<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Chez les Welsch | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/chez-les-welsch/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 06:53:49 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>
	<item>
		<title>Sommerliche Klischeepflege</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/07/10/sommerliche-klischeepflege/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jul 2013 12:18:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
		<category><![CDATA[Chez les Welsch]]></category>
		<category><![CDATA[Klischee]]></category>
		<category><![CDATA[Landesteile]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=14995</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der Sommerserie «Landesteile Vorurteile» zeichnet SRF Kultur Zerrbilder der schweizerischen Sprachregionen. Mit der Klammerfunktion, für die sich der nationale Rundfunk gerne rühmt, ist es für einmal nicht weit her. Dass SRF auch anders kann, zeigt die aktuelle Interview-Reihe «Bonjour, les Romands!». Das kennen wir doch. Vor zwei Jahren unternahm DRS 3 (Heute: Radio SRF <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/10/sommerliche-klischeepflege/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/10/sommerliche-klischeepflege/">Sommerliche Klischeepflege</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Sommerserie «Landesteile Vorurteile» zeichnet SRF Kultur Zerrbilder der schweizerischen Sprachregionen. Mit der Klammerfunktion, für die sich der nationale Rundfunk gerne rühmt, ist es für einmal nicht weit her. Dass SRF auch anders kann, zeigt die aktuelle Interview-Reihe «Bonjour, les Romands!».<br />
<span id="more-14995"></span><br />
Das kennen wir doch. Vor zwei Jahren unternahm DRS 3 (Heute: Radio SRF 3) eine Expedition in die ferne, «unbekannte Welt» jenseits des Röstigrabens. <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/" target="_self">«Chez les Welsch»</a> hiess die Sendereihe über Sitten und Bräuche in der Romandie. «Doch die unbekannte Welt entpuppte sich (..) als die sattsam bekannte, die aus den ewig gestrigen Klischees besteht», stand im Juli 2011 hier zu lesen. Ein Jahr später hiess es bei DRS 3 <a href="http://drs.srf.ch/www/de/drs3/325751.buongiorno-svizzera-wir-zeigten-euch-den-sueden.html" target="_blank">«Buongiorno Svizzera»</a> und man feierte Polenta, Grotto, Sonnenschein.</p>
<p>Nun geht es weiter im Takt. Auch in diesem Jahr steht die Klischeepflege auf dem Programm von Schweizer Radio- und Fernsehen. <a href="http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/landesteile-vorurteile" target="_blank">«Landesteile Vorurteile»</a> heisst die aktuelle Sommerserie von SRF Kultur. Und man gibt sich grosse Mühe, dem Titel gerecht zu werden. Da wird jeder Gemeinplatz gezückt, jede Belanglosigkeit bemüht. Als erstes springen einem, wie schon in früheren Jahren, die dümmlichen Cartoons ins Auge: Hier die faulen,<a href="http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/landesteile-vorurteile/die-leichtsinnigen-romands" target="_blank">weissweintrinkenden Romands</a>, da der stoppelbärtige <a href="http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/landesteile-vorurteile/die-ueberfroehlichen-tessiner" target="_blank">Tessiner Gigolo</a>. Neu dazugekommen sind die <a href="http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/landesteile-vorurteile/die-urwuechsigen-raetoromanen" target="_blank">«urwüchsigen Rätoromanen»</a> und die <a href="http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/landesteile-vorurteile/die-soliden-deutschschweizer" target="_blank">«soliden Deutschschweizer»</a>. Lustig gemeint, sauglatt umgesetzt. Man bemüht sich zwar, in den vier Filmbeiträgen zu jedem Landesteil, den  Vorurteilen Fakten gegenüberzustellen. Das gelingt mässig bis gar nicht. Am Ende bleiben die überzeichneten Zerrbilder haften.</p>
