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	<title>Capital FM | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Wieder mal eine Nummer 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 10:51:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Namen ändern, die Sender bleiben. Mit selten gelungenen Wortkombinationen versuchen sich Lokalradios immer wieder aufs Neue Schwung zu verleihen. Aktuell in Bern. Hier nennt sich Capital FM, die lokale Nummer zwei,  bald «Radio Bern1». Das könnte Ärger geben mit der Nummer drei. Denn die heisst «Radio Bern». Raider heisst Twix, sonst ändert sich nix: <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/12/wieder-mal-eine-nummer-1/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Namen ändern, die Sender bleiben. Mit selten gelungenen Wortkombinationen versuchen sich Lokalradios immer wieder aufs Neue Schwung zu verleihen. Aktuell in Bern. Hier nennt sich Capital FM, die lokale Nummer zwei,  bald «Radio Bern1». Das könnte Ärger geben mit der Nummer drei. Denn die heisst «Radio Bern».</p>
<p><span id="more-13045"></span></p>
<p>Raider heisst Twix, sonst ändert sich nix: Was der Schokoriegelwelt recht ist, kann der Radiolandschaft nur billig sein. Auch hier werden munter Etiketten gewechselt, ohne am Inhalt viel zu ändern. Meist wollen die neuen Besitzer dem Sender ihren Stempel aufdrücken. Aktuell setzen die Zürichsee Medien in der Bundesstadt eine Duftmarke, nachdem sie Capital FM <a href="http://www.tamedia.ch/de/pressekontakt/medienmitteilungen/2011/pressrelease/serge_reymond_leitet_neu_auch_den_unternehmensbereich_medien_deutschschweiz-1" target="_blank">von Tamedia übernommen</a> haben. Bald wird der Lokalsender <a href="http://www.radioszene.de/50860/aus-capital-fm-wird-radio-bern1.html" target="_blank"> «Radio Bern 1»</a> heissen – obwohl er seit Jahr und Tag die Nummer zwei ist hinter dem Ringier-Radio Energy (das übrigens früher einmal BE1 hiess, also irgendwie auch Bern 1). Gegründet wurde der Sender vor 30 Jahren <a href="http://youtu.be/HRYI1O9RBaw" target="_blank">als ExtraBe</a> und später umbenannt in ExtraBern, bevor man das Glück in der englischen Sprache suchte und ihn <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Capital_(radio_network)" target="_blank">grossspurig</a> Capital FM taufte.</p>
<p>Auch mit der Rückkehr zum Lokalbezug und integrierter Gewinnerziffer wird «Radio Bern1» keine grossen Sprünge machen. Aus dem «Erstklassradio für Erwachsene und Familien in der Region» wird ein «sympathisches, modernes und hörernahes Radio für eine erwachsene Hörerschaft». Dank diesen Angaben weiss man, auch ohne den Sender je gehört zu haben, wie er mit dem neuen Namen klingen wird: Ungefähr gleich wie bisher.</p>
<p>Auf den Namen kommt es nicht an. Erst recht nicht, wenn er so gewählt wird, dass er sich in Verwechslungsgefahr begibt. «Radio Bern 1» liegt nur um Haaresbreite von einem anderen lokalen Sender entfernt: vom Alternativsender «Radio Bern» <a href="http://www.rabe.ch/" target="_blank">besser bekannt als RaBe</a>. Dort nimmt man die mässig originelle Namenswahl der Konkurrenz halb irritiert, halb belustigt zur Kenntnis. «Vorerst lachen wir mal über das Logo mit dem tapsigen Bär mit dem Flaschenöffner im Gesicht», kommentiert RaBe-Vorstandsmitglied Willi Egloff.</p>
<p>Es hätte schliesslich schlimmer kommen können. Auch die Umbenennung von Capital FM in «Radio Bern» habe zur Wahl gestanden, teilt Geschäftsleiter Peter Scheurer mit. Mit der 1 im Namen hofft man, einen Rechtsstreit vermeiden zu können. Hatte Konkurrent RaBe vom ursprünglichen Vorschlag frühzeitig erfahren und konnte erfolgreich seine Bedenken deponieren, wusste der Sender vom neuen Namen nichts. «Ob dies ein Versuch ist zu testen, ob wir uns dies bieten lassen, oder ob der neue Eigentümer die Rechtslage anders beurteilt, wissen wir nicht», heisst es aus dem <a href="http://www.rabe.ch/ueber-uns/verein-radio-bern.html" target="_blank">RaBe-Vorstand</a>. Man werde die Lage prüfen.</p>
