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	<title>Barack Obama | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 24 Nov 2020 13:48:02 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die verdächtige Trittbrettfahrer-Biografie über Obama</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/11/24/die-verdaechtige-trittbrettfahrer-biografie-ueber-obama/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2020 13:48:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein obskurer Verlag verkauft bei Amazon englischsprachige Biografien wie geschnitten Brot. Ein Bestseller über Barack Obama geriet nun in Verdacht, von einer künstlichen Intelligenz geschrieben worden zu sein. Amazon hat bereits reagiert.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein obskurer Verlag verkauft bei Amazon englischsprachige Biografien wie geschnitten Brot. Ein Bestseller über Barack Obama geriet nun in Verdacht, von einer künstlichen Intelligenz geschrieben worden zu sein. Amazon hat bereits reagiert.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/11/24/die-verdaechtige-trittbrettfahrer-biografie-ueber-obama/">Die verdächtige Trittbrettfahrer-Biografie über Obama</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der ferngesteuerte Obama</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/04/24/der-ferngesteuerte-obama/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2018 08:30:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der frühere US-Präsident Barack Obama hat scheinbar eine wichtige Botschaft: «Wir treten in eine Ära ein, in der unsere Feinde es so aussehen lassen können, als würde irgendjemand zu irgendeinem Zeitpunkt etwas sagen - selbst wenn sie diese Dinge nie sagen würden.» Dem ist tatsächlich so. Die technischen Möglichkeiten sind so weit fortgeschritten. In dem Fall war es auch nicht Obama, der das sagte, obwohl es im Video ganz danach aussieht. Gesprochen hat den Satz der Schauspieler und Filmemacher Jordan Peele, der damit vor den neuen Dimension digitaler Manipulation warnen will.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der frühere US-Präsident Barack Obama hat scheinbar eine wichtige Botschaft: «Wir treten in eine Ära ein, in der unsere Feinde es so aussehen lassen können, als würde irgendjemand zu irgendeinem Zeitpunkt etwas sagen &#8211; selbst wenn sie diese Dinge nie sagen würden.» Dem ist tatsächlich so. Die technischen Möglichkeiten sind so weit fortgeschritten. In dem Fall war es auch nicht Obama, der das sagte, obwohl es im Video ganz danach aussieht. Gesprochen hat den Satz der Schauspieler und Filmemacher Jordan Peele, der damit vor den neuen Dimension digitaler Manipulation warnen will.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/24/der-ferngesteuerte-obama/">Der ferngesteuerte Obama</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Obama-Rede: Sollten Social-Media-Inhalte reguliert werden?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/04/03/obama-rede-sollten-social-media-inhalte-reguliert-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicole Vontobel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Apr 2018 07:33:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Barack Obamas Rede am MIT vor Kurzem wurde aus unerklärlichen Gründen komplett geheim gehalten. Dem US-Magazin Reason liegt nun aber eine Aufnahme der Rede vor. Darin sagt Obama unter anderem: Die Inhalte in sozialen Netzwerken sollten kontrolliert und reguliert werden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Barack Obamas Rede am MIT vor Kurzem wurde aus unerklärlichen Gründen komplett geheim gehalten. Dem US-Magazin Reason liegt nun aber eine Aufnahme der Rede vor. Darin sagt Obama unter anderem: Die Inhalte in sozialen Netzwerken sollten kontrolliert und reguliert werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/03/obama-rede-sollten-social-media-inhalte-reguliert-werden/">Obama-Rede: Sollten Social-Media-Inhalte reguliert werden?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wollt ihr die totale Sicherheit?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/06/18/wollt-ihr-die-totale-sicherheit/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/06/18/wollt-ihr-die-totale-sicherheit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jun 2014 08:26:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[9/11]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[George Orwell]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Todenhöfer]]></category>
		<category><![CDATA[snowden2014]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 9/11 wird die staatliche Überwachung weltweit massiv ausgebaut. Wer das kritisiert, sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, den Kampf gegen den Terrorismus zu schwächen. Daran haben auch die Snowden-Enthüllungen nichts Grundsätzliches geändert. Sicherheit kommt immer noch vor Freiheit – für Regierungen sowieso, aber auch für Medien, die als Erfüllungsgehilfen der Staats- und Kontrollmacht agieren. Eine <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/18/wollt-ihr-die-totale-sicherheit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 9/11 wird die staatliche Überwachung weltweit massiv ausgebaut. Wer das kritisiert, sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, den Kampf gegen den Terrorismus zu schwächen. Daran haben auch die Snowden-Enthüllungen nichts Grundsätzliches geändert. Sicherheit kommt immer noch vor Freiheit – für Regierungen sowieso, aber auch für Medien, die als Erfüllungsgehilfen der Staats- und Kontrollmacht agieren. Eine vernünftige Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit können nur die Bürger vornehmen.<br />
<span id="more-19334"></span></p>
<div align="right">
<h2>«Man kann nicht 100 Prozent Sicherheit und 100 Prozent Privatsphäre und null Unannehmlichkeiten haben. Wir werden als Gesellschaft einige Entscheidungen treffen müssen.»</p>
<p>US-Präsident Barack Obama <a href="http://www.salon.com/2013/06/07/you_cant_have_100_percent_security_and_also_have_100_percent_privacy/">am 7. Juni 2013</a></h2>
</div>
<p></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 120px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;"><a href="https://medienwoche.ch/tag/snowden2014/"><strong><big>1 Jahr Snowden-Leaks</big></strong></a><br />
Am 9. Juni 2013 bekannte sich <strong>Edward Snowden</strong> verantwortlich für ein Leak, das die Öffentlichkeit über das Ausmass der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten informiert. MEDIENWOCHE beschäftigt sich ein Jahr später mit der <strong>Beziehung zwischen Journalisten und Whistleblowern</strong>.</div>
