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	<title>Blattkritik | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 03 Feb 2018 15:16:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>«Der Alltag mit der Republik beginnt»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/02/03/der-alltag-mit-der-republik-beginnt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Feb 2018 15:16:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blattkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Völkerrechtlerin Miriam Minder blickt in zwei Akten, mit Ouvertüre, Intermezzo und Epilog, auf die ersten fünfzehn Tage des digitalen Magazins zurück.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/02/03/der-alltag-mit-der-republik-beginnt/">«Der Alltag mit der Republik beginnt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Völkerrechtlerin Miriam Minder blickt in zwei Akten, mit Ouvertüre, Intermezzo und Epilog, auf die ersten fünfzehn Tage des digitalen Magazins zurück.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/02/03/der-alltag-mit-der-republik-beginnt/">«Der Alltag mit der Republik beginnt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein erster kritischer Blick auf die junge «Republik»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/01/15/ein-erster-kritischer-blick-auf-die-junge-republik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2018 15:20:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blattkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Sonntagnachmittag erscheint die lange erwartete «Republik». Ganz ohne Pauken und Trompeten, dafür mit langen Texten erfolgte der Launch. Wir haben vier Fachleute gebeten, einen kritischen Blick auf den Journalismus, das Storytelling, das Design und die Community der jungen «Republik» zu werfen. Journalismus: Wieviel WOZ steckt drin? Storytelling: Fokus auf den Kern Design: vom Inhalt <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/15/ein-erster-kritischer-blick-auf-die-junge-republik/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit Sonntagnachmittag erscheint die lange erwartete «Republik». Ganz ohne Pauken und Trompeten, dafür mit langen Texten erfolgte der Launch. Wir haben vier Fachleute gebeten, einen kritischen Blick auf den Journalismus, das Storytelling, das Design und die Community der jungen «Republik» zu werfen.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-52020" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/01/MW-Republik-Launch_20180115.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/01/MW-Republik-Launch_20180115.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/01/MW-Republik-Launch_20180115-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/01/MW-Republik-Launch_20180115-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/01/MW-Republik-Launch_20180115-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/01/MW-Republik-Launch_20180115-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<ol>
<li><a href="#journalismus">Journalismus: Wieviel WOZ steckt drin?</a></li>
<li><a href="#storytelling">Storytelling: Fokus auf den Kern</a></li>
<li><a href="#design">Design: vom Inhalt her gedacht</a></li>
<li><a href="#community">Community: Im Plattform-Dilemma</a></li>
</ol>
<h3 id="journalismus" style="margin-bottom: 12px;">Journalismus: Wieviel WOZ steckt in der «Republik»?</h3>
<p><strong><a href="http://www.woz.ch/" target="_blank" rel="noopener">Anna Jikhareva, Redaktorin WOZ</a></strong><br />
