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	<title>Diego Yanez | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 30 Mar 2021 18:53:29 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Vier Spitzenpositionen ausgewechselt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Dec 2013 09:53:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Ursina Wey]]></category>
		<category><![CDATA[Bakom]]></category>
		<category><![CDATA[Diego Yanez]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Metzger]]></category>
		<category><![CDATA[Verlegerverband]]></category>
		<category><![CDATA[Verband Schweizer Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Presserat]]></category>
		<category><![CDATA[Verena Vonarburg]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten Wochen haben vier Akteure der schweizerischen Medienlandschaft ihr Spitzenpersonal ausgewechselt. BAKOM und Presserat setzten auf Kontinuität, das MAZ – und insbesondere der Verlegerverband – überraschten mit ihren Neubesetzungen. Als Geschäftsührerinnen und Direktoren werden die frisch Gewählten ab dem kommenden Jahr wichtige Posten im Umfeld von Ausbildung, Regulierung, Selbstkontrolle und Medienpolitik bekleiden. Ihr <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/03/vier-spitzenpositionen-ausgewechselt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Wochen haben vier Akteure der schweizerischen Medienlandschaft ihr Spitzenpersonal ausgewechselt. BAKOM und Presserat setzten auf Kontinuität, das MAZ – und insbesondere der Verlegerverband – überraschten mit ihren Neubesetzungen.<br />
<span id="more-16948"></span><br />
Als Geschäftsührerinnen und Direktoren werden die frisch Gewählten ab dem kommenden Jahr wichtige Posten im Umfeld von Ausbildung, Regulierung, Selbstkontrolle und Medienpolitik bekleiden. Ihr Einfluss und Erfolg hängt nicht zuletzt davon ab, ob sie über die rein verwaltenden Aufgaben hinaus auch neue Akzente zu setzen vermögen – und dafür auch bereit sind, gewisse Risiken einzugehen. Das sind die vier Neuen:</p>
<h2>Verband Schweizer Medien<br />
Verena Vonarburg, Direktorin</h2>
<p><strong>Person:</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/verena_vonarburg.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-16969" title="Verena_Vonarburg" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/verena_vonarburg.jpg" alt="" width="111" height="140" /></a> Mit der Wahl von Verena Vonarburg (46) zu seiner neuen Direktorin sendet der Verband Schweizer Medien ein deutliches Signal aus: Vonarburg ist nicht Juristin wie ihre Vorgänger, sondern Journalistin. In der Vergangenheit zeigte der Verlegerverband wenig Gespür für die Anliegen der Medienschaffenden. Mit der neuen Direktorin hat die Journalismuskompetenz einen Quantensprung erfahren. Verena Vonarburg bringt zudem wichtige Lobby-Erfahrung mit. Seit rund zwei Jahren arbeitet sie als Senior Consultant bei der PR- und Public-Affairs-Agentur <a href="http://www.furrerhugi.ch/de-CH/Agentur/Team/Verena-Vonarburg" target="_blank">Furrer, Hugi und Partner</a>. Nicht ganz unerhebliches Detail: Die Agentur hat auch ein Lobby-Mandat der SRG, dem «Erzfeind» der Verleger.</p>
<p><strong>Institution:</strong><br />
Dem abtretenden Geschäftsführer des Verbands Schweizer Medien hat man den Abgang <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/schweizer-medien-abgang-nach-dem-eclat-1.18176479" target="_blank">leicht gemacht</a>. Urs F. Meyer verhandelte mit dem Journalistenverband impressum über eine sozialpartnerschaftliche Annäherung. Das Präsidium interessierte sich aber nicht die Bohne dafür und gab das Meyer coram publico am Verlegerkongress zu verstehen. Die Episode zeigt, wie klein der gemeinsame Nenner unter den Deutschschweizer Zeitungsverlegern bisweilen ist. Was auch nicht weiter überrascht, bei so unterschiedlichen Unternehmen wie Tamedia und Wohler Anzeiger in ein und derselben Organisation. Die Direktorin steht mit ihrer Arbeit permanent im Spannungsfeld zwischen den Interessen von Grosskonzernen, Patron-geführten regionalen Medienhäusern und Kleinstverlagen und muss gegen aussen ein möglichst kohärentes Bild der Verleger vermitteln. (Nick Lüthi)</p>
<h2>Journalistenschule MAZ<br />
Diego Yanez, Direktor</h2>