<p>Irritierend wirkt der vorurteilsbeladene Zugang zu Land und Leuten vor allem deshalb, weil sich die SRG gerne für ihre Klammerfunktion rühmt, mit der sie dazu beitrage, die Schweiz zusammenzuhalten. Was der öffentliche Rundfunk hier anstellt, ist das Gegenteil davon; Trennendes zelebrieren, anstatt Verbindendes zu suchen. Entsprechend bescheiden ist der Erkenntnisgewinn: Die anderen sehen uns anders als wir selbst uns sehen.</p>
<p>Weit interessanter als sattsam bekannte Klischees abzufeiern, wäre es nach unbekannten Gemeinsamkeiten zu suchen. Ein naheliegendes Beispiel: Rösti als Westschweizer Gericht, von wegen trennender «Röstigraben». Oder das in allen Landesteilen ambivalente Verhältnis zu den gleichsprachigen Nachbarländern. Oder gesamtschweizerisches Brauchtum in seiner regionalen Ausprägung zeigen; Jassen, Schwingen, was auch immer. An Stoff mangelt es nicht. Wohl aber an Fantasie.</p>
<p>Neben der dümmlichen Klischeepflege verbleichen die <a href="http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/landesteile-vorurteile/die-welt-der-maechtigen-im-sucher-des-genfers-christian-lutz" target="_blank">gelungenen Reportagen</a> <a href="http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/landesteile-vorurteile/camille-scherrer-die-geek-heidi-aus-der-romandie" target="_blank">über Künstler</a> <a href="http://www.srf.ch/kultur/im-fokus/landesteile-vorurteile/natur-wird-kunst-der-buendner-kuenstler-mirko-baselgia" target="_blank">aus der ganzen Schweiz</a>, die ebenfalls zum Gesamtpaket von «Landesteile Vorurteile» gehören. Die Beiträge wirken in ein falsches Korsett gezwängt. Doch nun ist der Rahmen gesetzt, daran lässt sich nichts mehr ändern. Und in einem Jahr geht es wohl weiter im gleichen Stil. Im völkerkundlichen Vorurteilskabinett von Schweizer Radio und Fernsehen fehlt noch der Ausländer. Eine billige Karikatur liesse sich auch von ihm zeichnen. Doch es geht auch anders.</p>
<p>Einen klischeefreien Blick über die Sprachgrenze zeigt das gleiche Schweizer Radio und Fernsehen in einer anderen Sommerserie. Die Interviewreihe <a href="http://www.srf.ch/news/panorama/bonjour-jacqueline-de-quattro" target="_blank">«Bonjour, les Romands!»</a> lässt seit dieser Woche sechs mehr oder weniger bekannte Figuren aus der Westschweiz ausführlich zu Wort kommen. Anstelle des «Mittagsgesprächs» mit einem aktuellen Gast sprechen SRF 1 und 4 eine Woche lang jeden Mittag mit der gleichen Person. Den Anfang macht die Waadtländer Regierungsrätin und Sicherheitsdirektorin Jaqueline de Quattro, eine gebürtige Deutschschweizerin, die seit über 40 Jahren in der Romandie lebt. Auch die weiteren Persönlichkeiten sind Grenzgänger zwischen Deutsch- und Westschweiz. «Bonjour, les Romands!» legt damit den Fokus auf das Verbindende zwischen den Landesteilen und nicht auf das Trennende, wie dies die Kultur-Serie mit den Vorurteilen als Rahmen getan hat.</p>
<p>Hinweis:<br />
<small>Der letzte Abschnitt wurde nachträglich am 11.7. um 00:26 eingefügt. In der ersten Fassung von 14:18 lautete er wie folgt:<br />