Ein Porträt der «Manipulationsmaschine Facebook» und eines des eritreischen Priesters Mussie Zerai, der Geflüchteten das Leben rettet. Eine Recherche über die Mitschuld der Banken im Tamil-Tigers-Prozess und eine Analyse von Angela Merkels Verhandlungsgeschick. Schliesslich das Interview mit einer Linguistin und ein epischer Essay über Irrationalität in der Politik: Das sind die ersten Berichte der «Republik».</p>
<p>Wieviel WOZ steckt in diesen Texten, will die «Medienwoche» wissen. Was das bloss heissen mag! Für mich persönlich am ehesten, dass man die journalistische Neugier mit einer politisch linken Haltung verbindet: in der Auswahl von Themen, in der Perspektive, aus der Politik verhandelt wird, im Beleuchten von Machträumen, die sonst im Dunkeln bleiben.</p>
<p>Wer sich mit diesen Kriterien im Hinterkopf durch die ersten Texte der «Republik» liest, merkt schnell: Das Erzählen flotter Stories ist weit wichtiger als die politische Haltung. Sehr glatt kommen viele der Beiträge daher, beinahe glattgebügelt. Gedanklich spielen sie irgendwo zwischen dem Silicon Valley und der Zürcher Langstrasse.</p>
<p>Natürlich sind wir ein bisschen stolz auf den Raketenstart unseres ehemaligen Kollegen Carlos Hanimann. Wie er im Tamil-Tigers-Prozess die Bank ins Visier nimmt: Das ist sehr WOZ-like. Das Interview über politisches Framing hingegen wäre sicherlich anders ausgefallen.</p>
<p>Und auch in anderen Belangen unterscheidet sich die «Republik» stark von der WOZ: Wo erstere konsequent die männliche Form verwendet, legt letztere Wert auf eine gendergerechte Sprache. In dieser Hinsicht wünsche ich den KollegInnen für die Zukunft ein bisschen mehr Mut. Auch, was die Länge der Texte betrifft: Mut zur Kürze. Denn wo eine gedruckte Zeitung ein Seitenende kennt, ist das Internet bekanntermassen geduldig. Entsprechend hat der erste grosse Essay von Constantin Seibt dann auch mehr als 50&#8217;000 Zeichen, auch die Kolumne von Daniel Binswanger ist länger ausgefallen als die bisherigen.</p>
<p>Vielleicht ist nach den ersten Texten das Fazit sowieso: Nur wenig WOZ steckt in der «Republik», dafür ziemlich viel «Tagi-Magi» oder «Zeit-Magazin».</p>
<h3 id="storytelling" style="margin-bottom: 12px;">Storytelling: Fokus auf den Kern</h3>
<p><strong><a href="https://alexandrastark.ch/" target="_blank" rel="noopener">Alexandra Stark, Studienleiterin am MAZ</a></strong><br />
«Pur» muss Journalismus sein, heisst es <a href="https://www.republik.ch/manifest" target="_blank" rel="noopener">im Manifest der «Republik»</a>. Die Redaktorinnen und Redaktoren haben, so der erste Eindruck, nicht vor, beim «Reduce to the max» halbe Sachen zu machen (diese Kritik bildet den Stand 15.1.18 um 11.30 Uhr ab):</p>
<p>Nichts stört beim Lesen des genau so hervorragenden wie ausführlichen Texts von Adrienne Fichter zu Mark Zuckerberg und Facebook (<a href="https://www.republik.ch/2018/01/13/zuckerbergs-monster" target="_blank" rel="noopener">«Zuckerbergs Monster»</a>). Kein Link, der auf Quellen verweist. Kein Zeitstrahl der z.B. die Meilensteine der fatalen Entwicklung auf einen Blick erfassbar macht, keine Infografik die plakativ zeigt, wie mächtig Facebook geworden ist. Keine eingebetteten Tweets oder Screenshots, die den Ursprung von Aussagen belegen. Sogar als Video verfügbare Zitate, die als Beleg dienen könnten, werden transkribiert.</p>
<p>Dafür gibt es ein paar Fotos. An den Stellen, wo sie eingepflegt sind, haben sie inhaltlich nicht viel verloren und der Zusatznutzen, den sie bieten, ist für die Geschichte unerheblich. Genau so wie die Quotes. Auf der Desktop-Ansicht kann über diese Elemente hinweg gescrollt werden. Auf der mobilen Ansicht sind Quotes redundante Information und sie unterbrechen wie auch die Bilder und Legenden den Lesefluss.</p>
