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	<title>Forschung | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 28 Sep 2021 09:43:11 +0000</lastBuildDate>
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		<title>«Wir müssen uns fragen, wie wir mit gehackten Daten umgehen sollen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/09/30/wir-muessen-uns-fragen-wie-wir-mit-gehackten-daten-umgehen-sollen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2021 10:01:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Hacker]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Datenbanken gehackt, und die Hacker veröffentlichten die gestohlenen Daten im Internet. Dürfen Wissenschaftler solche Daten für ihre Forschung nutzen? Die ETH-​Bioethiker Marcello Ienca und Professorin Effy Vayena haben sich mit dieser Frage in einer Fachpublikation in der Zeitschrift «Nature Machine Intelligence» auseinandergesetzt. ETH-​News hat sich mit Ienca unterhalten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Datenbanken gehackt, und die Hacker veröffentlichten die gestohlenen Daten im Internet. Dürfen Wissenschaftler solche Daten für ihre Forschung nutzen? Die ETH-​Bioethiker Marcello Ienca und Professorin Effy Vayena haben sich mit dieser Frage in einer Fachpublikation in der Zeitschrift «Nature Machine Intelligence» auseinandergesetzt. ETH-​News hat sich mit Ienca unterhalten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/09/30/wir-muessen-uns-fragen-wie-wir-mit-gehackten-daten-umgehen-sollen/">«Wir müssen uns fragen, wie wir mit gehackten Daten umgehen sollen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Ein Kickertisch hat noch nie gereicht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/05/18/ein-kickertisch-hat-noch-nie-gereicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2021 04:51:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsbedingungen]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Gehirn braucht andere Menschen, um sein kreativstes Potenzial zu entfalten. Wie soll das im Homeoffice funktionieren? Mit allem ausser Arbeit, erklären Experten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Gehirn braucht andere Menschen, um sein kreativstes Potenzial zu entfalten. Wie soll das im Homeoffice funktionieren? Mit allem ausser Arbeit, erklären Experten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/18/ein-kickertisch-hat-noch-nie-gereicht/">Ein Kickertisch hat noch nie gereicht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Interview mit KI-Forscher Toby Walsh: „Wir müssen jetzt die richtigen Entscheidungen treffen“</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/11/08/interview-mit-ki-forscher-toby-walsh-wir-muessen-jetzt-die-richtigen-entscheidungen-treffen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Nov 2018 11:01:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Keine Panik, Künstliche Intelligenz wird uns nicht umbringen, sondern unser Leben besser machen. Das sagt Toby Walsh, einer der führenden Experten aus der KI-Forschung. Allerdings müssen wir uns dazu klar werden, was ein gutes Leben ausmacht. Ein Gespräch darüber, was wir an Maschinen delegieren sollten und warum alte Werte auch für neue Technologien gelten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Panik, Künstliche Intelligenz wird uns nicht umbringen, sondern unser Leben besser machen. Das sagt Toby Walsh, einer der führenden Experten aus der KI-Forschung. Allerdings müssen wir uns dazu klar werden, was ein gutes Leben ausmacht. Ein Gespräch darüber, was wir an Maschinen delegieren sollten und warum alte Werte auch für neue Technologien gelten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/11/08/interview-mit-ki-forscher-toby-walsh-wir-muessen-jetzt-die-richtigen-entscheidungen-treffen/">Interview mit KI-Forscher Toby Walsh: „Wir müssen jetzt die richtigen Entscheidungen treffen“</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Bakom bestellte umstrittenes Gegengutachten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/08/18/bakom-bestellte-umstrittenes-gegengutachten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2016 13:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Aebischer]]></category>
		<category><![CDATA[Liberales Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Stephanie Grubenmann]]></category>
		<category><![CDATA[Aktion Medienfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Universität St. Gallen]]></category>
		<category><![CDATA[Gregor Rutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bakom]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalrat]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Hoffmann]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesrat]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Bernd Brosius]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[HSG]]></category>
		<category><![CDATA[SP]]></category>
		<category><![CDATA[Katarina Stanoevska-Slabeva]]></category>
		<category><![CDATA[Natalie Rickli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach kritischen Fragen im Nationalrat zu einer Studie der Aktion Medienfreiheit bestellte das Bundesamt für Kommunikation ein Gutachten bei einem deutschen Professor. Nun liegt das Papier vor – und sorgt für Unverständnis und rote Köpfe. Wer in der politischen Debatte mit Studien operiert, hofft umstrittene Behauptungen mit Fakten belegen und damit in der Diskussion punkten <a href="https://medienwoche.ch/2016/08/18/bakom-bestellte-umstrittenes-gegengutachten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach kritischen Fragen im Nationalrat zu einer Studie der Aktion Medienfreiheit bestellte das Bundesamt für Kommunikation ein Gutachten bei einem deutschen Professor. Nun liegt das Papier vor – und sorgt für Unverständnis und rote Köpfe.<br />
<span id="more-27903"></span><br />
Wer in der politischen Debatte mit Studien operiert, hofft umstrittene Behauptungen mit Fakten belegen und damit in der Diskussion punkten zu können. Diesen Weg wählte auch die Aktion Medienfreiheit. Im letzten November präsentierte sie eine 80-seitige wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel <a href="http://www.medienfreiheit.ch/sites/default/files/151120-studie-hsg-serviceprive.pdf" target="_blank">«Service privé – Eine Analyse der Angebote des privaten Rundfunks»</a>.</p>
<p>Für SVP-Nationalrätin Natalie Rickli schuf das Papier Klarheit und lieferte Argumente gegen einen als übermächtig kritisierten öffentlichen Rundfunk. <a href="http://medienfreiheit.ch/sites/default/files/151120_rickli-dt.pdf" target="_blank">So hielt Rickli bei der Präsentation der Analyse fest</a>: «Die Studie der Universität St. Gallen zeigt es klar: Die Angebote privater Sender werden immer besser und zahlreicher.»</p>
<p>Inzwischen ist nichts mehr so klar ist, wie es einmal schien. Im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation hat der <a href="http://www.ls1.ifkw.uni-muenchen.de/personen/professoren/brosius_hansbernd/index.html" target="_blank">Münchner Medienwissenschaftler Hans-Bernd Brosius</a> die Studie von Christian P. Hoffmann und Stephanie Grubenmann <a href="https://www.google.ch/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0ahUKEwjm7b_b8MrOAhULkRQKHZbaCU4QFggeMAA&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.bakom.admin.ch%2Fdam%2Fbakom%2Fde%2Fdokumente%2FMedienforschung%2Fgutachten-prof-brosius.pdf.download.pdf%2FGutachten%2520Prof.%2520%2520Brosius.pdf&amp;usg=AFQjCNGoo-josjYz-VqbvS5nkYjNa8PKtg&amp;sig2=TB2nuvCVq713lffaZtdNpQ" target="_blank">zerpflückt</a>. Diese weisen die Kritik in zentralen Punkten zurück und sehen sich missverstanden.</p>
<p>Brosius sieht methodische Schwächen, sowie «einen eklatanten Mangel an theoretischer Fundierung», wie er in seinem Kurzgutachten festhält. Ein Vergleich zwischen SRG und privaten Medien sei mit dem gewählten Vorgehen nicht möglich. Bemängelt wird etwa die «willkürliche» Auswahl der untersuchten Privatsender, die kein repräsentatives Abbild der Grundgesamtheit darstellten. Das gelte auch für die Zusammensetzung der Interviewpartner im qualitativen Teil der Studie, wo unklar sei, «nach welcher Mechanik die Auswahl der Personen erfolgte».</p>
