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	<title>Verlage | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 01 Nov 2022 14:16:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>Die Krise der Regionalmedien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/01/die-krise-der-regionalmedien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Nov 2022 14:16:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Regionalmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine neue Studie befasst sich mit der Situation der regionalen Titel in der Schweiz und kommt zum Schluss: die finanzielle Lage ist vielerorts extrem angespannt. Zudem fehlt es an Möglichkeiten für digitale Innovation &#8211; und es herrscht Fachkräftemangel. Was ist zu tun?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/01/die-krise-der-regionalmedien/">Die Krise der Regionalmedien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine neue Studie befasst sich mit der Situation der regionalen Titel in der Schweiz und kommt zum Schluss: die finanzielle Lage ist vielerorts extrem angespannt. Zudem fehlt es an Möglichkeiten für digitale Innovation &#8211; und es herrscht Fachkräftemangel. Was ist zu tun?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/01/die-krise-der-regionalmedien/">Die Krise der Regionalmedien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Marketing und Meinungsmache: das war Mateschitz als Medienmogul</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/27/marketing-und-meinungsmache-das-war-mateschitz-als-medienmogul/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Herwig G. Höller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2022 21:22:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Red Bull]]></category>
		<category><![CDATA[Dietrich Mateschitz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten rund 15 Jahren baute der kürzlich verstorbene Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz ein Medienunternehmen auf als Marketingvehikel für das Dosengetränk. Aber nicht nur. Sein Fernsehsender Servus TV setzte rechte Akzente mit beträchtlicher Reichweite. Ob die thailändischen Mehrheitsbesitzer der Marke Red Bull Mateschitz’ Medien weiter finanzieren, ist ungewiss. Dem österreichischen Multimilliardär Dietrich «Didi» Mateschitz, der <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/27/marketing-und-meinungsmache-das-war-mateschitz-als-medienmogul/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In den letzten rund 15 Jahren baute der kürzlich verstorbene Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz ein Medienunternehmen auf als Marketingvehikel für das Dosengetränk. Aber nicht nur. Sein Fernsehsender Servus TV setzte rechte Akzente mit beträchtlicher Reichweite. Ob die thailändischen Mehrheitsbesitzer der Marke Red Bull Mateschitz’ Medien weiter finanzieren, ist ungewiss.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Red-Bull-Medien-20221027c.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Red-Bull-Medien-20221027c.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-100364" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Red-Bull-Medien-20221027c.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Red-Bull-Medien-20221027c-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Red-Bull-Medien-20221027c-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Red-Bull-Medien-20221027c-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/10/MW-Red-Bull-Medien-20221027c-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Dem österreichischen Multimilliardär Dietrich «Didi» Mateschitz, der am vergangenen Wochenende im Alter von 78 Jahren starb, verdankt die Welt nicht nur den Energydrink Red Bull. Der reichste Österreicher, den «Forbes» im Frühjahr mit einem Vermögen von mehr als 25 Milliarden Euro taxierte und der neben Arnold Schwarzenegger der wichtigste «Selfmademan» des Landes war, hat in den letzten anderthalb Jahrzehnten von Salzburg aus auch ein beachtliches Medienimperium aufgebaut.<br />
</p>
<p>Die von Mateschitz 2007 gegründete <a href="https://www.redbullmediahouse.com/de" rel="noopener" target="_blank">Red Bull Media House GmbH</a>, die den Fernsehsender Servus TV betreibt und auflagenstarke Sport-, Kultur,- und Lifestyle-Zeitschriften veröffentlicht, ist dabei in vieler Hinsicht ungewöhnlich. Unter anderem deshalb, weil relevante Neugründungen in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten immer von Vertretern der Medienbranche ausgegangen waren. Seine Ambitionen als Medienmacher erinnerten eher an sogenannte Oligarchen im postsowjetischen Raum. In Russland und der Ukraine besorgten sich diese Unternehmer, die zumeist in Folge von Privatisierungen reich geworden waren, reichweitenstarke Medien. Damit forcierten sie die eigenen wirtschaftlichen und politischen Ambitionen. Ob das auch für den Verstorbenen galt, ist umstritten.</p>
<blockquote><p>Mit einem Umsatz von 440 Mio. Euro im Jahr 2021 handelte es sich beim Red Bull Media House formal um den zweitgrössten österreichischen Medienkonzern.</p></blockquote>
<p>Auffällig war jedenfalls, dass Mateschitz im Unterschied zu anderen Neureichen des Landes nie im Zusammenhang mit österreichischen Korruptionsfällen genannt wurde. Auch unternahm er keine plumpen Versuche, Inserate staatlicher Institutionen zu ergattern oder bei Behörden für Steuergeschenke zu intervenieren. Freilich war der Markt eines Staates mit neun Millionen Einwohnern für den Getränkehersteller, der 2021 knapp 10 Milliarden Dosen verkaufte, nie von herausragender Bedeutung. Anders verhielt es sich mit seinem Medienimperium.</p>
<p>Mit einem Konzernumsatz von 440 Millionen Euro im Jahr 2021 handelte es sich bei der Red Bull Media House GmbH formal um den zweitgrössten österreichischen Medienkonzern – lediglich der öffentlich-rechtliche ORF ist noch grösser. <a href="https://www.derstandard.at/story/2000137755018/oesterreichs-groesste-medienhaeuser-2022-gis-riese-orf" rel="noopener" target="_blank">Der «Standard» schätzt</a> allerdings, dass der tatsächliche Marktumsatz mit Medien im 2020 jedoch nur 63 Millionen Euro ausgemacht habe. Der grosse Rest seien Beiträge des Gesamtkonzerns Red Bull an das eigene Medienhaus, so der «Standard».</p>
<blockquote><p>Besonderes Augenmerk legen die Red-Bull-Medien auf aufwendig produzierte Fotografien und Videos. </p></blockquote>
<p>Zentrale Produkte dieses Medienhauses muten daher auch mehr wie grossangelegtes Corporate Publishing an. Insbesondere gilt das für das Flaggschiff «The Red Bulletin», das abgesehen vom offensichtlichen Hauptmarkt Österreich mit einer Auflage von 440‘000 auch in Deutschland (224‘000) und der Schweiz (258‘000) sowie in Frankreich, Grossbritannien und den USA erscheint. Verteilt wird die Monatszeitschrift dabei vor allem als Beilage anderer Printmedien, <a href="https://goldbach.com/ch/de/portfolio/print/the-red-bulletin/mediadaten" rel="noopener" target="_blank">in der Schweiz</a> etwa in der «Sonntagzeitung» sowie in «Le Matin Dimanche».</p>
<p>Inhaltlich handelt es sich bei vielen Beiträgen um Marketing zweiter Ordnung für das Dosengetränk: Die Rede ist zwar nicht vom mehr von Red Bull selbst, aber von gesponserten Sportveranstaltungen des Konzerns sowie von Extremsportlerinnen und -sportlern, die als Werbeträgerinnen und Werbeträger für den Energydrink fungieren. Besonderes Augenmerk wird dabei auf aufwendig produzierte Fotografien und Videos gelegt. Das erste Cover von «The Red Bulletin», ein Charakterkopf der Windsurf-Legende Bjørn Dunkerbeck, vor 15 Jahren vom Schweizer Maurice Haas fotografiert, vermerkte man in der aktuellen Ausgabe des Magazins stolz. Andere Medien bietet das Red-Bull-Medienhaus seine Bilder und Videos zur kostenlosen redaktionellen Verwendung an.</p>
<blockquote><p>Servus in Stadt &#038; Land» war zuletzt die meistgelesene Illustrierte Österreichs. </p></blockquote>
