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	<title>Blick.ch | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Paraphrasieren ist (k)eine Neugestaltung – die Grenze des Schutzbereichs</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/06/paraphrasieren-ist-keine-neugestaltung-die-grenze-des-schutzbereichs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 May 2022 18:37:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[abschreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Paraphrase]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer ohne Zustimmung einen vorbestehenden Text paraphrasiert, teils wörtlich übernimmt und eigenen Text hinzufügt, begeht eine Urheberrechtsverletzung. Das Handelsgericht Zürich entschied, dass ein derart strukturierter Artikel von blick.ch gelöscht werden muss, da keine Neugestaltung im Sinn des Urheberrechts vorgelegen haben soll. Da das Gericht nach vorliegender Ansicht eine verbesserungsbedürftige Methode zur Ermittlung des Schutzbereichs anwandte, <a href="https://medialex.ch/2022/05/06/paraphrasieren-ist-keine-neugestaltung-die-grenze-des-schutzbereichs/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer ohne Zustimmung einen vorbestehenden Text paraphrasiert, teils wörtlich übernimmt und eigenen Text hinzufügt, begeht eine Urheberrechtsverletzung. Das Handelsgericht Zürich entschied, dass ein derart strukturierter Artikel von blick.ch gelöscht werden muss, da keine Neugestaltung im Sinn des Urheberrechts vorgelegen haben soll. Da das Gericht nach vorliegender Ansicht eine verbesserungsbedürftige Methode zur Ermittlung des Schutzbereichs anwandte, ist fraglich, ob andere Gerichte in ähnlich gelagerten Fällen gleich entscheiden würden oder sollten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/06/paraphrasieren-ist-keine-neugestaltung-die-grenze-des-schutzbereichs/">Paraphrasieren ist (k)eine Neugestaltung – die Grenze des Schutzbereichs</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eins auf die Finger fürs Abschreiben</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/20/eins-auf-die-finger-fuers-abschreiben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Apr 2022 06:56:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[abschreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Hotellrevue]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals hat ein Schweizer Gericht einen paraphrasierten Artikel als Urheberrechtsverletzung taxiert. Ringier musste einen Text löschen, den «Blick.ch» einer freien Journalistin abgeschrieben hatte. An der weit verbreiteten Abschreiberei dürfte das Urteil aber vorerst wenig ändern. Schneller und billiger kommen Redaktionen nicht zu attraktivem Content: Man sucht bei der Konkurrenz nach spannenden Artikeln, fasst sie zusammen <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/20/eins-auf-die-finger-fuers-abschreiben/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erstmals hat ein Schweizer Gericht einen paraphrasierten Artikel als Urheberrechtsverletzung taxiert. Ringier musste einen Text löschen, den «Blick.ch» einer freien Journalistin abgeschrieben hatte. An der weit verbreiteten Abschreiberei dürfte das Urteil aber vorerst wenig ändern.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-96600" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Abschreiben-Paraphrasieren-Gerichtsurteil-20220419b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Schneller und billiger kommen Redaktionen nicht zu attraktivem Content: Man sucht bei der Konkurrenz nach spannenden Artikeln, fasst sie zusammen und gibt sie als Eigenleistung aus. Solches Ab- und Zusammenschreiben fremder Inhalte zählt insbesondere bei werbefinanzierten Online-Medien zum bewährten Repertoire. Ob «Blick.ch», «20 Minuten» oder «Nau.ch» – sie alle schreiben mehr oder weniger systematisch ab; voneinander, aber auch von allen möglichen anderen einheimischen und internationalen Medien.</p>
<p>Die Redaktionen stellen sich dabei auf den Standpunkt, die Textübernahme sei durch das Zitatrecht gedeckt. Und weil bisher niemand erfolgreich juristisch dagegen vorgegangen war, gab es auch keinen Grund, von der zweifelhaften Praxis abzurücken. Ausserdem hält sich in Fachkreisen die Meinung, dass diese Form des Abschreibens zwar unschön, aber urheberrechtlich einwandfrei sei.<br />
</p>
<p>Seit dem vergangenen 25. Januar sieht das anders aus. Das Handelsgericht Zürich qualifizierte in einem <a href="https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/HG210105-O5.pdf" target="_blank" rel="noopener">Urteil</a> einen Artikel als Urheberrechtsverletzung, den «Blick.ch» von der Fachzeitung «htr hotel revue» abgeschrieben hatte. Eine Premiere. Noch nie zuvor hatte ein Schweizer Gericht eine journalistische Paraphrase sanktioniert.</p>
<p>Geklagt hatte Natalia Godglück. Die freie Journalistin hatte in der «htr Hotelrevue» vom 11. März 2021 eine umfassende Recherche zu den Auswirkungen von Corona auf die Schweizer Hotellerie veröffentlicht. «500 Hotels suchen Käufer», stand über dem Aufmachertext auf der Titelseite. Im Blattinneren folgte eine breite Auslegeordnung auf einer ganzen Zeitungsseite.</p>
<blockquote><p>Für die erfahrene Journalistin war klar: So geht das nicht. Schliesslich lebt sie auch davon, dass sie ihre Artikel weiterverkaufen kann.</p></blockquote>
<p>Das Thema interessierte offensichtlich auch «Blick.ch». «Nachdem ich meine Recherche auf Facebook angekündigt hatte, wie ich das immer mache», erinnert sich Natalia Godglück, «meldeten sich Freunde bei mir, sie hätten meinen Text bereits auf ‹Blick.ch› gelesen.» Zuerst habe sie gedacht, das sei ein Witz. Schliesslich hatte sie ihre Recherche nur der «htr hotel revue» verkauft. Als sie dann selbst «Blick.ch» aufsuchte, staunte sie nicht schlecht. Sie fand tatsächlich eine Zusammenfassung ihrer Recherche, mit teils identischen Sätzen. Unter dem Artikel stand das Kürzel eines «Blick»-Journalisten.</p>
<p>Für die erfahrene Journalistin war klar: So geht das nicht. Schliesslich lebt sie auch davon, dass sie ihre Artikel nach der Erstpublikation weiterverkaufen kann. Wenn aber «Blick.ch» mit seiner grossen Reichweite ihren Artikel abschreibt, wird kein anderer Verlag mehr für eine Zweitverwertung des Originals zahlen wollen.</p>
<blockquote><p>Ringier dachte nicht im Geringsten daran, auf die Forderung einzugehen. Eine Verletzung des Urheberrechts sei ausgeschlossen.</p></blockquote>
<p>Zuerst meldete sie sich telefonisch beim Redaktor, der ihren Artikel paraphrasiert hatte, und erkundigte sich nach einer Entschädigung. Der zeigte kein Verständnis für ihre Forderung. «Er fand vielmehr, das sei doch gute Werbung für die ‹hotel revue›», erinnert sich Godglück. Selbst wenn das zuträfe, brächte ihr diese Werbung keinen zusätzlichen Rappen aufs Konto.</p>
<p>Da Telefonieren nichts brachte – die «Blick»-Online-Chefin kriegte sie gar nicht erst an den Apparat –, entschloss sich die Journalistin, die unerlaubte Übernahme ihres Artikels in Rechnung zu stellen. Als geforderten Schadenersatz setzte sie den doppelten Betrag des Honorars ein, den ihr die «htr hotel revue» gezahlt hatte; 2800 Franken und die Sache wäre erledigt gewesen. Doch Ringier dachte nicht im Geringsten daran, auf die Forderung einzugehen. In einem dürren Antwortschreiben beschied ihr ein «Head Operations» der «Blick»-Gruppe, allein aufgrund des geringeren Umfangs des abgeschriebenen Artikels sei eine Verletzung des Urheberrechts der Autorin ausgeschlossen.</p>
<blockquote><p>«Wir strebten auch darum ein Urteil an, weil es bisher nichts Vergleichbares in der Schweiz gab.»<br />
<small>Rechtsanwalt Christoph Gasser</small></p></blockquote>
<p>Das liess Natalia Godglück nicht auf sich sitzen und doppelte nach. Unterstützung holte sie sich bei Christoph Gasser, einem der versiertesten Anwälte für Fragen des Urheber- und übrigen Immaterialgüterrechts in der Schweiz. Gasser wiederholte die Forderung, blieb aber damit ebenso erfolglos wie seine Mandantin zuvor. Deshalb reichte er beim Handelsgericht Zürich am 18. Mai 2021 Klage gegen Ringier ein und forderte den Verlag insbesondere auf, die urheberrechtswidrige Zusammenfassung des Artikels auf «Blick.ch» zu entfernen.</p>
<p>Mit der Klage seiner Mandantin betrat Rechtsanwalt Christoph Gasser Neuland. «Wir strebten auch darum ein Urteil an, weil es bisher nichts Vergleichbares in der Schweiz gab», sagt Gasser im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Zur Hauptverhandlung vom 25. Januar kam es schliesslich, nachdem eine Vergleichsverhandlung ohne Ergebnis geblieben war.</p>
<p>Im Zentrum der Hauptverhandlung stand die Frage, ob «Blick.ch», respektive Ringier als Verlag, mit seinem Verhalten das Urheberrecht der Autorin an ihren Text verletzt hatte, wie das die Klägerin und ihr Anwalt monierten. Die Gegenseite, vor Gericht vertreten durch Rechtsanwalt Matthias Schwaibold, hielt derweil dezidiert dagegen, der «Blick.ch»-Artikel sei «weder eine Änderung noch eine Bearbeitung» des Artikels der Klägerin. Folglich liege auch keine Urheberrechtsverletzung vor.</p>
<blockquote><p>Mit ihrer Arbeit schuf die Autorin ein individuelles Werk, das Urheberrechtsschutz geniesst.</p></blockquote>
<p>In einem ersten Schritt prüfte das Gericht, ob der Artikel von Natalia Godglück überhaupt Urheberrechtsschutz geniesst. Wäre dies nämlich nicht der Fall, könnte gar keine Urheberrechtsverletzung vorliegen. Eine Nachricht, etwa in Form einer kurzen Agenturmeldung, ist urheberrechtlich nicht geschützt. Eine aufwändige Recherche zum Zustand der Schweizer Hotellerie nach einem Jahr Pandemie hingegen schon. Mit ihrer Arbeit schuf die Autorin ein individuelles Werk, dem folglich Urheberrechtsschutz zukommt, was auch das Gericht so sah.</p>
<p>In einem zweiten Schritt verglich das Gericht die beiden Texte Aussage für Aussage, Satz für Satz. Dabei zeigte sich, dass der «Blick»-Journalist 15 Sätze aus dem Text von Natalia Godglück in der «htr hotel revue» entweder paraphrasiert, also sinngleich oder sinnähnlich umformuliert, oder gar wortwörtlich übernommen hatte. Für das Gericht ergab sich daraus, dass es sich beim «Blick.ch»-Artikel um «keine eigenständige Neugestaltung» handelt. Eine solche Neugestaltung wäre dann zulässig, wenn der Artikel, der abgeschrieben wurde, im neuen Text nicht mehr erkennbar sei, also quasi «verblasse». Das war hier aber klar nicht der Fall.</p>
<blockquote><p>Das Gericht gelangte zum Fazit, die Paraphrase von «Blick.ch» stelle eine Urheberrechtsverletzung dar.</p></blockquote>
<p>Als erlaubtes Zitat geht die Paraphrase auch nicht durch. Dazu hielt das Gericht fest, ein Zitat dürfe nie «eine blosse Rechtfertigung dafür» sein, «dass ein Text oder Textteile einfach übernommen werden». Genauso handelte aber der «Blick.ch»-Journalist. Er nannte zwar die «htr hotel revue» als Quelle in seinem Zusammenschrieb. Damit liess er aber die Lesenden im Unklaren, dass er nicht nur die als Zitat ausgewiesenen Stellen aus einem anderen Artikel übernommen hatte, sondern mehr oder weniger den ganzen Text. Zudem wurde die Urheberin des Textes, also Natalia Godglück, bei «Blick.ch» gar nicht erst genannt.</p>
<p>So gelangte das Gericht zum Fazit, die Paraphrase von «Blick.ch» stelle eine Urheberrechtsverletzung dar. Damit liegt nun erstmals ein rechtskräftiges Urteil vor, das einen paraphrasierten Artikel als Urheberrechtsverletzung taxiert.</p>
<p>Mit drei zu zwei Stimmen fiel der Entscheid allerdings knapp aus. Die beiden unterlegenen Richter:innen erkannten im Abschrieb durchaus eigenständige Züge sowohl bei Aufbau, Inhalt, Sprache als auch dem Informationsgehalt. Die Übereinstimmung zwischen den beiden Artikeln erschöpfe sich «in gebräuchlichen Formulierungen und Aussagen», die den neuen Text nicht prägten. Mit dieser Meinung blieben sie zwar am Gericht in der <a href="https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/HG210105-O6_01.pdf" target="_blank" rel="noopener">Minderheit</a>. In der Rechtswissenschaft gibt es aber prominente Exponenten, die sich auf den Standpunkt stellen, dass es sich bei einer Paraphrase nicht um eine Urheberrechtsverletzung handeln könne.</p>