<p>Hoffmann und Grubenmann halten dem auf Anfrage der MEDIENWOCHE und in einer gestern <a href="https://www.alexandria.unisg.ch/249035/" target="_blank">veröffentlichten Stellungnahme</a> entgegen, Brosius überziehe mit seiner Kritik und lege die – eingestandenermassen – beschränkte Aussagekraft einseitig zu Ungunsten der Studie aus. Der Gutachter habe «ganz offensichtlich den Kontext, die Zielsetzung und den Umfang der Studie nicht hinreichend berücksichtigt». Den Vorwurf der willkürlichen Auswahl von Sendern und Auskunftspersonen halten die Forscher für nicht stichhaltig und verteidigen ihr Vorgehen als angemessen für eine deskriptive Analyse. In etlichen Punkten zeigen sie sich aber auch empfänglich für die Kritik aus München. Schliesslich weisen die Autoren darauf hin, dass sie mehrfach zu weiterführender Forschung angeregt und die Grenzen ihrer Studie immer benannt hätten.</p>
<p>Was auf den ersten Blick nach einer erspriesslichen akademischen Debatte aussieht, hat einen handfesten medienpolitischen Hintergrund. So stand bei der Studie nicht nur das Forschungsinteresse im Vordergrund. Angeregt und finanziert hat die Analyse die Aktion Medienfreiheit, eine medienpolitische Lobbyorganisation im Umfeld von FDP und SVP. Christian Hoffmann, der Autor des Papiers, amtet neben seiner akademischen Tätigkeit als <a href="http://www.libinst.ch/?i=christian-hoffmann" target="_blank">Forschungsleiter des Liberalen Instituts</a>, ein privater Think-tank, der den Kurs der Aktion Medienfreiheit mitträgt.</p>
<p>Während andere Studien aus der Medienforschung bestenfalls im akademischen Zirkel kursieren, wurde das «Service privé»-Papier schnell im Nationalrat ein Thema. Drei Wochen nach dessen Veröffentlichung fragte SP-Nationalrat Matthias Aebischer den Bundesrat, <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20155611" target="_blank">wir er die Qualität der Studie beurteile</a>. Die Antwort fiel knapp, aber unmissverständlich aus. Die Studie sei zwar «ein interessanter politischer Diskussionsbeitrag in der laufenden Service-public-Debatte», aber sie erfülle die wissenschaftlichen Kriterien nicht.</p>
<p>Die bundesrätliche Antwort lockte SVP-Nationalrat Gregor Rutz aus der Reserve. Rutz ist Vorstandsmitglied der Aktion Medienfreiheit und damit Auftraggeber der Studie. <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20154218" target="_blank">Er hakte mit einer Interpellation nach</a> und wollte wissen, wie die Regierung zu ihrem Urteil komme. Die «schnippische Antwort» werfe mehr Fragen auf als sie beantworte. Etwas ausführlicher erklärte dann der Bundesrat, dass er sich bei seiner Einschätzung auf «die allgemeinen Kriterien der empirischen Sozialwissenschaft» abstütze. Und er wiederholte auch, dass die Studie «Service privé» grundlegende Mängel aufweise.</p>
<p>Nun ist es natürlich heikel bis unmöglich, wenn sich der Bundesrat wertend zur freien Forschung äussert. Andererseits bestand ein offenkundiges Interesse von Links bis Rechts an einer Beurteilung von Qualität und Aussagekraft der Studie. Was tun? Wenn sich die Medienspezialisten des Bakom dazu vernehmen liessen, machte das die Sache auch nicht besser – im Gegenteil. Bleibt also nur noch der Weg einer externen Beurteilung durch eine unbefangene Fachperson. Darum hat das Bundesamt für Kommunikation Anfang Jahr Professor Hans-Bernd Brosius von der Ludwig-Maximilians-Universität in München gebeten, die Studie zu begutachten. Man habe ihn gewählt, weil er sonst nicht im Auftrag des Bakom forsche und auch sonst nicht mit der Schweizer Forschungsgemeinde verbandelt sei, heisst es im Bundesamt. Fachlich empfahl sich Brosius zudem als Spezialist für empirische Kommunikationsforschung.</p>
<p>Auch wenn das Gutachten als Reaktion auf die Fragen der Parlamentarier entstanden ist, kritisiert Rutz das Vorgehen vehement: «Ich bin erschüttert darüber, dass ein Bundesamt auf Kosten der Steuerzahler solche Papiere erstellen lässt», teilt der SVP-Nationalrat auf Anfrage mit. Den Steuerzahler kostet das Gutachten 2000 Euro. Kein übertriebener Betrag, gemessen am Aufwand für die Lektüre einer 80-seitigen Studie, der fachlichen Reflexion und dem Abfassen des Gutachtens. Das Bakom hält zudem fest: «Ohne die Diskussion im Parlament wären wir nie so weit gegangen und hätten keine externe Beurteilung veranlasst.»</p>
<p>Vom Ergebnis des Gutachtens zeigt sich Rutz unbeeindruckt. Das Vorgehen des Bundesrats und der Verwaltung mit der Bestellung eines «Gefälligkeitsgutachtens», sei ein «schlechter Witz», ja «ein Skandal». Die Aktion Medienfreiheit werde sich «selbstverständlich» weiterhin auf die Studie beziehen, «weil sie als einzige Untersuchung die Probleme sachlich aufzeigt, welche mit der Marktmacht der SRG entstehen.» Und er werde das Thema im Nationalrat noch einmal aufgreifen. Doch der gegenüber der MEDIENWOCHE angekündigte Vorstoss, mit dem Rutz die Kosten für das Brosius-Papier in Erfahrung bringen wollte, wird nun hinfällig, weil das Bakom kein Geheimnis aus den 2000 Euro macht.</p>
<p>Irritiert vom Vorgehen des Bakom zeigen sich auch die Studienautoren. Sie bemängeln insbesondere die mangelhafte Kommunikation des Bundesamts für Kommunikation. So seien sie weder über die Beauftragung noch die Veröffentlichung des Gutachtens informiert und auch nie zu einer Stellungnahme eingeladen worden – was sie nun auf eigene Initiative hin nachgeholt haben aufgrund des erneuten Medieninteresses an ihrer Studie.</p>
<p>Wenig erfreut zeigt man sich an der Universität St. Gallen ob der Aufregung um die «Service-privé»-Analyse. «Es war sicherlich nicht optimal, dass Herr Hoffmann vor seinem Weggang nach Deutschland diese Studie noch unter unserem Institutslogo veröffentlicht hat», erklärt Katarina Stanoevska-Slabeva, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement. Mehr sage man nicht dazu: «Wir wollen als Forschungsinstitut in Bezug auf unsere Reputation nicht zum Spielball von politischen Interessen werden und möchten deshalb dieses Gutachten zur Studie nicht öffentlich kommentieren.» Professor Hoffmann lehrt inzwischen <a href="http://www.cmgt.uni-leipzig.de/team/professuren/univ_prof_dr_christian_p_hoffmann.html" target="_blank">an der Uni Leipzig</a>, Mitautorin Grubenmann <a href="http://www.ipmz.uzh.ch/de/News/NewsInstitut/stgrubenmann.html" target="_blank">forscht am IPMZ der Uni Zürich</a>.</p>
<p>Das Hick-hack um die «Service privé»-Studie verlagert die Diskussion, zu der die Autoren eigentlich hätten beitragen wollen, auf eine zwar auch wichtige, aber für den eigentlichen Gegenstand unerspriesslichen Ebene. Was es nun mit den Leistungen der privaten Medienanbieter in der Schweiz genau auf sich hat, ob und wie sie von der SRG in ihrer Entfaltungsmöglichkeit eingeengt werden, dazu hat die Studie selbst (zu) wenig beigetragen. Sie lieferte vor allem Anregungen für weitergehende Forschung, gerade wegen ihrer limitierten Aussagekraft, was die Autoren selbst auch mehrfach betonen. Auch wenn das Urteil von Brosius hart ausfällt – Professor Hoffmann hält es sogar für potenziell rufschädigend – haben sich die Studienautoren die Kritik weitgehend selbst zuzuschreiben, zumal auch weitere vom Bakom befragte Medienforscher ohne Kenntnis des Gutachtens zu ähnlichen Einschätzungen gelangten wie Brosius.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/08/18/bakom-bestellte-umstrittenes-gegengutachten/">Bakom bestellte umstrittenes Gegengutachten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Medientalk: «Medien investieren zu wenig in die Forschung»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/27/medientalk-medien-investieren-zu-wenig-in-die-forschung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2015 11:01:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Medientalk]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Zielina]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Stark]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=6301</guid>