<p>Während Elemente dieses Marketingmarketings in allen Produkten des Medienhauses vorkommen, haben Medienerzeugnisse ohne erkennbaren direkten Zusammenhang mit der Marke Red Bull zuletzt an Bedeutung gewonnen. Das gilt vor für allem für jene Monatszeitschriften, die gemeinsam mit «The Red Bulletin» fast 20 Prozent der österreichischen Bevölkerung erreicht. «Servus in Stadt &#038; Land», das sich in seiner jüngsten Nummer etwa mit welkenden Ahornwäldern und Kindergartenwaldpädagogik beschäftigte, war zuletzt die meistgelesene Illustrierte Österreichs. Aber auch andere Titel des Verlags wie «Bergwelten» oder «Carpe diem», die sich allesamt touristisch und kulinarisch ausgerechnet sind und sich ersehnten Wohlgefühlen widmen, konnten zulegen.</p>
<p>Der Fernsehsender Servus TV, den Mateschitz wegen dem Versuch des Personals, einen Betriebsrat zu gründen, 2016 noch fast hatte einstellen lassen, war im Jahr 2021 mit einem Marktanteil von 3,7 Prozent der reichweitenstärkste Privatfernsender Österreichs – und er wächst weiter. Verantwortlich dafür sind nicht nur Sportübertragungen, Tourismusdokus oder eine Unterhaltungsschiene. Gerade die Diskussions- und Informationssendungen zeichnen sich durch einen starken Rechtsdrall aus. Damit sind sie im gesamten deutschsprachigen TV-Markt allein.</p>
<blockquote><p>In der Corona-Pandemie kamen auf «Servus TV» umstrittene Experten wie der Mediziner Sucharit Bhakdi zu Wort.</p></blockquote>
<p>Der verantwortliche Intendant Ferdinand Wegscheider polemisierte vergangene Woche in seiner Fernsehkolumne «Der Wegscheider» etwa gegen <a href="https://www.servustv.com/aktuelles/v/aaa2yg5ty7we5zrfdbd9/" rel="noopener" target="_blank">«Corona-Ukraine-Hyperinflations-Wirtschaftscrash- und Klimahysteriewahnsinn»</a>. Auf «Servus TV» konnten sich aber auch schon rechtsradikale Identitäre ausführlich erklären, und in der Sendung des ehemaligen Wiener Staatsoperndirektors Ioan Holender wurde die russische Annexion der Krim befürwortet. Zu Beginn der Corona-Pandemie kamen in Talkshows umstrittene Experten wie der thailändisch-deutsche Mediziner Sucharit Bhakdi zu Wort, die Covid-19 verharmlosten und gegen politisch verordnete Massnahmen der Pandemiebekämpfung auftraten. Seit antisemitische Aussagen Bhakdis bekannt wurden, die 2022 in Schleswig-Holstein zu einer <a href="https://www.tagesschau.de/investigativ/bhakdi-antisemitismus-113.html" rel="noopener" target="_blank">Anklage wegen Volksverhetzung</a> führten, tritt dieser Stargast nicht mehr bei Servus TV auf. Dafür tritt seit vergangenem Sommer SVP-Nationalrat und Weltwoche-Verleger Roger Köppel als <a href="https://www.servustv.com/aktuelles/b/der-pragmaticus/aa-28mmfgmyn2111/" rel="noopener" target="_blank">Moderator einer Talk-Sendung</a> auf.</p>
<p>Wegen seiner Gästeauswahl warf die «Süddeutsche Zeitung» dem Sender einen <a href="https://www.sueddeutsche.de/medien/servus-tv-covid-19-ferdinand-wegscheider-1.5456563" rel="noopener" target="_blank">«Schulterschluss mit den Aluhüten»</a> vor. Angesichts einer besonders starken Pandemiewelle im österreichischen Alpenraum wurde 2020 in journalistischen Kreisen sogar spekuliert, dass fehlendes Problembewusstsein der dortigen Bevölkerung im Zusammenhang mit den Sendungen von «Servus TV» stehen könnte.</p>
<p>Die Talkshows des Salzburger Senders findet auch in Deutschland ihre Freunde. Mitte Oktober lobte Allzweckphilosoph Richard David Precht: «Wenn Sie ‹Servus TV› gucken, Talk im Hangar, da haben Sie zu solchen Fragen wie Waffenlieferungen [in die Ukraine, Anm. d. Red.] komplett ausgewogene, aus allen Seiten beleuchtende, beratschlagende Talkshows. Das könnte ein Vorbild sein.»</p>
<blockquote><p>Ob Mateschitz mit dem rechten Drall seines Senders auch die öffentliche Meinung beeinflussen wollte, blieb unklar.</p></blockquote>
<p>«Mateschitz hat jede grössere Programmentscheidung abgenickt», erzählte ein österreichischer Fernsehmacher, der anonym bleiben will. Der Red-Bull-Chef habe sich oft davon leiten lassen, dass ihm der jeweilige Typ gefiel. Die Entscheidungswege bei «Servus TV» seien im Vergleich zum ORF extrem kurz gewesen.</p>
<p>Ob der Unternehmer den rechten Drall vor allem als Werkzeug zur Steigerung der Einschaltquote sah oder ob er damit die öffentliche Meinung beeinflussen wollte, blieb dabei unklar. Er sehe die weitverbreitete Meinung, Mateschitz habe die von ihm gegründeten Medien als Mittel zur Verbreitung seiner Weltsicht gegründet, als «gröbste Fehleinschätzung», erklärte «Servus TV»-Moderator Michael Fleischhacker am Dienstag in einem <a href="https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/6207234/Erinnerung-an-Dietrich-Mateschitz_Er-war-fuer-viele-so-wichtig" rel="noopener" target="_blank">Gastkommentar in der «Kleinen Zeitung»</a>. «Es sei denn, man würde seine fast körperliche Ablehnung von Konformismus und Meinungsdiktaten als Weltanschauung betrachten.» </p>
<p>Der selbst für seine Lust zum Widerspruch bekannte Fleischhacker war bis zu dessen Einstellung Chefredakteur des investigativen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Addendum_(Medienprojekt)" rel="noopener" target="_blank">Onlinemediums «Addendum»</a> gewesen, das Mateschitz 2017 als «eine publizistische Antwort auf die wuchernde Misstrauenskultur in der Gesellschaft» gegründet hatte und über eine Privatstiftung finanzierte. 2020 liess er das Projekt überraschend wieder einstellen. Mateschitz beabsichtige, die von ihm unterstützen journalistischen Aktivitäten stärker auf lösungsorientierte Projekte jenseits der politischen Alltagsauseinandersetzungen zu konzentrieren, hiess es in einer Mitteilung. Es sei trotz erheblichen Mitteleinsatzes und einer Reihe erfolgreicher und relevanter Rechercheprojekte insgesamt nicht gelungen, die Zielsetzungen der Stiftung in ausreichendem Mass zu erfüllen, klagte Mateschitz. Der Mitteleinsatz war mit 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für österreichische Verhältnisse tatsächlich massiv gewesen.</p>
<blockquote><p>Dass der verstorbene Multimilliardär in Form von Stiftungen für seine Steckenpferde vorgesorgt haben könnte, gibt es bislang keine Belege.</p></blockquote>
<p>Etwas bescheidener tritt das als Nachfolgeprojekt interpretierte und eher rechtslastige <a href="https://www.derpragmaticus.com/" rel="noopener" target="_blank">Diskursorgan «Der Pragmaticus»</a> auf, das Mateschitz 2021 gemeinsam mit Michael von und zu Liechtenstein in Liechtenstein gründete. Anders als sein verstorbener Bruder Vincenz, der für die konservative Volkspartei im österreichischen Parlament sass, ist Ex-Unternehmer <a href="https://www.derpragmaticus.com/e/von-liechtenstein-michael/">Michael von Liechtenstein</a> in Österreich kaum bekannt. Der Verwandte des regierenden Fürsten in Vaduz und Enkel des letzten österreichischen Kaisers Karl I. leitet in Liechtenstein einen Thinktank namens <a href="https://www.gisreportsonline.com/" rel="noopener" target="_blank">Geopolitical Intelligence Services AG</a>. «Der Pragmaticus» mutet in seinen Zugängen vor allem wie das Hausmedium dieses Thinktanks an. An welches grössere Publikum sich die Zeitschrift dabei wenden soll, die à la «The Red Bulletin» österreichischen Zeitungen beigelegt wurde und die seit kurzem auch im österreichischen Einzelhandel vertrieben wird, ist gleichzeitig unklar. In Ermangelung von Inseraten oder öffentlichen Subventionen bleib auch fraglich, ob sie ohne ihren Unterstützer Mateschitz wirtschaftlich überleben könnte.</p>
<p>Die Überlebensfrage wurde in den vergangenen Tagen aber nicht nur zum «Pragmaticus» gestellt. Da die thailändischen Partner von Mateschitz formal 51 Prozent bei Red Bull halten, werden sie nach seinem Ableben auch über den Geldfluss des riesigen Marketingbudgets entscheiden. Für Spekulationen, dass der verstorbene Multimilliardär in Form von Stiftungen für seine Steckenpferde vorgesorgt haben könnte, gibt es bislang keine Belege. Denkbar wäre freilich, dass er dafür grosse Summen in seine Kunst und Kultur DM Privatstiftung, vormals Quo Vadis Veritas Privatstiftung, eingebracht hat. Im österreichischen Firmenbuch ist dies jedoch nicht abzulesen. Ende August 2022 wurde lediglich der Zweck der Stiftung um die Förderung von Sport erweitert. Zuvor war nur die Rede von der Förderung des demokratischen Staatswesens, der Erwachsenen- und Volksbildung, der Heimatkunde und Heimatpflege, der Kunst und der Kultur, des Umweltschutzes und der Völkerverständigung gewesen.</p>