«Dass Klischeepflege in den nationalen Medien nicht a priori peinlich sein muss, zeigt Mal um Mal die Morgensatire «120 Secondes» des Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Wenn schon den Miteidgenossen überzeichnen, dann aber richtig.»</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/10/sommerliche-klischeepflege/">Sommerliche Klischeepflege</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Beep!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/08/beep/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/07/08/beep/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 10:46:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Scherrer]]></category>
		<category><![CDATA[Röstigraben]]></category>
		<category><![CDATA[Feedback]]></category>
		<category><![CDATA[Chez les Welsch]]></category>
		<category><![CDATA[DRS 3]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3748</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf unsere Kritik an der Serie «Chez les Welsch» meldete sich DRS3-Programmleiter Pascal Scherrer zweimal telefonisch bei uns. Wohl hat ihm der Beitrag der MEDIENWOCHE keine Freude bereitet. Aber Scherrer mochte nicht sagen weshalb. Das Angebot, die Kritik öffentlich bei uns zu kommentieren, lehnte er ab. Lieber wollte Scherrer mit uns Kaffee trinken gehen, anstatt <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/08/beep/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/08/beep/">Beep!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/logo_welsch.jpg" alt="" width="120" height="136" /> Auf unsere Kritik an der Serie <a href="http://www.drs3.ch/www/de/drs3/themen/panorama/272008.chez-les-welsch.html" target="_blank">«Chez les Welsch»</a> meldete sich DRS3-Programmleiter Pascal Scherrer zweimal telefonisch bei uns. Wohl hat ihm der <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/" target="_self">Beitrag der MEDIENWOCHE</a> keine Freude bereitet. Aber Scherrer mochte nicht sagen weshalb. Das Angebot, die Kritik öffentlich bei uns zu kommentieren, lehnte er ab. Lieber wollte Scherrer mit uns Kaffee trinken gehen, anstatt für seine Sendungen einzustehen und Erhellendes zum Thema zu sagen. Nachfolgend das Transkript eines kurzen Gesprächs aus dem journalistischen Alltag.<br />
<span id="more-3748"></span><br />
<em>Pascal Scherrer:</em> Scherrer.</p>
<p><em>Medienwoche, René Worni:</em> Ja, hier ist Worni, Medienwoche. Guten Tag Herr Scherrer.</p>
<p><em>Scherrer:</em> Herr Woorrnii!! Jetzt habe ich gerade mit meinem Chef über Sie gesprochen.</p>
<p><em>Worni:</em> Aha, hochinteressant.</p>
<p><em>Scherrer:</em> Ja</p>
<p><em>Worni:</em> Hören Sie, ich mache Ihnen folgenden Vorschlag: Sie haben die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben, nach Herzenslust können Sie in die Tasten greifen. Die zweite Möglichkeit, ich gebe Ihnen anderthalb Minuten Redezeit, Sie können über meinen Artikel herfahren, Sie können etwas Intelligentes sagen zu diesem Thema und ich werde das publizieren.</p>
<p><em>Scherrer:</em> Also ich entscheide mich für die dritte Variante und die ist, dass wir zusammen einen Kaffee trinken gehen.</p>
<p><em>Worni:</em> Bin ich dagegen.</p>
<p><em>Scherrer:</em> Und den bezahlen Sie.</p>
<p><em>Worni:</em> Nein, bin ich dagegen. Das Tonband läuft im Hintergrund.</p>
<p><em>Scherrer:</em> Gut, dann werden wir uns nicht handelseinig.</p>
<p><em>Worni:</em> Ok. Gut, das wärs dann gewesen. Schade.</p>
<p><em>Scherrer:</em> (kurze Pause) Ähm, haben Sie keine bessere Idee als die Vorschläge, die Sie mir jetzt gemacht haben?</p>
<p><em>Worni:</em> Ich möchte &#8211; falls eine Debatte stattfindet &#8211; dass diese in der Öffentlichkeit stattfindet.</p>
<p><em>Scherrer:</em> Das mach ich dann das nächste Mal gern. Aber verstehen Sie, ich habe im Moment so viel zu tun. Ich möchte mich einigermassen zeitnah äussern zu diesem Thema, weil ich einen hohen Grad an Professionalität habe. Ich habe jetzt einfach vier oder fünf Tage, wo ich nicht dazukomme. Darum verunmöglicht mir das, die Angebote anzunehmen, die Sie mir machen.</p>
