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	<title>BAZ | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Die Fragen vor den Antworten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/09/08/die-fragen-vor-den-antworten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Sep 2016 12:18:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Beatrice Oeri]]></category>
		<category><![CDATA[Teleblocher]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den nächsten Jahren stehen so viele medienpolitische Weichenstellungen an wie selten zuvor in so kurzer Zeit: Noch in diesem Jahr diskutiert das Parlament über Aufgabe und Ausmass des Service public in den Medien – und damit auch über die künftige Gestalt der SRG. Der Ausgang dieser Diskussion wird einen direkten Einfluss haben auf die <a href="https://medienwoche.ch/2016/09/08/die-fragen-vor-den-antworten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den nächsten Jahren stehen so viele medienpolitische Weichenstellungen an wie selten zuvor in so kurzer Zeit: Noch in diesem Jahr diskutiert das Parlament über Aufgabe und Ausmass des Service public in den Medien – und damit auch über die künftige Gestalt der SRG. Der Ausgang dieser Diskussion wird einen direkten Einfluss haben auf die Konzession der SRG, die Ende 2017 ausläuft und danach erneuert werden muss. Mit der Abstimmung über die No-Billag-Initiative folgt schliesslich das gewichtigste Geschäft mit dem Potenzial zur Tabula Rasa. Fünf Grundsatzfragen vor der grossen Debatte.<br />
<span id="more-27985"></span></p>
<ul>
<li><strong>Sind Medien ein marktförmiges Gut?</strong> Wer den Medienmarkt für einen Markt wie jeden anderen hält und auf die selbstregulierenden Kräfte von Angebot und Nachfrage vertraut, beantwortet die Frage klar mit ja und plädiert für die Abschaffung jeglicher Form von (Medien)Subvention. Wer hingegen den Doppelcharakter der Medien als Wirtschafts- und Kulturgut anerkennt, sieht die reine Marktförmigkeit relativiert und sollte nach Finanzierungsmöglichkeiten auch abseits des Markts suchen.</li>
<li><strong>Schafft allein der Markt freie und unabhängige Medien?</strong> Die freie Presse bezieht ihre Legitimation seit jeher aus der Unabhängigkeit gegenüber dem Staat; Markt und Wettbewerb prägen unser Mediensystem. Doch es gibt eine Kehrseite: Die Abhängigkeit vom Werbemarkt – am stärksten bei sogenannten Gratismedien – beeinflusst direkt oder indirekt die Berichterstattung im Sinne der Werbekunden. Anders verhält es sich auf dem Nutzermarkt. Allein durch freiwillige Nutzerbeiträge finanzierte Medien können als die unabhängigsten überhaupt gelten – nur existieren dafür bestenfalls Nischenmärkte,</li>
<li><strong>Wer kann also Medien finanzieren und gleichzeitig deren Freiheit und Unabhängigkeit garantieren?</strong> Interessant ist: Im gesamten politischen Spektrum gibt es anerkannte und praktizierte Formen marktferner Medienfinanzierung. Sei es nun Christoph Blocher, der als Miteigentümer der «Basler Zeitung» die Herausgabe einer  SVP-nahen Publikation ermöglicht und dabei primär eine politische Dividende einstreicht. Mit «Teleblocher» agiert der Politiker zudem erfolgreich im No-Budget-Bereich. Oder das Gegenmodell: Die schwerreiche Mäzenin Beatrice Oeri ermöglicht den Betrieb der Tageswoche. Oeri handelt aus Idealismus und nicht aus Gewinnstreben. Dass die Motivation der Geldgeber auf den Inhalt der von ihnen finanzierten Medien abfärbt, sieht man sowohl links als auch rechts. Ein von der Allgemeinheit finanzierter Rundfunk dagegen garantiert die publizistische Unabhängigkeit ungleich besser als Medien, deren Existenz vom Wohlwollen einer Einzelperson abhängen.</li>
<li><strong>Wie unabhängig kann ein gebührenfinanzierter Sender überhaupt sein?</strong> Das Gebührenmodell der SRG ist durch eine – wenn auch äusserst knapp ausgegangene – Volksabstimmung demokratisch legitimiert. Damit und mit der Verankerung in der Gesellschaft über die historisch gewachsene und föderal organisierten Trägerschaft bietet die SRG Gewähr für eine staatsferne Organisation. Das wiederum schafft die Voraussetzung für eine unabhängige Berichterstattung. Dieses Modell unterscheidet sich zudem stark von den verpolitisierten Anstalten in Deutschland oder Österreich, wo das redaktionelle Führungspersonal den Ränkespielen der Parteien ausgesetzt ist.</li>
<li><strong>Was wäre mit einer substanziellen Schwächung oder gar der Auflösung der SRG gewonnen?</strong> Zuerst: Mehr Markt und mehr Freiheit. Aber damit auch mehr Medienvielfalt, grössere Unabhängigkeit der Medien und bessere Qualität der Berichterstattung? Wohl kaum, gerade mit Blick auf den gegenwärtigen Zustand des globalen Medien- und Werbemarkts, der je länger je mehr nach dem Prinzip funktioniert «the winner takes it all». Ein öffentlich finanziertes, aber durchaus inhaltlich fokussiertes und strukturell verschlanktes Medienangebot, das sich solchen Mechanismen bewusst entzieht (also auch auf Werbung verzichtet), kann als Gegengewicht dazu wirken.</li>
</ul>
<p><small>Dieser Text ist im Auftrag des Magazins «Schweizer Monat» entstanden und eine Fassung davon wurde dort zuerst veröffentlicht.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/09/08/die-fragen-vor-den-antworten/">Die Fragen vor den Antworten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wie die «BaZ» die Stadt belebt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/09/12/wie-die-baz-die-stadt-belebt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2015 12:12:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit die «Basler Zeitung» unter dem Einfluss von Christoph Blocher steht, wird in Basel intensiver gestritten. Das schadet der Stadt nicht – auch wenn das Blatt unter Qualitätsschwankungen leidet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit die «Basler Zeitung» unter dem Einfluss von Christoph Blocher steht, wird in Basel intensiver gestritten. Das schadet der Stadt nicht – auch wenn das Blatt unter Qualitätsschwankungen leidet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/12/wie-die-baz-die-stadt-belebt/">Wie die «BaZ» die Stadt belebt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Markus Somm: «Wir sollten Wirtschaftsverbände viel mehr angreifen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/28/markus-somm-wir-sollten-wirtschaftsverbaende-viel-mehr-angreifen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2015 11:06:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Regionaljournal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Chefredaktor Markus Somm verteidigt den angriffigen Stil der BaZ. Insbesondere die Regierungen müssten als regionale Machtfaktoren hart angefasst werden. Wirtschaftsverbände würden hingegen von der BaZ noch zu wenig kritisiert. Ausrutscher im Blatt bedauert Somm, damit müsse man aber leben.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Chefredaktor Markus Somm verteidigt den angriffigen Stil der BaZ. Insbesondere die Regierungen müssten als regionale Machtfaktoren hart angefasst werden. Wirtschaftsverbände würden hingegen von der BaZ noch zu wenig kritisiert. Ausrutscher im Blatt bedauert Somm, damit müsse man aber leben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/28/markus-somm-wir-sollten-wirtschaftsverbaende-viel-mehr-angreifen/">Markus Somm: «Wir sollten Wirtschaftsverbände viel mehr angreifen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Ein Medienkritiker liest BaZ-Artikel</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/25/ein-medienkritiker-liest-baz-artikel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2015 12:04:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Ronnie Grob]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Basel gehen die Meinungen über die Basler Zeitung auseinander. Die einen finden, sie sei zu aggressiv oder gar boulevardesk. Andere finden, sie sei pointierter und interessanter geworden. Was aber sagt ein Medienexperte?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/25/ein-medienkritiker-liest-baz-artikel/">Ein Medienkritiker liest BaZ-Artikel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Basel gehen die Meinungen über die Basler Zeitung auseinander. Die einen finden, sie sei zu aggressiv oder gar boulevardesk. Andere finden, sie sei pointierter und interessanter geworden. Was aber sagt ein Medienexperte?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/25/ein-medienkritiker-liest-baz-artikel/">Ein Medienkritiker liest BaZ-Artikel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie tickt die BaZ? Natürlich nationalkonservativ!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/13/wie-tickt-die-baz-natuerlich-nationalkonservativ/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jan 2015 09:04:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Fabian Baumann]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Dreikönigstagung]]></category>