<p>Bild: Keystone</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/27/marketing-und-meinungsmache-das-war-mateschitz-als-medienmogul/">Marketing und Meinungsmache: das war Mateschitz als Medienmogul</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>«Zeit-Reisen» mit dem Kreuzfahrtschiff: Glaubwürdigkeit über Bord</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/27/zeit-reisen-mit-dem-kreuzfahrtschiff-glaubwuerdigkeit-ueber-bord/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Oct 2022 22:28:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Zeitverlag bewirbt eine 17-tägige Kreuzfahrt, auf der Leser:innen mit dem &#8222;Green&#8220;-Ressortleiter über «Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels» diskutieren hätten können. Nun hat der Redakteur seine Teilnahme abgesagt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/27/zeit-reisen-mit-dem-kreuzfahrtschiff-glaubwuerdigkeit-ueber-bord/">«Zeit-Reisen» mit dem Kreuzfahrtschiff: Glaubwürdigkeit über Bord</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Zeitverlag bewirbt eine 17-tägige Kreuzfahrt, auf der Leser:innen mit dem &#8222;Green&#8220;-Ressortleiter über «Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels» diskutieren hätten können. Nun hat der Redakteur seine Teilnahme abgesagt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/27/zeit-reisen-mit-dem-kreuzfahrtschiff-glaubwuerdigkeit-ueber-bord/">«Zeit-Reisen» mit dem Kreuzfahrtschiff: Glaubwürdigkeit über Bord</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das umstrittene Medienerbe des Red-Bull-Chefs</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/25/das-umstrittene-medienerbe-des-red-bull-chefs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2022 23:08:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Red Bull]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In vielen Nachrufen wird Dietrich Mateschitz nach seinem Tod für seine Leistungen als Unternehmer und Sportförderer gewürdigt. Das Medienengagement des Red-Bull-Gründers kommt meist nur am Rande vor. Dabei war Mateschitz auch hier prägend. Und umstritten bis zum Schluss.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/25/das-umstrittene-medienerbe-des-red-bull-chefs/">Das umstrittene Medienerbe des Red-Bull-Chefs</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In vielen Nachrufen wird Dietrich Mateschitz nach seinem Tod für seine Leistungen als Unternehmer und Sportförderer gewürdigt. Das Medienengagement des Red-Bull-Gründers kommt meist nur am Rande vor. Dabei war Mateschitz auch hier prägend. Und umstritten bis zum Schluss.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/25/das-umstrittene-medienerbe-des-red-bull-chefs/">Das umstrittene Medienerbe des Red-Bull-Chefs</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Digital-Allianz: «Die Solidarität ist immens wichtig»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/24/digital-allianz-die-solidaritaet-ist-immens-wichtig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Sep 2022 08:34:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Login-Allianz]]></category>
		<category><![CDATA[OneLog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die SRG hat sich dem Schweizer Medien-Login OneLog angeschlossen. Was bedeutet das nun für die Zuschauerinnen und Zuschauer? Und wo steht OneLog heute? Ringier-CEO Marc Walder, SRG-Generaldirektor Gilles Marchand und Pietro Supino, Verleger TX Group, nehmen Stellung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SRG hat sich dem Schweizer Medien-Login OneLog angeschlossen. Was bedeutet das nun für die Zuschauerinnen und Zuschauer? Und wo steht OneLog heute? Ringier-CEO Marc Walder, SRG-Generaldirektor Gilles Marchand und Pietro Supino, Verleger TX Group, nehmen Stellung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/24/digital-allianz-die-solidaritaet-ist-immens-wichtig/">Digital-Allianz: «Die Solidarität ist immens wichtig»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Matthias Ackeret: «Es ging bei den Medien nur aufwärts»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/09/03/matthias-ackeret-es-ging-bei-den-medien-nur-aufwaerts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Sep 2022 07:01:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Ackeret]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=99133</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vor genau 20 Jahren startete für Matthias Ackeret ein neuer Lebensabschnitt: Er wurde Chefredaktor des Magazins persönlich und von persoenlich.com. Den Verlag, damals noch in Rapperswil beheimatet, kaufte er schliesslich vor acht Jahren. Eine Retrospektive.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor genau 20 Jahren startete für Matthias Ackeret ein neuer Lebensabschnitt: Er wurde Chefredaktor des Magazins persönlich und von persoenlich.com. Den Verlag, damals noch in Rapperswil beheimatet, kaufte er schliesslich vor acht Jahren. Eine Retrospektive.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/03/matthias-ackeret-es-ging-bei-den-medien-nur-aufwaerts/">Matthias Ackeret: «Es ging bei den Medien nur aufwärts»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Jungfrau Zeitung»: Papierlos den ganzen Kanton Bern erobern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/08/25/jungfrau-zeitung-papierlos-den-ganzen-kanton-bern-erobern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Aug 2022 14:57:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Gossweiler]]></category>
		<category><![CDATA[Jungfrau Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor zwei Jahren hat sich die «Jungfrau Zeitung» vom Papier verabschiedet. Um allein von Online-Einnahmen leben zu können, braucht sie ein grösseres Publikum. Darum berichtet das Blatt nun über den ganzen Kanton Bern. Mitten in der Berner Altstadt, in einem Geschäftseingang unter den Lauben, hängt eine grosse, schwarze Leuchtschrift in einem Schaufenster. Beim Vorbeigehen meint <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/25/jungfrau-zeitung-papierlos-den-ganzen-kanton-bern-erobern/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor zwei Jahren hat sich die «Jungfrau Zeitung» vom Papier verabschiedet. Um allein von Online-Einnahmen leben zu können, braucht sie ein grösseres Publikum. Darum berichtet das Blatt nun über den ganzen Kanton Bern.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrauzeitung-20220825a.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrauzeitung-20220825a.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-98899" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrauzeitung-20220825a.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrauzeitung-20220825a-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrauzeitung-20220825a-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrauzeitung-20220825a-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrauzeitung-20220825a-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Mitten in der Berner Altstadt, in einem Geschäftseingang unter den Lauben, hängt eine grosse, schwarze Leuchtschrift in einem Schaufenster. Beim Vorbeigehen meint man zuerst ein Kunstobjekt zu erkennen. Doch da steht: «Jungfrau Zeitung». In Bern gibt es die «Berner Zeitung», den «Bund» oder den «Bernerbär». Aber eine «Jungfrau Zeitung»? Die gehört wenn schon ins Berner Oberland, nach Brienz, Interlaken oder Thun.<br />
</p>
<p>Das Haus, in dessen Vitrine der Schriftzug prangt, gehört Urs Fueter, letzter Vertreter einer Textildynastie und Sohn des bekannten Schauspielers <a href="https://www.willyfueter.ch/home.html" rel="noopener" target="_blank">Willy Fueter</a> (u.a. «Ueli der Pächter», «Der längste Tag»). Im Herbst 2021 lud Fueter Junior <a href="https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/194563/" rel="noopener" target="_blank">die «Jungfrau Zeitung» zum Gespräch</a> in seine Altstadtliegenschaft. Ums Berner Oberland ging es dabei nicht. Dafür umso mehr um die Stadt Bern. Das Interview führte Matthias Mast, ein Urgestein des lokalen (Boulevard-)Journalismus. Fueter, der Stadtberner Lokalpromi, war dermassen begeistert von der Plattform, die ihm da geboten wurde, dass er sein leeres Schaufenster gleich der «Jungfrau Zeitung» überliess, die darin ihre Leuchtschrift platzieren durfte.</p>