					<description><![CDATA[<p>Rezipientinnen und Rezipienten konsumieren Medieninhalte immer öfters mobil. Und das nicht nur auf Newsseiten. Viele Geschichten werden verlinkt, aufgerufen über Browser von Apps wie Whatsapp oder Twitter. Das hat auch Einfluss darauf, wie Medienschaffende Geschichten erzählen müssen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/27/medientalk-medien-investieren-zu-wenig-in-die-forschung/">Medientalk: «Medien investieren zu wenig in die Forschung»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rezipientinnen und Rezipienten konsumieren Medieninhalte immer öfters mobil. Und das nicht nur auf Newsseiten. Viele Geschichten werden verlinkt, aufgerufen über Browser von Apps wie Whatsapp oder Twitter. Das hat auch Einfluss darauf, wie Medienschaffende Geschichten erzählen müssen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/27/medientalk-medien-investieren-zu-wenig-in-die-forschung/">Medientalk: «Medien investieren zu wenig in die Forschung»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Forschung: Weltweites Social-Media Projekt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/19/forschung-weltweites-social-media-projekt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2015 09:40:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4833</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Anthropologe Daniel Miller will wissen, wie Soziale Medien Beziehungen strukturieren, ein Miteinander formen, es begründen – oder zerstören. Deshalb hat er das grösste Social-Media-Projekt der Welt gegründet. Acht Anthropologen forschen gleichzeitig in acht Ländern: England, Trinidad, Türkei, Brasilien, Chile, Italien, Indien, China.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Anthropologe Daniel Miller will wissen, wie Soziale Medien Beziehungen strukturieren, ein Miteinander formen, es begründen – oder zerstören. Deshalb hat er das grösste Social-Media-Projekt der Welt gegründet. Acht Anthropologen forschen gleichzeitig in acht Ländern: England, Trinidad, Türkei, Brasilien, Chile, Italien, Indien, China. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/19/forschung-weltweites-social-media-projekt/">Forschung: Weltweites Social-Media Projekt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zukunft der Unternehmenskommunikation</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/18/zukunft-der-unternehmenskommunikation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2015 11:21:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmenskommunikation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3587</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vier Universitäten und Vertreter aus über 30 namhaften Unternehmen in Deutschland forschen gemeinsam, wie neue gesellschaftliche Trends die Kommunikation verändern und welchen Beitrag Kommunikation zur Wertschöpfung leistet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #666666;">Vier Universitäten und Vertreter aus über 30 namhaften Unternehmen in Deutschland forschen gemeinsam, wie neue gesellschaftliche Trends die Kommunikation verändern und welchen Beitrag Kommunikation zur Wertschöpfung leistet.</span></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/18/zukunft-der-unternehmenskommunikation/">Zukunft der Unternehmenskommunikation</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Journalismus: Gibt es den noch und wenn ja, für wen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/06/journalismus-gibt-es-den-noch-und-wenn-ja-fuer-wen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Nov 2014 08:17:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[EJO]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=2148</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Journalismus und mit den neuen Phänotypen journalistischer sowie para-journalistischer Rollen beschäftigt sich eine Vielzahl von Studien, die in den letzten 15 Jahren entstanden sind. Zugespitzt, kennt die internationale Literatur zur Journalismusforschung praktisch nur noch die Beschäftigung mit den Folgen der Digitalisierung.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/06/journalismus-gibt-es-den-noch-und-wenn-ja-fuer-wen/">Journalismus: Gibt es den noch und wenn ja, für wen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Journalismus und mit den neuen Phänotypen journalistischer sowie para-journalistischer Rollen beschäftigt sich eine Vielzahl von Studien, die in den letzten 15 Jahren entstanden sind. Zugespitzt, kennt die internationale Literatur zur Journalismusforschung praktisch nur noch die Beschäftigung mit den Folgen der Digitalisierung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/06/journalismus-gibt-es-den-noch-und-wenn-ja-fuer-wen/">Journalismus: Gibt es den noch und wenn ja, für wen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gleichgewicht droht zu kippen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/01/31/gleichgewicht-droht-zu-kippen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/01/31/gleichgewicht-droht-zu-kippen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Silke Fürst]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jan 2014 09:14:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[EJO]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[SGKM]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wissenschaft verschanzt sich nicht mehr länger im Elfenbeinturm. Durch aktive Medienarbeit und neue Medien wollen Forscher ihre Ergebnisse dem Publikum näherbringen. Gleichzeitig schwinden die Ressourcen im Wissenschaftsjournalismus. Das kann zu einem ungesunden Ungleichgewicht führen. Wissenschaftler sollen die Ergebnisse ihrer Forschung nicht länger hinter den sperrigen Türen ihrer Fachpublikationen halten. Vom modernen Wissenschaftler wird erwartet, <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/31/gleichgewicht-droht-zu-kippen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wissenschaft verschanzt sich nicht mehr länger im Elfenbeinturm. Durch aktive Medienarbeit und neue Medien wollen Forscher ihre Ergebnisse dem Publikum näherbringen. Gleichzeitig schwinden die Ressourcen im Wissenschaftsjournalismus. Das kann zu einem ungesunden Ungleichgewicht führen.<br />
<span id="more-17886"></span><br />
Wissenschaftler sollen die Ergebnisse ihrer Forschung nicht länger hinter den sperrigen Türen ihrer Fachpublikationen halten. Vom modernen Wissenschaftler wird erwartet, dass er sein Wissen dem Bürger verständlich und lebendig vermitteln kann. Denn <a href="http://www.nzz.ch/wissenschaft/bildung/emanzipieren-wir-uns-1.18163136" target="_blank">Nützlichkeit und Praxisbezug</a> sind die neuen Schlüsselwörter im Wissenschaftsbetrieb. Von Wissenschaftspolitik und -verbänden über Fachgesellschaften bis hin zur eigenen Hochschule und ihrer Medienstellen: Sie alle fordern und fördern eine stärkere Sichtbarkeit von Forschung. Dabei gilt das Verhältnis zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien eigentlich als spannungsgeladen.</p>
<p>Der Wandel der Wissenschaftskommunikation bringt daher viele Fragen mit sich: Inwieweit wollen und können Wissenschaftler sich überhaupt an der öffentlichen Wissensvermittlung beteiligen? Welche Rolle spielen dabei der Wissenschaftsjournalismus, die Wissenschafts-PR und die neuen Medien? Wie verträgt sich das Streben nach wissenschaftlicher Exaktheit mit der Popularisierung von Wissen? Und was wird am Ende eigentlich vermittelt?</p>
<p><strong>Keine Online-Revolution in Sicht</strong><br />
Gross ist die Hoffnung, dass soziale Netzwerke und Weblogs den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit verändern werden. Auf diese Weise könnten Wissenschaftler unmittelbar mit Nutzern in Kontakt treten und die Möglichkeit nutzen, ihre eigenen Forschungsergebnisse zu verbreiten und auf sich aufmerksam zu machen. Der Wissenschaftsjournalismus würde damit zugleich an Bedeutung verlieren.</p>
<p>Eine realistische Vision? Nach Ansicht des Informationswissenschaftlers Cornelius Puschmann dürften Blogs selbst für die ältere Generation kaum noch <a href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=3538" target="_blank">eine technische Barriere darstellen</a>. Allerdings sind die Zeitressourcen eines Forschers ohnehin knapp und die Anreize für solche Aktivitäten unklar. Welche Gruppen lassen sich mit Blogs eigentlich erreichen? Derzeit zeichnet sich eher ab, dass Wissenschaftler zwar gegenüber Neuerungen aufgeschlossen sind, die ihre Fachinhalte betreffen. Gegenüber neuen Kommunikationsformen verhalten sie sich aber eher konservativ. Der Jülicher Kommunikationsforscher Hans Peter Peters kann dies auf Basis <a href="http://www.pressebox.de/inaktiv/forschungszentrum-juelich-gmbh-0/Dialog-erwuenscht-Skepsis-bei-Mitsprache/boxid/617405" target="_blank">zahlreicher Befragungen</a> aus den letzten Jahren bestätigen. «Einzelne Wissenschaftler diskutieren sehr aktiv in sozialen Netzwerken und Blogs“, aber der Grossteil der Forscher setzt andere Prioritäten.</p>