<p>Der Terroranschlag am 11. September 2001 auf die Twin Towers in New York war eine Zäsur in der westlichen Sicherheitspolitik. Das Ereignis, bei dem 2977 Opfer und 19 Attentäter den Tod fanden, verunsicherte die westliche Elite bis ins Mark und diente als Rechtfertigung für nahezu jede ergriffene Sicherheitsmassnahme. An Flughäfen werden seither unbescholtenen Menschen Wasser- und Weinflaschen weggenommen deswegen. Das zu fast 100 Prozent sinnlose Prozedere bei der Sicherheitskontrolle, vom ausgepackten Laptop über die ausgezogenen Gürtel und Schuhe bis zum Metalldetektor, kennt jeder Flugreisende.</p>
<p>Wer die totale Sicherheit anstrebt, kommt um den Generalverdacht nicht herum, denn Terrorist kann schliesslich jeder sein, ein Kind genau so wie ein Greis. Dennoch lohnt es sich, die Opferzahlen des Terrorismus in Relation zu setzen, so wie das kürzlich Jürgen Todenhöfer getan hat, in einem <a href="http://www.berliner-zeitung.de/politik/gastbeitrag-der-grosse-bluff---was-der-krieg-der-usa-gegen--den-terror-gebracht-hat,10808018,26742752.html">Gastbeitrag für die Berliner Zeitung</a>:</p>
<blockquote><p>«Von 1970 bis 2012 wurden in den USA und Westeuropa 8131 Menschen durch die verschiedensten Arten von Terrorismus getötet. Das ist viel. Doch mehr als eine Million starben durch ‹gewöhnlichen Mord›. Wir leben nicht im Zeitalter des Terrorismus, sondern im Zeitalter einer gigantischen Irreführung der Öffentlichkeit.»</p></blockquote>
<p>8131 Menschen in 42 Jahren bedeuten jährlich rund 194 (westliche) Todesfälle durch Terrorismus &#8211; demgegenüber kann man viele Zahlen setzen, zum Beispiel die 151 Menschen, die 2011 <a href="http://www.sac-cas.ch/unterwegs/sicherheit/bergnotfallstatistik.html">in den Schweizer Bergen tödlich verunglückten</a> (64 beim Bergwandern, 33 auf Hochtouren, 3 beim Klettern, 21 auf Skitouren, 8 auf Variantenabfahrten und 22 bei anderen Tätigkeiten).</p>
<p>Gemäss Europol starben 2013 in der Europäischen Union <a href="https://www.europol.europa.eu/content/eu-terrorism-situation-and-trend-report-te-sat-2014">sieben Personen</a> aufgrund terroristischer Handlungen: ein britischer Soldat in London, ein älterer Muslim in den britischen West Midlands, zwei Mitglieder einer rechtsextremen Partei in Athen und drei Mitglieder der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Paris.</p>
<p>In der Schweiz sind Terroranschläge wie das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Attentat_in_Kloten">Attentat in Kloten</a> 1969 und der Bombenanschlag auf den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Swissair-Flug_330">Swissair-Flug 330</a> 1970 zwar nicht vergessen, aber auch nicht omnipräsent. Im Zusammenhang mit dem <a href="http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19370083/index.html#a260quinquies">Art. 260<sup>quinquies1</sup></a> des Strafgesetzbuchs, «Finanzierung des Terrorismus», wurden von 2009 bis 2013 drei Fälle polizeilich registriert, davon in einem auch beschuldigt und aufgeklärt (2012). (Im gleichen Zeitraum gab es übrigens 25 aufgeklärte Straftaten bezüglich <a href="http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19370083/index.html#a256">Art. 256</a>, «Grenzverrückung» und 43 bezüglich <a href="http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19370083/index.html#a262">Art. 262</a>, «Störung des Totenfriedens», mehr in der <a href="http://www.pxweb.bfs.admin.ch/Database/German_19%20-%20Kriminalit%C3%A4t%20und%20Strafrecht/19.3%20-%20Kriminalit%C3%A4t%20und%20Strafvollzug/19.3%20-%20Kriminalit%C3%A4t%20und%20Strafvollzug.asp?lang=1&#038;prod=19&#038;secprod=3&#038;openChild=true">Datenbank des Bundesamts für Statistik</a>).</p>
<p>Während die Personen an der Macht warnen, sichern und überwachen, schätzt die Bevölkerung die statistisch geringe Gefahr von Terrorismus und die durch die Snowden-Leaks erwiesene hohe Gefahr von Internetangriffen absolut richtig ein, wie eine Isopublic-Repräsentativbefragung von 1200 Schweizer Stimmberechtigten zeigt:</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/06/eintrittswahrscheinlichkeit-von-bedrohungen.png" alt="" title="Eintrittswahrscheinlichkeit von Bedrohungen - Grafik aus der Jahresstudie «Sicherheit 2014: Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitische Meinungsbildung im Trend», herausgegeben von der Militärakademie an der ETH Zürich und dem Center for Security Studies (CSS), Seite 98." width="450" height="305" class="alignnone size-full wp-image-20305" /><br />
<small>Eintrittswahrscheinlichkeit von Bedrohungen &#8211; Grafik aus der Jahresstudie <a href="http://www.css.ethz.ch/publications/DetailansichtPubDB?rec_id=3018">«Sicherheit 2014: Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitische Meinungsbildung im Trend»</a>, herausgegeben von der Militärakademie an der ETH Zürich und dem Center for Security Studies (CSS), Seite 98.</small></p>
<p>Trotzdem werden Sicherheitsmassnahmen auf Kosten der Freiheit weiter vorangetrieben, und zwar von einem Dreigespann der Eliten, das aus Politikern, Experten und Journalisten besteht (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/30/auf-kosten-der-freiheit/">«Auf Kosten der Freiheit»</a>), die sich gegenseitig übertrumpfen mit dem Ausmalen von sicherheitsgefährdenden Szenarien. Nicht zu unterschätzen ist, dass bei einem Terroranschlag vom Format 9/11 alle drei Gruppen profitieren würden: Die Politiker können sich dann als unverzichtbare Beschützer des Volkes aufspielen, die Medien und die Experten profitierten von der Aufmerksamkeit, die ein solches Ereignis mit sich bringt.</p>
<p>Dass Exekutivpolitiker, die nach einem Terroranschlag mit Opfern (vor allem durch totale Sicherheit fordernde Medien) in die Kritik geraten, eher pro Überwachung reden, ist durchaus nachvollziehbar. Barack Obama verteidigte im Juni 2013 in Berlin das Internet-Überwachungsprogramm <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/PRISM">PRISM</a>, durch das <a href="http://www.tagesschau.de/inland/obama-besuch112.html">«mindestens 50 Bedrohungen»</a> vereitelt wurden, darunter auch in Deutschland. «Also wurden Leben gerettet», sagte Obama weiter.</p>