<p>Die nächsten Wochen werden zeigen, was «Pur» bei der Republik genau heisst. Dass es viel mehr ist, als das Festhalten an (gut strukturierten) Texten und lieb gewonnenen Print-Layoutroutinen, wo Bilder und Quotes Bleiwüsten auflockern sollen, zeigt sich bei der <a href="https://www.republik.ch/2018/01/13/kolumne-nahr-appenzell" target="_blank" rel="noopener">Multimedia-Kolumne «Unterwegs mit Nahr»</a>. Der Fotograf Dominic Nahr zoomt eine Minute und vierzehn Sekunden lang in ein einziges Bild hinein, das auf einem Kontaktbogen farbig eingekreist ist und seinen Götti zeigt. In diesen 74 Sekunden schlägt Nahr als Ich-Sprecher einen sehr persönlichen Bogen über sein Leben zwischen Heiden und Asien und wir hören den schwer kranken Götti, der sich seiner Frau gegenüber rechtfertigt, warum er nicht mehr trinken will. Ein vielversprechendes Format. In diesem Sinn: Weiterhin viel Freude beim Übersetzen von «pur» ins digitale Zeitalter!</p>
<h3 id="design" style="margin-bottom: 12px;">Design: vom Inhalt her gedacht</h3>
<p><strong><a href="http://theband.cc/" target="_blank" rel="noopener">Marco Leisi, Webdesigner</a></strong><br />
Die frische «Republik» hält, was sie versprochen hat und bietet soliden Journalismus. An ihrer in den Grundzügen durchaus gelungenen Darbietung muss sie jedoch noch feilen, hämmern, denken und dann vielleicht auch nochmals die eine oder andere Mauer rausbrechen, damit die Plattform schliesslich der Qualität des Inhalts gerecht wird.</p>
<p>Ein Magazin zu lancieren, das nur online erscheint, ist kein Zuckerschlecken. Im Print kann man ein, zwei Layouts ausprobieren und nimmt dasjenige, das der Testgruppe am besten gefallen hat. Online muss – und kann – man ständig neue Trends bedienen. Ausserdem gehen Konventionen schnell vergessen, denn ein Designer will immer neues Schaffen. Zudem haben die 15&#8217;000 Verlegerinnen und Verleger der «Republik» alle ihre Meinungen und Gusti. Diesen gerecht zu werden nach der langen Zeit des Wartens , kann schafft niemand auf Anhieb. Das wissen auch die Macherinnen und Macher der «Republik» und zetteln deshalb bereits im Launch-Newsletter eine Debatte zu Optimierungen des Webauftritts an. Einladung angenommen.</p>
<p>Ich finde den Auftritt gelungen. Es ist ein Mobile-First-Approach, der auch auf Desktops einen guten Eindruck hinterlässt. Die Landing-Page für nicht eingeloggte Nutzer ist schlicht, hat keinen unnötigen Firlefanz und fokussiert auf die Inhalte. Erst in zweiter Hierarchie folgen Branding und Navigation. Eine vorbildliche Nutzerführung, denn – und das werden auch noch alle Techie-Nörgler merken – Content ist immer noch King. Zugegeben, der Anmeldeprozess ist zwar ohne Hürde, aber hier hätte man doch gut mit einer klassischen Technologie mit Passwort verfahren können, damit ich auf verschiedenen Geräten mit demselben Browser mich nicht mehrmals hätte einloggen müssen. Solche Kleinigkeiten sind schnell vergessen, wenn man in der Übersicht gelandet ist und sich – ohne Werbung und Widget und mit einfachster Navigation – den Artikeln widmen kann.</p>
<p>Jede Leserin und jeder Leser, davon bin ich überzeugt, wünscht sich eine so schlanke und sauber aufgeräumte Artikelansicht, wie sie die «Republik» hier bietet. Sie lädt zum Lesen am Bildschirm ein, es gibt viel Platz, um mit Bildern etwas zu erzählen, man wird durch keine Sidebar voller Navigationsoptionen abgelenkt. Einmal am Schluss des Artikels angelangt, ist man am Ende. Was dann?</p>
<p>Das grosszügige Schriftkonzept gefällt und würde noch viel mehr zum Lesen einladen, wenn da nicht die Serifen im Fliesstext wären. Es gibt seit über 15 Jahren immer wieder Studien, die belegen, dass serifenlose Schriften am Bildschirm besser rezipiert werden können . Der Kontrast zwischen Hintergrund und Schrift könnte zudem etwas weniger stark sein, bzw. der Hintergrund eine Nuance ins Grau gehen, denn alle neuen Bildschirme sind sehr kontrastreich, dass es auf Artikelebene hier ziemlich grell reinknallt.</p>