<p>Wer heute die <a href="https://www.jungfrauzeitung.ch/" rel="noopener" target="_blank">«Jungfrau Zeitung»</a> liest, merkt schnell, dass die Werbung am richtigen Ort steht, ja eigentlich noch prominenter in der Bundesstadt gezeigt werden dürfte. Denn die einstige Regionalzeitung aus dem Berner Oberland entwickelt sich zur Medienplattform für den ganzen Kanton und insbesondere die Kantonshauptstadt. Ob der <a href="https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/202075/" rel="noopener" target="_blank">60. Geburtstag des Berner Stadtpräsidenten</a>, ein neues <a href="https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/202009/" rel="noopener" target="_blank">Musikfestival um den Berner Egelsee</a> oder die Aufregung um den <a href="https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/201782/" rel="noopener" target="_blank">Konzertabbruch in der Brasserie Lorraine</a>: Alle drei Ereignisse würdigte die «Jungfrau Zeitung» in den letzten Wochen prominent und ausführlich.</p>
<blockquote><p>Von hier oben überblickt der Verleger das neue Verbreitungsgebiet seiner «Jungfrau Zeitung».</p></blockquote>
<p>Anfang Juli sitzt Urs Gossweiler auf der Dachterrasse des Restaurant Volkshaus in der Berner Altstadt. Die Weitsicht gibt, vorbei an Münster- und Zytgloggeturm, den Blick frei auf Eiger, Mönch und Jungfrau. In der Gegenrichtung sieht man die Horizontlinie der ersten Jurakette. Von hier oben überblickt der Verleger das neue Verbreitungsgebiet seiner «Jungfrau Zeitung». </p>
<p>Die publizistische Ausrichtung auf den ganzen Kanton und nicht mehr länger nur aufs Berner Oberland war eine unmittelbare Konsequenz aus dem Entscheid, die gedruckte Ausgabe einzustellen. Im März 2020 vollzog Gossweiler diesen Schritt, den er schon vor über zwanzig Jahren angekündigt hatte. 1999 sagte er der Handelszeitung: «Papier ist Mittel zum Zweck, aber wir möchten davon wegkommen.» Die «Jungfrau Zeitung» war seit ihrer Gründung «nur» eine ausgedruckte Zusammenstellung von zuvor auf der Website publizierten Artikeln. Doch die Zeitung verschwindet nicht ganz. Weiterhin produziert die Redaktion eine sogenannte <a href="https://www.jungfrauzeitung.ch/epaper/2022/" rel="noopener" target="_blank">E-Tageszeitung</a>, ein wochentägliches E-Paper mit einem Umfang von 40 Seiten. </p>
<p>Unter dem wirtschaftlichen Druck der Corona-Situation war der Abschied vom Papier ein riskanter Schritt. Gossweiler vergleicht ihn mit dem Moment, wenn das Schleppflugzeug den Segelflieger ausklinkt: «Entweder trägt es oder man rast tonlos in die Tiefe.» Bis jetzt trägt es. Gut zwei Jahre nach dem Ausklinken zieht der Verleger eine positive Bilanz. Für das laufende Jahr rechnet er mit einer Ertragssteigerung von 30 Prozent. Der Verzicht auf die gedruckte Zeitung, die während fast zwanzig Jahren von Oktober 2000 bis März 2020 jeweils zwei Mal in der Woche erschienen war, scheint sich auszuzahlen. «Ohne die Kosten für Druck und Vertrieb haben wir zwar weniger Aufwand, aber natürlich auch weniger Ertrag ohne Abos und Printwerbung», erklärt Gossweiler. Als einzige Einnahmequelle verbleibt die Online-Werbung. «Hier sind die Umsätze kleiner als im Print. Darum war die Ausweitung des Publikums essenziell, damit wir über die Runden kommen.»</p>
<blockquote><p>«Die Werbung auf unserer Plattform wird von den Adblockern nicht ausgefiltert.»<br />
<small>Urs Gossweiler, Verleger «Jungfrau Zeitung»</small></p></blockquote>
<p>Bei der Online-Werbung zählt die Reichweite – je grösser, desto besser. Und umso besser, wenn die Werbung auch tatsächlich gesehen wird. Nur das interessiert die zahlende Kundschaft. Ein erheblicher Teil der Internet-User, in der Schweiz bis zu einem Fünftel, blockiert die Online-Werbung mit Adblockern. Ausserdem haben die sogenannten Cookies bald ausgedient, die es ermöglichen, dem User auf sein Nutzerprofil abgestimmte Werbung anzuzeigen. Der «Jungfrau Zeitung» braucht diese Entwicklung keine Sorgen zu machen, weil sie einen anderen Weg geht. «Die Werbung auf unserer Plattform wird von den Adblockern nicht ausgefiltert», erklärt Urs Gossweiler. Das liege daran, dass die Anzeigen auf den gleichen Servern erfasst werden wie die redaktionellen Beiträge. «Cookies verwenden wir keine, ausser jenes für Google Analytics», ergänzt der Verleger. Auf Grundlage der via Google erhobenen Nutzungszahlen verkauft die «Jungfrau Zeitung» ihre Online-Werbung. Und tut das offenbar mit einigem Erfolg. Wie ein Blick auf die Website zeigt, inserieren neben Unternehmen aus dem Berner Oberland auch nationale Firmen, von Migros über Volg bis Lidl.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="margin: 4%;border: 1px;border-style: solid;border-color: #cccccc;padding: 4%;font-size: 16px">
<h3>Die Zeitung</h3>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrau-Zeitung-Schaufenster-Bern.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrau-Zeitung-Schaufenster-Bern.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-98902" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrau-Zeitung-Schaufenster-Bern.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrau-Zeitung-Schaufenster-Bern-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrau-Zeitung-Schaufenster-Bern-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrau-Zeitung-Schaufenster-Bern-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Jungfrau-Zeitung-Schaufenster-Bern-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Die Geschichte der «Jungfrau Zeitung» beginnt 1896 in Brienz mit der Gründung der Lokalzeitung «Der Brienzer». Ein Jahresabo für zwei Ausgaben pro Woche <a href="https://www.brienz.ch/de/brienzaktuelles/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&#038;info_id=4635#" rel="noopener" target="_blank">kostet damals fünf Franken</a>. 1907 übernehmen Fridolin und Margaritha Gossweiler-Thöni den «Brienzer». Sie legen den Grundstein der Gossweiler Media AG, die bis heute die «Jungfrau Zeitung» herausgibt.</p>
<p>Als der amtierende Verleger Urs Gossweiler 1993 in vierter Generation die Geschäfte übernimmt, läutet er in Brienz das Multimedia- und Online-Zeitalter ein. «Der Brienzer» und das Schwesterblatt «Hasli Zeitung» gehören Ende der 1990er-Jahre zu den ersten Zeitungen in der Schweiz, deren Artikel in einem webbasierten Redaktionssystem erfasst werden. Der grösste Schritt in der Verlagsgeschichte folgt am 6. Oktober 2000. Damals erscheint erstmals die «Jungfrau Zeitung» zum ersten Mal. Zusammen mit dem Verleger des «Echos von Grindelwald» lanciert Gossweiler eine Zeitung für den «Mikrokosmos Jungfrau», also den Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli. Die bestehenden Blätter in Brienz, Meiringen und Grindelwald behalten zwar ihren Namen, der Inhalt ist aber der gleiche wie jener in der neuen «Jungfrau Zeitung»; es ist eine Zeitung mit vier Namen. Mit der geografischen Expansion reagiert Gossweiler auf den Entscheid des Stadtberner Verlags Espace Media, den «Berner Oberländer» und das «Thuner Tagblatt» nur noch als Kopfblätter der «Berner Zeitung» zu führen. Die «Jungfrau Zeitung» ist ein Ausdruck der Website, wo die Artikel zuerst erscheinen. Damit folgt das Oberländer Blatt bereits vor mehr als zwanzig Jahren der Maxime «online first». Auf der Website sind die Beiträge frei zugänglich.</p>
<p>Im Corona-Jahr 2020 entscheidet sich der Verleger, die gedruckte Ausgabe einzustellen. 2019, im zweitletzten Jahr ihres Erscheinens, zählt die «Jungfrau Zeitung» 10&#8217;400 Abos. Seit der Gründung vor 22 Jahren vergrösserte Gossweiler das Einzugsgebiet seiner Zeitung kontinuierlich. Vom historischen Verlagssitz in Brienz aus erschliesst man Haslital und Jungfrau-Region. Danach zieht das Unternehmen zuerst nach Interlaken und dann nach Thun, von wo aus die Redaktion das ganze Berner Oberland ins Visier nimmt. Seit dem Verzicht auf die gedruckte Ausgabe versteht sich die «Jungfrau Zeitung», die ihren Sitz weiterhin in Thun hat, als Medienplattform für den ganzen Kanton. Davon zeugt auch die Eröffnung eines «Hauptstadtbüros» in der Stadt Bern.</p></div>