<p><strong>Person:</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/diego_yanez.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-16970" title="diego_yanez" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/diego_yanez.jpg" alt="" width="111" height="141" /></a> Mit Diego Yanez (55) fiel die <a href="http://www.maz.ch/aktuell/news/805.asp" target="_blank">Wahl des neuen MAZ-Direktors</a> auf einen gestandenen Fernsehmann. Yanez hat die längste Zeit seines Berufslebens beim Schweizer Fernsehen gearbeitet, heute als Chefredaktor. Der Personalentscheid kann kaum als Zeichen des Aufbruchs gelesen werden: Yanez ist ein Mann über 50, der zehn Jahre vor der Pensionierung seine vermutlich letzte neue Stelle antritt. Ausserdem steht seine Berufserfahrung als langjähriger SRG-Angestellter im Gegensatz zur Realität des Gros der MAZ-Absolventen, die sich auf dem volatilen Print- und Online-Markt behaupten müssen.</p>
<p><strong>Institution:</strong><br />
Das MAZ ist unbestritten die Nummer eins in der praktischen Medienausbildung in der Deutschschweiz. Zu diesem Ruf hat Sylvia Egli von Matt als Direktorin in den letzten 15 Jahren massgeblich beigetragen. Egli von Matt vertrat die Institution mit grossem Engagement und Sachkompetenz gegen innen und aussen. Ihr Nachfolger tritt in grosse Fusstapfen, umso mehr, als dass die anstehenden Aufgaben nicht weniger anspruchsvoll werden: Neben der Ausgestaltung der Ausbildung in einem sich rasant wandelnden Berufsumfeld, ist beim MAZ immer wieder die Finanzierung ein Thema. Erst vor einem Jahr konnte nur dank einem Kompromiss verhindert werden, dass der Kanton Luzern seinen Finanzierungsanteil streicht. Solche Übungen beanspruchen Ressourcen, die dann im Kerngeschäft fehlen. (Nick Lüthi)</p>
<h2>Bundesamt für Kommunikation (BAKOM)<br />
Philipp Metzger, Direktor</h2>
<p><strong>Person:</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/philipp_metzger.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-16971" title="philipp_metzger" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/philipp_metzger.jpg" alt="" width="111" height="141" /></a> Der <a href="http://www.bakom.admin.ch/dokumentation/medieninformationen/00471/index.html?lang=de&amp;msg-id=50248" target="_blank">neue BAKOM-Direktor</a> muss im Fernmeldegesetz genauso sattelfest sein wie im Radio- und Fernsehrecht. Zusätzlich gefordert sind medienpolitische Sensibilität und ein vertrauter Umgang mit Verwaltungsbehörden. Seit Kurzem besitzt das BAKOM auch Kompetenzen im Bereich Post. Philipp Metzger (49) ist der frühere Leiter der Telekomabteilung des Bundesamts und liess sich nach einem kurzen Abstecher zur Internationalen Fernmeldeunion ITU für den Direktorenposten zum BAKOM zurückholen. Metzger gilt als vernünftig und angenehm im Umgang und als durchsetzungsfähig. Er besitzt Erfahrung in der internationalen Verbands- und Verwaltungslandschaft und hat einen juristischen Hintergrund als Rechtsanwalt.</p>
<p><strong>Institution:</strong><br />
Das BAKOM ist die Aufsichtsbehörde der Telekomfirmen und der konzessionierten Radio- und TV-Programmveranstalter. Es ist weniger eine Regulierungsinstanz mit eigenen Entscheidungsbefugnissen als eine vorbereitende und umsetzende Behörde für das Departement UVEK und für die unabhängige Kommunikationskommission (ComCom). So etwa in der laufenden Gesetzesrevision, die im Radio- und Fernsehgesetz von der Geräteabgabe zu einer Haushaltsabgabe führen soll. Dem hervorragenden Ruf von Metzgers Vorgänger, dem Verfassungs- und Medienrechtler Martin Dumermuth, ist es zu verdanken, dass das BAKOM als Kompetenzzentrum für Kommunikation in der Bundesverwaltung anerkannt ist. Also auch hier grosse Fusstapfen. (Philip Kübler)</p>
<h2>Schweizer Presserat<br />
Ursina Wey, Geschäftsführerin</h2>
<p><strong>Person:</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/ursina_wey.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright size-full wp-image-16972" title="ursina_wey" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/12/ursina_wey.jpg" alt="" width="111" height="141" /></a> Fast gleichen Alters wie Metzger, und ebenfalls Anwältin, ist Ursina Wey (50), die ab 2014 Martin Künzi als Geschäftsführerin des Presserates <a href="http://presserat.ch/_Inserat_Geschaftsfuehrer.htm" target="_blank">ablösen wird</a>. Künzi hat über eine gefühlte Ewigkeit im Hintergrund der Beschwerdeinstanz gewirkt und kennt die Hunderten von Entscheiden so gut wie kaum einer. Wenn man das Stelleninserat des Presserats liest, darf man von Ursina Wey auch eine strategische Weiterentwicklung und eine stärkere Repräsentation des Presserates erwarten.</p>
