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	<title>Blockchain | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 14 Apr 2022 14:14:43 +0000</lastBuildDate>
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	<item>
		<title>Medien als digitale Sammelstücke</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/14/medien-als-digitale-sammelstuecke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian Lobe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2022 14:14:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[NFT]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Krypto-Boom ist in den Medien angekommen: Das «Time»-Magazin hat erstmals eine Digitalausgabe als NFT veröffentlicht, die NZZ verkauft digitale Tulpenbilder als Krypto-Kunst. Wie nachhaltig ist diese Entwicklung – und wie können sich Medien die Blockchain-Technologie zunutze machen, die dem Hype zu Grunde liegt? Eine Vermessung. Vor wenigen Wochen zierte den Twitter-Account der NZZ ein <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/14/medien-als-digitale-sammelstuecke/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Krypto-Boom ist in den Medien angekommen: Das «Time»-Magazin hat erstmals eine Digitalausgabe als NFT veröffentlicht, die NZZ verkauft digitale Tulpenbilder als Krypto-Kunst. Wie nachhaltig ist diese Entwicklung – und wie können sich Medien die Blockchain-Technologie zunutze machen, die dem Hype zu Grunde liegt? Eine Vermessung.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-NFTs-Medien-20220414.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-NFTs-Medien-20220414.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-96528" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-NFTs-Medien-20220414.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-NFTs-Medien-20220414-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-NFTs-Medien-20220414-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-NFTs-Medien-20220414-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/04/MW-NFTs-Medien-20220414-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Vor wenigen Wochen zierte den Twitter-Account der NZZ ein Tulpenstrauss. Das war kein Account-Hack, wie man zunächst hätte vermuten können, sondern Krypto-Kunst: Der deutsche Fotograf <a href="https://wesely.org/" rel="noopener" target="_blank">Michael Wesely</a> hat in Kooperation mit dem anonymen Künstlerkollektiv Flowtys für die NZZ eine <a href="https://unternehmen.nzz.ch/2022/03/nzz-edition-praesentiert-erstmals-eine-digitale-kunstserie/" rel="noopener" target="_blank">Kunstedition</a> mit einem Tulpenstrauss als Motiv kreiert, der sich mit dem Fortschreiten der Zeit verändert und sichtbar altert.</p>
<blockquote><p>NFT kehren eine wesentliche Eigenschaft des Digitalen um: aus Massenwaren werden Sammlerstücke.</p></blockquote>
<p>Erwerben konnte man das Tulpenbild im NZZ-Shop als sogenannten NFT, also <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Non-Fungible_Token" rel="noopener" target="_blank">«Non Fungible Token»</a> (deutsch: nicht ersetzbare Wertmarke). Dabei handelt es sich um einen kryptografisch abgesicherten Beweis für einen digitalen Vermögenswert. Dieser wird auf einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Blockchain" rel="noopener" target="_blank">Blockchain</a> hinterlegt und weist den Käufer als Rechteinhaber aus (nicht als Eigentümer, wie häufig zu lesen ist; Eigentum gibt es nur an Sachen). Solche digitalen Besitzurkunden verknappen die eigentlich beliebig oft kopier- und reproduzierbaren virtuellen Objekte künstlich. Damit kehren sie eine wesentliche Eigenschaft des Digitalen um; aus Massenwaren werden Sammlerstücke.</p>
<p>Der Verkaufsprozess der NZZ-Tulpen lief noch nicht alles rund. Die zweite Verkaufsrunde für ein weltweites Publikum musste «aus technischen Gründen verschoben werden», erklärt eine Sprecherin auf Anfrage. Es seien aber weitere Projekte im Bereich NFT geplant. Ausserdem habe die Redaktion der NZZ «umfangreiches Know-how in den Bereichen Blockchain, NFT und Metaverse aufgebaut und berichtet regelmässig darüber».<br />
</p>
<p>Die NZZ ist nicht das einzige Medienunternehmen, das mit Krypto-Kunst experimentiert. So hat der «Time»-Verlag im vergangenen Jahr eine eigene virtuelle Kollektion (<a href="https://time.com/collection/timepieces-nft/" rel="noopener" target="_blank">«TIMEPieces»</a>) herausgebracht. 4676 Kunstwerke kann man als NFT zu einem Preis von je 0,1 <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ethereum" rel="noopener" target="_blank">Ethereum</a> (ca. 282 CHF) erwerben. Kürzlich hat das amerikanische Nachrichtenmagazin sogar ein ganzes <a href="https://time.com/6158525/time-releases-first-ever-nft-magazine-issue/" rel="noopener" target="_blank">Heft als NFT</a> veröffentlicht – passend mit <a href="https://time.com/6159859/issue-01-vitalik-buterin-march-2022/" rel="noopener" target="_blank">Ethereum-Gründer Vitalik Buterin</a> auf dem Cover. Anders als bei der «normalen» Digitalausgabe wird der Heftinhalt in einer Blockchain gespeichert und an sogenannte Wallets ausgespielt, eine Art digitale Portemonnaies, über die Käufer Zugang zu den Dateien erhalten. Die NFT-Sonderedition ist mit einem kolportierten Preis von 0,54 Ethereum (ca. 1740 CHF) eher ein Sammlerstück. Man kauft die NFT-Version der «Time» nicht, um das Heft zu lesen, sondern um ein Kunstwerk zu erwerben.</p>
<p>Auch das US-Nachrichtenmagazin «Forbes» will demnächst eine eigene NFT-Kollektion auf den Markt bringen: Investoren können sich in eine Milliardärsliste (<a href="https://www.forbes.com/virtual-nft-billionaires/" rel="noopener" target="_blank">«Forbes Virtual NFT Billionaires»</a>) einkaufen. Sie erhalten dann unter anderem auf der Webseite Forbes.com ein Profil mit einer eigens gestalteten Kunstfigur, vergleichbar mit den Profilbildern des <a href="https://boredapeyachtclub.com/#/home" rel="noopener" target="_blank">Bored Ape Yacht Club</a> – eine Sammlung digital verschlüsselter Affencartoons, die Prominente für hunderttausende Dollars zur Verzierung ihrer Social-Media-Accounts erwerben.</p>
<blockquote><p>Das «Time»-Magazin hat mit dem Krypto-Kunstgeschäft bisher zehn Millionen Dollar Umsatz generiert</p></blockquote>
<p>.<br />
Schon seit Längerem versuchen Verlage neben dem Mediengeschäft ihre Erträge aufzubessern, indem sie Kunst, Wein, Olivenöl oder auch Uhren und Kleider verkaufen. Mit dem Wegbrechen von Abo- und Inserate-Erträgen nimmt die Bedeutung solcher Zusatzgeschäfte zu. Auch darum versuchen Verlage neue Wege zu gehen. So hat das «Time»-Magazin nach eigenen Angaben mit dem Krypto-Kunstgeschäft bisher zehn Millionen Dollar Umsatz generiert und will im sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Web3" rel="noopener" target="_blank">Web3</a> Fuss fassen. Die Promotoren dieses digitalen Ökosystems wollen die bestehende Internet-Architektur neu organisieren und alles auf die Blockchain-Technologie verlegen: dezentral, verschlüsselt und eigentumsorientiert soll das Web3 funktionieren. Keith A. Grossman, der Präsident der «Time»-Verlag sagte, das erste als NFT angebotene Magazin sei «wie eine natürliche Erweiterung für unsere Marke». Um die Bedeutung zu unterstreichen, hat der Verlag auch einen neuen Vorstandsposten geschaffen, der sich um das Web3 kümmert.</p>
<p>Sollten andere Verlage dem Beispiel folgen? Oder bleibt das Ganze nur eine Technikspielerei und NFT, Blockchain und Web3 entpuppen sich früher oder später als ein weiterer Hype, dem ein paar selbsternannte Pioniere aufgesessen sind?</p>
<p>Johannes Klingebiel, Programm-Manager im <a href="https://www.media-lab.de/de/" rel="noopener" target="_blank">«Media Lab Bayern»</a> und Herausgeber des <a href="https://www.getrevue.co/profile/klingebeil#archive" rel="noopener" target="_blank">Newsletters «Zine»</a>, teilt auf Anfrage der MEDIENWOCHE mit: «Experimente mit neuen Monetarisierungsmodellen sind in den Medien eine gute Sache.» Grundsätzlich gelte aber auch hier, dass jede neue Technologie in die bestehende Strategie eines Mediums passen sollte. Medienunternehmen sollten sich deshalb die Frage stellen, ob der Verkauft von digitalen Angeboten als NFT einen «tatsächlichen Mehrwert für das eigene Publikum über die reine finanzielle Spekulation hinaus» darstellen. Der Markt sei «voll mit unhaltbaren Versprechen, Betrügereien und anderen fragwürdigen Geschäftspraktiken», konstatiert Klingebiel. «Medien sollten sich also gut überlegen, ob die Kryptowelt das richtige Spielfeld für sie ist.» Doch die Problemidentifikation ist, gelinde gesagt, noch nicht allzu weit vorangeschritten. Das liegt einerseits an der Komplexität der Technologie, andererseits an der Unübersichtlichkeit des Krypto-Marktes mit seinen zahlreichen Akteuren und Währungen.</p>
<blockquote><p>Als NFT wird das Abo zu einem Sammel- und Spekulationsobjekt, das man weiterverkaufen kann.</p></blockquote>