<p>Der Schritt raus aus dem Berner Oberland auf der Suche nach mehr Leserinnen und Lesern ist schlicht überlebensnotwendig. Doch die Rechnung geht nur auf, wenn man das bisherige Publikum halten und neues dazu gewinnen kann. Die «Jungfrau Zeitung» will in ihren historischen Stammlanden weiterhin als Lokalmedium wahrgenommen und gleichzeitig im übrigen Kantonsgebiet als neue Informationsquelle genutzt werden. Da die Ressourcen nicht ausreichen, um einfach die Berichterstattung mit zusätzlichen Beiträgen auszubauen, sucht die «Jungfrau Zeitung» vermehrt nach Zugängen zu Themen, die sowohl die Leserin im Haslital als auch den Leser in der Stadt Bern ansprechen. Geradezu prototypisch zeigte sich dies jüngst in einem <a href="https://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/201987/" rel="noopener" target="_blank">Porträt eines Haslibergers</a>, der sich in Nepal mit einem Hilfswerk für sauberes Wasser einsetzt. Das Fotoshooting und das Interview mit ihm und dem nepalesischen Hilfswerkgründer fand in der Stadt Bern statt. «Entwicklungshilfe interessiert im rot-grünen Bern und für das bergige Nepal gibt es auch im Berner Oberland grosse Sympathien», sagt Verleger Urs Gossweiler im Gespräch mit der MEDIENWOCHE.</p>
<blockquote><p>«Wir pflegen flache Hierarchien. Im Prinzip funktioniere die Redaktion wie ein Kollektiv.»<br />
<small>Urs Gossweiler, Verleger «Jungfrau Zeitung»</small></p></blockquote>
<p>Damit der Spagat zwischen Stadt und Land möglichst oft und möglichst schmerzlos gelingt, braucht es das passende Personal: Journalistinnen und Journalisten, die beides kennen. Zum Beispiel einer wie Beat Kohler: ein Stadtberner, der seit über zwei Jahrzehnten in Meiringen lebt und ebenso lange, mit Unterbrüchen, für die «Jungfrau Zeitung» schreibt, zwischenzeitlich in Bern das «Journal B» geleitet hatte und seit drei Jahren für die Grünen im Berner Grossrat sitzt. Um das erweiterte Einzugsgebiet publizistisch abzudecken, verzeichnete die «Jungfrau Zeitung» in den vergangenen zwei Jahren etliche Neuzugänge von Redaktionen in Stadt und Region: Gina Krückl kam vom Newsportal «Nau.ch», Ben Abegglen arbeitete zuvor beim Lokalradio «Bern 1», Peter Wäch schrieb viele Jahre für den «Bernerbär», wie auch Matthias Mast, der zudem als Gesicht von «Telebärn» zu lokaler Bekanntheit gelangte. Doch auch das Berner Oberland ist weiterhin mit prominenten Stimmen im Blatt vertreten, etwa mit Bruno Stüdle. Der frühere Chefredaktor des Tamedia-Blatts «Berner Oberländer» wechselte auf Anfang Jahr zur «Jungfrau Zeitung». Aktuell ist die Redaktion mit 10 FTE (Vollzeitäquivalenten) dotiert, Chefredaktor gibt es keinen. «Wir pflegen flache Hierarchien. Im Prinzip funktioniere die Redaktion wie ein Kollektiv», sagt Urs Gossweiler. Ganz zur Zufriedenheit des Verlegers: «Ich kann von der Seitenlinie aus zuschauen und geniessen.»</p>

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            [rml_read_more]
<p>Mit der geografischen Expansion trägt die «Jungfrau Zeitung» zu einem vielfältigen Medienangebot in der Bundesstadt bei, um das man sich in den letzten Jahren Sorgen gemacht hatte, nachdem Tamedia die Redaktionen seiner beiden Tageszeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» zusammengelegt hatte. «Die Fusion war nicht der Grund für unseren Schritt in Richtung Bern, aber sie ist auch nicht hinderlich», sagt Gossweiler. Die Konkurrenz werde dafür sorgen, dass sich Tamedia auch in Zukunft vor Ort engagieren müsse und nicht weiter abbaue, glaubt Gossweiler. Im Berner Oberland habe Tamedia (und zuvor Espace Media) nie in dem Mass abgebaut wie etwa im Emmental, wo eine starke Konkurrenz fehlt.</p>
<blockquote><p>Aber wie passt eigentlich der Name «Jungfrau Zeitung» zu einer Publikation für den ganzen Kanton?</p></blockquote>
<p>Noch haben Gossweiler und seine «Jungfrau Zeitung» die Expansion nicht an die grosse Glocke gehängt. «Wir wollen zuerst glaubwürdig den Tatbeweis erbringen, dass wir dem Anspruch einer Medienplattform für den Kanton Bern gerecht werden können, bevor wir kommunizieren», sagt Gossweiler. In den nächsten Wochen soll es so weit sein.</p>
<p>Aber wie passt eigentlich der Name «Jungfrau Zeitung» zu einer Publikation für den ganzen Kanton? Gossweiler Urs lächelt sein schelmisches Lächeln und signalisiert damit, dass er darauf längst eine passende Antwort parat hat. «Richard Branson hat mit ‹Virgin› eine Weltmarke aufgebaut.» Sagts und lässt den Blick von Bern in Richtung Jungfrau schweifen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="margin: 4%;border: 1px;border-style: solid;border-color: #cccccc;padding: 4%;font-size: 16px">
<h3>Der Verleger</h3>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Urs-Gossweiler-quer.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Urs-Gossweiler-quer.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-98903" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Urs-Gossweiler-quer.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Urs-Gossweiler-quer-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Urs-Gossweiler-quer-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Urs-Gossweiler-quer-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Urs-Gossweiler-quer-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Urs Gossweiler arbeitet bereits die längere Zeit seiner 51 Lebensjahre als Verleger. Nach dem frühen Tod seines Vaters Ende 1993 wurde Gossweiler Junior mit 22 Jahren quasi über Nacht zum Verleger. Dass er dereinst das Familienunternehmen weiterführen würde, war schon immer klar, aber nicht der frühe Zeitpunkt. Eigentlich hätte er nach seiner Ausbildung zum Typografen noch weiteres Rüstzeug holen wollen auf Lehr- und Wanderjahren in anderen Verlage.</p>
<p>Im Rückblick war der Sprung ins kalte Wasser kein Nachteil. Schliesslich hatte er einen Plan. Gossweiler wusste schon 1993: Eine Zeitung hat nur online und multimedial eine Zukunft. Mit dieser Ansicht war er vor bald 30 Jahren ziemlich allein. Das hielt ihn nicht davon ab, seine Überzeugung kundzutun, wo immer er gefragt wurde – und wie er gefragt wurde. An unzähligen Branchenanlässen im In- und Ausland pries Urs Gossweiler die Segnungen des Multimedia-Zeitalters für die Medienproduktion.</p>
<p>Seinen Worten liess er Taten folgen. Als eine seiner ersten Handlungen als Verleger schloss er die hauseigene Druckerei in Brienz und machte sich daran, eine digitale Produktionsinfrastruktur aufzubauen. Gossweiler liess Software-Spezialisten unter der Leitung von Oliver Brodwolf ein eigenes internetbasiertes Redaktionssystem entwickeln. Das sogenannte G-OS (Gossweiler Operation System) steht bis heute in Betrieb bei der «Jungfrau Zeitung».</p>
<p>Die ursprüngliche Idee wäre es allerdings gewesen, Lizenzen für die G-OS-Software an andere Verlagen zu verkaufen, die damit im Stil der «Jungfrau Zeitung» ihre eigene «Mikrozeitungen» produzieren könnten. Ein Versuch, 2010 das Modell aus der Jungfrau-Region über den Brünig nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Obwalden_und_Nidwalden_Zeitung" rel="noopener" target="_blank">Obwalden und Nidwalden</a> zu exportieren, kam zwar zum Fliegen, scheiterte aber nach gut zwei Jahren an fehlenden Abonnenten; 8000 standen im Geschäftsplan, 3000 waren es tatsächlich. Als es Gossweiler daraufhin auch nicht gelungen war, <a href="https://medienwoche.ch/2012/03/05/wir-haben-alle-klinken-geputzt/">die Stadt Zürich flächendeckend mit Mikrozeitungen zu überziehen</a>, war dies das Ende der Ambitionen, das Modell, das für die «Jungfrau Zeitung» gut funktioniert, exportieren zu wollen. Der geschäftliche Fokus liegt seither ganz auf der «Jungfrau Zeitung».</p>
<p>Um sich finanziell breiter abzustützen, öffnete Gossweiler 2021 erstmals das Aktionariat des Familienunternehmens. Seither figurieren der Berner Unternehmer und Wirtschaftsanwalt Thomas Bähler und die Einkaufsgenossenschaft der <a href="http://www.peg.ch/de/ueber-uns" rel="noopener" target="_blank">Schweizer Papeteristen PEG</a> als Minderheitsktionäre. Christoph Clavadetscher, Präsident der PEG, steht dem Verwaltungsrat des Verlags vor.</div>