<p><strong>Institution:</strong><br />
Eifrig genutzt wird die Beschwerde an den Presserat. Das Publikum kann kostenlos und niederschwellig an eine Brancheninstitution gelangen und kommt so zu einer kritischen, meist gut argumentierten Stellungnahme. Was die Medien mit den Stellungnahmen machen, ist eine andere Frage. Das Beschwerdeverfahren ist das einzige nennenswerte Produkt des Presserates geblieben. Daneben gelang ihm bisher wenig Ausstrahlung. Medienauftritte sind selten geworden im Vergleich mit dem Zeiten, als Peter Studer und zuvor Roger Blum das Präsidium innehatten (heute Dominique von Burg, in der Deutschschweiz wenig bekannt). Ursina Wey wird wie Martin Künzi sowohl als besonnener Kopf wie auch als emsige Hand der Beschwerdeinstanz wirken müssen. Doch Künzi hatte sich noch als Sekretär bezeichnet, und Wey ist Geschäftsführerin: eine Chance. (Philip Kübler)</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/12/03/vier-spitzenpositionen-ausgewechselt/">Vier Spitzenpositionen ausgewechselt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kleinliche Rüge</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/08/05/kleinliche-ruege/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Aug 2013 10:33:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Diego Yanez]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine spontane Sympathiebekundung für einen Politiker liegt bei SRF nicht drin: TV-Chefredaktor Diego Yanez rügt einen Mitarbeiter für einen «Bravo!»-Tweet. Der Fall wirft die Grundsatzfrage auf: Wie frei sind angestellte Journalisten in ihrer Meinungsäusserung? So schnell wie die fünf Buchstaben getippt und veröffentlicht wurden, so schnell waren sie auch schon vergessen und verloren im Ozean <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/05/kleinliche-ruege/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine spontane Sympathiebekundung für einen Politiker liegt bei SRF  nicht drin: TV-Chefredaktor Diego Yanez rügt einen Mitarbeiter für einen «Bravo!»-Tweet. Der Fall wirft die Grundsatzfrage auf: Wie frei sind angestellte Journalisten in ihrer Meinungsäusserung?</strong></p>
<p>So schnell wie die fünf Buchstaben getippt und veröffentlicht wurden, so schnell waren sie auch schon vergessen und verloren im Ozean der Twitter-Meldungen. Nur wer gezielt danach sucht, wird die Botschaft wieder finden.</p>
<p>Niemand hätte sich weiter über das «Bravo!» eines SRF-Journalisten aufgehalten, wenn es nicht der Chefredaktor zum Anlass genommen hätte, daran ein Exempel zu statuieren: Wie die <a href="http://webpaper.nzz.ch/2013/08/04/schweiz/KIPGL/srf-chefredaktor-rueffelt-twitterer?guest_pass=1b44c057bc:KIPGL:8d1005609aa1af2b5457e1b7ad6cffe25f0d3f28" target="_blank">NZZ am Sonntag berichtet</a>, hat Diego Yanez einen Mitarbeiter gerügt, weil dieser die Ankündigung eines SP-Politikers für ein Exekutivamt antreten zu wollen, auf Twitter mit einem «Bravo!» kommentierte.</p>
<p>Es musste offenbar wieder einmal gesagt werden: Twitter ist kein «feuchtfröhliches Nachtessen unter Freunden», donnerte Yanez in einer Hausmitteilung. Was er damit genau meint, bleibt sein Geheimnis. Das gerügte «Bravo!» wird wohl kaum einer trinkseligen Runde entsprungen, sondern wohlüberlegt als Ausdruck aufrichtiger Freude in die Welt gesetzt worden sein.</p>
<p>Ist das ein Problem? Ist eine solche Äusserung gar verboten und der Autor mit Sanktionen zu belegen? Die <a href="http://unternehmen.srf.ch/content/download/3253902/124368986/version/1/file/RF+PL+Interaktiv+P1.1.pdf">publizistischen Leitlinien </a>von Schweizer Radio und Fernsehen geben darauf keine eindeutige Antwort. Unter Punkt 2.8 «Private Aktivitäten im Internet» heisst es: «Programmmitarbeitende sollen Stellungnahmen zu politischen, religiösen, kommerziellen und ähnlichen Themen auch im Internet vermeiden.» Und weiter in Punkt 3.2 «Distanz zu Protagonisten»: «Im Umgang mit Protagonisten dürfen keine Zweifel an unserer Distanz aufkommen; (..) Die Distanz zu Protagonisten soll auch in sozialen Netzwerken im Internet gewahrt bleiben.»</p>
