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	<title>Christof Moser | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>«Republik-Chefredaktor Moser: «Die Abweichung vom Businessplan ist überschaubar»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/06/26/republik-chefredaktor-moser-die-abweichung-vom-businessplan-ist-ueberschaubar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jun 2019 14:38:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Constantin Seibt nimmt eine Auszeit, die ETH reicht Klage ein und noch fundamentaler: Der «Republik» fehlen tausende Abonnenten. Mit-Gründer und Chefredaktor Christof Moser erklärt, wie das Online-Magazin auf den Wachstumskurs zurückkehren soll.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/26/republik-chefredaktor-moser-die-abweichung-vom-businessplan-ist-ueberschaubar/">«Republik-Chefredaktor Moser: «Die Abweichung vom Businessplan ist überschaubar»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Constantin Seibt nimmt eine Auszeit, die ETH reicht Klage ein und noch fundamentaler: Der «Republik» fehlen tausende Abonnenten. Mit-Gründer und Chefredaktor Christof Moser erklärt, wie das Online-Magazin auf den Wachstumskurs zurückkehren soll.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/26/republik-chefredaktor-moser-die-abweichung-vom-businessplan-ist-ueberschaubar/">«Republik-Chefredaktor Moser: «Die Abweichung vom Businessplan ist überschaubar»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Christof Moser: «Ich bin bereit, Erwartungen zu enttäuschen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/03/21/ich-bin-bereit-erwartungen-zu-enttaeuschen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Mar 2019 22:54:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Mitgründer zieht Zwischenbilanz: Christof Moser von der «Republik» blickt mit gemischten Gefühlen auf das erste Jahr seines neuen Mediums zurück. Obwohl er vieles für gelungen hält, sieht er auch die Mängel des Projekts. Als neuer alter Chefredaktor wird Moser künftig wieder verstärkt ins journalistische Tagesgeschäft eingreifen. «Wir wollten den Journalismus zum direkten Treiber unseres <a href="https://medienwoche.ch/2019/03/21/ich-bin-bereit-erwartungen-zu-enttaeuschen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Mitgründer zieht Zwischenbilanz: <a href="https://www.republik.ch/~cmoser" target="_blank" rel="noopener">Christof Moser</a> von der «Republik» blickt mit gemischten Gefühlen auf das erste Jahr seines neuen Mediums zurück. Obwohl er vieles für gelungen hält, sieht er auch die Mängel des Projekts. Als neuer alter Chefredaktor wird Moser künftig wieder verstärkt ins journalistische Tagesgeschäft eingreifen.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-67377" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017-Moser_20190321.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017-Moser_20190321.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017-Moser_20190321-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017-Moser_20190321-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017-Moser_20190321-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017-Moser_20190321-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Du hast den Termin für dieses Gespräch mehrmals verschoben, weil du erst dann «auch wirklich News» zu berichten hättest. Nun bin ich gespannt: Was gibt es Neues von der «Republik»?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Das Projekt ist jetzt gut ein Jahr alt. Da haben wir etwas nachjustiert, wie wir den Laden organisieren. Wir sind zum Schluss gekommen, dass die Gründer wieder näher ans Tagesgeschäft ran müssen. Es hat sich gezeigt, dass es wichtig ist, die Ur-Idee nicht nur im Verwaltungsrat einzubringen, sondern auch im operativen Geschäft. Daher werde ich aus dem Verwaltungsrat ausscheiden und als Chefredaktor zusammen mit einem Team die Redaktionsleitung übernehmen. Das sind die News.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Bei den News dachte ich auch an den Personalabbau. Habt ihr Leute entlassen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Es war klar, dass wir das Projekt für das zweite Jahr basierend auf den Erfahrungen des ersten Jahres anpassen werden. Das heisst unter anderem, dass wir das Budget von 6,9 Millionen Franken auf 5,9 Millionen reduziert haben. Das ging auch daher ohne massive Einschnitte, weil wir Luft im Budget hatten. Um eine Entlassung sind wir aber nicht herumgekommen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Um wen handelt es sich?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Das kann und will ich nicht sagen. Wir werden zum gegebenen Zeitpunkt öffentlich informieren. (Wie die «Republik» nach Publikation dieses Interviews <a href="https://project-r.construction/newsletter/2019-3-22-das-zweite-jahr" target="_blank" rel="noopener">mitteilte</a>, wurde Textchef Ariel Hauptmeier entlassen.) </p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Hast du das Kündigungsgespräch geführt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Ja, das war meine Aufgabe. Das ist natürlich eine neue Situation. Aber es war von Anfang an klar, dass das zu meinem Aufgabenprofil gehört. Da musste ich hineinwachsen. Es sind sicher nicht die angenehmsten Momente. Gleichzeitig gehört es dazu. Wenn man so etwas auf die Beine stellt, dann muss man sich zumindest mental auf eine solche Situation einstellen. Ich würde sogar noch weitergehen. Mental habe ich mich im letzten Jahr darauf vorbereiten müssen, dass wir gegebenenfalls mehrere Personen entlassen müssen, wenn das Projekt im letzten Jahr nicht so zum Fliegen gekommen wäre. Wir sind immer noch ein Unternehmen, das jeden Tag, jede Woche, jeden Monat darum kämpft, dass es langfristig erfolgreich ist. Daher kam die Entlassung für mich nicht völlig überraschend. Aber klar: Leute anzustellen, ist schöner.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie geht es der «Republik» finanziell?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Im ersten Publikationsjahr haben wir im Monat durchschnittlich 470&#8217;000 Franken ausgegeben und 430&#8217;000 eingenommen. Für das erste Jahr ist das eigentlich sehr gut. Die zweite entscheidende Kennzahl ist die Erneuerung der Abos. Wir haben 66 Prozent bei den Unterstützerinnen der ersten Stunde angestrebt, 50 Prozent als Minimum budgetiert und schliesslich 61 Prozent erreicht. Jetzt ist entscheidend, wie das Jahr weitergeht.</p>
</div></p>
<p></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Damit ihr so weitermachen könnt wie geplant, braucht ihr pro Monat 675 Neuabonnenten. Erreicht ihr die?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Im ersten Jahr haben wir im Schnitt 578 neue Jahresmitgliedschaften pro Monat erreicht. Wir haben 2018 mit unseren Anstrengungen ganz auf die Community fokussiert, also ins Halten derjenigen Mitglieder, die wir schon haben. Im zweiten Jahr investieren wir gezielt in die Gewinnung neuer Jahresmitgliedschaften und Monatsabonnenten. Daher halten wir durchschnittlich 675 Neuabonnenten pro Monat durchaus für realistisch. Im Januar lagen wir mit rund 1500 deutlich darüber, im Februar darunter, da lagen wir bei etwa 250.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Warum der Einbruch?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Auf Ende Jahr hin haben wir ein bisschen an Dynamik verloren. Das hatte eine ganze Reihe von Gründen. Wir haben sehr intensiv auf den Start hingearbeitet. Als das Ding mal so weit war, ging es jeden Tag weiter und wir mussten jeden Tag liefern. Wir waren darum auch etwas müde nach einem Jahr. Das hat den Laden etwas gebremst. Der Enthusiasmus ist einer gewissen Furcht gewichen. Aus dieser Delle kommen wir jetzt wieder heraus. Ich muss auch sagen: Hätte ich die Kurve des Verlaufs zeichnen müssen vor dem Start, hätte ich eine solche Delle etwa in dieser Phase prognostiziert. Wir werden noch einige Phasen haben, in denen wir wahnsinnig stark sind und dann wieder eine schwächere Phase folgt. Wichtig ist, dass im Hintergrund immer gearbeitet wird.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Wir wollten den Journalismus zum direkten Treiber unseres Mediums machen.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie reagiert der Lesermarkt auf eure Berichterstattung?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Wenn die Redaktion gute Leistungen erbringt, ausserordentliche Geschichten macht, dann sehen wir das sehr direkt bei den Verkäufen. Das ist der zentrale Punkt: Wir wollten den Journalismus zum direkten Treiber unseres Mediums machen. Das heisst, wenn unsere Leute einen guten Job machen, dann sichern sie sich damit auch ihren eigenen Job. Das halte ich grundsätzlich für eine gute Mechanik. Dass dies auch negative Auswirkungen haben kann, ist nicht zu vermeiden. Ich habe vielleicht etwas unterschätzt, wie sich dieser Druck auswirken kann. Aber ich glaube, das ist auch ein Gewöhnungsprozess.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>All die positiven Entwicklungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass 7000 Personen nach einem Jahr abgesprungen sind. Aus welchen Gründen haben sie die «Republik» verlassen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Es gab drei Hauptgruppen. Die erste erwartete ein Angebot, das näher an einer Tageszeitung ist. Das sind wir aber nicht. Wir versuchen eine gewisse Aktualität mit geschickten Formaten aufzufangen. Das ist der richtige Weg. Aber wenn jemand eine Tageszeitung verlangt, weil er wissen will, was am Vortag im Parlament los war, sind wir nicht das richtige Medium. Die zweite Gruppe, die uns verlassen hat, waren die, die lieber auf Papier lesen. Das kann ich gut nachvollziehen. Wir haben sehr viel investiert, nah an ein Magazin-Feeling zu kommen, das man auch auf Papier hat. Die dritte Gruppe waren jene, die uns als «Alternativ-Medium» sahen – in dem Sinn, dass sie eine Vorstellung von der Welt haben, wo alles von den Amerikanern kontrolliert wird und die Pharmaindustrie Impfstoffe verbreitet, die Kinder töten. Diese Weltsicht befriedigen wir nicht. Aber das wollen wir auch gar nicht.