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	<title>Bankenskandal | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Gratwanderung mit Happyend</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/06/17/gratwanderung-mit-happyend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 15:45:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie sehr die Nähe zu den Akteuren im Lokaljournalismus eine Gratwanderung ist, zeigte die MEDIENWOCHE Ende April am Beispiel des Landboten und dessen zunächst widersprüchlicher Berichterstattung über einen Winterthurer Bankenskandal. Wir haben uns vorgenommen, Geschichten wenn möglich auch zu Ende zu erzählen. Das tun wir an dieser Stelle: Denn aus journalistischer Sicht ist der Fall <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/17/gratwanderung-mit-happyend/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sehr die Nähe zu den Akteuren im Lokaljournalismus eine Gratwanderung ist, zeigte die MEDIENWOCHE Ende April am Beispiel des Landboten und dessen zunächst widersprüchlicher Berichterstattung über einen <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/27/die-zeitung-die-bank-und-der-journalismus/" target="_blank">Winterthurer Bankenskandal</a>. Wir haben uns vorgenommen, Geschichten wenn möglich auch zu Ende zu erzählen. Das tun wir an dieser Stelle: Denn aus journalistischer Sicht ist der Fall unterdessen zur Erfolgsstory geworden.<span id="more-28862"></span></p>
<p>Es liegt in der Natur der Sache: Je näher die Ereignisse, desto mehr Vorsicht ist geboten. Bei Lokaljournalistinnen und Journalisten führt einerseits die Nähe zur Leserschaft sowie andererseits jene zu den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren zu Beisshemmung. Denn wer hier Fehler macht, bekommt dies unmittelbar nach der Publikation am eigenen Leib zu spüren. Exakte Recherche und ein genaues Abwägen der Fakten und des journalistischen Urteils sind mitunter eine heikle Sache. «Hier von Fall zu Fall das richtige Mass zu finden, das heisst, gleichzeitig den Informationsauftrag richtig zu interpretieren und dabei weder den Respekt den Menschen gegenüber noch die journalistische Unabhängigkeit zu verlieren – das gehört zur hohen Schule des Lokaljournalismus», so ein Statement von <a href="http://www.quajou.ch/thesen/927.php" target="_blank">Christine Fivian</a>, bis vor drei Jahren langjährige Chefredaktorin des Zürcher Unterländers und Mitgründerin des <a href="http://www.quajou.ch/aktuell.php" target="_blank">Vereins Qualität im Journalismus</a>.</p>
<p>Der Fall des Winterthurer Bankenskandals, ausgelöst durch einen inzwischen konkursiten Generalunternehmer und die Berichterstattung des Landboten darüber steht dabei exemplarisch für dieses Spannungsfeld.  Nach einer überzeugenden Recherche über den Fall im Landboten vom 6. April, kamen in der Folge zwar alle Parteien und Stimmen zu Wort, Doch die Berichterstattung der Landbote-Redaktion mäandrierte zwischen einem ausschweifenden Interview mit einer Bankverantwortlichen («Wir lassen uns nicht erpressen»), einem Selbstgeisselungsinterview mit dem Generalunternehmer und Stimmen der Geschädigten, die sich zu einer schlagkräftigen Interessengemeinschaft zusammengeschlossen hatten. Zweimal widerrief die Redaktion die Aussagen einer Quelle, was wohl für einige Verwirrung bei der Leserschaft gesorgt hat. Ein einordnender Kommentar blieb aus, der der Leserschaft ein Abwägen der Situation ermöglicht und die Unabhängigkeit der Redaktion bekräftigt hätte.</p>