		<category><![CDATA[nationalkonservativ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vertritt die Basler Zeitung nationalkonservative Positionen? An der Dreikönigstagung der Schweizer Medien forderte BaZ-Chefredaktor Markus Somm seine Kritiker auf, ihm dies anhand seiner Leitartikel nachzuweisen. Bitteschön.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vertritt die Basler Zeitung nationalkonservative Positionen? An der Dreikönigstagung der Schweizer Medien forderte BaZ-Chefredaktor Markus Somm seine Kritiker auf, ihm dies anhand seiner Leitartikel nachzuweisen. Bitteschön.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/13/wie-tickt-die-baz-natuerlich-nationalkonservativ/">Wie tickt die BaZ? Natürlich nationalkonservativ!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Presserat: Für Beschwerde kommt der Steuerzahler auf</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/07/presserat-fuer-beschwerde-zahlt-der-steuerzahler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2015 14:48:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Oberwil]]></category>
		<category><![CDATA[Presserat]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Basler Zeitung schweigt, wenn sie bei Entscheiden des Schweizer Presserats unterliegt – den nahezu vollumfänglichen Freispruch in der Causa Gemeinde Oberwil aber feiert sie mit einem langen Artikel. Der Fall ist pikant, denn für die erfolglose, 47-seitige Beschwerde mit 50 Beilagen muss der Steuerzahler aufkommen. Honoriert dafür wurde der Zürcher Medienanwalt Urs Saxer. Der <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/07/presserat-fuer-beschwerde-zahlt-der-steuerzahler/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Basler Zeitung schweigt, wenn sie bei Entscheiden des Schweizer Presserats unterliegt – den nahezu vollumfänglichen Freispruch in der Causa Gemeinde Oberwil aber feiert sie mit einem langen Artikel. Der Fall ist pikant, denn für die erfolglose, 47-seitige Beschwerde mit 50 Beilagen muss der Steuerzahler aufkommen. Honoriert dafür wurde der Zürcher Medienanwalt Urs Saxer.<br />
<span id="more-22564"></span><br />
Der Journalist Joël Hoffmann berichtet seit einiger Zeit kritisch über Vorgänge in der Gemeinde Oberwil im Baselland. Am 4. Januar 2014 schrieb er für die Basellandschaftliche Zeitung einen Text mit dem Titel «Oberwils Gemeindepräsidentin ausser Kontrolle», und, drei Tage später, einen weiteren: «In Oberwil bleibt ein Nachgeschmack». Ab dem 10. April 2014 dann schrieb er für die Basler Zeitung Artikel mit diesen Schlagzeilen: «Verdacht auf Vetternwirtschaft wird untersucht», «Powerpoint-Vortrag ist wichtiger als Referenzen», «Gemeinde nahm Imageschaden in Kauf», «Die Stokar-Connection», «Die Haarspaltereien der Gemeinde Oberwil», «Das Sorgenkind der Geschäftsprüfer», «Oberwils Vetternwirtschaft stösst alt Gemeindepräsident sauer auf».</p>
<p>Das wiederum stiess der Gemeinde Oberwil sauer auf, und sie wendete sich an den Schweizer Presserat. Allerdings verfasste sie die Beschwerde nicht etwa selbst, sondern beauftragte den bekannten Zürcher Medienanwalt Urs Saxer damit, der seine Fähigkeiten im Dienste der Anwaltskanzlei Steinbrüchel Hüssy anbietet, unter anderem auch <a href="http://www.steinlex.ch/de/taetigkeitsbereiche.html#fuer-behoerden-und-oeffentliche-institutionen">für Behörden und öffentliche Institutionen</a>. Saxer nahm den Auftrag sehr gewissenhaft wahr und reichte eine 47 Seiten umfassende Beschwerdeschrift ein, die 50, teils mehrseitige Beilagen umfasste. Das ist auch dem Presserat aufgefallen, der in seiner <a href="http://presserat.ch/_33_2014.htm">Beurteilung der Beschwerde</a> schreibt, «dass Umfang und Weitschweifigkeit weit über das Mass hinausgehen, mit welchem sich der Presserat üblicherweise zu befassen hat». Zum Inhalt hält er fest, dass die Beschwerdeführerin den Vorwurf, die BaZ habe «unwahre Tatsachenbehauptungen wiedergegeben», an «kleinlich erscheinenden Details» festmachen wolle. Die Untersuchung des Presserats zeigt die Recherchen von Hoffmann in einem positiven Licht und moniert in der Zusammenfassung nur das: «Der Presserat hat in einem einzigen Fall eine verhältnismässig kurze Frist zur Stellungnahme festgestellt, sich aber ansonsten davon überzeugt, dass die Beschwerdeführerin angehört wurde und in angemessener Weise zu Wort kam.» Die BaZ habe weder die Wahrheitspflicht verletzt noch die Anhörung bei schweren Vorwürfen unterlassen – «zusammenfassend stossen somit die Vorwürfe der Beschwerdeführerin ins Leere».</p>
<p>Bei der Basler Zeitung löste der Entscheid einen langen Artikel des stv. Chefredakteurs aus (BaZ vom 15. Dezember 2014). David Thommen ging darin auf den Auftrag an Saxer ein:</p>
<blockquote><p>Anwälte seines Zuschnitts verrechnen oft mehr als 500 Franken pro Stunde. Einem regionalen Anwalt hatte man die Aufgabe offensichtlich nicht zugetraut. Die Gemeinde hat Professor Saxer bei der Beschwerdeführung freie Hand gelassen. Ein Kostendach wurde nicht vereinbart. Saxer darf also nach Aufwand abrechnen, wie uns die Gemeinde auf Anfrage mitteilte. (&#8230;) Saxer gab gegenüber der BaZ an, dass er nicht den für Zürcher Wirtschaftsanwälte üblichen Stundenansatz in Rechnung stelle, da der Grossteil der Arbeit von günstigeren Mitarbeitern seiner Kanzlei erledigt worden sei.</p></blockquote>
<p>Als Gewinner der Auseinandersetzung sieht Thommen &#8211; durchaus nachvollziehbar &#8211; die Anwälte, als Verlierer die Steuerzahler. Es ist korrekt, wenn sich eine sich von den Medien ungerecht behandelt fühlende Gemeinde an den Presserat wendet. Aber dann muss sie auch fähig sein, ihre Kritikpunkte selbst zu formulieren, und zwar auf einer A4-Seite, nicht in hundertseitigen Dossiers. Die Durchleuchtung der Berichterstattung darf sie dabei mit gutem Gewissen dem Presserat überlassen. Es ist nicht im Sinne des Steuerzahlers, wenn staatliche Organe auf seine Kosten teure Anwälte beschäftigen &#8211; und schon gar nicht, wenn es, wie in diesem Fall, um kaum zu beanstandenden kritischen Journalismus geht.</p>
<p>Doch nun ist die Geschichte noch nicht zu Ende, denn die Basler Zeitung erhielt einen an Chefredaktor Markus Somm adressierten Brief des Schweizer Presserats, unterzeichnet von Ursina Wey, Dominique von Burg, Francesca Snider und Max Trossmann. Darin wird kritisiert, die Zeitung würde «triumphierend auf die beschwerdeführende Gemeinde und deren Anwalt» eindreschen. Im auf den 24. Dezember 2014 datierten Weihnachtsgeschenk mit Kopie an die Gemeinde Oberwil steht weiter, «dass die Basler Zeitung mit dem systematischen Verschweigen der Stellungnahmen des Presserats, verbunden mit der vorliegenden Form der Berichterstattung, die ‹Erklärung der Rechte und Pflichten der Journalistinnen und Journalisten› dauernd verletzt und ihre Leserinnen und Leser schlicht nicht respektiert.»</p>
<p>Tatsächlich hat die Basler Zeitung 2013 und 2014 weder zu gutgeheissenen (<a href="http://presserat.ch/_02_2013.htm">2/2013</a>), in den Hauptpunkten gutgeheissenen (<a href="http://presserat.ch/_61_2013.htm">61/2013</a>) noch teilweise gutgeheissenen Beschwerden des Presserats (<a href="http://presserat.ch/_44_2013.htm">44/2013</a>, <a href="http://presserat.ch/_23_2014.htm">23/2014</a>, <a href="http://presserat.ch/_31_2014.htm">31/2014</a>) etwas geschrieben. So gibt man dem Urteil einer selektiven Wahrnehmung der Wirklichkeit Boden. Wer positive Presseratsentscheide feiern will, muss eben auch die Grösse haben, die negativen abzudrucken &#8211; oder den Presserat als Gremium konsequent (und gut begründet) abzulehnen. Abgedruckt in der BaZ wurde am 24. Dezember ein Leserbrief von Presserats-Mitglied Markus Locher. Er schrieb: «Die Baz wäre aus meiner Sicht glaubwürdiger, wenn sie auch dann berichten würde, wenn der Presserat nicht oder nur teilweise in ihrem Sinn entscheidet.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/07/presserat-fuer-beschwerde-zahlt-der-steuerzahler/">Presserat: Für Beschwerde kommt der Steuerzahler auf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum Markus Somm nicht NZZ-Chefredaktor wurde</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/16/warum-markus-somm-nicht-nzz-chefredaktor-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2014 11:08:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltungsrat]]></category>
		<category><![CDATA[tagesanzeiger.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Lüscher]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verwaltungsrat der NZZ forderte von Somm offenbar genaue Einblicke in seine Verträge mit der «Basler Zeitung».</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Verwaltungsrat der NZZ forderte von Somm offenbar genaue Einblicke in seine Verträge mit der «Basler Zeitung».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/16/warum-markus-somm-nicht-nzz-chefredaktor-wurde/">Warum Markus Somm nicht NZZ-Chefredaktor wurde</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Der Medienumbruch bringt Chancen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/28/der-medienumbruch-bringt-chancen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Nov 2014 10:38:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Roger De Weck]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=2492</guid>