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Lange Artikel sind ein Markenzeichen der ‹Republik›.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ein Kritikpunkt, den man bis heute immer wieder hört, hast du nicht genannt. Die ellenlangen Texte. Gab es auch darum Kündigungen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Es ist interessanterweise ein Punkt, der zwar als Kritik immer wieder geäussert wurde, aber nicht unbedingt als Begründung für Kündigungen. Wir haben Ende Jahr eine Leserumfrage gemacht und ich fand die Ergebnisse sehr interessant. Es war ein sehr kleiner Teil, zirka 15 Prozent, der fand, die Texte seien zu lang. Weitere rund 30 Prozent empfanden unsere Texte «manchmal» als zu lang. Der Rest, also mehr als die Hälfte, fanden es gut wie es ist. Für uns ergibt sich daraus kein Anlass, die Umfänge der langen Texte grundsätzlich zu reduzieren. Kommt dazu, dass die langen Texte im ersten Jahr auch stärker auffielen, weil es weniger kurze Formate gab. Von unserem Konzept her suchen wir eigentlich die Polarität: Entweder kurz oder dann ganz lang. Wir haben sicher auch ein paar Artikel veröffentlicht, die insofern als zu lang wahrgenommen wurden, weil sie nicht gut genug redigiert waren. Es hat niemand gesagt, <a href="https://www.republik.ch/2018/04/24/das-kartell-teil-1-der-aussteiger" target="_blank" rel="noopener">die Baukartell-Recherche</a> sei zu lang gewesen. Der Text umfasste 130&#8217;000 Zeichen. Niemand sagte, der <a href="https://www.republik.ch/2018/11/22/verrat-in-der-moschee" target="_blank" rel="noopener">Artikel zur An-Nur-Moschee</a> sei zu lang mit seinen 48&#8217;000 Zeichen. Wenn wir unser Handwerk gut machen, wenn die Geschichte trägt, dann ist das gut. Lange Artikel sind ein Markenzeichen der «Republik».</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die Recherche zum Bündner Baukartell habt ihr auch als gedruckte Zeitungsbeilage herausgegeben und im Kanton Graubünden verteilt. Wird es weitere Print-Ausgaben geben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Papier stand von Anfang an in unserem Konzept. Nun ist es einfach so, dass man nicht alles gleichzeitig machen kann. Mein Wunsch wäre es gewesen, dass wir auf Ende Jahr hin ein gedrucktes Best-of produziert hätten für unter den Weihnachtsbaum. Aber schau, da muss ich halt manchmal auch einsehen: Die Leute können nicht mehr als arbeiten. Wir haben auch ohne Papierausgabe schon wahninnig viel umgesetzt im letzten Jahr. Wir haben jeden Tag versucht, das Beste zu geben und gleichzeitig das Produkt weiterzuentwickeln, inklusive der <a href="https://project-r.construction/" target="_blank" rel="noopener">Trägerstruktur mit dem Project R</a>. Das sind alles Investitionen in die Zukunft. Für eine Papierausgabe fehlte dann einfach irgendwann die Zeit. Aufgrund der Rückmeldungen aus dem Publikum werde ich mich dafür einsetzen, dass wir das Papier nicht vergessen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Dass sich die «Republik» auch kurz fassen kann, zeigt sie in verschiedenen Formaten, etwa <a href="https://www.republik.ch/format/briefing-aus-bern" target="_blank" rel="noopener">«Briefing aus Bern»</a>, den <a href="https://www.republik.ch/format/eidgenoessische-randnotizen" target="_blank" rel="noopener">«Eidgenössichen Randnotizen»</a> oder <a href="https://www.republik.ch/format/was-diese-woche-wichtig-war" target="_blank" rel="noopener">«Was diese Woche wichtig war»</a>. Welche Bedeutung haben diese Kurzformate?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Strategisch gesehen sind diese Kurzformate enorm wichtig. Sie sind der Bühnenboden, auf dem unsere Autoren auftreten können und aussergewöhnliche Sachen machen. Wir arbeiten an weiteren solchen Formaten. Wir müssen es aber von den Ressourcen her ins richtige Verhältnis setzen. Kurz heisst ja nicht weniger Arbeit. Ein «Briefing aus Bern» ist eminent wichtig für die Leser, eine Gewohnheit zu schaffen, auch das Gefühl zu haben, über das Wichtigste informiert zu werden. Wir haben wirklich viele Leserinnen, die sich von den etablierten Medien verabschiedet haben – und damit meine ich nicht Verschwörungstheoretiker, sondern Leute, die nicht auf einem Online-Portal im Minutentakt den Stand des Brexit-Verfahrens nachschauen wollen. Die sind sehr froh über ein «Briefing aus Bern». Gleichzeitig ist auch klar, dass diese Kurzformate nicht herumgereicht werden als die grosse journalistische Leistung. Es ist ja auch nicht das, was unsere Journalisten selbst lesen, weil sie das alles schon wissen, weil sie gut informiert sind und jeden Tag drei Zeitungen lesen. Wir müssen dem Publikum zuhören, von den Lesern her denken, ohne ihnen nach dem Mund zu schreiben.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Wir haben schon treue Anhänger. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass das blinde Fans sind.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die «Republik» hat viele Fans, die euch mit Lob überschütten. Verstellen solche Liebesbekundungen manchmal den Blick auf unangenehmere Kritik?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Ich sehe das nicht wirklich als Problem. In der letzten Phase haben wir sogar eher das Gegenteil erlebt. Jener Teil des Publikums, der nicht so zufrieden war, meldete sich fast lauter zu Wort. Ich glaube nicht, dass wir zu viel auf das Lob geben. Journalisten sind ja durchaus auch selbstzweifelnde Leute und gewichten deshalb Kritik tendenziell höher als das Lob. Unter dem Strich gleicht sich das dann wieder aus. Wir haben schon treue Anhänger. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass das blinde Fans sind, sondern Leute, die sich durchaus auch kritisch zu Wort melden, wenn sie nicht zufrieden sind.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ein konkretes Beispiel: Das <a href="https://www.republik.ch/2019/03/06/libero" target="_blank" rel="noopener">Porträt von SVP-Nationalrat Alfred Heer</a> erhielt einerseits viel Lob, aber es gab auch einzelne <a href="https://twitter.com/f_schutzbach/status/1103265034531160064" target="_blank" rel="noopener">sehr kritische Stimmen</a>, die davor warnten, Rechtsaussen-Politik zu verharmlosen mit solchen People-Geschichten. Du hast darauf <a href="https://twitter.com/christof_moser/status/1103326221901926400" target="_blank" rel="noopener">sehr pikiert reagiert</a>.</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Man kann diesen Vorwurf erheben. Aber die unterschwellige Aussage, die mitschwingt, dass wir mit Rechten nicht reden sollen, dagegen stemme ich mich sehr entschieden. Ich finde das eine gefährliche Haltung. Ich finde es richtig, darüber nachzudenken, welche Verantwortung wir tragen als Medium, ob wir gewisse Haltungen unbewusst verstärken. Wir heissen aber nicht zufällig «Republik». Das heisst auch ein Ringen um das beste Argument, also das Gegenteil davon, mit gewissen Leuten nicht zu reden. Wir halten nicht irgendwelchen Populisten das Mikrofon unter die Nase und rapportieren im Sekundentakt ihre Äusserungen ohne Einordnung. Ich halte die Dämonisierung der SVP und die Darstellung ihrer Protagonisten als ganz böse Menschen für einen journalistisch falschen Ansatz. Es gibt dieses Schwarz-und-weiss nicht. Oder nur ganz selten. Und es ist für eine Demokratie gefährlich, wenn der Journalismus in Feindbildern zu denken beginnt. Darum habe ich auf die entsprechende Kritik zurückgefragt, wer denn entscheiden sollte, mit wem wir sprechen sollen und mit wem nicht und wer sympathisch erscheinen darf und wer nicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Die Forderung, nicht mit Rechten zu reden, kommt insbesondere von jenem Teil des Publikums, der euch als linkes Medium wahrhaben will. Wie geht ihr damit um?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Diese Anspruchshaltung erlebe ich, seit ich Journalist bin. Das hat nichts mit der «Republik» zu tun. Gewisse linke Kreise erwarten, dass die Medien ihnen helfen, ihre politischen Ideen zu verbreiten und ihnen zum Durchbruch zu verhelfen. Das ist eine falsche Erwartung an den Journalismus. Bei der «Republik» ist es sicher so, dass manche erwarten, dass wir ein linkes Medium sind. Gleichzeitig sehen uns auch die Grünliberalen als ihr Medium. Die haben wir <a href="https://www.republik.ch/2019/03/02/linksliberaler-blendeffekt" target="_blank" rel="noopener">nun auch verschreckt</a>, weil wir fragten, ob sie denn so sozialliberal sind, wie sie sich geben. Es folgte ein Riesenaufschrei. Natürlich gibt es Erwartungen an uns. Aber ich bin absolut bereit, Erwartungen zu enttäuschen. Oder sogar sehr bewusst zu bekämpfen.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Bezüglich Multimedia sind wir sicher noch nicht so weit, wie wir sein wollen.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Euer Angebot ist sehr textlastig. Multimedia gibt es nur als Einsprengsel. Warum macht ihr nicht mehr?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Ich würde widersprechen, dass wir Multimedia nur als Einsprengsel haben. Zum Beispiel werden wir sehr gelobt für den <a href="https://www.republik.ch/2019/03/06/am-klavier-radikale-musik" target="_blank" rel="noopener">Podcast von Thomas Bächli</a>. Der Pianist interpretiert und kommentiert musikalische Miniaturen. Multimedia ist für mich, wenn eine Geschichte von Grund auf anders erzählt wird. So wie <a href="https://www.republik.ch/2019/02/06/wo-koennen-wir-im-jahr-2060-noch-ski-fahren" target="_blank" rel="noopener">unsere Schnee-Geschichte</a>, wo man interaktiv schauen konnte, in welchen Skigebieten es 2035 oder 2060 noch Schnee geben wird. Wir sind sicher noch nicht so weit, wie wir sein wollen. Im ersten Jahr haben wir sehr viel Programmierarbeit in das Grundgerüst investiert. Jetzt werden aber in der IT Ressourcen frei, die nun vermehrt in Geschichten einfliessen können.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Mit dem <a href="https://www.republik.ch/2018/11/09/an-der-bar-mit-ignazio-cassis" target="_blank" rel="noopener">Talk «An der Bar»</a> von Roger de Weck habt ihr ein aufwändiges Videoformat produziert. In Zukunft wollt ihr das Gespräch nur noch als Audio-Podcast bringen. Ist das eine Sparmassnahme?