<p>«Diese Behauptungen sind übertrieben und sogar irreführend», stellt dagegen der Bericht <a href="http://www.newamerica.net/publications/policy/do_nsas_bulk_surveillance_programs_stop_terrorists">«Do NSA&#8217;s Bulk Surveillance Programs Stop Terrorists?»</a> der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/New_America_Foundation">New America Foundation</a> fest, eine Non-Profit-Organisation in Washington. Sie untersuchte 225 Fälle von Personen, gegen die seit 9/11 Anklage wegen terroristischer Aktivitäten erhoben wurde. In lediglich 4 davon (1,8 Prozent) stammte der Anstoss zur Untersuchung aus der Massenüberwachung der Telefon-Metadaten (NSA Bulk Collection Under Section 215). In 10 davon (4,4 Prozent) wurde die Untersuchung durch eine NSA-Überwachung von Nicht-US-Bürgern ausserhalb der USA ausgelöst, in 3 davon (1,3 Prozent) durch NSA-Überwachung einer nicht-identifizierten Behörde (<a href="http://natsec.newamerica.net/extremists/terror-plots">hier eine detailierte Auflistung</a>).</p>
<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/05/screenshot.jpg" alt="Grafik aus der Untersuchung «Do NSA's Bulk Surveillance Programs Stop Terrorists?» der New America Foundation" title="Grafik aus der Untersuchung «Do NSA's Bulk Surveillance Programs Stop Terrorists?» der New America Foundation" width="450" height="353" class="alignleft size-full wp-image-19401" /><br />
<small>Grafik aus der Untersuchung «Do NSA&#8217;s Bulk Surveillance Programs Stop Terrorists?» der New America Foundation</small></p>
<p>Der Report kommt zum Schluss, dass nicht die mangelnde Datengrundlage das Problem der NSA ist, sondern das Wissen und Verständnis darüber, wie man die existierenden Informationen zielführend auswertet. Die flächendeckende Überwachung verhindert also den Terror bisher kaum oder gar nicht. Edward Snowden äussert sich in einem «Stern»-Interview (Ausgabe 23/2014) wie folgt:</p>
<blockquote><p>Im Lauf des vergangenen Jahres wurde klar, dass all diese Überwachungsprogramme nicht halfen, auch nur ein einziges Menschenleben vor einem Terroranschlag zu retten. Der grösste Erfolg war wohl der Nachweis, dass ein Taxifahrer Geld nach Somalia überwiesen hatte. Das hätte man auch mit klassischen Methoden ermitteln können.</p></blockquote>
<p>Viele Journalisten haben irgendwann mal den 1949 veröffentlichten Roman <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/1984_%28Roman%29">«1984»</a> von George Orwell gelesen (und wer es noch nicht getan hat, dem sei die Lektüre empfohlen). Das Internet hat Orwell nicht vorhergesehen, aber die Zustände, die er vor 65 Jahren beschrieb, sind von den heutigen so weit nicht weg (<a href="https://archive.org/details/GeorgeOrwell-1984romanDeutsch">archive.org, Seite 235/236)</a>:</p>
<blockquote><p>Mit der Entwicklung des Fernsehens und bei dem technischen Fortschritt, der es ermöglichte, mit Hilfe desselben Instruments gleichzeitig zu empfangen und zu senden, war das Privatleben zu Ende. Jeder Bürger oder wenigstens jeder Bürger, der wichtig genug war, um einer Überwachung für wert befunden zu werden, konnte vierundzwanzig Stunden des Tages den Argusaugen der Polizei und dem Getrommel der amtlichen Propaganda ausgesetzt gehalten werden, während ihm zugleich alle anderen Informationsquellen verschlossen blieben.<br />
Jetzt, zum ersten Mal, bestand die Möglichkeit, allen Untertanen nicht nur vollkommenen Gehorsam gegenüber dem Willen des Staates,	sondern auch vollkommene Meinungsgleichheit aufzuzwingen.</p></blockquote>
<p>Orwell kennen wir heute als Schriftsteller, seinen Zeitgenossen war er aber vor allem <a href="http://orwell.ru/a_life/published/english/e_publish">als Journalist</a> bekannt. Man kann aus seinem Buch den Schluss ziehen, dass lückenlose Überwachung totalitär ist und die gefährlichste Situation für Menschen dann besteht, wenn eine Bürokratie die Übermacht gewinnt, hinter der sich Täter verstecken können. Wenn nicht mehr der einzelne Bürger mit seinen Sorgen und Nöten im Zentrum der demokratischen Gesellschaft steht, sondern ein allem übergeordnetes ideologisches Ziel. Im Namen der Sicherheit und der Terrorabwehr nimmt derzeit eine solche Übermacht ihren Platz ein &#8211; und kaum jemanden scheint es zu stören. Nicht mal Journalisten (die eigentlich die kritische Öffentlichkeit bilden sollten), wie auch Glenn Greenwald in seinem Buch festhält (vgl.  <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/">«Gegen Journalisten, die der institutionellen Autorität dienen»</a>). Viele der etablierten Journalisten führen heute nur noch <a href="https://twitter.com/ggreenwald/status/474540107224317952">Scheindebatten</a> innerhalb der von der Regierung wohlwollend akzeptierten Grenzen &#8211; weshalb die Regierung wirklich herausfordernde Figuren wie Edward Snowden, Chelsea Manning, Julian Assange, Glenn Greenwald, Laura Poitras und auch George Orwell für die kritische Öffentlichkeit wichtiger werden.</p>
<p>Der Wunsch nach totaler Sicherheit ist heute in vielen Lebensbereichen zu spüren. Der Strassenverkehr soll ohne jedes Opfer auskommen, die Utopie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Vision_Zero">Vision Zero</a> ist heute im Gesetz verankert als <a href="http://www.astra.admin.ch/themen/verkehrssicherheit/00236/index.html?lang=de">Via Sicura</a>. Kinder wachsen überbehütet auf &#8211; wäre nicht die Schulpflicht, dürften wohl einige bis in die Pubertät nicht einen unbeaufsichtigten Schritt tun. Männer, die mit Kindern im Umgang sind, werden <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/41920/Nicht-auf-den-Schoss-nehmen">nicht selten</a> pauschal als mögliche pädophile Gewalttäter eingestuft, im Mai erst haben die Schweizer Stimmbürger die Volksinitiative <a href="http://www.ejpd.admin.ch/content/ejpd/de/home/dokumentation/abstimmungen/2014-05-18.html">«Pädophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen»</a> angenommen.</p>
<p>Ausufernde Sicherheitswünsche gehen zulasten der Freiheit und zulasten von Möglichkeiten und Rechten. So wie totale Transparenz führt auch totale Sicherheit am Ende in totalitäre Zustände. Ist denn nahezu vollständige Sicherheit und Kontrolle wirklich beängstigender als totale Sicherheit und Kontrolle? Oder ist es nicht umgekehrt? Wer nicht in der Unfreiheit von «1984» erwachen will, fährt besser, zu akzeptieren, dass 90 Prozent oder 95 Prozent an Sicherheit ausreichen.</p>
<p>Eine Vision der Menschheit in totaler Sicherheit und Kontrolle, inklusive sofortiger Befriedigung jedes aufkommenden individuellen Willens hat 2008 der Disney/Pixar-Film <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/WALL%C2%B7E_%E2%80%93_Der_Letzte_r%C3%A4umt_die_Erde_auf">«Wall-E»</a> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=h1BQPV-iCkU">gezeigt</a>:</p>