<p>Bilder: <a href="https://unsplash.com/@josswoodhead?utm_source=unsplash&#038;utm_medium=referral&#038;utm_content=creditCopyText" rel="noopener" target="_blank">Joss Woodhead</a>/<a href="https://unsplash.com/s/photos/jungfrau?utm_source=unsplash&#038;utm_medium=referral&#038;utm_content=creditCopyText" rel="noopener" target="_blank">Unsplash</a>, Nick Lüthi, zvg</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/25/jungfrau-zeitung-papierlos-den-ganzen-kanton-bern-erobern/">«Jungfrau Zeitung»: Papierlos den ganzen Kanton Bern erobern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die WoZ erhöht den Einheitslohn – sonst stagnieren die Löhne für Medienschaffende seit Jahren</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/14/die-woz-erhoeht-den-einheitslohn-sonst-stagnieren-die-loehne-fuer-medienschaffende-seit-jahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jun 2022 07:54:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Löhne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=97868</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Löhne der Medienschaffenden stagnieren seit Jahren. Dies wird zum Problem ‒ vor allem mit Blick auf den Nachwuchs.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/14/die-woz-erhoeht-den-einheitslohn-sonst-stagnieren-die-loehne-fuer-medienschaffende-seit-jahren/">Die WoZ erhöht den Einheitslohn – sonst stagnieren die Löhne für Medienschaffende seit Jahren</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Löhne der Medienschaffenden stagnieren seit Jahren. Dies wird zum Problem ‒ vor allem mit Blick auf den Nachwuchs.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/14/die-woz-erhoeht-den-einheitslohn-sonst-stagnieren-die-loehne-fuer-medienschaffende-seit-jahren/">Die WoZ erhöht den Einheitslohn – sonst stagnieren die Löhne für Medienschaffende seit Jahren</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Andrea Masüger: «Die Mittlerfunktion ist meine zukünftige Aufgabe»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/14/andrea-masueger-die-mittlerfunktion-ist-meine-zukuenftige-aufgabe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jun 2022 07:46:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Verband Schweizer Medien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=97866</guid>

					<description><![CDATA[<p>Andrea Masüger soll im Herbst neuer Präsident des Verbandes Schweizer Medien (VSM) werden. Der Bündner Publizist erzählt im Interview über seine Motivation für die Zusage und seine Pläne.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/14/andrea-masueger-die-mittlerfunktion-ist-meine-zukuenftige-aufgabe/">Andrea Masüger: «Die Mittlerfunktion ist meine zukünftige Aufgabe»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Andrea Masüger soll im Herbst neuer Präsident des Verbandes Schweizer Medien (VSM) werden. Der Bündner Publizist erzählt im Interview über seine Motivation für die Zusage und seine Pläne.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/14/andrea-masueger-die-mittlerfunktion-ist-meine-zukuenftige-aufgabe/">Andrea Masüger: «Die Mittlerfunktion ist meine zukünftige Aufgabe»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bares für Wahres &#8211; Digitalerlöse auf der Überholspur</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/10/bares-fuer-wahres-digitalerloese-auf-der-ueberholspur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2022 07:53:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Paid content]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=97797</guid>

					<description><![CDATA[<p>Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer sprechen mit Holger Kansky vom Bundesverband der Zeitungsverleger über steigende Erlöse und Abonnementzahlen im Netz. Was sind die Ursachen für diesen digitalen Erfolg der Zeitungen, was verkauft sich besonders gut?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/10/bares-fuer-wahres-digitalerloese-auf-der-ueberholspur/">Bares für Wahres – Digitalerlöse auf der Überholspur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer sprechen mit Holger Kansky vom Bundesverband der Zeitungsverleger über steigende Erlöse und Abonnementzahlen im Netz. Was sind die Ursachen für diesen digitalen Erfolg der Zeitungen, was verkauft sich besonders gut?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/10/bares-fuer-wahres-digitalerloese-auf-der-ueberholspur/">Bares für Wahres – Digitalerlöse auf der Überholspur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die hohen Hürden zu einem Abonnement</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/08/die-hohen-huerden-zu-einem-abonnement/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jun 2022 07:41:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Medienforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Abonnemente]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Studie aus den Niederlanden fragte, warum Leute für News kein Geld zahlen wollen. Der wichtigste Grund ist der Preis – aber nicht nur weil er zu hoch ist. Es ist die Hundert-Punkte-Frage, die sich private Medienunternehmen immer wieder stellen – ja stellen müssen, wenn sie überleben wollen: Wie kriegen wir Leute dazu, für News <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/08/die-hohen-huerden-zu-einem-abonnement/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Studie aus den Niederlanden fragte, warum Leute für News kein Geld zahlen wollen. Der wichtigste Grund ist der Preis – aber nicht nur weil er zu hoch ist.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Zeitungs-Abos-Studie-20220608b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-97743" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Zeitungs-Abos-Studie-20220608b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Zeitungs-Abos-Studie-20220608b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Zeitungs-Abos-Studie-20220608b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Zeitungs-Abos-Studie-20220608b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Zeitungs-Abos-Studie-20220608b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/06/MW-Zeitungs-Abos-Studie-20220608b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Es ist die Hundert-Punkte-Frage, die sich private Medienunternehmen immer wieder stellen – ja stellen müssen, wenn sie überleben wollen: Wie kriegen wir Leute dazu, für News zu zahlen? Eine einfache Antwort gibt es nicht, dafür <a href="https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/digital-news-report/2021" target="_blank" rel="noopener">ernüchternde Zahlen</a>: Weniger als jede fünfte Person zahlt in westlichen Ländern – von den USA bis Polen – für Online-News. Die Schweiz und die Niederlanden liegen in der Mitte. In beiden Ländern gaben 17 Prozent der 2000 befragten Personen an, im Jahr 2020 für Online-News Geld ausgegeben zu haben. Dieser Wert hat in den vergangenen Jahren zwar stetig zugenommen. Aber gleichzeitig verlieren Verlage weiter Printabos. Unter dem Strich geht für viele die Rechnung (noch) nicht auf. Die häufig bemühten Erfolgsbeispiele, die es überall gibt, können nicht über das grundsätzlich harte Pflaster auf dem Abomarkt hinwegtäuschen.<br />
</p>
<p>Aber warum tut sich selbst ein interessiertes Publikum so schwer, für Journalismus zu zahlen? Aufschlussreiche Antworten liefert <a href="https://twitter.com/tgrootkormelink" target="_blank" rel="noopener">Tim Groot Kormelink</a>. Für seine qualitative Studie <a href="https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/14648849221099325" target="_blank" rel="noopener">«Why people don’t pay for news»</a> versorgte der Assistenzprofessor für Journalismus an der Vrije Universiteit Amsterdam 68 Leute mit einem Probeabo, Print und Online. Sie konnten aus den Abo-Angeboten von vier niederländischen Tageszeitungen auswählen. Nach drei Wochen befragte sie der Forscher eingehend zu ihren Erfahrungen.</p>