<p>Verlage könnten durchaus von NFTs profitieren, findet dagegen <a href="http://zachwise.com/" rel="noopener" target="_blank">Zach Wise</a>. Der Journalist, der früher als Multimedia-Produzent bei der «New York Times» gearbeitet hat und heute am renommierten <a href="https://knightlab.northwestern.edu/" rel="noopener" target="_blank">«Knight Lab»</a> der Northwestern University lehrt, äussert sich auf Anfrage der MEDIENWOCHE optimistisch: Zwar gebe es eine Spekulationsblase, etwa bei den Profilbildern des Bored Ape Yacht Club. Der weniger spekulative Aspekt von NFTs nehme aber erst jetzt Konturen an. «Es gibt wirklich aufregende Möglichkeiten für den Journalismus», glaubt Wise. Eine Möglichkeit sei zum Beispiel, die Blockchain-basierten Echtheitszertifikate als Nachweis für Abo-Inhaber heranzuziehen. «Jeder, der das Abo der Zeitung in seinem Wallet hat, kann es weiterverkaufen, sogar mit Profit, und der Verlag erhält auf den Verkauf Lizenzgebühren.» Das Abo als Sammel- und Spekulationsobjekt.</p>
<p>Wise experimentiert mit seinem Team am Knight Lab mit einem Erlösmodell, bei dem Abos künstlich verknappt, also zum Beispiel auf 1000 limitiert werden. «In unserem Experiment gibt es kein Zeitlimit. Sie haben ein Abo-NFT, das es Ihnen erlaubt, auf die Publikation zuzugreifen, solange es sie gibt und solange Sie den NFT besitzen. Weil es nur 1000 Abos gibt und die Nachfrage grösser ist, steigt der Wert jedes Abonnements.» Die Abos könnten wie digitale Kunstwerke auf NFT-Marktplätzen gehandelt werden.</p>

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<p>Christian Simon, Innovation Editor beim Media Lab Bayern und freier Journalist, sieht das Ganze eher skeptisch. «Die Dezentralität und die verschiedenen Aspekte im Kern vieler Blockchain-Ideen, etwa Fälschungssicherheit, sind in der Theorie auch für Medienunternehmen spannend», erklärt er auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Allerdings gebe es noch grosse Hindernisse bei der Umsetzung der Technik: Bestehende Blockchain-Versuche im Medienbereich seien meist noch «Lösungen auf der Suche nach einem Problem», so Simon. «Selbst aufsehenerregende Experimente wie das US-<a href="https://medienwoche.ch/2018/06/21/eine-digitale-genossenschaft-fuer-zukunftsfaehigen-journalismus/">Startup ‹Civil›</a>, das Journalismus und Blockchain zusammenbringen wollte, sind innerhalb kürzester Zeit gescheitert – auch am mangelnden Interesse der Nutzer.» Hinzu kämen «zahlreiche Kinderkrankheiten wie die «technisch anspruchsvolle Implementierung und der ökologische Fussabdruck». Schätzungen zufolge emittiert ein NFT in seinem gesamten Produktzyklus im Durchschnitt 211 Kilogramm CO₂. Das entspricht ungefähr einer 1000 Kilometer langen Autofahrt mit einem mittelalten Benziner. Bis auf Weiteres gebe es für Medienunternehmen sicher «akutere Innovations-Themen», sagt Simon.</p>
<blockquote><p>Ist am Ende die vermeintliche Gelddruckmaschine gar nur ein billiger Kaugummiautomaut?</p></blockquote>
<p>Die Aussicht, auf dem heiss laufenden Krypto-Markt das schnelle Geld zu verdienen, ist auch für Medienunternehmen verlockend. So sind die ukrainischen Nachrichtenseiten «Ukrainska Pravda», «Novoye Vremya» sowie der NGO-Sender «Hromadske» <a href="https://finance.yahoo.com/news/ukrainian-media-companies-launch-joint-120500650.html" rel="noopener" target="_blank">ins NFT-Geschäft eingestiegen</a>, um ihre Kriegsberichterstattung zu finanzieren. In Kooperation mit der Krypto-Plattform Vault wurden 10&#8217;000 NFT-Schlüssel zu je 99,99 Dollar angeboten, mit denen die Käufer Zugang zu einem digitalen Tresor mit exklusiven Inhalten erhalten. Es handelt sich also quasi um eine kryptographisch abgesicherte Paywall. Gewiss, der Krieg rechtfertigt viele Mittel, um die freie Berichterstattung zu gewährleisten. Doch am Ende stellt sich nicht nur die Frage, welche Partner sich Medien ins Haus holen, sondern wie nachhaltig diese <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tokenisierung" rel="noopener" target="_blank">«Tokenisierung»</a> von Medieninhalten ist – und ob sich die vermeintliche Gelddruckmaschine nicht doch am Ende als billiger Kaugummiautomaut herausstellt.</p>
<p>Gerade bei der Kriegsberichterstattung liegt das Potenzial der Blockchain woanders: nämlich in der Verifizierung von Dateien. Bei der «New York Times» laufen bereits einige <a href="https://open.nytimes.com/what-if-every-news-photo-on-social-media-showed-contextual-information-8936cf4e8c45" rel="noopener" target="_blank">vielversprechende Experimente</a> mit der Blockchain, etwa um den Ursprung von Bild- und Videodateien nachzuverfolgen. Und anders als beim World Wide Web, dessen Entwicklung die Verlage weitgehend verschlafen hatten, bietet sich jetzt die Möglichkeit, die Entwicklung neuer digitaler Ökosysteme aktiv mitzugestalten. Der Trend gehe hin zu einem dezentralisierten Web, sagt Journalismusprofessor Zach Wise. «Ich denke, dass Journalismus an der Debatte und Entwicklung teilhaben sollte.» Der Grund, weshalb das Web3 entwickelt werde, sei derselbe wie bei Kryptowährungen: der Vertrauensverlust in etablierte, zentralisierte Institutionen. Ob sich dieses Vertrauen aber ausgerechnet mit hochspekulativen Krypto-Anlagen wiederherstellen lässt, ist mehr als fraglich.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/14/medien-als-digitale-sammelstuecke/">Medien als digitale Sammelstücke</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Versprechen vs. Realität: Was uns die Zukunft des Journalismus bis jetzt gebracht hat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/08/versprechen-vs-realitaet-was-uns-die-zukunft-des-journalismus-bis-jetzt-gebracht-hat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian Lobe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2022 13:45:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus der Dinge]]></category>
		<category><![CDATA[Automatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Augmented Reality]]></category>
		<category><![CDATA[Virtual Reality]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=95402</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Digitalisierung bringt immer wieder neue Technologien hervor, die den Journalismus zu verbessern versprechen. Doch was haben Automatisierung, Blockchain oder Virtual Reality bisher gebracht und was ist von ihnen noch zu erwarten? Wir haben fünf Fachleute gefragt – ihre Antworten und unsere Einschätzungen. Automatisierung Das Versprechen: Mehr Zeit fürs Wesentliche Automatisierung verspricht, den Medienschaffenden einfache <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/08/versprechen-vs-realitaet-was-uns-die-zukunft-des-journalismus-bis-jetzt-gebracht-hat/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/08/versprechen-vs-realitaet-was-uns-die-zukunft-des-journalismus-bis-jetzt-gebracht-hat/">Versprechen vs. Realität: Was uns die Zukunft des Journalismus bis jetzt gebracht hat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Digitalisierung bringt immer wieder neue Technologien hervor, die den Journalismus zu verbessern versprechen. Doch was haben Automatisierung, Blockchain oder Virtual Reality bisher gebracht und was ist von ihnen noch zu erwarten? Wir haben fünf Fachleute gefragt – ihre Antworten und unsere Einschätzungen.</strong><br />
<img decoding="async" class="size-full wp-image-95408 alignnone" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Zukunftstechnologien-Journalismus-20220308.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Zukunftstechnologien-Journalismus-20220308.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Zukunftstechnologien-Journalismus-20220308-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Zukunftstechnologien-Journalismus-20220308-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Zukunftstechnologien-Journalismus-20220308-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Zukunftstechnologien-Journalismus-20220308-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>Automatisierung</h3>
<p><strong>Das Versprechen: Mehr Zeit fürs Wesentliche</strong><br />
Automatisierung verspricht, den Medienschaffenden einfache und repetitive Tätigkeiten abzunehmen und Kapazitäten freizusetzen für redaktionelle Kernaufgaben, wie etwa Recherche oder Storytelling. Die Journalist:innen müssen nicht mehr unter Zeitdruck Kurzmeldungen schreiben oder spätabends vom Auswärtsspiel des unterklassigen Fussballvereins berichten – die Meldung schreibt die Maschine. Rohdaten wie etwa Spielstatistiken oder Börsenkurse setzt ein Algorithmus nach einer vorgegebenen Syntax zu einem lesbaren und verständlichen Artikel zusammen. Computer werden nicht müde, machen keine Flüchtigkeits- oder Rechtschreibfehler und streiken nicht. Unterdessen bleibt der Redaktion Zeit für Analysen oder Hintergrundberichte.</p>
<p><strong>Die Realität: Automatisierte Artikel</strong><br />