<p><iframe width="450" height="253" src="//www.youtube.com/embed/h1BQPV-iCkU?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wollen wir denn so leben?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/06/18/wollt-ihr-die-totale-sicherheit/">Wollt ihr die totale Sicherheit?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gegen Journalisten, die der institutionellen Autorität dienen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 May 2014 08:44:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
		<category><![CDATA[Dean Baquet]]></category>
		<category><![CDATA[Glenn Greenwald]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Leak]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
		<category><![CDATA[snowden2014]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Publikation der Dokumente von Edward Snowden machen Glenn Greenwald zum derzeit bekanntesten Journalisten der Welt. In seinem Buch «Die globale Überwachung» schildert er, wie es zur Publikation der Leaks gekommen ist, er kritisiert die Regierungsfreundlichkeit des etablierten Journalismus und antwortet jenen, die glauben, nichts zu verbergen zu haben. «Unsere führenden Kritiker sind Journalisten, die <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/">Gegen Journalisten, die der institutionellen Autorität dienen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikation der Dokumente von Edward Snowden machen Glenn Greenwald zum derzeit bekanntesten Journalisten der Welt. In seinem Buch «Die globale Überwachung» schildert er, wie es zur Publikation der Leaks gekommen ist, er kritisiert die Regierungsfreundlichkeit des etablierten Journalismus und antwortet jenen, die glauben, nichts zu verbergen zu haben.<br />
<span id="more-19767"></span></p>
<div align="right">
<h2>«Unsere führenden Kritiker sind Journalisten, die es falsch finden, Geheimnisse der US-Regierung zu veröffentlichen, obwohl genau das die Aufgabe von Journalisten ist.»</p>
<p>Glenn Greenwald <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/glenn-greenwald-im-interview-die-bundesregierung-stellt-die-beziehungen-zu-den-usa-ueber-die-privatsphaere/9755592.html">im April 2014</a></h2>
</div>
<p></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 120px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;"><a href="https://medienwoche.ch/tag/snowden2014/"><strong><big>1 Jahr Snowden-Leaks</big></strong></a><br />
Am 9. Juni 2013 bekannte sich <strong>Edward Snowden</strong> verantwortlich für ein Leak, das die Öffentlichkeit über das Ausmass der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten informiert. MEDIENWOCHE beschäftigt sich ein Jahr später mit der <strong>Beziehung zwischen Journalisten und Whistleblowern</strong>.</div>
<p>Wir leben in seltsamen Zeiten. Denn die wichtigsten Themen unserer Zeit lösen sowohl beim Publikum als auch bei den Journalisten selbst sofort Gähnreflexe aus: Die für viele neuen Gesetze verantwortlichen Mechanismen der europäischen Gesetzgebung, die gigantischen Bailouts für Banken und Staaten, die masslose Überschuldung der Staaten, die grenzen- und unterschiedslose Überwachung durch Geheimdienste. Wie sagt es Homer Simpson so schön: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Fk0To_o6NxE">Gibt&#8217;s den Blödsinn immer noch?</a></p>
<p>Glenn Greenwald kennt das. Wenn Leute ihn fragen, was sie denn Überwachung bitteschön angehe, sie hätten doch gar nichts zu verbergen, dann bittet er sie jeweils um die Passwörter zu ihren E-Mail- und Facebook-Konten, er wolle darin nur etwas lesen und gegebenenfalls daraus etwas veröffentlichen. Noch nicht eine Person, die angeblich nichts zu verbergen hat, hat ihm bislang seine Passwörter zugesandt. Wer wirklich nichts zu verbergen hat, kann doch auch Kameras in Schlaf- und Badezimmer installieren und die Aufnahmen live im Internet veröffentlichen.</p>
<p>Sind die Schweizer Leser gut über Überwachung informiert? Nun ja, vieles von dem, was zu US-Themen und zu internationalen Themen in Schweizer Publikationen steht, haben Schweizer Journalisten und Korrespondenten (vor dem Verpacken in eigene Worte) in US-Leitmedien gelesen, zum Beispiel in der Washington Post. Glenn Greenwald sieht diese Zeitung so:</p>
<blockquote><p>Ich respektiere Gellman*, nicht aber die <em>Washington Post</em>, die in meinen Augen der Inbegriff eines regierungsfreundlichen Presseorgans ist und die schlimmsten Attribute der politischen US-Medien in sich vereint: übermässige Regierungsnähe, Ehrfurcht vor dem Sicherheitsstaat, ständiges Totschweigen abweichender Meinungen.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 84<br />
(*gemeint ist Journalist <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Barton_Gellman">Barton Gellman</a>).</small></p>
<p>Greenwald, dem seinerseits (<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/NSA-Skandal-Wikileaks-und-der-Streit-um-den-Quellenschutz-2193557.html">von Julian Assange</a>) vorgeworfen wird, seine Veröffentlichungen einer «Zensur» zu unterziehen, kritisiert das Verhalten der Zeitung gegenüber Regierungsgeheimnissen:</p>
<blockquote><p>Ausserdem wusste ich, dass die <em>Washington Post</em> sich pflichtschuldig an die ungeschriebenen Regeln halten würde, wie die Medien des Establishments mit Regierungsgeheimnissen umzugehen haben. Gemäss diesen Regeln, die es der Regierung ermöglichen, Enthüllungen selbst zu steuern und ihre Auswirkungen zu minimieren oder gar zu neutralisieren, wendet sich die Redaktion zuerst an die Behörden und informiert sie darüber, was sie zu veröffentlichen gedenkt. Sicherheitsbeamte der Regierung erklären den Redakteuren dann lang und breit, wie die nationale Sicherheit durch diese Veröffentlichungen angeblich bedroht werden würde. Man verhandelt darüber, was veröffentlicht wird und was nicht. Im besten Fall ergibt sich dadurch zumindest eine erhebliche Verzögerung. Häufig werden dabei absolut berichtenswerte Informationen zurückgehalten. Das bewog die <em>Post</em> beispielsweise 2005, als sie über die Existenz von Geheimgefängnissen der CIA berichtete, die Namen der Länder, in denen es solche Gefängnisse gab, nicht preiszugeben; auf diese Weise trug sie sogar zum Fortbestehen dieser gesetzeswidrigen CIA-Folterstätten bei.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 85/86.</small></p>
<p>Auch Greenwald und der Guardian kamen der gesetzlichen Verpflichtung nach, die Behörden vorab über die Veröffentlichung zu informieren, werteten die dagegen vorgebrachten Einwände aber sehr schnell als irrelevant ab. Und veröffentlichten.</p>
<p>Während Wikileaks sich als Leaking-Plattform zur Verfügung stellte, selbst prüfte und (unter Beizug etablierter Medien) veröffentlichte, leakte Snowden nur und überliess die komplette Verantwortung, was veröffentlicht wird, den Journalisten. Dass er sich Greenwald ausgesucht hatte, ist kein Zufall:</p>