<p>Nur: Wie bemisst sich diese Distanz? Ist dieses ominöse «Bravo!» bereits eine Verletzung der angemahnten Zurückhaltung? Oder könnte es nicht vielmehr eine Geste unter Freunden gewesen sein? Gut möglich, dass sich der betreffende Redaktor einfach über einen Entscheid eines Freundes gefreut hat, ganz unabhängig von dessen Parteizugehörigkeit.</p>
<p>Die SRF-Chefredaktion scheint nach dem Motto zu verfahren: Im Zweifelsfall rügen, und zwar so, dass der ganze Betrieb Bescheid weiss. Ein klärendes Gespräch unter vier Augen hätte es auch getan. Dass SRF wegen des «Bravo!»-Tweets Schaden nimmt, bleibt zuerst einmal eine Behauptung. Ein Beleg dafür müsste zuerst noch geliefert werden. Schaden nimmt SRF insofern, als dass die Affäre nun durch Zeitung und Social Media in aller Öffentlichkeit weiterverhandelt wird.</p>
<p>Wenn die Chefredaktion die publizistischen Leitlinien so kleinlich auslegt, gäbe es zahlreiche andere Verstösse, die der Glaubwürdigkeit von Schweizer Radio und Fernsehen in gleichem, wenn nicht sogar in stärkerem Masse abträglich sind. Bei Sportübertragungen etwa gehören Sympathiebekundungen für (National)mannschaften und Athleten zum Repertoire der Reporter, die Gratulation zum Sieg ist ein eingeübtes Ritual. Distanz zu Protagonisten sieht anders aus.</p>
<p>Oder um bei Social Media zu bleiben: auch der Umgang mit Quellen entspricht nicht immer den publizistischen Leitlinien. Einer der fleissigsten SRF-Twitterer, ECO-Moderator Reto Lipp, <a href="https://twitter.com/retolipp/status/364300839135219712" target="_blank">vergisst</a> <a href="https://twitter.com/retolipp/status/364045936861118464" target="_blank">regelmässig</a> <a href="https://twitter.com/retolipp/status/362110377510699010" target="_blank">seine</a> <a href="https://twitter.com/retolipp/status/359960467176816640" target="_blank">Aussagen</a> <a href="https://twitter.com/retolipp/status/359647718085378049" target="_blank">auf Twitter</a> <a href="https://twitter.com/retolipp/status/359608749465403392" target="_blank">zu belegen</a>, obwohl dies mit dem Anfügen eines Links problemlos möglich wäre. Kleinliche Kritik? Vielleicht. Aber nicht kleinlicher als die «Bravo!»-Rüge.</p>
<p>Bleibt schliesslich die Grundsatzfrage: Wie frei sind angestellte Journalisten in ihrer Meinungsäusserung? Im konkreten Fall halten sowohl ein <a href="http://www.faa.unisg.ch/About%20FAA-HSG/Team.aspx?person=06729fa9-005c-49ad-b9a6-8983382fe35d&amp;name=Thomas_Geiser" target="_blank">Arbeitsrechtler</a> als auch ein <a href="http://www.ssm-site.ch/sekretariate/zentralsekretariat/" target="_blank">Gewerkschafter</a> die Rüge für unverhältnismässig und appellieren an den gesunden Menschenverstand.</p>
<p>Dass SRF die rote Linie trotzdem dermassen eng zieht, hat auch damit zu tun, dass man sich keine Angriffsflächen bieten will. «Gerade unser Haus steht wie kaum ein anderes unter ständiger Beobachtung», zitiert die <a href="http://webpaper.nzz.ch/2013/08/04/schweiz/KIPGL/srf-chefredaktor-rueffelt-twitterer?guest_pass=1b44c057bc:KIPGL:8d1005609aa1af2b5457e1b7ad6cffe25f0d3f28" target="_blank">NZZ am Sonntag</a> aus dem Chef-Rüffel. Eine Sympathiebekundung für einen SP-Politiker könnte von SRF-Kritikern als Beleg für die (angebliche) Linkslastigkeit des Senders ausgeschlachtet werden. Damit wird auch klar, was die Rüge eigentlich bezwecken soll: präventive Kritikabwehr, weil der Chef offenbar Angst hat vor der Meinung seiner Mitarbeiter. Eine Rüge wäre gerechtfertigt, wenn ein Internum ausgeplaudert oder das Unternehmen schlechtgemacht würde. Beides war hier nicht der Fall.</p>
<p>Journalismus gibt es nur mit Meinung und Haltung. Dass diese heute auch auf anderen als den offiziellen Kanälen frei fliessen, ist kein Risiko, sondern eine Chance zu mehr Transparenz und (Be)greifbarkeit der publizistischen Prozesse. Wer das anders sieht, kann sich nur mit einem rigiden Kontroll- und Sanktionsregime helfen. Mit Medienfreiheit hat das wenig zu tun.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/05/kleinliche-ruege/">Kleinliche Rüge</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Terror-Videos: Bedenken, aber keine Grenzen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/05/31/terrorvideo-bedenken-aber-keine-grenzen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Philip Kübler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 May 2013 13:55:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Diego Yanez]]></category>