<blockquote><p>Trotz des knappen Entscheids des Gerichts wollte Ringier das Urteil nicht bis vor Bundesgericht weiterziehen.</p></blockquote>
<p>Sehr deutlich tut dies etwa <a href="https://www.ius.uzh.ch/de/staff/professorships/alphabetical/thouvenin/florent-thouvenin.html" target="_blank" rel="noopener">Florent Thouvenin</a>. Der Professor für Informations- und Kommunikationsrecht an der Universität Zürich hält das Ergebnis des Entscheids des Handelsgerichts schlicht für «falsch», wie er auf Anfrage der MEDIENWOCHE schreibt. «Natürlich sind die beiden Texte recht nahe, und offenbar ist der zweite in Kenntnis des ersten verfasst worden. Das mag unschön sein.» Aber mehr nicht. Thouvenin sieht ein grundsätzliches Problem: Wenn man eine Paraphrasierung als Urheberrechtsverletzung qualifiziere, bestehe «eine nicht geringe Gefahr», dass Autor:innen eines ersten Beitrags spätere Artikel in anderen Medien zum selben Thema mit ähnlichen Aussagen verbieten können. «Das kann und soll nicht Sinn und Zweck des Urheberrechts sein», hält der Rechtsgelehrte fest. Christoph Gasser hält diese Befürchtung für unbegründet, da es mit vertretbarem Aufwand problemlos möglich sei, einen journalistischen Text zu verfassen, ohne damit Urheberrechte zu verletzen.</p>
<p>Simon Canonica, Rechtsanwalt und Redaktor des Fachmagazins «Medialex», spricht von einem «guten und vor allem hilfreichen Urteil». Nun habe mal ein Gericht festgehalten, wo eine Grenze überschritten wurde. «Wenn man einen Artikel gegenüber dem Original so wenig verändert, dann bin ich auch der Meinung, dass sich das die Autorin nicht gefallen lassen muss.» Canonica, der 20 Jahre im Rechtsdienst von Tamedia gearbeitet hatte, sagt im Gespräch mit der MEDIENWOCHE weiter, dass er die Redaktionen immer davor gewarnt hatte: «Passt auf, wenn ihr euch bei anderen bedient! Es ist unseriös, als eigene Leistung auszugeben, was nicht auf dem eigenen Mist gewachsen ist.»</p>
<blockquote><p>Redaktionen und Verlage haben keinen Freipass mehr zum Abschreiben und müssen mit einer Verurteilung rechnen.</p></blockquote>
<p>Trotz des knappen Entscheids des Gerichts wollte Ringier das Urteil nicht bis vor Bundesgericht weiterziehen. «Wir haben Chancen, Risiken und Kosten eines gerichtlichen Weiterzugs abgewogen und uns gegen den enormen Aufwand entschieden», begründet Ringier auf Anfrage den Verzicht auf eine Weiterzug. Es könnte aber auch sein, dass Ringier darauf verzichtet hat, die nächste Instanz anzurufen, weil das Bundesgericht den Entscheid des Handelsgerichts hätte bestätigen können, und ein höchstrichterliches Urteil hätte «mehr Kraft», sagt Rechtsanwalt Christoph Gasser. Erst recht, wenn das Bundesgericht Leitlinien zum Thema veröffentlichen würde, die über den einzelnen Fall hinausreichen.</p>
<p>Doch auch das Urteil das Handelsgerichts wird eine gewisse Wirkung entfalten. Rechtsanwalt Gasser findet es «auf jeden Fall hilfreich, dass man nun das vorliegende Urteil einem potenziellen Verletzer zeigen kann». Redaktionen und Verlage haben keinen Freipass mehr zum Abschreiben und müssen mit einer Verurteilung rechnen.</p>
<blockquote><p>Ob sich die «Blick.ch»-Redaktion nun zurückhält mit Paraphrasieren, wird sich erst noch weisen müssen.</p></blockquote>
<p>Auch wenn Gerichte weiterhin jeden Fall einzeln beurteilen, dient das Urteil, das Natalia Godglück gegen Ringier erwirken konnte, in gewisser Weise als Präzedenzfall. Potenziell geschädigte Medienschaffende, die erwägen, ihren Fall zur Anzeige bringen, können vorab schon mal vergleichend auf die sanktionierte «Blick.ch»-Paraphrase schauen und beurteilen, ob bei ihnen mehr oder weniger abgeschrieben wurde.</p>
<p>Ob sich die «Blick.ch»-Redaktion nun zurückhält mit Paraphrasieren, wird sich erst noch weisen müssen. Die Ringier-Medienstelle erklärt auf Anfrage der MEDIENWOCHE, es gebe eine «interne Richtlinie zum Zitieren aus Fremdmedien», die der Chefredaktion zur Freigabe vorliege. Welche Bestimmungen diese Richtlinie genau enthält, nannte Ringier aber nicht.</p>
<p>Dass das Urteil der <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/04/parasitaeres-paraphrasieren-als-problematische-praxis/">weit verbreiteten Abschreiberei</a> den Riegel schiebt, ist eher unwahrscheinlich. Wenn alle von allen abschreiben, überwiegt für die Beteiligten eines solchen «Abschreib-Kartells» der Nutzen in Form der schnellen und billigen Content-Beschaffung. Und klagt irgendwann doch jemand, geht es um vergleichsweise bescheidene Summen. Die paar tausend Franken, um die es geht, berappen die Grossverlage aus der Portokasse. Ausserdem führt nicht jede Klage zu einem Urteil, wenn sich die Parteien in einem Vergleich finden.</p>
<blockquote><p>«Wenn jemand meine Recherche vertieft und weiterdreht, freut mich das. Aber einfach abschreiben geht gar nicht.»<br />
<small>Natalia Godglück, freie Journalistin</small></p></blockquote>
<p>Gleichzeitig ist es ein Armutszeugnis für jedes Medienunternehmen, das sich auf zweifelhafte bis rechtswidrige Weise bei anderen bedient und nicht bereit ist, einen minimalen Aufwand zu leisten, um einen eigenständigen journalistischen Beitrag zu erstellen. Wie das geht, zeigte im vorliegenden Fall «FM1Today». Während «Blick.ch» nur von der «htr hotel revue» abgeschrieben hatte, suchte das Ostschweizer News-Portal nach einem <a href="https://www.fm1today.ch/ostschweiz/vom-puff-bis-zum-luxushotel-diese-hotels-kannst-du-kaufen-141302428" target="_blank" rel="noopener">eigenständigen Ansatz</a>, um die Recherche von Natalia Godglück näher ans eigene Publikum zu bringen. Und siehe da: «FM1Today» fand heraus, dass sich die coronabedingte Situation der Hotellerie in der Ostschweiz entspannter präsentiert als gesamtschweizerisch. «Wenn jemand meine Recherche vertieft und weiterdreht, freut mich das», sagt Natalia Godglück. «Aber einfach abschreiben geht gar nicht.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/20/eins-auf-die-finger-fuers-abschreiben/">Eins auf die Finger fürs Abschreiben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Redaktion Tamedia, Radio SRF, blick.ch</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/09/redaktion-tamedia-radio-srf-blick-ch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Apr 2022 09:19:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Radio SRF]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=96382</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Perle am Rande des Nachrichtenstroms Bei aller Tragik der Ereignisse bieten nachrichtenintensive Zeiten den Medien die Möglichkeit zur Profilierung. Das Interesse an ihrer Berichterstattung ist hoch – wie während der Corona-Krise nun auch zum Ukraine-Krieg. An den Rändern des breiten Nachrichtenstroms finden sich mitunter Perlen. bei der Tamedia-Redaktion in Form eines Ukraine-Blogs. <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/09/redaktion-tamedia-radio-srf-blick-ch/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/09/redaktion-tamedia-radio-srf-blick-ch/">Redaktion Tamedia, Radio SRF, blick.ch</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="aligncenter size-full wp-image-96400" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-Good-Bad-Ugly-20220409b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Perle am Rande des Nachrichtenstroms</h3>
<p>Bei aller Tragik der Ereignisse bieten nachrichtenintensive Zeiten den Medien die Möglichkeit zur Profilierung. Das Interesse an ihrer Berichterstattung ist hoch – wie während der Corona-Krise nun auch zum Ukraine-Krieg. An den Rändern des breiten Nachrichtenstroms finden sich mitunter Perlen. bei der Tamedia-Redaktion in Form eines <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/das-steckt-hinter-den-drohnenbildern-von-mariupol-439914937537" rel="noopener" target="_blank">Ukraine-Blogs</a>.</p>
<p>Jeden Tag veröffentlichen die drei Redaktoren Hannes von Wyl, Philippe Stalder und Bernhard Odehnal (Bild) einen Beitrag aus dem Feld von «Fotos, Fakes und Fragen». In der Regel greifen sie eine Meldung auf, die für (kontroverse) Schlagzeilen gesorgt hat. Zum Beispiel: Was taugt ein vom russischen Verteidigungsministerium vorgebrachter «Beweis» für eine angebliche Inszenierung des Massakers von Bucha? Bewegt sich eine vermeintliche Leiche tatsächlich, wie die russische Seite behauptet? Im Ukraine-Blog erfährt man – sauber hergeleitet und reichlich mit Quellen belegt – dass die vermeintliche Körperbewegung von einem Regentropfen auf der Windschutzscheibe herrührt, durch die der Tote gefilmt wurde. Oder: War das nur ein PR-Coup, als Elon Musk versprochen hatte, die Ukraine mit seinem Satelliten-Internet zu versorgen? Keineswegs. «Starlink» läuft und leistet neben der zivilen Nutzung auch dem Militär wertvolle Dienste, erfahren wir im Ukraine-Blog.</p>
<p>Die Tamedia-Redaktion liefert hier in kompakter Form Hintergründe und Einordnung, die man sich sonst in aufwändiger Handarbeit aus unzähligen Quellen selbst zusammenklauben müsste.<br />
</p>
<h3>The Bad – Live aus dem Aquarium</h3>
<p>«Wenn die Zukunft vom Radio das Fernsehen ist, dann ist das Radio tot.» Das sagte vor sieben Jahren der Basler Radiovordenker<a href="https://www.youtube.com/watch?v=ye93hlU9xBo&#038;t=28" rel="noopener" target="_blank"> Dominik Born</a> (<a href="https://beta.sonum.fm/" rel="noopener" target="_blank">«Sonum»</a>). Nun macht sich Schweizer Radio SRF daran, seine neuen Studios flächendeckend mit Fernsehkameras auszurüsten. Überall, wo gesendet wird, kann auch gefilmt werden. «Visual Radio» heisst das. Damit wolle man lediglich optimieren, teilen die Verantwortlichen auf Anfrage mit, was schon seit zehn Jahren möglich sei, nämlich via Webcam ins Studio zu schauen. Das sei beim Publikum sehr beliebt. Nur: Beim Radio arbeiten auch Leute, weil sie dort gerade nicht gefilmt werden – sonst könnten sie gleich zum Fernsehen gehen.</p>
<p>«Natürlich bedeuten die Kameras im Studio eine Umstellung für die Moderatorinnen und Moderatoren», gesteht Philippe Koller, Projektleiter Visual Radio in einem Newsletter für die SRF-Angestellten. «Allfällige Bedenken nehmen wir selbstverständlich ernst und besprechen diese mit den Mitarbeitenden», verspricht Robert Ruckstuhl, Leiter Kanäle Radio SRF gegenüber der MEDIENWOCHE.</p>
<p>Ob das Radio besser wird, wenn man es auch sehen kann, darf bezweifelt werden. Denn seine Stärke liegt ja gerade darin, dass es ohne Bild auskommt.</p>

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<h3>The Ugly – Starke Aussagen, schwacher Kontext</h3>
