergangenen Oktober nutzten die Parteien die Dienste von Facebook für ihre Werbung – mal mehr, mal weniger professionell, wie eine Bestandsaufnahme zeigt. Spitzenreiter ist die FDP mit 2900 Anzeigen, während die anderen Parteien nur Anzeigen im zweistelligen Bereich auf Facebook schalteten. Die grosse Anzahl bei den Freisinnigen rührt daher, dass sie als einzige Partei <a href="https://www.nzz.ch/schweiz/die-fdp-setzt-im-wahlkampf-auf-microtargeting-ld.1456866" target="_blank" rel="noopener">auf Microtargeting setzen</a>. Sie «zerlegten» ihre Zielgruppe in kleine Untergruppen und sprachen diese mit je individualisierten Botschaften an.</p>
<p>Seit einiger Zeit ist es möglich, vergangene und laufende politische Werbeanzeigen in einer sogenannten <a href="https://www.facebook.com/ads/library/" target="_blank" rel="noopener">Werbebibliothek</a> zu recherchieren. Dort ist ersichtlich, in welchem Zeitraum und auf welcher Plattform (Facebook, Instagram, Messenger) eine Anzeige geschaltet wurde und wie viele und welche Altersgruppen und Geschlechter die Anzeige gesehen haben. Nachvollziehbar ist ausserdem, wie viel Geld die Parteien dafür ausgegeben haben und in welchen geografischen Regionen die Werbeanzeigen sichtbar waren. Diesen Schritt zur Transparenz hat Facebook gemacht als Reaktion auf die massive Kritik am Verhalten der Plattform im Zusammenhang mit Cambridge Analytica vor den US-Präsidentschaftswahlen von 2016.</p>
<blockquote><p>Parteien können ihre Botschaften nicht mehr im gleichen Masse an homogene Wählergruppen richten, wie dies früher der Fall war.</p></blockquote>
<p>Dass Daten in Wahlkampagnen eine immer wichtigere Rolle spielen, hat mit den sozialen und technologischen Transformationsprozessen zu tun, die in allen westlichen Demokratien in den letzten Jahrzehnten stattfanden (<a href="https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-658-20860-8_13" target="_blank" rel="noopener">Kruschinski &amp; Haller, 2018</a>): Stammwählergruppen, die anhand relativ klarer Abgrenzungskategorien (Klassen und Milieus wie Kapital/Arbeiterschaft oder städtische/ländliche Bevölkerung) identifiziert werden konnten und stabile Wahlverhalten zeigten, erodieren immer mehr. Parteien können ihre Botschaften nicht mehr im gleichen Masse an homogene Wählergruppen richten, wie dies früher der Fall war. Als Folge davon sanken die Bindungskräfte von (Volks-)Parteien und es kam zu einer erhöhten Bereitschaft, wechselnde Wahlentscheidungen zu treffen. Für Kampagnen kommt erschwerend eine im Zeitverlauf nachlassende Wahlbeteiligung hinzu, die sowohl bei Stamm- als auch bei Wechselwählern feststellbar ist.</p>
<p>Dadurch sehen sich die Parteien gezwungen, potenzielle Wählerinnen und Wähler individualisiert anzusprechen, um sie zu mobilisieren. Den Parteien bieten sich dazu eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten mittels Online-Medien wie Websites, Social-Media und (Video-)Blogs. Andererseits differenziert sich die Mediennutzung in modernen Informationsgesellschaften immer weiter aus: Streaming-Angebote werden zu einer echten Bedrohung für etablierte Radio- und TV-Anbieter, Online-Medienangebote bedrohen die Existenz der gedruckten Zeitung. Das bedeutet gleichzeitig, dass Wählerinnen und Wähler nicht mehr über einige wenige dominanten Medienmarken zu erreichen sind, wie etwa in der Nachkriegszeit, als Zeitungen und Rundfunk als unangefochtene Leitmedien fungierten.</p>
<p>Aufgrund dieser beiden Transformationsprozesse müssen Kampagnenverantwortliche ihre Strategien der Wähleridentifikation und -ansprache verändern. Die zentralen Fragen in modernen Wahlkampagnen sind also: Welche Wählerinnen und Wähler sind potentiell Wähler einer bestimmten Partei? Wie erreicht man diese Wählersegmente möglichst effektiv und effizient? Grundlegend für die Beantwortung dieser strategischen Fragen ist eine möglichst exakte Kenntnis der Einstellungen, des möglichen Verhaltens und des Informationsverhaltens von Wählerinnen und Wählern. Stehen genug Daten zur Verfügung, so lässt sich auf Basis dieser Informationen ein Score errechnen: Dieser gibt darüber Auskunft, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Wahlberechtiger einer Partei nahesteht und wie wahrscheinlich es ist, dass er oder sie sich am Wahltag für jene Partei entscheidet.</p>
<blockquote><p>Datenschutzgesetze schränken in Europa das Sammeln und Verarbeiten von Personendaten, wie es in den USA möglich ist, massiv ein.</p></blockquote>
