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	<title>Interview Magazine | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>20 Minuten, Ringier, Nebelspalter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Nov 2021 10:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
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		<category><![CDATA[Andy Warhol]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – «20 Minuten» goes English Ab sofort können auf «20min.ch» eingeloggte Nutzer:innen alle Artikel automatisiert übersetzt auf Englisch lesen. Das Promovideo gibt sich zwar wie der Trailer für eine Neuverfilmung des Watergate-Skandals, aber Journalismus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist allemal ein löbliches Vorhaben. Weitere Sprachen wie Portugiesisch, Albanisch, Serbisch, Kroatisch und <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/06/20-minuten-ringier-nebelspalter/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-92489" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/11/MW-Good-Bad-Ugly-20211106b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – «20 Minuten» goes English</h3>
<p>Ab sofort können auf «20min.ch» eingeloggte Nutzer:innen alle Artikel automatisiert übersetzt <a href="https://www.20min.ch/story/jetzt-kannst-du-20-minuten-auch-auf-englisch-lesen-356215711213" target="_blank" rel="noopener">auf Englisch lesen</a>. Das Promovideo gibt sich zwar wie der Trailer für eine Neuverfilmung des Watergate-Skandals, aber Journalismus einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist allemal ein löbliches Vorhaben. Weitere Sprachen wie Portugiesisch, Albanisch, Serbisch, Kroatisch und Spanisch sollen folgen. Für die englische Version nutzt «20 Minuten» den Übersetzungsdienst Deepl, der mit künstlicher Intelligenz arbeitet: «Für den Service entrichten wir die üblichen, öffentlich publizierten Lizenzgebühren», so Mediensprecherin Eliane Loum-Gräser. Für die Übersetzung der weiteren geplanten Sprachen werde derjenige Übersetzungsdienst zum Einsatz kommen, «der in der jeweiligen Sprache die beste Qualität bietet».</p>
<p>Die <a href="https://neuemedienmacherinnen.ch/" target="_blank" rel="noopener">Neuen Medienmacher*innen</a> begrüssen diese Entwicklung grundsätzlich. «Aus unserer Sicht reicht es allerdings sicherlich nicht aus, die eigenen Inhalte einfach in die gängigsten Sprachen der migrantischen Bevölkerung zu übersetzen, was technisch ja keine grosse Sache ist, um sich dann das Label ‹Diversität› auf die Fahne schreiben zu können», schreibt Co-Präsidentin Anna Jikhareva auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Zwingend sei eine inhaltliche journalistische Auseinandersetzung mit der gelebten Realität in der Schweiz und eine antirassistische Berichterstattung.</p>
<h3>The Bad – Ringier ignoriert Warhol</h3>
<p>Am 12. November erscheint ein neues Printmagazin aus dem Hause Ringier. Darin interviewen mehrheitlich Promimänner andere Promimänner. In der Erstausgabe, die am Donnerstag in Zürich vorgestellt wurde, befragt Bundesrat Alain Berset den Sänger Stephan Eicher und Verleger Michael Ringier spricht mit Künstler Urs Fischer.</p>
<p>Diese Idee ist abgekupfert. Und zwar vom legendären <a href="https://www.interviewmagazine.com/" target="_blank" rel="noopener">«Interview»-Magazin</a>, 1969 gegründet vom Pop-Art-Künstler Andy Warhol, das bis heute erscheint. Von 2012 bis 2020 (?) gab es eine deutschsprachige Lizenzausgabe.</p>
<p><a href="https://www.ringier.ch/de/press-releases/ein-neues-magazin-fur-die-schweiz-interview-ringier" target="_blank" rel="noopener">«Interview by Ringier»</a> heisst nun das Interview-Magazin von Ringier. Die Chefredaktion teilen Werner De Schepper und Susanne Walder, beide ex-«Schweizer Illustrierte». Walder ist die Ehefrau von Ringier-CEO Marc Walder. Für die Gestaltung zuständig ist Beda Achermann. Dieser zeichnete 2017 für das Redesign der deutschsprachigen Ausgabe des <a href="https://bellevue.nzz.ch/mode-beauty/relaunch-der-zeitschriften-marke-das-neue-interview-ist-rau-und-ungeschliffen-ld.147559" target="_blank" rel="noopener">Warhol-«Interview»</a> verantwortlich.</p>
<p>Konzept, Name und Grafik: Die Parallelen sind offensichtlich, aber Ringier erwähnt Andy Warhols «Interview» nirgends. Von Verleger und Kunstsammler Michael Ringier, für den das Magazin eine <a href="https://www.blick.ch/people-tv/schweiz/ringier-lanciert-interview-exklusive-gespraeche-mit-aussergewoehnlichen-persoenlichkeiten-blaettern-statt-scrollen-wie-erfrischend-id16962203.html" target="_blank" rel="noopener">«Herzensangelegenheit»</a> ist, würde man so viel Warhol-Kenntnis erwarten.</p>