<p>Ein Zitat als Titel eines Artikels macht sich gut, direkte Rede wirkt authentisch; der Protagonist oder die Protagonistin spricht ungefiltert für sich selbst. Das wird aber dann zu einem Problem, wenn das Zitierte nicht der Wahrheit entspricht oder unangemessen ist. Wenn zum Beispiel Russlands Uno-Botschafter zu den Tötungen in Bucha sagt: «Es gibt keine Zweifel an einer Inszenierung» und das dann gross <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/277671402_10229532574485252_2643878730030548610_n.jpeg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">als Titel auf «blick.ch»</a> steht. Oder wenn – <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/photo_2022-04-09-09.13.23.jpeg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">auch als Titel auf «blick.ch»</a> – der Bürgermeister von Mariupol zitiert wird mit: «Das ist das neue Auschwitz». Dass solche Aussagen dokumentiert gehören, steht ausser Frage. In einen Text eingebettet können sie ergänzt und richtiggestellt werden. Doch als Schlagzeile erhalten falsche oder zweifelhafte Aussagen ein zu grosses Gewicht. Viele Lesende sehe online und auf Social Media nur den Titel – und nehmen den möglicherweise für bare Münze.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/09/redaktion-tamedia-radio-srf-blick-ch/">Redaktion Tamedia, Radio SRF, blick.ch</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Aktionsplan, Positionspapier, Boulevardpraxis</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/12/aktionsplan-positionspapier-boulevardpraxis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Feb 2022 09:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Simonetta Sommaruga]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Journalisten Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Wenn Journis geschützt werden müssen Journalist*innen müssen einiges wegstecken, nicht erst seit Pandemie-Beginn: Gift und Galle online, Druck und Drohungen bei Recherchen, Gerempel und Geschimpfe an Demonstrationen. Dagegen will Medienministerin Simonetta Sommaruga etwas unternehmen. An einer Ministerkonferenz des Europarats zum Thema Medien und Informationsgesellschaft kündigte sie im letzten Juni einen nationalen Aktionsplan <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/12/aktionsplan-positionspapier-boulevardpraxis/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b-300x101.jpg" alt="" width="300" height="101" class="alignnone size-medium wp-image-94786" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-Good-Bad-Ugly-20220212b.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h3>The Good – Wenn Journis geschützt werden müssen</h3>
<p>Journalist*innen müssen einiges wegstecken, nicht erst seit Pandemie-Beginn: Gift und Galle online, Druck und Drohungen bei Recherchen, Gerempel und Geschimpfe an Demonstrationen.</p>
<p>Dagegen will Medienministerin Simonetta Sommaruga etwas unternehmen. An einer Ministerkonferenz des Europarats zum Thema Medien und Informationsgesellschaft kündigte sie im letzten Juni einen <a href="https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-83917.html" target="_blank" rel="noopener">nationalen Aktionsplan</a> zum Schutz von Medienschaffenden an.</p>
<p>Es bleibt nicht bei der Ankündigung: Ab sofort laufen Vorbereitungsarbeiten; federführend ist das Bundesamt für Kommunikation Bakom. Es will als erstes möglichst viele Journalistinnen und Journalisten erreichen, die bis Ende Februar einem Fragebogen angeben, wo es Probleme gibt und was sie zu verbessern wünschen. Dafür hat das Amt nun Medienunternehmen und Gewerkschaften, Verbände und NGOs im Medienbereich angeschrieben, die den Fragebogen-Link bei ihren Mitarbeitenden und Mitgliedern verbreiten sollen. Im Frühling 2022 will das Bakom dann Gespräche mit Interessierten und Betroffenen führen und gemeinsam mit ihnen Massnahmen erarbeiten.</p>
<p>PS: Journalistinnen und Journalisten, die weder über ihr Medienunternehmen noch via Verband/Gewerkschaft zur Teilnahme eingeladen werden, können sich via nap@bakom.admin.ch an das Bakom-Projektteam wenden.</p>
<h3>The Bad – Wenn der Nachwuchs fordert</h3>
<p>Gute Möglichkeiten zum Berufseinstieg, Vielfalt und kein Sexismus beim Personal, genügend zeitliche und personelle Ressourcen, ein für den Jourrnalismus förderliches Klima, anständige Arbeitszeiten, offener Umgang mit psychischer Belastung, faire Bedingungen für freie Mitarbeitende, Einsatz für innovative und nachhaltige Geschäftsmodelle sowie für Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit des Unternehmens. Eigentlich, sollte man meinen, müssten Arbeitgeber*innen, deren Ziel ein florierendes Unternehmen mit Zukunftsperspektive ist, all dies erfüllen. Oder wenigstens anstreben.</p>
<p>Doch offenbar sehen das bei weitem nicht alle Unternehmer*innen in der Medienbranche so. Weshalb sonst hätten sich die Jungen Journalistinnen &amp; Journalisten Schweiz JJS die Mühe machen sollen, diese und andere Voraussetzungen für einen «nachhaltigen, vielfältigen und unabhängigen Journalismus mit hohem Qualitätsanspruch» aufzulisten? Sie haben die Liste eleganterweise <a href="https://static1.squarespace.com/static/54edd837e4b068927b21cbd5/t/620190710eae5157195d28f7/1644269681728/JJS-Positionspapier_FIN+%282%29.pdf" target="_blank" rel="noopener">«Positionspapier»</a> genannt – aber dass sie sich für diese «Positionen» einsetzen wollen, zeigt ja: Sie sind nicht Realität.</p>
<p>Die Medienbranche diskutiert intensiv darüber, wie sie junge Zielgruppen ansprechen könnte. Ein sinnvoller Schritt wäre dabei, den eigenen Nachwuchs so gut zu behandeln, dass er in der Branche bleibt.</p>
<p>Wer übrigens seiner Position bei der Abstimmung zum Medienpaket noch nicht sicher ist: Der Nachwuchs – eben JJS – sagt ja. Unter anderem, weil damit auch Aus- und Weiterbildung gefördert wird.</p>
<h3>The Ugly – Wenn der Boulevard aufkreuzt</h3>
<p>In Niederwangen bei Bern wird ein achtjähriges Mädchen tot im Wald aufgefunden. Und dann kommen die Reporter*innen. Wie sich das für die Anwohner*innen anfühlt, schildert Laura Bachofner, die im Quartier lebt und aktiv ist, auf der Plattform <a href="https://fairmedia.ch/2022/02/09/wie-ist-es-wenn-die-medienschaffenden-nach-einem-tragischen-vorfall-anruecken/" target="_blank" rel="noopener">fairmedia.ch</a> in einem eindrücklichen Text.</p>
<p>«Die Medienschaffenden strömten ins Quartier, es wurden Bilder von den Haustüren der Angehörigen gemacht oder von Anwohnern, die gerade ihre Anteilnahme aussprachen. Ein Online-Medium schaltet sogar einen Livestream. (…) Die Klicks der Online-Artikel standen im Zentrum, die Sensationsgier wurde bedient – ohne gross Rücksicht auf die vielen kleinen und grossen trauernden Menschen zu nehmen», schreibt Bachofner unter anderem.</p>
<p>Wer Artikel zu diesem Fall sucht, findet viele. Unter anderem die in Bern ansässigen Medien «Nau.ch» und «Bund»/«Berner Zeitung» waren vor Ort und beobachteten den Einsatz der Polizei. Vor allem aber waren «Blick» und «20 Minuten» aktiv; ihre Journalist*innen zitierten unter anderem:</p>
<p>• eine Rentnerin, die das Kind oft hatte spielen sehen.<br />
• einen Nachbarn, dessen Katze es gestreichelt hatte.<br />
• eine Nachbarin, mit deren Tochter es gespielt hatte.<br />
• eine Anwohnerin, die es oft bei den Grosseltern gesehen hatte.<br />
• mehrere Mütter, die Angst um ihre Kinder haben.<br />
• einen Nachbarn, der zugeschaut hatte, als die Gedenkstelle für das getötete Kind eingerichtet wurde.<br />
• eine Anwohnerin, die mit anderen an der Gedenkstelle gebetet hatte.</p>
<p>Sie waren alle betroffen und traurig.</p>
<p>Wer je als Journalist*in Strassenumfragen oder etwas Ähnliches gemacht hat, weiss, wie viele Menschen man ansprechen muss, um die wenigen zu finden, die Auskunft geben wollen.</p>
<p>«Es wäre in einem solchen Fall angebrachter, den Anwohnern ein Care-Team zur Seite zu stellen, als sie Reportern auszusetzen, die ihre Sorgen und Ängste so intensiv bewirtschaften, dass dadurch die Verarbeitung der Geschehnisse erschwert wird», schreibt Laura Bachofner.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/12/aktionsplan-positionspapier-boulevardpraxis/">Aktionsplan, Positionspapier, Boulevardpraxis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Sandro Inguscio: «Mir ist Authentizität extrem wichtig»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/14/sandro-inguscio-mir-ist-authentizitaet-extrem-wichtig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2021 12:32:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Blick TV]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 100 Tagen ist Sandro Inguscio nun Chefredaktor von Blick.ch und Blick TV. In seinem ersten grossen Interview verrät er exklusiv Nutzungszahlen des digitalen Fernsehens. Ausserdem spricht der 35-Jährige über die neue Strategie, Storys in 360 Grad – und Steffi Buchli.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/14/sandro-inguscio-mir-ist-authentizitaet-extrem-wichtig/">Sandro Inguscio: «Mir ist Authentizität extrem wichtig»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 100 Tagen ist Sandro Inguscio nun Chefredaktor von Blick.ch und Blick TV. In seinem ersten grossen Interview verrät er exklusiv Nutzungszahlen des digitalen Fernsehens. Ausserdem spricht der 35-Jährige über die neue Strategie, Storys in 360 Grad – und Steffi Buchli.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/14/sandro-inguscio-mir-ist-authentizitaet-extrem-wichtig/">Sandro Inguscio: «Mir ist Authentizität extrem wichtig»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Werbung für Geldspiele: Transparenz sieht anders aus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/04/08/werbung-fuer-geldspiele-transparenz-sieht-anders-aus/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2020/04/08/werbung-fuer-geldspiele-transparenz-sieht-anders-aus/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 08:41:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=77718</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nicht erst seit Corona sind Schweizer Online-Casinos mit ihrer Werbung stark präsent in den Medien. Das geschieht oft mit PR-Texten, die nicht klar als Werbung zu erkennen sind. Besonders auf blick.ch fallen derzeit solche grenzwertigen Formate auf. Casinos und Verlag sehen keinen Anlass, daran etwas zu ändern. Dabei wäre es ein Leichtes, Transparenz zu schaffen. <a href="https://medienwoche.ch/2020/04/08/werbung-fuer-geldspiele-transparenz-sieht-anders-aus/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/04/08/werbung-fuer-geldspiele-transparenz-sieht-anders-aus/">Werbung für Geldspiele: Transparenz sieht anders aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nicht erst seit Corona sind Schweizer Online-Casinos mit ihrer Werbung stark präsent in den Medien. Das geschieht oft mit PR-Texten, die nicht klar als Werbung zu erkennen sind. Besonders auf blick.ch fallen derzeit solche grenzwertigen Formate auf. Casinos und Verlag sehen keinen Anlass, daran etwas zu ändern. Dabei wäre es ein Leichtes, Transparenz zu schaffen.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-77719" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/04/MW-Online-Casinos-Medienethik-20200407.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/04/MW-Online-Casinos-Medienethik-20200407.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/04/MW-Online-Casinos-Medienethik-20200407-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/04/MW-Online-Casinos-Medienethik-20200407-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/04/MW-Online-Casinos-Medienethik-20200407-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/04/MW-Online-Casinos-Medienethik-20200407-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Lockdown wird zur Suchtfalle» stand kürzlich gross auf der Titelseite des «Sonntagsblick». Auf den ersten sechs Seiten folgte ein <a href="https://www.blick.ch/news/schweiz/versteckte-risiken-der-corona-krise-die-krise-fuehrt-zu-einer-zunahme-von-suechtigen-id15830786.html" target="_blank" rel="noopener">Dossier über die Suchtgefahren</a> während des behördlich angeordneten Rückzugs in die eigenen vier Wände. Den Geldspielen widmete die Zeitung <a href="https://www.blick.ch/news/schweiz/spielsuechtige-ueber-werbung-casinos-sollten-finanzielle-notlage-nicht-ausnutzen-id15830789.html" target="_blank" rel="noopener">einen eigenen Artikel</a>. Problematisiert wird darin auch die Werbung der Schweizer Casinos für ihre Glücksspiele. «Die Werbeoffensive der Online-Casinos ist für Süchtige und Gefährdete eine zusätzliche Belastung», fasst der Autor die Erkenntnis eines Experten zusammen.</p>
