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	<title>Medienkritik | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 30 Jun 2021 06:50:57 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Weltwoche zeigt Deutschland, wie Weltwunder-Journalismus geht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/06/30/weltwoche-zeigt-deutschland-wie-weltwunder-journalismus-geht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2021 06:50:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Deutschen sind eigentlich echt ganz okay, findet Weltwoche-Chefredakteur Roger Klöppel, nur die Medien sind ein Problem. In einer Sonderausgabe lässt er unter anderem Matthias Matussek, Thilo Sarrazin, Harald Martenstein, Kai Diekmann, Jan Fleischhauer, Franz Josef Wagner und Boris Reitschuster über Deutschland schreiben. Es ist natürlich furchtbar, aber vor allem auch furchtbar langweilig.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/30/weltwoche-zeigt-deutschland-wie-weltwunder-journalismus-geht/">Weltwoche zeigt Deutschland, wie Weltwunder-Journalismus geht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutschen sind eigentlich echt ganz okay, findet Weltwoche-Chefredakteur Roger Klöppel, nur die Medien sind ein Problem. In einer Sonderausgabe lässt er unter anderem Matthias Matussek, Thilo Sarrazin, Harald Martenstein, Kai Diekmann, Jan Fleischhauer, Franz Josef Wagner und Boris Reitschuster über Deutschland schreiben. Es ist natürlich furchtbar, aber vor allem auch furchtbar langweilig.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/30/weltwoche-zeigt-deutschland-wie-weltwunder-journalismus-geht/">Weltwoche zeigt Deutschland, wie Weltwunder-Journalismus geht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die «Republik» und die Kritik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/07/18/die-republik-und-die-kritik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2018 06:55:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einem halben Jahr hat sich die «Republik» aufgemacht, zu zeigen, was Demokratie-relevanter Journalismus leisten kann. Den Anspruch löste das Online-Magazin mit einer Serie über das Bündner Baukartell ein: die politische Landschaft Graubündens geriet kurz in Bewegung. Doch wer kontrolliert die Kontrolleure? Kritischen Fragen zur Machart der wunderbaren Whistleblower-Saga aus den Bergen des Südostens begegnet <a href="https://medienwoche.ch/2018/07/18/die-republik-und-die-kritik/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor einem halben Jahr hat sich die «Republik» aufgemacht, zu zeigen, was Demokratie-relevanter Journalismus leisten kann. Den Anspruch löste das Online-Magazin mit einer Serie über das Bündner Baukartell ein: die politische Landschaft Graubündens geriet kurz in Bewegung. Doch wer kontrolliert die Kontrolleure? Kritischen Fragen zur Machart der wunderbaren Whistleblower-Saga aus den Bergen des Südostens begegnet die «Republik» wenig souverän. Warum so gereizt?</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Republik-Kritik_20180717.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-59539" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Republik-Kritik_20180717.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Republik-Kritik_20180717-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Republik-Kritik_20180717-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Republik-Kritik_20180717-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/07/MW-Republik-Kritik_20180717-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Die vierteilige Serie über das <a href="https://www.republik.ch/2018/04/24/das-kartell-teil-1-der-aussteiger" rel="noopener" target="_blank">Bündner Baukartell</a> war das, was man früher einen Brummer genannt hätte. Grosses Echo aller Orten, die «Republik» <a href="https://www.persoenlich.com/medien/baukartell-story-erscheint-gedruckt" rel="noopener" target="_blank">druckte ihre Erfolgsstory sogar auf Papier</a> und kann sich im ersten Jahr ihrer Existenz bereits aufs Revers heften, dass sie <a href="https://www.watson.ch/schweiz/gesellschaft%20&#038;%20politik/795326424-buendner-bauskandal-jetzt-zieht-der-bdp-regierungsratskandidat-doch-konsequenzen" rel="noopener" target="_blank">die Karriere eines hoffnungsfrohen Regierungsrats-Kandidaten beendet</a> hat.</p>