Schon seit einigen Jahren setzen Nachrichtenagenturen, Online-Medien und Zeitungen Software ein, die aus strukturierten Daten automatisiert Artikel generiert, zum Beispiel standardisierte Sport- oder Finanzberichte. Schweizer Medienhäuser wie <a href="https://medienwoche.ch/2019/05/16/automatisierung-im-journalismus-evolution-statt-revolution/">TX Group und Keystone-SDA</a> haben mit diesen Werkzeugen Teile ihrer Wahlberichterstattung automatisiert. Mit leistungsfähigen Sprachmodellen wie GPT-3, die auf Knopfdruck komplexe Texte produzieren, sind diese basalen Schreibroboter allerdings nicht zu vergleichen.</p>
<p>Die Anwendung von Software bzw. Künstlicher Intelligenz in Redaktionen hilft auch beim Auswerten riesiger Datensätze oder der Transkription von Texten. So setzt die NZZ die selbstlernende Text-to-Speech-Lösung Google Wavenet ein, mit deren <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/11/schwerer-stand-fuer-sprechautomaten/">Vorlesefunktion</a> man die geschriebenen Artikel auch hören kann.</p>
<p><strong><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-95404" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Christine_Elmer-600x600px-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Christine_Elmer-600x600px-300x300.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Christine_Elmer-600x600px-150x150.jpg 150w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Christine_Elmer-600x600px-320x320.jpg 320w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Christine_Elmer-600x600px.jpg 600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Christina Elmer: «Medien sollen Potenzial ausloten.»</strong><br />
«Lernende Algorithmen können an vielen Stellen im journalistischen Produktionsprozess von Nutzen sein», erklärt <a href="https://www.journalistik-dortmund.de/institut/hochschullehrende/prof-dipl-journ-christina-elmer/" rel="noopener" target="_blank">Christina Elmer</a>, Professorin für digitalen und Datenjournalismus an der TU Dortmund auf Anfrage der MEDIENWOCHE. «Sie können Journalist:innen in der Recherche unterstützen, etwa wenn es darum geht, grosse Datenmengen zu strukturieren.» Auch in der Produktion würden KI-Tools schon vielfach eingesetzt, zum Beispiel zur Transkription und Übersetzung von Beiträgen. In der Distribution von Medienbeiträgen seien mit KI-Support «bessere Empfehlungen» möglich. Ebenso liessen sich Inhalte automatisiert für unterschiedliche Plattformen und Nutzungskontexte anpassen. «Aus meiner Sicht sollten Medienhäuser diese Potenziale ausloten und die nötigen Kompetenzen aufbauen, um derartige Systeme zu konzipieren und die Algorithmen entsprechend zu trainieren», meint Elmer.</p>
<p>Für riskant hält die Journalismusprofessorin den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und Automatisierung, wenn deren Entwicklung «ohne Strategie und fachkundige Begleitung» vorangetrieben würde – «und wenn wir der dystopischen Idee hinterherliefen, dass KI-Algorithmen vollkommen autark journalistische Beiträge erstellen könnten». Es sei zwar theoretisch möglich, dass KI-Systeme irgendwann auch Meinungsbeiträge und Reportagen schreiben könnten, doch Elmer bezweifelt, ob derlei Formate mit persönlicher Prägung und einer entsprechenden Erwartungshaltung beim Publikum wirklich erfolgreich sein könnten: «Der Reiz eines Meinungsbeitrags liegt ja gerade darin, dass er von einer Person stammt, der ich begegnen und mit der ich mich auseinandersetzen könnte.» Wann immer es im Journalismus nicht nur um die reinen Fakten, sondern auch um Empathie und die persönliche Perspektive gehe, sollten Medien auf menschliche Autor:innen setzen, findet die Journalismusprofessorin.<br />
</p>
<h3 id="#vr">Virtual Reality</h3>
<p><strong>Das Versprechen: Mittendrin statt nur dabei</strong><br />
Virtuelle Realität erlaubt es, Berichterstattung lebendiger und authentisch erfahrbar zu machen. Mit einer VR-Brille auf dem Kopf ist es möglich, direkt in die Szenerie einzutauchen und sich mit seinem Avatar durch ein Kriegsgebiet oder Flüchtlingscamp zu bewegen. Durch die Immersion kann der Mediennutzer die Eindrücke eines Reporters hautnah erleben – Bombendetonationen zum Beispiel oder Berührungen von Menschen. Manche sprechen daher von der virtuellen Realität als einer «Empathiemaschine». Die Idee des teilnehmenden Journalismus könnte durch die Technik auf eine neue Ebene gelangen. </p>
<p><strong>Stand heute: Novak ins Studio teleportiert</strong><br />
Die Anfänge von Virtual Reality im Journalismus reichen knapp zwei Jahrzehnte zurück. 2006 hat die BBC in der virtuellen Welt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Second_Life" rel="noopener" target="_blank">«Second Life»</a> ein eigenes <a href="https://www.wonderlandblog.com/wonderland/2006/01/bbc_broadcasts_.html" rel="noopener" target="_blank">Nachrichtenstudio eingerichtet</a>. Der Avatar des BBC-Moderators Jeremy Paxman präsentierte eine eigene Nachrichtensendung. Auch andere TV-Sender wie ABC (deren Insel in «Second Life» von Cyberterroristen bombardiert wurde) waren auf der Plattform präsent. «Second Life» hat seinen Zenit längst überschritten, doch die immersive Berichterstattung wurde durch immer aufwendigere Grafiken weiterentwickelt. So hat der Fernsehsender «Eurosport» Gäste <a href="https://www.dimensionstudio.co/work/eurosport-cube-future-sports-tv" rel="noopener" target="_blank">in sein Studio «teleportiert»</a>. Während Novak Djokovic noch auf dem Center Court der US Open stand, wurde ein dreidimensionales Hologramm von ihm eingeblendet. So entstand die Illusion, als würde der Tennisstar tatsächlich im Studio stehen und die Fragen der Moderatorin beantworten. Wobei Djokovic mehr wie ein zweidimensionaler Pappkamerad aussah. Trotz der Mängel hat sich dieses Format gerade in Pandemiezeiten mit eingeschränkter physischer Präsenzmöglichkeit bewährt.</p>
<p>Auch das sogenannte «Metaverse» lockt mit neuen Möglichkeiten. So hat die «Vice»- Mediengruppe kürzlich auf der 3D-Plattform «Decentraland» sein «Hauptquartier» eröffnet. Diese virtuelle Repräsentanz diene auch «als Startrampe für die digitale Feldforschung zur Soziologie digitaler Communities», <a href="https://www.wuv.de/tech/vice_eroeffnet_hauptquartier_in_decentraland" rel="noopener" target="_blank">schrieb «W&#038;V»</a> Ende Februar. Allerdings sind Medienhäuser noch sehr zurückhaltend. Gemäss einer Umfrage des <a href="https://digiday.com/media/digiday-research-80-of-publishers-dont-see-a-big-future-for-their-businesses-in-the-metaverse/" rel="noopener" target="_blank">Branchendiensts «Digiday»</a> sehen 80 Prozent der Verlage keine grosse Zukunft im Metaverse.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-95409" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Simon_Graff-600x600px-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Simon_Graff-600x600px-300x300.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Simon_Graff-600x600px-150x150.jpg 150w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Simon_Graff-600x600px-320x320.jpg 320w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Simon_Graff-600x600px.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Simon Graff: «Wir können andere Perspektiven wahrnehmen»</strong><br />
«Wir können an Orte gehen, uns dort empfinden und somit Dinge und Zustände erleben, die wir als Rezipient:innen sonst nicht erleben könnten – und mitunter auch gar nicht hautnah erleben wollen.» <a href="https://simongraff.de/" rel="noopener" target="_blank">Simon Graff</a>, Gründer und Geschäftsführer der Metaverse-Agentur «FOR REAL?!», sieht das Potenzial der immersiven Technologie in der Überwindung von Distanzen – physisch, zeitlich und mental. Virtual Reality könne dabei helfen, andere Perspektiven wahrzunehmen und in die «Haut» anderer Menschen zu schlüpfen. VR-Formate wie <a href="https://youtu.be/LPDk1ALAtYE" rel="noopener" target="_blank">«When We Stayed Home»</a>, eine Reihe von Kurzfilmen, die während der frühen Phase der Pandemie in den menschenleeren Metropolen der Welt aufgenommen wurden, zeigten «eindrücklich», welches Potential in der immersiven Erzählweise liege. «Die Relevanz solcher Formate wird mit der weiteren Verbreitung von immersiven Endgeräten im Konsument:innen-Markt unweigerlich steigen», glaubt Graff.</p>
<p>Der Spezialist für Extended Reality sieht Journalist:innen aber auch in der Verantwortung, bei der Konzeption und Produktion von Inhalten «sehr bedacht» vorzugehen – insbesondere gehe es um die «Vermeidung von Derealisierungseffekten oder einer Hypersubjektivität», die auf Grund der Intensität der Medien auch «kritische Effekte» haben könne. «Zur Einordnung von inszenierten Darstellungen wie etwa Propaganda «wird Medienkompetenz auch im virtuellen Raum der unterschiedlichsten Metaverse-Plattform von hoher Relevanz sein.»</p>
<h3>Augmented Reality</h3>
<p><strong>Das Versprechen: Überall Zusatzinformationen</strong><br />