<p>Die Redaktion blieb seither weiterhin am Ball und das Blatt hat sich gewendet. Zunächst liess sie erneut die Geschädigten zu Wort kommen, griff Vorwürfe gegen den Leiter der Raiffeisenbank Winterthur auf, konfrontierte die Bank damit, bis diese schliesslich eingesteht, dass die Kontrolle der Baukredite nicht immer ausreichend gewesen sei. Auf Druck der Medien und der Intererssengemeinschaft der Geschädigten, welche ihren Generalunternehmer und auch Raiffeisen-Verantwortliche einklagten, hat die Bank einen Fonds geäuffnet und will die Betroffenen angemessen entschädigen. Endlich veröffentlicht der Landbote auch einen Kommentar mit der  Aufforderung, die Bank solle jetzt beweisen, dass es ihr ernst sei mit ihren Zusagen (alle Artikel als pdf <a href="http://igbaumhaus.jimdo.com/medienmitteilungen/zeitungsberichte/" target="_blank">hier</a>). Ende gut, alles gut? Unter dem Strich hat die Redaktion des Landboten ihre Unabhängigkeit bewiesen und dürfte entscheidend dazu beigetragen haben, dass die Verantwortlichen jetzt über die Bücher gehen, Rechenschaft ablegen und die Betroffenen entschädigen. Christine Fivian: «Eine gut gemachte Lokalzeitung lebt also in erster Linie von der Glaubwürdigkeit, der Sachkenntnis und der journalistischen Unabhängigkeit ihrer Macher.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/17/gratwanderung-mit-happyend/">Gratwanderung mit Happyend</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Bank, die Zeitung und der Journalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/27/die-zeitung-die-bank-und-der-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 14:30:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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		<category><![CDATA[Raiffeisen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Nähe zu den Akteuren ist im Lokaljournalismus Voraussetzung, um an relevante Informationen zu kommen. Aber Vorsicht: Da kann so manches gehörig in die Hosen gehen. Mit ihren Berichten über einen lokalen Bankenskandal mäandriert die Redaktion des Landboten in Winterthur zwischen kritischer Recherche und Schadensbegrenzung für die Bank. Die Leserschaft bleibt dabei im Regen stehen <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/27/die-zeitung-die-bank-und-der-journalismus/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Nähe zu den Akteuren ist im Lokaljournalismus Voraussetzung, um an relevante Informationen zu kommen. Aber Vorsicht: Da kann so manches gehörig in die Hosen gehen. Mit ihren Berichten über einen lokalen Bankenskandal mäandriert die Redaktion des Landboten in Winterthur zwischen kritischer Recherche und Schadensbegrenzung für die Bank. Die Leserschaft bleibt dabei im Regen stehen und fragt sich: Wer gängelt hier wen, die Bank die Redaktion oder umgekehrt?<br />
<span id="more-28805"></span><br />
1,9 Millionen Franken sollen Kunden der Raiffeisenbank Winterthur verloren haben, weil die Bank nicht sorgfältig gearbeitet hat, schrieb Stadtredaktor Christian Gurtner im <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/Landbote+-+6.4.11.pdf">Landboten am 6. April</a> unter dem Titel «Raiffeisen lässt Kunden im Regen stehen». Gurtner bezieht sich auf die Aussagen einer Geschädigten, die mit ihrem Mann zusammen ein Haus bauen lässt. Doch die Zahlungen leitet die Bank, die dem Paar den Generalunternehmer Norbert Moos empfahl, nicht ins Bauprojekt, sondern auf dessen Privatkonto.<br />
Insgesamt entstand auf diese Weise rund einem Dutzend Geschädigter wegen unsorgfältigen Arbeitens der Bank besagter Schaden von 1,9 Millionen Franken. Sie alle klagen als <a href="http://igbaumhaus.jimdo.com/" target="_blank">Interessengemeinschaft</a> gegen Moos und die Raiffeisen-Bank.</p>