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Nein, ist es nicht. Die Produktion einer Folge von «An der Bar» kostet 9000 Franken. Das ist ein Spitzenpreis für die Qualität dieses Formats. Das heisst aber auch, dass wir zwei bis drei Folgen am gleichen Tag aufzeichnen mussten, damit wir den Preis so tief halten konnten. Es würde sofort viel teurer, wenn man für jedes einzelne Gespräch die ganze Infrastruktur neu aufstellen müsste. Das schränkt uns natürlich ein, wenn wir die Talks vorproduzieren. Wir können ja die Interviews, wenn wir sie abgedreht haben, nicht einfach wegwerfen, wenn sie von der Aktualität überholt werden. Wir wollen für das Wahljahr daher ein Format, mit dem wir schneller reagieren können. Das ist der Grund für den Wechsel von Video auf Audio.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Als Autor liest man dich kaum noch. Was machst du eigentlich?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Mein aktueller Arbeitstag besteht vor allem aus Gesprächen, Sitzungen und Treffen. Seit zwei, drei Wochen bin ich wieder näher an der Redaktion. Ich werde aus dem Verwaltungsrat austreten aus Gründen der Governance und weil ich zurück in die Chefredaktion wechsle. Und dann sieht mein Tagesablauf so aus, wie der Job von andern Journalistinnen und Journalisten, die in einer Redaktion Verantwortung tragen. Du kommst mal am Morgen, leitest die wichtigsten Sitzungen, bist Ansprechpartner für alle Probleme. Irgendetwas brennt immer. Aber ich vermisse das Schreiben schon. Gleichzeitig kann ich dem Laden in meiner Position als Chefredaktor eine Linie vorgeben, Schwerpunkte setzen, und habe so den grösseren Einfluss auf den Erfolg der «Republik», als wenn ich einzelne Artikel schreibe. Das ist jetzt einfach eine Notwendigkeit.</p>
</div></p>
<blockquote><p>«Etwa 10 Prozent unserer Arbeitszeit sollten in die Kommunikation und den Dialog mit den Leserinnen und Lesern fliessen.»</p></blockquote>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Du schreibst zwar fast keine Artikel mehr, dafür hast du dich bisher fast 300-mal vor der Community zu Wort gemeldet im Kommentarbereich. Wie und wann machst du das?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Auf dieser Ebene bin ich relativ impulsiv. Ich versuche ein Vorbild zu sein und mich viel dort zu melden, weil es ein wichtiger Teil der Arbeit ist für alle von uns. Wir sagen bei der Anstellung: Etwa 10 Prozent der Arbeitszeit sollten in die Kommunikation und den Dialog mit den Leserinnen und Lesern fliessen. Ich versuche dann zu reagieren, wenn ich finde, ein Angriff ist unfair. Sonst versuche ich mich eher etwas zurückzuhalten. Ich habe eigentlich ein gutes Gefühl für den richtigen Ton in den Sozialen Medien, auf Twitter, auch im harten Schlagabtausch. So ein Dialog-Forum ist aber noch mal etwas anderes. Ich muss da noch lernen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wen man auch nicht mehr liest, ist dein Compagnon und «Republik»-Mitgründer Constantin Seibt. Wo steckt er?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Constantin war in letzter Zeit tatsächlich nicht mehr so präsent. Wir wollten vermeiden, dass sich um uns ein Gründerkult entwickelt und haben uns darum bewusst auch etwas zurückgezogen. Er hat sich mit mir zusammen im Verwaltungsrat um strategische Fragen gekümmert. Gleichzeitig ist er auch eine wichtige Arbeitskraft im Marketing. Bei uns heisst das, gute Newsletter schreiben, wo wir das Projekt erklären. Dafür hat er eine unverwechselbare Stimme. Das ist auch Schreibarbeit. So gesehen, hat er sogar sehr viel geschrieben. Jetzt ist er auch noch Vater geworden und ist in die Kinderbetreuung eingespannt. Das führt dazu, dass er in letzter Zeit tatsächlich nicht so sichtbar war. Wir vermissen ihn sehr und freuen uns, wenn er wieder mehr im Magazin präsent ist.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Im letzten Sommer verliessen zwei Gründungsmitglieder und die Geschäftsführerin frühzeitig das Unternehmen. Warum?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Alle drei haben im Mandat für uns gearbeitet und es war von Anfang an klar, dass es nicht ihre Stelle fürs Leben sein wird. Sie halfen vor allem, die «Republik» auf die Beine zu stellen. Dafür waren sie absolut unverzichtbar. Innovation, Teambuilding und Businessplan waren essenziell in der Anfangsphase. Es hat sich dann aber relativ schnell gezeigt, dass wir auf das journalistische Produkt fokussieren müssen, sobald es da war. Die Abgänge kamen vielleicht eine Spur zu früh, aber sie waren trotzdem richtig. Es gab auch Reibereien, logischerweise. Aber es ist kein Bürgerkrieg ausgebrochen. Ich kann allen noch in die Augen schauen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wenn du noch einmal an den Start zurückgehen könntest, was würdest du anders machen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Den grössten Fehler, den Constantin und ich gemacht haben, war wahrscheinlich, dass wir zwar ein absolutes Spitzenteam zusammengestellt haben, wirklich gute Leute, die etwas können – aber wir hätten mehr darauf achten müssen, dass das Verhältnis stimmt zwischen jenen, die draussen unterwegs sein wollen und jenen, welche die Redaktionsarbeit machen. Das hat uns im Startjahr etwas Probleme bereitet. Wir hatten dann zwar gute Leute, die unterwegs oder an etwas Grossem dran waren – aber für den Alltag waren plötzlich zu wenig Ressourcen da. Das würde ich heute anders machen. Die Pointe ist: Wir haben vor dem Start in anderen Bereichen – zum Beispiel Campaigning und Marketing – Profis um Rat gefragt. Bei der Redaktion, beim Journalismus, sahen Constantin und ich uns als die Profis, und wir dachten, wir sind super kompetent, da brauchen wir keine Hilfe. Das war eher nicht so klug.</p>
</div></p>
<p><small>Das Gespräch fand am 14. März in Zürich statt.</small></p>
<p><small>Foto: project-r.construction für republik.ch</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/03/21/ich-bin-bereit-erwartungen-zu-enttaeuschen/">Christof Moser: «Ich bin bereit, Erwartungen zu enttäuschen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Die ‹Republik› ist und bleibt ein Projekt gegen die Wahrscheinlichkeit»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/10/12/die-republik-ist-und-bleibt-ein-projekt-gegen-die-wahrscheinlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Oct 2018 08:06:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jüngst machte das Journalismus-Startup «Republik» von sich Reden mit gleich vier prominenten Abgängen, darunter die Geschäftsführerin. Das sei «kein Exodus», sondern «eine Transformation», betont Mitgründer Christof Moser im Gespräch mit Matthias Ackeret von persoenlich.com. «Jetzt ist die erste Phase des Aufbaus abgeschlossen, der Betrieb läuft und wir können den Fokus noch stärker darauf legen, worum es geht: Journalismus.» Damit dies Fokussierung gelingt, braucht es aber externe Hilfe. Eine Organisationsberaterin werde der «Republik» helfen, «die verschiedenen Arbeitskulturen von Journalisten, Entwicklerinnen, Community- und Marketing-Experten in einen publizistischen Weiterentwicklungsprozess zu vereinen.» Mit Blick auf die anstehende Erneuerung der Abos nach dem ersten Betriebsjahr gibt sich Moser realistisch. Man überlebe auch eine Erneuerungsquote von 50 Prozent, werde aber für 66 Prozent kämpfen. «Aber machen wir uns nichts vor», sagt Moser, «die ‹Republik› ist und bleibt ein Projekt gegen die Wahrscheinlichkeit, ein Hochrisikounterfangen.»</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jüngst machte das Journalismus-Startup «Republik» von sich Reden mit gleich vier prominenten Abgängen, darunter die Geschäftsführerin. Das sei «kein Exodus», sondern «eine Transformation», betont Mitgründer Christof Moser im Gespräch mit Matthias Ackeret von persoenlich.com. «Jetzt ist die erste Phase des Aufbaus abgeschlossen, der Betrieb läuft und wir können den Fokus noch stärker darauf legen, worum es geht: Journalismus.» Damit dies Fokussierung gelingt, braucht es aber externe Hilfe. Eine Organisationsberaterin werde der «Republik» helfen, «die verschiedenen Arbeitskulturen von Journalisten, Entwicklerinnen, Community- und Marketing-Experten in einen publizistischen Weiterentwicklungsprozess zu vereinen.» Mit Blick auf die anstehende Erneuerung der Abos nach dem ersten Betriebsjahr gibt sich Moser realistisch. Man überlebe auch eine Erneuerungsquote von 50 Prozent, werde aber für 66 Prozent kämpfen. «Aber machen wir uns nichts vor», sagt Moser, «die ‹Republik› ist und bleibt ein Projekt gegen die Wahrscheinlichkeit, ein Hochrisikounterfangen.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/10/12/die-republik-ist-und-bleibt-ein-projekt-gegen-die-wahrscheinlichkeit/">«Die ‹Republik› ist und bleibt ein Projekt gegen die Wahrscheinlichkeit»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Wir sind ein sehr schweizerisches Start-up»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/10/05/wir-sind-ein-sehr-schweizerisches-start-up/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2017/10/05/wir-sind-ein-sehr-schweizerisches-start-up/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2017 11:39:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Start rückt immer näher. Schon in drei Monaten will die «Republik» loslegen. Hinter den Kulissen nimmt das neue Online-Magazin allmählich Form an. Mitgründer Christof Moser gewährt einen Einblick in den aktuellen Stand der Arbeiten und erklärt, warum die «Republik» keine zweite WOZ werden will und wie ein Entscheid der NZZ die Gründung des Projekts <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/05/wir-sind-ein-sehr-schweizerisches-start-up/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Start rückt immer näher. Schon in drei Monaten will <a href="https://www.republik.ch/" target="_blank" rel="noopener">die «Republik»</a> loslegen. Hinter den Kulissen nimmt das neue Online-Magazin allmählich Form an. Mitgründer Christof Moser gewährt einen Einblick in den aktuellen Stand der Arbeiten und erklärt, warum die «Republik» keine zweite WOZ werden will und wie ein Entscheid der NZZ die Gründung des Projekts begünstigt hat.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-48128" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Christof-Moser-Republik_20171002.