<blockquote><p>Snowden erklärte mehrere Male, er habe mich und Laura von Anfang an bei den Veröfffentlichungen dabeihaben wollen, weil er wusste, dass wir offensiv berichten und uns von Drohungen seitens der Regierung nicht einschüchtern lassen würden. Häufig erwähnte er die <em>New York Times</em> und andere grosse Medien, die brisante Storys auf Verlangen der Regierung gestoppt hatten.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 83.</small></p>
<p>Was die Beurteilung des Überwachung-Skandals betrifft, müssen sich die etablierten Journalisten Fragen gefallen lassen. Waren nicht sie es, die US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Barack Obama (zumindest im Wahlkampf 2008) zu einem Mann hochgeschrieben haben, dem eigentlich nur noch Jesus, Buddha oder Mohammed das Wasser reichen konnte? Wie gehen sie damit um, ihn jetzt kritisieren zu müssen? «Der Krieg der Regierung gegen Geheimnisenthüllungen und andere Massnahmen zur Nachrichtenkontrolle sind die aggressivsten seit der Amtszeit Nixons», schrieb Leonard Downie jr., ein Ex-Chefredaktor der Washington Post über die Regierung Obama, in einem <a href="https://www.cpj.org/reports/2013/10/obama-and-the-press-us-leaks-surveillance-post-911.php">Report</a> für das internationale «Committee to Protect Journalists». Sechs beim Staat und zwei bei staatlichen Auftragnehmern Angestellte wurden von der Regierung Obama seit 2009 wegen an die Presse übermittelter vertraulicher Informationen unter dem <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Espionage_Act_of_1917#21st_century">Spionagegesetz von 1917</a> angeklagt. Unter allen Regierungen zuvor wurden deswegen lediglich drei Personen angeklagt.</p>
<p>Der «Zeit»-Podiumsdiskussion vergangenen Sonntag im Deutschen Theater in Berlin folgte ein langer, Glenn Greenwald geltender Beifall, die Rolle des Journalismus wurde leider nicht angesprochen. Greenwald sagte, sei sei eine Klischeevorstellung von Journalisten, wenn sie Snowden dazu auffordern, doch bitte seinen Mann zu stehen («to man-up») und sich in den USA zu stellen. Greenwald erinnert im Buch daran, dass das Bild, das die Öffentlichkeit von Snowden gewinnen konnte, nämlich das eines «eigenverantwortlich handelnden, sich klar äussernden Menschen, der seine Ansichten verteidigen und erklären kann, was er getan hat und warum», keineswegs selbstverständlich sei und durchaus auch «das eines Häftlings im orangefarbenen Overall und mit Fussfesseln» sein könnte. Die Präsentation von Whistleblowern als leicht irre und höchst narzisstische Wesen mit krimineller Energie sei Absicht der Regierung &#8211; ganz offensichtlich wird diese von den Medien in vielen Fällen unreflektiert weitergetragen.</p>
<blockquote><p>Natürlich haben pflichtbewusste, treue Anhänger des Präsidenten und seiner Politik, brave Bürger also, die nichts tun, was die Aufmerksamkeit der Mächtigen auf sie lenkt, keinerlei Grund, sich vor dem Überwachungsstaat zu fürchten. Das gilt für jede Gesellschaft: Wer den Mächtigen keine Probleme bereitet, wird selten das Ziel von Unterdrückungsmassnahmen. So jemand kann leicht zu dem Schluss kommen, dass es gar keine Unterdrückung gibt. Aber die Freiheit einer Gesellschaft misst sich eben daran, wie sie mit Abweichlern und Randgruppen umgeht, nicht daran, wie sie ihre loyalen Mitglieder behandelt.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 278.</small></p>
<p>Im ersten Drittel erzählt «Die globale Überwachung» (im Original «No Place to Hide») auf packende Weise die Details der Veröffentlichung der Snowden-Leaks. Der mit vielen geleakten und veröffentlichen Grafiken der Geheimdienste NSA und GCHQ gespickte Mittelteil macht klar, weshalb die grenzenlose Überwachung ein Skandal ist &#8211; und ein echtes Problem, das uns auch in Zukunft noch ausgiebig beschäftigen wird.</p>
<p>Das letzte Kapitel, «Die vierte Gewalt», ist ganz dem Journalismus gewidmet. Greenwald klagt darin jene Journalisten an, die Edward Snowden ohne genauere Kenntnisse des Falls zu einem Spion Chinas oder Russlands (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/07/guter-whistleblower-boeser-whistleblower/">«Guter Whistleblower, böser Whistleblower»</a>) machen wollten, zu einer labilen Unperson, zu einem «geltungssüchtigen Narzissten». In Tat und Wahrheit lehnte Snowden die täglich mehrfach eingehenden Interviewanfragen der Medien ab. Weil er den Fokus nicht auf sich, sondern auf den Inhalt der Leaks lenken wollte.</p>
<p>Auch Greenwald selbst musste bemerken, von anderen Journalisten plötzlich nicht mehr «Journalist», sondern «Aktivist» oder «Polemiker» genannt zu werden und durfte Zeuge werden, wie sie öffentlich darüber debattierten, ob er eine Gefängnisstrafe verdiene oder nicht. Ihm drohe eine Strafverfolgung wegen Spionage, <a href="http://www.taz.de/!139216/">sagte er der Taz</a>, wenn er als Informationsverteiler auftrete oder Dokumente an die Regierung eines anderen Staates weitergebe.</p>
<blockquote><p>Früher galten echte Journalisten als die Aussenseiter schlechthin. Viele, die diesen Beruf ergriffen, wollten sich eher den Mächtigen widersetzen als ihnen dienen, und nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern auch mit ihrer ganzen Person. Die Wahl des Journalistenberufs war praktisch eine Garantie dafür, das Dasein eines Aussenseiters zu führen: Reporter verdienten wenig, hatten kein hohes gesellschaftliches Ansehen und galten meist als zwielichtig.<br />
Das ist heute ganz anders. Mit dem Aufkauf von Medienunternehmen durch die grössten Konzerne der Welt wurden die meisten Medienstars zu hochbezahlten Angestellten, die sich nicht von anderen Mitarbeitern gleichen Ranges unterscheiden. Sie offerieren der Öffentlichkeit Medienerzeugnisse im Namen ihres Unternehmens, als handelte es sich um Bankdienstleistungen oder Finanzprodukte. Ihre berufliche Laufbahn wird von den Parametern bestimmt, die nun einmal in einem solchen Umfeld zum Erfolg führen, also davon, inwiefern sie die Konzernchefs zufriedenstellen und den Interessen des Unternehmens dienen.<br />
Wer innerhalb der Strukturen grosser Unternehmen Karriere macht, hat sich meist daran gewöhnt, im Sinne der institutionellen Macht zu handeln, statt sie zu untergraben. Daher eignen sich die Erfolgreichen des Unternehmensjournalismus gut als Zuarbeiter der Macht. Sie identifizieren sich mit der institutionellen Autorität und sind darauf trainiert, ihr zu dienen.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 330/331</small></p>