<p>Man kann davon ausgehen, dass die Übersichtsseiten (in der Mehrzahl, denn in Zukunft werden bestimmt auch Kategorien, inkl. Suchfunktion angeboten) und natürlich auch die längeren Artikel noch besser belebt, sprich: illustriert werden. Ich wünsche mir deshalb eine Bildredaktion, die ebenso sorgfältig arbeitet, wie das die Journalisten bereits tun und nur zur Not oder ganz bewusst zu Bildern zu Agentur- oder Stockbildern greifen.</p>
<p>Dead Ends mag ich nicht so gerne und empfehle deshalb, am Schluss der Artikel wenigstens ein bisschen auf Related Content hinzuweisen oder zumindest das Logo mit Feed-Navi eingeblendet lassen, damit man – ohne Weg zurück –schnell den nächsten Artikel lesen kann. Oder die verknüpfte Debatte aufrufen. Das ist übrigens eine gute Idee, nur ausgewählte Artikel zur Diskussion freizugeben, das fördert die Qualität des Dialogs. Das Debatten-Layout müsste dann aber auch dialogisch aufgebaut sein, ansonsten wirkt es so banal wie die (Hass-)Kommentarspalten des Tagesanzeigers. – Mut zu gut Bewährtem und durchdachtem Neuem also!</p>
<h3 id="community" style="margin-bottom: 12px;">Community: Im Plattform-Dilemma</h3>
<p><strong><a href="http://philippe-wampfler.ch/" target="_blank" rel="noopener">Philippe Wampfler, Social-Media-Spezialist</a></strong><br />
Facebook sei «eine Maschine, die Gesellschaften spaltet», heisst es im Schlussabschnitt des <a href="https://www.republik.ch/2018/01/13/zuckerbergs-monster" target="_blank" rel="noopener">ersten grossen «Republik»-Artikels</a>, den Adrienne Fichter geschrieben hat. Die Metapher der Maschine hat die «Republik» auch für die eigene Plattform gewählt. Das Projekt soll die alternative Maschine werden, welche die Demokratie jenseits der Einflüsse der alten und der intransparenten Algorithmen der neuen Medienwelt mit Beiträgen antreibt. Wie ist sie angelaufen?</p>
<p>Entscheidend für ihren Erfolg ist die Community. Die Metapher, sie bestünde aus «Verlegerinnen und Verlegern», deutet an, dass es darum geht, Verantwortung zu übertragen. Mitreden kann bislang, wer zahlt: Die Paywall schränkt effektiv das Schreibrecht in den Diskussionen ein. Dadurch entsteht ein positiver, konstruktiver Ton – auch weil die Mitarbeitenden der Republik, zumindest teilweise, in den Diskussionen anwesend sind. Symptomatisch ist die Bemerkung von Fichter, sie würde den Teil der Community duzen, dem sie schon einmal begegnet sei. Hier wird deutlich: Die Steifheit der traditionellen Medien lässt sich schwer abstreifen. Das Twitter-Sie markiert eine bewusste Distanzierung und Herabsetzung einer Person, das Du ist die Norm. Bei der «Republik» ist das offenbar noch nicht ganz so klar.</p>
<p>Es fehlt denn auch viel Werkzeug, das Plattformen sonst bereitstellen. In den Kommentaren fehlt die Möglichkeit, Links oder Bilder einzufügen (auch in den Texten gibt es spärliche Links). Wer kommentiert, erhält keine Benachrichtigungen über Reaktionen. Die Verknüpfung mit Social Media fehlt. So entstehen verschiedene Diskursräume: Der eingebettete Reporter <a href="https://twitter.com/schnibben/status/951037392076640256" target="_blank" rel="noopener">Cordt Schnibben diskutiert auf Twitter</a> etwa mit Wolfgang Blau über Stil und Länge der «Republik»-Texte. <a href="https://twitter.com/ChristophKappes/status/952619030464159746" target="_blank" rel="noopener">Christoph Kappes und Wolfgang Michal äussern Kritik</a> am Text von Fichter und an der Ausrichtung der Republik – unsichtbar für die Foren, in denen sich die Community unterhält.</p>
