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	<title>Mag20 | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 18 May 2018 16:25:07 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Fatales Missverständnis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Oct 2012 09:39:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Georges Bindschedler]]></category>
		<category><![CDATA[Mag20]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Bucheli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach sieben Ausgaben stellt Mag20 den Betrieb bereits wieder ein. Dem bimedialen Mitmachmagazin drohte das Geld auszugehen. Deshalb hat Gründer und Verleger Markus Bucheli den Stecker gezogen. Grund für das vorzeitige Aus ist ein Missverständnis um die Rolle des Geldgebers. Das ging schnell, sehr schnell sogar. Erst am 10. August hielt man die Nullnummer in <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/02/fatales-missverstaendnis/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach sieben Ausgaben stellt Mag20 den Betrieb bereits wieder ein. Dem bimedialen Mitmachmagazin drohte das Geld auszugehen. Deshalb hat Gründer und Verleger Markus Bucheli den Stecker gezogen. Grund für das vorzeitige Aus ist ein Missverständnis um die Rolle des Geldgebers.</strong></p>
<p>Das ging schnell, sehr schnell sogar. Erst am 10. August hielt man die Nullnummer in den Händen und keine zwei Monate später landet schon die letzte Ausgabe im Briefkasten. Am letzten Sonntag gab der Verleger <a href="http://mag20.com/artikel/betriebsunterbruch-bei-mag20" target="_blank">bekannt</a>, den Betrieb «auf unbestimmte Zeit einzustellen», was de facto dem Ende gleichkommt.</p>
<p>Mag20 sollte ein modernes Mitmachmagazin werden: Anstelle einer Redaktion entscheiden die Leser über den Inhalt des Hefts. Die zwanzig Beiträge mit den meisten «Likes» und Online-Empfehlungen werden gedruckt und jeden Freitag 50&#8217;000-fach in Schweizer Städten verteilt und zahlenden Abonnenten per Post zugestellt. Dass sich damit kurzfristig kein Geld verdienen lässt, war Markus Bucheli sehr wohl bewusst; auch mit der Möglichkeit zu scheitern, hat der branchenfremde Jungverleger gerechnet. Doch trotz grossem Risiko war Bucheli kein Hasardeur. Als gelernter Wirtschaftsprüfer kennt er sich mit Geschäftszahlen aus und konnte auch ohne Mühe einen Businessplan erstellen, der den Namen verdient. In einem Punkt allerdings liess sich Bucheli zu stark von der Euphorie leiten – was dem Projekt zum Verhängnis werden sollte.</p>
<p>Mit Georges Bindschedler schien ein potenter Investor gefunden worden zu sein. Der Berner Anwalt, professionelle Verwaltungsrat und BaZ-Miteigentümer machte tatsächlich eine Zusage. Worüber genau, gehen heute die Meinungen auseinander. «Es ging nie darum, dass ich Mag20 finanzieren würde», sagt Bindschedler auf Anfrage. «Ich hab Markus Bucheli lediglich ein kleines Darlehen für den Start gewährt. Mein Engagement war als reine Goodwill-Geste zu verstehen für ein Projekt, das ich sympathisch und spannend fand.»</p>
<p>Markus Bucheli dagegen verstand die Zusage Bindschedlers als mittelfristiges Engagement, um den Betrieb in der Aufbauphase von rund eineinhalb Jahren finanziell zu sichern. Doch gefehlt. Bucheli weiss heute auch weshalb: «Da es keine schriftliche Vereinbarung über das finanzielle Engagement von Georges Bindschedler gab, habe ich in die mündliche Abmachung offenbar zu viel hineininterpretiert.» Ob das die ganze Wahrheit ist, oder ob nicht Bindschedler plötzlich seine Meinung geändert hat und von seinem anfänglichen Versprechen abgerückt ist, lässt sich heute nicht belegen. Tatsache ist, dass auch die Medienwoche Bindschedler <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/13/gesicherter-start-ins-ungewisse/" target="_self">so verstanden hatte</a>, dass er sich mit einem substanziellen Beitrag bei Mag20 engagieren würde.</p>