<p><em>Worni:</em> Aha.</p>
<p><em>Scherrer:</em> Ich habe auch ihrem Kollegen gesagt, mit dem ich gestern telefoniert habe, dass ich das noch so gerne mache. Das ist auch für uns Publizität. Aber irgendwie hab ich langsam schon etwas das Gefühl, das ist eine Masche. Ich kenne das eigentlich nur vom Weltwoche-Journalismus&#8230;</p>
<p><em>Worni:</em> Sehen Sie, ich möchte mit Ihnen nicht auf diese Weise diskutieren und Floskeln austauschen. Nochmal: Sie sind professionell genug, Sie sind DRS 3 Programmleiter, Sie könnten in anderthalb Minuten etwas Intelligentes sagen. Das ist doch kein Problem. Dafür sind Sie da.</p>
<p><em>Scherrer:</em> Ja. Und ich verzichte jetzt gern auf Ihr Angebot.</p>
<p><em>Worni:</em> Gut. Das Band lief. Auf Wiederhören.</p>
<p><em>Scherrer:</em> Beep!</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/08/beep/">Beep!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2011/07/08/beep/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>4</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Peinliche Folklore</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 15:54:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Radio]]></category>
		<category><![CDATA[Röstigraben]]></category>
		<category><![CDATA[Romandie]]></category>
		<category><![CDATA[TSR]]></category>
		<category><![CDATA[Westschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Focus]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Roger De Weck]]></category>
		<category><![CDATA[Radio DRS]]></category>
		<category><![CDATA[Chez les Welsch]]></category>
		<category><![CDATA[DRS 3]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3640</guid>

					<description><![CDATA[<p>«Chez les Welsch» hiess es bis am letzten Freitag während rund zwei Wochen auf DRS 3. Die angekündigte Entdeckung einer «unbekannten Welt» blieb jedoch aus. Hitparadenmoderator und wenig sensibler Vielschwätzer Nik Thomi und seine Begleiterin Carole blieben angesichts der spannenden Herausforderung erschreckend belanglos. Klischees und Sozialfolklore waren Thomi wie auch Produzent Stephan Lütolf wichtiger als <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/">Peinliche Folklore</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/logo_welsch.jpg" alt="" width="120" height="136" /> «Chez les Welsch» hiess es bis am letzten Freitag während rund zwei Wochen auf DRS 3. Die angekündigte Entdeckung einer «unbekannten Welt» blieb jedoch aus. Hitparadenmoderator und wenig sensibler Vielschwätzer Nik Thomi und seine Begleiterin Carole blieben angesichts der spannenden Herausforderung erschreckend belanglos. Klischees und Sozialfolklore waren Thomi wie auch Produzent Stephan Lütolf wichtiger als das, was die Romands tatsächlich bewegt.<br />
<span id="more-28884"></span><br />
Wenn die SRG mit den beiden Wochen <a href="http://www.drs3.ch/www/de/drs3/themen/panorama/272008.chez-les-welsch.html" target="_blank">«Chez les Welsch»</a> dazu beitragen könne, dass sich die Eidgenossen besser kennenlernten, dann erfülle sich damit eine wichtige Aufgabe des Service Public, meinte SRG-Generaldirektor Roger de Weck in der <a href="http://www.drs3.ch/www/de/drs3/sendungen/focus/2655.sh10182617.html" target="_blank">Talksendung «Focus»</a> auf DRS 3 zum vielversprechenden Auftakt von «Chez les Welsch». Zwei Wochen später müsste De Weck zur Einsicht gelangt sein, dass sein Herzensanliegen bei diesem Versuch nicht erfüllt wurde, weil DRS 3 das Thema schlicht nicht ernst genommen hat.</p>