<p>Dass eine nachgestellte 1 nicht für eine Top-Platzierung garantiert, sondern höchstens rechtliche Probleme bringt, zeigt auch«Radio 1» von Roger Schawinski. In Zürich ist der Sender alles andere als der führende Anbieter und zum Start gab es <a href="http://www.blick.ch/news/ausland/klagedrohung-gegen-schawinskis-radio-1-id1472154.html" target="_blank">Ärger mit dem gleichnamigen Berliner Sender</a>.</p>
<p>Die regelmässige Neubenamsung der Lokalradios in der Schweiz zeigt, wie schwach die Sender offenbar im Publikum verankert sind. <span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">Alle anderen Medien, ob Zeitungen, Magazine, aber auch Privatfernsehen, wechseln ihre Namen nicht annähernd so oft wie die Radios, eher stellen sie den Betrieb ein. Das Gegenteil der permanenten Namenssuche findet sich in den USA. </span><a style="font-size: 13px; line-height: 19px;" href="http://www.mycyberradio.com/de/service/faq/callsign.html" target="_blank">Kryptische Kürzel</a><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"> wie KCRW prägen die dortige Radiolandschaft seit eh und je. Der älteste Sender, der bis heute seinen ursprünglichen Namen behalten hat, ist </span><a style="font-size: 13px; line-height: 19px;" href="http://boston.cbslocal.com/show/the-history-of-wbz-radio/" target="_blank">WBZ in Boston</a><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">, zugelassen 1921.</span></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/12/wieder-mal-eine-nummer-1/">Wieder mal eine Nummer 1</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Bern hofft auf einen Käufer oder zwei</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/06/09/bern-hofft-auf-einen-kaufer-oder-zwei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 09:01:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Capital FM]]></category>
		<category><![CDATA[Radio Extra Bern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bis Ende Jahr will Tamedia neue Eigentümer für ihre Lokalradios und Regionalfernsehen finden. Morgen läuft die Eingabefrist für Kaufangebote ab. Im Zentrum des Interesses stehen Telezüri und Radio 24. Für die beiden Zürcher Sender gibt es zahlreiche Interessenten. Anders in Bern: Um Capital FM und Telebärn scheint sich niemand wirklich zu reissen. Weshalb das so <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/09/bern-hofft-auf-einen-kaufer-oder-zwei/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bis Ende Jahr will Tamedia neue Eigentümer für ihre Lokalradios und Regionalfernsehen finden. Morgen läuft die Eingabefrist für Kaufangebote ab. Im Zentrum des Interesses stehen Telezüri und Radio 24. Für die beiden Zürcher Sender gibt es zahlreiche Interessenten. Anders in Bern: Um Capital FM und Telebärn scheint sich niemand wirklich zu reissen. Weshalb das so ist.</strong></p>