<p>Ausserdem beflügeln soziale Netzwerke vor allem die wissenschaftsinterne Kommunikation. Forscher nutzen etwa <a href="http://issuu.com/snsf/docs/horizonte_99_web_d/41?e=1883535%2F5753358" target="_blank">Twitter</a>, um Kollegen auf ihre Arbeiten aufmerksam zu machen und in Diskussion zu treten. Der gängige Weg in die Öffentlichkeit geht dagegen immer noch am stärksten über die journalistischen Medien. Das liegt <a href="http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/content.php?nav_id=1802" target="_blank">nach Peters</a> vor allem daran, dass Journalismus eine breite Öffentlichkeit herstellt und damit den Kontakt zu verschiedenen Zielgruppen ermöglicht. Ausserdem sind Journalisten «professionelle externe Beobachter“. Sie geben den vermittelten Informationen eine besondere Qualität von Glaubwürdigkeit und gesellschaftlicher Relevanz.</p>
<p><strong>Institutionalisierte Medienkontakte </strong><br />
Deshalb ist es gerade dieser klassische Weg, den die Hochschulen und deren Medienstellen befördern und professionalisieren wollen. Sie bieten Wissenschaftlern Medientrainings an, unterstützen sie in der Erstellung von Medienmitteilungen, vermitteln Kontakte zu Journalisten und fragen regelmässig nach, ob es Neues zu berichten gibt.</p>
<p><a href="http://www.scilogs.com/communication_breakdown/scicomm-organization-pios/" target="_blank">Wie eine Befragung</a> von deutschen Wissenschaftlern gezeigt hat, sorgen die Medienstellen damit für eine merkliche Steigerung der Medienaktivitäten von Wissenschaftlern. Inzwischen ist mehrfach belegt, dass ein grosser Teil mindestens einmal im Jahr Medienkontakte hat. Von einer allgemeinen Zurückhaltung kann daher nicht mehr gesprochen werden. Darauf haben auch die Fachgesellschaften Einfluss genommen.</p>
<p>Die Schweizerische Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (<a href="http://www.sgkm.ch/" target="_blank">SGKM</a>) versammelt ihre Mitglieder mit ihren jeweiligen Forschungsschwerpunkten in einem eigenen Portal, <a href="http://sgkm.mixxt.org/" target="_blank">das Medienanfragen erleichtern soll</a>. Auf diese Weise wird institutionell unterstrichen, dass Kontakte zu Journalisten auch zur Arbeit eines Wissenschaftlers gehören. Zusätzlich wurde an der Universität Lugano 2004 mit dem «<a href="http://de.ejo-online.eu/" target="_blank">European Journalism Observatory</a>» (EJO) ein eigenes Forum gegründet, das aktuelle Forschungsergebnisse journalistisch aufbereitet an verschiedene Redaktionen und eine breitere Öffentlichkeit vermitteln soll. Allerdings ist unklar, ob das Onlineportal tatsächlich ein breiteres Publikum findet oder die Wissenschaftler am Ende nicht doch wieder unter sich bleiben.</p>
<p><strong>Reputation ≠ Prominenz</strong><br />
Galt es vor einigen Jahren noch eher als unseriös, sich in den Medien zu Wort zu melden, so gilt Medienpräsenz heute <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/interview-hans-peter-peters-umfrage-unter-wissenschaftlern-zu-medien-a-917577.html" target="_blank">eher als Vorteil</a>. Sie kann sich positiv auf die wissenschaftliche Reputation auswirken, wird von der Hochschule gern gesehen und ist überdies beim Wettbewerb um Drittmittel von Bedeutung. Allerdings gilt dies unter Einschränkungen: Wer nach medialer Prominenz schielt, sich in den Medien ständig zu Wort meldet und seine wissenschaftlichen Kerngebiete verlässt, kann noch immer den Argwohn der Kollegen auf sich ziehen.</p>
<p>Das Verhältnis zwischen Wissenschaftlern und Journalisten hat sich damit deutlich entspannt. In der Mehrzahl akzeptieren Wissenschaftler, «dass Medien verständliche, <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/interview-hans-peter-peters-umfrage-unter-wissenschaftlern-zu-medien-a-917577.html" target="_blank">unterhaltsame Alltagssprache</a> verwenden müssen» und die wissenschaftliche Präzision darunter teilweise leiden kann. Sie machen insgesamt eher positive Erfahrungen mit Journalisten. Dabei lässt sich allerdings hinterfragen, ob dies für oder gegen die Qualität des gegenwärtigen Wissenschaftsjournalismus spricht.</p>
<p>Zuletzt wurde der Wissenschaftsjournalismus in Deutschland und der Schweiz durch <a href="http://de.ejo-online.eu/5051/redaktionsmanagement/atemlos-durch-alle-kanale" target="_blank">Redaktionszusammenlegungen</a> und <a href="http://www.dradiowissen.de/journalismus-der-rotstift-droht.36.de.html?dram:article_id=231293" target="_blank">Stellenkürzungen</a> deutlich geschwächt. Und insbesondere die «<a href="http://de.ejo-online.eu/455/ressortjournalismus/ferngesteuerter-wissenschaftsjournalismus" target="_blank">freien Mitarbeiter</a>, die im Wissenschaftsjournalismus zahlreicher sind als in anderen Sparten, müssen bei ihrer Arbeit ökonomisch» und zeiteffizient denken. Erleichtert wird ihnen die Arbeit durch die Medienstellen, die es in der Schweiz an jeder Hochschule gibt und die in den letzten Jahren ausgebaut wurden.</p>
<p>Wie der Schweizer Journalismusforscher Stephan Russ-Mohl deutlich macht, ist dies ein regelrechtes Einfallstor für unkritischen Copy-Paste-Journalismus. Der Leser erhält so vermehrt Medienmitteilungen im journalistischen Kleid – und die Wissenschaft ein willkommenes Forum der Selbstdarstellung. Das trifft auch auf Webseiten zu, die unter der Rubrik ‚Aktuelles‘ oder ‚Nachrichten‘ lediglich Medienmitteilungen aus der Wissenschaft auflisten. Allerdings differenziert die Bloggerin <a href="http://wissenskueche.de/2014/01/wie-schlimm-ist-wissenschafts-pr-im-journalismus-pelz/" target="_blank">Brynja Adam-Radmanic</a> die Problematik hier zu Recht: «Im Kerngebiet des Erklärens von wissenschaftlichen Inhalten und Methoden liefern Medienmitteilungen oft hochwertige Information. In allen Gebieten, die darüber hinausgehen, kann und darf Wissenschafts-PR den Journalismus aber niemals ersetzen.» Dazu gehört etwa die Darstellung von Kontroversen, die in der Wissenschaft nicht die Ausnahme, sondern das Tagesgeschäft sind, aber in Medienmitteilungen keinen Platz finden. Denn Wissenschafts-PR inszeniert den Wissenschaftler vor allem als Experten, der mit (scheinbar) eindeutigen Ergebnissen die Welt erklärt.</p>
<p><strong>Eventisierung</strong><br />
Darüber hinaus werden in der Wissenschaft aber auch jene Veranstaltungen stärker zum Event, die vormals nur der fachöffentlichen Debatte galten. Über wissenschaftliche Tagungen wird bereits im Vorfeld berichtet. Auf einigen Tagungen werden inzwischen unentwegt Fotos geschossen, die im Anschluss oftmals unkommentiert als einzige Spur der Tagung veröffentlicht werden. Was dann bleibt, ist der Eindruck, <em>dass</em> etwas passiert ist und die Wissenschaft irgendwie tätig war. Das ‚Was‘, also die konkreten Diskussionen und Ergebnisse, bleiben meist im Verborgenen.</p>
<p>***</p>
<p>Mit einem in Kürze folgenden zweiten Teil zur gewandelten Wissenschaftskommunikation soll in der MEDIENWOCHE ein anderer Kurs eingeschlagen werden. Thema wird dann die <a href="http://www.ipmz.uzh.ch/Abteilungen/Wissenschaftskommunikation/Tagung/Prgroamm.html" target="_blank">Tagung</a> «Wissenschaftskommunikation im Wandel»sein, die diesen Freitag und Samstag an der Universität Zürich stattfindet. Sie ist der Auftakt für eine sich herausbildende Fachgruppe der<a href="http://www.dgpuk.de/" target="_blank"> Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft</a>, die sich der Erforschung von Wissenschaftskommunikation widmet. Zur Frage steht, ob diese Konferenz nicht nur die gestiegene Bedeutung der Wissenschaftskommunikation symbolisiert, sondern dem Thema auch neue Facetten und Einsichten abgewinnen kann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/31/gleichgewicht-droht-zu-kippen/">Gleichgewicht droht zu kippen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Der «Herr der Quoten» stellt kritische Fragen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/05/08/der-herr-der-quoten-stellt-kritische-fragen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 May 2013 08:05:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Mediapulse]]></category>
		<category><![CDATA[Medienforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kantar]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Steinmann]]></category>
		<category><![CDATA[Telecontrol]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der langjährige SRG-Forschungsleiter und Telecontrol-Erfinder Matthias Steinmann kommentiert die verfahrene Situation um die Einführung einer neuen Erhebungsmethode für die TV-Zuschauerzahlen. Als möglichen Ausweg aus dem Desaster sieht er den Abbruch der Übung. Erst einmal hat er sich bisher öffentlich dazu geäussert. Ende Februar nahm Matthias Steinmann im Sonntagsblick kurz Stellung zu den Problemen mit der <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/08/der-herr-der-quoten-stellt-kritische-fragen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der langjährige SRG-Forschungsleiter und Telecontrol-Erfinder Matthias Steinmann kommentiert die verfahrene Situation um die Einführung einer neuen Erhebungsmethode für die TV-Zuschauerzahlen. Als möglichen Ausweg aus dem Desaster sieht er den Abbruch der Übung.<br />