<p>Das Vorhaben war ehrgeizig und der Anspruch kein geringerer, als die «unbekannte Welt» jenseits des Röstigrabens zu «entdecken». Doch die unbekannte Welt entpuppte sich unter den zum Teil linkischen Aktionen von Hitparadenmoderator Thomi und seiner Begleiterin, einer nach Zürich emigrierten Romande, als die sattsam bekannte, die aus den ewig gestrigen Klischees besteht. Ob die Romands bereits um 11 Uhr vormittags zum Apéritif greifen, geriet zu einer zentralen Frage über Mentalitätsunterschiede, zu der sich etwa Michel Bron aus Chenaux, ein «kerniger Winzer» mit «Charakterkopf» äussern musste. Die Strassenumfrage <a href="http://www.drs3.ch/www/de/drs3/live-aus-lausanne/275708.280919.audioslideshow-sprechen-sie-deutsch.html" target="_blank">«Sprechen Sie Deutsch?»</a> in Lausannes Altstadt (in Oliver Pocher-Überrumpelungsmanier) gipfelte im Fazit, dass die Romands kein Deutsch und umgekehrt die Deutschschweizer auch kein Französisch können und ergo eine Pattsituation besteht.</p>
<p>Die meisten der Stationen (etwa der Besuch bei den Eltern von Thomis Begleiterin in Palézieux, beim Radiosender Couleur 3, an der Fête de la Cité Lausanne, beim Ostschweizer Daniel Meienberger, alias designierter Gemeindepräsident von Echichens oder die morgendlichen Liveschaltungen des Moderatorenduos aus einem Lausanner Café-Tabac) sind auf der DRS Website nachzulesen oder als Bilderstrecken mit Ton oder teilweise nichts sagenden und peinlichen Bildlegenden nachgestellt. Auch die Gestaltung der Site ist missglückt. Den Romand schlechthin hat der Zeichner nämlich als stoppelbärtigen Säufer dargestellt. Da kommt einem als Radiohörer (und Webuser) eine Realität entgegen, die man mühelos in beliebigen Souvenirläden an gut frequentierten Passagen entlang des Genfersees überprüfen kann. Da helfen De Wecks filigrane Analysen im Interview nicht darüber hinweg; auch nicht die erhellenden Exkurse von Historiker Georg Kreis, dem Leiter des Europainstitutes an der Uni Basel, noch die stellenweise bemerkenswerten Reportagen der Input-Redaktion über das Verhältnis von Romands und Deutschschweizern, die ebenfalls Bestandteil der beiden Wochen über die Westschweizer Terra incognita waren.</p>
<p>Das Westschweizer Fernsehen hat denn auch bereits nach wenigen Tagen die Aktion der Deutschschweizer Kollegen verrissen. Im Verlauf der verschiedenen Begegnungen seien die Sorgen der Romands kaum thematisiert und beispielsweise über das Phänomen des Wirtschaftsbooms sei nicht gesprochen worden. «Die moderne und aktive Romandie hat es immer noch schwer, den Röstigraben zu überwinden», lautet das <a href="http://www.tsr.ch/video/info/journal-19h30/3235490-une-equipe-de-la-radio-alemanique-est-a-lausanne-pour-partir-a-la-decouverte-des-suisses-romands.html#id=3235490" target="_blank">Fazit der TSR-Journalisten</a>.</p>
<p>Diesen Brückenschlag hat SRG-Generaldirektor de Weck dem öffentlichen Radio und Fernsehen der Schweiz ins Stammbuch geschrieben. «Die Weltsicht der beiden Kulturen ist unglaublich unterschiedlich. Wenn sie sich verstehen, dann nur dank dem Willen zum Zusammenleben und dank gescheiten Institutionen. Das ist einer der grossen Lebensinhalte von mir.» Wenn es de Weck ernst meint mit seinem Anliegen, dann dürfen Projekte in der Art von «Chez les Welsch» in Zukunft nicht mehr im Seichten versanden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/">Peinliche Folklore</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2011/07/04/peinliche-folklore/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