<p>Im Grossraum Bern gibt es Platz für eineinhalb Privatradios. So lautet ein seit Jahren immer wieder gehörtes Bonmot. In der Realität konkurrenzieren sich aber zwei Sender und buhlen um Werbegelder, die nur für den Betrieb von eineinhalb ausreichen. Entsprechend bewegt verläuft die Geschichte der beiden Privatradios und ihre Suche nach dem wirtschaftlichen Glück. Alle paar Jahre wechseln die Besitzer, werden Namen geändert und Konzepte angepasst; manchmal erfolgreich, meist aber fliesst nur alter Wein in neuen Schläuchen. Das war bei <a href="http://www.energy.ch/bern/" target="_blank">Energy Bern</a> der Fall, das als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Radio_F%C3%B6rderband" target="_blank">Radio Förderband</a> gestartet war, unter dem Namen BE1 den Durchbruch schaffte und zuletzt von Ringier nach Zürcher Vorbild auf gespielte Weltläufigkeit getrimmt wurde. Nicht anders erging es <a href="http://capitalfm.ch/" target="_blank">Capital FM</a>. Die inzwischen langjährige Nummer zwei wurde als <a href="http://www.foto-peel.ch/toviba/reb83.htm" target="_blank">Radio Extra BE</a> gegründet, hiess später Extra Bern, und wie man von gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen vernimmt, liebäugelt der Sender mit einem Namenswechsel auf Radio Bern, wobei diesem Vorhaben der Alternativsender RaBe (Radio Bern) im Weg stehen dürfte. Tamedia ist das einerlei. Die Besitzerin von Capital FM interessiert die Zukunft seines Berner Lokalradios vor allem unter einem Aspekt: <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Gemeinsame%20Unternehmensstrategie%20nach%20Zusammenschluss%20mit%20Edipresse%20Schweiz.aspx" target="_blank">verkaufen bis Ende Jahr</a>. Ebenfalls neue Besitzer sucht Tamedia für Telebärn, das dem Zürcher Konzern bei der Übernahme von Espace Media zusammen mit Capital FM ins Portfolio gefallen war.</p>
<p>Nun hat Tamedia klare Prioritäten gesetzt: Abschied von Radio und Fernsehen, <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/19/forcierter-generationenwechsel/" target="_self">online ist Trumpf</a>. 200 neue Stellen sollen in den nächsten zwei Jahren geschaffen werden. Im Netz brummt das Geschäft. Was man vom Privatfernsehen nicht eben behaupten kann. Von seiner Gründung 1995 bis 2008 stand Telebärn Jahr für Jahr mit mehr als einer Million Franken in den Miesen. Auf 18 Millionen belief sich <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/TeleB%C3%A4rnerh%C3%A4ltneueKonzession.aspx" target="_blank">das kumulierte Defizit</a>, das von Espace Media getragen wurde. Offiziell wird die Ertragsschwäche der Berner Sender nicht als Grund für deren Verkauf genannt. Im Gegenteil: «Capital FM und TeleBärn sind attraktive Medien und haben sich wirtschaftlich im vergangenen Jahr positiv entwickelt», schreibt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Das mag sogar stimmen, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Tamedia mit Telezüri und Radio 24 zwei noch attraktivere Angebote auf dem Verkaufstisch präsentiert. Entsprechend gering ist denn auch – zumindest das öffentlich bekannte – Interesse an den Berner Sendern.</p>
<p>Von der unbekannten Investorengruppe um Christoph Blocher ist nur das <a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/18311905" target="_blank">Interesse an Telezüri</a> überliefert. Andere wiederum würden quasi als Beigabe zu den begehrten Zürcher Sendern auch noch Capital FM und Telebärn nehmen. Aber nur Bern allein dann doch lieber nicht. Das sagt etwa Martin Wagner, der mit seiner Firma Escor und den Beziehungen ins Filmgeschäft schon früh <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/%C2%ABnaturlich-muss-man-pokern%C2%BB/" target="_self">sein Kaufinteresse angemeldet</a> hatte. «Wirtschaftlich würde sich das nicht rechnen. Nur mit der Präsenz in drei Städten wäre unser Projekt nachhaltig finanzierbar», sagte Wagner im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Ringier teilt lediglich mit, man schaue sich derzeit «mehrere Sender ganz genau an». Wobei es sich dabei um <a href="http://www.cash.ch/news/alle/ringier_zeigt_interesse_an_tele_zueri_und_3-1021433-448" target="_blank">Telezüri und 3+</a> handeln dürfte und