<span id="more-14015"></span><br />
Erst einmal hat er sich bisher öffentlich dazu geäussert. Ende Februar nahm Matthias Steinmann im Sonntagsblick kurz Stellung zu den Problemen mit der Einführung einer neuen Erhebungsmethode für die TV-Zuschauerzahlen in der Schweiz. Ansonsten hat sich der altgediente Medienforscher wohlweislich zurückgehalten, nachdem sich die Stiftung Mediapulse gegen das von ihm entwickelte Telecontrol-System entschieden hatte.</p>
<p>Seit Anfang Jahr sollte die Firma Kantar verlässliche Zuschauerzahlen liefern. Die Zahlen gibt es inzwischen, aber die Branche hat kein Vertrauen in die neue Quote. Nicht nachvollziehbar halten Sender und Vermarkter die teils starken Abweichungen gegenüber den früheren Werten. Ein Teil der Regionalsender will deshalb auf die Dienste von Mediapulse und Kantar <a href="https://medienwoche.ch/2013/04/04/exit-szenario-liegt-auf-dem-tisch/" target="_self">verzichten</a>. Andere wiederum blockieren die Veröffentlichung der angezweifelten Zuschauerzahlen <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/mediapulse-daten-d-rfen-doch-nicht-publiziert-werden-306011#.UYoCnytOr3E" target="_blank">auf gerichtlichem Weg</a>.</p>
<p>Angesichts der tiefgreifenden Vertrauenskrise wollte Steinmann nicht mehr länger schweigen. In einer <a href="http://monsieurdigital.files.wordpress.com/2013/05/auffc3a4lligkeiten-und-fragestellungen-neues-messsystem-29-4-2013-2.pdf">Stellungnahme</a>, die er ehemaligen Mitarbeitern und Geschäftspartnern hat zukommen lassen, geht der Medienforscher mit seinen Nachfolgern hart ins Gericht. Das zehnseitige Dokument wurde ohne Wissen Steinmnns auf einem <a href="http://monsieurdigital.wordpress.com/2013/05/03/mediapulse-prof-dr-matthias-steinmann-meldet-sich-zu-wort/" target="_blank">Blog veröffentlicht</a>. Gegenüber der MEDIENWOCHE hat Steinmann die Autorschaft bestätigt. Darüber hinaus wollte er aber nicht Stellung nehmen.</p>
<p>Das Dokument, das der Doyen der schweizerischen Publikumsforschung als «persönliche Gedanken» verstanden wissen will, lässt an der Arbeit von Kantar und Mediapulse keinen guten Faden: «Das ganze &#8218;Desaster&#8216; ist meiner Ansicht nach die Folge einer falschen Strategie.» Damit meint Steinmann den Entscheid, mit einer neuen Firma und einer komplett neuen Methode <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/tv-wettrennen-zurueck-an-den-start-1.17895978" target="_blank">bei null zu beginnen</a>, anstatt das Bestehende weiterzuentwickeln. Da die «Schweizer TV-Forschungsverhältnisse zu den kompliziertesten der Welt gehören», sei «spezifische Erfahrung» mit den lokalen Bedingungen eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg. Wenig verwunderlich also, tut sich eine Firma schwer, die erstmals im Schweizer Markt tätig ist. Was Steinmann meint, ist klar, ohne dass er es explizit schreibt: Mit seinem Telecontrol wäre es nie zu einem vergleichbaren Desaster gekommen.</p>
<p>Nun überrascht es zuerst einmal wenig, wenn Steinmann das eigene Produkt für die bessere Lösung hält. Um dem Eindruck der Befangenheit entgegenzutreten, verweist Steinmann auf sein <a href="http://www.derbund.ch/bern/Professor-Steinmann-kauft-Schloss-Wyl/story/18815882" target="_blank">Rentnerdasein</a> und das getrübte Verhältnis zur <a href="http://www.gfk.ch/company/organisation/affiliates/index.de.html" target="_blank">Telecontrol-Firma GfK</a>, mit der er einen mehrjährigen Rechtsstreit ausgefochten hatte. Dass ihm nicht an einer Abrechnung gelegen ist, zeigt auch der sachliche Ton Schreibens. Frei von Ressentiments stellt Steinmann Fragen und kommentiert die Vorgänge rund um die neu aufgestellte TV-Forschung.</p>
<p>Aus seinen Beobachtungen schliesst der ehemalige Medienprofessor, dass wissenschaftliche Grundvoraussetzungen schlicht nicht erfüllt seien. Mängel sieht Steinmann insbesondere beim Aufbau des Panels. Es bilde die Realität nicht ausreichend ab, mit der Folge, dass die erhobenen Daten weder reliabel noch ausreichend valide seien. Also im Prinzip unbrauchbar, weil nicht das gemessen werden kann, was zu messen vorgegeben wird.</p>
<p>Schliesslich durchkreuzt Steinmann zwei zentrale Argumentationslinien der Firma Mediapulse. Immer wieder warnten die Medienforscher davor, die neuen Zuschauerzahlen mit den alten <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/01/excel-ohne-wert/" target="_self">zu vergleichen</a> und daraus Aussagen über Zugewinne oder Verluste ableiten zu wollen. Steinmann hält dazu fest: «Diese Vergleiche können von Fachleuten durchaus durchgeführt werden.» Auch bei der Frage zum Parallelbetrieb sieht es Steinmann anders. Mediapulse hatte eine Überlappung von alter und neuer Messmethode auf einen Monat beschränkt. Ein längerer Parallelbetrieb hätte in der Branche für Verunsicherung gesorgt, da zwei «Währungen» gleichzeitig im Markt kursierten. Steinmann findet einen Parallelbetrieb gerade deshalb wichtig, um Vertrauen in die neue Methode zu schaffen.</p>
<p>Trotz zahlreicher Anregungen und Vorschläge, wie die verfahrene Situation doch noch zu retten wäre, stellt Steinmann zum Schluss die rhetorische Frage, «ob nicht ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen wäre.» Was das genau heisst, lässt der Medienforscher offen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass er damit primär personelle Massnahmen meint. In dem Sinn könnte man die unerbetene Stellungnahme auch als Blindbewerbung um eine Rolle als Troubleshooter lesen. Mediapulse-Verwaltungsratspräsident Marco de Stoppani signalisierte schon im Februar gegenüber der Weltwoche, dass er bereit wäre, das Feld zu räumen, «sollte es der Sache dienen». Dass es Steinmann um die Sache geht, hat er mit seinem Schreiben deutlich deklariert.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/08/der-herr-der-quoten-stellt-kritische-fragen/">Der «Herr der Quoten» stellt kritische Fragen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Medienjournalismus als Blockadebrecher</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/04/10/medienjournalismus-als-blockadebrecher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 15:59:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[SGMK]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Universität Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[IPMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Latzer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Diagnose ist bekannt und Abhilfe keine in Sicht: Medienwissenschaft und Journalismus verstehen sich nicht. Eine Mittlerrolle könnte der Medienjournalismus einnehmen. Erfahrungen der MEDIENWOCHE stimmen nicht optimistisch, aber es gibt Wege aus der Blockade. Trotz der tiefen Kluft, die zwischen Medienwissenschaft und Journalismus klafft (siehe NZZ vom 9.4.), gibt es doch immer wieder Versuche, den <a href="https://medienwoche.ch/2013/04/10/medienjournalismus-als-blockadebrecher/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diagnose ist bekannt und Abhilfe keine in Sicht: Medienwissenschaft und Journalismus verstehen sich nicht. Eine Mittlerrolle könnte der Medienjournalismus einnehmen. Erfahrungen der MEDIENWOCHE stimmen nicht optimistisch, aber es gibt Wege aus der Blockade.<br />
<span id="more-13545"></span><br />
Trotz der tiefen Kluft, die zwischen Medienwissenschaft und Journalismus klafft (<a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/stumme-kommunikationsspezialisten-1.18060305" target="_blank">siehe NZZ vom 9.4.</a>), gibt es doch immer wieder Versuche, den Graben zu überwinden; in den nächsten Tagen und Wochen gleich zweimal. Am kommenden Freitag und Samstag widmen die Mitglieder der Schweizerische Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft SGKM, die Crème de la crème der Branche, an ihrer <a href="http://www.amiando.com/sgkm2013iam.html?page=877934" target="_blank">Jahrestagung</a> der «Transdisziplinarität in der Kommunikations- &amp; Medienwissenschaft». Nur zwei Wochen später widmet sich eine ebenso prominent besetzte Veranstaltung, organisiert von der «Gottlieb und Hans-Vogt-Stiftung», dem <a href="https://docs.google.com/file/d/1GRGUiuH92Q17le29FAdkUbB67BQWzF19HBO2T51P59-HuvbL1qMt7gvclHiB/edit?usp=sharing" target="_blank">Dialog zwischen Journalismus und Medienforschung</a>.</p>