Mit Augmented Reality (AR) lassen sich physische Objekte in der Umgebung mit Zusatzinformationen anreichern. So kann man beispielsweise statistische Daten oder Hintergründe von Fussballspielern einblenden lassen, wenn man das Smartphone auf die Spieler am TV-Bildschirm hält, oder biologisches Wissen auf eine Datenbrille ausspielen, wenn man durch einen Wald wandert. </p>
<p><strong>Stand heute: Da bewegt sich was!</strong><br />
Bis vor einigen Jahren wurde die Technik eher als Spielerei eingesetzt. So liess das Magazin «The New Yorker» 2016 den deutschen Künstler Christoph Niemann ein <a href="https://page-online.de/bild/mitten-drin-animiertes-new-yorker-cover-von-christoph-niemann/#:~:text=The%20New%20Yorker%2C%20der%20heute,Wei%C3%9F%2DBlau%20zum%20Aufschlag%20ausholt." rel="noopener" target="_blank">Augmented-Reality-Cover</a> produzieren. Mithilfe einer App sah man das Titelbild unter der Kameralinse eines mobilen Endgeräts als animierte, dreidimensionale Grafik. Die «Bild»-Zeitung hat die Technik eingesetzt, um Fotos ihrer <a href="https://www.horizont.net/medien/nachrichten/augmented-reality-die-gedruckte-bild-zeigt-jetzt-auch-videos-169109" rel="noopener" target="_blank">Print-Ausgabe mit Videos anzureichen</a>. Leser der gedruckten Zeitung konnten Zusammenfassungen der Fussball-Bundesliga schauen, wenn sie ihr Smartphone mit der installierten App über das Foto hielten. Der journalistische Nutzen dieser Animationen hielt sich allerdings in Grenzen.</p>
<p>In welche Richtung AR-Journalismus gehen könnte, hat das <a href="https://talkingbiznews.com/they-talk-biz-news/quartz-iphone-app-now-includes-augmented-reality/" rel="noopener" target="_blank">Online-Magazin «Quartz»</a> demonstriert: Es integrierte ein 3D-Modell der Weltraumsonde Cassini in seine App. In der Kamera-Ansicht des iPhones liess sich das Objekt in der Umgebung, etwa auf einer Strasse oder einem Häuserdach, erkunden und auf Originalmass vergrössern.</p>
<p>Bei der «New York Times» arbeitet mittlerweile ein ganzes Team (<a href="https://www.nytco.com/press/new-york-times-ar-instagram/" rel="noopener" target="_blank">«AR Lab»</a>) aus Reportern, Entwicklern und Designern an Formaten, die auf Augmented Reality setzen. Die meisten Medienhäuser haben allerdings nicht das Budget einer «New York Times», um so stark in eine neue Technologie zu investieren oder sich kostspielige Experimente zu leisten, ohne zu wissen, ob sich das dann auch kommerziell rechnet. «n-tv.de»-Chefredakteur Tilman Aretz erkannte in der Technik <a href="https://kress.de/news/detail/beitrag/140188-n-tvde-chefredakteur-tilman-aretz-wuenscht-sich-weniger-hypes-im-journalismus.html" rel="noopener" target="_blank">keinen Nutzen</a> für die Berichterstattung. «Eine Nachrichtenredaktion muss sich damit nicht beschäftigen», sagte er 2018 in einem Interview mit dem «Medium Magazin».</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-95406" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Markus_Kaiser-600x600px-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Markus_Kaiser-600x600px-300x300.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Markus_Kaiser-600x600px-150x150.jpg 150w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Markus_Kaiser-600x600px-320x320.jpg 320w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Markus_Kaiser-600x600px.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Markus Kaiser: «Schauplätze zum Leben erwecken»</strong><br />
«Augmented Reality ersetzt nicht bestehende Medien, sondern kann sie erweitern», schreibt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Markus_Kaiser_(Journalist)" rel="noopener" target="_blank">Markus Kaiser</a> auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Der Professor für digitalen Journalismus und Medieninnovationen an der <a href="https://www.th-nuernberg.de/person/kaiser-markus/" rel="noopener" target="_blank">TH Nürnberg</a> hat früher selbst als Journalist gearbeitet und ist Experte für digitalen Journalismus und Medieninnovationen. Gerade im Lokaljournalismus sei AR eine «gute Sache», weil man vor Ort Schauplätze zum Leben erwecken könne.</p>
<p>Kaiser erwartet daher eine deutliche Zunahme von Augmented Reality im Journalismus. Dabei werde AR eine «stärkere Rolle» als die grosse Schwester Virtual Reality spielen, weil solche Anwendungen dank des omnipräsenten Smartphones einfach zugänglich und nicht ganz losgelöst vom Kontext der Realität sind.</p>
<p>Die Gefahr, dass die grossen Tech-Plattformen den Verlagen das Wasser abgraben, sieht der Journalismus-Experte nicht. «Google und Meta sind ja Intermediäre: Sie werden keine bzw. die wenigsten Inhalte selbst erstellen.» Wenn US-Tech-Unternehmen auf AR setzen, würden sie dies mit ihrer Technologie unterstützen und den Algorithmus dementsprechend «attraktiv programmieren», dass Content-Anbieter (wie Medienhäuser) hierfür Inhalte recherchieren und erstellen. Kaisers Fazit: «Wie immer bei neuen Technologien: Je ausgereifter sie sind, desto schneller verbreiteten sie sich, auch weil sie günstiger in der Handhabung werden und es mehr Fachleute gibt.»</p>

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            [rml_read_more]
<h3>Blockchain</h3>
<p><strong>Das Versprechen: Totale Transparenz</strong><br />
Bei der Blockchain handelt es sich um eine Art digitales Kassenregister. Sie bildet die Grundlage für Kryptowährungen wie Bitcoin und NFTs. Die Besonderheit besteht darin, dass die Protokolle nicht auf einem zentralen Server, sondern dezentral verteilt auf verschiedenen Rechnern ausgeführt werden. So lassen sich Transaktionen für jedermann öffentlich nachvollziehen. Die Blockchain-Technologie ist auch für den Journalismus interessant, etwa als Verifikationsinstrument für Informationen oder als dezentrale Publikationsplattform, wie es das sogenannte Web3 ermöglicht.</p>
<p><strong>Stand heute: Schwer zu erklären</strong><br />
Mit «Civil» gab es bereits ein<a href="https://medienwoche.ch/2018/06/21/eine-digitale-genossenschaft-fuer-zukunftsfaehigen-journalismus/" >Medien-Start-up</a>, das über die Ausgabe einer eigenen Kryptowährung eine datengenossenschaftsähnliche, dezentrale Verlagssstruktur etablieren wollte (ähnlich wie die «Republik», nur Blockchain-basiert). Das mit vielen Vorschusslorbeeren gestartete Projekt musste jedoch 2020 <a href="https://www.poynter.org/business-work/2020/r-i-p-civil-lessons-from-a-failed-startup/" rel="noopener" target="_blank">eingestellt werden</a> – weil es «überkompliziert und schwer zu erklären war», wie Stiftungspräsidentin Vivian Schiller einräumte. </p>
<p>Die «New York Times» experimentiert ebenfalls mit der Blockchain-Technologie: Die Forschungsabteilung des Medienunternehmens hat in Kooperation mit IBM ein Projekt gestartet (<a href="https://www.newsprovenanceproject.com/" rel="noopener" target="_blank">«News Provenance Project»</a>), bei dem die Authentizität von Fotos mithilfe der Blockchain verifiziert werden soll. Wie Entwicklungschef Scott Lowenstein auf Anfrage mitteilt, handelt es sich dabei um einen Prototyp – das Tool sei noch nicht produktiv. Derweil laufen aber eine Reihe von weiteren Projekten, bei denen die Blockchain eine zentrale Rolle spielt. Im Rahmen des <a href="https://blogs.microsoft.com/on-the-issues/2021/02/22/deepfakes-disinformation-c2pa-origin-cai/" rel="noopener" target="_blank">«Project Origine»</a>, an dem neben der NYT unter anderen auch die BBC, Adobe und Microsoft beteiligt sind, wird an einer Softwarelösung gearbeitet, um Metadaten digitaler Medien kryptographisch abzusichern, sodass sich der Ursprung von Bildern oder Videos leichter zurückverfolgen lässt.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-95407" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mattias_Erkkilae-600x600px-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mattias_Erkkilae-600x600px-300x300.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mattias_Erkkilae-600x600px-150x150.jpg 150w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mattias_Erkkilae-600x600px-320x320.jpg 320w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mattias_Erkkilae-600x600px.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Mattias Erkkilä: «Wo ist das Problem für die Lösung?»</strong><br />
«Das erste Hindernis für Newsrooms ist, ein Problem zu finden, für das Blockchain eine Lösung sein könnte», sagt <a href="https://www.journalismfestival.com/speaker/mattias-erkkila" rel="noopener" target="_blank">Mattias Erkkilä</a>. Der Online-Chef beim schwedischsprachigen Angebot des öffentlich-rechtlichen finnischen Rundfunks «Yle» hat als Stipendiat beim Think Tank Polis der London School of Economics eine Studie zum Thema Blockchain und Journalismus (<a href="https://blogs.lse.ac.uk/polis/2019/01/15/new-report-why-media-companies-should-care-about-blockchain/" rel="noopener" target="_blank">«What use is Blockchain for journalism?»</a>) verfasst. Sein Tenor: Ein dezentraleres und demokratischeres Netzwerk als das heutige zentralisierte Internet könnte Medienhäusern in die Hände spielen, weil zum einen Nutzende die Hoheit über ihre Daten hätten und sich damit auch das Ungleichgewicht zwischen Plattformen und Verlagen ausgleichen könnte.</p>