<p>Die Entwicklung der Blogs zeigt deutlich, wie sich die Diskussionen von den Postings der Artikel hin zu den Plattformen Twitter und Facebook bewegt haben. Die «Republik» versucht, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Weil sie nicht auf Werbung und Klicks angewiesen ist, kann sie der Versuchung widerstehen, bei Facebook Reichweite zu kaufen – auf ihrer Facebook-Seite sind die aktuellen Artikel nicht verlinkt.</p>
<p>Ob das gelingt, kann heute noch nicht abgeschätzt werden. Der Fokus, den mit präzisen Fragen an die Leserinnen und Leser angestrebt wird, ist zu begrüssen. Innovativ ist er nicht: Er erinnert an die Bemühungen der NZZ, die Qualität des Feedbacks zu verbessern. Und bislang gibt es auch kaum Massnahmen, den Fokus wirksam herzustellen – Kommentare schöpfen die volle Breite der möglichen Reaktionen auf Texte aus. Einen konsequenten Bezug zur Frage einzufordern, bräuchte grossen redaktionellen Mut mit ungewissen Erfolg: Schon heute dürfte sich das relevante Gespräch über die «Republik» auf Twitter und Facebook abspielen, nicht in den Community-Foren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/15/ein-erster-kritischer-blick-auf-die-junge-republik/">Ein erster kritischer Blick auf die junge «Republik»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein bluttes Füdli – ist das gut für den Kopf?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Rothenbühler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jun 2017 09:19:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[L'Hebdo]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Jacques Pilet]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Bon pour la tete]]></category>
		<category><![CDATA[Blattkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das neue Westschweizer Online-Magazin «Bon pour la tête» startet verhalten. In der Blattkritik von Peter Rothenbühler schneidet das «widerspenstige» Medium noch zu brav ab, zu beliebig und zu berechenbar. Da hilft auch die Prise Sex nichts, die zur Première eingestreut wurde. «Bon pour la tête» heisst das jüngste Medium der Westschweiz, exakt so wie der <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf-2/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf-2/">Ein bluttes Füdli – ist das gut für den Kopf?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das neue Westschweizer Online-Magazin «Bon pour la tête» startet verhalten. In der Blattkritik von Peter Rothenbühler schneidet das «widerspenstige» Medium noch zu brav ab, zu beliebig und zu berechenbar. Da hilft auch die Prise Sex nichts, die zur Première eingestreut wurde.<br />
<span id="more-29396"></span><br />
«Bon pour la tête» heisst das jüngste Medium der Westschweiz, exakt so wie der alte Werbeslogan für «L’Hebdo», das Anfang 2017 eingestellte Wochenmagazin des Ringier Verlags. Der Name ist Programm: eine Gruppe von rund dreissig Hebdo-Nostalgikern rund um Hebdo-Gründer Jacques Pilet, hat am 21. Juni die Nullnummer einer Online-Zeitung präsentiert, die «gut für den Kopf» sein soll, so etwas wie der Phönix aus der Asche von L’Hebdo und nicht weniger als «Der Frühling des Journalismus», wie der Film heisst, den der welsche Regisseur Frédéric Gonseth Ende Jahr vorstellen will. (Hoffentlich gibt’s dann die Internetzeitung noch)</p>
<p>«Bon pour la tête» oder kurz BPLT, will täglich mit neuen Storys überraschen und kann für acht Franken im Monat abonniert werden.</p>
<p>Wer davon ausgeht, dass sich Sex im Kopf abspielt, versteht auch, dass ausgerechnet ein wohlgeformtes nacktes Füdli auf dem ersten Bild des neuen Mediums zu sehen ist – und auch, warum sich gleich drei von zwölf Geschichten zum Start um Sex drehen.</p>