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Christof-Moser-Republik_20171002.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Christof-Moser-Republik_20171002-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Christof-Moser-Republik_20171002-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Christof-Moser-Republik_20171002-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/MW_Christof-Moser-Republik_20171002-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Als für dich klar war, dass du alles auf die Karte «Republik» setzen wirst, wie hattest du dir damals das neue Medium vorgestellt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Ich hatte eigentlich schon immer jenes Projekt vor mir, das jetzt mit der «Republik» entsteht: Ein digitales Magazin, das die Community auch wirklich einbindet und nicht nur bewirtschaftet. Und das Verschmelzen von Redaktion und IT nicht nur propagiert, sondern lebt. Ich habe mir das vorgestellt, was jetzt entsteht: ein gutes Team, auf das ich mich jeden Tag freue, mit ihm zusammenzuarbeiten. Meine Erfahrung beim Entwickeln früherer Projekte, beim Aufbau des Reporterforums oder auch von Infosperber, zeigte mir: wenn ein paar Leute zusammenkommen, die wirklich etwas erreichen wollen, können sie Berge versetzen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie nah dran seid ihr an deiner ursprünglichen Vorstellung?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Relativ nah. Wir haben ja auch jahrelang Vorarbeit geleistet. Eine erste grosse Auseinandersetzung führten wir um den Namen. «Republik» ist, glaube ich, genau der richtige Name im richtigen Moment. Constantin Seibt hat sich sehr viele Gedanken übers Schreiben gemacht. Davon profitieren wir enorm. Wie wir die ganze Sache zusammenschrauben, das ist eher mein Part. Wenn man fünf, sechs, sieben, ja acht Jahre über eine Publikation nachdenkt, dann ist sehr Vieles schon einmal sehr gründlich durchgedacht worden. Wir sind ein sehr schweizerisches Start-up. Alles ist gut überlegt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ihr seid nach dem <a href="https://project-r.construction/newsletter/2017-05-31-signal-journalismus" target="_blank" rel="noopener">erfolgreichen Crowdfunding</a> mit 14’000 individuellen Erwartungen an euer Magazin konfrontiert. Das birgt ein riesiges Enttäuschungspotenzial.</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Das ist so. Einem Teil der Projektion, die wir auslösten, können wir aktiv begegnen. Das trifft sicher auf die Fan-Basis zu, aber auch auf jene, die genau gelesen haben, was wir vorhaben und uns darum unterstützten. Wenn wir die Bedürfnisse dieser Gruppen befriedigen können, ist das Projekt gut unterwegs. Wir waren ja selbst überrascht, wie gut das Crowdfunding gelaufen ist. Und man muss immer mit einem gewissen Prozentsatz rechnen, den man enttäuschen wird. Das merken wir schon jetzt, bei Leuten, die vor allem Partikularinteressen haben und etwa meinen, wir würden jeden Tag etwas für den Tierschutz tun oder ihren politischen Überzeugungen entsprechen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Mit welcher Absprungquote nach dem ersten Jahr rechnet ihr?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>In den offiziellen Kalkulationen rechnen wir mit fünfzig Prozent, was im internationalen Vergleich mit anderen, ähnlichen Projekten vernünftig ist – und womit wir trotzdem überleben würden.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ihr sprecht die künftigen Abonnentinnen und Anteilseigner konsequent als «Verleger» an. Wie nehmen diese Verleger Einfluss auf den Geschäftsgang?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Wichtig ist zuerst einmal, dass sich die Verleger, wie alle guten Verleger, nicht in die Redaktion einmischen. Aber jeder darf mit einer guten Idee zu uns kommen, die wird dann vielleicht umsetzen. Indem wir von Verlegern und nicht von Community sprechen, haben wir ihre Rolle klar definiert. Die Verleger tragen das Gesamtprojekt mit und können in diesem Rahmen mitentscheiden. Dort wollen wir relativ weit gehen. Bei schwierigen Entscheiden oder Uneinigkeit tragen wird die Diskussion nach aussen. Dass die Leute diese Rolle auch ernst nehmen, zeigte unsere Frage nach dem Profil einer zusätzlichen Stelle, ob wir eine Datenjournalistin, einen Satiriker oder eine Korrespondentin in Deutschland anstellen sollen. Auf diese Frage haben wir sehr qualifizierte Rückmeldungen erhalten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ihr hättet mit allen drei Optionen leben können, zumal ihr sie ja selbst vorgeschlagen habt. Seid ihr denn auch bereit, Entscheide der Verleger umzusetzen, die nicht in eurem Sinne sind?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Das ist unsere feste Absicht, sonst würden wir es nicht so machen. Es kann natürlich schon sein, dass Unvernünftiges gefordert wird. Auf der strukturellen Eben haben wir jedoch dafür gesorgt, dass es nicht so weit kommt. Geschäftlich ist die «Republik» ja so organisiert, dass alle Verleger zusammen in der Genossenschaft rund 45 Prozent Anteil am Magazin halten, wir als Gründer etwas weniger als 40 und die Investoren die restlichen gut 20. Nur zwei dieser drei Gruppen können zusammen einen Entscheid herbeiführen. Das ist eine Sicherung. Wir gehen davon aus, dass ein Entscheid nicht so falsch sein kann, wenn ihn zwei dieser Gruppen mittragen.</p>
</div><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-48134" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Project-R_24_10_2016_22h58m53s_LRB7724-Kopie.jpg" alt="" width="2000" height="1331" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Project-R_24_10_2016_22h58m53s_LRB7724-Kopie.jpg 2000w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Project-R_24_10_2016_22h58m53s_LRB7724-Kopie-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Project-R_24_10_2016_22h58m53s_LRB7724-Kopie-768x511.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Project-R_24_10_2016_22h58m53s_LRB7724-Kopie-1024x681.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Project-R_24_10_2016_22h58m53s_LRB7724-Kopie-728x485.jpg 728w" sizes="(max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>«Republik»-Mitgründer Constantin Seibt (auf dem Bild rechts) hat in <a href="https://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/" target="_blank" rel="noopener">seinem Blog und Buch «Deadline»</a> ausführlich beschrieben, woran Medien im allgemeinen und Journalismus im Speziellen kranken und was sie ändern müssten. Ist «Deadline» die Bauanleitung für die «Republik»?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Zu den Fragen, wie man Texte entwirft, wie man Themen angeht, wie eine Dramaturgie entwickelt wird oder wie man mit Formen spielt, profitieren wir enorm von Seibts Überlegungen. In dem Sinn steckt durchaus «Deadline» drin. Eine der grössten Herausforderungen des Journalismus ist es heute ja, hochrelevante Themen an die Leute zu bringen. Ein Paradebeispiel ist der Klimawandel. Eigentlich ein enorm wichtiges Thema. Aber ich merke es ja an mir selber: Wieder ein Grad wärmer oder ein grösserer Eisberg abgebrochen – man nimmt es noch schulterzuckend zur Kenntnis. Für uns stellt sich darum die Frage: Wie gehen wir die Geschichten an, damit wir die Leute packen können. Das ist einerseits eine Frage der Haltung, andererseits der Dramaturgie und der formalen Umsetzung.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was genau wird die «Republik» anders machen, als die übrigen Medien?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Allzu viel kann und will ich nicht verraten. Aber wir werden ziemlich anders sein: in Stil, Haltung, Perspektiven, was die Themen angeht, und strukturell bei der Publikumseinbindung. Indem wir die «Republik» auf der grünen Wiese aufbauen und die ganze IT-Entwicklung selbst in der Hand haben, bieten sich uns auch andere Möglichkeiten als in Grossverlagen mit gewachsenen Strukturen. Das kann zum Beispiel heissen, die Hilfe zu suchen bei der Community für Recherchen. So wie das «Correctiv» gemacht hat beim Projekt «Wem gehört Deutschland?», als die Redaktion die Leser auf die Grundbuchämter schickte für Nachforschungen. Aber auch im klassischen Kommentarbereich unterhalb der Artikel wollen wir mit einem cleveren Community-Management Rückmeldungen herausholen, die weiter gehen als der klassische Leserkommentar und die wir wieder in den journalistischen Prozess einspeisen können. Auch das ist an sich nichts Neues. Aber oft wird das recht lieblos gemacht in Form eines uninspirierten Zusammenschriebs. Dort werden wir einiges ganz anders angehen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Euer bisheriger Erfolg basiert auf einer cleveren Kommunikations- und Werbekampagne. Wieviel war geplant, was war Eigendynamik?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Das waren sicher 80 Prozent Eigendynamik. So etwas kannst du nicht planen. Nicht die beste Werbeagentur könnte dir einen solchen Crowdfunding-Erfolg garantieren, wie wir ihn erzielt haben: 14&#8217;000 Leute in Bewegung setzen für ein Medium, das es noch nicht gibt und alle nehmen dafür 240 Franken in die Hand, die sie auch einzahlen. Die ehrlichste Antwort auf die Frage nach dem Grund für unseren Erfolg lautet aber ganz einfach: Glück. Und natürlich ernsthaft an dem Projekt zu arbeiten. Die Leute müssen spüren, dass eine Truppe am Werk ist, die das Ganze ernst meint und auch ein persönliches Risiko eingeht. Es hätte überhaupt nicht funktioniert, wenn wir alle unsere Stellen behalten und daneben etwas aufgezogen hätten. Was danach geschah, war unplanbar. Es hätte auch sein können, dass wir nur 1500 Leute mobilisieren, oder 2500. Dann hätten wir die ganze Sache abgeblasen. Nun sind wir in einer relativ komfortablen Ausgangssituation. Damit haben wir nicht gerechnet.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ihr baut euer Image stark über die Gegnerschaft zu den grossen Verlagshäusern auf. Du warst 2007 selber ein Tamedia-Sparopfer bei der Einstellung von «Facts». Wieviel persönliches Ressentiment steckt in eurer Anti-Verleger-Kampagne drin?