<p>Dass der eigene Verlag die Werbeoffensive massiv vorantreibt, steht natürlich nirgends. Man beisst schliesslich nicht die Hand, die einen füttert. Aber heutzutage muss man es einem Medienunternehmen schon hoch anrechnen, wenn die Redaktion kritisch über wichtige Werbekunden berichten darf, wie das der Sonntagsblick getan hat.<br />
<br />
Auf blick.ch ist die Werbung für die Online-Geldspiele kaum zu übersehen. Selbst wer die kritischen Artikel aus dem Sonntagsblick online lesen wollte, sah zuerst <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/04/IMG_0913.jpg" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">eine Casino-Werbung</a>. Die prominentesten und aufwändigsten Werbeformate sind indes gar nicht so einfach als solche zu erkennen. Das beginnt bereits bei den Teaserbildern auf der Startseite von blick.ch. Ins Auge sticht zuerst der Hinweis «Blick-Tipp». Zwar steht da auch «Promotion», aber kaum sichtbar und vertikal <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/04/BLICK-Nachrichten-und-Schlagzeilen-aus-der-Schweiz-und-aller-Welt.png" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">an den Bildrand gestellt</a>.</p>
<blockquote><p>Die Aufmachung gleicht den redaktionellen Texten bis auf wenige Details: Identisches Layout, identische Schriften.</p></blockquote>
<p>Auch wer den Teaser anklickt und den ganzen Artikel vor sich hat, erkennt den kommerziellen Charakter nur schwerlich. Im Gegenteil: <a href="https://www.blick.ch/blick-tipps/multimedia/book-of-ra-lucky-ladys-charm-die-kult-slots-jetzt-im-online-casino-id15780864.html" target="_blank" rel="noopener">Die Aufmachung</a> gleicht den redaktionellen Texten bis auf wenige Details: Identisches Layout, identische Schriften. Anstelle der Autorenzeile steht zwar «powered by Starvegas» oder «powered by jackpots.ch», aber wer liest schon die Autorenzeile ausser die Kollegen von der Konkurrenz. Im Artikel werden dann die verschiedenen Spielangebote eines Online-Casinos vorgestellt. Das ist sauber getextet, aber inhaltlich komplett unkritisch und ganz im Sinn des Auftraggebers. Hinweise auf Risiken und Nebenwirkungen des Glücksspiels finden sich keine. Unter dem Zwischentitel «Spielerschutz» wird darauf hingewiesen, dass sich an den Kundendienst das Casinos oder an eine Fachstelle wenden könne, wer «das Gefühl habe einer Spielsucht zu verfallen».</p>
<p>Eine Textbox am Ende des Artikels verwirrt mehr, als dass sie Transparenz schaffen würde. Zuerst kommt zwar die Warnung: «Dieser Inhalt enthält bezahlte Elemente». Danach folgt aber gleich eine Art Exkulpation: «Die Artikel werden vom Team Content Promotion unabhängig von Kunden journalistisch aufbereitet. Wir schreiben objektiv über Produkte und Dienstleistungen, von denen wir überzeugt sind, dass sie dem Leser gefallen könnten.» Unabhängig, journalistisch und objektiv soll diese Werbung also sein. Man könnte das auch als Beleg für die Verschleierung lesen.</p>
<blockquote><p>Diese gängige Werbeform sei «klar und konsequent gekennzeichnet», schreibt ein Ringier-Sprecher.</p></blockquote>
<p>Die Beteiligten sehen das freilich anders. Aus der Aufmachung des Textes gehe «sehr deutlich hervor, dass dieser einem Promotionszweck dient», schreibt Jens Sellgrad von Casino Interlaken auf Anfrage. Unter der Marke StarVegas betreibt das Unternehmen zahlreiche Online-Geldspiele, für die es derzeit auch auf blick.ch wirbt. Auch das Grand Casino Baden, das mit der Marke jackpots.ch auf blick.ch wirbt, hält die Kennzeichnung der Publireportagen für ausreichend, wie Marketingchef Beat Lehmann mitteilt. Die Meinung der Auftraggeber deckt sich mit jener des Verlags. Diese gängige Werbeform sei «klar und konsequent gekennzeichnet», schreibt ein Ringier-Sprecher.</p>
<p>Werbung für Online-Casinos ist in der Schweiz erst erlaubt seit Inkrafttreten des revidierten Geldspielgesetzes <a href="https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-72812.html" target="_blank" rel="noopener">per Januar 2019</a>. Den ausländischen Anbietern, die mittels Netzsperren aus dem heimischen Markt verbannt wurden, war es davor verboten für ihre Spiele zu werben. Das neue Gesetz setzt der Werbung allerdings <a href="https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20172704/index.html#a74" target="_blank" rel="noopener">gewisse Grenzen</a>. So dürfen Anbieter «nicht in aufdringlicher oder irreführender Weise Werbung betreiben». Die Irreführung, wie sie im Gesetz steht, erstreckt sich allerdings nicht auf die Darstellungsform der Werbung, sondern beschränkt sich auf verpönte inhaltliche Aussagen, wie etwa jene, wonach «Geldspiele ein geeignetes Mittel sind, um finanzielle oder persönliche Probleme zu lösen». Das Geldspielgesetz bietet also keinen Hebel, um gegen Werbung vorzugehen, die sich als redaktionelle Berichterstattung tarnt.</p>
<blockquote><p>In der aktuellen Werbung streichen die Casinos die Vorzüge des Spielens zu Hause hervor.</p></blockquote>
<p>Für die Werbeoffensive gibt es zwei Gründe. Zum einen sind die Online-Geldspiele erst seit gut einem Jahr auf dem Markt. Entsprechend wollen die Schweizer Casinos auf die neuen Spielmöglichkeiten aufmerksam machen. Es geht hier immerhin um einen geschätzten Jahresumsatz von 250 Millionen Franken, den in der Vergangenheit ausländische Anbieter mit Spielern aus der Schweiz erzielten. Dank den Netzsperren, die den heimischen Markt schützen, erhoffen sich die Schweizer Casinos diesen Millionenbetrag zu «erben». Doch das geht nur, wenn das Zielpublikum von den neuen Angeboten erfährt.</p>
<p>Zum anderen schuf die Corona-Pandemie mit der «aussergewöhnlichen Lage» eine neue Situation. Die terrestrischen Casinos mussten schliessen, damit bleibt das Online-Spiel als einzige Einnahmequelle. In der aktuellen Werbung streichen die Casinos denn auch die <a href="https://www.blick.ch/blick-tipps/multimedia/trotz-lockdown-im-online-casino-koennen-sie-rund-um-die-uhr-spielen-id15800330.html" target="_blank" rel="noopener">Vorzüge des Spielens zu Hause</a> hervor: «Trotz Lockdown! Im Online-Casino können Sie rund um die Uhr spielen», lautet der Titel eines Promo-Artikels. Welche Beträge Ringier für die Casino-Werbung kassiert, darüber gibt der Verlag keine Auskunft. Nur so viel: Die Kampagne in Zusammenarbeit mit dem Grand Casino Baden sei schon lange vor Corona angelaufen und finde auf blick.ch bereits seit letztem Herbst statt.</p>
<p>Das deckt sich auch mit den Beobachtungen von Media Focus. Die Firma dokumentiert die Werbung in der Schweiz. Seit längerem lasse sich eine Zunahme der Werbung für Online-Casinos feststellen. In den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres habe sich der Werbedruck verglichen zum Vorjahr sogar mehr als verdoppelt, teilt Media Focus auf Anfrage mit. Ein besonders starkes Wachstum habe sich in den Online-Medien gezeigt. Die Werte seien aber bereits im Zeitraum Juli bis Dezember 2019 stetig angestiegen. Zahlen für die spezielle Marktsituation seit Mitte März kennt Media Focus noch nicht.</p>
<blockquote><p>«Solche Werbung suggeriert, dass es sich beim Spiel um einen ganz normalen Zeitvertreib handelt.»<br />
<small>Jonas Wenger, Fachverband Sucht</small></p></blockquote>
<p>Präventionsfachleute warnen vor dem Suchtpotential des Online-Spiels, das grösser ist als beim Gang ins Casino. «Die Sucht spielt sich im Versteckten ab, die soziale Kontrolle entfällt. Wenn jemand mit dem Handy schnell mal ein paar Tausend Franken spielt, braucht das niemandem aufzufallen», sagt Jonas Wenger vom <a href="https://fachverbandsucht.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">Fachverband Sucht</a>. In welcher Form die Casinos für ihre Geldspiele werben, könne das problematische Spielverhalten unterstützen. «Wenn es sich um einen vermeintlich neutralen Beitrag handelt oder sogar einen Tipp der Redaktion, macht dies das Geldspiel noch attraktiver. Solche Werbung suggeriert, dass es sich beim Spiel um einen ganz normalen Zeitvertreib handelt.» Die Werbebotschaft erhalte eine grössere Glaubwürdigkeit, wenn als Absender die Redaktion wahrgenommen werde und nicht das Casino, so Wenger weiter.</p>
<p>Dabei wüsste es Blick eigentlich selber besser, wie man Promo-Artikel für gesundheitsgefährdende Produkte transparent und in der Aufmachung trotzdem attraktiv darstellen kann. Im Juli 2018 veröffentlichte blick.ch <a href="https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:3Rt_YAQw674J:https://sponsored.blick.ch/iqos/warum-ist-iqos-eine-bessere-alternative/+&amp;cd=1&amp;hl=de&amp;ct=clnk&amp;gl=ch" target="_blank" rel="noopener">einen Beitrag</a> mit dem Titel «Ist IQOS weniger schädlich als eine Zigarette?» Sponsor war Philipp Morris. Die Ausgangslage lässt sich vergleichen mit jener der Casinos: Beide Kunden wünschen eine Werbepräsenz, die über eine normale Anzeige hinausgeht und sich an redaktionellen Formaten orientiert.</p>
<p>Doch der Unterschied im Ergebnis könnte nicht grösser sein. Der gesponserte Beitrag von IQOS unterscheidet sich klar und deutlich von redaktionellen Artikeln, indem er mit einem anderen Grundlayout und anderen Schriften daherkommt. Über dem Beitrag steht eine Gesundheitswarnung («IQOS ist nicht risikofrei»), die permanent sichtbar bleibt, wenn man sich durch den Text scrollt. Ausserdem ist der Sponsoringhinweis klar und unmissverständlich formuliert: «Dies ist ein bezahlter Beitrag. ‹In Kooperation mit …› bedeutet, dass Inhalte im Auftrag eines Kunden erstellt und von diesem bezahlt werden.»</p>
<p>Für diese Transparenz erhielt der IQOS-Artikel sogar das <a href="https://presserat.ch/complaints/04_2019/" target="_blank" rel="noopener">Gütesiegel vom Presserat</a>. Der Beitrag sei «erkennbar als Werbung deklariert», hielten die Ethikhüter in ihrem Entscheid fest, als sie eine Beschwerde gegen diesen Promo-Artikel in den zentralen Punkten abgewiesen hatten. Bei Ringier sieht man keinen grundlegenden Unterschied zwischen der Werbung für Glücksspiele und jener für das Tabakprodukt, wie ein Unternehmenssprecher erklärt: «Die Werbung für Online-Casinos wird nach demselben Prinzip gehandhabt wie zum Beispiel die Kooperation mit IQOS, wobei die jeweilige Umsetzung unterschiedlich sein kann.»</p>
<p>Blick.ch könnte auch bei der Konkurrenz von 20min.ch abschauen, <a href="https://cp.20min.ch/de/stories/771-kult-slot-book-of-ra-jetzt-online-spielen" target="_blank" rel="noopener">wie es transparenter geht</a>. Ein Promo-Text für das Casino Luzern erscheint dort in einem eigenständigen Layout und mit dem überdeutlichen Hinweis, dass es sich um einen bezahlten Inhalt handelt, der nicht Teil des redaktionellen Angebots ist.</p>
<blockquote><p>«Im Rahmen einer bezahlten Zusammenarbeit nehmen wir natürlich Rücksicht auf die Wünsche des Werbekunden.»<br />
<small>Sprecher Ringier</small></p></blockquote>
<p>Angesichts der schwindenden Werbeerträge muss davon ausgegangen werden, dass Verlage vermehrt bereit sind, auch Formate anzubieten, die den Bedürfnissen der Kunden sehr weit entgegenkommen. «Im Rahmen einer bezahlten Zusammenarbeit nehmen wir natürlich Rücksicht auf die Wünsche des Werbekunden», sagt dazu ein Ringier-Sprecher. Dem kurzfristigen monetären Gewinn steht der mittelfristige Vertrauensverlust entgegen.</p>
<p>Ausserdem handelt es sich bei Geldspielen nicht um eine x-beliebige Dienstleistung, sondern um eine, die nicht nur individuelles, sondern auch gesellschaftliches Schädigungspotenzial birgt. «Wir appellieren daher an die Verlage, gerade in der momentan kritischen Situation Verantwortung zu übernehmen», sagt Jonas Wenger vom Fachverband Sucht. «Am besten wäre es deshalb, auf Werbung für Online-Glücksspiel aus Solidarität zu verzichten oder zumindest Werbung für Online-Spiele klar und deutlich als solche zu benennen.»</p>