<p>Das Missverständnis konnte vielleicht auch deshalb entstehen, weil Bindschedler tatsächlich eine weiterreichende Finanzierung in Aussicht gestellt hatte – allerdings nicht aus seinen privaten Mitteln, sondern über die Medienvielfalt-Holding. Mit dem Vehikel, das Tito Tettamanti und eine Reihe Getreuer für die Übernahme der Basler Zeitung geschaffen hatten, sollten auch andere Medienprojekte unterstützt werden. Ob das Gesuch für Mag20, das Bindschedler dem Verwaltungsrat der Holding vorgelegt hat, an der Sitzung Ende November überhaupt noch behandelt wird, ist nach der Einstellung des Magazins ungewiss.</p>
<p>Allzu viel Hoffnung auf einen baldigen Neustart macht sich Markus Bucheli deshalb keine. Für den Mag20-Gründer war von Beginn an klar, dass er sein Projekt nur mit Investoren zum Fliegen bringen würde. Allein mit Werbung lässt sich eine wöchentliche Auflage von 50&#8217;000 Heften zu 48 Seiten nicht finanzieren. Sollte es dereinst in der einen oder anderen Form weitergehen, müsste die Finanzierung vorher einwandfrei gesichert sein. «Für mich ist es neben der Enttäuschung über das vorzeitige Ende von Mag20 auch ein Lehrstück», sagt Markus Bucheli. Ein Lehrstück in Kostenmanagement im Printbereich. Eine Möglichkeit, die Ausgaben zu senken, wäre die Umstellung auf eine monatliche Erscheinungsweise anstelle der wöchentlichen. Denn abgesehen von Druck und Vertrieb ist Mag20 ein schlankes Projekt.</p>
<p>Man mag Papierqualität, Layout und die Qualitätsunterschiede der Artikel kritisieren, aber Themenvielfalt und Diskussionskultur auf der Onlineplattform mag20.com wiesen in eine vielversprechende Richtung. In den sieben Lebenswochen konnte sich eine Community mit einer Nutzerkultur etablieren, die für eine weitere Entwicklung positiv stimmte. Dennoch hinterlässt das Projekt keine Lücke, ein überwältigendes Bedürfnis hätte sich anders geäussert. Doch ein Experiment, und als das war der Betrieb auch angelegt, muss nicht a priori den Massengeschmack treffen, sondern kann auch in einer Nische heranwachsen. Bucheli bleibt deshalb optimistisch: «Es könnte gut sein, dass es einen Relaunch von Mag20 gibt. Schliesslich war Mag20 auf einem guten Weg und wir könnten mit relativ wenig Aufwand wieder darauf zurückkehren.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/02/fatales-missverstaendnis/">Fatales Missverständnis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Gesicherter Start ins Ungewisse</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/08/13/gesicherter-start-ins-ungewisse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Aug 2012 12:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Mag20]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am nächsten Freitag geht es los: In sieben Schweizer Städten wird erstmals das Wochenmagazin Mag20 kostenlos verteilt. Dank einem Darlehen von BaZ-Investor Georges Bindschedler, ist die Startphase des Medienexperiments finanziell gesichert. Die Erstausgabe des Magazins liefert noch keinen Hinweis darauf, ob das Konzept mit einer aktiven Leser-Community anstelle einer Redaktion funktioniert. Freitagabend, eine Bar im <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/13/gesicherter-start-ins-ungewisse/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am nächsten Freitag geht es los: In sieben Schweizer Städten wird erstmals das Wochenmagazin Mag20 kostenlos verteilt. Dank einem Darlehen von BaZ-Investor Georges Bindschedler, ist die Startphase des Medienexperiments finanziell gesichert. Die Erstausgabe des Magazins liefert noch keinen Hinweis darauf, ob das Konzept mit einer aktiven Leser-Community anstelle einer Redaktion funktioniert.</strong></p>