<p>Gurtners Artikel ist sauber geschrieben, handwerklich einwandfrei und eine spannende Geschichte, welche nebst des mitunter arroganten Verhaltens der Bankverantwortlichen auch die Ohnmacht von Privaten gegenüber einer Bank exemplarisch zeigt. Die Lokalredaktion des Landboten ist wachsam. Doch drei Tage später, am 9. April, publiziert das Blatt ein Interview mit dem konkursiten Bauunternehmer Moos unter dem Titel «Die Sache tut mir unheimlich leid» – diesmal geschrieben von Redaktor Marius Beerli. Dabei wird man den Eindruck nicht los, Moos sei auf Druck der Bank zur Selbstgeisselung im Landboten angetreten, um von den Raiffeisen-Verantwortlichen abzulenken.</p>
<p>Vier Tage später, am 13. April, lässt die Bank Gabriele Burn, GL-Mitglied von Raiffeisen Schweiz im Landboten auffahren. Diese bekommt eine ganze Seite mit Bild und darf die Vorwürfe weitgehend entkräften: «Es gab keinen Grund, am Generalunternehmer zu zweifeln.» Das Interview mit Titel «Wir lassen uns nicht erpressen» zeichnet der Landbote nur noch scheu mit (red). Dicke Post ist aber ein Kästchen, in dem die Redaktion sich von ihrer Informantin des ersten Artikels distanziert. «Aufgrund der von der Raiffeisen-Bank vorgelegten Informationen sind deren Aussagen unwahr &#8230;», diese sei gar nicht Kundin der Bank. Ist Christian Gurtner bei seiner Recherche ein grober Fehler unterlaufen? Weder eine Stellungnahme der Redaktion, wonach sie an ihrer Darstellung festhält, noch ist das Kästchen erkennbar als Gegendarstellung gekennzeichnet.</p>
<p>Einen Tag später titelt Landbote-Reporter Oliver Graf mit dem Aufmacher «Eine lange Liste von Verdächtigungen» und zeigt die Position der Klägergemeinschaft, nicht ganz eine Seite lang aber ebenfalls mit Bild. Die Klage lautet auf Veruntreuung, betrügerischem Konkurs und Unterschriftenfälschung. Immerhin heisst es hier, dass sich die Strafanzeige auch gegen zwei Mitarbeiter der Bank richtet. Dann passiert fünf Tage lang nichts.  Am 18. April berichtet Roman Banholzer für <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=1b980c53-b293-48d6-9f9f-16b49d1c1c87" target="_blank">Schweiz Aktuell</a> über den Fall. Der Logik der Medienhierarchie gehorchend fasst zwei Tage später am 20. April der Landbote ein Herz und nimmt unter dem Titel «Wann wusste die Bank was?» erstmals wieder die Bank direkt ins Visier. Diesmal schreibt Reporter Peter Fritsche, gleichzeitig Winterthurer Korrespondent von Radio DRS und fasst im Wesentlichen den SF-Beitrag zusammen, der weitere bankinterne Ungereimtheiten an den Tag bringt. Und last but not least sieht sich die Redaktion genötigt, ihre Informantin des ersten Artikels reinzuwaschen. «Für die am 13. April publizierte Richtigstellung, wonach die Aussagen der Informantin unwahr seien, entschuldigen wir uns.»</p>
<p>Was hält die Redaktion zurück, die Dinge nach dem spannenden Start weiterhin beim Namen zu nennen? Wurde bloss die journalistische Regel überstrapaziert, stets auch die Gegenpartei zu Wort kommen zu lassen? Die redaktionellen Schlenker werden jedenfalls für die Leser nicht gerade transparent. Chefredaktorin Colette Gradwohl dementiert entschieden: «Wir haben zweimal einen kleinen Fehler gemacht, den wir korrigiert haben. Zuerst mit der Richtigstellung, dass unsere Informantin nicht Kundin der Raiffeisenbank ist und später, dass sie dies gegenüber dem Landboten so nicht gesagt hatte.» Bei <a href="http://igbaumhaus.jimdo.com/medienmitteilungen/zeitungsberichte/" target="_blank">dieser Geschichte</a> sei es logisch, dass man nicht von Anfang an alle Puzzleteile beisammen haben könne. Für die Chefredaktorin ist klar, der Landbote bleibe dran, auch wenn sich die Bank derzeit auf das laufende Verfahren berufe. Das jedenfalls sind klare Worte, die man im Blatt wenigstens in Teilen in einem Kommentar gerne so gelesen hätte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/27/die-zeitung-die-bank-und-der-journalismus/">Die Bank, die Zeitung und der Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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