<p>In einem zentralen Punkt unterscheiden sich die beiden Veranstaltungen allerdings stark voneinander. Bei der SGKM bleibt die Wissenschaft weitgehend unter sich. An der «Brückenschlag-Tagung» dagegen sind Forscher und Journalisten paritätisch vertreten. Man könnte nun die Übungsanlage der ersten Veranstaltung skandalisieren und den Organisatoren genau jene Praxisferne vorwerfen, die sie mit ihrer «transdisziplinären Forschung» eigentlich zu überwinden vorgeben. Allerdings sollten solche Tagungen auch nicht überbewertet werden, dienen sie doch primär dem sozialen Austausch und zeitigen selten langfristig messbare Ergebnisse.</p>
<p>Wichtiger als punktuelle Ereignisse sind deshalb Strukturen, die kontinuierlich an der Annäherung von Medienwissenschaft und Journalismus arbeiten. Eine Pionierrolle muss hierbei der Medienjournalismus spielen, der kompetent und in Äquidistanz zu beiden Seiten auftreten kann. Die Voraussetzungen dafür sind heute nicht ideal. Aus verschiedenen Gründen:</p>
<ul>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">Der Medienjournalismus in Publikumsmedien hat die Wissenschaft weitgehend aus dem Blickfeld verloren. Selbst Fachmedien (dazu zählt auch die MEDIENWOCHE) berichten nur marginal über die Medienforschung, gemessen an der Berichterstattung über ähnlich relevante Themenfelder.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">Der Hang zum Pauschalurteil («praxisferne Wissenschaft», «stereotype Urteile», etc.), verstellt mitunter auch erfahrenen Medienjournalisten den Blick auf den Facettenreichtum des Forschungsbetriebs.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">Meinungsstarke und medienprominente Figuren werden Pars pro toto als «die Medienwissenschaft» missverstanden.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">Die Medienforschung wiederum bestätigt das Bild einer sich selbst genügenden Wissenschaft, wenn sie ernst gemeinte Dialogangebote und -plattformen ignoriert. Obwohl die Mitarbeitenden einer <a href="http://www.ipmz.uzh.ch/Abteilungen/MedienPolitik.html" target="_blank">Abteilung des Instituts für Publizistikwissenschaften und Medienforschung</a> der Uni Zürich <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/22/unsere-arbeit-muss-nicht-gefallen/" target="_blank">bei der MEDIENWOCHE Gastrecht</a> geniessen, lassen sie das Angebot seit Längerem kommentarlos ungenutzt.</span></li>
<li><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;">Die Hektik des globalisierten Wissenschaftsbetriebs mit Konferenzen und Publikationsmöglichkeiten rund um den Erdball schafft Sachzwänge, die das Zeitbudget des akademischen Personals arg strapazieren: Wer hier dabei war, muss auch dort präsent sein. Praktische Transferprojekte verkommen zur lästigen Pflichtübung.</span></li>
</ul>
<p>Ein Schlüssel zur Überwindung der Blockade aufseiten des Medienjournalismus liegt in vermehrter Neugier und Offenheit. Auch Medienjournalisten (die MEDIENWOCHE eingeschlossen) bewegen sich auf ausgetretenen Pfaden und pflegen zuerst ihre Gärtchen. Dabei bietet die Wissenschaft einen immensen Pool an Fachwissen, Zahlen und Daten, den es nur anzuzapfen gälte. Die kontrovers diskutierten Aussagen der Forschung zur erodierenden Medienqualität machen nur einen Bruchteil dessen aus, was Medienwissenschaftler zu sagen haben. Ausserdem dreht das Personenkarussell auch im akademischen Betrieb. Neue Figuren tauchen auf, andere treten ab. Umso erstaunlicher ist es, dass weiterhin nur die üblichen Verdächtigen als valable Auskunftspersonen gelten.</p>
<p>Wenn etwa ein <a href="http://www.mediachange.ch/people/michael-latzer/" target="_blank">Prof. Dr. Michael Latzer</a>, der an der Uni Zürich die Abteilung <a href="http://www.mediachange.ch/" target="_blank">«Media Change und Innovation»</a> leitet, in den letzten zwei Jahren gemäss SMD weniger als zehnmal in Publikumsmedien erwähnt wird, dann stimmt etwas nicht. Nun ist es ja nicht so, dass der Medienwandel kein Thema wäre. Lieber zitieren aber Journalisten irgendwelche Studien aus den USA, anstatt das Fachwissen der heimischen Forscher anzuzapfen. Aufgabe des Medienjournalismus müsste es sein, hier das Terrain zu ebnen, weniger bekannte Figuren aus dem Wissenschaftsbetrieb ins Licht rücken. Mit der Machete neue Pfade durch den Dschungel der Institute und Forschungsprojekte schlagen, damit weitere Journalisten folgen können.</p>
<p>Damit diese Annäherung gelingt, müssen aber auch die Medienwissenschaften einen Schritt auf den Journalismus zumachen. Sie sollten vermehrt Übersetzungshilfen bieten, damit ihre Forschungsergebnisse auch Nichtakademiker verstehen. Umfang und Sprache wissenschaftlicher Arbeiten sind selbst für mit der Materie vertraute Journalisten oft nur schwer verdaubar. Ausserdem dürften die Universitäten und Institute ihre Kommunikationsanstrengungen durchaus intensivieren. Eine Suche im elektronischen Postfach der MEDIENWOCHE fördert keine einzige Mitteilung einer Hochschule zutage.</p>
<p>Das sind zugegebenermassen nur kleine Schritte, die der teils tiefliegenden Verachtung mit der sich Wissenschaft und Praxis begegnen, nur geringfügig entgegenzuwirken vermögen. Aber gerade weil es sich nicht um einen spektakulären Masterplan handelt, stehen die Chancen auf Realisierung umso besser. Alles, was die Blockade aufzuweichen vermag, ist zuerst einmal gut.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/04/10/medienjournalismus-als-blockadebrecher/">Medienjournalismus als Blockadebrecher</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In und mit der Elite</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Mar 2013 13:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Krüger]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Eliten]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Joffe]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Schächter]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Kornelius]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=12910</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Doktorarbeit von Uwe Krüger untersucht, welchen Einfluss Eliten auf die Berichterstattung haben und zeigt die Sozialen Netzwerke der Ranghöchsten in Wirtschaft, Politik und Journalismus offline. Statt einen offenen Marktplatz an Ideen abzubilden, vertreten Journalisten oft die Positionen der Herrschenden und Agierenden. Mit 235 zu 1 (Gegenstimme von Initiant Thomas Minder) stimmte die Bundesversammlung im <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Doktorarbeit von Uwe Krüger untersucht, welchen Einfluss Eliten auf die Berichterstattung haben und zeigt die Sozialen Netzwerke der Ranghöchsten in Wirtschaft, Politik und Journalismus offline. Statt einen offenen Marktplatz an Ideen abzubilden, vertreten Journalisten oft die Positionen der Herrschenden und Agierenden.<br />
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Mit 235 zu 1 (Gegenstimme von Initiant Thomas Minder) stimmte die Bundesversammlung im März 2012 für den indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «gegen die Abzockerei». Die Schweizer Stimmbürger sahen es am vergangenen Sonntag anders &#8211; und verhalfen der Initiative zum Einzug in die Bundesverfassung. Sie haben entschieden gegen den Bundesrat und gegen das Parlament, wie schon bei den Initiativen «für die Ausschaffung krimineller Ausländer» und «gegen den Bau von Minaretten». Weiter demonstrierten am Wochenende in Portugal Hunderttausende gegen die harte Austeritätspolitik und in den USA sind Zwangskürzungen in Kraft getreten. Hartes, zwanghaftes Sparen steht nach weiteren Steuererhöhungen als letzte Antwort des Staats auf die Unfinanzierbarkeit vielfältiger Wahlversprechen und ausufernder Behördentätigkeit.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/03/meinungsmacht-200x300.jpg" alt="" title="«Meinungsmacht», Dissertation von Uwe Krüger, erschienen 2013 im Herbert von Halem Verlag." width="200" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-12911" />Nicht nur in der Schweiz, überall in Europa, ja in der ganzen Welt, spitzt sich der Konflikt «Elite gegen das Volk» zu. Und wo stehen die Journalisten? Oft auf der Seite der Eliten. Diese Erkenntnis ergibt sich aus der im Oktober 2011 von der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig angenommenen Dissertation «Meinungsmacht: Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten &#8211; eine kritische Netzwerkanalyse», geschrieben von Medienwissenschaftler <a href="http://www.uni-leipzig.de/journalistik/index.php?id=353">Uwe Krüger</a>. Das nun im Herbert von Halem Verlag erschienene <a href="http://www.halem-verlag.de/2013/meinungsmacht-der-einfluss-von-eliten-auf-leitmedien-und-alpha-journalisten/">Buch</a> analysierte die Elitennetzwerke von Journalisten, konkret «Verbindungen der deutschen Journalismuseliten zu nationalen und ausländischen bzw. internationalen Positionseliten aus Politik und Wirtschaft», die nicht direkt mit der Ausübung ihrer journalistischen Tätigkeit zu tun hatten &#8211; im Zeitraum von 2002 bis 2009.</p>