<p>Freitagabend, eine Bar im Zürcher Kreis 1, gut hundert junge Menschen, die meisten höchstens 30 und nach ihrem Äusseren zu beurteilen kreativ und kommunikativ tätig, feiern mit dem obligaten Apéro riche den Start eines neuen Medienprojekts. Das wäre nichts Nennenswertes, ja ganz Alltägliches, wenn hier ein digitales Irgendwas gelauncht worden wäre. Doch an diesem Abend traf man sich, um die erste Ausgabe <a href="http://mag20.com/artikel/mag20-201201" target="_blank">eines gedruckten Magazins</a> zu begiessen. Und zwar nicht eines für Life und Style, wofür ja selbst die sonst Papierabstinenten noch Geld auszugeben bereit sind.</p>
<p>Mag20 bietet Lesestoff entlang der klassischen Ressortstrukturen von Politik und Wirtschaft bis Kultur und Gesellschaft. Was das Heft von anderen unterscheidet: Es gibt keine Redaktion. Die Leser entscheiden, was ins Blatt kommt, indem sie die von Partnermedien und Einzelpersonen <a href="http://mag20.com/authors" target="_blank">bereitgestellten Texte</a> zum Druck vorschlagen. Die 20 Artikel mit den meisten Stimmen erscheinen als Mag20 (siehe auch <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/29/eine-demokratische-auswahl/" target="_blank">Medienwoche vom 29. Juni</a>). Das erste Heft, das am nächsten Freitag 50&#8217;000fach in sieben Deutschschweizer Städten verteilt wird, ist noch nicht nach diesem Prinzip zusammengestellt, da die <a href="http://mag20.com/" target="_blank">Votingplattform</a> erst am Sonntag für das Publikum geöffnet wurde. Wie sich das Experiment anlässt, werden erst die folgenden Ausgaben zeigen.</p>
<p>Medienexperimente scheitern oft deshalb, weil man ihnen zu wenig Zeit gibt. Damit es Mag20 nicht auch so ergeht, hat Georges Bindschedler das Portemonnaie geöffnet. Der Berner Jurist und frühere Verwaltungsratsvize von Espace Media (heute Tamedia) gehört zusammen mit Tito Tettamenti zu den <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/20/blochers-garantie-war-entscheidend/" target="_blank">Besitzern der Basler Zeitung</a>. «Das Projekt von Herrn Bucheli sehe ich als ein spannendes Experiment für die Medienbranche, wie es sie leider viel zu wenig gibt», begründet Bindschedler seine Motivation, als Privatperson Mag20 zu unterstützen. Um welchen Betrag es sich handelt, ist nicht zu erfahren. Für Jungverleger Bucheli kommt der Geldsegen einigermassen überraschend. «In meinem ursprünglichen Businessplan hatte ich eine solche Finanzierung nicht vorgesehen gehabt», sagt Markus Bucheli im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Der gelernte Wirtschaftsprüfer trat mit dem unternehmerischen Ehrgeiz an, sein Gratismagazin allein über Werbung zu finanzieren. Aber jetzt, da das Geld in Aussicht steht, sagt der Jungverleger natürlich nicht Nein, Unternehmerstolz hin oder her. «Ich hätte wohl einige schlaflose Nächte verbracht, wenn Mag20 nur aus dem Markt heraus hätte finanziert werden müssen», sagt Bucheli.</p>
<p>Der Kontakt zum Darlehensgeber kam über die Zeitschrift «Schweizer Monat» zustande. Das liberale Magazin, in dessen «Freundeskreis» sich Bindschedler engagiert, bietet Mag20 in der Startphase Texte zur Zweitverwertung an. Bindschedler hat sich einigermassen spontan entschieden, das Medienprojekt zu unterstützen: «Es war auch ein Bauchentscheid», gesteht er im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. «Ich habe mich schon ein bisschen von Buchelis Begeisterung anstecken lassen.» Er finde vor allem den Aspekt interessant, dass die Leser den Inhalt der Zeitschrift selbst zusammenstellen. «Bei Mag20 sieht man, was die Leute wirklich wollen», sagt Bindschedler. Gleichzeitig sei das natürlich auch der Knackpunkt. «Wenn die Community keine kritische Grösse erreicht, bestimmen ein paar wenige, was 50&#8217;000 Leute lesen sollen.» Dessen ist sich auch Bucheli bewusst. Deshalb wird es nun eine seiner vorrangigen Aufgaben sein, das Publikumsvoting bekanntzumachen und eine aktive Lesercommunity aufzubauen.</p>