<p>Eine Selbstverpflichtung auf klare Erkennbarkeit der Werbung würde der liberalen Werbeordnung der Schweiz entsprechen. In anderen Ländern geht die Regierung härter vor. So hat <a href="https://sbcnews.co.uk/europe/2020/04/01/spain-orders-social-shield-to-fast-track-gambling-advertising-window/" target="_blank" rel="noopener">Spanien</a> kürzlich die Werbung für Online-Geldspiele während der Dauer der Corona-Ausgangssperre tagsüber in allen Medien verboten, um die Anbieter «daran zu hindern, Geschäfte mit den Sorgen und Ängsten der Menschen zu machen». Nur von ein bis fünf Uhr nachts ist noch Werbung erlaubt. Mit dem Verbot reagierte die Regierung auf eine Zunahme des problematischen Spielverhaltens. Solches gibt es auch in der Schweiz. Für Geldspiele geworben wird aber wie eh und je.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/04/08/werbung-fuer-geldspiele-transparenz-sieht-anders-aus/">Werbung für Geldspiele: Transparenz sieht anders aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Sie lügen, Herr de Weck!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/17/sie-luegen-herr-de-weck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2015 10:16:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Roger De Weck]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Referendum]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerbeverband]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[RTVG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Debatte um die neue Billag-Gebühr spitzt sich zu. Die Gegner werfen der SRG vor, nicht unabhängig zu berichten und SRF-Moderatoren zu Handlangern zu machen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Debatte um die neue Billag-Gebühr spitzt sich zu. Die Gegner werfen der SRG vor, nicht unabhängig zu berichten und SRF-Moderatoren zu Handlangern zu machen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/17/sie-luegen-herr-de-weck/">Sie lügen, Herr de Weck!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Keine Werbung für die SRG: Nur die SVP findet die Idee gut</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/07/keine-werbung-fuer-die-srg-nur-die-svp-findet-die-idee-gut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2015 12:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gebührengelder der SRG, die Werbegelder den Privaten. Das fordern die Schweizer Verleger. Bei Medienpolitikern kommt die Idee mehrheitlich schlecht an.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/07/keine-werbung-fuer-die-srg-nur-die-svp-findet-die-idee-gut/">Keine Werbung für die SRG: Nur die SVP findet die Idee gut</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gebührengelder der SRG, die Werbegelder den Privaten. Das fordern die Schweizer Verleger. Bei Medienpolitikern kommt die Idee mehrheitlich schlecht an.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/07/keine-werbung-fuer-die-srg-nur-die-svp-findet-die-idee-gut/">Keine Werbung für die SRG: Nur die SVP findet die Idee gut</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Leicht verdientes Geld»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/04/leicht-verdientes-geld/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Dec 2014 21:57:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Amok]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Zurich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Studentin und ihr Umfeld bewahren während eines Alarms im Zürcher Toni-Areal die Ruhe und teilen das einer «Blick»-Journalistin auch genau so mit. Doch diese fantasiert Ängste herbei. Für ein Foto, das Studenten zeigt, wie sie unter den Tischen sitzen, würde sie sogar 100 Franken bezahlen. Heute morgen waren Teile von Zürich etwas in Aufruhr. <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/04/leicht-verdientes-geld/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Studentin und ihr Umfeld bewahren während eines Alarms im Zürcher Toni-Areal die Ruhe und teilen das einer «Blick»-Journalistin auch genau so mit. Doch diese fantasiert Ängste herbei. Für ein Foto, das Studenten zeigt, wie sie unter den Tischen sitzen, würde sie sogar 100 Franken bezahlen.<br />
<span id="more-22397"></span><br />
Heute morgen waren Teile von Zürich etwas in Aufruhr. Ein Alarm, den Medien zunächst Bombenalarm, dann Amokalarm und schliesslich Fehlalarm nannten, führte dazu, dass einige Studenten für einige Stunden in der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) im Toni-Areal ausharren mussten. <a href="http://www.nzz.ch/zuerich/zhdk-polizeieinsatz-wegen-amokalarm-1.18438108">Per E-Mail und per Lautsprecherdurchsage</a> wurden sie dazu aufgefordert, die Räume nicht zu verlassen.</p>
<p>Um herauszufinden und zu berichten, was passiert, nahm Blick.ch um 10:15 Uhr via Facebook zur eingeschlossenen Studentin Alice Kontakt auf. Es entwickelte sich ein Chat, welcher MEDIENWOCHE in voller Länge vorliegt und den wir vergleichen möchten mit dem <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich/amok-alarm-auf-dem-toni-areal-polizei-gibt-entwarnung-id3323946.html">daraus resultierenden Artikel von Blick.ch</a>. Die Studentin hat nur auf diesem einen Kanal mit der «Blick»-Journalistin kommuniziert, eine vorherige Bekanntschaft gab es nicht.</p>
<p>Lesen wir zunächst, was Alice antwortet auf die Frage, wie die Stimmung ist in der ungewissen Zwangslage:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/12/bildschirmfoto-2014-12-04-um-19-2.png" alt="" title="Zitat 1" width="450" height="41" class="aligncenter size-full wp-image-22414" /></p>
<p>Die «Blick»-Journalistin gibt das schriftliche Zitat in ihrem Artikel so wieder:</p>
<blockquote><p>«Noch sind alle sehr locker. Wir versuchen uns abzulenken, bis wir mehr Informationen kriegen», so Alice kurz nach dem Alarm.</p></blockquote>
<p>Alice nimmt es wirklich ziemlich easy, und ihr Umfeld offenbar auch:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/12/bildschirmfoto-2014-12-04-um-19-4.png" alt="" title="Zitat 2" width="450" height="46" class="aligncenter size-full wp-image-22412" /></p>
<p>«Doch etwas Angst schwebe schon im Raum», glaubt Blick.ch aus den Aussagen von Alice herauszulesen, und fragt gleich mal direkt:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/12/bildschirmfoto-2014-12-04-um-19-6.png" alt="" title="Zitat 3" width="450" height="28" class="aligncenter size-full wp-image-22410" /></p>
<p>Alice antwortet im Konjunktiv:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/12/bildschirmfoto-2014-12-04-um-19.png" alt="" title="Zitat 4" width="450" height="80" class="aligncenter size-full wp-image-22415" /></p>
<p>Bei Blick.ch klingt das dann so:</p>
<blockquote><p>Während in der Werkstatt die Stimmung noch relativ ruhig sei, sei sie in anderen Räumen angstgeladen. «Dort harren die Studenten unter den Tischen aus und warten auf weitere Informationen.» Sie habe selbst Angst, Schüsse zu hören, so Alice in den ungewissen Minuten. «Dann würde ich definitiv auch unter den Tisch kriechen.»</p></blockquote>
<p>Ausserdem gab es von Seiten der «Blick»-Journalistin ein gewisses Interesse an Fotos:</p>
<p><strong>10:25 Uhr:</strong> könntest du mir ein foto von euch schicken?<br />
<strong>10:28 Uhr:</strong> dürfen wir dein foto nicht doch verwenden? siehst toll darauf aus.<br />
<strong>10:29 Uhr:</strong> dann schick mir doch bitte ein anderes. du bist so hübsch, das würde voll ziehen bei uns 🙂<br />
<strong>10:32 Uhr:</strong> und vielleicht ein foto von euch studenten? auch ruhig von hinten, wie ihr in der werkstatt seid?<br />
<strong>10:39 Uhr:</strong> am besten wäre ein foto, wo ihr unter den tischen hockt.<br />
<strong>10:56 Uhr:</strong> muss dich nochmals wegen der bilder fragen: vielleicht will jemand aus einem anderen zimmer eins schicken?<br />
<strong>10:58 Uhr:</strong> he, nicht über twitter sagen, wie viel wir für bilder zahlen!<br />
<strong>11:04 Uhr:</strong> im gegenzug kannst du uns ja jetzt vielleicht ein foto besorgen.</p>
<p>Der Chat endet um 12:09 Uhr. Alice schreibt uns, es habe sich diesmal zwar um einen Fehlalarm gehandelt, es sei aber ja nicht so, als würde «Blick» in einem Ernstfall taktvoller vorgehen: «Amokläufe sind ja an und für sich dramatisch genug, da muss man nicht noch mehr draufhauen. Vielleicht ist es naiv von mir zu glauben, die Medien sollten von Fakten berichten, und nicht die Situation soweit verzerren, bis sie auf die Story passt, die sie gerne erzählen würden.»</p>
<p><small>Im Blogbeitrag <a href="http://blog.meugster.net/2014/amok-alarm-im-toni-areal-und-die-vorgehensweisen-der-medien/">«Amok-Alarm im Toni-Areal und die Vorgehensweisen der Medien»</a> beschäftigt sich auch Michael Eugster mit dem Verhalten der Medien in diesem Fall.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/04/leicht-verdientes-geld/">«Leicht verdientes Geld»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Buzz auf Schloss Elektronia</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Oct 2013 09:07:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Buzzfeed]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier2013]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Blick am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Watson]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Walder]]></category>
		<category><![CDATA[Huffington Post]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ankündigung von Ringier, Buzzfeed kopieren zu wollen, passt zum Wandel des Verlags zum Unterhaltungskonzern. Doch hinter der Verlautbarung verstecken sich Ideenlosigkeit und Leere &#8211; die man mit dem Einsatz von Geld kompensieren will. So versuchte man vergeblich, Hansi Voigt mit einem Jahreslohn von 500&#8217;000 Franken von seinem Projekt Watson abzuwerben. «Exklusiv» vermeldete am Freitagmittag <a href="https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/">Buzz auf Schloss Elektronia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ankündigung von Ringier, Buzzfeed kopieren zu wollen, passt zum Wandel des Verlags zum Unterhaltungskonzern. Doch hinter der Verlautbarung verstecken sich Ideenlosigkeit und Leere &#8211; die man mit dem Einsatz von Geld kompensieren will. So versuchte man vergeblich, Hansi Voigt mit einem Jahreslohn von 500&#8217;000 Franken von seinem Projekt Watson abzuwerben.<br />
<span id="more-16332"></span><br />
«Exklusiv» vermeldete am Freitagmittag der Schweiz-Korrespondent des deutschen «Handelsblatt» unter dem Titel <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/nachrichtenportale-schweizer-konzern-plant-buzzfeed-kopie/8952870.html">«Schweizer Konzern plant ‹Buzzfeed›-Kopie»</a>, dass Ringier «mit einem eigenen neuen Portal an den Markt» gehen sowie «junge, urbane Leser» ansprechen wolle. Auf meine Anfrage nach der Quelle der Story antwortet Autor Holger Alich, er nehme grundsätzlich keine Stellung zu seinen Quellen.</p>
<p>Womöglich werden einige diese Meldung für einen mutigen Schritt des Ringier-Verlags in die digitale Zukunft halten. Doch sie sagt nur wenig aus: Viele Printverleger glauben, ihr Glück zu finden, in dem sie den aktuell heissesten Scheiss für sich zu nutzen versuchen. Vor ein paar Jahren waren es die Tablets von Apple, die die Branche retten sollten. Jetzt offenbar <a href="http://www.buzzfeed.com/">Buzzfeed</a>: Eine durchaus unterhaltsame Contentfabrik, in der Inhalte und Werbung nur schwach voneinander getrennt Klicks ohne Ende fabrizieren. Wie auch das Modell «Huffington Post» ist Buzzfeed für den Journalismus eher Untergang als Lösung. In beiden Modellen kommt er nur am Rande vor.</p>