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Eine journalistische Qualität sollte es ja sein, Ressentiments nicht zum Nennwert zu nehmen für das, was man macht. Ich habe meine Emotionen relativ gut im Griff. Aber ich weiss auch sehr genau, wie die Verlagshäuser funktionieren. Mir wurde bei Recherchen zu den Arbeitsbedingungen bei «20 Minuten» klar, dass der Journalismus auch gegen die Grossverlage verteidigt werden muss. Aus den Verlagen wird uns ja vorgeworfen, wir würden sie als PR-Vehikel missbrauchen. Nein, wir meinen das sehr ernst! Wir sind nicht einverstanden mit deren Geschäftsstrategien. Wir haben eine andere Vorstellung von Journalismus. Was rundherum gerade passiert mit Restrukturierungen und Entlassungen, bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und vor allem, dass wir zum Glück rechtzeitig gehandelt haben.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Der Traum, ein eigenes Magazin herauszubringen, begleitet dich ja schon fast dein ganzes Journalistenleben lang. Unter dem Projektnamen «Republik» hast du bereits bei früherer Gelegenheit zwei Magazin-Nullnummern entworfen. Zuletzt vor sechs Jahren für eine Wochenendbeilage zu den Regionalzeitungen ausserhalb des Tamedia-Konzerns – von AZ Medien bis NZZ-Mediengruppe. Wieviel von den ersten beiden «Republiken» steckt in der dritten «Republik»?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Nicht wenig. <a href="https://www.bodara.ch/editorial-design/republik" target="_blank" rel="noopener">Die erste «Republik»</a> war ein reines konzeptionelles Feuerwerk. Über eineinhalb Jahre hinweg habenein paar Leute und ich zusammen unser Traummagazin entworfen. Finanziell hätte sich das aber nie gerechnet. Doch darum ging es auch nicht. Sondern darum, festgefahrene Denkweisen aufzubrechen. Die zweite «Republik» kam von der anderen Seite her und identifizierte zuerst ein Geschäftsmodell als Wochenendbeilage und entwickelte dazu ein redaktionelles Konzept. All die Überlegungen, was es braucht, damit ein spannendes Medium entsteht, habe ich also schon mindestens einmal gemacht. Vieles davon fliesst jetzt mit ein. Auch bei den beteiligten Personen gibt es eine Kontinuität. Laurent Burst, der bei der «Republik» für die Strategie verantwortlich ist, hat den Businessplan für das geplante Beilagenmagazin entwickelt, von dem ich noch heute höre, es sei einer der besten Businesspläne gewesen, die Verlags-CEOs je vor sich hatten. Das Projekt scheiterte daran, dass die NZZ-Gruppe nicht mitmachen wollte, weil wir im Werbemarkt das «NZZ Folio» kannibalisiert hätten. Im Rückblick war die Absage der NZZ aber ein Glücksfall, weil es heute nicht zielführend ist, ein neues Medium zusammen mit traditionellen Verlagen hochzuziehen. Das killt die Innovation.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Als angestellter Journalist hattest du dir immer sehr viele Freiheiten herausgenommen. Bringt dir die «Republik» noch mehr Freiheit?</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Im Moment habe ich sehr viel weniger Freiheiten, als ich sie in der Vergangenheit als freier und angestellter Journalist genossen habe (lacht). Ich war tatsächlich immer dort, wo ich den Eindruck hatte, dass mir die grösstmögliche Freiheit gewährt wird. Das war zuletzt der Fall bei Peter Wanner im Aargau. Ich rechne den AZ Medien immer noch hoch an, dass sie mich ausgehalten haben, obwohl ich manchmal auch das eigene Haus kritisiert habe. Darüber habe ich nie ein böses Wort gehört. Das ist nicht selbstverständlich. Aber wenn der Dampfer in die falsche Richtung fährt, kannst du an Deck noch so viele Freiheiten geniessen, die Reise geht trotzdem in die falsche Richtung.</p>
</div><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-48135" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017_12_04_2017_10h53m53s_LRB0481.jpg" alt="" width="2000" height="1331" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017_12_04_2017_10h53m53s_LRB0481.jpg 2000w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017_12_04_2017_10h53m53s_LRB0481-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017_12_04_2017_10h53m53s_LRB0481-768x511.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017_12_04_2017_10h53m53s_LRB0481-1024x681.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/10/Republik_Project_R_Taufe_Bern_12_April_2017_12_04_2017_10h53m53s_LRB0481-728x485.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px" /><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Inzwischen sind eine ganze Reihe von Autorinnen und Autoren der «Republik» bekannt. Wenn man die Namen so liest, könnte man den Eindruck gewinnen, dass ihr auf dem Weg zu einer zweiten WOZ seid.</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>Das kann man so wahrnehmen. Aber ich glaube nicht, dass es stimmt, denn wir positionieren uns – anders als die WOZ – nicht als linkes Medium. Die erste Runde von Leuten, die wir angestellt haben, ist jetzt bekannt. Wir könnten nun alle einzeln durchgehen und fragen, ob sie auch zur WOZ passen würden. Am Grössten ist bei uns übrigens der Anteil ehemaliger NZZ-Journalistinnen und -Journalisten. Die zweite Welle der Anstellungen wird noch kommen und den ersten Eindruck sicher relativieren. Wir halten durchaus Ausschau nach konservativeren Stimmen. Die Diversität der Redaktion geniesst bei uns grosse Priorität und dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Der Team-Aufbau gehört zu den anstrengenderen, aber auch spannendsten Arbeiten für die «Republik». Es fühlt sich ein bisschen an wie Schwarzpulver aufschütten und dann das Feuerzeug dranhalten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was der «Republik» bisher noch fehlt, ist ein überraschender Top-Transfer, mit dem ihr einen Teil eurer Fans bewusst vor den Kopf stösst. Jemand wie zum Beispiel Alex Baur von der Weltwoche.</p>
</div><div class="answer"><h4>Christof Moser:</h4> <p>(Schmunzelt) Ich kann nicht über einzelne Namen reden. In der ersten Anstellungsrunde ging es darum, eine Basis zu schaffen mit Leuten, die sich in ihren Fähigkeiten und Sichtweisen gut ergänzen. Alles weitere – darunter auch die eine oder andere Überraschung – wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.</p>
</div></p>
<p>Bilder: zVg/project-r.construction für republik.ch</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/05/wir-sind-ein-sehr-schweizerisches-start-up/">«Wir sind ein sehr schweizerisches Start-up»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Überlebensübung in der Nische</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/12/29/ueberlebensuebung-in-der-nische/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Minder]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Dec 2016 15:10:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
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		<category><![CDATA[Stiftung für Medienvielfalt]]></category>
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		<category><![CDATA[Beatrice Oeri]]></category>
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		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Mazanowski]]></category>
		<category><![CDATA[Constantin Seibt]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal Sigg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine bunte Population von Plattformen mit einem journalistischen Kontrastprogramm hat sich jenseits der grossen Medienhäuser im Internet angesiedelt. Im digitalen Biotop zu überleben, ist aber nicht ganz einfach. Ein Besuch beim «Coup»-Magazin und ein breiter Blick auf eine blühende Landschaft. Ein zum Büro umfunktionierter Kellerraum, darin vier Arbeitsplätze, ein Elektroöfeli, das notdürftig heizt. Durchs Fenster geht der <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/29/ueberlebensuebung-in-der-nische/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine bunte Population von Plattformen mit einem journalistischen Kontrastprogramm hat sich jenseits der grossen Medienhäuser im Internet angesiedelt. Im digitalen Biotop zu überleben, ist aber nicht ganz einfach. Ein Besuch beim «Coup»-Magazin und ein breiter Blick auf eine blühende Landschaft.<br />
<span id="more-28563"></span><br />
Ein zum Büro umfunktionierter Kellerraum, darin vier Arbeitsplätze, ein Elektroöfeli, das notdürftig heizt. Durchs Fenster geht der Blick in einen kleinen Innenhof, dahinter ragt die Mauer des Zürcher Volkshauses in die Höhe. «Wenn die Chippendales auftreten, hören wir das Kreischen», sagt Pascal Sigg. Er ist einer der drei Gründer des <a href="http://www.coup-magazin.ch/" target="_blank">digitalen Gesellschaftsmagazins «Coup»</a>, das seit März 2016 online ist. Die Redaktionsstube entspricht dem romantischen Klischee vom Garagen-Start-up. Auch die Gründer passen gut ins Bild. Drei junge, leidenschaftliche Journalisten, die nicht glücklich wurden, mit dem, was in den etablierten Medien möglich ist. Sie wollten lange, aufwändig recherchierte Texte schreiben, statt täglich drei Geschichten rauszuhauen oder online Klicks zu generieren. Referenz waren die vergangenen Blütezeiten des «Magazins» des «Tages-Anzeigers», die deutsche Wirtschaftszeitschrift «brand eins», das Magazin «Reportagen». «Wir wollen Journalismus verkaufen, nicht Aufmerksamkeit», fasst Sigg zusammen.</p>
<p>Im November 2014 mietete er zusammen mit Andres Eberhard und Joel Bedetti das Kellerabteil im Volkshaus. Dort brüteten sie über einem Geschäftsmodell. Es musste etwas sein, das sich mit ihren anderen Jobs vertrug: Sigg arbeitet 50% auf dem Sportamt der Stadt Zürich und schreibt seine Dissertation, Eberhard hat eine 60%-Stelle als Redaktor beim Zürcher Oberländer, beide sind daneben noch als Freie tätig. Bedetti ist hauptsächlich Freelancer. Die Lösung: Eine grosse Geschichte im Umfang von 25&#8217;000 bis 35&#8217;000 Zeichen pro Monat. Online drängte sich auf, weil Druck und Vertrieb wegfielen, aber auch weil es mehr formale Flexibilität bietet als Papier. Die Basler Stiftung für Medienvielfalt der Roche-Erbin Beatrice Oeri unterstützte das Projekt mit 15&#8217;000 Franken, den sie in eine professionelle Crowdfunding-Kampagne steckten. Das Sammelziel waren 50‘000 Franken, die fürs erste Jahr reichen sollten: Zwölf Artikel à 3000 Franken für die Autorinnen und Autoren plus die Kosten von Website, Grafik, Marketing und Crowdfunding. Zwei Tage vor Ablauf der Sammelfrist stand der Pegel erst bei 30‘000 Franken, die Mission war gefährdet. Dann trat eine Einzelperson, die nicht genannt sein will, auf den Plan und schüttete das fehlende Geld in den Topf: <a href="https://wemakeit.com/projects/digitales-magazin-coup/show/news" target="_blank">«Coup» war gelandet</a>. Inzwischen stehen acht grosse Reportagen auf der Website. 400 Personen haben ein Abonnement. Zum Gründerteam sind die Journalistin Anna Miller und der Grafiker Konrad Mazanowski gestossen. «Im Januar ziehen wir eine erste Zwischenbilanz», sagt Pascal Sigg.</p>