<p>Die New York Times, so schreibt Glenn Greenwald weiter, war 2004 bereit, auf Anweisung der Behörden die Aufdeckung des illegalen Abhörprogramms der NSA durch den damaligen Public Editor James Risen zu unterdrücken. Ähnliches sei 2006 bei der Los Angeles Times geschehen. Dessen damaliger Chefredaktor, <a href="http://topics.nytimes.com/top/reference/timestopics/people/b/dean_baquet/index.html">Dean Baquet</a>, ist seit dem 14. Mai der neue Chefredaktor der New York Times.</p>
<p><small>«Die globale Überwachung», Verlag Droemer/Knaur 2014, 365 Seiten, 31,90 Franken.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/">Gegen Journalisten, die der institutionellen Autorität dienen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Regionalmedien haben vergessen, worum es geht»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/06/regionalmedien-haben-vergessen-worum-es-geht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2012 08:24:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am letzten Samstag stieg Jason Subik in Johnstown im Hinterland von New York in sein Auto. 1292 Kilometer und 14 Stunden später kam er an in Charlotte, North Carolina. Subik ist freischaffender Journalist, der mit seinen Artikeln zum Parteitag der US-Demokraten insgesamt 300 Dollar verdient – für die Unterkunft zahlt er 400 Dollar; Spesen bekommt <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/06/regionalmedien-haben-vergessen-worum-es-geht/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am letzten Samstag stieg Jason Subik in Johnstown im Hinterland von New York in sein Auto. 1292 Kilometer und 14 Stunden später kam er an in Charlotte, North Carolina. Subik ist freischaffender Journalist, der mit seinen Artikeln zum Parteitag der US-Demokraten insgesamt 300 Dollar verdient – für die Unterkunft zahlt er 400 Dollar; Spesen bekommt er keine. Dennoch reist er an den Wahlkonvent, «weil es ein historisches Happening ist», sagt der 33-jährige Rotschopf.<br />
<span id="more-30528"></span><br />
<strong>MEDIENWOCHE: Für die Berichterstattung vom Parteitag der Demokraten legst du drauf. Weshalb machst du das?</strong><br />
Jason Subik: Es geht hier um etwas Grösseres: Big Change. Dieser Wahlkonvent ist ein historisches Happening.</p>
<p><strong>Obamas Wahl 2008 war doch das grosse Ereignis.</strong><br />
Klar, der erste schwarze Präsident der USA wurde gewählt. Eine Wiederwahl aber macht ihn erst unsterblich. Amerika entscheidet, in welche Richtung es gehen wird. Die Leute werden für immer darüber reden. Und ich war hier und habe als Journalist den Leuten zuhause davon berichtet.</p>
<p><strong>Wofür du selbst in die Tasche langen musst.</strong><br />
Ich schreibe für <a href="http://www.ithaca.com/" target="_blank">«The Ithaca Times»</a> zwei Artikel und für <a href="http://www.troyrecord.com/" target="_blank">«The Troy Record»</a> einen Artikel. Ich kriege 100 Dollar pro Text und bezahle 400 Dollar für ein Zimmer ausserhalb von Charlotte.</p>
<p><em>Jason Subik fand über die Website Airbnb.com ein Zimmer etwas ausserhalb von Charlotte. Für die vier Nächte bezahlt er insgesamt 400 Dollar. Seine Gastgeberin Sally ist eine 63-jährige weisse Amerikanerin, die in einem ebenerdigem Haus lebt zusammen mit ihrem Nymphensittich Crizma, dem Hund Trouser und den drei Katzen Steven, Dori und Emma. </em></p>
<p><strong>Kriegst du Spesen?</strong><br />
Nein. Ich kam her, weil ich meinen Beruf ernst nehme. Viele Regionalmedien haben vergessen, worum es geht.</p>
<p><strong>Worum geht es denn im Journalismus?</strong><br />
Der Journalist muss für die Menschen aufstehen, die es selbst nicht können, er muss sich gegen die Mächtigen auflehnen. Und er muss an Orte reisen, an die nicht alle gelangen. Wie ich dieser Tage. Von Upstate New York ist kein anderer Journalist hier, denn die Zeitungen schicken keine Leute her.</p>
<p><strong>Weil sie nur Regionaljournalismus machen.</strong><br />
Das ist eine Definitionsfrage. Muss Regionaljournalismus banal sein und sich auf die lokalen News beschränken? Oder kann der Regionaljournalist darauf aufmerksam machen, was ein nationaler Anlass für die Region bedeutet? Es geht doch um ‚the bigger picture’, um Kontext, Komplexität und Konsequenzen. Aber die Regionalmedien werden immer mehr &#8218;people-ish&#8216;.</p>
<p><strong>Was bedeutet «people-ish»?</strong><br />
Vor ein paar Jahren arbeitete ich als Reporter bei «The Daily Gazette» in Schenectady in New York. Damals kandidierten Andrew Cuomo und Rick Lazio für das Amt des New Yorker Gouverneurs. Sie stammten beide aus unserer Region. Die Chefredakteurin wollte eine Geschichte darüber machen, wie oft Cuomo und Lazio in der Region joggen gehen. Das ist people-ish und fluffy (flockig, flauschig).</p>
<p><em>2011 wurde Jason Subiks Onkel von einem Bienenschwarm totgestochen. Die Familie wurde von den Medien belagert. Ihn störte das nicht und er ermutigte seine Cousins, die Söhne des Opfers, den Journalisten die Geschichte zu schildern. Er ist überzeugt: Sogenannte «obit stories» (obituary, dt. Nachruf) sind wichtig für Menschen, um Tragödie und Leid zu verstehen. Betroffene sollen die Geschichten stets selber erzählen, damit Fehler und Gerüchte vermieden werden. Als Jason Subik angestellt war bei <a href="http://www.dailygazette.com/" target="_blank">«The Daily Gazette»</a> und beim <a href="http://www.leaderherald.com/" target="_blank">«Leader Herald»</a>, war er der Mann für sogenannte «obit stories».</em></p>
<p><strong>Wie viel hast du als festangestellter Journalist verdient?</strong><br />
31&#8217;000 Dollar Brutto pro Jahr, was circa 1600 Dollar monatlich sind.</p>
<p><strong>Und heute als freier Journalist?</strong><br />
Wenn ich mich ins Zeug lege, kriege ich die 1600 Dollar monatlich hin. Mehr als das habe ich aber noch nie verdient – nicht als Freischaffender, nicht als Angestellter.</p>
<p><em>Nach dem Studium in Printjournalismus am <a href="http://www.ithaca.edu/rhp/depts/journalism/" target="_blank">Ithaca College</a> arbeitete Jason Subik zwei Jahre in Albany beim TV-Sender <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/WTEN" target="_blank">WTEN</a>, der zu ABC (American Broadcasting Company) gehört. Dann wechselte er in die Redaktion der «Daily Gazette» und wurde zweimal befördert. 2011 wurde er grundlos entlassen. Er ist davon überzeugt, dass er durch eine Recherche zu viel «Dreck im System» entdeckt hatte. Er fand Beweise dafür, dass die Schulbehörden «schmutziges Geld» besässen. Die Geschichte wurde nie publiziert.</em></p>
<p><strong>Was sind deine Ziele?</strong><br />
Ich möchte den Master in Englisch und Literatur absolvieren und den Lokaljournalismus verlassen, um über grössere Kontexte zu schreiben. Ich denke, Bücher sind das perfekte Medium dafür.</p>