<p>Autor Krüger identifizierte nicht nur zahlreiche, verschwiegen agierende «Hintergrundkreise» allerlei Couleur (26 in Berlin), sondern auch Chefredaktoren und Herausgeber, die gewinnorientierte Konzerne beraten haben, so Josef Joffe die HypoVereinsbank oder Stefan Aust und Helmut Markwort die Deutsche Telekom. Matthias Nass, von 1998 bis 2010 stv. «Zeit»-Chefredaktor, war sogar im Lenkungsausschuss der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz">Bilderberg-Konferenz</a>. In einem Antwortbrief auf ein Schreiben von <a href="https://www.facebook.com/sebastian.loewenherz">Rechtsaussen Sebastian Nobile</a> zerstreute Nass geäusserte Befürchtungen als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=J8yh6n8fWA4#!">«vollkommen grundlos»</a>. Die dichtesten Netzwerke mit Organisationen haben «Zeit»-Herausgeber Josef Joffe und Markus Schächter, bis 2012 Intendant des ZDF; sie weisen Verbindungen zu 19 bzw. 20 Organisationen auf. So ganz wohl mit der Vernetzung scheint es allerdings nicht allen zu sein. Wie sonst lässt sich erklären, dass die «Bild»-Redaktion ihren Chefredakteur auf einem Gruppenfoto der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Br%C3%BCcke">Atlantik-Brücke</a> lieber <a href="http://www.bildblog.de/20427/kleine-bruecken-unter-freunden-2/">abschneidet</a>?</p>
<p>Mal grundsätzlich gefragt: Was geht es denn überhaupt die Öffentlichkeit an, mit wem Journalisten ihre Zeit verbringen? Die sind doch frei, das zu tun. Ausserdem gelangen sie so an Informationen. Und verboten ist es auch nicht. Ein guter Teil von Zeitungen besteht aus der Auswertung solcher Informationen. Jeder Spitzenpolitiker verfügt «über zwei bis sieben Vertrauensjournalisten», denen er Storys stecken kann &#8211; um Verbreitung zu finden, muss man nicht mal, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Qi90iAudqxI">wie in der TV-Serie «House Of Cards»</a>, mit ihnen schlafen. Informelle Treffen seien, so ein Printjournalist 2008 zu Kommunikationswissenschaftlerin Christiane Lesmeister, «nicht nur das Salz in der Suppe. Sondern das ist die Suppe. Also darum geht es. Darum geht es.»</p>
<p>Uwe Krüger dagegen sagt: «Es ist nicht hilfreich, wenn Journalisten in Geheimgremien agieren. Journalisten sind Anwälte der Öffentlichkeit.» Es besteht zudem die Gefahr, dass Journalisten in Schweigespiralen geraten: «Journalisten, die Mitwisser und Mitgestalter vertraulicher Politikplanungsprozesse sind, kommen zwangsläufig in Interessenkonflikte, in denen die Rücksichtnahme auf Akteure bzw. ein gemeinsames Projekt der umfassenden Information der Öffentlichkeit gegenübersteht» (Seite 150). Krüger würde gerne eine Debatte um eine neue Ethiknorm anregen, ein Ausgangspunkt könnte der <a href="http://www.nytco.com/press/ethics.html">New York Times Company Policy on Ethics in Journalism</a> sein, zum Beispiel Punkt 95.</p>
<p>Die Verbindungen und auch die Artikel von vier Journalisten hat Krüger genauer untersucht, und zwar jene von Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ), Josef Joffe (Zeit), Stefan Kornelius (SZ) und Michael Stürmer (Welt) &#8211; sie arbeiten vor allem zu aussenpolitischen Themen und wiesen dichte Netzwerke in US- und Nato-Kreisen auf. Das daraus gezogene Fazit ist eindeutig:</p>
<blockquote><p>«Ihr Bild von Bedrohungen und Konflikten war ebenso eindimensional und nicht reflexiv wie das in den offiziellen Doktrinen. Stellenweise verwendeten v.a. Kornelius und Joffe Propagandatechniken, wobei offenbleiben muss, ob sie dies bewusst oder unbewusst taten. Die Argumentation der vier Journalisten ist zusammenfassend als unkritisch bis persuasiv zu qualifizieren; Gegenargumente zum offiziellen Diskurs wurden kaum diskutiert.»</p></blockquote>
<p>Diesem «konsonanten Meinungsbild» setzten übrigens (zu Kontrollzwecken ebenfalls untersuchte) Medien wie die Frankfurter Rundschau und die taz, welche selbst keine personellen Netzwerke in das sicherheitspolitische Establishment aufwiesen, keine dezidiert eigene Haltung entgegen.</p>
<p>Obwohl die militärische Lage in Europa so sicher ist wie schon lange nicht mehr, beschwört Michael Stürmer in seinen Artikeln ständig eine «neue Zeit» und eine «gefährliche Welt». Stefan Kornelius macht aus Begriffen wie «Unsicherheit» oder «Gefahr» handelnde Akteure (<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/sicherheitspolitik-es-braucht-wenig-fuer-grosse-angst-1.56981">2010 in der SZ</a>). Auf Seite 207 steht:</p>
<blockquote><p>«Alle vier Journalisten verwenden und propagieren den erweiterten Sicherheitsbegriff, machen sich für mehr deutsches Engagement in der Nato und für die transatlantische Partnerschaft stark und fordern die Bundesregierung zu grösseren Anstrengungen auf, um das skeptische Wahlvolk von einer robusteren Aussen- und Sicherheitspolitik zu überzeugen.»</p></blockquote>
<p>«Medien sollten einen eigenständigen Diskurs führen, der die Machteliten aus einer kritischen, unabhängigen Perspektive hinterfragt», sagt Uwe Krüger im Gespräch. Doch das tun sie nicht, sie berichten oft wie selbstverständlich aus einer Warte der Elite. Nur ganz selten findet sich in den Medien der Standpunkt des Arbeiters, des Arbeitslosen, des Ausländers, des Ungebildeten, des Dörflers wieder. Und warum? Weil solche Leute weniger zu den Kunden von Informationsmedien gehören. Und weil Journalisten das selten selbst sind.</p>
<p>71 Prozent der Journalistenschüler in Deutschland haben mindestens ein Elternteil mit Hochschulabschluss, hat eine <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/36/36575/1.html">Studie</a> von <a href="http://books.google.de/books?id=j2ITfnlv2EcC&#038;lpg=PA3&#038;hl=de&#038;pg=PA3#v=onepage&#038;q&#038;f=false">Klarissa Lueg 2012</a> herausgefunden. «Kinder von Facharbeitern oder ungelernten Arbeitern» dagegen «existieren an den Journalistenschulen nicht». Journalisten rekrutieren sich aus der Mittelschicht: «Beim Beruf des Vaters dominiert der Beamte, gefolgt von Angestellten oder Selbstständigen. Beim Beruf der Mutter steht die Angestellte an der Spitze, knapp vor der Beamtin.»</p>
<p>Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit der Medien von der Werbewirtschaft. Medien wie der «Spiegel» oder die «Zeit», in der Schweiz beispielsweise die Weltwoche und die NZZ, sind abhängig von Anzeigen von Luxusprodukten im Hochpreissegment wie Uhren, Autos oder Wein, welche die (vermögenden) Eliten ansprechen. «In einem Konfliktthema werden Medien, die vor allem auf Eliten zielen, die Interessen der Vermögenden eher schützen», glaubt daher Uwe Krüger.</p>
<p>Es ist das Milieu, das prägt, und Journalisten zu dem macht, was sie grösstenteils sind. Journalisten werden nicht etwa von den Eliten «umgedreht», sondern sie bringen sich aus eigenem Antrieb in eine Position, in der sie dann von den Eliten aufgenommen werden. «Die Position eines Ressortleiters in einem Elite-Medium erreicht man nicht, ohne elitenkompatible Haltungen zu haben», so Krüger. Revolutionäre müssen also draussen bleiben. Auf Seite 145 wird das genauer erklärt:</p>
<blockquote><p>«Journalisten vertreten nicht unbedingt bestimmte Meinungen, weil sie im Netzwerk sind, also weil sie von den Eliten kognitiv vereinnahmt worden sind. Eine Koinzidenz zwischen Journalistenmeinung und Umgebungsmeinung mag schon vorher bestanden haben und der Grund für die persönliche Annäherung gewesen sein. Gut möglich ist hingegen, dass das Eingebundensein in einem Netzwerk eine Meinung verfestigt und auch verhindert, dass diese im Zeitverlauf kritisch hinterfragt wird; möglich ist ausserdem, dass ein Journalist dazu angehalten wird, bestimmte Interessen seiner sozialen Umgebung aktiv zu propagieren. Denn als Sanktion kann der Ausschluss aus dem exklusiven Zirkel drohen: Sozialkapital ist eben, anders als ökonomisches oder Humankapital, nicht vollständig im Besitz eines Akteurs, sondern kann vom Beziehungspartner entzogen werden.»</p></blockquote>