<p>Bei der HuffPo, vor einer Woche im deutschsprachigen Raum als <a href="http://www.huffingtonpost.de/">Huffington Post Deutschland</a> an den Start gegangen, werden nur die festangestellten Contentschieber bezahlt &#8211; ausserredaktionelle Inhalte, also das, was Journalismus ist oder sein könnte, bleiben unentlöhnt. Statt mit Honoraren zahlt die Tomorrow Focus AG lieber mit «Aufmerksamkeit» (2012 machte Mutterkonzern Hubert Burda Media 2456 Millionen Euro Umsatz und einen <a href=" http://www.wuv.de/medien/das_medienhaus_als_mischkonzern_burda_faehrt_dreistelligen_millionengewinn_ein">dreistelligen Millionengewinn</a>). Die Leistungen des HuffPo-Redaktionsteams zeigen sich bisher im Finden von wilden Farben für grosse Überschriften und im Aufmotzen von an sich banalen Tatsachen. Vielleicht mausert sich das Portal irgendwann zu einer lesenswerten Plattform, doch aktuell ist es ein Boulevard-Eintopf, in den jeder seinen PR- und Ego-Senf reindrückt. Um den Anschein von Fadheit gar nicht aufkommen zu lassen, würzt die Redaktion stets kräftig nach. Ein wohlschmeckendes Menü? Wer gratis gefüttert werden will, muss sich mit dem, was er kriegt, zufrieden geben.</p>
<p>Buzzfeed ist vom Prinzip mehr ein grosser Fleischwolf, mit dem Inhalte aus dem Internet zu wohlschmeckenden Mini-Würstchen verarbeitet werden, die dann in Listen oder Galerien angeboten und mit etwas Content drumrum angepriesen werden. Die Ergebnisse sind oft sehr kreativ und witzig, zwischendurch gelingen echte Highlights, auch journalistische. Man könnte Buzzfeed auch als ein heisser, süsser Griessbrei sehen, der Texte, Bilder, Videos und Werbung, also Griesskörner, Milch, Zucker und Zimt miteinander vermengt und so den Lesern mit einem grossen unbedeutenden Nichts überrollt.</p>
<p>In einem Experiment hat die Website «Neue Elite» <a href="http://www.neueelite.de/internet/20131021120516/39687/eine-woche-buzzfeed-das-ende-eines-experiments/">letzte Woche</a> konsequent eine Buzzfeed-Strategie verfolgt &#8211; und damit (nicht sehr überraschend) Klicks und Likes wie noch nie eingefahren:</p>
<blockquote><p>In dieser einen Woche hatten wir mehr Besucher als andere Onlinemagazine in einem ganzen Jahr. Uns gingen bereits nach kurzer Zeit die Banner aus, selbst die auf der untersten Backupebene.</p></blockquote>
<p>Manche weigern sich, den vorgesetzten Brei zu essen und spucken darauf, so Maddox von Thebestpageintheuniverse.net, der seit 1997 im Netz aktiv ist. In einem <a href="http://www.thebestpageintheuniverse.net/c.cgi?u=buzzfeed">Blogeintrag</a> und einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=8lni1b3Lw1U">Video</a> begründet er, weshalb er Buzzfeed für einen Schandfleck des Internets hält:</p>
<p><iframe loading="lazy" width="460" height="345" src="//www.youtube.com/embed/8lni1b3Lw1U" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das Prinzip «Everything goes» und «Hauptsache Aufmerksamkeit» manifestiert sich sowohl bei HuffPo als auch bei Buzzfeed. Es sind beides keine schlechten und sicher gewinnbringende Ideen, die viele Menschen <del datetime="2013-10-21T09:41:41+00:00">zu Tode amüsieren</del> unterhalten werden. Die Gewinne, welche durch die Brei- und Eintopf-Verfütterung entstehen, können eine Grundlage sein für ernsthaften Journalismus, den es unter <a href="http://www.buzzfeed.com/Longform">BuzzReads</a> eben tatsächlich auch gibt &#8211; selbst ein kleines Investigativ-Team wurde <a href="http://www.nytimes.com/2013/10/22/business/media/buzzfeed-hires-pulitzer-winner-to-head-investigative-unit.html">neu gegründet</a>.</p>
<p>Hinsichtlich des sich abzeichnenden Wandels von Ringier von einem Verlagshaus mit gesellschaftlicher Verantwortung zu einem Konzern, der vor allem unterhalten will, passt Füttern (feed) mit Klatsch (Buzz) ganz gut. Die Frage ist aber auch, ob man dem Unternehmen im aktuellen Zustand eine ernstzunehmende Kopie von Buzzfeed überhaupt zutraut. David Bauer, «Digitalstratege» der Tageswoche, <a href="https://twitter.com/davidbauer/status/391237574984867840">twitterte</a> dazu diesen <a href="http://gifrific.com/wp-content/uploads/2012/09/Jennifer-Lawrence-ok-thumbs-up.gif" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Link</a>.</p>
<p>Fragt man sich, wer denn in der Schweiz am ehesten so etwas kann, stösst unweigerlich auf eine Antwort: <a href="http://www.20min.ch/">20min.ch</a>. Noch immer läuft es als eine Art Nachrichtenportal, doch mindestens die Hälfte aller Einträge segeln inzwischen unter dem Label «Kurioses aus dem Internet». Seit dem Abgang von Hansi Voigt vor einem Jahr konnte das Portal (<a href="http://www.tamedia.ch/de/pressekontakt/medienmitteilungen/2013/pressrelease/peter_waelty_wechselt_zu_20_minuten/">seit 1. September</a> mit Peter Wälty als Leiter der Digitalentwicklung) mit einem entschiedeneren Boulevard-Kurs die Aufmerksamkeit nochmals verstärken. <a href="http://netreport.net-metrix.ch/audit/detail.php?id=28990&#038;l=de&#038;s=51421">Vergleicht</a> man die September-Monate 2012 und 2013 miteinander, stiegen die Unique Clients um 22 Prozent, die Visits sogar um 48 Prozent an.</p>
<p>Hier will nun die unter den jüngeren Medienkonsumenten bekannte, aber bisher online schwache bis nicht existente Marke «Blick am Abend» nachziehen. Die Ringier-Buzzfeed-Kopie soll aus dem Newsroom heraus produziert werden, etwa 10 bis 12 Mitarbeiter dafür abgestellt werden (Buzzfeed hat aktuell <a href="http://techcrunch.com/2013/09/04/buzzfeed-profitable/">über 300 Angestellte</a>). Ein Name ist noch nicht bekannt, auf Blick.ch soll das Portal <a href="http://www.persoenlich.com//news/medien/ringier-neues-onlineportal-sucht-journalisten-310386#.UmYrySSJB5h">«keinen Einfluss»</a> haben, wie eine Ringier-Sprecherin sagt.</p>
<p><a href="http://www.sonntagszeitung.ch/nachrichten/artikel-detailseiten/?newsid=260387">«Ringier lehnt Einstieg bei neuem Newsportal ab»</a>, war vor zwei Monaten in der «Sonntagszeitung» zu erfahren. Wer den Artikel von Reza Rafi liest, erhält den Eindruck, als habe Ex-20min.ch-Chefredaktor Hansi Voigt bei Ringier Watson vorgestellt und sei daraufhin abgeblitzt. Doch Voigt erzählt auf Anfrage eine andere Version: Ringier-CEO Marc Walder habe im Mai angerufen, um sich mit ihm mal über Watson zu unterhalten. Tatsächlich habe er sich darauf während einer Stunde mit einer Ringier-Delegation getroffen, doch konkret wurde nichts besprochen, kein Businessplan gezeigt. «Blick.ch ist ja potenziell der grösste Konkurrent, da kann ich doch nicht befreit erzählen», so Voigt auf Anfrage. Etwas später folgte ein weiteres Gespräch, auch dabei habe er sich «vollkommen bedeckt gehalten». Lediglich die Möglichkeit eines Joint-Venture sei in Betracht gezogen worden.</p>
<blockquote class="twitter-tweet">
<p><a href="https://twitter.com/medienspiegler">@medienspiegler</a> <a href="https://twitter.com/watson_news">@watson_news</a> Wie bereits gegenüber Reza Rafi gesagt: Ringier hat nie den Businessplan oder das Konzept von Watson gesehen.</p>
<p>&mdash; hansi voigt (@hansi_voigt) <a href="https://twitter.com/hansi_voigt/statuses/392050669722820608">October 20, 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Nach dem für die Ringier-Führung überraschenden Abgang von Blick.ch-Chef Rolf Cavalli erhielt Voigt nach Informationen der Medienwoche ein Wahnsinns-Angebot für die Umsetzung einer Buzzfeed-Strategie unter der Marke «Blick»: 500&#8217;000 Franken Jahreslohn wurden ihm angeboten, ein Betrag, der sogar die kühnsten Annahmen der <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/06/die-wigdorovits-liste/">Wigdorovits-Liste</a> sprengt. Dazu wäre eine einmalige Ablösesumme von 500&#8217;000 Franken bezahlt worden. Voigt bestätigt lediglich, ein Angebot von Ringier erhalten und abgelehnt zu haben, weitere Details sind ihm nicht zu entlocken. Bei <a href="http://www.watson.ch/">Watson</a>, dem nach wie vor unenthüllten Projekt von Voigt, ist man an einer Zusammenarbeit mit Ringier offensichtlich nicht interessiert. Man twittert, wohl mit Anspielung auf den Bericht in der «Sonntagszeitung»:</p>
<blockquote class="twitter-tweet">
<p>Watson verzichtet nach sorgfältiger Prüfung auf Einstieg bei Buzzfeed-Kopie der <a href="https://twitter.com/ringier_ag">@ringier_ag</a> Gutes Projekt, aber wirtschaftl. nicht plausibel</p>
<p>&mdash; watson (@watson_news) <a href="https://twitter.com/watson_news/statuses/392205566371577856">October 21, 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Neben weiteren Playern buhlen also zukünftig die Marken Blick, 20 Minuten und Watson um die Aufmerksamkeit des gelangweilt auf dem Handy herumtippenden Jugendlichen an der Bushaltestelle. Entscheidet sich die Zukunft des Journalismus in der Frage, wer ihm die meisten lustigen Kätzchen unterjubeln kann? Ich zweifle daran.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/10/22/buzz-auf-schloss-elektronia/">Buzz auf Schloss Elektronia</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Noch «viele Zufälligkeiten» im Newsroom</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/05/22/noch-viele-zufaelligkeiten-im-newsroom/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2013 23:37:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Jürg Auf der Maur]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Blick am Abend]]></category>
		<category><![CDATA[Newsroom]]></category>
		<category><![CDATA[Konvergenz]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsblick]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=14178</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vor drei Jahren hat die «Blick»-Gruppe ihre Redaktionen in einem Newsroom neu aufgestellt. Wo die Grenzen der kanalübergreifenden Zusammenarbeit liegen, zeigt eine aktuelle Untersuchung am Beispiel des «Blick»-Politikressorts. Den einen gilt er als Zukunftsmodell redaktioneller Organisation. Andere sehen im Newsroom das Schreckbild industrieller Nachrichtenproduktion. Hierzulande befeuerte Ringier die Debatte mit dem Entscheid, die Redaktionen der <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/22/noch-viele-zufaelligkeiten-im-newsroom/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor drei Jahren hat die «Blick»-Gruppe ihre Redaktionen in einem Newsroom neu aufgestellt. Wo die Grenzen der kanalübergreifenden Zusammenarbeit liegen, zeigt eine aktuelle Untersuchung am Beispiel des «Blick»-Politikressorts.<br />
<span id="more-14178"></span><br />
Den einen gilt er als Zukunftsmodell redaktioneller Organisation. Andere sehen im Newsroom das Schreckbild industrieller Nachrichtenproduktion. Hierzulande befeuerte Ringier die Debatte mit dem Entscheid, die Redaktionen der «Blick»-Gruppe räumlich und organisatorisch zusammenzuführen. Das Branchenblatt «Schweizer Journalist» nannte damals den «Blick»-Newsroom das «wichtigste Projekt» im Schweizer Journalismus. Drei Jahre nach dem Start ist es ruhig geworden um den Newsroom, mit dem die Trennwände zwischen «Blick», «Blick am Abend», «Sonntagsblick» und blick.ch eingerissen wurden.</p>
<p>Doch wie bewährt sich die neue Struktur im Alltag? Wie konvergent arbeiten «Blick»-Journalisten heute? Eine <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/05/projektbericht_gysi.pdf">unabhängige Studie</a> liefert erstmals Antworten auf diese Fragen. Reto Gysi von Wartburg, <a href="http://www.fuw.ch/article/reto-gysi/" target="_blank">Redaktor bei der «Finanz und Wirtschaft»</a>, hat im Rahmen seines Studiums <a href="http://www.maz.ch/aktuell/news/492.asp" target="_blank">«New Media Journalism»</a> an MAZ und Leipzig School of Media das Politikressort der «Blick»-Gruppe näher angeschaut. Dazu absolvierte er während der Frühjahrssession der eidgenössischen Räte ein Praktikum in der «Blick»-Bundeshausredaktion, die seit einem Jahr ebenfalls als Newsroom organisiert ist. Insgesamt neun Leute arbeiten für «Blick» in Bern.</p>