weniger um Telebärn. Ein allfälliger Verkauf des Lokalfernsehens an Ringier hätte zudem zur Folge, dass Capital FM alleine dastehen würde, da Ringier in Bern mit Energy bereits ein Lokalradio betreibt. Doch auch für das Radio gibt es zumindest einen öffentlich bekannten Kaufanwärter. Christian Heeb, Privatradiopionier (Radio 24 und Basilisk) und heute Besitzer von <a href="http://www.radiobasel.ch/ueber-uns/team" target="_blank">Radio Basel</a>, schreibt auf Anfrage der MEDIENWOCHE: «Klar habe ich Interesse am Kauf von Capital FM.» Die Fortsetzung der Mitteilung lässt allerdings an der Ernsthaftigkeit seiner Aussage zweifeln.</p>
<p>Und was finden die Betroffenen selbst? Telebärn-Programmleiter Patrick Teuscher zeigt sich zuversichtlich, dass sich ein neuer Besitzer finden lässt: «Ohne Tamedia heisst mit jemand anderem: Kein Problem.» Durchaus ein Problem stellt dagegen die räumliche Situation der beiden Sender dar. Vor zweieinhalb Jahren zogen Radio und Fernsehen ins neue Multimediahaus zur Berner Zeitung. Die Redaktionen sind durch einen vertikalen Durchbruch miteinander verbunden. Je nach Käufer könnte also die sonderbare Situation entstehen, dass ein Konkurrenzunternehmen von Tamedia, zum Beispiel Ringier, unter dem gleichen Dach geschäften würde. Im Nachhinein erweist es sich nun als Glücksfall, dass sich Zeitung und elektronischen Medien nicht so eng crossmedial verknüpft haben, wie man sich das ursprünglich vorstellte.</p>
<p>Vom worst case, also der Einstellung von Lokalradio und -fernsehen in der Bundesstadt, geht derzeit niemand aus. Eher wird Tamedia seine Preisvorstellungen nach unten korrigieren, als den Stecker zu ziehen und damit auch die Konzessionen für Telebärn und Capital FM ans Bakom zurückzugeben. Dann würde mit Bestimmtheit jemand auftauchen, der «sich dann gleich die Frequenz gratis krallt», wie sich ein Berner Radiospezialist ausdrückt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/09/bern-hofft-auf-einen-kaufer-oder-zwei/">Bern hofft auf einen Käufer oder zwei</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Natürlich muss man pokern»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 10:46:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Martin Wagner will mit seiner Glücksspielfirma Escor die Radio- und Fernsehsender von Tamedia kaufen. Was Medien und Glücksspiel gemeinsam haben, mit welcher Kaufstrategie er bei Tamedia punkten will und weshalb er glaubt, im digitalen Mediengeschäft bestehen zu können, sagt der umtriebige Rechtsanwalt im Gespräch mit der Medienwoche. Medienwoche: Herr Wagner, sind Medien ein Glücksspiel? Martin <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">«Natürlich muss man pokern»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Wagner will mit seiner Glücksspielfirma <a href="http://escor.ch/newweb/index.php?escor&amp;escororgan&amp;ct=organisation&amp;pagenav=1" target="_blank">Escor</a> die Radio- und Fernsehsender <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/" target="_blank">von Tamedia</a> kaufen. Was Medien und Glücksspiel gemeinsam haben, mit welcher Kaufstrategie er bei Tamedia punkten will und weshalb er glaubt, im digitalen Mediengeschäft bestehen zu können, sagt der umtriebige Rechtsanwalt im Gespräch mit der Medienwoche.<br />
<span id="more-1866"></span><br />
<em>Medienwoche: Herr Wagner, sind Medien ein Glücksspiel?<br />
</em><br />
Martin Wagner: Nein, Medien sind kein Glücksspiel, sondern ein Business. Im Hinblick auf die digitalen Veränderungen der Medienlandschaft sind wir hier aber vor grössere Herausforderungen gestellt als in anderen Branchen. Die Konvergenz schafft neue Geschäftsmodelle.</p>