<p>Erkkilä sieht grosses Potenzial, wenn Medien die zugrundeliegenden Trends erkennen. Die Technik sei aber kein Selbstzweck. Das Vorhaben von «Civil», die Eigentümerstruktur auf der Blockchain-Technologie aufzubauen, sei «sehr ambitioniert» gewesen. Es brauche aber mehr als ein Start-up, um offene und nutzerzentrierte Lösungen zu entwickeln. Sein Fazit: «Vielleicht wird die Blockchain in der Zukunft eine Technologie sein, die wir alle nutzen – so wie Verschlüsselung.»</p>
<h3>Journalismus der Dinge</h3>
<p><strong>Das Versprechen: Sensoren liefern Daten</strong><br />
Das Internet der Dinge kann alles miteinander vernetzen, vom Auto bis zur Zahnbürste. Die Daten, die diese Geräte sammeln, sind nicht nur für die Wissenschaft oder kommerzielle Analysen interessant, sondern dienen auch als Rohmaterial für journalistische Recherchen. An der richtigen Stelle platziert, können Sensoren wertvolle Informationen liefern.</p>
<p><strong>Stand heute: Live aus dem Kuhmagen</strong><br />
Die «Washington Post» hat bereits 2013 Daten aus dem akustischen Überwachungssystem <a href="https://www.washingtonpost.com/investigations/shotspotter-detection-system-documents-39000-shooting-incidents-in-the-district/2013/11/02/055f8e9c-2ab1-11e3-8ade-a1f23cda135e_story.html" rel="noopener" target="_blank">ShotSpotter</a> ausgewertet, um die Kriminalität in der Stadt zu dokumentieren. Das umstrittene Ortungssystem für Schusswaffen hatte die Polizei installiert und die Zeitung erhielt die Daten durch ein Auskunftsersuchen. Medienschaffende können aber auch selbst Messgeräte aufstellen und Sensoren platzieren. </p>
<p>So hat der Wissenschaftsjournalist Jakob Vicari, Autor des Buchs «Journalismus der Dinge», im Rahmen des Projekts <a href="https://superkuehe.wdr.de/" rel="noopener" target="_blank">«Superkühe» für den WDR</a> drei Milchkühe mit Sensoren im Pansen ausgestattet und so aus dem Inneren der Kuh berichtet. Das niederländische Online-Magazin <a href="https://decorrespondent.nl/collectie/project-polar-english" rel="noopener" target="_blank">«De Correspondent»</a> hat im Rahmen eines Investigativ-Projekts sensible Daten der Fitness-App «Polar Beat» veröffentlicht, die den Standort von Geheimdienstagenten oder Soldaten offenbarten. Auch Regionalzeitungen haben erfolgreich sensorjournalistische Formate eingeführt. So hat die «Stuttgarter Zeitung» einen preisgekrönten <a href="https://www.stuttgarter-zeitung.de/feinstaub" rel="noopener" target="_blank">Feinstaubalarm</a> entwickelt, der mithilfe einer KI-Software täglich Daten von Messgeräten in der Region visualisiert.</p>
<p><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-95405" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Jacob_Vicari-600x600px-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Jacob_Vicari-600x600px-300x300.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Jacob_Vicari-600x600px-150x150.jpg 150w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Jacob_Vicari-600x600px-320x320.jpg 320w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Jacob_Vicari-600x600px.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Jakob Vicari: «Die ganze Stärke des Journalismus ausspielen.»</strong><br />
«Im Jahr 2025 werden 30 Milliarden Dinge vernetzt sein. Für mich sind das 30 Milliarden ungehobene Geschichten», teilt Jakob Vicari auf Anfrage der MEDIENWOCHE mit. «Vernetzte Mixer verraten uns, was die Welt isst, vernetzte Spielzeuge, wofür künftige Generationen brennen.» In seinem Innovationslabor <a href="https://tactile.news/" rel="noopener" target="_blank">tactile.news</a> entwickeln Vicari und sein Team sensorjournalistische Prototypen. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Sensor-Auswertung könne man Gegenständen und Tieren eine Stimme geben. «Wir können erfahren, was unsere Katzen nachts erleben, wie es Tieren in der modernen Landwirtschaft geht. Und wir können live dabei sein, wenn die letzten Geheimnisse der wandernden Tiere gelöst werden.» Vicari fordert von Redaktionen «den Mut zum Experimentieren» und dass sie sich «von Routinen verabschieden». In zehn Jahren sollte jede Redaktion ein Sensorprojekt haben, findet Vicari. Mit Sensorjournalismus könne man «die ganze Stärke des Journalismus» ausspielen: eigene, exklusive Themen setzen, tiefgehend recherchieren, Leser:innen mit einbeziehen, neue Perspektiven erzählen. Vicari ist überzeugt: «Der Journalismus fängt gerade an, richtig spannend zu werden.»</p>
<p><small>Bild: Adobe Stock</small></p>
<p><small>Bild:<a href="https://stock.adobe.com/" target="_blank" rel="noopener">Adobe Stock</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/08/versprechen-vs-realitaet-was-uns-die-zukunft-des-journalismus-bis-jetzt-gebracht-hat/">Versprechen vs. Realität: Was uns die Zukunft des Journalismus bis jetzt gebracht hat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Web3 ohne Blockchain? Der Ex-Twitter-Chef Jack Dorsey arbeitet an einem neuen Social-Media-Projekt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/01/web3-ohne-blockchain-der-ex-twitter-chef-jack-dorsey-arbeitet-an-einem-neuen-social-media-projekt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Mar 2022 08:04:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Plattform]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=95169</guid>

					<description><![CDATA[<p>Erst Ende letzten Jahres hat Jack Dorsey angekündigt, Twitter zu verlassen. Nun ist er im Aufsichtsrat von Bluesky, einem ausgegründeten Twitter-Projekt, das Konzepte und Technologien für dezentrale Social-Media-Dienste entwickeln soll. Bald will das Unternehmen einen Prototyp seiner Technik präsentieren.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/01/web3-ohne-blockchain-der-ex-twitter-chef-jack-dorsey-arbeitet-an-einem-neuen-social-media-projekt/">Web3 ohne Blockchain? Der Ex-Twitter-Chef Jack Dorsey arbeitet an einem neuen Social-Media-Projekt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erst Ende letzten Jahres hat Jack Dorsey angekündigt, Twitter zu verlassen. Nun ist er im Aufsichtsrat von Bluesky, einem ausgegründeten Twitter-Projekt, das Konzepte und Technologien für dezentrale Social-Media-Dienste entwickeln soll. Bald will das Unternehmen einen Prototyp seiner Technik präsentieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/01/web3-ohne-blockchain-der-ex-twitter-chef-jack-dorsey-arbeitet-an-einem-neuen-social-media-projekt/">Web3 ohne Blockchain? Der Ex-Twitter-Chef Jack Dorsey arbeitet an einem neuen Social-Media-Projekt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Welche Rolle NFTs im Journalismus spielen könnten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/30/welche-rolle-nfts-im-journalismus-spielen-koennten-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2021 12:52:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[NFTs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=91480</guid>

					<description><![CDATA[<p>Um NFTs gibt es einen gewaltigen Hype. Die digitalen Echtheitszertifikate spielen vor allem auf dem Kunstmarkt eine immer größere Rolle. Aber auch die ersten Medienunternehmen setzen auf die neue Technologie. Wie funktioniert das und wie könnten Non-Fungible Tokens im Journalismus eingesetzt werden?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/30/welche-rolle-nfts-im-journalismus-spielen-koennten-2/">Welche Rolle NFTs im Journalismus spielen könnten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Um NFTs gibt es einen gewaltigen Hype. Die digitalen Echtheitszertifikate spielen vor allem auf dem Kunstmarkt eine immer größere Rolle. Aber auch die ersten Medienunternehmen setzen auf die neue Technologie. Wie funktioniert das und wie könnten Non-Fungible Tokens im Journalismus eingesetzt werden?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/30/welche-rolle-nfts-im-journalismus-spielen-koennten-2/">Welche Rolle NFTs im Journalismus spielen könnten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Parlament setzt bessere Rahmenbedingungen für Blockchain-Technologie</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/09/11/parlament-setzt-bessere-rahmenbedingungen-fuer-blockchain-technologie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Sep 2020 13:52:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=81422</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Ständerat hat Gesetzesänderungen zugestimmt, die die Rahmenbedingungen in der Schweiz für Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologie verbessern sollen. Damit folgt er dem Nationalrat, der diese ebenfalls abnickte.