<p>Die wohl wichtigste Voraussetzung für konvergentes Arbeit sei erfüllt, stellt Gysi von Wartburg in seiner Studie fest. «Eine eigentliche Verweigerungshaltung, für einen anderen Kanal als das eigene Stammmedium zu schreiben, ist nicht feststellbar.» Das sind mehr als nur hehre Absichtsbekundungen. Eine Auszählung sämtlicher Artikel aus dem Politikressort während dreier Wochen im März zeigt, dass Beiträge von allen neun Mitarbeitern in mindestens zwei der vier Kanäle veröffentlicht wurden. Insofern sei das Ziel erreicht, «dass alle für mehrere Kanäle schreiben.»</p>
<p>Dieser Befund sagt aber noch nichts über den tatsächlichen Grad der multimedialen Integration aus. Regelmässig bi-medial arbeiten im «Blick»-Politikressort nämlich nur die drei Mitarbeitenden, die primär für blick.ch zuständig sind. Sie schreiben auch regelmässig für den «Blick am Abend» und gelegentlich für den «Blick». Die Mitarbeiter mit gedruckten Stammmedien dagegen sind vorerst Printjournalisten geblieben. Ihre Artikel werden zwar auch online veröffentlicht, aber ohne ihr eigenes Zutun. Aus einem einfachen Grund: Längst nicht alle «Blick»-Journalistinnen und -Journalisten beherrschen das Online-Redaktionssystem.</p>
<p>Anspruch und Wirklichkeit klaffen auch anderswo im Newsroom noch auseinander. Die kanalübergreifenden Karrieren einzelner Themen kommen praktisch kaum vor, obwohl das ein deklariertes Ziel der Redaktion wäre. «Dass ein vom &#8218;Blick am Abend&#8216; aufgegriffenes Thema vom Politikressort im &#8218;Blick&#8216; weitergezogen wird, liess sich im Untersuchungszeitraum empirisch nicht feststellen», hält Reto Gysi von Wartburg in seiner Untersuchung fest.</p>
<p>Vom Ziel eines integrierten Newsrooms befindet sich das Politikressort vom «Blick» ein Jahr nach seiner Neustrukturierung noch weit entfernt. In den Abläufen steckt noch viel altes Denken drin. So steht die Tageszeitung innerhalb des Ressorts immer noch zuoberst in der Prestige-Hierarchie: «Hat jemand eine wirklich gute Geschichte, will er oder sie damit lieber in den &#8218;Blick&#8216;, als sie zuerst über blick.ch zu verbreiten», schreibt Gysi von Wartburg in seiner Studie. Vieles geschieht auch unbewusst. «Man entscheidet viel und schnell», sagt «Blick»-Politikchef Jürg Auf der Maur. «Und es hat, wie auf jeder Zeitungsredaktion, viel Zufälligkeiten drin.» Erschwerend für die Kommunikation kommt dazu, dass Ressortleiter Auf der Maur hauptsächlich in Zürich arbeitet und sein Team in Bern.</p>
<p>Zumindest punktuell hat der Newsroom die Arbeit des Politikressorts in die angestrebte multimediale und konvergente Richtung verändert. Da die Journalistinnen und Journalisten nicht mehr nach Kanälen getrennt arbeiten, wird mehr untereinander diskutiert. Ausserdem würden die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten in den vier Kanälen ausgenutzt und Geschichten bewusster platziert. Dass man erst am Anfang eines langen Prozesses steht, ist sich Ressortleiter Jürg Auf der Maur bewusst. Man müsse die Newsroom-Idee noch stärker implementieren, schreibt er in seiner Beurteilung der Studienarbeit. Dabei setzt man vor allem auf den Faktor Zeit. Durchaus ein mögliches Erfolgsrezept, da nachrückende jüngere Kollegen mit konvergenter Arbeit aus Ausbildung und Praktika besser vertraut sind, als altgediente Redaktoren, die nur schon Mühe haben ein CMS zu bedienen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/22/noch-viele-zufaelligkeiten-im-newsroom/">Noch «viele Zufälligkeiten» im Newsroom</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Medien, die Industrie und das Böse</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/06/26/die-medien-die-industrie-und-das-boese/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jun 2012 12:04:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger legt sich wieder einmal mit dem Internet an: Soziale Netzwerke wollen nur Geld verdienen, hat er herausgefunden. Neininger warnt vor dem verantwortungslosen Treiben von Facebook, Twitter &#038; Co und fordert «gleich lange Spiesse für alle Medienunternehmen». Eine Replik. Beim Lesen der NZZ heute habe ich laut herausgelacht. Norbert Neininger, Präsidiumsmitglied <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/26/die-medien-die-industrie-und-das-boese/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger legt sich wieder einmal mit dem Internet an: Soziale Netzwerke wollen nur Geld verdienen, hat er herausgefunden. Neininger warnt vor dem verantwortungslosen Treiben von Facebook, Twitter &#038; Co und fordert «gleich lange Spiesse für alle Medienunternehmen». Eine Replik.<br />
<span id="more-30498"></span><br />
Beim Lesen der NZZ heute habe ich laut herausgelacht. Norbert Neininger, Präsidiumsmitglied im Verband Schweizer Medien, schreibt <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/soziale-netzwerke-wie-medien-behandeln-1.17279802">in einem Artikel</a>, das Ziel von Facebook sei «nicht eine bessere Welt, sondern eine höhere Börsenkapitalisierung und explodierende Margen». Are you kidding me, Mr Neininger? Und das in der für die Wirtschaft wichtigsten Zeitung der Schweiz?</p>
<p>Wer bitte glaubt, das Ziel von Facebook sei es, über die eigenen Produkte hinausgehend eine bessere Welt zu schaffen? Anteile dieser Firma sind seit dem 18. Mai 2012 an der Börse handelbar, natürlich will Facebook Geld verdienen. Wie die meisten Medienunternehmen: die <a href="http://www.nzz.ch/finanzen/aktien/_detail/?CODE_EXCHANGE=%40CH&#038;ID_INSTRUMENT=6577733&#038;ID_NOTATION=10718113&#038;ISIN=CH0126517975&#038;SECURITY_TYPE=STO">NZZ-Aktien</a> sind derzeit für 6000 Franken das Stück zu haben, die <a href="http://www.nzz.ch/finanzen/aktien/_detail/?CODE_EXCHANGE=SWX&#038;ID_INSTRUMENT=82242&#038;ID_NOTATION=109552&#038;ISIN=CH0011178255&#038;SECURITY_TYPE=STO">Tamedia-Namenaktien</a> zu 101 Franken. Ist es etwa deren Ziel, «eine bessere Welt zu schaffen»? Und was wollen die «Schaffhauser Nachrichten»? Nicht auch Geld verdienen? Kein Geld verdient hat Neininger bekanntlicherweise mit dem <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/">2011 eingestellten</a> Nachrichtenaggregator News1.ch, einem misslungenen Regionalabklatsch von Google News.</p>
<p>Vielleicht hat Neininger mit Facebook einfach das falsche Unternehmen erwischt. Es gibt nämlich eine Firma, die sich das Motto «You can make money without doing evil» gegeben hat: Google. Nachzulesen auf der Firmenwebsite unter Punkt 6: <a href="http://www.google.com/about/company/philosophy/">«What we believe»</a> (beachtenswert auch die Punkte 4 («Democracy on the web works») und 9 («You can be serious without a suit»)). Ob Google tatsächlich nach seinen Maximen handelt, steht freilich auf einem anderen Blatt. Aber immerhin lässt sich Google darauf behaften: «(&#8230;) you can hold us to that.»</p>
<p>Was die Kernaussage von Neiningers Artikels betrifft, kann man mit dem Kleinverleger soweit einig gehen, dass Opfer von Verunglimpfungen nicht rechtlos sein sollen. Das sind sie aber bereits heute nicht. Auf zivilrechtlicher Ebene kann jederzeit gegen Persönlichkeitsverletzungen vorgegangen werden, ganz egal, ob sie in Zeitungen oder Sozialen Netzwerken erfolgen.</p>
<p>Anonyme Angriffe waren schon immer ein Problem: seit Jahrhunderten stapeln sich auf den Polizeidienststellen ungelöste Fälle mit anonymen Anrufen oder Briefen. Einen aktuellen Fall aus der Offline-Welt im Berner Oberland hat kürzlich <a href="http://www.weltwoche.ch/weiche/hinweisgesperrt.html?hidID=545128">Andreas Kunz in der «Weltwoche»</a> aufgerollt.</p>
<p>Doch weiter im NZZ-Artikel:</p>
<blockquote><p>Viele Medienhäuser wollen ihr wertvollstes Gut – die journalistischen Inhalte – nicht mehr verschenken, und das Urheberrecht könnte bald durch ein Leistungsschutzrecht ergänzt werden, das auch den Autoren zugutekäme.</p></blockquote>
<p>Wo liegt das Problem? Wenn Verlage ihre Inhalte nicht mehr verschenken wollen im Netz, warum tun sie es denn? Es steht den Medienunternehmen frei, ihre Websites abzuschalten und alle zu verklagen, die Texte aus dem Printprodukt ins Netz stellen. Geteilt werden Inhalte, weil sie online so leicht erhältlich und teilbar sind  und das kommt den Verlagen durchaus zugute. Schliesslich wollen sie Online-Werbung verkaufen; dafür braucht es ausweisbare Zugriffe.</p>
<p>Und dann der lächerliche Kampf gegen die Suchmaschinen. Einerseits wenden die Presseverlage <a href="http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/suchmaschinenoptimierung-und-republishing-weit-weit-oben.html">viel Geld für Suchmaschinenoptimierung</a> auf, um möglichst viele Besucher auf ihre Seiten zu locken. Andererseits sollen die Suchmaschinen eine Lizenz lösen, um Ausschnitte anzeigen zu dürfen. Und wieso ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger den Autoren zugute kommen sollte, wie Neininger behauptet, ist auch mit viel Vorstellungskraft kaum nachvollziehbar.</p>
<p>Nicht nur der bescheidene Gehalt des Artikels erstaunt, auch die prominente Plattform, die Neininger in der NZZ immer wieder erhält für seine Ideen. Liegt es daran, dass sich im Verlegerverband sonst niemand zu exponieren wagt? Man erinnert sich an <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/20/abwarten-im-windschatten/">das laute Schweigen zum Leistungsschutzrecht</a>, dessen Einführung bis Ende 2012 vom Verband zum Ziel erklärt wurde.</p>
<p>Bekannte regelmässige Urheberrechtsverletzer sind natürlich auch die Presseverlage selbst (zu erinnern ist auch an den Fall Bütler vs. Neininger im <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/09/im-selbstbedienungsladen/">Februar</a> <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/20/der-taeter-als-opfer-und-moralapostel/">2012</a>). Vor einer Woche hat sich Tagblatt.ch-Redaktor René Rödiger <a href="http://sojus.tumblr.com/post/25491048008/so-nicht">darüber öffentlich geärgert</a>:</p>
<blockquote><p>«Da beklagen sich viele Verlage und Medien darüber, dass Blogger &#038; Co. ihre Inhalte klauen würden. Auch wenn dem so wäre, Geld machen wohl die wenigsten mit dem kopieren fremder Inhalte. Ausser die Medien: Ganz frech werden immer wieder Bilder mit zweifelhafter Quellenangabe zu den Texten gestellt oder &#8211; noch viel schlimmer &#8211; Werbung vor fremde Videos gestellt (meist YouTube). So muss man erst rund 30 Sekunden Autowerbung über sich ergehen lassen, um das neuste Musikvideo der Band X auf Blick/20min/Tagi &#038; Co. zu sehen.»</p></blockquote>
<p>Einige dieser Videos mögen zur freien Verfügung bereit gestellt worden sein, andere dagegen sind urheberrechtlich geschützt. Die Webportale Schweizer Zeitungen speichern diese Fremddateien auf den eigenen Servern ab und publizieren sie neu, im eigenen Videoplayer auf der eigenen Website. Jahrelang, ohne die Urheber überhaupt zu erwähnen oder gar zu verlinken (inzwischen wird das teilweise gemacht). Blick.ch ergänzt beispielsweise bei diesem, seit <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CWgbmgIzoT8">2010 auf YouTube</a> einsehbaren Video einfach das eigene Logo in die obere Ecke, schaltet 28 Sekunden Werbung vor und fügt <a href="http://www.blick.ch/life/youtube-hit-kueken-charley-geht-mit-seinem-besitzer-joggen-id1930942.html">drei Zeilen Text und zwei Sekunden Abspann</a> dazu &#8211; geerntet werden so 61 Empfehlungen von Facebook-Mitgliedern. Und auch der «Tages-Anzeiger» illustriert seine Artikel munter aus der «Quelle: Internet» (siehe unsere Bildergalerie, via <a href="https://twitter.com/Roedluvan/status/217558263020007424/photo/1">@Roedluvan</a>).</p>
<p>Als Inhalteanbieter im Web möchte man besser geschützt sein gegen solche Praktiken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/26/die-medien-die-industrie-und-das-boese/">Die Medien, die Industrie und das Böse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein Sommer voller Anti-Erotik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/10/07/ein-sommer-voller-anti-erotik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 06:48:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Übersax]]></category>