					<description><![CDATA[<p>SRG-Generaldirektor Roger de Weck über Boulevardsender, Eigenproduktionen und Werbeeinnahmen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>SRG-Generaldirektor Roger de Weck über Boulevardsender, Eigenproduktionen und Werbeeinnahmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/28/der-medienumbruch-bringt-chancen/">«Der Medienumbruch bringt Chancen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Basler Zeitung: Sicherheit in Statistiken</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/26/basler-zeitung-sicherheit-in-statistiken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2014 13:05:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ronnie Grob]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=2471</guid>

					<description><![CDATA[<p>Regieren in der Basler Zeitung die Themen Sicherheit und Kriminalität? Ja, oder auch Nein: Eine Auswertung des Geschriebenen ergibt je nach Forschungsansatz unterschiedliche Ergebnisse. Die Wahrnehmung der Zeitung als Blatt, in dem Angst vor Verbrechen geschürt wird, liegt an der Zuspitzung in einzelnen Artikeln eines Ex-Boulevardreporters.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/basler-zeitung-sicherheit-in-statistiken/">Basler Zeitung: Sicherheit in Statistiken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Regieren in der Basler Zeitung die Themen Sicherheit und Kriminalität? Ja, oder auch Nein: Eine Auswertung des Geschriebenen ergibt je nach Forschungsansatz unterschiedliche Ergebnisse. Die Wahrnehmung der Zeitung als Blatt, in dem Angst vor Verbrechen geschürt wird, liegt an der Zuspitzung in einzelnen Artikeln eines Ex-Boulevardreporters.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/basler-zeitung-sicherheit-in-statistiken/">Basler Zeitung: Sicherheit in Statistiken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Quellenschutz 100% garantiert? Was die Medienschaffenden ihren Informanten auch noch sagen müssen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/02/21/quellenschutz-100-garantiert-was-die-medienschaffenden-ihren-informanten-auch-noch-sagen-muessen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/02/21/quellenschutz-100-garantiert-was-die-medienschaffenden-ihren-informanten-auch-noch-sagen-muessen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philip Kübler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Feb 2014 10:29:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der gesetzlich garantierte Quellenschutz erlaubt es Medienschaffenden, ihren Kontakten Vertraulichkeit zuzusichern, selbst wenn diese über strafbare Handlungen berichten. Im Fall des Basler Hanfhändlers «Roland» lässt das Bundesgericht den Quellenschutz nicht gelten und verlangt von der BaZ-Journalistin, die ihn porträtierte, den Namen des Dealers preiszugeben. So weit hätte es nicht kommen müssen. Der Zeitungsartikel bewog die <a href="https://medienwoche.ch/2014/02/21/quellenschutz-100-garantiert-was-die-medienschaffenden-ihren-informanten-auch-noch-sagen-muessen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der gesetzlich garantierte Quellenschutz erlaubt es Medienschaffenden, ihren Kontakten Vertraulichkeit zuzusichern, selbst wenn diese über strafbare Handlungen berichten. Im Fall des Basler Hanfhändlers «Roland» lässt das Bundesgericht den Quellenschutz nicht gelten und verlangt von der BaZ-Journalistin, die ihn porträtierte, den Namen des Dealers preiszugeben. So weit hätte es nicht kommen müssen.<br />
<span id="more-18219"></span><br />
Der Zeitungsartikel bewog die Strafverfolgungsbehörden zur Aufnahme von Untersuchungen: Wer steckt hinter «Roland»? Die Journalistin verweigert die Aussage, und das Appellationsgericht Basel-Stadt bestätigte im April 2013 den Quellenschutz. Jetzt aber hat ihn das Bundesgericht aufgehoben. Aus medienrechtlicher Sicht ein zweifelhafter Entscheid, weil den Medien publizistische Einblicke auch in frag- und strafwürdiges Tun gerade ermöglicht werden sollten. Doch nicht nur das Bundesgericht, auch die Zeitungsredaktion hätte das Urteil vermeiden können. Der Verlag hat angekündigt, den Fall dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorlegen.</p>
<p>Der kürzlich publizierte <a href="http://relevancy.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=31.01.2014_1B_293/2013" target="_blank">Entscheid des Bundesgerichts</a> vom 31. Januar 2014 bringt einen besonders anschaulichen Fall zum Redaktionsgeheimnis. In einem Porträt beschreibt die Journalistin <a href="http://bazonline.ch/basel/stadt/Zu-Besuch-bei-einem-Dealer/story/31180807" target="_blank">ihren Besuch bei einem Cannabishändler</a>: Die Zweizimmerwohnung in Basel, wie der junge Mann Haschisch raucht und die Journalistin ein Bier mit ihm trinkt, wie immer wieder Kunden an der Tür klingeln und dass es sich um Männer allerlei Berufszugehörigkeit handelt, welche Sorten der Droge zu welchen Preisen gehandelt werden, woher der Stoff stammt, was der Dealer mit seinem Nebengeschäft verdient.</p>
<p>Über den Hinweis zum Verdienst von «Roland» stolpert die Journalistin nun, denn «Roland» sagt im Bericht, er mache einen jährlichen Gewinn von 12‘000 Franken.</p>
<p>Das Bundesgericht weist in seinem Urteil auf die gesetzlichen Ausnahmen des Quellenschutzes hin. Es sind handverlesene schwere Delikte, bezüglich welcher die Medienschaffenden ihre Aussage nicht verweigern dürfen, wenn sie für die Untersuchung notwendig ist. Welche Strafbestimmungen des Strafgesetzbuches zu diesen schweren Straftaten zählen, listet das Gesetz in einem <a href="http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19370083/index.html#a28a" target="_blank">«Ausnahmekatalog»</a> säuberlich auf. Es sind insgesamt rund 20 schwere Straftaten:</p>
<blockquote><p>Vorsätzliche Tötung, Mord und Totschlag; Raub oder Geiselnahme (nur sofern der Täter das Opfer in Lebensgefahr bringt, ihm eine schwere Körperverletzung zufügt oder es grausam behandelt); Brandstiftung, sofern der Täter wissentlich Menschen gefährdet; Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit; bestimmte Kriegsverbrechen; Beziehungen zu einem fremden Staat zwecks Krieg gegen die Eidgenossenschaft; Verbrechen mit einer Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren; sexuelle Handlungen mit Kindern; sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und Schändung; harte Pornografie (Tiere, Kinder, Exkremente); kriminelle Organisationen und Terrorfinanzierung; Geldwäsche und ein dazugehörender Tatbestand; Korruptionstatbestände mit Amtspersonen.</p></blockquote>
<p>Für alle anderen Straftaten des Strafgesetzbuches darf man sich auf den Quellenschutz verlassen, kein Gericht kann ihn knacken. Dazu gehören z.B. alle Körperverletzungen, Diebstähle und andere Eigentumsdelikte, Sachbeschädigungen, sogar Menschenhandel.</p>
<p>Zum Betäubungsmittelgesetz macht das Strafgesetzbuch eine besondere Verweisung. Dort gibt es auch eine Kategorie von schweren Begehungsformen, unten anderem dann, wenn mit gewerbsmässigem Handel ein «grosser Umsatz»oder «erheblicher Gewinn» erzielt wird. Das sind nach der Praxis Beträge ab 100‘000 Franken bzw. 10‘000 Franken. Auch diese Gesetzesbestimmung (<a href="http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19981989/index.html#a19" target="_blank">Art. 19 Abs. 2 BetmG</a>) erscheint im Ausnahmekatalog zum journalistischen Quellenschutz.</p>
<p>Und damit schnappt die Falle für «Roland» und die Journalistin zu. Weil der Dealer in den Medien selber davon gesprochen hat, dass er mit seinem Tun 12‘000 Franken im Jahr verdient, macht er sich als gewerbsmässiger Drogenhändler mit «erheblichem» Gewinn verdächtig. Man hat eine schwere Straftat des Ausnahmekatalogs vor sich, und der Quellenschutz gerät ins Wanken. Wäre die Rede von 9‘000 Franken gewesen oder wäre der Betrag weggelassen worden, wäre der Quellenschutz dicht geblieben.</p>
<p>So aber verlässt die Journalistin den im schweizerischen Recht sicheren Hafen und setzt den Quellenschutz einem gerichtlichen Ermessenentscheid aus.</p>
<p>Das Bundesgericht macht die Abwägung der Verhältnismässigkeit kurz und gibt medienfreiheitlichen Überlegungen wenig Raum. Es geht davon aus, dass der Quellenschutz angesichts einer «Katalogtat» nun die Regel sei, das Aussageverweigerungsrecht ist nur noch die Ausnahme. Besondere Hinweise wären nötig, die dem Schutz der Quelle eine erhöhte Bedeutung zukommen liessen, etwa dass schwere Missstände in Politik, Wirtschaft oder öffentlicher Verwaltung aufgedeckt würden. Davon sei hier nicht die Rede. Die Journalistin habe die Basler Cannabis-Szene mit den Aussagen des Porträtierten dargestellt und ihm so eine Plattform gegeben, um den von ihm betriebenen Drogenhandel verharmlosend als normales Gewerbe unter Kollegen darzustellen, mit dem sich ohne grosses Risiko und ohne grossen Aufwand ein erklecklicher Verdienst erzielen lässt.</p>
<p>Wie schwer sind die publik gewordenen Straftaten wirklich? Diese Frage verbietet sich das Bundesgericht. Man habe nun einmal eine Tat aus dem Ausnahmekatalog vor sich, der Gesetzgeber hat es so entschieden. Innerhalb der Straftaten, die den Quellenschutz aushebeln können, wiege der vorliegende Fall zwar eher leicht, doch immerhin mache der Zeitungsartikel zahlreiche Kundenbesuche in kurzer Zeit sichtbar und deute auf eine gross angelegte Verkaufsorganisation weicher Drogen hin. Dazu will der porträtierte Mann seit vollen zehn Jahren Hasch-Dealer sein.</p>