<p>Der entsprechende Artikel in der «Republik» ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Brummer, er umfasst 125&#8217;000 Anschläge. Zum Vergleich: Auf einer eher textlastigen Zeitungsseite im Normalformat haben 12&#8217;500 Anschläge platz; wir sprechen also von zehn Seiten. Kein Artikel, eine Erzählung, modern-deutsch ein Narrativ. Wie jeder weiss, braucht eine solche Strecke Hilfsmittel, damit der geneigte Leser nicht unterwegs wegschnarcht, angesichts einer modernen Aufmerksamkeitsspanne von weniger als 10 Sekunden im Schnitt im Internet.</p>
<p>Aufmerksamkeit erzielt man darüber hinaus nicht mit trockenen Fakten und der Aneinanderreihung von Zahlen. Denn die Einschaltquote bei Wirtschaftsartikeln ist sehr niedrig, wenn es um die Zukunft der Bilanz der Schweizerischen Nationalbank in Form von Szenarien geht. Sie ist viel höher, wenn es um die Schilderung der U-Haft eines prominenten Ex-Bankers geht. Sie ist noch viel höher, wenn es um die Beschreibung seines Privat- und Liebeslebens geht. Und was für die «Schweizer Illustrierte» recht ist, kann doch für die «Republik» nicht falsch sein: Es muss menscheln, es muss triefen, es müssen Emotionen her. Triumph und Niederlage, Tragödie und Drama, Ungerechtigkeit und Leiden. Gewalt, Suizidgedanken, der gute Eine gegen die bösen Viele, der Mensch gegen die Macht, der Winkelried, der Whistleblower.</p>
<p>Nur so gelingt es, eine bereits erzählte Story künstlich zu beatmen und wiederzubeleben. Denn das Schicksal von Adam Quadroni wurde schon längst geschildert. Ohne grosse Resonanz. Seine Anzeige bei der Wettbewerbskommission, Versuche, ihn deswegen fertigzumachen, alles kalter Kaffee. Ausser, er wird von Meistern des Herzschmerzgenres neu aufgebrüht. Die «Republik» hat begabte Imitatoren des Gossen-Goethe Franz-Josef Wagner, seit Jahrzehnten deutscher Champion des Gefühlsdusels. Das Problem ist nur: Wie auch jeder Bollywood-Brummer einen unbezweifelbar guten Helden und unbezweifelbar böse Schurken braucht, muss das auch eine Erzählung haben, die sich über Seiten und Seiten hinstreckt.</p>
<blockquote><p>Der Anspruch der «Republik» ist ja nicht gerade klein. Sie will den Journalismus retten, damit auch die Demokratie, also eigentlich die ganze Welt, oder doch zumindest die Schweiz.</p></blockquote>
<p>Leider ist aber die Realität nicht so. Sie ist nicht schwarz, sie ist nicht weiss, sie ist nicht einmal grau. Sie ist kunterbunt, komplex, kompliziert, wie das Innenleben jedes Menschen, wie seine Biografie, wie seine Handlungen. Eigentlich ist es nur dem Boulevard-Journalismus auferlegt, mangels Platz und wegen der Verwendung grosser Buchstaben auch komplizierte Probleme auf Einfaches herunterzubrechen. Die Agonie der Swissair? Kompliziert, da muss halt der «Super-Mario» ran. Personalisiert, idealisiert, Problem gelöst. Wenn das aber auf 125&#8217;000 Anschlägen stattfindet, dann gibt es ein gröberes Problem. Denn der Anspruch der «Republik» ist ja nicht gerade klein. Sie will den Journalismus retten, damit auch die Demokratie, also eigentlich die ganze Welt, oder doch zumindest die Schweiz.</p>