		<category><![CDATA[Prominente]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Denkt man an den «Blick», so kommen einem barbusige Frauen auf Seite 3 in den Sinn, Miezen, wie ihnen Ex-Chefredaktor Peter Übersax sagt, der in den 1980er-Jahren mit Bingo, Sex und Ausländerthemen die Auflage steigerte. Doch die Zeiten, in denen eine hübsche Frau in Unterwäsche oder weniger ausreichte, um die Leser zu erfreuen, sind offenbar <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/07/ein-sommer-voller-anti-erotik/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/07/ein-sommer-voller-anti-erotik/">Ein Sommer voller Anti-Erotik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Denkt man an den «Blick», so kommen einem barbusige Frauen auf Seite 3 in den Sinn, <a href="http://www.derbund.ch/kultur/diverses/Wir-hatten-Beziehungen-zu-Leuten-die-diese-Miezen-zuechteten/story/19528876">Miezen</a>, wie ihnen Ex-Chefredaktor Peter Übersax sagt, der in den 1980er-Jahren mit Bingo, Sex und Ausländerthemen die Auflage steigerte. Doch die Zeiten, in denen eine hübsche Frau in Unterwäsche oder weniger ausreichte, um die Leser zu erfreuen, sind offenbar vorbei. 2011 muss immer noch etwas dazu offeriert werden: Prominenz, Unglücke, Unfälle oder Häme.<br />
<span id="more-28926"></span><br />
Zuletzt ergötzte sich das Portal an einem weissen Faden, der neben dem Bein einer 18-jährigen Miss-Schweiz-Kandidatin zu sehen war, ein <a href="http://www.blick.ch/people/missschweiz/cleo-heuss-hat-schon-bessere-tage-erlebt-182712">&#8222;schlimmes Miss-Geschick&#8220;</a>, das <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/schweizer_trash-kultur_1.12806764.html">auch andere Medien</a> begierig aufgriffen. Sex oder auch einfach nur Sinnlichkeit geht bei «Blick Online» oft einher mit Peinlichkeit und Unglück. Als wäre es etwas, das keine Freude bereitet. Ein Blick zurück auf den Sommer 2011 mit Teasern, die laut «Klick mich» schreien.</p>
<p>20. April 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4170" title="Blick 2011 04 20" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-04-20.png" alt="Blick 2011 04 20" width="450" height="160" /></p>
<p>3. Mai 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4171" title="Blick 2011 05 03" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-05-03.png" alt="Blick 2011 05 03" width="450" height="160" /></p>
<p>6. Mai 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4172" title="Blick 2011 05 06" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-05-06.png" alt="Blick 2011 05 06" width="450" height="157" /></p>
<p>16. Mai 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4173" title="Blick 2011 05 16" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-05-16.png" alt="Blick 2011 05 16" width="450" height="155" /></p>
<p>8. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4176" title="Blick 2011 06 08" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-08.png" alt="Blick 2011 06 08" width="450" height="160" /></p>
<p>9. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4177" title="Blick 2011 06 09" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-09.png" alt="Blick 2011 06 09" width="450" height="151" /></p>
<p>19. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4178" title="Blick 2011 06 19" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-19.png" alt="Blick 2011 06 19" width="450" height="156" /></p>
<p>20. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4179" title="Blick 2011 06 20" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-20.png" alt="Blick 2011 06 20" width="450" height="151" /></p>
<p>23. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4180" title="Blick 2011 06 23" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-23.png" alt="Blick 2011 06 23" width="450" height="151" /></p>
<p>27. Juni 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4182" title="Blick 2011 06 27" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-06-27.png" alt="Blick 2011 06 27" width="450" height="150" /></p>
<p>12. Juli 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4184" title="Blick 2011 07 12" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-07-12.png" alt="Blick 2011 07 12" width="450" height="153" /></p>
<p>20. Juli 2011:<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4186" title="Blick 2011 07 20" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/Blick-2011-07-20.png" alt="Blick 2011 07 20" width="450" height="152" /></p>
<p><small>Alle Bilder: Screenshots blick.ch von April bis Juli 2011.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/07/ein-sommer-voller-anti-erotik/">Ein Sommer voller Anti-Erotik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Es gibt Hoffnung auf Besserung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/06/22/es-gibt-hoffnung-auf-besserung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Torsten Haeffner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 06:30:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Ulrich Jörges]]></category>
		<category><![CDATA[Newsnetz]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ Online]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Stern]]></category>
		<category><![CDATA[süddeutsche.de]]></category>
		<category><![CDATA[Bild.de]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Leserbrief]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Online-Kommentare gehören zu Online-Medien wie Leserbriefe in die Zeitung. Wie in den beiden ersten Beiträgen unserer Serie aufgezeigt, gibt es bei der Interaktion mit dem Publikum allerdings noch Optimierungsbedarf: Die gepflegte und gesittete Diskussion mit der Leserschaft will oftmals nicht so recht gelingen. Doch am Horizont zeichnen sich Lösungen ab, wie Qualitätsverbesserungen etabliert werden können. <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/22/es-gibt-hoffnung-auf-besserung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/22/es-gibt-hoffnung-auf-besserung/">Es gibt Hoffnung auf Besserung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/06/megafon.jpg" class="alignleft" width="120" height="114" /> Online-Kommentare gehören zu Online-Medien wie Leserbriefe in die Zeitung. Wie in den beiden ersten Beiträgen unserer Serie aufgezeigt, gibt es bei der Interaktion mit dem Publikum allerdings noch Optimierungsbedarf: Die gepflegte und gesittete Diskussion mit der Leserschaft will oftmals  nicht so recht gelingen. Doch am Horizont zeichnen sich Lösungen ab, wie Qualitätsverbesserungen etabliert werden können. – Dritter Teil unserer Serie zu Gegenwart und Zukunft von Leserkommentaren in Online-Medien.<br />
(1. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/16/jeden-tag-krawall/" target="_blank">Jeden Tag Krawall</a>, 2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/20/wenn-der-leser-ausrastet/" target="_blank">Wenn der Leser ausrastet</a>)<br />
<span id="more-28867"></span><br />
Der Stern-Journalist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_J%C3%B6rges" target="_blank">Hans-Ulrich Jörges</a> proklamierte bereits vor Jahren hinsichtlich der Einflussnahme der Leser auf die Zeitungen: «Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheisshäuser nach oben kommt.» Abgesehen davon, dass Jörges diese Empfehlung heute nie und nimmer als Online-Kommentar absetzen könnte, ist die Gültigkeit dieser Warnung längst erloschen. Denn die Leser verstehen die Option, online ihre Kommentare veröffentlichen zu können, längst als Selbstverständlichkeit.</p>
<p>Als sueddeutsche.de vor Jahren – andere Medien zogen später nach – nach 19.00 Uhr eingetroffene Kommentare bis zum nächsten Morgen um acht Uhr einfror, um sie zu Betriebszeiten einer Qualitätskontrolle unterziehen zu können, gab es unter den Online-Kommentatoren der News-Seite einen <a href="http://www.inwit.de/index.php/237/internet-mit-offnungszeiten-suddeutsche-zeitung-entzurnt-online-leser/" target="_blank">riesigen Aufruhr</a>. «Zensur» war noch einer der milderen Begriffe, mit dem diese Massnahme zur Qualitätssicherung gewürdigt wurde. Und dennoch: sueddeutsche.de blieb hart. Mittlerweile regt sich niemand mehr darüber auf.</p>
<p>Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass die Redaktionen bei der Umsetzung von bisweilen einschneidenden Massnahmen just auf Hilfe der Kommentatoren selbst hoffen. Christoph Zimmer, Leiter Unternehmenskommunikation von Tamedia: «Die Nutzerinnen und Nutzer sind ein wichtiges Korrektiv. Sie können aus ihrer Sicht heikle Kommentare der Redaktion melden.» Und Rowan Barnett, Leiter Community und Social Media bei BILD.de weiss: «Neben der Weiterentwicklung unserer Moderationstools möchten wir, dass unsere User stärker in der Rolle des Moderators agieren und uns helfen, unerwünschte Kommentare schnell zu entfernen.»</p>
<p>Über konkrete Pläne und Einzelmassnahmen äussern sich die einzelnen Redaktionen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Die in der <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/06/tabelle_massnahmen.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Tabelle</a> zusammengefassten Massnahmen zeigen immerhin: Die Geduld der Redaktionen gegenüber einzelnen Trollen und Randalierern ist begrenzt: Boulevard-Medien, wie blick.ch oder bild.de, werden wie bisher «Optimierungen» durch mehrheitlich dirigistische und technische Massnahmen durchziehen. Bei den sogenannten Qualitätsmedien ist die Bandbreite der Möglichkeiten grösser. In praktisch allen Redaktionen von nzz.ch bis zeit.de wird beispielsweise diskutiert, gute Kommentare zu prämieren, nur ausgewählte Kommentatoren im Wochenwechsel zuzulassen oder etwa die Kommentarfunktion zu splitten. Bei diesem Splitting würden beispielsweise sachliche Fehler im Artikel, Rechtschreibfehler etc. pp. direkt einem Redaktor zugestellt und anschliessend von diesem eliminiert, ohne dass sie veröffentlicht werden. Tagesanzeiger-Online hat dies bereits realisiert: Neben dem jeweiligen Artikel findet der kundige Leser die Funktion «Korrektur-Hinweis – Melden Sie uns sachliche und formale Fehler.» Der Kommentar zur Sache wiederum wird nach eingehender Prüfung publiziert.</p>
<p>Die anonyme Veröffentlichung von Beiträgen dürfte ohnedies – und aus gutem Grund – bald der Vergangenheit angehören. Vorreiter ist das Schweizer Fernsehen. Hier werden nur Beiträge von Kommentatoren unter Angabe des Nachnamens, des Anfangsbuchstabens des Vornamens und des Wohnortes <a href="http://login.sf.tv/personal.php?module=user&amp;action=create&amp;WT.si_n=login&amp;WT.si_p=neureg" target="_blank">veröffentlicht</a>. Für Heimlichkeiten gibt es ohnedies keinen Grund und der von den Redaktionen zur Verfügung gestellte Service (um nichts anderes handelt es sich bei Online-Kommentaren) sollte den Redaktionen selbst letztlich auch so viel wert sein, dass sie diesen nicht zum Tummelplatz für enthemmte Sendungsbewusste verkommen lassen.</p>
<p>Zudem: Was spricht bei Qualitätsmedien dagegen, die Feld-Wald- und Wiesen-Kommentare ganz abzuschaffen und dem Leser stattdessen eine konkrete Frage zu präsentieren, deren Antwort im Kontext des behandelten Themas eine echte Problemlösung darstellen könnte? Beispielsweise: «Welche Massnahmen sollen aus Ihrer Sicht konkret ergriffen werden, um Griechenland vor der Pleite zu retten?» Veröffentlicht würden hier ausschliesslich ernstzunehmende und konkrete Problem-Lösungs-Vorschläge.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/22/es-gibt-hoffnung-auf-besserung/">Es gibt Hoffnung auf Besserung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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