<p>Auf Anfrage der MEDIENWOCHE sagt Ringier-Sprecherin Johanna Walser, das Magazin sei weder als Hommage und schon gar nicht als Kopie von Warhols Version zu verstehen, sondern als komplett eigenständiges Projekt – daher habe sich auch niemand zu den Parallelen geäussert.</p>
<h3>The Ugly – Holocaust-Mahnmal beim Nebelspalter</h3>
<p>«Nebelspalter»-Autor Stefan Millius bebilderte einen Artikel über Betonblöcke, anlässlich der Abriegelung des Restaurants «Walliserkanne» in Zermatt, mit einem Foto des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Nach einem Shitstorm auf Twitter hat er das Foto auf der Webseite ausgewechselt.</p>
<p>Auf Anfrage der MEDIENWOCHE schreibt Millius, es handle sich hier nicht um eine Fehlleistung des Nebelspalters, sondern um seine persönliche. Eine <a href="https://pixabay.com/images/search/betonbl%C3%B6cke/" target="_blank" rel="noopener">Bildsuche nach Betonblöcken</a> habe nur wenige brauchbare Treffer ergeben: «Ich habe unter Zeitdruck zu wenig auf Details geachtet und ohne Nachzudenken das Bild genommen, das fürs Auge am meisten hergab, ohne mir in dem Moment bewusst zu sein, was es zeigte». Natürlich kenne er das Mahnmal. Weil auf dem Foto aber nur ein Ausschnitt zu sehen ist, habe er den Zusammenhang nicht gemacht. Das Bild sei so nicht nur deplatziert, sondern habe von seiner Bedeutung her im Artikel auch nichts zu suchen – «und ich bedauere die Nachlässigkeit». Dass das Titelbild das Holocaust-Mahnmal zeigt, sei also vor den Hinweisen auf Twitter niemandem aufgefallen. Wer soll das glauben?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/11/06/20-minuten-ringier-nebelspalter/">20 Minuten, Ringier, Nebelspalter</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Phänomenal banal</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/02/03/phanomenal-banal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 08:38:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Warhol]]></category>
		<category><![CDATA[Interview Magazine]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Koch]]></category>
		<category><![CDATA[Truman Capote]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jetzt ist sie da, die deutsche Ausgabe von Andy Warhols legendärem Magazin «Interview». Das 270-Seiten-Ding protzt mit voluptuösen Close-Ups, Neon-Schriftzügen und phänomenal banalen Interviews. Das Ergötzen beginnt mit dem Cover: Pop-Sternchen Lana Del Rey mit viel Khol auf den Lidern und einer Hummel auf dem Schmollmund. Sie ist Sex, Lolita und Glamour. So ist auch <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/03/phanomenal-banal/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jetzt ist sie da, die deutsche Ausgabe von Andy Warhols legendärem Magazin «Interview». Das 270-Seiten-Ding protzt mit voluptuösen Close-Ups, Neon-Schriftzügen und phänomenal banalen Interviews. Das Ergötzen beginnt mit dem Cover: Pop-Sternchen Lana Del Rey mit viel Khol auf den Lidern und einer Hummel auf dem Schmollmund. Sie ist Sex, Lolita und Glamour. So ist auch «Interview».</strong></p>
<p>Irgendwann im vergangenen Sommer erreichten uns Gerüchte aus Berlin: Andy Warhols <a href="http://blog.interview.de/" target="_blank" rel="noopener">«Interview Magazine»</a> werde bald auf Deutsch erscheinen. Oh mein Gott, flüsterten die Vollblut-Fans, die samstags an Flohmärkten nach alten Ausgaben des amerikanischen Originals suchen. Luki ist einer davon. Er ist Hundesitter, Model, DJ und nach eigenen Angaben immer pleite und gaga. Bis zu fünfzig Franken bezahlt er für eine Vintage-Ausgabe von Andy Warhols «Interview Magazine». Warum? «Den gaga Interviews wegen, was denkst du denn?», sagt der 28-jährige Zürcher. Er meint Interviews wie dieses, am 22. November 1978 um 11.30 Uhr im New Yorker Restaurant La Petite Marmite geführt:</p>
<blockquote><p><em>Andy Warhol</em>: Hat er noch einen Schwanz?<br />
<em>Truman Capote</em>: Nein, hat er nicht. Sie haben ihn ja abgeschnitten.<br />
<em>Warhol</em>: In wen warst du damals verliebt?<br />
<em>Capote</em>: In keinen. Ich habe dir schon gesagt, dass ich da erst 17 war.<br />
<em>Warhol</em>: Ich fand’s toll an diesem Nachmittag, als der Taxifahrer sagte: «Danke, Mr. Caput». Truman, was war bislang die beste Version deines Namens?<br />
<em>Capote</em>: Cup-a-tea.<br />
<em>Warhol</em>: Das ist gut.<br />