		<category><![CDATA[Medienclub]]></category>
		<category><![CDATA[Patrik Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Stadler]]></category>
		<category><![CDATA[Vinzenz Wyss]]></category>
		<category><![CDATA[Rolf Cavalli]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Stark]]></category>
		<category><![CDATA[Der Club]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Diskussionsrunde im ersten «Medienclub» des Schweizer Fernsehens suchte nach Antworten auf die Frage, wie die Massenmedien mit Terrorbildern umgehen sollten. Im Ergebnis scheint fast alles möglich zu sein. Auf Regelwerke, wie sie etwa der Presserat oder publizistische Leitlinien bieten, haben die Medienprofis kaum verwiesen. Man möchte offenbar lieber referenzfrei entscheiden und publizieren. «Sind Medien <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/31/terrorvideo-bedenken-aber-keine-grenzen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussionsrunde im ersten «Medienclub» des Schweizer Fernsehens suchte nach Antworten auf die Frage, wie die Massenmedien mit Terrorbildern umgehen sollten. Im Ergebnis scheint fast alles möglich zu sein. Auf Regelwerke, wie sie etwa der Presserat oder publizistische Leitlinien bieten, haben die Medienprofis kaum verwiesen. Man möchte offenbar lieber referenzfrei entscheiden und publizieren.<br />
<span id="more-14396"></span><br />
<a href="http://www.srf.ch/sendungen/club/medienclub-sind-medien-terrorhelfer" target="_blank"> «Sind Medien Terrorhelfer?»</a>: Der <a href="http://www.srf.ch/medien/news/medienclub-zur-rolle-der-medien-beim-attentat-von-london/" target="_blank">erste «Medienclub»</a> vom letzten Dienstag thematisierte die Fragen, ob und wie Medien das dramatische Videomaterial veröffentlichen sollen, das den Täter nach der kürzlichen Ermordung eines englischen Soldaten in London zeigt. Der Attentäter hatte einen Passanten am helllichten Tag auf offener Strasse aufgefordert zu filmen – ein für Europa neuartiger und verstörender Auswuchs von Terrorismus.</p>
<p>Die Teilnehmer der von Karin Frei geleiteten Diskussionsrunde waren drei Chefredaktoren (Rolf Cavalli, Patrik Müller und Diego Yanez), zwei Vertreter von Ausbildung und Wissenschaft (Alexandra Stark und Vinzenz Wyss), sowie ein Medienjournalist (Rainer Stadler).</p>
<p>Sie vertraten folgende Positionen:</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Vinzez Wyss (ZHAW)</strong> erwartet von den Medien ein regelbasiertes und reflektiertes Vorgehen mit Berücksichtigung der Gefahr, vom Terrorismus instrumentalisiert zu werden. Die Thematik und die erforderliche Sensibilität sind lange bekannt. Die Redaktionen haben dies zu wissen und im Rahmen ihrer Prozesse zu organisieren.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Alexandra Stark (MAZ)</strong> möchte die Journalistinnen und Journalisten sensibilisieren. Es braucht ein Gespür, wann ein Problemfall vorliegt. Dieser lässt sich dann zwar nicht mit starren Regeln, aber mit bewährten Instrumenten lösen. Die Bedeutung des Journalismus liegt gerade nicht in der 1:1-Weitergabe einer Quelle.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Rainer Stadler (NZZ)</strong> ist dagegen, dass Medien gefilmte Taten und Rechtfertigungen von Terroristen veröffentlichen. Journalismus setzt ein Selbstverständnis voraus, dass man sich nicht instrumentalisieren lässt. Was andere Medien publizieren, spielt keine Rolle. Wenn schon, dann lässt sich solch ein Vorgang in distanzierter Form über Text abbilden.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Diego Yanez (SRF)</strong> beschreibt die Entscheidung seiner Redaktion in Schritten: Zeigen wir das ganze Video? Nein. Sprachrohr sein für den terroristischen Rechtfertigungsversuch? Nein. Weglassen des Videos oder Ausschnitt zeigen? Wir zeigen 7 Sekunden. Die umfangreichen <a href="http://www.srgssr.ch/fileadmin/pdfs/Publizistische%20Leitlinien%20SRF.pdf">publizistischen Leitlinien</a> der SRG hingegen spielten hier keine Rolle</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Patrick Müller (Schweiz am Sonntag)</strong> zweifelt zwar das Argument an, man dürfe publizieren wenn es andere tun, doch er findet auch die Verzichtsdiskussion heuchlerisch, weil solche Videos ja im Internet leicht auffindbar seien. Medienprodukte dürfen differenziert sein: Blick zeigt das Video und die NZZ unterlässt die Veröffentlichung.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><strong>Rolf Cavalli (Blick-Gruppe)</strong> setzt sein eigenes journalistisches Gespür ins Zentrum. Journalismus zeigt was ist, er möchte die Leser nicht bevormunden. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass ein einzelnes Medium einen Einfluss auf die Verbreitung des Terrorismus habe. Auch ein Boulevardmedium ordnet ein, was gezeigt wird.</span></li>