<p><strong>Belletristik oder Sachliteratur? </strong><br />
Ich bin davon überzeugt, dass man in der Belletristik eher die Wahrheit erzählen kann als in Sachbüchern. In der Sachliteratur müssen wie im Journalismus immer alle Quellen offengelegt werden, alles muss logisch sein. Aber die Wahrheit ist manchmal unlogisch und darum haben viele Geschichten keinen Platz in Zeitungen, obwohl sie erzählt werden sollten.</p>
<p><strong>Worüber möchtest du die Wahrheit erzählen?</strong><br />
Über die Menschen, unaufgeklärte Morde und politische Korruption.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/06/regionalmedien-haben-vergessen-worum-es-geht/">«Regionalmedien haben vergessen, worum es geht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Das sind Avobamas!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/05/das-sind-avobamas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Sep 2012 09:03:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Beat Soltermann]]></category>
		<category><![CDATA[Demokraten]]></category>
		<category><![CDATA[Karina Bauer]]></category>
		<category><![CDATA[Medientross]]></category>
		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[PBS]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkonvent]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Wahlkonvent der US-Demokraten in Charlotte, North Carolina, gerät unsere Redaktorin Stephanie Rebonati in den Fokus einer Hatcam, trifft einen schwitzenden schwedischen Journalisten und redet mit der USA-Korrespondentin des Schweizer Fernsehens über Avocados, und was diese mit Obama zu tun haben. Derweil gibt es auf dem Klo Hoffnung für die Demokraten. «Die Frau dort drüben <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/05/das-sind-avobamas/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/05/das-sind-avobamas/">Das sind Avobamas!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Beim Wahlkonvent der US-Demokraten in Charlotte, North Carolina, gerät unsere Redaktorin Stephanie Rebonati in den Fokus einer Hatcam, trifft einen schwitzenden schwedischen Journalisten und redet mit der USA-Korrespondentin des Schweizer Fernsehens über Avocados, und was diese mit Obama zu tun haben. Derweil gibt es auf dem Klo Hoffnung für die Demokraten.</strong></p>
<p>«Die Frau dort drüben ist ein Magnet», sagt ein Mann mit blondem Haar und Doppelkinn. Auf seinem T-Shirt steht «Change», auf einem Pin auf seiner Brust ist Barack Obama als Luke Skywalker inszeniert und vor ihm liegt ein Chicken Burger. Er zeigt auf eine junge Frau, die einen Helm trägt. <a href="http://katelynpolantz.com/" target="_blank">Katelyn Polantz</a> von der Nachrichtensendung <a href="http://www.pbs.org/newshour/" target="_blank">News Hour</a> (PBS) muss ihre Interviewpartner nicht ansprechen, denn diese kommen direkt auf sie zu. <a href="http://www.pbs.org/newshour/rundown/2012/09/hatcam-goes-to-the-conventions.html" target="_blank">Auf ihrem Helm</a> sind eine Kamera und ein Mikrofon befestigt, die eine Liveübertragung für die PBS-Website generierten. «Meine Hatcam ist cool, was?», sagt die 25-Jährige Reporterin und unterhält sich weiter mit Chris Porter, einem schwulen Delegierten aus Seattle, über die gleichgeschlechtliche Ehe. Draussen regnet es bei 31 Grad Celsius in Strömen, und Republikaner in Plastikpelerinen hieven mannshohe Bilder von blutverschmierten Föten in die Luft und brüllen «Mord».</p>
<h2>Schwedische Gereiztheit</h2>
<p>Sein Stress rollt in Form von prallen Perlen seine Schläfen hinunter. Der Anblick ist widerlich. Er erklärt einer Volontärin, dass die Medienakkreditierung letzte Woche in Tampa bei den Republikanern viel einfacher gewesen sei: «Innert fünf Minuten hattest du dort deine Medienpässe und wurdest zu einem Medieneingang eskortiert», sagt der grosse blonde Mann und erschrickt, als die zierliche Greisin ihre scharfe Zunge ausrollt: «Das sind Armeeleute, keine Menschen, logisch geht das dort zackzack. Sie wollen zackzack? Gehen sie mit ihrem Freund Mitt spielen». Er kann seine Reaktion kaum kontrollieren. Er lacht und schubst die Greisin kollegial. Sie taumelt, fängt sich und sagt: «Ich werde nie einen Journalisten heiraten.»</p>
<h2>Avobamas</h2>
<p>Karin Bauer, USA-Korrespondentin des Schweizer Fernsehens, legt die Obama-Köpfe in ihren Strandhut. Draussen hat sie ein Typ verteilt. Die Obama-Köpfe haben Schlitze in ihren Schädeln. Ein Schlitz für Geld macht Obama zum Sparschwein, irgendwie ironisch. Die Korrespondentin legt die Plastikköpfe also in ihren Strohhut, bis jemand fragt, warum es in dieser Hotel-Lobby Avocados in einem Korb gäbe. Einen Moment lang ist es ruhig, dann wird es lustig. Barack Obamas kleiner dunkler Plastikkopf sah aus wie reife Avocados. Die Kunst wird Avobama und im Plural Avobamas getauft.<br />
Bauers Kollege Beat Soltermann, USA-Korrespondent des Schweizer Radios, ist nicht gut gelaunt. Er tigert mit Brille und Rucksack umher und redet energisch ins Telefon. Die Medienpässe seien nicht vorhanden, das Medienbüro geschlossen. Ja, er wisse halt auch nicht. Für ein Gespräch unter Schweizern, so weit weg von Zuhause, hätte er auch keine Zeit: «Ich muss meine Frau suchen, sorry», sagt er und läuft davon.</p>
<h2>Ein amerikanischer Rogenmoser</h2>
<p>Mann: Mit wem bist du hier?<br />
Frau: Als freie Journalistin. Du?<br />
Mann: Für die Summerville Journal Scene.<br />
Frau: Dein Haar ist krass orange.<br />
Mann: Ist das ein Kompliment?<br />
Frau: Wie du möchtest.<br />
Mann: Vielleicht gibt es in der Schweiz viele rothaarige Menschen.<br />
Frau: Wie kommst du jetzt ausgerechnet auf die Schweiz? Ich bin dort aufgewachsen.<br />
Mann: Meine Eltern stammen aus Sankt Gallen.<br />
Frau: Sprichst du Schweizer Deutsch?<br />
Mann: Nein, ich war noch nie dort.<br />
Frau: Mein Name ist Stephanie, freut mich, dich kennenzulernen.<br />
Mann: Half &amp; Half quasi.<br />
Frau: Ja lustig.<br />
Mann: Ich heisse Stefan Rogenmoser und kann meinen Namen nicht richtig aussprechen, weil ich die Sprache nicht kann. That sucks.</p>
<h2>WC-Party</h2>
<p>Das hat zwar nichts mit Journalismus zu tun: Im WC im Convention Center gab es eine Party. Sie dauerte den ganzen Tag. Die schwarzen Putzfrauen sangen, rappten und wippten mit den Füssen: «Go Barack go!» Hier gibt es Hoffnung für die Demokraten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/05/das-sind-avobamas/">Das sind Avobamas!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Das Werkzeug der Narzissten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/04/das-werkzeug-der-narzissten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 10:04:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandre des Isnards]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Buchbesprechung]]></category>