<blockquote><p>Bei jüngeren Personen stellt das limitierte Budget als Hürde da: Zusätzliche Ausgaben bedeuten Verzicht andernorts.</p></blockquote>
<p>Einen ebenso ernüchternden wie auch überraschenden Befund liefert der Autor gleich vorweg: Von den 68 Personen zwischen 20 und 75 Jahren, davon 36 Frauen, 32 Männer, alle mit einem «relativ hohen Bildungsniveau», gab nach Ablauf der Probefrist niemand an, ein kostenpflichtiges Abo des getesteten Titels kaufen zu wollen.</p>
<p>Die weitaus meisten kritischen Aussagen betreffen den Preis. Bei jüngeren Personen stellt das limitierte Budget als Hürde da: Zusätzliche Ausgaben für News bedeuten Verzicht auf einen anderen Budgetposten.</p>
<p>Die älteren Proband:innen stören sich dagegen an der Preispolitik der Verlage, etwa am grossen Preissprung vom Probeabo zur regulären Subskription; oder daran, dass man als treue Kundin, die über Jahre den vollen Abopreis zahlt, nie einen Rabatt oder sonst ein Treueangebot erhält – ganz im Gegensatz zu den umworbenen Neukunden, die mit Dumpingpreisen geködert werden.</p>
<blockquote><p>Gegen einen Abschluss spricht auch die «Abo-Sättigung», man zahlt ja schon für so viele Dienste im Netz.</p></blockquote>
<p>Ein naheliegender und immer wieder gehörter Grund, kein Geld für Online-News ausgeben zu wollen, ist der als zu hoch wahrgenommene Abopreis. «In Anbetracht der Tatsache, dass der Preis die grösste Hürde für ein Abonnement darstellt, argumentierten die Teilnehmenden, dass ein attraktiverer Preis sie davon überzeugen könnte, Nachrichten zu abonnieren», schreibt Groot Kormelink. Gerade jüngere Mediennutzende hätten eine sehr konkrete Vorstellung zur Preisgestaltung. Für sie lägen 3 bis 5 Euro pro Monat drin. Als Referenz dient der Preis eines geteilten Netflix- oder Spotify-Kontos.</p>
<p>Ebenfalls gegen einen Abschluss spricht auch die «Abo-Sättigung», man zahlt ja schon für so viele Streamingdienste, digitale Plattformen und andere Medienangebote. Damit direkt zu tun hat auch die Furcht, die News der abonnierten Zeitung zu wenig zu nutzen und somit Geld für nichts ausgeben zu haben. Denn daneben lockt ja auch immer noch eine Fülle an kostenlos verfügbaren News im Netz; nach dem Preis der zweitwichtigste Grund, kein Online-Abo zu kaufen. In den Niederlanden, wo die Studie durchgeführt wurde, gibt es mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk NOS und dem kommerziellen News-Portal «NU.nl» zwei grosse Gratisanbieter. Aber auch Podcasts zählen zum gern genutzten kostenlosen Angebot.</p>
<blockquote><p>Für ein Abo zu zahlen, empfinden manche als eine Verpflichtung, die sie nicht einzugehen bereit sind.</p></blockquote>
<p>Vor allem Jüngere zeigen zudem Bindungsängste bei der Medienauswahl. Für ein Abo zu zahlen, empfinden sie offenbar als eine Verpflichtung, die sie nicht einzugehen bereit sind. Der Entscheid <em>für</em> das Abo eines bestimmten Titels, heisst auch immer, sich <em>gegen</em> ganz viele andere, ebenfalls valable, Angebote zu entscheiden. Und hinter dieser Hürde steht eine nächste: Wer sich irgendwann doch für ein Abo entscheidet, sollte dann auch lesen, wofür er oder sie bezahlt hat. Wer diese (Selbst-)Verpflichtung als zu belastend empfindet, entscheidet sich gegen ein Abo und snackt mal hier, mal dort im grossen Gratisangebot.</p>

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<p>Den Entscheid gegen den Aboerwerb nicht beeinflusst hat hingegen die journalistische Qualität. Sie gab aber auch keinen Kaufimpuls. Immerhin stellten Studien-Teilnehmende fest, dass die Qualität, zu der sie nun probeweise Zugang erhielten, besser ist als die der Gratismedien. Manche hatten noch nie hinter eine Paywall geschaut und wussten gar nicht, was es dort gibt. Das werfe ein Dilemma für die Zeitungen auf, schreibt Groot Kormelink: «Wenn sie mehr ihrer hintergründigen Inhalte frei zugänglich machen, könnte dies zwar dazu beitragen, ihre Qualität hervorzuheben, aber diese Strategie könnte auch dazu führen, dass es noch weniger dringend ist, ein kostenpflichtiges Abonnement zu erwerben.»</p>
<p>Schliesslich spielt auch die Servicequalität eine Rolle, die sowohl gegen als auch für den Aboabschluss sprechen kann. Wenn die Zustellung der gedruckten Zeitung nicht klappt, wenn das Login auf der Website nicht funktioniert, dann sieht man den Preis schnell als nicht gerechtfertigt an. Positive Anreize zum Aboabschluss könnte ein Verlag hingegen mit modularen und vielfältigen Zugangs- und Zustellmöglichkeiten schaffen. Konkret nennt eine Partizipantin der Studie ein Abo für eine bestimmte Anzahl Zeitungsausgaben, die man nur dann bestellt, wenn man Zeit für die Lektüre auf Papier findet.</p>
<blockquote><p>«Digitale Abonnements generieren nicht genug Einnahmen, um Printmedien aufzugeben, aber sie kannibalisieren gleichzeitig die Printabonnements.»</p></blockquote>
<p>Nur: Solche personalisierten Abomodelle erhöhen die Komplexität des Zustellprozesses und damit auch die Kosten. Schon heute steigen die Distributionskosten pro Exemplar: Es gibt zwar immer weniger Print-Abos, aber der Verteilaufwand nimmt nicht im gleichen Masse ab. Obwohl Print gerade mit modularen Varianten den einen oder die andere als Abonnent:in halten konnte, rechnet sich der Aufwand unter dem Strich nicht. «Nachrichtenorganisationen befinden sich in einem Fegefeuer zwischen Digital- und Printmedien», zitiert die Studie aus einer Paywall-Studie von 2015. «Digitale Abonnements generieren nicht genug Einnahmen, um Printmedien aufzugeben, aber sie kannibalisieren gleichzeitig die Printabonnements.»</p>
<div style="margin: 4%; border: 1px; border-style: solid; border-color: #cccccc; padding: 4%; font-size: 16px;">
<h3>Abo-Markt: Innovation dank neuer Software</h3>
<p>Die grossen Schweizer Zeitungsverlage Tamedia, CH Media und NZZ versuchen mit Sonderangeboten ein junges Publikum zu gewinnen, das bereit ist, für Journalismus zu zahlen. Das gelingt ihnen unterschiedlich gut. Bei NZZ und CH Media zahlen Leute in Ausbildung ab fünf Franken pro Monat für den Zugriff auf das Online-Angebot, Tamedia führte vor einem halben Jahr einen Jugendtarif ein, der mit neun Franken allerdings fast doppelt so teuer ist wie die Angebote der Konkurrenz.</p>
<p>Die Erfahrungen der drei Verlage sehen etwas durchzogen aus. Bei CH Media mache das <a href="https://abo.aargauerzeitung.ch/az-student/" target="_blank" rel="noopener">Studentenabo</a> «lediglich 1,2 Prozent unseres Gesamtbestands aus», teilt CH-Media-Sprecher Stefan Heini auf Anfrage mit und ergänzt: «Trotz des sehr attraktiven Angebots ist das Wachstum im Augenblick relativ bescheiden.» Man habe aber das Angebot bislang auch kaum beworben. Voll zufrieden zeigt sich derweil die NZZ mit ihrem <a href="https://abo.nzz.ch/kampagne/?lp=21019698&amp;trco=20007931-04-04-0014-0029-000000-00000000" target="_blank" rel="noopener">Abo «NZZ für Studierende»</a>. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Nur so viel: Das Abonnement erfreue sich grosser Beliebtheit. Den Erfolg misst der Verlag an der Wandlungsquote vom Studi- zum regulären Abo. Dieser Wert zeige, dass die NZZ richtig liege. Tamedia führte erst Anfang des laufenden Jahres ihr <a href="https://abo-digital.tagesanzeiger.ch/checkout/specials?_ptid=%7Bkpdx%7DAAABGkwKRtL_qgoKbTVQYXpVV2RwdRJJMjAyMi0wNi0wOC0wOS0zMS00My0yNjktbFFtWGI1WDNaTlF4YThnZS02ODYwZDkyOTA1NzE0ZTk1NDdiY2NiNGY4MTU0ZGI1MBoMRVhYNEhBNkw4NVRZIiUxODA1M2swMGRvLTAwMDAzMGEyNzdxcnBtMzNvaXZsOGk5bzQwKhdzaG93T2ZmZXI5RUlLSFAxSVM2UFExNzABOgxPVEFYVU1YWVpTRUJSS3YtqwAC_wQ3Ny1rTjM1c1loTzVqU1d6ZFRZqwAO8AlaCzg1LjIuMTQyLjc3YgNkbWNo38OGlQY" target="_blank" rel="noopener">«Youth»-Abo</a> ein und kann daher noch nicht viel sagen.</p>
<p>Neben Abos, die sich explizit an Junge richten, lancieren Verlage weitere preisgünstige und flexible Angebote, die ebenfalls dem Nutzungsbedürfnis eines jüngeren Publikums entgegenkommen. So bietet Tamedia ein Familien-Abo mit vier Konten an, das auch eine Wohngemeinschaft nutzen kann. Ein Flatrate-Abo ermöglicht einer Person den Zugang zu sämtlichen Titeln des Verlags.</p>