<p><strong>Die andere Sicht</strong><br />
Die Geschichte von «Coup» ist in mehrfacher Hinsicht exemplarisch für verlagsunabhängige digitale Magazine. Viele entstanden, weil ihre Macherinnen und Macher mit der real existierenden Medienlandschaft unzufrieden waren. Das gilt auch für jenes Projekt, das derzeit am meisten von sich reden macht: <a href="https://project-r.construction/" target="_blank">«Project R»</a>. «Es ist Zeit, dass sich die Journalisten unabhängig machen und der Journalismus unabhängig von den Grossverlagen existieren kann», schreibt Constantin Seibt auf der Facebook-Seite von Project R. Der bekannte Noch-«Tages-Anzeiger»-Redaktor ist das Aushängeschild des geplanten Magazins. Er und Christof Moser, heute Reporter und Medienkritiker der «Schweiz am Sonntag», sind daran, sieben Millionen Franken Startkapital aufzutreiben. 3,5 Millionen seien bereits gesichert, schreibt der «Schweizer Journalist» in seiner Dezember-Ausgabe. Die Redaktion soll acht bis zehn Personen umfassen, denen «einigermassen branchenkonforme Löhne» bezahlt werden sollen. Losgehen soll es frühestens im Spätsommer 2017. Neben der Werbung sollen Abonnentinnen und Abonnenten das nötige Geld in die Kasse spülen. Gegenüber der Wochenzeitung WOZ <a href="http://www.woz.ch/-730f" target="_blank">hatte Seibt im Oktober gesagt</a>, Konzerne wie Tamedia würden sich zu «grossen Verteilstationen von Informationen und Waren» wandeln, was verheerende Folgen für den Journalismus, für Leserinnen und Leser und die Demokratie habe. Dem wolle das Projekt etwas entgegensetzen. Was genau, ist noch wolkig. «Grosse Schauplätze, grosse Debatten, verlässliche Argumente», und «entscheidende Fragen mit grossen Geschichten» werden die beiden Initianten im «Schweizer Journalist» zitiert.</p>
<p><a href="http://www.infosperber.ch/" target="_blank">«Infosperber»</a>, seit März 2011 im Netz, stört sich ebenfalls daran, dass sich die Zeitungen, Radio und Fernsehen zunehmend an Einschaltquoten und (sinkenden) Inserateeinnahmen orientieren. «Infosperber will diese Mainstream-Medien nicht konkurrenzieren, sondern sie ergänzen. Die Plattform setzt sich zum Ziel, allein nach gesellschaftlicher oder politischer Relevanz zu gewichten», steht in der Rubrik «über uns». Um Analysen und Hintergrund statt News und Kurzfutter geht es seit 2010 <a href="https://www.journal21.ch/" target="_blank">auch im «Journal 21»</a>. Dahinter stehen 80 erfahrene, viele davon pensionierte, namhafte Journalistinnen und Journalisten. «Wir richten uns an Leserinnen und Leser, die bereit sind, anspruchsvolle Texte zu konsumieren», schreibt Gründer Heiner Hug, ehemaliger Leiter der Tagesschau des Schweizer Fernsehens.</p>
<p><strong>Im Reich der Monopole</strong><br />
Regionale Zeitungsmonopole wirken ebenfalls als guter Nährboden, der digitale Medien spriessen lässt. In Basel bietet der Journalist Peter Knechtli seit 1998 mit seinen <a href="http://onlinereports.ch/" target="_blank">«Online Reports»</a> eine Alternative oder zumindest eine wichtige Ergänzung zur «Basler Zeitung». Das war damals eine Pioniertat, zumal als Online-Angebot. Dank Werbung und einem mit Spenden alimentierten Recherchierfonds hält sich Knechtli bis heute gut. Daran änderte sich auch nichts, als 2011 in Basel <a href="http://www.tageswoche.ch/" target="_blank">zusätzlich die «Tageswoche»</a> auf den Plan trat, eine digitale Zeitung mit einer gedruckten Ausgabe am Freitag. Der Hybrid war entstanden, nachdem die «Basler Zeitung» in Blochers Fahrwasser geriet und sie der SVP-Politiker schliesslich kaufte. Die «Tageswoche» wurde mit viel Geld der gleichzeitig gegründeten Stiftung für Medienvielfalt von Beatrice Oeri angeschoben und wird von ihr bis heute mitfinanziert.</p>
<p>Weil die Zeitungsvielfalt auch anderswo abnimmt, entstanden in jüngerer Zeit in verschiedenen Regionen digitale Alternativen. Im Reich von Hanspeter Lebruments Südostschweiz ist mit <a href="http://grheute.ch/" target="_blank">«GR heute»</a> seit September 2015 eine neue, unabhängige Stimme zu hören. In Bern gibt es das <a href="http://www.journal-b.ch/" target="_blank">«Journal B» (seit 2013)</a>, in Zug und Luzern <a href="http://www.zentralplus.ch/" target="_blank">«zentralplus.ch» (seit 2013)</a>. Urnerinnen und Urner können sich seit 2011 <a href="https://www.politcast-uri.ch/" target="_blank">auf «politcast-uri.ch»</a> Audiobeiträge anhören. Das <a href="https://tsri.ch/zh/" target="_blank">Stadtmagazin «tsüri.ch»</a> ist seit Januar 2015 online. Mit Texten, Videos und Ausgehtipps richtet es sich an ein junges, urbanes Publikum. Nach Meinung der Macher bestand für diese Zielgruppe eine Angebotslücke. Der Erfolg scheint die Diagnose zu bestätigen: Bis zu 30‘000 Menschen besuchen die Plattform monatlich.</p>
<p>«Für die Medienvielfalt sind die Online-Medien fraglos eine gute Sache», sagt die Medienjournalistin Bettina Büsser. Viele spielten auch als Ausbildungsredaktionen für junge Journalistinnen und Journalisten eine wichtige Rolle. Davon kann ein Magazin aber nicht leben. Genug Geld zu generieren, ist die grosse Herausforderung für die digitalen Medien. Es sei denn, sie betreiben Journalismus ehrenamtlich, was keine Seltenheit ist. Bei Infosperber, Journal 21 und einigen der regionalen Magazine, etwa «Journal B» in Bern, und Fachmedien arbeiten die Leute für Gottes Lohn. Die Magazine, die ihre Mitarbeitenden entlöhnen wollen, haben das Problem, dass Werbung, wie sie heute im Web funktioniert, auf so kleinen Seiten nichts hergibt, ausser ein verschandeltes Layout. Gleichzeitig zeigt sich die Leserschaft nur bedingt bereit, für das Gelesene zu bezahlen. Und Mäzene stehen auch nicht Schlange. Oft komme es zu einem Wettlauf, sagt Medienkennerin Bettina Büsser: «Reicht der Enthusiasmus so lange, bis genügend zahlende Abonnenten vorhanden sind?» Besonders in der Startphase spielten deshalb Stiftungen eine wichtige Rolle. «Ohne reiche Erben, die solche Projekte unterstützen, wäre die Landschaft ärmer.»</p>
<p><strong>Die vom Fach</strong><br />
Unübersichtlich artenreich ist die Population der digitalen Fachmedien. Unter den ersten, die den Evolutionsschritt vom Papier ins Netz machten, waren Magazine, die über die Kommunikationsbranche berichteten. Der <a href="http://www.kleinreport.ch/" target="_blank">Newsletter «Klein Report»</a> erscheint seit dem Jahr 2000. Gleich alt ist der <a href="http://www.persoenlich.com/" target="_blank">«persoenlich.com»</a>-Newsletter, die digitale Ergänzung des Hochglanzmagazins «persönlich». Jünger (seit 2011), analytischer und kritischer kommt die «Medienwoche» daher. Bei ihr gibt es keine täglichen News, sondern Hintergrundberichte, Analysen, Interviews und Meinung. Journalismus, aber auch Kunst, Musik und Dokumentarfilm werden im <a href="http://neulandmagazin.net/" target="_blank">Magazin «Neuland»</a> thematisiert. Es erscheint alle zwei Monate.</p>
<p>Was noch? Noch ganz ganze viel. Zum Beispiel <a href="https://tink.ch/" target="_blank">«Tink.ch»</a>: Das Online-Jugendmagazin feiert dieses Jahr sein 10-Jahr-Jubiläum. Es ist aus der Berner Kultur- und Stadtagenda «Youthguide» hervorgegangen und heute ein dreisprachiges Magazin mit Redaktionen in der ganzen Schweiz. Die Schreibenden sind junge Leute zwischen 15 und 30, die hier das journalistische Handwerk lernen. Oder <a href="https://www.swissmom.ch/" target="_blank">«swissmom.ch»</a>, das Fachmagazin rund ums Kinderkriegen und –haben, das dieses Jahr vom Verlegerverband einen Q-Award bekommen hat, obwohl der eigentlich Publikationen auf Papier vorbehalten ist. Oder «Das Lamm», das kritische Fragen zur Nachhaltigkeit stellt, oder «Saiten», das Ostschweizer Kulturmagazin, oder <a href="http://finews.ch/" target="_blank">«finews.ch»</a> und <a href="http://insideparadeplatz.ch/" target="_blank">«insideparadeplatz.ch»</a>, die Intimes aus der Schweizer Finanzbranche berichten, oder… Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Die grosse Vielfalt hat auch damit zu tun, dass Fachmagazine – egal ob digital oder analog – leichter zu Geld kommen, als thematisch breit aufgestellte Medien.</p>
<p><strong>Verkaufen, planen, organisieren</strong><br />