<p><em>Sie haben in der Vergangenheit immer wieder Medien gekauft und dann wieder verkauft. Sind Medien also doch ein Glücksspiel?<br />
</em><br />
Jeder dieser Käufe und Verkäufe stand im Zusammenhang mit einer weiteren Transaktion. Das war bei Jean Frey so mit der späteren Veräusserung an Axel Springer und Roger Köppel. Radio Basilisk habe ich an Matthias Hagemann verkauft, damit ich Geld hatte, um die Basler Zeitung zu kaufen. Die BaZ habe ich verkauft, weil ich nicht die Rolle spielen konnte, die ich eigentlich wollte. Ich bin nicht ein Raider, der Beteiligungen kauft, um Profit zu machen. Natürlich muss man bei den Verhandlungen auch pokern. So gesehen schadet es sicher nicht, wenn man sich mit Glücksspiel auskennt.</p>
<p><em>Wie kommen die Kaufverhandlungen mit Tamedia voran?<br />
</em><br />
Wir haben erst unser Interesse angemeldet. Der Verkaufsprozess wird erst noch lanciert. Von den Preisvorstellungen von Tamedia habe ich keine Ahnung. Ich kann mir denken, dass die sich ihre Käufer gut aussuchen und strategische Überlegungen einfliessen lassen.</p>
<p><em>Weshalb wollen Sie ausgerechnet mit ihrer Glücksspielfirma Escor Radio und Fernsehen kaufen? Wie passt das zusammen?<br />
</em><br />
Bei Escor stehen wir vor grösseren Veränderungen. Wir haben unser Glück in Casinos im Ausland gesucht und sind damit gescheitert. Das Auslandgeschäft wird eingestellt. Nun konzentrieren wir uns ganz auf die Schweiz, auf das vielversprechende Casinoprojekt in Zürich, auf den Handel mit Spielautomaten und die Entwicklung von Geschicklichkeitsspielen. Der Bereich Gaming ist dann auch der Link zum Mediengeschäft. Spiele sind ja auch Unterhaltung. Wir streben mit all dem eine Diversifizierung der Firma Escor an zu einer Unterhaltungsholding mit verschiedenen Sektoren.</p>
<p><em>Der Kaufpreis der Tamedia-Sender dürfte sich im dreistelligen Millionenbereich bewegen. Woher nehmen sie das Geld?<br />
</em><br />
Ich kann nichts zu den Preisvorstellung sagen, weil es noch keine Zahlen gibt. Da die Escor börsenkotiert ist, können wir einfacher neues Geld aufnehmen auf dem Kapitalmarkt. Ausserdem könnten wir einen Teil des Kaufpreises in Aktien bezahlen. Das wäre für den Käufer interessant, da er die Anteile später zu einem höheren Preis verkaufen kann.</p>
<p><em>Den Kauf der Jean-Frey und der Basler Zeitung Medien tätigten sie jeweils zusammen mit Financier Tito Tettamanti. Wird er nun auch wieder mit von der Partie sein?</em></p>
<p>Nein, das ist ausgeschlossen.</p>
<p><em>Glücksspiel und Rundfunk sind in der Schweiz gesetzlich stark reguliert. Würden Sie beim Kauf von Radio und Fernsehen von ihren Erfahrungen um Umgang mit engen regulatorischen Schranken profitieren?<br />
</em><br />
Absolut. Wir sehen ja in beiden Branchen, wie die Regulierung der technischen Entwicklung hinterherhinkt. Die Regulierung hat im Glücksspielbereich eine ganze Branche vernichtet. Die erlaubten Geschicklichkeitsspiele sind kommerziell nicht sehr interessant. Inzwischen sind wir da aber wieder so weit, dass wir Geschäftsmodelle gefunden haben. Bei Radio und Fernsehen kann es in Zukunft nicht mehr so aufwändige Konzessionsverfahren geben. Das ist doch nicht zeitgemäss. In acht Jahren, wenn die aktuellen Konzessionen auslaufen, stehen wird vor einer ganz neuen Situation.</p>
<p><em>Die Regulierung und der kleine Markt in der Deutschschweiz sorgen dafür, dass Privatradio und Fernsehen bisher nicht eben Goldgruben waren. Weshalb haben Sie Interesse an Low-Profit-Unternehmen?<br />
</em><br />