<p>Am differenziertesten wird das Bundesgericht dort, wo es seinen früheren Entscheid zum «Fall Turina» Jahren aufgreift. Damals hatte das Bundesgericht <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/newzzEPKRN0CN-12-1.46197" target="_blank">den Quellenschutz hochgehalten</a>. Der Fall liege anders, denn damals seien gewichtigere öffentliche Interessen im Spiel gestanden, und die Aussage des Medienschaffenden sei zur Klärung des damaligen Straffalles nicht mehr nötig gewesen.</p>
<p>Auffällig ist, dass das Redaktionsgeheimnis gegenüber «Roland» in einem Fall durchstossen wird, den die Zeitung erst gerade ans Licht gebracht hat. Das simple Fazit lautet: Ohne Publikation hätten die Strafverfolger noch weniger, nämlich gar nichts in der Hand. Die Journalistin soll nun nicht Puzzlesteinchen liefern, sondern gleich den Täter.</p>
<p>Es ist eine gefährliche Situation für Informanten und Medienschaffende. Ihre Vertraulichkeitszusage ist nur dann tauglich, wenn die Publikation keinen Verdacht auf eine «Katalogtat» schafft. Dazu muss man mit der Lesebrille und mit juristischer Neugier ins Gesetz blicken. Denn der obenstehende Deliktsbandwurm ist zwar Paragraf für Paragraf präzis im Gesetz nachzulesen, aber auch lang – und er enthält im Fall des Cannabishandels ab 10‘000 Franken Gewinn eine Überraschung (genauer wohl: einen Fehler).</p>
<p>«Roland» und die Journalistin hätten beim Biertrinken übereinkommen müssen, auf die Publikation von Geschäftszahlen zu verzichten, so wie es die stolzen Privatunternehmer in der Schweiz vormachen. Dann wäre der Quellenschutz robust, und man müsste nicht vor den Menschenrechtsgerichtshof nach Strassburg, um ein Argumentationsgefecht gegen die Schweiz auszutragen.</p>
<p>Oder hätte man einen reflektierenden Text daraus machen müssen, um für einen «wesentlichen gesellschaftlichen Diskurs» zu werben, wie es der Strassburger Gerichtshof in seinen Entscheiden jeweils erwartet? Eine Stilfrage, die für den vorliegenden Fall kaum vor Gericht gehört. Im Cannabisgeschäft scheint das Leben anders zu fliessen, lockerer. Das Porträt zeigt eine Momentaufnahme der Kiffer-Szene, die vernebelt-plätschernde Normalität beim Drogendealen in der Stube. Gerade der Verzicht auf explizite Politik zeichnet den Text über «Roland» aus. Solches wird weiterhin möglich sein, doch die Redaktionen müssen sich den Quellenschutz genauer ansehen. Sie müssen die Katalogtaten kennen und ihre Informanten darüber aufklären.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/02/21/quellenschutz-100-garantiert-was-die-medienschaffenden-ihren-informanten-auch-noch-sagen-muessen/">Quellenschutz 100% garantiert? Was die Medienschaffenden ihren Informanten auch noch sagen müssen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Gegendarstellung zum Artikel «Harter Kampf mit Auflagenzahlen» vom 11. Oktober 2013</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/11/15/gegendarstellung-zum-artikel-harter-kampf-mit-auflagenzahlen-vom-11-oktober-2013/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Wanner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2013 13:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
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		<category><![CDATA[Peter Wanner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Aussagen zum Trend der Auflagen der Basler Zeitung BaZ und bz Baselland- schaftliche Zeitung / bz Basel sind wie folgt zu Stande gekommen: Gemäss Preisliste für Prospektbeilagen der Basler Zeitung, welche der Verlag der Basler Zeitung im März 2013 selber im Internet publizierte, betrug die verteilte Auflage der Normalausgabe der Basler Zeitung im Wirtschaftsgebiet <a href="https://medienwoche.ch/2013/11/15/gegendarstellung-zum-artikel-harter-kampf-mit-auflagenzahlen-vom-11-oktober-2013/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Aussagen zum Trend der Auflagen der Basler Zeitung BaZ und bz Baselland- schaftliche Zeitung / bz Basel sind wie folgt zu Stande gekommen:<br />
<span id="more-16720"></span><br />
Gemäss Preisliste für Prospektbeilagen der Basler Zeitung, welche der Verlag der Basler Zeitung im März 2013 selber im Internet publizierte, betrug die verteilte Auflage der Normalausgabe der Basler Zeitung im Wirtschaftsgebiet 31 (Frühzustellung, ohne Kioske) am Montag und Dienstag 45&#8217;800 Exemplare. In dieser Auflage war gemäss Angaben der Basler Zeitung ein technischer Zuschuss enthalten, weshalb die Zahl der Abonnenten deutlich unter 45&#8217;800 liegen musste. Meine Aussagen bezogen sich zudem nur auf die Region Basel ohne das Fricktal. Im Fricktal vertreibt die AZ Mediengruppe nicht die bz Basellandschaftliche Zeitung, sondern die az Aargauer Zeitung. In der Normalausgabe der Basler Zeitung ist jedoch das Fricktal enthalten. Will man also die Auflagen der beiden Zeitungen Basler Zeitung und bz Basellandschaftliche Zeitung / bz Basel in der Region Basel miteinander vergleichen, müssen die Auflagenzahlen um die im Fricktal vertriebenen Exemplare bereinigt werden, was bei der Basler Zeitung rund 4‘000 Exemplare ausmacht. Dies hat mich in einem Interview am 11. April 2013 zur Aussage veranlasst, dass sich dem Vernehmen nach die abonnierte Auflage der Basler Zeitung in der Region Basel der 40&#8217;000er-Marke nähert. Bei meinen Aussagen zu den Auflagenzahlen der bz Basellandschaftliche Zeitung handelte es sich um einen Vergleich der Jahre 2011 und 2013. Die Zahlen wurden von mir korrekt wiedergegeben. Die Zahlen der WEMF für die Periode Juli 2012 bis Juni 2013, die einen Jahresdurchschnitt wiedergeben, waren mir im Zeitpunkt meiner Äusserungen im April 2013 selbstverständlich nicht bekannt; überdies hat die WEMF für diese Periode Juli 2012 bis Juni 2013 ihre Methode geändert und zählt Unterbrüche bei den Abos nicht mehr zur Auflage, so dass die Auflage sinkt.</p>
<p>&#8212;<br />
Die Redaktion <a href="https://medienwoche.ch/2013/10/11/harter-kampf-mit-auflagenzahlen/">hält an ihrer Tatsachendarstellung fest.</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/11/15/gegendarstellung-zum-artikel-harter-kampf-mit-auflagenzahlen-vom-11-oktober-2013/">Gegendarstellung zum Artikel «Harter Kampf mit Auflagenzahlen» vom 11. Oktober 2013</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Baustellen und Brennpunkte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/01/03/baustellen-und-brennpunkte-der-schweizer-medien-2013/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/01/03/baustellen-und-brennpunkte-der-schweizer-medien-2013/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 15:57:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
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		<category><![CDATA[GAV]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die alten Baustellen sind die neuen Baustellen. Wobei auch 2013 mit der einen oder anderen Überraschung zu rechnen sein wird. Ganz ohne prophetische Gabe lassen sich für das laufende Jahre bereits etliche Brennpunkte benennen, wo sich die Schweizer Medien – je nach Standpunkt – vorwärts oder rückwärts bewegen werden. Wir haben die wichtigsten zusammengestellt. Medienabgabe: <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/03/baustellen-und-brennpunkte-der-schweizer-medien-2013/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/03/baustellen-und-brennpunkte-der-schweizer-medien-2013/">Baustellen und Brennpunkte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die alten Baustellen sind die neuen Baustellen. Wobei auch 2013 mit der einen oder anderen Überraschung zu rechnen sein wird. Ganz ohne prophetische Gabe lassen sich für das laufende Jahre bereits etliche Brennpunkte benennen, wo sich die Schweizer Medien – je nach Standpunkt –  vorwärts oder rückwärts bewegen werden. Wir haben die wichtigsten zusammengestellt.<br />
<span id="more-31150"></span></p>
<ol>
<li><a href="#SRG">Medienabgabe: Ist Service public systemrelevant?</a></li>
<li><a href="#presse">Presseförderung: weiterhin 50 Millionen aus der Giesskanne</a>?</li>
<li><a href="#leser">Erlösstruktur: Weniger Werbung, mehr Geld vom Leser</a></li>
<li><a href="#mobil">Mobile Werbung: Prinzip Hoffnung</a></li>
<li><a href="#LSR">Urheberrecht: Verleger auf dem Holzweg</a></li>
<li><a href="#GAV">Sozialpartnerschaft: Medien ohne Gesamtarbeitsvertrag</a></li>
<li><a href="#NZZ">NZZ-Paywall: Stunde der Wahrheit</a></li>
<li><a href="#tagi">Tages-Anzeiger: Umbau führt zu Abbau</a></li>
<li><a href="#baz">Blochers BaZ: Die nackte Zeitung naht</a></li>
<li><a href="#azm">AZ Medien: ohne CEO, mit Regionalfernsehen</a></li>
</ol>
<p><a name="SRG"></a><strong>Medienabgabe: Ist Service public systemrelevant?</strong><br />