<p>Vielleicht hängt es mit dem zweiten Frühling der durchschnittlich doch etwas älteren Mannschaft zusammen? Jedenfalls soll das Medium «indocile» sein, sagen seine Gründer. Man kann «indocile» mit unbrav, undiszipliniert oder gar rebellisch übersetzen. Und sie jubeln ganz optimistisch, dass in nur fünf Wochen ganze 230&#8217;000 Franken Startkapital per Crowdfunding zusammengekommen sind, «ein Rekord für die Westschweiz», wie sie stolz verkünden. Die überwältigende Summe reicht sicher für ein Trinkgeld für die rund dreissig freiwillig mitarbeitenden Journalisten, würde ich mal sagen.</p>
<p>«»Dessen ungeachtet verspricht Jacques Pilet, Mitgründer von L&#8217;Hebdo und späteres Ringier-Direktionsmitglied auf allen Kanälen frohgemut, dass diese Internet-Zeitung mit ihren Reportagen, Kolumnen und Analysen einen originellen, überraschenden Ort der Debatte, der neuen Ideen schaffen werde, wie es ihn seit dem Untergang von L’Hebdo im Welschland leider nicht mehr gebe. Und wie es von einer ungeduldigen, inspirierenden Leserschaft sehnlichst erwartet werde. Mal sehen.</p>
<p>Eine derart ambitiöse Sache hat nur eine Chance, einen ersten Eindruck zu machen: man muss hoffen, dass sich das Trüppchen um Doyen Pilet noch steigern kann. Die ersten veröffentlichten Beiträge enttäuschen nämlich punkto Originalität und Themenwahl. Sie erinnern an eine dieser beliebigen, mässig interessanten, vorproduzierten Hintergrundseiten bestehender Titel, die nicht wirklich von Belang sind.</p>
<p>Da wird zum Beispiel über die 40 Prozent Boote in 70 Häfen des Lac Léman geschrieben, die nie ausfahren (!), oder die schäbigen Tricks gewisser Anbieter von Online-Dating (stand vorher schon in «20 Minutes»). Über offene Fragen nach der Moutier-Abstimmung wird gerätselt, wie das alle Kommentatoren der Westschweiz schon drei Tagen zuvor taten. Man erfährt vom schönen Brauch, in gewissen Cafés der Rhonestadt für ein Kaffee noch ein zweites zu bezahlen, für den mittellosen Gast. Das Schweizer Krankenkassen-Wesen wird als einmalig in Europa geoutet.</p>
<p>Im Bereich Lifestyle stellt eine ältere Journalistin eine junge Modeschöpferin vor, die Kleider für ältere Damen herstellt mit so originellen Aufdrucken wie «Old is the new black». Drohnenaufnahmen von einem riesigen Friedhof im Irak und das Bild einer Moderatorin des nordkoreanischen Fernsehens runden das Bild ab. Wie gesagt, nichts Bewegendes. Nichts zum Abschreiben.</p>
<p>Wenn das sehr erfolgreiche Medienportal «Médiapart» in Frankreich das Vorbild sein sollte, muss sich «Bon pour la tête» sogleich daran machen, gewisse Dinge aufzudecken, die die andern Medien zwingen, den neuen Fisch im Karpfenteich zu zitieren. Und es muss seine Unabhängigkeit vom Verleger- Establishment beweisen, in dem es beispielsweise mit der durchwegs gouvernementalen, auf Harmonie bedachten Haltung der Regionalzeitungen bricht, Missstände aufdeckt, die Politiker kritisiert, wo ss nötig ist, regelmässig in der Westschweiz eine öffentliche Debatte anreisst, aneckt – «indocile» eben.</p>
<p>Vorläufig schwimmen die Alt-Hebdoler noch im gleichen Wasser wie das von ihnen sehr betrauerte ehemalige Magazin in den letzten Jahren: Man bringt ein bisschen dies und ein bisschen das und geht langsam aber sicher in Selbstgefälligkeit unter.</p>
<p>Man ist nur bisschen witzig, nur ein bisschen klug, nur ein bisschen unbrav. Aber leider auch ein bisschen unnötig. Aber vielleicht täuscht ja dieser erste Eindruck und es wird noch alles ganz anders, viel besser. Lassen wir uns überraschen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf-2/">Ein bluttes Füdli – ist das gut für den Kopf?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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