<p>Da stellt sich nun die Frage, ob dieses Stück über den Bündner Bauskandal tatsächlich stilbildend und zukunftsweisend ist. Wie sieht das die Redaktion der «Republik»? Ihre Reaktionen – das sei vorweg genommen – sind bedenklich. Denn schnell kratzten andere Medien, darunter so verschieden positionierte wie der «Blick» und die «Weltwoche», am Heiligenschein Quadronis, den ihm die «Republik» aus Gründen des Storytelling aufgesetzt hatte. Verfahren gegen ihn wegen Betrugsverdacht, massenhafte Betreibungen, sogar Geschwister gehen juristisch gegen ihn vor, weil er sie um ihr Erbe betrogen haben soll. Steht alles so nicht im «Republik»-Artikel. Die hätte nun souverän reagieren können und sagen, dass das aus dramaturgischen Gründen und um dem Skandal möglichst hohe Aufmerksamkeit zu geben, nur en passant erwähnt wurde. Sie reagierte aber ranzig und beschimpfte Journalisten, die sich kritisch äusserten, als «Kläffer». Nicht gerade die feine Art, auch wenn das in den üblichen ellenlangen Episteln versteckt wurde, die eins ums andere Mal beweisen, dass Constantin Seibt sicher ein begabter Schreiber ist, aber das Verhältnis zwischen Form und Inhalt eigentlich nie im Griff hat.</p>
<blockquote><p>In einer People-Story muss man alle Fakten über seinen Helden auf den Tisch legen.</p></blockquote>
<p>Nun hätten sich die Wogen wieder gelegt, die Story hat der «Republik» eine erhöhte Einschaltquote gebracht, andere Medien haben kolportiert oder kritisiert, spätestens seit der Fussball-WM und der Höhlentragödie im fernen Thailand sind die Bündner Bergtäler wieder so weit weg von der übrigen Schweiz wie zuvor. Könnte man meinen, wenn sich der Chefredaktor des «Schweizer Journalist» nicht bemüssigt gefühlt hätte, diesem Phänomen – wieso schreibt die «Republik» eine People-Story? – genauer nachzugehen. Dabei stellt Kurt W. Zimmermann die These auf, dass man in einer People-Story alle Fakten über seinen Helden auf den Tisch legen muss. Da das nicht geschah, gebe es dafür nur zwei Gründe: Die «Republik» habe die Fakten über das inakzeptable Geschäftsgebaren ihrer «Lichtgestalt» nicht gekannt. Rote Karte, würde man im Fussball-Slang sagen, denn dann sei ihre «Geschichte disqualifiziert, weil sie zu wenig hart recherchierte, um ihre Lichtgestalt zu schonen». Oder aber, die «Republik» wusste darum. Auch rote Karte, die Geschichte sei «disqualifiziert, weil sie unangenehme Tatsachen verschwieg», so Zimmermann.</p>
<p>Wie es sich gehört, meldete sich Zimmermann bei der «Republik», um ihr die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Üblicherweise tut man das in Form von Fragen, um deren Beantwortung man möglichst zeitnah bittet. Nicht nur der Profi weiss, dass die Antworten eher weniger als 125&#8217;000 Anschläge umfassen sollten. Zudem macht es Sinn, schlichtweg die Fragen zu beantworten – oder mitzuteilen: «Die Fragen sind so falsch, dass keine richtigen Antworten möglich sind.» Oder höflicher: «Wir sagen nix.» Aber natürlich nicht bei der «Republik». Zimmermann beschreibt «lange Telefondiskussionen» und seitenlange Mails. Davon publiziert der «Schweizer Journalist» in seiner aktuellen Ausgabe immerhin fast eine Druckseite. Ein erschreckendes Dokument. Ein bedrückender Ausdruck von Rechthaberei, moralischer Überlegenheit, Unfehlbarkeit. Getragen vom sicheren Wissen um den Unterschied zwischen Gut und Böse, damit Richtig und Falsch. Befeuert von der grossinquisitorischen Rechthaberei, da es ja um die Rettung des Guten und Richtigen geht, dafür auch um die Zurückweisung des Bösen und Falschen.</p>
<blockquote><p>Die Mitautorin des Artikels weist jegliche Kritik am Geschäftsgebaren des Whistleblowers als nicht zweckdienlich zurück.</p></blockquote>