<p>Was schon heute klar ist: Markus Bucheli hat mit seiner Idee den Nerv der Zeit getroffen. Eine «Versöhnung» von Print und Online, ein Medienprojekt, das Stärken beider Publikationsformen vereint, darauf scheint die oft ratlose Branche gewartet zu haben. Wohl auch deshalb machten Berichte über die bevorstehende Lancierung von Mag20 in <a href="http://meedia.de/print/verleger-startet-zeitschrift-ohne-journalisten/2012/06/29.html" target="_blank">ganz Europa</a> <a href="http://planetasmi.ru/blogi/comments/16964.html" target="_blank">die Runde</a> und an den <a href="http://www.medientage.de/referentendetail.php?vorname=Markus&amp;nachname=Bucheli" target="_blank">Medientagen München</a> wird Jungverleger Bucheli neben deutscher Branchenprominenz über neue Medienmodelle diskutieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/13/gesicherter-start-ins-ungewisse/">Gesicherter Start ins Ungewisse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Eine demokratische Auswahl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2012 07:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Mag20]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Bucheli]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschrift]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neuverleger Markus Bucheli lanciert mit Mag20 eine wöchentliche Zeitschrift ohne Journalisten. Die Inhalte für das ambitionierte Projekt kommen ab dem August von Lesern und Verlagspartnern. Welche 20 Beiträge ins Mag kommen, bestimmen die Besucher der Website. Mag20, das ist eine Website. Und ein daraus entstehendes Printmagazin, das ab dem 16. August jeden Freitag in einer <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/29/eine-demokratische-auswahl/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/29/eine-demokratische-auswahl/">Eine demokratische Auswahl</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neuverleger Markus Bucheli lanciert mit Mag20 eine wöchentliche Zeitschrift ohne Journalisten. Die Inhalte für das ambitionierte Projekt kommen ab dem August von Lesern und Verlagspartnern. Welche 20 Beiträge ins Mag kommen, bestimmen die Besucher der Website.</strong></p>
<p><a href="http://www.mag20.ch/">Mag20</a>, das ist eine Website. Und ein daraus entstehendes Printmagazin, das ab dem 16. August jeden Freitag in einer Auflage von vorerst 50.000 Exemplaren kostenlos unter die Leute gebracht werden soll: von Studenten in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur, Zug und Zürich. Der Erscheinungstermin am Freitagmorgen kann auch als Angriff auf «20 Minuten Friday» gesehen werden: Eine Alternative mit mehr Inhalten und weniger Style und Promis. Als E-Paper ist das Magazin kostenlos erhältlich und per Post zu den Portokosten.</p>
<p>Ein Artikel kommt wie folgt ins Heft:</p>
<ol>
<li>Wird er auf der Website <a href="http://www.mag20.ch/">Mag20.ch</a> hochgeladen und publiziert (eine kurze Anmeldung vorausgesetzt)</li>
<li>Stimmen die Mag20-Nutzer mittels Facebook, Twitter und Google+ bis Redaktionsschluss am Sonntagabend um 24 Uhr darüber ab.</li>
<li>Werden die 20 Artikel mit der grössten Resonanz (die Top4 in den Rubriken Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Wissen) ausgewählt, sanft redigiert und dann gedruckt.</li>
</ol>
<p>Journalisten werden dafür keine beschäftigt, vorerst will Mag20 mit nur zwei Mitarbeitern auskommen: dem Firmenchef und einer Person im Backoffice, alles andere ist ausgelagert. Das betrifft das Anzeigenmarketing (noch offen), die Aufbereitung des Magazins (Pascal Zgraggen von Aformat), das Lektorat (Claudia Walder von der Text-it GmbH) und die Ergänzung der Beiträge mit Fotos (Keystone).</p>