Deutschland hat den <a href="http://www.rundfunkbeitrag.de/" target="_blank">Systemwechsel</a> mit der Jahreswende vollzogen. In der Schweiz werden erst in diesem Jahr die <a href="http://www.bakom.admin.ch/empfangsgebuehren/03812/03817/index.html?lang=de" target="_blank">Grundlagen dafür geschaffen</a>: Eine allgemeine Medienabgabe soll die bisherige Radio- und Fernsehgebühr ablösen. Was auf den ersten Blick als technischer Vorgang und sinnvolle Modernisierung in einem veränderten Medienumfeld erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein Vorhaben mit viel weitreichenderen Konsequenzen, als dies in der bisherigen Diskussion thematisiert wurde. Die neue Medienabgabe fungiere als <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/10/400-franken-fuer-die-demokratie/" target="_self">Beitrag der Bürger für die Demokratie</a>, lautet die Begründung in Deutschland und der Schweiz. Im erläuternden Bericht zur geplanten Gesetzesrevision steht dazu: «Die direkte Demokratie in der Schweiz ist heute auf Radio und Fernsehen angewiesen und wäre ohne diese Medien kaum mehr funktionsfähig.» Wegen dieser ausserordentlichen Leistung für das Gemeinwesen müssten künftig alle Haushalte und Unternehmen für Radio- und Fernsehen bezahlen und nicht mehr nur jene, die über eine Empfangsmöglichkeit verfügen. Damit wird nichts weniger als die Systemrelevanz von SRG und gebührenfinanzierten Lokalsendern gesetzlich festgeschrieben. Ein so weitreichender Bedeutungswandel des öffentlichen Rundfunks bedarf einer soliden Legitimierung. Im bisher bekannten Drehbuch ist keine Volksabstimmung über den Systemwechsel von der Empfangsgebühr zur Medienabgabe vorgesehen. Das kann die Politik noch ändern. Vielleicht sogar schon in diesem Jahr.</p>
<p><a name="presse"></a><strong>Presseförderung: weiterhin 50 Millionen aus der Giesskanne?</strong><br />
50 Millionen Franken sind ein schönes Weihnachtsgeschenk. Über den grossen Batzen der <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/04073/04075/index.html?lang=de" target="_blank">Presseförderung</a> durften sich unlängst 1222 Schweizer Publikationen freuen. Vom Geldsegen in Form vergünstigter Posttarife profitieren Lokal- und Regionalzeitungen sowie Mitteilungsorgane von Verbänden und Vereinen. Die Liste der geförderten Titel reicht vom Allschwiler Wochenblatt bis zum Zorzi Turner. Doch was genau wird damit gefördert? Das weiss niemand so richtig. «Es fehlen klare Ziele in der Presseförderung», hält denn auch ein <a href="https://docs.google.com/viewer?a=v&amp;q=cache:R16ceMMtjaYJ:www.bakom.admin.ch/dokumentation/gesetzgebung/00909/03627/index.html%3Flang%3Dde%26download%3DNHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDeoB,fGym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--+&amp;hl=de&amp;gl=ch&amp;pid=bl&amp;srcid=ADGEESj3GiOkBVxgh11fQBFmk-u9wlirhr__OB-88029w9zvBfrtDDbdtf4N5Vzi5__z3Af3eaF_ZPinzFkvAFYWBlt5DML91CY0B_RfYToNfDc-RuhPbDN8LnadKgSnqoigBKz8DZAU&amp;sig=AHIEtbRib3QCNLBffO7tsyvpEPIBP7zfIw" target="_blank">Bericht zur Evaluation</a> des aktuellen Fördermodells unmissverständlich fest. Wie es weitergeht, steht in diesem Jahr zur Diskussion. Zum einen hat das Parlament den Bundesrat beauftragt, ein Förderkonzept «zur Stärkung der staats- und demokratiepolitischen Bedeutung der Medien» zu erarbeiten. Zum anderen haben SP und Grüne das Thema Medienförderung mit je<a href="http://www.edito-online.ch/aktuelleausgabe/ergaenzungenzumheft/220632a1130977801.html" target="_blank"> eigenen Modellen</a> <a href="http://www.20min.ch/schweiz/news/story/30096312" target="_blank">aufs Tapet gebracht</a>, mit denen sie in diesem Jahr die Diskussion ankurbeln wollen.</p>
<p><a name="leser"></a><strong>Erlösstruktur Print: Weniger Werbung, mehr Geld vom Leser</strong><br />
In verdienstvoller Kleinarbeit hat der Medienjournalist Markus Knöpfli für die Werbewoche bei schweizerischen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen nachgefragt, zu welchem Preis sie ihre Produkte 2013 verkaufen. Der Trend ist klar: Es geht rauf mit den Preisen. Den grössten Sprung mutet Finanz &amp; Wirtschaft ihren Lesern zu. Mit 382 Franken kostet das Börsenblatt 50 Franken mehr als im vergangenen Jahr. Bei den Tageszeitungen hält die NZZ an ihrer Hochpreisstrategie fest. Neu verlangt die Zürcher Zeitung für das Jahresabonnement 628 Franken. Der Grund für die teils massiven Sprünge ist klar: Die wegbrechenden kommerziellen Erlöse sollen Mehreinnahmen aus dem Lesermarkt kompensieren. Galt in der Vergangenheit die Faustregel 70/30, wonach eine Zeitung zu 70 Prozent durch Werbung und zu 30 von den Lesern finanziert wird, streben Verlage heute ein Verhältnis von 50/50 an.</p>
<p><a name="mobil"></a><strong>Mobile Werbung: Prinzip Hoffnung</strong><br />
Die Werbung geht dorthin, wo die Menschen sind. Also auf Smartphones und Tablets. Wirklich? Wenn die Gleichung so einfach wäre, hätten viele Verlage ein Problem weniger. Zwar lesen immer mehr Leute Nachrichten auf mobilen Geräten. Das heisst aber noch lange nicht, dass ihnen auch die Werbung dorthin gefolgt wäre. Der Erfolg im Lesermarkt steht noch in starkem Kontrast zu einer bescheidenen kommerziellen Ausbeute aus dem Mobilgeschäft. Es ist davon auszugehen, dass dieses Missverhältnis auch 2013 bestehen bleibt. Denn einfache Lösungen für Werbung auf dem kleinen Smartphonebildschirm gibt es keine. Das wissen auch erfahrene Medienmanager. Martin Kall, bis Ende Jahr CEO von Tamedia, rät zu Mut und Experimenten. Das klingt nicht gerade nach einem klaren Plan.</p>
<p><a name="LSR"></a><strong>Urheberrecht: Verleger auf dem Holzweg</strong><br />
Nach dem Vorbild ihrer deutschen Kollegen fordern nun auch Schweizer Verleger ein Leistungsschutzrecht. Der Verband Schweizer Medien hat diese Position <a href="http://schweizermedien.ch/fileadmin/schweizermedien/publikationen/medienmitteilungen/121207_MM_Leistungsschutzrecht.pdf" target="_blank">Anfang Dezember bekräftigt</a>. Im Kern geht es den Verlegern um eine <a href="http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/hassobjekt-google-1.17866884" target="_blank">«Lex Google»</a>. Suchmaschinen und andere News-Aggregatoren sollen zum Zahlen gezwungen werden, wenn sie Verlagsinhalte – auch nur auszugsweise – weiterverwenden. Abgesehen davon, dass die Forderung die Rolle von Suchmaschinen als wichtiger Traffic-Lieferant für die Medien ignoriert, wäre das neue Nebenrecht in der Systematik der schweizerischen Gesetzgebung ein Fremdkörper. Sowohl der Bundesrat als auch unabhängige Urheberrechtler halten die Forderung der Verleger für unbegründet und unnötig. Gegenwärtig versuchen die Verleger, ihr Anliegen in der <a href="http://www.ejpd.admin.ch/ejpd/de/home/dokumentation/mi/2012/2012-08-09.html" target="_blank">Arbeitsgruppe Agur12</a> von Justizministerin Simonetta Sommaruga einzubringen. Bis Ende 2013 soll dieses Fachgremium «Möglichkeiten zur Anpassung des Urheberrechts an die technische Entwicklung» aufzeigen. Dass sich die Verleger bereits heute eines schweren Stands mit ihrer Forderung nach einem Leistungsschutzrecht bewusst sind, zeigt ein partielles Umschwenken weg vom Urheberrecht hin zum Wettbewerbsrecht. Laut Verbandspräsident Hanspeter Lebrument prüften die Verleger eine <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/home/artikel-detailseite/?newsid=237542" target="_blank">Klage gegen Google</a> wegen Verletzung des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Das könnte tatsächlich der erfolgversprechendere Weg sein. Das findet auch der <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/12/angriff-auf-grundrechte-der-kommunikation/" target="_self">Urheberrechtsspezialist Willi Egloff</a>, selbst ein erklärter Gegner des Leistungsschutzrechts. «Wenn die Verlage der Meinung sind, dass die von ihnen vermittelten Inhalte in unlauterer Weise verwendet werden», schreibt Egloff, «so ist es ihr gutes Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Unsere Rechtsordnung kennt entsprechende Rechtsbehelfe, insbesondere im Gesetz über den unlauteren Wettbewerb.»</p>
<p><a name="GAV"></a><strong>Sozialpartnerschaft: Medien ohne Gesamtarbeitsvertrag</strong><br />
Nachdem Journalisten in der Deutschschweiz bereits seit acht Jahren ihr Anstellungsverhältnis ohne Gesamtarbeitsvertrag GAV regeln müssen, sind nun auch die anderen beiden noch gültigen Medien-GAV hinfällig geworden. Im Dezember <a href="http://www.syndicom.ch/de/newsaktivitaeten/news/news-detailansicht/news/viscom-bricht-gav-verhandlungen-ab-und-geht-definitiv-auf-konfrontationskurs.html" target="_blank">scheiterten die Verhandlungen</a> zwischen Druckpersonal und dem Arbeitgeberverband Viscom und in der Westschweiz haben die Verleger den Vertrag mit dem Journalistenverband impressum <a href="http://www.werbewoche.ch/impressum-westschweizer-verleger-weigern-sich-kuendigungen-zu-ueberdenken" target="_blank">aufgelöst</a>. Damit gibt es 2013 erstmals seit Langem keine verbindliche sozialpartnerschaftliche Regelungen mehr in der Medienbranche. Und das dürfte wohl auch so bleiben. Dass diese Prognose nicht allzu gewagt ist, zeigen die erfolglosen Bemühungen der Gewerkschaften um eine Wiederaufnahme von GAV-Verhandlungen mit den Verlegern in der Deutschschweiz. Wobei das auch etwas über das Selbstverständnis vieler Medienschaffenden aussagt. Im Ernstfall sind sie Einzelkämpfer und Egoisten, weil sie sich davon einen grösseren Vorteil erhoffen als von kollektiver Organisierung. Das wissen auch die Verleger und können sich daher die Gewerkschaften locker vom Leibe halten.</p>
<p><a name="NZZ"></a><strong>NZZ-Paywall: Stunde der Wahrheit</strong><br />