Wer jedoch einen weiten Winkel pflegen und davon leben will, muss sich was einfallen lassen. Bei «coup» zum Beispiel ist der Zeitpunkt nicht mehr fern, zu dem die Crowdfunding-Mittel zur Neige gehen. Jetzt muss wieder Geld her. Das bedeutet Klinken putzen bei Stiftungen und Privatpersonen, Bekanntheitsgrad und Abonnentenzahlen erhöhen, vielleicht einen Förderverein gründen. Also verkaufen, planen, organisieren: Machen sich Journalisten selbständig, müssen sie Dinge tun, um die sich vorher die Verlage kümmerten. «Coup»-Gründer Pascal Sigg hat damit kein Problem: «Ich finde das Unternehmerische spannend.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/29/ueberlebensuebung-in-der-nische/">Überlebensübung in der Nische</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Christof Moser: «Meist stinkt der Fisch vom Kopf her»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/02/10/christof-moser-meist-stinkt-der-fisch-vom-kopf-her/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2016 10:49:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Den Redaktionen fehle heute die Zeit, das Geschehen zu reflektieren, sagt Christof Moser, Bundeshausredaktor der Zeitung «Schweiz am Sonntag» (SaS). LINK sprach mit ihm über seine Erfahrungen im Wahlkampf 2015, über das Jahrbuch «Qualität der Medien» und über die Gründe, weshalb er das Schweizer Mediensystem als «kaputt» bezeichnet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Den Redaktionen fehle heute die Zeit, das Geschehen zu reflektieren, sagt Christof Moser, Bundeshausredaktor der Zeitung «Schweiz am Sonntag» (SaS). LINK sprach mit ihm über seine Erfahrungen im Wahlkampf 2015, über das Jahrbuch «Qualität der Medien» und über die Gründe, weshalb er das Schweizer Mediensystem als «kaputt» bezeichnet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/10/christof-moser-meist-stinkt-der-fisch-vom-kopf-her/">Christof Moser: «Meist stinkt der Fisch vom Kopf her»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Mit Vollgas in die Vertrauenskrise</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/21/mit-vollgas-in-die-vertrauenskrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2015 12:46:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schnell ist nicht schnell genug: Erstmals berichten Arbeiter in Newsfabriken, wie haarsträubend heute Journalismus produziert wird.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Schnell ist nicht schnell genug: Erstmals berichten Arbeiter in Newsfabriken, wie haarsträubend heute Journalismus produziert wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/21/mit-vollgas-in-die-vertrauenskrise/">Mit Vollgas in die Vertrauenskrise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Gegen Denkverbote in der Medienkritik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/07/gegen-denkverbote-in-der-medienkritik-2/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/04/07/gegen-denkverbote-in-der-medienkritik-2/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2015 07:56:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Lüscher]]></category>
		<category><![CDATA[Medienethik]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch wissen wir nicht, welche Lehren die Medien aus den Diskussionen um ihre Berichterstattung zum Germanwings-Absturz ziehen werden. Klar ist indes, dass Denk- und Diskussionsverbote, wie sie Medienkritiker nun fordern, die Debatte nicht weiterbringen. Dürfen Medien den Namen des Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine nennen, der nach dem aktuellen Stand Ermittlungen den Flug 4U9525 willentlich in <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/07/gegen-denkverbote-in-der-medienkritik-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch wissen wir nicht, welche Lehren die Medien aus den Diskussionen um ihre Berichterstattung zum Germanwings-Absturz ziehen werden. Klar ist indes, dass Denk- und Diskussionsverbote, wie sie Medienkritiker nun fordern, die Debatte nicht weiterbringen.<br />
<span id="more-24232"></span><br />
Dürfen Medien den Namen des Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine nennen, der nach dem aktuellen Stand Ermittlungen den Flug 4U9525 willentlich in die französischen Alpen stürzen liess und damit 149 Menschen mit in den Tod riss? Sein Gesicht der Öffentlichkeit preisgeben? Ja, man darf. Rechtlich gesehen. Das Recht des Co-Piloten am eigenen Namen und am eigenen Bild ist mit seinem Tod erloschen.</p>
<p>Die Frage allerdings, ob man Namen und Bild veröffentlichen soll – darüber lässt sich streiten. Aus medienethischer Sicht. Ich finde, man sollte auf die Veröffentlichung von Namen und Bild verzichten. Die Folgen für die Angehörigen des Co-Piloten durch dessen Identifizierung sind meines Erachtens um ein Vielfaches grösser als der Erkenntnisgewinn, den ich daraus ziehe.  Ich weiss aber auch, dass es durchaus Argumente gibt, die dafür sprechen, Namen und Bild des Co-Piloten öffentlich zu machen.</p>
<p>Die Argumente zu diskutieren, gegeneinander abzuwägen, ist Aufgabe der Medienethik. Und die ist nicht schwarz und weiss, sondern bewegt sich in Grauzonen, gerät an Grenzen, die man so oder anders ziehen kann. Diese unterschiedlichen Auslegungen wiederum kommen in der Medienkritik zum Ausdruck: Indem man Publikationen und deren Beiträge anhand der eigenen Haltung beurteilt. Immer im Wissen, dass es auch andere Meinungen gibt. So jedenfalls habe ich meine Medienkritik bis anhin verstanden.</p>
<p>Offenbar lag ich damit falsch. Zumindest, wenn man zwei meiner geschätzten Kollegen glaubt.</p>
<p>So vertritt Christof Moser in einer <a href="https://www.facebook.com/christof.moser/posts/10204970143228045?pnref=story" target="_blank">Diskussion auf Facebook</a> die These, dass der Journalistenkodex als medienethische Richtlinie «klar» sei. Die Veröffentlichung von Name und persönlichen Daten des Co-Piloten sei durch das «überwiegende öffentliche Interesse» gedeckt, so Moser. Meiner Kritik hält er entgegen: «Das hilft gegen persönliche, willkürliche Ansichten, wie du sie hier vertrittst. Eben, gegen: Zensur-Willkür.» Eine meiner Antworten darauf war zwar zynisch und in dieser Form unangebracht. Aber ich bleibe dabei: Wären die Diskussionen darüber, was Medien sollen und was nicht, immer so glasklar und zweifelsfrei zu beantworten, wie Moser behauptet – wozu gibt es dann einen Presserat, wozu die <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/identifikation-des-co-piloten-namen-nennen-oder-nicht-sechs-meinungen-323851#.VSKF45SsVMZ" target="_blank">endlosen Diskussionen</a>, wozu Medienkritik überhaupt?</p>
<p>Macht sich Moser mit dieser Aussage als Medienkritiker der «Schweiz am Sonntag» nicht selber überflüssig? Eine technokratische, diskursfeindliche Buchstabentreue. In einer globalisierten und sich in beschleunigtem Wandel befindlichen Medienwelt prallen unterschiedliche Journalismuskulturen aufeinander. Kodifizierte Regeln bedürfen einer zeitgemässen Auslegung. Die Germanwings-Debatte mit ihrem kakophonischen Klang ist genau ein Versuch, die Grundlagen der Profession neu auszuloten; zusammen mit dem Publikum, was lästig sein kann, weil Irrmeinungen und Wirrglauben oft grössere Prominenz finden als vernünftige Argumente. Es gibt keine Abkürzung mit Denkverboten.</p>
<p>Dafür plädiert aber auch Christian Lüscher. Im <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/offtherecord/index.php/33392/der-neue-volkssport-medienkritik/" target="_blank">Medienblog des «Tages-Anzeiger»</a> bezeichnet er die Kritik an der Berichterstattung zum Germanwings-Absturz als übertrieben, unsachlich und grösstenteils untauglich. Mehr noch: Die Kritiker aus den eigenen Reihen – gemäss Lüscher meist keine «News-Profis», sondern gebühren- oder stiftungsfinanziert – betreiben bloss Selbstmarketing und befeuern die Reflexe der Leser. Medienkritik, so Lüscher, verkomme leider zum Volkssport.</p>
<p>Sicher: Man kann auch die Medienkritik selber einer Kritik unterziehen. Sie an den eigenen Massstäben dessen messen, was man für gute oder schlechte Medienkritik hält. Was genau diese Massstäbe beinhalten, wird jedoch weder bei Moser noch bei Lüscher klar. Sollen nur die «News-Profis» Medienkritik üben dürfen, wie Lüscher andeutet? Oder sind die Diskussionen ohnehin unnötig, weil die Sachlage klar geregelt ist, wie Moser meint? Ich meine: nein. Medienkritik ist nie überflüssig. Denkverbote haben da nichts zu suchen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/07/gegen-denkverbote-in-der-medienkritik-2/">Gegen Denkverbote in der Medienkritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>NZZ-Verwaltungsratspräsident entschuldigt sich bei Redaktion</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/21/nzz-verwaltungsratspraesident-entschuldigt-sich-bei-redaktion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Dec 2014 07:47:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Etienne Jornod]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Zürcher Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=2897</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine revoltierende Redaktion, ein zerknirschter Verwaltungsrat und ein angeschlagener Verwaltungsratspräsident: der Rückblick auf die Chaostage bei der «Neuen Zürcher Zeitung».</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/21/nzz-verwaltungsratspraesident-entschuldigt-sich-bei-redaktion/">NZZ-Verwaltungsratspräsident entschuldigt sich bei Redaktion</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine revoltierende Redaktion, ein zerknirschter Verwaltungsrat und ein angeschlagener Verwaltungsratspräsident: der Rückblick auf die Chaostage bei der «Neuen Zürcher Zeitung».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/21/nzz-verwaltungsratspraesident-entschuldigt-sich-bei-redaktion/">NZZ-Verwaltungsratspräsident entschuldigt sich bei Redaktion</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>An der Twitter-Erklärfront</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/08/05/an-der-twitter-erklaerfront/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Aug 2012 14:08:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
		<category><![CDATA[Knigge]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Gertsch]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Perrin]]></category>
		<category><![CDATA[Der Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[zehn Gebote]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gleich drei der vier grossen Schweizer Sonntagszeitungen nehmen den rassistischen Tweet von Olympiafussballer Morganella zum Anlass, dem Publikum noch einmal die Sache mit Twitter zu erklären. Dabei ist vor allem von Risiken und Gefahren die Rede. Kein Wunder: Schliesslich macht der skandalfreie Twitter-Alltag auch keine grossen Schlagzeilen. 1. Sonntagszeitung: «Die Twitter-Falle» Das längliche Stück liest <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/05/an-der-twitter-erklaerfront/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/05/an-der-twitter-erklaerfront/">An der Twitter-Erklärfront</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/08/536-twitter-logo.jpg" class="alignleft" width="120" height="97" /> Gleich drei der vier grossen Schweizer Sonntagszeitungen nehmen den rassistischen Tweet von Olympiafussballer Morganella zum Anlass, dem Publikum noch einmal die Sache mit Twitter zu erklären. Dabei ist vor allem von Risiken und Gefahren die Rede. Kein Wunder: Schliesslich macht der skandalfreie Twitter-Alltag auch keine grossen Schlagzeilen.<br />
<span id="more-30517"></span><br />
1. Sonntagszeitung: <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/fokus/artikel-detailseite/?newsid=225971" target="_blank">«Die Twitter-Falle»</a><br />