</ul>
<p>Das Sendeformat «Club» ist ein mögliches Gefäss für diese Diskussion, aber nicht das zwingende. Ein redaktionell betreutes Medienmagazin hätte dem Zuschauer rascher und deutlicher zeigen können, um welche beruflichen und moralischen Themen es geht: Gewaltbilder und Terrorbotschaften. Wie sollen Massenmedien auf ihren Plattformen schockierendes Laienmaterial verwenden, das im Umfeld von terroristischen Straftaten entstand?</p>
<p>Es geht nicht um den Kern des Journalismus, nicht um die individuelle Recherche, die Publikation meinungsbildender Inhalte oder das Verhältnis zu den Betroffenen (Stichwort Persönlichkeitsschutz). In Frage steht die Verbreitung einer vom Handy eines zufällig Beteiligten gefilmten Szene, welcher sich im Umfeld einer Gewalttat abspielte und die von einem Attentäter ausgestossene aggressive Botschaft enthält. Entsprechend kreisen die Fragen um die Publikation von Schockbildern und um die mediale Verstärkung von Terror und Kriminalität.</p>
<p>Zu Schockbildern hat sich der Presserat nach dem Tod von Prinzessin Diana geäussert und dabei zwar nicht genau den vorliegenden Fall, aber doch die Konstellation miterfasst (<a href="http://www.presserat.ch/10890.htm" target="_blank">Stellungnahme 2/98</a> vom 20. Februar 1998 zum Umgang mit Schock- und People-Bildern). Diese Stellungnahme wurde im «Medienclub» nicht genannt und scheint auch in der Abwägung auf den Redaktionen keine Rolle gespielt zu haben. Allein Vinzenz Wyss erwähnte beiläufig den Presserat.</p>
<p>Dass Medien zu Gehilfen von Terroristen werden, war das zweite und hauptsächliche Thema des «Medienclubs». Die Teilnehmer schienen paralysiert durch die Kontroverse,</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">dass ein Verbreiter des Videos automatisch die Absicht des Attentäters unterstützt, der sein Tun auf eine Medienöffentlichkeit angelegt hatte (Stadler) – was stimmt, und</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">dass es für den Terrorismus keinen Unterschied macht, ob ein einzelnes Medium neben vielen anderen Kanälen das Video auch noch zeigt (Cavalli) – das stimmt auch.</span></li>
</ul>
<p>Dass beide Feststellungen zutreffen, ändert nichts an der Bedeutung der Kontroverse, sondern zwingt im Gegenteil dazu sie zu führen. Stadler ist zu entgegnen, dass dem missliebigen Interesse eines Attentäters andere Interessen gegenüberstehen könnten, die in einem Bildmedium für die Bearbeitung und Publikation des Videos sprechen: Authentizität und Dokumentation der Berichterstattung, Abschreckung und Warnung der Bevölkerung und der Institutionen, Ermöglichung einer emotionalen Anreicherung der Berichterstattung (es ist ein Unterschied, ob man vom Attentäter liest oder ob man ihn sieht). Ob diese und weitere Gründe genügen, ist die Abwägungsaufgabe. Abwägung drückt sich nicht in markigen Sprüchen aus, sondern in einem Dialog und in der Suche nach Alternativen und Varianten, was man tun könnte – und vor allem wie. Rolf Cavalli von der «Blick»-Gruppe hält seine Medienfreiheit und eigene Einschätzung entgegen und nennt dies «Verantwortung». Weshalb die Leser seiner Publikationen das uneditierte Videoclip aber zu sehen brauchen, erklärt er während der ganzen Sendung nicht.</p>
<p>Niemand in der Runde nahm Vinzenz Wyss’ Forderung auf, dass Medienunternehmen Regeln und Kriterien für solche Fälle bekanntmachen und deren Anwendung organisieren sollten. Man möchte lieber referenzfrei entscheiden und publizieren. Dass hier die Verantwortung verbannt wird, die man selber beansprucht, wird kaum erkannt. Verantworten heisst Antwort geben und Konsequenzen tragen, wenn man Fehler macht – und zwar in den Augen anderer oder im Rahmen einer transparenten Selbstverpflichtung, nicht nach eigener Gerechtigkeit.</p>