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/11/parlament-setzt-bessere-rahmenbedingungen-fuer-blockchain-technologie/">Parlament setzt bessere Rahmenbedingungen für Blockchain-Technologie</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Ständerat hat Gesetzesänderungen zugestimmt, die die Rahmenbedingungen in der Schweiz für Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologie verbessern sollen. Damit folgt er dem Nationalrat, der diese ebenfalls abnickte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/11/parlament-setzt-bessere-rahmenbedingungen-fuer-blockchain-technologie/">Parlament setzt bessere Rahmenbedingungen für Blockchain-Technologie</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie Blockchain-Paywalls die Medienbranche retten könnten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/25/wie-blockchain-paywalls-die-medienbranche-retten-koennten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Oct 2019 11:47:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=73748</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Medienbranche befindet sich seit Jahren im Wandel und hat mit Finanzierungsmodellen zu kämpfen. Das Berliner Startup SatoshiPay will dieses Problem mit der Blockchain lösen &#8211; auch über Ländergrenzen hinaus. Im Interview spricht SatoshiPay-CEO Meinhard Benn über seinen Micropayment-Dienst.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Medienbranche befindet sich seit Jahren im Wandel und hat mit Finanzierungsmodellen zu kämpfen. Das Berliner Startup SatoshiPay will dieses Problem mit der Blockchain lösen &#8211; auch über Ländergrenzen hinaus. Im Interview spricht SatoshiPay-CEO Meinhard Benn über seinen Micropayment-Dienst.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/25/wie-blockchain-paywalls-die-medienbranche-retten-koennten/">Wie Blockchain-Paywalls die Medienbranche retten könnten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zürich ist auf dem Weg zur «Crypto-City»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/10/zuerich-ist-auf-dem-weg-zur-crypto-city/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2019 12:54:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=72355</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der Stadt Zürich wächst eine ganz eigene Blockchain-Szene heran. Hier stellen sich Startups vermehrt die Frage, wie die disruptive Technologie die Gesellschaft umkrempelt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Stadt Zürich wächst eine ganz eigene Blockchain-Szene heran. Hier stellen sich Startups vermehrt die Frage, wie die disruptive Technologie die Gesellschaft umkrempelt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/10/zuerich-ist-auf-dem-weg-zur-crypto-city/">Zürich ist auf dem Weg zur «Crypto-City»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Startup Alethena gewinnt mittels Blockchain Aktionäre</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/04/02/das-startup-alethena-gewinnt-mittels-blockchain-aktionaere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2019 04:20:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Startup]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=67629</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Startup Alethena geht neue Wege, um Aktionäre zu gewinnen. Es bietet die Aktien nicht per Bank an, sondern auf der eigenen Website.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Startup Alethena geht neue Wege, um Aktionäre zu gewinnen. Es bietet die Aktien nicht per Bank an, sondern auf der eigenen Website.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/02/das-startup-alethena-gewinnt-mittels-blockchain-aktionaere/">Das Startup Alethena gewinnt mittels Blockchain Aktionäre</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blockchain-Projekt für neuen Journalismus scheitert an erster Hürde</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/10/19/blockchain-projekt-fuer-neuen-journalismus-scheitert-an-erster-huerde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Oct 2018 08:38:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=62398</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Start-up Civil will mit der Blockchain-Technologie den Journalismus verändern und verbessern. Die Hoffnungen in das Genossenschaftsmodell, das die Plattform steuern soll, sind gross. <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/21/eine-digitale-genossenschaft-fuer-zukunftsfaehigen-journalismus/">Die MEDIENWOCHE berichtete darüber</a>. Damit das Projekt zum Fliegen kommt, braucht es Geld. Dazu wollte Civil sogenannte Token verkaufen, ähnlich einer Aktienausgabe bei einem Börsengang. So sollten mindestens acht Millionen Dollar zusammen kommen. Am Ende waren es aber nur gut eine Million. Civil scheiterte offenbar auch an den <a href="https://twitter.com/ManuelPuppis/status/1052989455647281152" rel="noopener" target="_blank">komplizierten technischen Modalitäten</a>. Nun will man mit einem zweiten Anlauf versuchen, den angestrebten Betrag zu erhalten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Start-up Civil will mit der Blockchain-Technologie den Journalismus verändern und verbessern. Die Hoffnungen in das Genossenschaftsmodell, das die Plattform steuern soll, sind gross. <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/21/eine-digitale-genossenschaft-fuer-zukunftsfaehigen-journalismus/">Die MEDIENWOCHE berichtete darüber</a>. Damit das Projekt zum Fliegen kommt, braucht es Geld. Dazu wollte Civil sogenannte Token verkaufen, ähnlich einer Aktienausgabe bei einem Börsengang. So sollten mindestens acht Millionen Dollar zusammen kommen. Am Ende waren es aber nur gut eine Million. Civil scheiterte offenbar auch an den <a href="https://twitter.com/ManuelPuppis/status/1052989455647281152" rel="noopener" target="_blank">komplizierten technischen Modalitäten</a>. Nun will man mit einem zweiten Anlauf versuchen, den angestrebten Betrag zu erhalten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/10/19/blockchain-projekt-fuer-neuen-journalismus-scheitert-an-erster-huerde/">Blockchain-Projekt für neuen Journalismus scheitert an erster Hürde</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine digitale Genossenschaft für zukunftsfähigen Journalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/06/21/eine-digitale-genossenschaft-fuer-zukunftsfaehigen-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Pascal Sigg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2018 10:19:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Start-up Civil will mit der Blockchain-Technologie den Journalismus verändern und verbessern. Die Hoffnungen in das Genossenschaftsmodell, das die Plattform steuern soll, sind gross. Noch gibt es aber grosse Fragezeichen. Wir haben mit den InitiantInnen des Projekts in New York und Boston gesprochen. Ende März, nach einem weiteren Schneesturm, der Stadt die verlangsamte, sitzt David <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/21/eine-digitale-genossenschaft-fuer-zukunftsfaehigen-journalismus/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Start-up <a href="https://news.joincivil.com/" rel="noopener" target="_blank">Civil</a> will mit der Blockchain-Technologie den Journalismus verändern und verbessern. Die Hoffnungen in das Genossenschaftsmodell, das die Plattform steuern soll, sind gross. Noch gibt es aber grosse Fragezeichen. Wir haben mit den InitiantInnen des Projekts in New York und Boston gesprochen.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/06/MW-Civil_20180605-print-sRGB.jpg" alt="" width="2480" height="1692" class="alignnone size-full wp-image-58534" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/06/MW-Civil_20180605-print-sRGB.jpg 1680w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/06/MW-Civil_20180605-print-sRGB-300x205.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/06/MW-Civil_20180605-print-sRGB-768x524.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/06/MW-Civil_20180605-print-sRGB-1024x699.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 2480px) 100vw, 2480px" /><br />