<em>Capote</em>: Ich hatte einen sehr sarkastischen Lehrer, der immer sagte: «Und wie geht’s Mr. Cup-a-tea aujourd’hui?»</p></blockquote>
<p>Phänomenal banale Fragen, con forza und glamourös. Das war Andy Warhols Vision, als er 1969 «Interview» gründete, das grossformatige, farbige Gedruckte, das zum Magazin aller Magazine mutieren würde. Interview, weil sich darin Akteure aus der Kreativszene gegenseitig befragen. In der deutschen Ausgabe fragt Arianna Huffington (Gründerin der «Huffington Post») ob Scarlett Johansson ein Lieblingstier hat (ja, hat sie, einen Kapuzineraffen namens Crystal) oder Clint Eastwood sagt Angelina Jolie, dass er ihr schönes Gesicht vermisst und fragt «gibt es viele Filme über den Krieg in Bosnien?» (ja, einige, aber Jolies Regiedebüt «In the Land of Blood and Honey» wird der erste Bosnien-Krieg-Film sein, der in Hollywood Beachtung findet). Wer sich für einmal Mal nicht im Kontext Krieg präsentiert, ist der beispiellose Kriegsfotograf James Nachtwey. Auf zehn Seiten zeigt er seine Wahlheimat Bangkok und erzählt von seinen Erfahrungen, Assoziationen, seinem Rollenselbstverständnis.</p>
<p>Sie darf noch frecher werden, avantgardistischer, die kleine Schwester des amerikanischen «Interview Magazine». Und das wird sie bestimmt mit dem 36-jährigen Berliner Chefredaktor Jörg Koch, der auch Verleger und Chefredaktor des englischsprachigen Kulturmagazins «o32c» ist, das 2007 von der «New York Times» zum «Best Magazine of The World» gekürt wurde. Mit an Bord sind auch Adriano Sack, ehemaliger Ressortleiters des Kulturteils der «Welt am Sonntag» und Jörg Harlan Rohleder, der früher für «Vanity Fair» und «Focus» geschrieben hat.</p>
<p>Die Fleur von «Interview» ist dessen Haptik. Es ist ein Erlebnis, dieses Heft in den Händen zu halten. Es ist gross, schwer, 270 Seiten dick, eine volle Wucht. Man fühlt sich wie eine Mutter, die ihr Neugeborenes stolz in die Luft stemmt oder wie eine emsige Hausfrau, die eine hausgemachte Schwarzwäldertorte zu den Gästen an den Tisch trägt. Beide Szenen haben etwas gemein: Loslassen darf und kann man nicht. Dafür hat das Kölner Kreativbüro Meiré und Meiré, das auch das Layout der «Neuen Zürcher Zeitung» und von «NZZ Folio» konzipiert hat, gesorgt. Hoch ästhetisierte Fotoshootings, voluptuöse Close-Ups, ein harmonisches Wirrwarr an verschiedenen Schriften, Glyphen und Seitenumrahmungen mit Sternen in den vier Ecken. Die deutsche «Interview» protzt mit ihrer Optik. Die dünnen Hochglanzseiten kann man gut als Geschenkpapier verwenden. Das sei als Lob gemeint.</p>
<p>Was dem Berliner «Interview-Magazine» fehlt, ist ein konsequenterer Bezug zur deutschsprachigen Kreativszene. Nur zwei Interviews wurden auf Deutsch geführt und wiedergegeben. Bei denen fegt es, hat es Tempo, Sturm und Drang. Bei Übersetzungen gehen authentische Elemente, die unübersetzbaren, gerne verloren. Jetzt schon wird das neue «Interview Magazine» in der deutschen Presse hoch geadelt. «Welt Online» nannte das Heft «eine Art amüsant intellektuelle Vogue».</p>
<p>Was hätte Andy Warhol zu alledem gesagt? Aliona Doletskaya, Chefredaktorin der russischen «Interview» und Bob Colacello, ehemaliger Chefredaktor der amerikanischen «Interview» unterhalten sich in der deutschen Ausgabe darüber:</p>
<blockquote><p><em>Aliona Doletskaya</em>: Wie hätte Andy Warhol die Idee gefunden, in Russland und Deutschland «Interviews» zu machen?<br />
<em>Bob Colacello</em>: Ich glaube, er hätte das gut gefunden. Er hat nie eine Gelegenheit ausgelassen, Geld zu verdienen.<br />
<em>Doletskaya</em>: Ich glaube, er würde heute wie wahnsinnig twittern.<br />
<em>Colacello</em>: Na klar, wenn er der geblieben wäre, der er in den 70ern war, würde er mit Paris Hilton und Lindsay Lohan abhängen. Er hätte 20 Millionen Follower auf Twitter und würde mit Ashton Kutcher ein Start-up gründen.<br />
<em>Doletskaya</em>: Was ist Ihre liebste Erinnerung an Andy Warhol?<br />
<em>Colacello</em>: Ach, es gibt so viele. Die gemeinsamen Taxifahrten nach der Party.</p></blockquote>
<p><em>Die deutsche und amerikanische Ausgabe von «Interview Magazine» ist an gut sortierten Kiosken für 9 bzw. 14 Franken erhältlich. Abonnieren können Schweizer nur das amerikanische «Interview Magazine», der Verlag in Deutschland arbeitet noch daran.</em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/03/phanomenal-banal/">Phänomenal banal</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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