Das war in der Vergangenheit sicher so. Da ich aber geschäftlich auch mit Medieninhalten zu tun habe, und nicht nur mit der Distribution, habe ich klare Vorstellungen, wie man in der digitalen Welt erfolgreich geschäften kann. Wichtig ist es, die richtige Zielgruppe anzusprechen. Hier wurde vor allem die Jugend vernachlässigt. Da muss auch bei der Vermarktung ein Umdenken stattfinden. Die Altersgruppe 14 bis 19 ist ebenso interessant, wenn nicht interessanter, als die 19- bis 49-Jährigen. Unsere Aufgabe wird es sein, eine optimale Verknüpfung von Information, Unterhaltung, Gaming und Film hinzukriegen.</p>
<p><em>Ihr Ziel sei es, so sagten sie schon mehrfach, ein Medien- und Unterhaltungsunternehmen nach dem Vorbild von Ringier aufzubauen. Ringier macht vor allem im Ausland gute Geschäfte. Ist das auch ihr Ziel?<br />
</em><br />
Ich sage nicht, dass Ringier mein Vorbild ist. Sie haben einfach die richtige Strategie gewählt. Aber Escor bleibt vorerst ein Schweizer Unternehmen. Was international entstehen kann, sehe ich noch nicht. Aber alles ist ja möglich.</p>
<p><em>In Basel gibt es als Reaktion auf die von ihnen mitverursachten Turbulenzen bei der BaZ eine neue Zeitung. Hat sich das Komitee «Rettet Basel» schon bei Ihnen bedankt?<br />
</em><br />
(lacht) Nein, ich habe noch kein Dankeschön erhalten. Aber ich habe ihnen zu diesem Schritt gratuliert. Diese Leute verstehen das journalistische Handwerk. So wie ich das beurteilen kann, versuchen sie mit ihrem multimedialen Zeitungsprojekt das zu realisieren, was für mich bei der BaZ wegen den politischen Wirren unmöglich wurde. Eine Zeitung muss breit abgestützt sein und darf sich nicht politisch in die eine oder andere Richtung zu stark exponieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/naturlich-muss-man-pokern/">«Natürlich muss man pokern»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Senderlos glücklich</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 22:01:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia hat gestern bekanntgegeben, seine vier Radio- und Fernsehsender verkaufen zu wollen. Gerüchteweise war davon bereits im Februar die Rede. Als möglicher Käufer für TeleZüri kommt allenfalls Ringier in Frage. Mit dem Abschied von Lokalradio und Regional-TV beendet Tamedia-Chef Martin Kall ein Kapitel, das seine Vorgänger mit viel Geld in der Hand aufgeschlagen hatten. Aufschlussreich ist <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia hat gestern bekanntgegeben, seine vier Radio- und Fernsehsender verkaufen zu wollen. Gerüchteweise war davon bereits <a href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/ende-einer-television" target="_blank">im Februar die Rede</a>. Als möglicher Käufer für TeleZüri kommt allenfalls Ringier in Frage. Mit dem Abschied von Lokalradio und Regional-TV beendet Tamedia-Chef Martin Kall ein Kapitel, das seine Vorgänger mit viel Geld in der Hand aufgeschlagen hatten.<br />
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Aufschlussreich ist nicht nur, was jemand sagt, sondern auch, was er verschweigt. Wie im Fall von Tamedia-Unternehmensleiter Martin Kall. In seinem <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/kall_2010.pdf" target="_blank">Kommentar zum vergangenen Geschäftsjahr</a> spricht Kall viel von Zeitungen und Onlinemedien. Radio und TV erwähnt er mit keinem Wort. Kein Wunder: Tamedia will seine vier <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Gemeinsame%20Unternehmensstrategie%20nach%20Zusammenschluss%20mit%20Edipresse%20Schweiz.aspx" target="_blank">Sender loswerden</a>, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Kall hat sich wohl schon beim Verfassen des Geschäftsberichts mental von Telezüri, Telebärn, Radio 24 und Capital FM getrennt.</p>