Ende März, nach einem weiteren Schneesturm, der Stadt die verlangsamte, sitzt David Moore in einem Co-Working-Space über den Dächern des New Yorker Flatiron-Districts und strahlt: «So viele Freiheiten hatten wir noch nie, alle sind begeistert.» Moore ist Co-Chefredaktor und Verleger von <a href="https://readsludge.com/" rel="noopener" target="_blank">Sludge</a> (zu Deutsch: Schlamm), einem investigativen Online-Magazin, das über Interessenverstrickungen und Geldflüsse in der US-Politik berichtet und demnächst online gehen will. Grund für seinen Elan liefert das Versprechen des Umfelds in dem er publizieren wird: Die Online-Plattform Civil soll nicht nur ein zuverlässigeres Geschäftsmodell für Moores Journalismus bringen. Civil will weltweit eine neue Medienökonomie schaffen und mit einer Art digitaler Genossenschaft die Steuerung dieses Systems in den Dienst des Journalismus stellen. Von diesen Ambitionen sind nicht nur Journalisten entzückt. Kürzlich gab das <a href="https://ejc.net/" rel="noopener" target="_blank">European Journalism Centre</a> die Gründung eines mit 1.7 Millionen-Euro dotierten <a href="https://medium.com/we-are-the-european-journalism-centre/ejc-launches-1-7m-accelerator-with-support-from-news-integrity-initiative-civil-a4ca7a632fb1" rel="noopener" target="_blank">Engaged Journalism Accelerators</a> bekannt. Zusammen mit Jeff Jarvis’ <a href="https://www.journalism.cuny.edu/centers/tow-knight-center-entrepreneurial-journalism/news-integrity-initiative/" rel="noopener" target="_blank">News Integrity Initiative</a> der City University New York und Civil sollen innovative Journalismusprojekte gefördert werden. EJC-Direktor Adam Thomas schrieb: «Wir glauben, dass die Civil-Plattform tolle Möglichkeiten bietet.»<br />
<H3>Die Technologie</H3><br />
Ende April sitzt Civil-Mitgründerin Christine Mohan in der Cafeteria der Harvard Innovation Labs in Boston. Hinter ihr flimmern TV-News auf einem Flachbildschirm. Neben ihr spielen zwei Männer Tischtennis. Es ist «Boston Blockchain Week» und Mohan hat eben ein Panel organisiert auf dem der Chefentwickler von Civil das Projekt vorgestellt hat. Denn es ist die Blockchain-Technologie, auf welcher die ganzen Hoffnungen basieren. Sie ermöglicht eine eindeutige, jedoch verschlüsselte Identifikation der Internetnutzer und eine transparente Abbildung aller Transaktionen zwischen ihnen. Darauf will Mohan mit ihren KollegInnen nun eine Plattformökonomie aufbauen. Ähnlich der kürzlich in der Schweiz vorgestellten Idee einer digitalen Medienplattform will diese für den Journalismus ein Online-Umfeld erschaffen, das unabhängig von Google oder Facebook funktionieren kann. «Es ist ein Modell wie Airbnb aber für Journalismus: Wir verbinden Käufer und Verkäufer auf einem transparenten Marktplatz», sagt Mohan. Sie hat früher in den Digitalteams der New York Times und des Wall Street Journal gearbeitet. Wie Hauptinitiant Matthew Iles, der vor Civil seine Digitalagentur verkaufte, versteht sie das Netz und ist nicht zufrieden damit. «Wir wollen den Journalismus im Web aufspalten: Auf der einen Seite Lärm, Hass und die perversen Anreize der gegenwärtigen Medienlandschaft. Und auf der anderen Seite Civil.»</p>
<blockquote><p>Alle Redaktionen, die auf der Civil-Plattform publizieren wollen, müssen einen Ethikkodex unterzeichnen.</p></blockquote>
<p>Die Blockchain-Technologie soll dabei helfen, indem sie mittels einer eigenen Währung – des CVL-Tokens – die Schaffung einer Art digitalen Genossenschaft ermöglicht. Mohans Team ist aktuell daran, den Erstverkauf dieser Währung – vergleichbar mit der Aktienemission bei einem Börsengang – vorzubereiten. Anders als dies bei Bitcoin der Fall ist, soll der Civil-Token aber nicht in erster Linie als Kryptowährung funktionieren und zum Spekulationsgut werden. Vielmehr funktioniert er als eine Art Anteilschein, welcher die Halter zur Teilnahme an der Plattform-Governance berechtigt. Damit soll die journalistische Qualität sichergestellt werden können.</p>
<p>Konkret werden alle Redaktionen (bei Civil heissen sie Newsrooms), die auf der Civil-Plattform publizieren wollen, einen Ethikkodex unterzeichnen und müssen von den CVL-Haltern per Abstimmung zugelassen werden. Zudem wird es Abstimmungen über Verletzungen des Kodexes und Ausschlüsse von der Plattform geben können. Alles unter der Annahme, dass die CVL-Halter einen ökonomischen Nutzen darin sehen, wenn die Qualität des Journalismus auf der Plattform steigt. Denn dann steigt auch der Wert ihres Tokens. Mohan: «Um dieses Umfeld zu etablieren brauchen wir auf der Plattform von Beginn weg erstklassigen Journalismus.»<br />
<H3>Der Journalismus</H3><br />
Diesen soll auch der New Yorker Tom Scocca liefern. Sein Magazin <a href="https://news.joincivil.com/hmm-daily/" rel="noopener" target="_blank">«Hmm Daily»</a> ist einer von rund zehn Newsrooms, die in diesen Tagen auf Civil zu publizieren beginnen. Anders als die Investigativreporter von Sludge will er sich aber auf kluge Kommentare und Analysen konzentrieren. «Wir wollen den Flammenwerfer nicht füttern.» Damit meint er die Erzeugung von Aufmerksamkeit über provokative Kommentare. Scocca, der einen Ruf als kritischer Kulturanalyst geniesst und zuletzt mit fantasievollen Wetterkritiken Aufsehen erregte, wurde von Civil kontaktiert. Und er geniesst die Freiheit, die er sich von der Plattform verspricht. «Wir wollen eine andere, offenere publizistische Sensibilität und frische AutorInnen.» Wenige Wochen vor dem Launch will er sein Konzept deshalb auch nicht klar benennen. Und auch die Frage nach potenzieller Leserschaft sieht er gelassen: «Wir suchen keine bestimmte Zielgruppe, sondern sind vielmehr gespannt, wer uns finden wird.» Schliesslich habe nichts, was bisher versucht wurde, funktioniert. «Es gibt für mich keinen sichereren Ort, an den ich zurückkehren könnte.» Damit spielt er auch auf seine Erfahrung bei «Gawker» an, der erfolgreichen Website, die von Tech-Investor Peter Thiel aus Rache in den Bankrott geklagt wurde.</p>
<blockquote><p>Bei den ersten Newsrooms, die es aus der eigenen Tasche unterstützt, setzt Civil vor allem auf unterfinanzierte Bereiche wie Lokal-, Ausland- und Investigativberichterstattung.</p></blockquote>
<p>Eine Folge dieses Bankrotts war auch die Versteigerung des Gawker-Archivs, bei der Thiel mitbieten wollte. Eine ähnliche Erfahrung machten die Gründer eines weiteren Civil-Newsrooms. Ende 2017 liess der Besitzer das populäre Lokalmedium DNAinfo schliessen. Der Verleger stellte nicht nur die Redaktion auf die Strasse, sondern liess auch gleich unliebsame Artikel löschen. Nun publizieren sie als «Blockclub Chicago» nach einem erfolgreichen Crowdfunding auf Civil Lokaljournalismus aus Chicago. Dank der Blockchain-Technologie, welche auch eine dezentrale Artikelspeicherung ermöglicht, brauchen sie sich da um die Lebensdauer ihrer Texte weniger zu fürchten.</p>
<p>Bei den ersten Newsrooms, die es aus der eigenen Tasche unterstützt, setzt Civil vor allem auf unterfinanzierte Bereiche wie Lokal-, Ausland- und Investigativberichterstattung. Bis 2019 sollen 200 Newsrooms aus aller Welt vertreten sein. Gemäss Christine Mohan sind bisher über 400 Bewerbungen von Publikationen eingegangen. «Je vielfältiger die Plattform desto vielfältiger das Publikum – was wiederum das Wachstum antreibt.» Um diese Vielfalt zu gewährleisten soll überdies ein Expertenrat mit Vetorecht verhindern können, dass eine Mehrheit der Token-Besitzer mit klarem politischem Interesse die Kontrolle über die Plattform gewinnt.<br />
<H3>Das Business</H3><br />
Für Leserinnen und Leser ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, dass ein Blockchain-basiertes Genossenschaftsmodell die Plattform steuert. Abos der einzelnen Medien können, wie bei jeder anderen Online-Publikation auch, mit der Kreditkarte bezahlt werden. Bloss wer sich für den Betrieb der Plattform und deren Governance interessiert, kann mehr über den Token und dessen Handel erfahren. Dazu befragt, sagte «Hmm Daily»-Chefredaktor Tom Scocca: «Aus unserer Perspektive ist es ein CMS, aus Lesersicht eine Website. Und dazwischen geschieht die Magie.» Für die ersten Journalismus-Projekte wie jenes von Scocca setzt Civil etwa zweieinhalb Millionen Dollar ein. Das ist die Hälfte der Anschubsumme, welche es von Consensys, dem Blockchain-Entwicklungsunternehmen des Ethereum-Mitgründers Joseph Lubin erhalten hat.</p>
<blockquote><p>Mittelfristig will man mit dem Betrieb eines Marktplatzes auf der Plattform Geld verdienen, ähnlich dem App Store von Apple.</p></blockquote>
<p>Einen nächsten, in seinem Umfang allerdings ungewissen Finanzierungsschub wird Civil diesen Sommer mit dem Erstverkauf des Tokens generieren. Mittelfristig will man mit dem Betrieb eines Marktplatzes auf der Plattform Geld verdienen. Darauf werden sowohl Applikationen und Dienstleistungen, wie Rechtsschutzversicherungen, CMS-Erweiterungen oder Lesestatistiken für Newsroom-Betreiber und Leser angeboten: «Ähnlich dem App Store von Apple», erklärt Mohan. Wie beim Anzeigen-Geschäftsmodell hochwertiger Printprodukte soll der Journalismus also ein glaubwürdiges Umfeld schaffen ohne dabei zu viel Einfluss auf die Inhalte zu nehmen. Diese werden bei den Newsrooms ohnehin über verschiedene Bezahlmodelle verkauft, Werbung ist vorerst nicht geplant. Die ersten Publikationen werden mit durchlässigen Paywalls, Abomodellen oder Spendenversprechen arbeiten. David Moore von Sludge sieht das einfache Crowdfunding einzelner, konkreter Geschichten als Möglichkeit. Popula, eine Art internationales Gesellschaftsmagazin, will mit Micropayments des CVL-Tokens experimentieren.<br />
<H3>Die Risiken</H3><br />