<p>Um überhaupt neue Aboformen einführen zu können, braucht es eine entsprechende technische Infrastruktur. «Dank des Wechsels auf die Software von Piano […] konnte Tamedia ihr Digitalabo-Portfolio um neue Angebote für spezifische Kundengruppen erweitern», steht im aktuellen Geschäftsbericht der Tamedia-Mutter TX Group. <a href="https://piano.io/about/" target="_blank" rel="noopener">«Piano»</a> ist einer der führenden Anbieter für Bezahllösungen im Mediengeschäft.</p>
<p>Noch nicht so weit ist CH Media. Dort steht der Wechsel auf die «Piano»-Software erst noch an, wie Unternehmenssprecher Heini bestätigt. Doch schon heute erfülle bei ihnen das Standard-Abo, was andernorts nur ein Spezialabo leiste: Das Login zu einer CH-Media-Zeitung bietet Zugriff auf alle anderen Titel aus dem Verbund.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>News-Apps machen mit Leserdaten, was sie wollen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/04/news-apps-machen-mit-leserdaten-was-sie-wollen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jun 2022 11:45:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Grossverlage lassen die Standortdaten von App-Usern für Werbung mit persönlichen Daten kombinieren – ohne Erlaubnis.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Grossverlage lassen die Standortdaten von App-Usern für Werbung mit persönlichen Daten kombinieren – ohne Erlaubnis.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/04/news-apps-machen-mit-leserdaten-was-sie-wollen/">News-Apps machen mit Leserdaten, was sie wollen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Medien mit Millionengewinnen: Erfolg verpflichtet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/10/medien-mit-millionengewinnen-erfolg-verpflichtet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2022 20:28:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinn]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftszahlen]]></category>
		<category><![CDATA[TX Group]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2021 war finanziell ein gutes Medienjahr. Zuletzt präsentierte Ringier einen dreistelligen Millionengewinn. Erfolgreiche Medienunternehmen tragen eine Verantwortung – auch und besonders für den Journalismus. Nun auch Ringier. Wie zuvor schon die TX Group, CH Media und die NZZ Mediengruppe vermeldet das Zürcher Medienunternehmen für das vergangene Jahr einen ausgezeichneten Geschäftsgang. «Bestes Ergebnis seit über zehn <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/10/medien-mit-millionengewinnen-erfolg-verpflichtet/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>2021 war finanziell ein gutes Medienjahr. Zuletzt präsentierte Ringier einen dreistelligen Millionengewinn. Erfolgreiche Medienunternehmen tragen eine Verantwortung – auch und besonders für den Journalismus.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-97095" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b.jpg" alt="" width="1456" height="975" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b-768x514.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-Gewinne-Medienhaeuser-Schweiz-20220510b-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Nun auch Ringier. Wie zuvor schon die TX Group, CH Media und die NZZ Mediengruppe vermeldet das Zürcher Medienunternehmen für das vergangene Jahr einen ausgezeichneten Geschäftsgang. «Bestes Ergebnis seit über zehn Jahren», schreibt die Ringier-Zeitung «Blick» zu den <a href="https://www.ringier.com/de/die-ringier-gruppe-erzielt-ihr-bestes-operatives-ergebnis-seit-beginn-der-transformation/" target="_blank" rel="noopener">124 Millionen Franken Gewinn</a> (vor Steuern und Abgaben), die ihr Verlag 2021 erwirtschaftet hat. Aber auch kleinere Medienunternehmen darbten nicht. So schloss etwa die Meier &amp; Cie AG in Schaffhausen (u.a. «Schaffhauser Nachrichten») nach eigenen Angaben «das Geschäftsjahr 2021 solide ab». Oder «Radio Rhône» in Sion: Der Lokalsender konnte dank einem Anstieg der Werbeeinnahmen einen positiven Abschluss vorlegen.</p>
<blockquote><p>Diese Ergebnisse wollen so gar nicht zu dem Bild passen, das die gleichen Unternehmen vor noch nicht allzu langer Zeit gezeichnet hatten.</p></blockquote>
<p>Unter dem Strich geht es den Grössten am besten. Sowohl die <a href="https://reports.tx.group/de/2021" target="_blank" rel="noopener">TX Group</a> als auch Ringier weisen dreistellige Millionengewinne aus. Diese Ergebnisse wollen so gar nicht zu dem Bild passen, das die gleichen Unternehmen vor noch nicht allzu langer Zeit von sich selbst und der Medienbranche insgesamt gezeichnet hatten. Als im vergangenen Februar die Frage im Raum stand, ob der Staat mit einem Rettungspaket ebendiesen (und auch vielen anderen) Verlagen unter die Arme greifen sollte, konnte man den Eindruck gewinnen, dass es Matthäi am Letzten sei. Das Lobbying der Chefs von TX Group und Ringier für einen Ausbau der Medienförderung erwies sich als kontraproduktiv. Es war mit ein Grund, warum die Vorlage an der Urne scheiterte.<br />
</p>
<p>Die Millionengewinne zeigen eindrücklich, wie die Medienunternehmen die Herausforderungen des digitalen Wandels gemeistert haben. So macht bei Ringier das Digitalgeschäft mit den Online-Marktplätzen bereits über 70 Prozent des Gewinns aus, während dieser Anteil vor zehn Jahren noch inexistent war. Ein wichtiges Element im Digitalgeschäft von Ringier und TX Group ist die Zusammenführung der Online-Marktplätze der beiden Unternehmen in der <a href="https://swissmarketplace.group/" target="_blank" rel="noopener">Swiss Marketplace Group SMG</a>. Die Bedeutung dieses Joint Ventures sah man im Abschluss der TX Group für 2021. Aus der Wertsteigerung nach der Fusion resultierte für die SMG ein Buchgewinn von 779 Millionen Franken. Ringier wies den Wert nicht als Gewinn aus, hätte das buchhalterisch aber auch tun können.</p>
<blockquote><p>In Osteuropa trägt Ringier zudem mit seinem breiten Portfolio an Medientiteln eine spezielle Verantwortung.</p></blockquote>
<p>Dieser Erfolg verpflichtet. Mit ihrem (reichweiten-)starken Medienangebot tragen Ringier und TX Group zur freien Meinungsbildung und damit zum Funktionieren der Demokratie bei. Damit sie diese noble Aufgabe bestmöglich erfüllen können, müssen sie die dafür erforderlichen Ressourcen bereitstellen. Bei der TX Group und insbesondere ihren Tamedia-Zeitungen hatte man in den letzten Jahren nicht immer den Eindruck, dass dies ausreichend der Fall war. Ringier dagegen schuf in den letzten Jahren insbesondere bei «Blick TV» Dutzende neuer Journalismus-Stellen. In Osteuropa trägt Ringier zudem mit seinem breiten Portfolio an Medientiteln eine spezielle Verantwortung. In Ländern wie Serbien, Ungarn oder Polen mit einem durchzogenen demokratischen Leistungsausweis spielen unabhängige Medien eine ungleich wichtigere Rolle im öffentlichen Diskurs als in der Schweiz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/10/medien-mit-millionengewinnen-erfolg-verpflichtet/">Medien mit Millionengewinnen: Erfolg verpflichtet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Der hohe Papierpreis und seine Folgen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/30/der-hohe-papierpreis-und-seine-folgen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Apr 2022 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Papierproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Papierpreis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=96853</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der Schweiz steigen die Papierpreise. Und zwar massiv. Das hat auch Auswirkungen auf die Medienbranche. Denn Zeitungen und Magazine werden in der Herstellung teurer.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/30/der-hohe-papierpreis-und-seine-folgen/">Der hohe Papierpreis und seine Folgen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Schweiz steigen die Papierpreise. Und zwar massiv. Das hat auch Auswirkungen auf die Medienbranche. Denn Zeitungen und Magazine werden in der Herstellung teurer.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/30/der-hohe-papierpreis-und-seine-folgen/">Der hohe Papierpreis und seine Folgen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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