<p>Der Abschied von der Rundfunksparte erscheint im Licht der Geschäftspolitik von Tamedia der letzten Jahre nur folgerichtig. Eine auf Gewinnoptimierung getrimmte <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Tamedia%20waechst%202010%20dank%20Z%C3%BCrcher%20Regionalzeitungen%20und%20Onlinemedien.aspx" target="_blank">Geldmaschine</a> (Gewinn 2010: 110 Mio. Fr.) verträgt keine Unternehmensteile, deren kommerzielles Entwicklungspotenzial beschränkt ist. Mit Radio und TV lässt sich in der Schweiz nicht das grosse Geschäft machen. Das hat zum einen mit dem vergleichsweise kleinen Markt in der Deutschschweiz zu tun und der gesetzlichen Reglementierung, die den Unternehmen klare kommerzielle und publizistische Leitplanken setzt. Zum anderen kostet die Fernsehproduktion mit ihrer aufwendigen Technik eine ganze Stange Geld. Davon kann Tamedia ein Lied singen: Vor zehn Jahren setzte der Konzern mit TV3 <a href="http://www.blick.ch/news/mit-flop-tv-112-millionen-verpulvert-aid4119" target="_blank">über 100 Millionen Franken in den Sand</a> und warf 90 Millionen auf für den Kauf von Telezüri und Radio 24.  Die Verantwortung für diese Entscheide trug Michel Favre als Konzernleiter. Unter der Führung von Martin Kall handelt Tamedia schnell und konsequent, wenn es auf der Habenseite mal nicht mehr ganz so rosig aussieht, wie sich Aktionariat und Besitzerfamilie das vorstellen. Das zeigte der Konzern in der Vergangenheit mehrmals mit Massenentlassungen bei seinen Zeitungen.</p>
<p>Wenn Tamedia nun bekanntgibt, seine vier Sender verkaufen zu wollen, hat das Signalwirkung für die ganze Branche. Denn es ist nicht ganz unerheblich, wenn das grösste private schweizerische Medienunternehmen Radio und Fernsehen als strategisch bedeutungslose Geschäftsfelder sieht. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein weiterer Grund, den Tamedia für seine Verkaufsabsichten nennt: Das Medienhaus will sich nicht ein weiteres Mal dem Konzessionsverfahren stellen, wenn die Sendebewilligungen für Schweizer Privatsender in acht Jahren neu vergeben werden. Seine Sender könnten dabei leer ausgehen, fürchtet Tamedia bereits heute.</p>
<p>Zumindest für Telezüri dürfte es kein Problem sein, einen Käufer zu finden. So hat Ringier das Interesse an einem eigenen TV-Sender angemeldet und Telezüri als potenziellen Kaufkandidaten genannt. Gut möglich, dass die beiden Unternehmen bereits hinter den Kulissen verhandeln. Schwieriger sieht es für die anderen drei Sender aus. Besonders für die beiden Berner Lokalmedien Telebärn und Radio Capital FM <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/TeleBaern-und-Capital-FM-hoffen-auf-einen-Kaeufer/story/29448093" target="_blank">dürfte es nicht einfach werden</a>, einen neuen Besitzer zu finden. Erst vor zwei Jahren wurden die Sender zusammen mit der Berner Zeitung BZ in das <a href="http://www.espacemedia.ch/em_de/aktuelles/meldungen/2008/2008_11_06_multimediahaus.php" target="_blank">neue Multimediahaus</a> in Bern integriert. Seither arbeiten die drei Medien eng zusammen, wobei Radio und Fernsehen vom journalistischen Know-how der BZ profitieren und die Zeitung Ton und Bild auf ihrer Website verwerten darf. Mit einem neuen Besitzer würden solche Kooperationen komplizierter, wenn nicht gar unmöglich. Ein Verkaufserfolg ist also alles andere als gewiss. Wenn Tamedia keine Käufer findet, müsste wohl mit der Schliessung des einen oder anderen Senders gerechnet werden.</p>
<p>Ob das ein Verlust für die Deutschschweizer Medien und die Meinungsvielfalt bedeuten würde, steht freilich auf einem anderen Blatt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/">Senderlos glücklich</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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