Gespannt wartet die Branche auf erste aussagekräftige Zahlen zur Paywall der NZZ. Bis jetzt war stets nur Summarisches zum gesamten Digitalgeschäft zu erfahren; und das läuft ganz gut. Schon vor Einführung der Paywall im letzten Oktober hatte die Neue Zürcher Zeitung 11&#8217;000 Digitalabos verkauft. In welchem Mass die Paywall einen zusätzlichen Kaufanreiz schafft, lässt sich heute nur schwer beurteilen. Sie ist nur einer von vielen Wegen, um den Gratisleser im Netz zum zahlenden Digitalkunden zu machen. Viele sehen die Paywall gar nie. Zwanzig Artikel pro Monat gibt es gratis, bevor sich die Bezahlschranke senkt. Für einen Gelegenheitsleser ist das eine beträchtliche Menge. Je nach Nutzungsverhalten gibt es noch viel mehr, da mit Social Media verlinkte NZZ-Artikel frei zugänglich bleiben. Und wenn dann die Paywall einmal auftaucht, ist man vor die Wahl gestellt, bis Monatsende auf weitere NZZ-Artikel zu verzichten oder 45 Franken zu zahlen für ein zehnwöchiges Probeabo, ein Jahresabo kostet 452 Franken. Gemessen am gebotenen Inhalt sind das gerechtfertigte Preise. Nur: Wenn es um die Ecke das Gleiche gratis gibt, senkt das die Zahlungsbereitschaft. So bietet die neue iPhone-App der NZZ weitgehend den gleichen Umfang wie die Website, und das kostenlos – vorübergehend zumindest. Solche Ungleichzeitigkeiten und Inkohärenzen lassen sich mit den von der NZZ gewählten Weg kaum vermeiden. Da bleibt nur der <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/05/wir-zaehlen-auf-ehrliche-leser/" target="_self">Appell an die Ehrlichkeit der Kundschaft</a>. Peter Hogenkamp, Digitalchef der NZZ, sagt es so: «Wir zählen darauf, dass es genügend aufrechte und ehrliche NZZ-Leser gibt, denen es zu doof ist, dauernd mit ihrem Browser rumzubasteln, um die Paywall auszuhebeln, und die deshalb bereit sind, ein Digitalabo zu zahlen.» Indes handelt auch ehrlich (aber nicht unbedingt aufrecht), wer gewollte Lücken im Digitalangebot nutzt, um kostenlos Artikel lesen zu können. Wie sich die Paywall bewährt, zeigen nur konkrete Zahlen. Bald wissen wir mehr.</p>
<p><a name="tagi"></a><strong>Tages-Anzeiger: Umbau führt zu Abbau</strong><br />
Die Wunderformel des modernen Medienmanagements hat noch lange nicht ausgedient: aus weniger mach mehr. Das ging vor zehn Jahren, das geht heute. Egal wie eine Redaktion verfasst ist, Sparvorgaben werden immer erfüllt. Und selbstverständlich liefern die Journalisten nach einem Stellenabbau ein noch besseres Produkt als zuvor. Nun ist der Tages-Anzeiger wieder an der Reihe mit Sparen. Nach der Massenentlassung vor vier Jahren mit dem Verlust von 50 Stellen stehen diesmal 14 Stellen auf der Streichliste.<br />
Der Abbau ist eine direkte Folge des Umbaus: Die beiden Redaktionen von Tages-Anzeiger und tagesanzeiger.ch <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Res-Strehle-uebernimmt-Gesamtleitung-der-konvergenten-TagesAnzeigerRedaktion/story/26200826" target="_blank">werden zusammengelegt</a>. Dabei, so die Ansicht des Managements, könnten Überkapazitäten entstehen. «Es könnte ja auch sein, dass wir mit der Zusammenführung von zwei Redaktionen nachher zu viele Ressourcen haben.» Ueli Eckstein, Zeitungschef von Tamedia, <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/31/wenn-wir-das-wuessten/" target="_self">der das sagte</a>, nannte auch konkret, wie und wo gespart wird: Funktionen, die es heute sowohl bei der Zeitungs-, als auch der Online-Redaktion gibt, werden zusammengelegt. Während die Zahl der zu streichenden Stellen feststeht, scheint sonst noch sehr wenig klar zu sein. Das führt zu Missstimmung. Die Tagi-Belegschaft fühlt sich mit ihren Anliegen nicht ernst genommen. Sie erwartet von Chefredaktion und Verlag Antworten auf grundsätzliche Fragen: Was für eine Zeitung wird künftig produziert werden? Wie lautet die genaue publizistische Strategie?<br />
Nach den Turbulenzen vor vier Jahren konnte der Tages-Anzeiger dank einer klugen publizistischen Strategie und einer klaren Rollenteilung zwischen Print und Online vorübergehend in ruhigere Gewässer steuern. Gut möglich, dass das auch nach der gegenwärtigen Unruhe gelingt. Mit den Reibungsverlusten, die das gestörte Klima zwischen Personal und Führung bereits heute produziert, sind die Startbedingungen für einen konvergenten Tagi sicher nicht optimal.</p>
<p><a name="baz"></a><strong>Blochers BaZ: Die nackte Zeitung naht</strong><br />
Christoph Blocher kommt seinem Ziel immer näher. Wenn auch noch die Druckerei abgewickelt oder verkauft ist, dann hat er seine BaZ bald als jene «nackte Zeitung», die er sich gewünscht hat. «Das Ziel ist eine &#8218;Basler Zeitung nackt&#8216;, nur mit Redaktion und unabhängigem Verlag», sagte Blocher <a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/31237700" target="_blank">Ende Oktober der «Sonntagszeitung»</a>. Behilflich bei der Umsetzung ist die Zürcher Tamedia, die mit der Basler Zeitung seit Jahren mehrfach geschäftlich verhandelt ist. Deshalb gilt es auch als wahrscheinlich, dass die Basler Zeitung künftig von Tamedia gedruckt wird. Martin Kall, bis Ende 2012 CEO von Tamedia, <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/14/es-gibt-keine-alternative/" target="_self">sagte dazu vieldeutig</a>: «Wir hoffen natürlich, dass wir der leistungsfähige Partner sind. Das war immer unsere Stärke in der Zusammenarbeit mit den Baslern, deshalb hat sich diese Zusammenarbeit unter verschiedensten Eigentümern über Jahre gehalten. Das hat uns wahrscheinlich unterschieden von allen anderen, die immer nur das Ziel hatten, alles besitzen zu wollen.» Die Kooperation rechnet sich für beide Seiten. Tamedia setzt sich nicht weiter dem Vorwurf des Monopolgebarens aus, sondern kann sich im Gegenteil dafür rühmen, die Unabhängigkeit einer Regionalzeitungen wahren zu helfen. Für die BaZ und ihre Eigentümer bietet Tamedia jene Dienstleistungen, die man aus Kostengründen nicht mehr selber erbringen kann und will. 2013 wird die Achse Zürich-Basel weiter gestärkt, wobei sich Tamedia den Vorwurf gefallen lassen muss, als Erfüllungsgehilfe von Blochers Zeitungsprojekt zu agieren.</p>
<p><a name="azm"></a><strong>AZ Medien: ohne CEO, mit Regionalfernsehen</strong><br />
Dass er irgendwann gehen würde, stand nie in Zweifel. Wer mit 39 Jahren eine Stelle als CEO antritt, bleibt selten bis zum Pensionsalter. Doch der Zeitpunkt von Christoph Bauers Abgang als CEO der AZ Medien hat weitherum überrascht – zumal Bauer s<a href="http://www.klartext.ch/?p=9883" target="_blank">elbst von mindestens fünf Jahren sprach</a>, die er im Aargau bleiben wolle; weniger sei verantwortungslos. Geblieben ist er drei. Auch wenn Bauer und die AZ Medien den kurzfristig angekündigten Abgang per Ende Jahr als <a href="http://azmedien.ch/news/2012/2012-12-20_christoph_bauer_verlaesst_az_medien.php" target="_blank">normalen Vorgang zu verkaufen</a> versuchten, kann das nicht darüber hinweg täuschen, dass der CEO ein Unternehmen mitten im Umbruch verlässt. Die Expansion mit den Zeitungen nach Basel, die Konvergenz von Print und Online, der Zukauf von TeleZüri und TeleBärn sind alles andere als verdaut. 2013 wird für die AZ Medien ein Jahr der Konsolidierung. Von den beiden neuen Regionalsendern erhofft man sich Synergieeffekte mit dem hauseigenen Tele M1. Das Potenzial dürfte sich indes in Grenzen halten. «Eine Cashcow wird das Regionalfernsehen nicht», sagte Christoph Bauer als er noch CEO der AZ Medien war. Auch die beiden anderen Baustellen, der Ausbau der digitalen Plattformen und die Arrondierung der Zeitungsgeschäfts unter der neuen Dachmarke Nordwestschweiz, sind zwei harte Brocken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/01/03/baustellen-und-brennpunkte-der-schweizer-medien-2013/">Baustellen und Brennpunkte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Noch etwas brav, aber entwicklungsfähig</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/30/etwas-brav-aber-entwicklungsfaehig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Oct 2012 10:13:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Tageswoche]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Remo Leupin]]></category>
		<category><![CDATA[Guy Krneta]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Oktober 2011 erscheint in Basel die TagesWoche. Nach einem Jahr fällt die Bilanz zwiespältig aus: Die Wochenzeitung mit tagesaktueller Online-Berichterstattung hat die Basler Medienlandschaft zweifellos belebt. Aber sie kann bisher die hohen Erwartungen der Leserschaft noch nicht in allen Punkten erfüllen. Es war wohl die erfreulichste Folge des Trauerspiels um die Basler Zeitung: Im <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/30/etwas-brav-aber-entwicklungsfaehig/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Oktober 2011 erscheint in Basel die TagesWoche. Nach einem Jahr fällt die Bilanz zwiespältig aus: Die Wochenzeitung mit tagesaktueller Online-Berichterstattung hat die Basler Medienlandschaft zweifellos belebt. Aber sie kann bisher die hohen Erwartungen der Leserschaft noch nicht in allen Punkten erfüllen.<br />
<span id="more-30554"></span><br />