Das längliche Stück liest sich als braver und uninspirierter Zusammenschrieb; nichts, was man andernorts nicht auch schon gelesen hätte: Ein bisschen Morganella-Chronologie, ein bisschen Twitter-Statistik, ein paar Expertenstimmen mit einem mehr oder weniger breiten Meinungsspektrum und schliesslich als News (die so neu nun auch nicht ist) die Ankündigung einer «grossen Twitteroffensive» bei Schweizer Unternehmen. Wer noch nie etwas von Twitter gehört hat, lässt nach diesem Artikel sicher die Finger davon. Twitter wird hier primär als Gefahrenherd dargestellt. Aber so funktioniert Journalismus: Nicht die Regel interessiert, sondern die Ausnahme.</p>
<p>2. Der Sonntag: <a href="http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/2434/" target="_blank">«140 Zeichen – und weg bist du: Was Twitter so gefährlich macht»</a><br />
Medienkritiker Christof Moser erklärt kompetent und (etwas zu) wortreich die Risiken und Nebenwirkungen von Twitter. Wobei auch dieser Text den Eindruck nicht vermeiden kann, als handle es sich bei Twitter um eine speziell tückische Kommunikationsplattform. Weshalb Twitter dann doch «so unwiderstehlich gut» sei, wie der Autor abschliessend festhält, muss sich der Leser selber zusammenreimen.</p>
<p>3. NZZ am Sonntag: <a href="http://webpaper.nzz.ch/2012/08/05/sport/JNAH2/wenn-entgleisungen-von-der-ganzen-welt-gelesen-werden?guest_pass=110dd13ffe:JNAH2:ca3360456052bef76b2206f7eba6ba49e5b2f9b9" target="_blank">«Wenn Entgleisungen von der ganzen Welt gelesen werden»</a><br />
Christof Gertsch schreibt nicht zum ersten Mal über Sport und Twitter, respektive: Sportler und ihr Gezwitscher. Das merkt man auch diesem Text an. Was den Artikel in der NZZ am Sonntag zum besten der sonntäglichen Erklärstunde macht, ist zum einen der nüchterne und schnörkellose Ton, zum anderen der breite Blick auf die Tücken der digitalen Kommunikationsplattformen. Gertsch beginnt seine Analyse nicht wie die anderen Sonntagszeitungen bei den olympischen Skandal-Tweets, sondern beim Journalisten Guy Adams. Ihm sperrte Twitter vorübergehend den Account weil er sich kritisch zur Olympia-Berichterstattung von NBC geäussert hatte. Die empörten Reaktionen auf den Vorfall zeigten, schreibt Gertsch, dass Twitter zum globalen Phänomen avanciert sei. Der Text in der NZZ am Sonntag liest sich nicht als implizite Warnung vor dem gefährlichen Twitter, sondern zeigt, dass nicht jeder Mensch zum Vorbild taugt – unabhängig von der Medienplattform und der vermeintlichen Professionalität. So sagte kürzlich ein ARD-Kommentator bei den olympischen Spielen: «Seit 2008 wird zurückgeritten. Wir holen uns Gold zurück, gnadenlos.»</p>
<p>4. NZZ am Sonntag: <a href="http://webpaper.nzz.ch/2012/08/05/hintergrund/JMJQW/zehn-gebote-fuer-den-richtigen-umgang-mit-social-media?guest_pass=110dd13ffe:JMJQW:7e1623b17224792f787c904ff35747c7333a7085" target="_blank">«Zehn Gebote für den richtigen Umgang mit Social Media»</a><br />
Als Autor für eine Social-Media-Knigge hat die NZZ am Sonntag den Winterthurer Linguistikprofessor Daniel Perrin als Gastautor eingeladen. Mit Twitter ist der ehemalige Journalist nur beschränkt vertraut. Vier Tweets hat er bisher verfasst, die jedoch nur seine 129 Follower lesen können. Das muss nichts heissen. Auch Journalisten, die noch nie im Weltall waren, schreiben über die ISS. Die der Diktion des biblischen Dekalogs nachempfundenden Empfehlungen («Du sollst nicht…») bestechen durch ihre Banalität. Sie zeigen einmal mehr, dass für Social Media die gleichen Anstands- und Verhaltensregeln gelten, wie auch sonst im Umgang mit anderen Menschen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/05/an-der-twitter-erklaerfront/">An der Twitter-Erklärfront</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Journalismus ohne Geschäftsmodell</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 09:29:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Journalist und Publizist Urs P. Gasche (Ex-«Kassensturz»; «Schluss mit dem Wachstumswahn») startet den bisher ambitioniertesten Versuch, abseits der etablierten Verlagskanäle im Internet Journalismus zum Blühen zu bringen. Das Magazin «Infosperber» bietet zwar kein vollständiges Nachrichtenangebot, ergänzt aber die Themenpalette punktuell und versteht sich als Navigationshilfe durch die Informationsflut. Das Gründungsfieber grassiert weiter. Der jüngste <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/29/journalismu-ohne-geschaftsmodell/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/29/journalismu-ohne-geschaftsmodell/">Journalismus ohne Geschäftsmodell</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Journalist und Publizist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urs_P._Gasche" target="_blank">Urs P. Gasche</a> (Ex-«Kassensturz»; «Schluss mit dem Wachstumswahn») startet den bisher ambitioniertesten Versuch, abseits der etablierten Verlagskanäle im Internet Journalismus zum Blühen zu bringen. Das Magazin <a href="http://www.infosperber.ch/" target="_blank">«Infosperber»</a> bietet zwar kein vollständiges Nachrichtenangebot, ergänzt aber die Themenpalette punktuell und versteht sich als Navigationshilfe durch die Informationsflut.<br />
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Das Gründungsfieber grassiert weiter. Der jüngste Schub hat die Nachrichtenplattform «Infosperber» hervorgebracht. Wie bereits bei der Gründung von <a href="http://journal21.ch/" target="_blank">journal 21</a> hat eine Gruppe altgedienter Journalisten selbst ein Online-Magazin gegründet, anstatt über den Zustand der Medien zu lamentieren. «Infosperber», das heute offiziell das Licht der Online-Welt erblickt, will nach eigenen Angaben das Augenmerk auf «vergessene Zusammenhänge und vernachlässigte Perspektiven» richten. Aber: «Bei Infosperber gibt es keinen Pflichtstoff», sagt Urs P. Gasche, der das Projekt als treibende Kraft mit an den Start gebracht hat. Ein Blick auf die ersten Artikel widerspiegelt die allgemeine Nachrichtenlage: Prominent vertreten sind zum Start Artikel zu Atom- und Energiefragen und zur Lage in Libyen. Der Aufmacher im Wirtschaftsressort besteht überraschenderweise nur aus eine  <a href="http://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/In-Libyen-werden-die-Erdol-Reserven-neu-verteilt" target="_blank">Anreisser für einen Artikel im journal 21</a> zu den Begehrlichkeiten rund um das Erdöl in Libyen. Mit Links auf Angebote von Dritten und Zweitverwertungen hat Urs P. Gasche kein Problem. Es ist Teil der Redaktionspolitik, auf vorhandenes Textmaterial zurückzugreifen. Aus einfachen Gründen: «Bei uns können die Autoren ein zusätzliches Publikum ansprechen.» Ausserdem hoffe er, dass freie Journalistinnen und Journalisten Artikel zur kostenlosen Zweitverwertung zur Verfügung stellen. Das Angebot zum Start ist beeindruckend: Von den neun Ressorts sind die meisten bereits reich bestückt.</p>
<p>In der Redaktionsleitung befinden sich neben Gasche altbekannte Figuren aus der Schweizer Medienlandschaft mit an Bord des neuen Nachrichtenmagazins. Zum Beispiel Hanspeter Guggenbühl, der zusammen mit Gasche mehrere<a href="http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2004/nr40/Wirtschaft/10574.html" target="_blank"> konsumkritische Bücher</a> verfasst hat. Der langjährige freie Journalist ist ein ausgewiesener Spezialist für Energiefragen und deshalb gerade in diesen Tagen eine interessante Stimme. Ebenfalls in die Kategorie «alter Fuchs» fällt <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/03/portraet_ramseyer.pdf">Niklaus Ramseyer</a>. Der frühere Bundeshauskorrespondent der Basler Zeitung hat nach seiner Pensionierung den Arbeitsplatz in Bundesbern behalten und arbeitet seither als freier Journalist, unter anderem als <a href="http://www.radio1.ch/team/experten/niklaus-ramseyer/" target="_blank">Korrespondent für Roger Schawinskis Radio 1</a> und die Gewerkschaftszeitung Work. Mit <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/infosociety/02030/02034/03019/index.html?lang=de" target="_blank">Robert Ruoff </a>(Ex-Moderator und Produzent Schweizer Fernsehen) und <a href="http://www.commwork.ch/d/portrait/index.php" target="_blank">Christian Müller</a> (Ex-Verlagsleiter Vogt/Schild-Medien, Solothurn) befinden sich zwei weitere Pensionäre mit einschlägiger Vergangenheit in der Redaktionsleitung. «Es ist naheliegend, dass bei einem solchen Projekt Leute im Ruhestand mitmachen. Aber die Redaktion besteht nicht nur aus Rentnern. Eine Durchmischung finde ich wichtig. Denn ein 30-Jähriger sieht die Welt anders an als ein 60-Jähriger.» Dreissig Jahre jünger als die Altherren in der Redaktionsleitung ist Christof Moser, 31, Bundeshausredaktor vom «Sonntag»; und er ist nicht nur die Ausnahme, die die Regel bestätigt. In der rund 30-köpfigen Redaktion sind Alter und Geschlecht bunter gemischt als in der Leitung.</p>
<p>Getragen wird Infosperber von der eigens zu diesem Zweck gegründeten <a href="http://ssui.ch/" target="_blank">«Schweizerischen Stiftung zur Förderung unabhängiger Information» SSUI</a>. Wer beim Stichwort Stiftung an viel Geld denkt, liegt in diesem Fall falsch. «Hinter der SSUI steckt weder ein potenter Stifter noch ein Mäzen. Lediglich unser Gründungskapital von 150&#8217;000 Franken befindet sich in der Stiftung», sagt Urs P. Gasche. Man habe bewusst das Modell einer Stiftung als Trägerin von «Infosperber» gewählt. Damit ist garantiert, dass niemand den Zweck ändern und auch niemand die Plattform kaufen kann. Ein Geschäftsmodell gibt es für «Infosperber» keines. Man nimmt einfach das Geld, das kommt. Wenn es denn kommt. Zum Beispiel über Spenden, wofür es unter einem Teil der Artikel einen Paypal-Button gibt. Auch über Flattr kann man als Leser das Projekt unterstützen. «Infosperber»-Gründer Gasche hält dies das derzeit beste Spendensystem: «Flattr ist besonders geeignet, weil praktisch der ganze Betrag den Begünstigten zukommt.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/29/journalismu-ohne-geschaftsmodell/">Journalismus ohne Geschäftsmodell</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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