<p>Setzt die Verantwortung erst dann ein, wenn die eigene Publikation direkten Schaden anrichtet und einen weiteren Attentäter zu einem Mord anstiftet, so kann einem Phänomen wie dem Rudeljournalismus nicht begegnet werden. Dieser besteht darin, dass sich Medien in ein gleichförmiges Verhalten einordnen und als amorphe Gruppe ein Problem schaffen, das die einzelne Publikation nicht zu bewirken vermag. Der Presserat hat solchen Rudeljournalismus als mediale Hetze gegen einen Prominenten abgelehnt, ohne den einzelnen Medienschaffenden direkt zu rügen (<a href="http://www.presserat.ch/28530.htm" target="_blank">Stellungnahme 58/2010</a>: Schutz der Privatsphäre von Boulevardprominenten, Medienhypes etc.): Journalismus in der Kollektivhaftung.</p>
<p>Es ist offensichtlich, dass die Medien als Ganzes den zynischen Absichten eines Attentäters wie jenem von London zudienen. Doch in erster Linie verursachen die Bilder Abscheu. Die Medienrunde konnte abschliessend nicht beantworten, ob Videofilme von Attentätern und Terrorakten in den Massenmedien gezeigt werden sollen. Oberflächlich blieb die Diskussion zwischen den Polen «Bevormundung des Lesers» (Cavalli) und «Selbstverständnis des Journalisten» (Stadler) hängen.</p>
<p>Einige TV-Stationen haben zuerst das ganze Video gezeigt, später nur noch Ausschnitte und präparierte Fassungen. Dieses Vorgehen bringt die wahren Gründe für die rasche Verbreitung ans Licht: Schnell dabeisein, nichts verpassen. Und es legt offen, dass man vorsichtiger wird und werden sollte, wenn man etwas Zeit hat. Es wird wirksamere Ausgaben des «Medienclubs» brauchen, damit sich die Redaktionen beim nächsten Ereignis vergleichbaren Ausmasses diese Zeit nehmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/31/terrorvideo-bedenken-aber-keine-grenzen/">Terror-Videos: Bedenken, aber keine Grenzen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>SF umgeht eigene Leitlinien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/10/12/sf-umgeht-eigene-leitlinien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 12:16:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Vinzenz Wyss]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Ständerat]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Diego Yanez]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Publizistische Leitlinien]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Studer]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalrat]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So kurz vor den Wahlen hätte weder Ständeratskandidat Toni Brunner noch Nationalratskandidat Martin Bäumle bei «Schawinski» auftreten dürfen. SF macht damit die eigenen Leitlinien zu Makulatur. Für Chefredaktor Diego Yanez scheint das kein Problem zu sein. Am 26. September sass SVP-Parteipräsident Toni Brunner im Talk bei Roger Schawinski. Die Wahlen sind zentrales Thema, ebenso Brunners <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/12/sf-umgeht-eigene-leitlinien/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/10/logo_srf.jpg" alt="" width="120" height="79" />So kurz vor den Wahlen hätte weder Ständeratskandidat Toni Brunner noch Nationalratskandidat Martin Bäumle  bei «Schawinski» auftreten dürfen. SF macht damit die eigenen Leitlinien zu Makulatur. Für Chefredaktor Diego Yanez scheint das kein Problem zu sein.</p>
<p><span id="more-28928"></span></p>
<p>Am 26. September sass SVP-Parteipräsident Toni Brunner im Talk bei Roger Schawinski. Die Wahlen sind zentrales Thema, ebenso Brunners persönliche Kandidatur für den Ständerat. SF bietet ihm damit die perfekte Profilierungsmöglichkeit. Dasselbe eine Woche später mit dem Zürcher Grünliberalen Martin Bäumle.</p>
<p>Bereits Mitte September machte der Lenzburger Strafrechtsprofessor und SP-Nationalratskandidat Martin Killias mit seiner Kritik am Umgang von SF mit den internen Leitlinien im Sonntags-Blick und auf NZZonline von sich reden. Er kam als «Experte» nicht bei Schawinski zum Zuge, dafür sein unmittelbarer Konkurrent, Jung-SPler Cédric Wermuth. Im Unterschied zu Wermuth (und auch zu Schawinskis früheren kandidierenden Talk-Gästen Karin Keller-Sutter und Peter Spuhler) gilt gemäss den Publizistischen Leitlinien von SRF für Brunner und Bäumle jedoch eine verschärfte Regel im Hinblick auf den Wahltag vom 23. Oktober: «Ab vier Wochen vor dem Urnengang sind keine Auftritte von Kandidierenden oder Exponenten mehr zulässig.» Die Regel gilt auch für Auftritte in Unterhaltungs-, Talk- und Sportsendungen, da hier ein «grosses Profilierungspotenzial» besteht. Die entsprechenden Passagen sind in den Leitlinien sogar fett hervorgehoben.</p>