<p>Um nochmals die erste Staffel von «House Of Cards» zu bemühen: Die Beziehung zwischen Journalistin und Bloggerin Zoe Barnes und Politiker Frank Underwood wird erst dann zu einem Problem, als ihr Barnes Sex und Underwood Sozialkapital entzieht.</p>
<p><small>Foto von Josef Joffe: <a href="https://secure.flickr.com/photos/dittmeyer/32586617/">Flickr/Dittmeyer</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">CC BY 2.0</a><br />
Foto von Markus Schächter: <a href="http://www.deutscher-medienpreis.de/index.php?id=2004|gallery|stage3">deutscher-medienpreis.de</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/">In und mit der Elite</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wo kein Wille ist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 16:33:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zeit zum Handeln? Nicht unbedingt, vielleicht später. Handlungsbedarf? Den gibt es sehr wohl. So widersprüchlich präsentiert sich derzeit die schweizerische Medienpolitik. An der Jahrestagung des Vereins Medienkritik Schweiz und der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft gab es Erklärungen für die Stagnation und den Handlungsunwillen. An Fakten und Empfehlungen mangelt es nicht. Wissenschaft und Forschung <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/14/wo-kein-wille-ist/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/14/wo-kein-wille-ist/">Wo kein Wille ist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/mzi.lhhoyomo.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Zeit zum Handeln? Nicht unbedingt, vielleicht später. Handlungsbedarf? Den gibt es sehr wohl. So widersprüchlich präsentiert sich derzeit die schweizerische Medienpolitik. An der Jahrestagung des Vereins Medienkritik Schweiz und der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft gab es Erklärungen für die Stagnation und den Handlungsunwillen.<br />
<span id="more-28942"></span><br />
An Fakten und Empfehlungen mangelt es nicht. Wissenschaft und Forschung vermessen die schweizerische Medienlandschaft intensiv. Der Medienwandel ist umfassend dokumentiert, zuletzt mit den <a href="http://www.bakom.admin.ch/dokumentation/gesetzgebung/00909/03627/index.html?lang=de" target="_blank" rel="noopener">Studien zur «Zukunft der Medien in der Schweiz»</a>, die das Bakom zur Erfüllung des Postulats von SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr bei mehreren Hochschulen und Universitäten bestellt hatte.</p>
<p>Die Bakom-Studien zeigen auch auf, wie und wo künftige Medienpolitik ansetzen könnte. Es geht also weniger um die Frage: Was kann man tun, sondern: was will man tun. Die Wissenschaft, an der Fachtagung vom letzten Donnerstag vertreten durch Mitarbeiter des IPMZ, kann allerdings keinen Gestaltungswillen erkennen. Oder wie sich <a href="http://www.mediapolicy.uzh.ch/team/puppis.html" target="_blank" rel="noopener">Manuel Puppis</a> pointiert ausdrückte: «Der Bundesrat will nichts tun und die <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/17/medienpolitik-gepflegtes-desinteresse/" target="_self">Parteien lavieren</a>.»</p>
<p>Jüngstes Beispiel: Zwar teilt der Bundesrat die in den Studien geäusserten Bedenken, wonach der freie Markt allein nicht imstande den Defizite im schweizerischen Mediensystem zu begegnen, will aber die Medien genau diesem freien Markt überlassen und in vier Jahren <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/17/medienpolitik-gepflegtes-desinteresse/" target="_self">dann mal weiterschauen</a>.</p>
<p>Somit werden wie bis anhin vor allem globale und technologische Entwicklungen den Medienwandel in der Schweiz vorantreiben. Google, Apple, Facebook und Twitter gestalten die Medienlandschaft stärker, als dies eine Medienpolitik je zu tun imstande wäre.</p>
<p>Die Veränderungen der letzte 15 Jahre sind unübersehbar. Das Internet hinterlässt deutliche Spuren, Konflikte entstehen vermehrt entlang neuer Bruchlinien. Und so kam es denn auch, dass an der Medienpolitik-Tagung einmal mehr Verleger und SRG-Vertreter über die Grenzen des Online-Engagements von Schweizer Radio und Fernsehen diskutierten.</p>
<p>Während die SRG den Verlegern einen Online-Burgfrieden schmackhaft zu machen versucht, nach dem Motto: gemeinsam gegen die übermächtigen Ausländer, reklamieren die Verleger das Internet als ihr ureigenes publizistisches und kommerzielles Stammgebiet für sich. Es geht für beide Seiten um viel. Umso mehr, als dass bereits die nächste Revision des Radio- und Fernsehgesetzes ansteht, wo viel auf dem Spiel steht für beide.</p>
<p>Der Streit zeigt exemplarisch, dass man unter Medienpolitik in der Schweiz vor allem die Wahrung und Verteidigung von Partikularinteressen versteht. Oder wie es SP-Nationalrat Hansjürg Fehr sagte: In der Schweiz gibt es eine Radio- und Fernsehpolitik (aber auch nur dann, wenn ein Gesetz beraten wird), aber keine Medienpolitik.</p>
<p>Allein der Wille fehlt, Umrisse einer schweizerischen Medienlandschaft definieren, ja sogar, sich überhaupt auf eine gemeinsame Sprache verständigen zu wollen. Wer nun einwendet, eine aktive Medienpolitik führe automatisch zu mehr Regulierung und staatlichem Einfluss auf die Inhalte, denkt zu kurz. Ein Entscheid über die Wahl der passenden Instrumente setzt voraus, dass alle beteiligten nicht nur die Instrumente, sondern auch den Patienten kennen.</p>
<p>Wenig überraschend blieb es an der Fachtagung der Wissenschaft vorbehalten, das Feld abzustecken und aufzuzeigen, wo künftige Diskussionen zur Medienpolitik ansetzen könnte. Wobei hier insbesondere <a href="http://www.mediapolicy.uzh.ch/team/meier.html" target="_blank" rel="noopener">Werner A. Meier</a> mit seinem Plädoyer für einen stärkeren Einbezug der Zivilgesellschaft in die medienpolitische Debatte mittels <a href="http://books.google.com/books?id=UIEiUy9JrC8C&amp;lpg=PA57&amp;ots=03QhlLruDQ&amp;dq=%22Media%20Governance%22%20zivilgesellschaft&amp;pg=PA57#v=onepage&amp;q=%22Media%20Governance%22%20zivilgesellschaft&amp;f=false" target="_blank" rel="noopener">Media Governance</a> einen klaren Akzent setzte. «Medienunternehmen machen Medienpolitik. Publikum und Zivilgesellschaft sind nicht präsent», sagte Meier. Eine Anregung, die das anwesende politische Personal nicht sonderlich zu interessieren schien.</p>
<p>Die abschliessende Podiumsdiskussion mit Vertretern der vier grossen Bundesratsparteien bewegte sich im gewohnten Klein-Klein. Die Linke (Hans-Jürg Fehr, SP) fordert mehr Regulierung, die Rechte (Martin Baltisser, SVP und Filippo Leutenegger, FDP) weniger Regulierung und die Mitte (CVP) etwas dazwischen. Wobei sich CVP-Generalsekretär Tim Frey immerhin bemühte, die von Glaubenssätzen geprägte Regulierungsdebatte vom Kopf auf die Füsse zu stellen, wenn er sagte: «Möglichst wenig Regulierung ist keine Haltung. Es geht um möglichst gute Regulierung.»</p>
<p>Wie sich die Parteien in der Medienpolitik positionieren, hat der Verein Medienkrtitik mit einer Befragung der Parteien und weiterer gesellschaftlicher Akteure herauszufinden versucht. An der Tagung präsentierte Jurist und Vorstandsmitglied Philip Kübler die Ergebnisse. Obwohl sich die Parteien beim Befund weitgehend einig sind und zahlreiche Defizite im Mediensystem orten, zeigt sich ein klarer Links-Rechts-Graben, wenn es darum geht zu handeln. Die Linke sieht Handlungsbedarf bei der direkten Presse-Förderung, der Ausbildung der Journalisten und will die Offenlegung der Eigentumsverhältnisse von Medienunternehmen. Die bürgerlichen Parteien und die Wirtschaftsvertreter stemmen sich dagegen. Bei der Befragung zeigte sich zudem, dass die heute praktizierte indirekte Presseförderung mittels verbilligter Posttaxen keinerlei positive Wirkung zugeschrieben wird.</p>
<p>Eine Erklärung für den medienpolitischen Stillstand in der Schweiz lieferte gegen Ende der Veranstaltung Martin Dumermuth. Der Direktor des Bundesamts für Kommunikation sieht die Medien in einem «Suchprozess» mit unbekanntem Ausgang. Niemand wisse, wie dieser Prozess weitergehe, weder die Medien selbst noch der Bundesrat. Dieser hat zwar Probleme erkannt, will sich aber Zeit lassen, bis der Nebel verzogen ist und sich die Medien selbst positioniert haben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/14/wo-kein-wille-ist/">Wo kein Wille ist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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