Es war wohl die erfreulichste Folge des Trauerspiels um die Basler Zeitung: Im April 2011 wurde die von Roche-Erbin <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/basels-alternative-milliardaerin-1.10361268" target="_blank">Beatrice Oeri</a> alimentierte <a href="http://infocube.ch/de/c/6694193/stiftung-fuer-medienvielfalt" target="_blank">«Stiftung für Medienvielfalt»</a> gegründet. Und ein halbes Jahr später erschien erstmals die von der Stiftung mitfinanzierte <a href="http://www.tageswoche.ch/" target="_blank">Tageswoche</a>, eine neue Wochenzeitung mit tagesaktueller Website. Der gedruckte Inhalt der Zeitung, so die Idee, sollte online weiterentwickelt werden und so ein Zusammenspiel zwischen alten und neuen Medien entstehen.</p>
<p>Von Anfang an musste die TagesWoche versuchen, den hohen Ansprüchen der Leserschaft gerecht zu werden. Die Enttäuschung und der Ärger über den Kurs der BaZ trieb der Alternative nachgerade erwartungsfrohe Leser in die Arme. Nach einem Jahr auf dem Markt lässt sich eine erste Bilanz ziehen. Liest man die Leserkommentare und -wünsche <a href="http://blogs.tageswoche.ch/de/blogs/mittendrin/473251/ein-jahr-tageswoche-wir-wollen-ihr-feedback.htm?ls-acm1=20&amp;acid=10216#alle-kommentare" target="_blank">zum ersten Geburtstag</a>, wird schnell klar: Die junge Zeitung hat in kurzer Zeit eine feste Anhängerschaft gefunden. Die meisten Leser loben die Frische, die Themensetzung und die Meinungsvielfalt des Blatts.</p>
<p>Auch der Basler Autor und Schriftsteller Guy Krneta, der als Initiator der Aktion <a href="http://www.rettet-basel.ch/" target="_blank">«Rettet Basel»</a> den Weg für die Gründung der TagesWoche ebnete, äussert sich gegenüber der Medienwoche grundsätzlich zufrieden: «Nach einem zu vorsichtigen Start ist die Zeitung unterdessen pointierter geworden.» Besonders die Papierausgabe sei aber noch optimierungsfähig: «Ein feuilletonistisch-politischer Blick auf die Welt wäre mir lieber als der gegenwärtige ‚magazinhafte’.»</p>
<p>Wenn man sich in Basel umhört, sei es unter Zeitungslesern oder unter Medienschaffenden, fällt manches Urteil verhalten aus. Die meiste Kritik betrifft dieselben Punkte: die fehlende Abdeckung des gesamten Lokalgeschehens, der fehlende Biss sowie eine gewisse Belanglosigkeit in der Themenwahl.</p>
<p>Tatsächlich wirken manche Ausgaben der Tageswoche etwas selektiv und zufällig zusammengestellt. Zwar bildet die regionale Politik einen klaren Schwerpunkt, aber dennoch informiert die TageWoche ihre Leser weniger umfassend als die Basler Zeitung. Remo Leupin, Co-Redaktionsleiter der TagesWoche, betont im Gespräch mit der Medienwoche die Fokussierung der Zeitung auf besonders relevante Fragen: «Wir bringen wichtige Themen wie die Stadtentwicklung oder das Verhältnis zwischen Universität und Pharmaindustrie auf die Agenda. Am vergangenen Wochenende haben wir aber auch als Erste Analysen und Kommentare zu den Basler Regierungsrats- und Grossratswahlen publiziert.» Für eine komplette Abdeckung beispielsweise aller Grossratsdebatten würden die personellen Kapazitäten nicht reichen: «Unsere gesamte Redaktion, inklusive Sport- und Kulturjournalisten, ist schliesslich etwa gleich gross wie die Regionalredaktion der BaZ.»</p>
<p>Auch in anderen Bereichen macht sich die Grösse der Redaktion bemerkbar. So ist etwa das Kulturressort stark auf Populärkultur fokussiert. Für Literatur, klassische Musik, Museumsaustellungen bleiben wenig Kapazitäten. Die inhaltliche Qualität der Print-Ausgabe schwankt stärker als bei anderen wöchentlich erscheinenden Publikationen. Und für ein sorgfältiges Layout scheint es nicht ganz immer zu reichen. Immerhin: Über die schlimmste Phase des <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2011_51/basel/169826/drei-frauen-im-schilf.htm" target="_blank">grafischen Experimentierens</a> scheint die Zeitung hinweg zu sein. Und die Bildredaktion wurde erst kürzlich von zwei auf drei Personen ausgebaut.</p>
<p>Der Biss, der von der TagesWoche immer wieder eingefordert wird, ist nicht in allen Ausgaben gleichermassen vorhanden. Remo Leupin bestreitet aber, dass die Zeitung zu zahm sei: «Der Vorwurf stimmte vielleicht in Bezug auf die ersten Ausgaben, aber unterdessen schreiben das viele Journalisten, die über uns berichten, einfach voneinander ab. Es gab auch schon Leute, die uns des Boulevardjournalismus bezichtigten, nur weil wir ihnen auf die Füsse getreten sind.» Die scharfen Reaktionen auf gewisse Artikel seien der beste Beweis, dass die TagesWoche auch bissig sein könne. «Wir wollen aber nicht bissig sein um des Bissigseins willen; das ist auch eine Frage der Seriosität und Ethik.»</p>
<p>Es gibt tatsächlich einige positive Beispiele. Zu den Höhenpunkten des ersten Jahrs gehörten zweifelsfrei Michael Rockenbachs schonungslose <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2011_45/basel/110294/fuenf-vor-zwoelf-im-baselbiet.htm" target="_blank">Analyse der basellandschaftlichen Politik</a> sowie eine Reihe kritischer Artikel zur <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2012_35/basel/454130/das-falsche-paradies.htm" target="_blank">Politik der rotgrünen Basler Regierung</a>. In diesen wie in vielen anderen Artikeln ist die politische Linie der TagesWoche linksliberal, wobei man ihr nicht vorwerfen kann, parteigebunden zu argumentieren. Auch die linken Parteien werden regelmässig kritisiert.</p>
<p>In einem Punkt verdient die TagesWoche uneingeschränktes Lob: Wie kaum ein anderes Schweizer Medium hat sie es schon im ersten Jahr geschafft, die Leser einzubeziehen und eine Community-Atmosphäre zu schaffen. Will man die Artikel online kommentieren, ist die Registrierung obligatorisch. Mit erfreulichen Resultaten: Im Unterschied zu den üblichen Schimpftiraden der anonymen Besserwisser und Wutbürger bleibt die Diskussion auf dem Portal der TagesWoche praktisch immer sachlich und freundlich. Laut Leupin mussten in einem ganzen Jahr erst drei oder vier Kommentare entfernt werden. Da die JournalistInnen sich nicht scheuen, auf Kritik direkt einzugehen, entsteht oft ein Dialog, in den sich bisweilen auch Vertreter der Lokalpolitik einmischen. Diese Form von Interaktion zwischen Medienschaffenden, Leserschaft und Politik ist vorbildlich.</p>
<p>In der Print-Ausgabe hingegen ist der Einfluss der Leser noch weniger spürbar. Überhaupt ist die Aufgabenverteilung zwischen Online und Print noch nicht eindeutig wahrnehmbar definiert und wird meistens recht konventionell gehandhabt. Es wird im zweiten Jahr eine zentrale Herausforderung für die Redaktion, den Mehrwert der gedruckten Zeitung klarer aufzuzeigen, ohne dass die Online-Ausgabe an Attraktivität verliert.</p>
<p>Die Verkaufszahlen der TagesWoche lassen sich bisher durchaus sehen. Die verkaufte Auflage liegt <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2012_39/basel/466454/wemf-die-tageswoche-liegt-gut-im-rennen.htm" target="_blank">bei über 22&#8217;500 Exemplaren</a> (davon 18&#8217;600 Abos) ; das ist rund ein Drittel der Auflage der Basler Zeitung (noch 68&#8217;000). Laut Leupin hat die TagesWoche damit die eigenen Erwartungen im ersten Jahr deutlich übertroffen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass viele Basler vor einem Jahr die Zeitung blind abonniert haben, weil sie damit ein Zeichen gegen die BaZ setzen wollten. Diese Leser gilt es nun bei Stange zu halten, will man das Ziel, innert vier Jahren selbsttragend zu sein, erreichen und der Basler Zeitung weiterhin Konkurrenz machen. Wobei: Auch wenn der Kontrast von der politischen Ausrichtung und der Themensetzung her augenscheinlich ist, greift die TagesWoche die BaZ bisher nur selten direkt an. Die Redaktion scheint es verinnerlicht zu haben, dass man sich nicht als Anti-BaZ profilieren will. Gleichwohl dürfte die TagesWoche manchmal etwas mehr Gegensteuer <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/03/auf-dem-weg-in-die-bedeutungslosigkeit/" target="_self">zum Rechtskurs der BaZ</a> geben.</p>
<p>Trotzdem: Das Fazit nach dem ersten Jahr TagesWoche fällt vorsichtig positiv aus. Die Zeitung hat ihre definitive Form noch nicht gefunden. Sie hat die Medienlandschaft nicht revolutioniert. Aber das Experiment läuft weiter und hat das Potential zu einer erfolgreichen Weiterentwicklung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/30/etwas-brav-aber-entwicklungsfaehig/">Noch etwas brav, aber entwicklungsfähig</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/03/auf-dem-weg-in-die-bedeutungslosigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Oct 2012 09:57:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Leser]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Auflage]]></category>
		<category><![CDATA[Mischa Hauswirth]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer tiefer sinkt die Basler Zeitung in der Publikumsgunst. Die Auflage befindet sich im freien Fall. Ein Blick in das Blatt zeigt die Gründe für den Absturz: Mit dem Rechtsruck unter Chefredaktor Markus Somm hat die BaZ gleichzeitig das journalistische Niveau gesenkt. Damit gleicht die Traditionszeitung stärker einem Provinzblatt als einem Titel von nationaler Bedeutung. <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/03/auf-dem-weg-in-die-bedeutungslosigkeit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer tiefer sinkt die Basler Zeitung in der Publikumsgunst. Die Auflage befindet sich im freien Fall. Ein Blick in das Blatt zeigt die Gründe für den Absturz: Mit dem Rechtsruck unter Chefredaktor Markus Somm hat die BaZ gleichzeitig das journalistische Niveau gesenkt. Damit gleicht die Traditionszeitung stärker einem Provinzblatt als einem Titel von nationaler Bedeutung.<br />