<p>Was ist ein solches Dokument wert, wenn man die eigenen Spielregeln so einfach über Bord werfen kann? Immerhin sind sie politisch hochwirksam, denn sie sollen die Ausgewogenheit der Parteipräsenz im nationalen Sender besonders im spannungsgeladenen Vorfeld von Wahlen und Abstimmungen gewährleisten. Chefredaktor Diego Yanez pocht auf seinen Ermessensspielraum. Durch Aktualität diktierte und journalistisch begründete Berichte seien jederzeit möglich. Schawinski bohre nach und lege Widersprüche frei, sagt Yanez: «Die Sendung ist alles andere als eine Plattform.» Damit ist der Publizist Peter Studer, einst selber Chefredaktor vom Schweizer Fernsehen, nicht einverstanden. «Es gibt bestimmt genug Persönlichkeiten ausserhalb des Wahlkarussells, die für die Sendung in Frage kämen.»</p>
<p>Dem Vernehmen nach hat sich Yanez auch vor dem Publikumsrat für eine Abweichung von den Publizistischen Leitlinien stark gemacht; es gebe zu wenig attraktive Talk-Gäste, wenn man keine Kandidaten einladen könne. Obwohl der SF-Chefredaktor ein Schielen auf die Quote bestreitet, wirft diese Praxis ein schlechtes Licht auf das öffentliche Fernsehen. Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss findet solches Gebaren zumindest «ungeschickt», das man sich in Zeiten, wo das gebührenfinanzierte Fernsehen in der Kritik stehe, eigentlich nicht leisten könne: «Man erwartet von der SRG, dass sie sich an ihre Leitlinien hält. Wenn nicht, schafft das Irritation und ein Glaubwürdigkeitsproblem.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/12/sf-umgeht-eigene-leitlinien/">SF umgeht eigene Leitlinien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Yanez zog die Notbremse</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/20/yanez-zog-die-notbremse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 10:23:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Club]]></category>
		<category><![CDATA[Diego Yanez]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Aebischer]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalrat]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Matthias Aebischer hätte gestern im «Club» von SF auftreten sollen. Daraus wurde aber nichts. Der langjährige Redaktor und Moderator von SF, der im Herbst für die SP in den Nationalrat will, war seinem ehemaligen Arbeitgeber nicht mehr genehm. Die Ausladung veranlasst hat Chefredaktor Diego Yanez. «Die Einladung von Matthias Aebischer war ein Fehler», teilt Yanez <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/20/yanez-zog-die-notbremse/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Matthias Aebischer hätte gestern im «Club» von SF auftreten sollen. Daraus <a href="http://www.blick.ch/unterhaltung/schweizer-fernsehen-wirft-aebischer-aus-der-sendung-170927" target="_blank">wurde aber nichts</a>. Der langjährige Redaktor und Moderator von SF, der im Herbst für die SP in den Nationalrat will, war seinem ehemaligen Arbeitgeber nicht mehr genehm. Die <a href="http://twitter.com/#!/M_Aebischer/status/60292918002466816" target="_blank">Ausladung</a> veranlasst hat Chefredaktor Diego Yanez.<br />
<span id="more-28798"></span><br />
«Die Einladung von Matthias Aebischer war ein Fehler», teilt Yanez heute gegenüber der Medienwoche mit. Als Grund nennt der SF-Chefredaktor Aebischers politisches Engagement. «Der Auftritt hätte ihm als Nationalratskandidaten eine Plattform gegeben, die nicht vertretbar gewesen wäre.»<br />
Zu spät oder gar nicht von der Ausladung erfahren, hatte gestern die Weltwoche. Sie rechnet in ihrer aktuellen Ausgabe vor, dass Aebischer mit seinem «Club»-Auftritt <a href="http://www.weltwoche.ch/weiche/artikel-fuer-abonnenten.html?hidID=540989" target="_blank">Werbezeit im Wert von 259 014 Franken</a> von seinem ehemaligen Arbeitgeber geschenkt erhalten habe. Davon, dass SF die Notbremse ziehen könnte bei einer heiklen Personalie, ging man bei der Weltwoche offensichtlich nicht aus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/20/yanez-zog-die-notbremse/">Yanez zog die Notbremse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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