<p>Diese minimale Besetzung ist möglich, weil die Texte von den Nutzern der Website kommen und von ihnen ausgewählt werden. Weiter arbeitet Mag20 mit Fotografen zusammen, deren Werke in jeweils einer Ausgabe präsent sind. Und mit Verlagspartnern, die einen gewissen Grundstock an Beiträgen mit Qualität garantieren. Beiträge zugesagt haben bisher <a href="http://journal21.ch/">Journal21</a>, der <a href="http://www.schweizermonat.ch/">Schweizer Monat</a>, das <a href="http://www.punktmagazin.ch/">Punkt Magazin</a>, <a href="http://www.blogwerk.com/">Blogwerk</a>, <a href="http://reportagen.com/">Reportagen</a>, <a href="http://bar-storys.ch/">Bar-Storys</a>,  <a href="http://www.transhelvetica.ch/">Transhelvetica</a>, <a href="http://www.aminachaudri.ch/">Amina Chaudri</a>, <a href="http://www.thebrander.com/?lang=DE">The Brander</a>, <a href="http://www.dieperspektive.ch/">Die Perspektive</a>, <a href="http://www.politnetz.ch/">Politnetz.ch</a> und das Familienblog <a href="http://www.dieangelones.ch/">Die Angelones</a>. Bei den Beiträgen handelt es sich um Zweitverwertungen, aber nicht ausschliesslich, sagt Bucheli.</p>
<p>Entlöhnt werden die Text- und Bildproduzenten und die Verlagspartner mit Aufmerksamkeit. Für erstere wird ein Kurzporträt abgedruckt, für letztere ein Logo. «20 Beiträge pro Woche reinzukriegen, ist nicht das Problem. Es ist der Verkauf der Werbung, auf den es ankommt, wie bei anderen Printprodukten auch», sagt Bucheli, den die bisherigen Gespräche mit Werbetreibenden zuversichtlich stimmen. Einerseits ist er über sich selbst erstaunt, dass er diese «Schnapsidee», wie er sie nennt, jetzt tatsächlich durchzieht. Andererseits ist er überzeugt vom Projekt und dementsprechend optimistisch gestimmt. Es geht es ihm wie jedem anderen Jungunternehmer auch.</p>
<p>Support von mindestens einem alten Hasen aus der Journalistenszene könnte dem Projekt gut tun, denkt man sich, denn Markus Bucheli, Jahrgang 1984, wohnhaft seit 2008 in Zürich, hat noch keine verlegerische oder journalistische Erfahrung. Bis Ende März arbeitete er, durchaus zufrieden mit dem Job, als Wirtschaftsprüfer bei PricewaterhouseCoopers (PwC). Doch die Idee von Mag20, die er zuerst zusammen mit einem Partner verfolgte, von dem er sich im März im Guten trennte, hat ihm keine Ruhe gelassen. Er kann nicht verstehen, warum das bisher niemand sonst ausprobiert hat und will dieses Projekt jetzt einfach mal durchziehen. Und er tritt auch an für mehr Medienvielfalt: Dass sich fünf Grossverlage den Markt zu einem guten Teil unter sich aufteilen, findet er nicht richtig, da seines Erachtens viele gesellschaftlich relevante Themen zu wenig Beachtung finden.</p>
<p>Wie viel Geld zur Verfügung steht, ist unklar. Die Mag20 AG wurde <a href="http://infocube.ch/de/c/6808980/mag20-ag">in Sarnen gegründet</a> und hat 100 Namensaktien zu 1000 Franken herausgegeben: «Die Gesellschaft bezweckt die Herstellung und den Vertrieb von Zeitschriften sowie die Zusammenarbeit mit anderen Informations- und Unterhaltungsmedien.» Einziges Mitglied des Verwaltungsrats ist Bucheli selbst, der angibt, die Firma zu 100 Prozent aus dem eigenen Ersparten zu finanzieren und keine Schulden aufnehmen zu wollen. Ob das ausreicht, um das Produkt im Markt zu etablieren? Heiner Hug vom Verlagspartner «Journal 21» hält das Projekt zwar für ambitioniert, doch es gefällt ihm gut. «Bucheli hat jugendliches Feuer. Ich hoffe, er hat den langen Atem &#8211; und etwas Geld im Rücken.»</p>
<p>Wenn Mag20 scheitere, dann sei das kein Unglück, sagt Bucheli. Bis Ende 2012 gibt er dem Projekt Entfaltungszeit, dann will er entscheiden, wie es weitergeht. Die Firma wird vorerst beim Vermarkter Mediabox in Zürich-Binz unterkommen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/29/eine-demokratische-auswahl/">Eine demokratische Auswahl</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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