<p>Das äussert sich zunächst in einer länglichen Einleitung schon vor der Beantwortung der Fragen. Es gehe bei dem Artikel um nichts weniger als «das institutionelle Totalversagen des Kantons Graubünden». Angesichts dieses Abgrunds wird von der Mitautorin des Artikels jegliche Kritik am Geschäftsgebaren des Whistleblowers als nicht zweckdienlich zurückgewiesen. Richtig spitz wird die Autorin, wenn sie ausführt, dass selbst wenn strafrechtlich relevantes Fehlverhalten bei Quadroni vorliege und ihn das disqualifiziere, dann dürfe man auch «keine einzige Zeile aus der Feder des verurteilten Straftäters Philipp Gut für bare Münze nehmen». Der stellvertretende Chefredaktor der «Weltwoche» hatte es gewagt, den Artikel zu kritisieren.</p>
<p>Nach dieser Einleitung sollte dann die Beantwortung der Fragen kommen. Aber gemach, drei Mal werden Zimmermanns Fragen zunächst mit einer Gegenfrage beantwortet: «Darf ich Dich zu Beginn fragen, ob Du glaubst &#8230;», anschliessend werden die in der Frage beinhalteten Tatsachenbehauptungen problematisiert. Fragt Zimmermann, ob die «Republik» gewusst habe, dass es über 300 Betreibungen gab, Quadroni Löhne und Sozialleistungen nicht bezahlt habe, sogar im Erbstreit mit seinen Geschwistern liege, dann wird nach dieser stereotypen Einleitung weitschweifig ausgeführt, dass das alles doch keine Rolle im Zusammenhang mit dem eigentlichen Skandal spiele. Zähneknirschend wird immerhin eingeräumt, dass die «Republik» zu «Beginn der ersten Recherche», was immer das sein mag, von den Strafverfahren wegen Betrugs gegen Quadroni «nichts wusste».</p>
<p>Journalistisch sehr professionell ist im Übrigen, Zimmermann mit jeder Zeile zu verstehen zu geben, dass er einem mit seinen Fragen ausgesprochen auf den Sack geht. Das äussert sich nicht zuletzt in dieser lustigen Frage an Zimmermann: «Wirst Du unter diesem Artikel, den Du zu schreiben gedenkst, offenlegen, dass Du einen Teil Deines Gehalts von einem SVP-Nationalrat beziehst?» Nun, so kann man die Tätigkeit von Zimmermann als Medienkolumnist bei der «Weltwoche» auch beschreiben. Was das mit seinen Fragen an die «Republik» zu tun hat, ist allerdings schleierhaft. Ausser, die Autorin will ihm unterstellen, dass seine kritische Meinung zu diesem Artikel gekauft sei. Was so ungeheuerlich wie dumm wäre. Da durch das Verhalten der Autorin keine grosse Freundschaft ausbrach, lässt es sich Zimmermann nicht nehmen, die gekürzten Antworten mit der spitzen Bemerkung, dass er leider nur wegen der «Republik» keine Sonderbeilage drucken könne, zu publizieren. Und mit schwarzen Balken über einigen Namen in den Antworten, «weil die ‹Republik› nachträglich Bammel bekam».</p>
<blockquote><p>«Warum sich Zimmermann trotz schriftlicher Zusicherung nicht an diese Autorisierungsvereinbarung hielt, ist mir schleierhaft», schreibt die Co-Autorin der Kartell-Serie.</p></blockquote>
<p>Natürlich habe ich der Autorin der von Zimmermann verwendeten Zitate die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt. Davon machte sie auch Gebrauch, allerdings verwendete sie 4300 Anschläge dafür. Aber sie stellte mir anheim, Kürzungen vorzunehmen. Im Wesentlichen bemängelt sie, dass der «Schweizer Journalist» ihre Antworten aus dem Zusammenhang gerissen und ihr Antwortmail an ihn nicht vollständig abgedruckt habe. «Warum sich Zimmermann trotz schriftlicher Zusicherung nicht an diese Autorisierungsvereinbarung hielt, ist mir schleierhaft», schreibt die Autorin. Im Weiteren deklariert sie ihre Gegenfragen als «Teil einer Recherche für eine Medienanalyse der Baukartellgeschichte». Die Schwärzungen von Namen hätten ihren Grund in einer «Folgerecherche», man «verschenkt nur ungern neue Fakten». Und die Gegenfrage, ob Zimmermann offenlegen werde, dass er von einem SVP-Nationalrat für seine Medienkolumne in der «Weltwoche» bezahlt wird, beziehe sich auf dessen Frage, wieso die Autorin nicht deklariert habe, dass sie einmal im Vorstand der SP-Graubünden sass. Also im Wesentlichen ein «so ich dir wie du mir». Und dass im Prinzip «geschrieben ist geschrieben» gilt, sollte zumal für professionelle Journalisten völlig klar sein. Dass ein «vollständiger Abdruck» von Antworten zwar verlangt werden kann, bei einer Länge von über 13&#8217;000 Anschlägen aber nicht erfolgt, sollte auch niemand wundern.</p>