<p>In US-Wahlkämpfen ist diese Strategie weit verbreitet und als Political Microtargeting bekannt. Mithilfe von selbstgesammelten und eingekauften Datenbeständen informieren sich Kampagnenzentralen über potentielle Stimmkreise. Bei hohen Scores werden personalisierte Briefe, E-Mails und SMS an die ausgewählten Wählerinnen und Wähler verschickt. Zudem besuchen Kampagnenteams der verschiedenen Parteien potenzielle Wähler zu Hause. Datenschutzgesetze in europäischen Staaten schränken ein solches Sammeln und Verarbeiten individueller Datensätze massiv ein. Im Gegensatz zu den USA, wo der Datenschutz wegen der starken Stellung des sogenannten First Amendments weniger stark ausgeprägt ist (<a href="https://academic.oup.com/idpl/article-abstract/6/4/261/2567747?redirectedFrom=fulltext" target="_blank" rel="noopener">Bennett, 2016</a>). Für Parteien in Europa ist es also de facto nicht möglich, persönliche Daten langfristig zu speichern und zu verarbeiten (<a href="https://policyreview.info/articles/analysis/restrictions-data-driven-political-micro-targeting-germany" target="_blank" rel="noopener">Kruschinski &amp; Haller, 2017</a>).</p>
<p>Hier kommen die reichweitenstarken Social-Media-Plattformen ins Spiel: Facebook bietet Dritten die Nutzung seiner Datenbestände an. Facebooks Werbemöglichkeiten vereinen soziodemografische Merkmale wie Geschlecht und Alter, gehen aber weit darüber hinaus: Werbetreibende können beispielsweise auf Basis des Wohnorts und der Facebook-Interessen zielgerichtet User anvisieren. Wenn Gruppen angesprochen werden, spricht man von Targeting. Wenn die Botschaft auf das Individuum zielt, handelt es sich um Microtargeting. Die Aussendung von politischer Werbung auf Facebook ist einerseits effektiv, da sich damit gezielt einzelne Wählergruppen ansprechen lassen. Gleichzeitig kann sie effizienter sein, da sich grossflächige Streuverluste, wie bei Plakatkampagnen, vermeiden lassen.</p>
<p>Dass in Europa solche Datenkampagnen nicht in dem Masse eingesetzt werden wie in den USA, liegt einerseits an strengeren Datenschutzgesetzen. Andererseits steht dies aber auch in Zusammenhang mit einer mangelnden Professionalisierung der Kampagnenzentralen, die den Schwerpunkt immer noch auf Offline-Instrumente wie Wahlplakate und Informationsveranstaltungen legen. Zukünftige Kampagnen werden zeigen, ob eine sogenannte «Amerikanisierung» bzw. Professionalisierung von Strategien und Instrumenten auch in europäischen Nationen Einzug halten wird.</p>
<div style="margin: 4%; border: 1px; border-style: solid; border-color: #cccccc; padding: 4%; font-size: 16px;">Die Kommunikationswissenschaft hat auch einen <a href="https://oeffentliche-kowi.org/" target="_blank" rel="noopener">gesellschaftlichen Auftrag</a>: Den Medienwandel nicht nur zu beobachten, sondern ihre Analysen auch in den öffentlichen Diskurs einzubringen. Dieser Artikel ist Teil einer <a href="https://medienwoche.ch/tag/serie-kommunikationswissenschaft/">Serie zu aktueller kommunikationswissenschaftlicher Forschung</a>.</div><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/21/warum-der-datenhunger-der-politischen-parteien-weiter-wachsen-wird/">Warum der Datenhunger der politischen Parteien weiter wachsen wird</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>«Wähl&#8217;nen Wichser!»: Piratenpartei macht Werbung auf Pornhub</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/17/waehlnen-wichser-piratenpartei-macht-werbung-auf-pornhub/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2019 14:10:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Pornografie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer sich derzeit auf Pornhub ein Filmchen reinzieht, landet mitten im Schweizer Wahlkampf: «Wähl &#8217;nen Wichser», fordert Nationalratskandidat David Herzog (38) von der Zürcher Piratenpartei die Pornhub-User auf.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/waehlnen-wichser-piratenpartei-macht-werbung-auf-pornhub/">«Wähl’nen Wichser!»: Piratenpartei macht Werbung auf Pornhub</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich derzeit auf Pornhub ein Filmchen reinzieht, landet mitten im Schweizer Wahlkampf: «Wähl &#8217;nen Wichser», fordert Nationalratskandidat David Herzog (38) von der Zürcher Piratenpartei die Pornhub-User auf.