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		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Zuber]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sind die sozialen Netzwerke wie Facebook dabei, unser Leben grundlegend zu verändern? Ob wir es wollen oder nicht: Wer die Netzwerke nutzt, schafft sich neue Gewohnheiten. In ihrem anekdotenreichen und radikalen Buch «Facebook m’a tuer» erklären die beiden Franzosen Alexandre des Isnards und Thomas Zuber, wie Facebook als Werkzeug einer narzisstischen Generation die sozialen Beziehungen <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/04/das-werkzeug-der-narzissten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sind die sozialen Netzwerke wie Facebook dabei, unser Leben grundlegend zu verändern? Ob wir es wollen oder nicht: Wer die Netzwerke nutzt, schafft sich neue Gewohnheiten. In ihrem anekdotenreichen und radikalen Buch «Facebook m’a tuer» erklären die beiden Franzosen Alexandre des Isnards und Thomas Zuber, wie Facebook als Werkzeug einer narzisstischen Generation die sozialen Beziehungen unter Freunden, Liebenden, im Familienkreis und so fort revolutioniert. Mit zum Teil fatalen Folgen.<br />
<span id="more-28779"></span><br />
Weltweit zählt die Facebook-Gemeinde 600 Mio. Nutzerinnen und Nutzer, in Frankreich sind es 20 Mio. und in der Schweiz 2 Mio. «Facebook m’a tuer» (in Anspielung an einen aufsehenerregenden Mord, der in den faits divers der französischen Medien vor Jahren die Runde machte) ist keine statistisch gestützte Abrechnung mit Facebook, sondern eine Sammlung von Anekdoten und typischen Dialogen des Netzwerkes und spiegelt die Befindlichkeiten und die neuen Gewohnheiten seiner Gemeinde.</p>
<p>Bereits vor drei Jahren haben sich die beiden Autoren mit <a href="http://www.lopenspacematuer.com/" target="_blank">«L’open space m’a tuer»</a> die Welt der schrankenlosen Kommunikation und permanenten Verfügbarkeit der Menschen in der Bürowelt à’l américaine vorgenommen. Für ihr neues Werk haben sie sich in ihrem unmittelbaren Bekanntenkreis umgesehen. Fazit: Facebook hat das soziale Leben revolutioniert. Und zwar nicht erst seit den Volksaufständen in Nordafrika. Früher war ein privater Abend etwa unter Freunden noch ein privater Abend. Heute sind diese Freunde zu Fotoreportern geworden, die minutiös die Ereignisse mit den krassesten Bildern im Internet dokumentieren. Gestern war ein Wochenende mit dem/der Geliebten oder die Geburt des ersten Kindes eine intime Angelegenheit. Heute verbreitet die transparente Generation jede Einzelheit darüber im Netz – weil es schick ist, weil es nichts zu verbergen gibt und weil alle das tun.</p>
<p>Es erstaunt, wie weit die Leute im Internet zu gehen bereit sind und alltägliche Gesten und Verrichtungen abbilden: Da nimmt zum Beispiel jemand eben mal den Gratin aus dem Ofen und stellt davon ein Bild ins Netz, um dann den Applaus seiner Gemeinde abzuwarten. «Sich daran zu gewöhnen, andauernd sein Leben auszustellen, ist eine neue Form der Sozialisation» sagt des Isnards. Man ist dabei exhibitionistisch und voyeuristisch zugleich. Laut des Isnards und Zuber funktioniert Facebook für viele Nutzerinnen und Nutzer wie eine Droge. Ihr Vorteil: Facebook erlaubt es, nie mehr allein sein zu müssen. Wenn man allein zuhause ist, dann bleibt man mit seinen Freunden am Bildschirm verbunden. Doch das Problem ist damit nicht gelöst, sondern schafft neue Zwänge und Stress: Im eigenen Leben muss zwingend etwas passieren, das publizierbar ist. Hinzu kommt der Zwang, immer glücklich zu sein, denn der in der Regel überschwängliche Umgangston verträgt keine Schattenseiten und Probleme. Man zeigt sich nur von seiner positiven Seite. Der Besuch der Disco, die Ferien auf Bali oder die besagte Geburt sind die unabdingbaren Beweisstücke dieses Glücks.</p>
<p>Damit steigert sich der Kreis der Problematik um einen weiteren Aspekt. Unter dem ständigen Druck, die Glücksmomente den Facebook-Freunden rapportieren zu müssen, zersplittert das eigene Erleben. Man ist an einem Konzert über lange Strecken damit beschäftigt, es für seine Freunde zu filmen und es möglichst in Echtzeit online zu stellen, anstatt es selber zu geniessen. Oder man verpasst an Neujahr den Augenblick des Jahreswechsels und schreibt sms oder filmt, anstatt sein (ebenfalls filmendes) Gegenüber zu umarmen und zu küssen.</p>
<p>Bei der Inszenierung des glücklichen Lebens ist Facebook alles andere als neutral. Bereits die  Bedienung ist so angelegt, dass keine Schatten die positive Stimmung trüben. Neue Freunde werden auf der ersten Seite vermeldet, die Abgelehnten erscheinen nirgends, sie erfahren es nicht einmal selber. Beim Bruch einer Liebesbeziehung, wenn der/die Ex aus dem Profil verschwindet, dann taucht er/sie paradoxerweise nach einer bestimmten Zeit wieder in der rechten Spalte als automatisch vorgeschlagene/r Freund/in auf. Erst dann könnte theoretisch die Frage auftauchen, warum jemand gelöscht wurde. Das Netzwerk managt auf diese Weise die Beziehungen und unterdrückt die negativen Aspekte, die zweifellos zum Leben gehören.</p>
<p>Bei den Recherchen zu ihrem Buch, bei denen die Autoren zeitweise selber Facebook-süchtig geworden seien, stiessen sie immer wieder auf paradoxe Situationen. So wollten ihre Bekannten den Autoren zur Wahrung ihrer Privatsphäre zunächst keine Auskünfte geben, obwohl die privaten Details in ihren Facebook-Profilen bereits leicht zugänglich waren. Offensichtlich fehlt das Bewusstsein, dass Dritte sich der Angaben in sozialen Netzwerken problemlos bedienen, um zum Beispiel Persönlichkeitsprofile zu erstellen, die karriereentscheidend sein können. Einem Bonmot des amerikanischen Präsidenten Barack Obama zufolge müsse man sich deshalb bereits als Neunjähriger vorsehen, welche Daten man veröffentlichen wolle, um seiner späteren Karriere nicht zu schaden. Und der muss es ja wissen.</p>
<p><em>Alexandre des Isnards und Thomas Zuber: «Facebook m’a tuer.» 288 Seiten, Editions NiL. (in französischer Sprache). Interaktive Website zum Buch:  <a href="http://facebookmatuer.com/" target="_blank">http://facebookmatuer.com/</a></em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/04/das-werkzeug-der-narzissten/">Das Werkzeug der Narzissten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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