Die Magie des Tokens birgt indes das grösste Fragezeichen des Projekts. Die Vorteile der Blockchain zu erklären, ist schwierig. Deshalb veranstaltete Civil ein Diskussionspanel an der Harvard Business School. Und deshalb flog Christine Mohan am folgenden Tag nach Malmö an eine Konferenz. «Wir müssen den Leuten erklären, was wir machen.» Doch was, wenn das den Leuten egal ist? Oder wenn sie es nicht verstehen? Was, wenn niemand einen Token erwerben und Miteigentümer werden will, um auf der Plattform zum Rechten zu schauen? Was, wenn die US-Behörden die kürzlich begonnene Regulierung von ICOs weiter verschärfen, um gegen Spekulantentum vorzugehen? Diese Fragen werden sich erst beim Token-Launch beantworten. Für Mohan ist jedenfalls eine gesunde Gründungscommunity entscheidend. Deshalb hat Civil eine Gruppe im Messenger-Dienst Telegram eingerichtet, wo kritische Fragen von Interessierten vor dem Token-Launch direkt beantwortet werden. Bis Anfang Mai hatten sich dafür über 7000 Interessierte angemeldet und auch Antworten auf technische Detailfragen von den Civil-Programmierern erhalten.</p>
<blockquote><p>Die Spielregeln der neuen Medienökonomie sind erst schwammig formuliert.</p></blockquote>
<p>Doch will Civil erfolgreich sein, müssen Mohan und KollegInnen nicht nur das Geldproblem lösen: Anfang Mai publizierten sie auch den ersten Entwurf ihrer «Constitution» – den Spielregeln ihrer neuen Medienökonomie – offen einseh- und kommentierbar. Die darin enthaltene schwammige Definition von ethischem Journalismus verlangt, dass von Civil-Publikationen produzierte Artikel faktenbasiert sein sollen. Erstens soll nichts in den Artikeln den jeweiligen AutorInnen als falsch bekannt sein und zweitens sollen die AutorInnen «vernünftige Anstrengungen» zur Verifizierung unternommen haben. Beide Punkte werden nicht näher definiert oder mit berufsethischen Richtlinien untermauert. In einem der ersten Kommentare postete ein User darauf den Verhaltenskodex der US-Journalistengewerkschaft. Er monierte, dass es ohne die Durchsetzung konkreter berufsethischer Regeln möglich wäre, auf Civil «Fake-News» zu verbreiten. Er meinte: «Selbstverständlich würde dies die Existenzberechtigung von Civil zerstören.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/21/eine-digitale-genossenschaft-fuer-zukunftsfaehigen-journalismus/">Eine digitale Genossenschaft für zukunftsfähigen Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blockchain, Chatbots und KI: Die Trends im Überblick</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/22/blockchain-chatbots-und-ki-die-trends-im-ueberblick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2018 11:15:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Chatbot]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=55244</guid>

					<description><![CDATA[<p>Programmierer haben eine rosige Zukunft vor sich: Neue Technologien wie Chatbots, künstliche Intelligenz, Internet of Things sowie die Blockchain erfordern das Können qualifizierter Software-Entwickler.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/22/blockchain-chatbots-und-ki-die-trends-im-ueberblick/">Blockchain, Chatbots und KI: Die Trends im Überblick</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Programmierer haben eine rosige Zukunft vor sich: Neue Technologien wie Chatbots, künstliche Intelligenz, Internet of Things sowie die Blockchain erfordern das Können qualifizierter Software-Entwickler.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/22/blockchain-chatbots-und-ki-die-trends-im-ueberblick/">Blockchain, Chatbots und KI: Die Trends im Überblick</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alle reden vom Potenzial. Aber was bringt Blockchain den Medien?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/02/alle-reden-vom-potenzial-aber-was-bringt-blockchain-den-medien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Mar 2018 13:18:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=54328</guid>

					<description><![CDATA[<p>Noch gibt es keine massentauglichen Anwendungen, aber nicht wenige, die sich damit beschäftigen, sehen darin ein riesiges Potenzial: Blockchain soll auch den Medienbereich revolutionieren. Aber womit und wie? Auf dem Blog der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien äussern sich Experten zu möglichen Einsatzfeldern der digitale Krypto- und Transaktionstechnologie. Konrad Weber, Projektleiter Digitale Strategie bei Schweizer Radio und Fernsehen, sieht sowohl redaktionelle als auch kommerzielle Anwendungen. Etwa für die einfachere Verifizierung der Authentizität von Bildern und Videos oder für die direktere Abrechnung durch Micropayment von digitalen Inhalten. Philipp Otto, Direktor von iRights.Lab, sieht eine mögliche Stärkung der Rechteinhaber: «In einem Blockchain-Netzwerk lassen sich Rechteinhaber schnell ausfindig machen, was sowohl Anbietern wie auch Lizenznehmern nützt.»</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/02/alle-reden-vom-potenzial-aber-was-bringt-blockchain-den-medien/">Alle reden vom Potenzial. Aber was bringt Blockchain den Medien?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch gibt es keine massentauglichen Anwendungen, aber nicht wenige, die sich damit beschäftigen, sehen darin ein riesiges Potenzial: Blockchain soll auch den Medienbereich revolutionieren. Aber womit und wie? Auf dem Blog der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien äussern sich Experten zu möglichen Einsatzfeldern der digitale Krypto- und Transaktionstechnologie. Konrad Weber, Projektleiter Digitale Strategie bei Schweizer Radio und Fernsehen, sieht sowohl redaktionelle als auch kommerzielle Anwendungen. Etwa für die einfachere Verifizierung der Authentizität von Bildern und Videos oder für die direktere Abrechnung durch Micropayment von digitalen Inhalten. Philipp Otto, Direktor von iRights.Lab, sieht eine mögliche Stärkung der Rechteinhaber: «In einem Blockchain-Netzwerk lassen sich Rechteinhaber schnell ausfindig machen, was sowohl Anbietern wie auch Lizenznehmern nützt.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/02/alle-reden-vom-potenzial-aber-was-bringt-blockchain-den-medien/">Alle reden vom Potenzial. Aber was bringt Blockchain den Medien?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blockchain-Identität für Zug, E-ID fürs ganze Land</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/11/21/blockchain-identitaet-fuer-zug-e-id-fuers-ganze-land/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Nov 2017 09:53:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=50089</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Hauptort des schweizerischen &#8222;Crypto-Valley&#8220; bietet nun eine Blockchain-basierte digitale Identität für die Einwohner der Stadt an. Zudem präsentierte die Schweizer Regierung ihre Pläne für die Einführung einer nationalen E-ID.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/21/blockchain-identitaet-fuer-zug-e-id-fuers-ganze-land/">Blockchain-Identität für Zug, E-ID fürs ganze Land</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hauptort des schweizerischen &#8222;Crypto-Valley&#8220; bietet nun eine Blockchain-basierte digitale Identität für die Einwohner der Stadt an. Zudem präsentierte die Schweizer Regierung ihre Pläne für die Einführung einer nationalen E-ID.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/21/blockchain-identitaet-fuer-zug-e-id-fuers-ganze-land/">Blockchain-Identität für Zug, E-ID fürs ganze Land</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Social Networking: Stories, die Blockchain und eine Chance, alles anders zu machen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/11/social-networking-stories-die-blockchain-und-eine-chance-alles-anders-zu-machen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jul 2017 12:01:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Stories]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=45085</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das von Snapchat und Instagram bekannte Stories-Format gewinnt immer mehr Anhänger. Martin Weigert erklärt, wieso diese Entwicklung eine Chance darstellt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/social-networking-stories-die-blockchain-und-eine-chance-alles-anders-zu-machen/">Social Networking: Stories, die Blockchain und eine Chance, alles anders zu machen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das von Snapchat und Instagram bekannte Stories-Format gewinnt immer mehr Anhänger. Martin Weigert erklärt, wieso diese Entwicklung eine Chance darstellt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/11/social-networking-stories-die-blockchain-und-eine-chance-alles-anders-zu-machen/">Social Networking: Stories, die Blockchain und eine Chance, alles anders zu machen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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