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/waehlnen-wichser-piratenpartei-macht-werbung-auf-pornhub/">«Wähl’nen Wichser!»: Piratenpartei macht Werbung auf Pornhub</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Desinformation im Wahlkampf: Demokratin Warren stellt Facebook bloß</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/17/desinformation-im-wahlkampf-demokratin-warren-stellt-facebook-bloss-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2019 14:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Lügen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Fake-News]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=73434</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die mögliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten zeigt mit einer absichtlichen Fake-Anzeige, dass Facebook Lügen im Wahlkampf durchgehen lässt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/desinformation-im-wahlkampf-demokratin-warren-stellt-facebook-bloss-2/">Desinformation im Wahlkampf: Demokratin Warren stellt Facebook bloß</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die mögliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten zeigt mit einer absichtlichen Fake-Anzeige, dass Facebook Lügen im Wahlkampf durchgehen lässt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/desinformation-im-wahlkampf-demokratin-warren-stellt-facebook-bloss-2/">Desinformation im Wahlkampf: Demokratin Warren stellt Facebook bloß</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Desinformation im Wahlkampf: Demokratin Warren stellt Facebook bloss</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/17/desinformation-im-wahlkampf-demokratin-warren-stellt-facebook-bloss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2019 08:12:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook Ads]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Fake-News]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die mögliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten zeigt mit einer absichtlichen Fake-Anzeige, dass Facebook Lügen im Wahlkampf durchgehen lässt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/desinformation-im-wahlkampf-demokratin-warren-stellt-facebook-bloss/">Desinformation im Wahlkampf: Demokratin Warren stellt Facebook bloss</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="a-article-header__lead">Die mögliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten zeigt mit einer absichtlichen Fake-Anzeige, dass Facebook Lügen im Wahlkampf durchgehen lässt.</p>
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</div><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/desinformation-im-wahlkampf-demokratin-warren-stellt-facebook-bloss/">Desinformation im Wahlkampf: Demokratin Warren stellt Facebook bloss</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Digitalisierung ist kein Wahlthema, hier wären aber Kompetenzen gefragt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/09/digitalisierung-ist-kein-wahlthema-hier-waeren-aber-kompetenzen-gefragt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2019 18:23:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die fehlende Präsenz des Themas Digitalisierung im Wahlkampf wirft die Frage auf, ob sich die Kandidierenden der Bedeutung der anstehenden Herausforderungen hinreichend bewusst sind.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/09/digitalisierung-ist-kein-wahlthema-hier-waeren-aber-kompetenzen-gefragt/">Digitalisierung ist kein Wahlthema, hier wären aber Kompetenzen gefragt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die fehlende Präsenz des Themas Digitalisierung im Wahlkampf wirft die Frage auf, ob sich die Kandidierenden der Bedeutung der anstehenden Herausforderungen hinreichend bewusst sind.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/09/digitalisierung-ist-kein-wahlthema-hier-waeren-aber-kompetenzen-gefragt/">Digitalisierung ist kein Wahlthema, hier wären aber Kompetenzen gefragt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Hero reagiert auf SP-Plakate</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/04/hero-reagiert-auf-sp-plakate/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2019 13:22:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=73138</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Firma Hero antwortet auf ein SP-Wahlplakat – und sorgt damit für Schmunzeln. Das Lebensmittelunternehmen garantiert damit auch den Sozialdemokraten mehr Aufmerksamkeit.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/04/hero-reagiert-auf-sp-plakate/">Hero reagiert auf SP-Plakate</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Firma Hero antwortet auf ein SP-Wahlplakat – und sorgt damit für Schmunzeln. Das Lebensmittelunternehmen garantiert damit auch den Sozialdemokraten mehr Aufmerksamkeit.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/04/hero-reagiert-auf-sp-plakate/">Hero reagiert auf SP-Plakate</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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