<span id="more-30541"></span><br />
Am Anfang war das hehre Wort: Als Markus Somm vor zwei Jahren als neuer Chefredaktor der Basler Zeitung vorgestellt wurde, kündigte er an, er wolle eine überparteiliche Forumszeitung machen. In Basel aber waren die Befürchtungen gross. Somm, so dachten viele, würde die BaZ zu einem rechten Kampfblatt umbauen. Zieht man heute Bilanz, so lässt sich sagen: Die Befürchtungen waren berechtigt. Schlimmer noch: Somm hat die BaZ zu einem schlecht geschriebenen rechten Kampfblatt umgebaut. Was vor zwei Jahren noch eine etwas provinzielle Regionalzeitung war, ist heute, je nach Artikel, fundamentalistisch, kleingeistig oder schlicht irrelevant.</p>
<p>Somm selbst hat sich als genau der orthodoxe Priester herausgestellt, als den ihn Constantin Seibt vor zwei Jahren <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Ein-Prediger-von-Gott-verlassen-/story/27345449" target="_blank">treffend charakterisierte</a>. Seine Kommentare sind hochgradig voraussehbar. Sie handeln von den immer gleichen Feindbildern: EU, Linke, Nette, Umweltschützer, Asylbewerber und so weiter. Zu Stadt und Region Basel hat Somm nach wie vor keinen Bezug gefunden. Wenn er über regionale Themen schreibt, ist seine Ahnungslosigkeit offensichtlich. Kein Wunder: Seine Mission ist eine nationale, keine lokale. «Somm wird sich für Basel neu erfinden müssen», meinte Seibt vor zwei Jahren. Nichts in diese Richtung ist geschehen.</p>
<p>Stattdessen hat Somm die Redaktion seinen Vorstellungen entsprechend umgebaut. Entlassene oder freiwillig gegangene Redaktionsmitglieder wurden durch mehr oder weniger unerfahrene Neulinge von Somms Gnaden ersetzt. Somms Statthalter im Regionalteil sind <a href="http://bazonline.ch/stichwort/autor/mischa-hauswirth/s.html" target="_blank">Mischa Hauswirth</a> und <a href="http://bazonline.ch/stichwort/autor/michael-bahnerth/s.html" target="_blank">Michael Bahnerth</a>: Beide greifen bevorzugt zum verbalen Zweihänder, beide teilen Somms Feindbilder. «Haudrauf-Hauswirth», wie er genannt wird, hat sich dem Aufblasen der Kriminalitätsproblematik verschrieben. Praktisch täglich erscheint ein Artikel, in dem Basel zum gefährlichen Ghetto hochstilisiert wird. Wie jetzt eine Studie der Universität Zürich zeigt, bewirtschaftet die BaZ die Themen Gewalt und Sicherheit <a href="http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/baselbiet/eine-zeitung-hat-ihr-thema-gefunden-125251344" target="_blank">wie keine andere Schweizer Zeitung</a>. Doch damit schreibt man offensichtlich am Volk vorbei. Eine «Sicherheitsinitiative» der Basler SVP wurde diesen Frühling <a href="http://www.news.ch/Basel+Stadt+lehnt+die+SVP+Sicherheitsinitiative+ab/528133/detail.htm" target="_blank">klar abgelehnt</a>. Nun versucht Hauswirth, die rechtsbürgerlichen Regierungskandidaten zu pushen. Und tatsächlich ist die Sicherheit unterdessen zum Hauptthema der Wahlen aufgestiegen.</p>
<p>Für eine kurze Analyse der journalistischen Methoden von Somm und seinen Gesinnungsgenossen genügt der Blick in drei BaZ-Ausgaben. Vom 20. bis am 22. September bot die BaZ alles, was sie seit dem Rechtsruck ausmacht:</p>
<p>Am 20. September im Regionalteil ein <a href="http://bazonline.ch/basel/stadt/Veganismus-ist-ein-Rueckschritt-in-der-Evolution/story/16539561" target="_blank">Kommentar von Michael Bahnerth</a> zum Streit über die fleischlose Uni-Mensa, welche gewisse Studentenvertreter gefordert haben. Der Artikel ist im Grunde genommen so belanglos wie der Konflikt, den er behandelt. Er ist aber ein gutes Beispiel für die Arbeitsweise der Somm-Adlaten. Kraft seiner Autorität als Fleischkonsument sieht Bahnerth die «pluralistischen Gesellschaft» in Gefahr, sollte die Uni nur noch vegetarisch kochen. In hämischem Tonfall schreibt er über «universitäre Salon-Veganer oder Schickimicki-Vegetarier». «Kein Fleischfresser», so Bahnerth, «käme auf die Idee, Fleischfeinden den Massenverzehr von Salatblättern zu verbieten und ihnen Genozid am Gemüse vorzuwerfen.» Das ist unterstes Stammtischniveau. Wie so etwas in der Redaktion durchkommen kann, ist eigentlich unerklärlich. Am nächsten Tag schreibt übrigens derselbe Bahnerth, Basel sei dabei, «abzugleiten in kleingeistige Sphären und intellektuelle Spiessigkeit». Selbsterkenntnis?</p>
<p>Doch es kommt noch dicker: Bahnerth behauptet, in einer fleischlosen Gesellschaft würden die Menschen hungern, «weil die Erde einfach zu wenig Anbaufläche bietet, um ihre Bewohner vegan satt zu kriegen». Die Tatsache, dass die Fleischproduktion im Vergleich zur Gemüseproduktion ein Vielfaches an Ressourcen braucht, kann auch an Bahnerth kaum vorübergegangen sein. Es ist also davon auszugehen, dass er bewusst Unwahrheiten verbreitet. Häme, Stammtischgepolter, haltlose Behauptungen, das Ganze garniert mit etwas Freiheitsverteidigungsgelaber. Es ist das übliche trostlose Rezept für einen Kommentar in der BaZ, Ausgabe 2012.</p>
<p>Zur Mörgeli-Affäre veröffentlicht die BaZ am 21. und 22. September nicht weniger als fünf Artikel. Vier davon von Beni Gafner, Bundeshausredaktor von Somms Gnaden, Armeespezialist und Schaffhauser. Ganz offensichtlich sind die Artikel über die »politisch hinterhältige Attacke» Teil eines Gegenangriffs zur Entlastung Mörgelis, im Gleichschritt mit der Weltwoche. In Gafners beiden Tageskommentaren wird der SVP-Totentänzer als Opfer einer «erfolgreich arglistig lancierten Aktion» dargestellt. Die Uni Zürich, «das (sic!) Intrigenstadel an der Rämistrasse» ist laut Gafner eine «Wohlfühl-Oase für Heckenschützen», der Rektor überfordert. Mörgelis offensichtliche Verfehlungen werden in einem einzigen Nebensatz erwähnt und von Guido Blumer (der Verleger, dessen Winterthurer <a href="http://www.stadtblatt.ch/" target="_blank">Stadtblatt 2008 Pleite ging</a>) als «These» bezeichnet, die «sich die helvetischen Medienschaffenden gegenseitig» abschreiben. Auch das sind BaZ-typische Methoden: Man schiesst gegen die angebliche Bildungselite und die angeblich linken Journalisten. Anerkannte Tatsachen (so zum Beispiel auch der Klimawandel) werden zu blossen Hypothesen degradiert.</p>
<p>In der Samstagsausgabe meldet sich schliesslich auch noch der grosse Zampano selbst zu Wort: Dieses Mal <a href="http://bazonline.ch/ausland/amerika/Das-Streben-nach-Glueck/story/25962540" target="_blank">verteidigt er Mitt Romneys Aussage</a> von den Obama-Wählern als 47 Prozent Sozialschmarotzern. Das Sozialsystem, so Somm, führt dazu «dass eine Minderheit der Besitzenden und Reichen von einer Mehrheit auf demokratischem Weg nach und nach enteignet wird». Die Reichen, so Somm, werden übervorteilt und erpresst, das Monster Sozialstaat zerreisst den Zusammenhalt der Gesellschaft. Einmal mehr scheint das verquere Weltbild des Markus Somm durch: Wer nicht reich ist, ist für ihn ein Sozialschmarotzer. Auf krasse Weise betreibt Somm Klassenkampf von oben. Seine Botschaft ist klar: Die Reichen sind die rechtmässige Elite, eigentliche Heilsbringer, welche durch den demokratischen Pöbel bedroht werden. Pflichten gegenüber der Gesellschaft scheinen nur die Armen zu haben. Der Milliardärsgünstling Somm stellt demokratische Prinzipien offen in Frage.</p>
<p>Natürlich gibt es bei der BaZ auch weiterhin Journalisten, welche nicht die Sommsche Ideologie vertreten: Linke Politiker kommen in Kolumnen zu Wort und im Regionalteil arbeiten durchaus noch einige SVP-kritische Leute. Diese lässt man aber hauptsächlich über das Tagesgeschehen schreiben, um so eine Meinungsvielfalt innerhalb der Zeitung vorzugaukeln: eine Feigenblattpolitik, wie man sie von der «Weltwoche» her bereits kennt. Die für Somm wichtigen Themen werden durch Linientreue beackert: Hauswirth schreibt über Gewalt, Bahnerth über Freiheit, Gafner über die Armee und der Chefredaktor fasst in seiner samstäglichen Predigt noch einmal alles zusammen. Durch ständige Wiederholung derselben Litaneien sollen die Leser auf Kurs gebracht werden.</p>
<p>Seit Anfang Jahr erscheint die BaZ zudem auch am Sonntag, ohne dass dafür zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden wären: ein Abfallverwertungsprodukt voller Belanglosigkeiten, welches allein dem Aufblasen der Auflage dient. In Wirklichkeit verliert die BaZ weiterhin <a href="http://www.werbewoche.ch/baz-auflage-im-freien-fall" target="_blank">Abonnenten und Auflage</a>. Immer häufiger trifft man auch politisch interessierte Basler, welche die einstige Monopolzeitung gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Gleichzeitig scheint auch Somms nationaler Plan nicht aufzugehen. Die BaZ hat es nicht zur landesweit gelesenen Rechtszeitung gebracht. Wer diese Art von Journalismus will, bevorzugt die Weltwoche, wo die Journalisten fähiger sind und das Blatt mit einer gefälligen Aufmachung zur Lektüre animiert. Die BaZ dagegen serbelt in Basel vor sich hin und befindet sich auf dem besten Weg in die Bedeutungslosigkeit.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/03/auf-dem-weg-in-die-bedeutungslosigkeit/">Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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