<p>Wir fassen zusammen: Die «Republik» betreibt People-Journalismus. Das sei ihr unbenommen, aber sie betreibt ihn schlecht, weil sie den Heiligenschein ihres Protagonisten über einer riesigen Textstrecke, die ansonsten nur aus Rehash besteht, möglichst hell leuchten lassen will. Auch das sei ihr noch unbenommen, obwohl ich eigentlich die Zukunft und die Rettung des Journalismus nicht so sehe. Aber ich beziehe ja auch einen Teil meines Einkommens von einem FDP-Mitglied, also dem Chefredaktor der BaZ. Und sogar ab und an von diesem SVP-Nationalrat. Ganz duster wird es leider, wenn man die Reaktionen der «Republik» auf Kritik anschaut. Unsouverän, unprofessionell, unverhältnismässig, geradezu kindisch – und kontraproduktiv.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/07/18/die-republik-und-die-kritik/">Die «Republik» und die Kritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Wilder Ritt durch die Medienmisere</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/05/23/wilder-ritt-durch-die-medienmisere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 May 2018 09:15:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das kann nur «Die Anstalt»: Das Satireformat des ZDF mit Max Uthoff, Claus von Wagner und Gästen – diesmal u.a. Hazel Brugger – bringt ebenso unterhaltsam wie auch faktentreu die real existierende Misere der Medien auf den Punkt. Dabei scheut die öffentlich-rechtliche Sendung auch nicht vor Kollegenschelte zurück. Gleich eingangs der aktuellen Sendung bekommt «Hart aber fair» mit Frank Plasberg ihr Fett weg. Bei der «Anstalt» heisst der Polit-Talk «Hart aber leer» und moderiert wird er von Frank Blasbalg. Und so geht es fünfzig Minuten weiter mit bissiger Satire quer durch die Medienlandschaft.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/23/wilder-ritt-durch-die-medienmisere/">Wilder Ritt durch die Medienmisere</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das kann nur «Die Anstalt»: Das Satireformat des ZDF mit Max Uthoff, Claus von Wagner und Gästen – diesmal u.a. Hazel Brugger – bringt ebenso unterhaltsam wie auch faktentreu die real existierende Misere der Medien auf den Punkt. Dabei scheut die öffentlich-rechtliche Sendung auch nicht vor Kollegenschelte zurück. Gleich eingangs der aktuellen Sendung bekommt «Hart aber fair» mit Frank Plasberg ihr Fett weg. Bei der «Anstalt» heisst der Polit-Talk «Hart aber leer» und moderiert wird er von Frank Blasbalg. Und so geht es fünfzig Minuten weiter mit bissiger Satire quer durch die Medienlandschaft.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/23/wilder-ritt-durch-die-medienmisere/">Wilder Ritt durch die Medienmisere</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das gefährliche Raunen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/11/01/das-gefaehrliche-raunen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Nov 2017 08:20:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sag mir, was du von den Öffentlich-Rechtlichen hältst, und ich sage dir, wer du bist: Die Medienkritik ist zum ideologischen Grabenkampf geworden.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/01/das-gefaehrliche-raunen/">Das gefährliche Raunen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sag mir, was du von den Öffentlich-Rechtlichen hältst, und ich sage dir, wer du bist: Die Medienkritik ist zum ideologischen Grabenkampf geworden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/01/das-gefaehrliche-raunen/">Das gefährliche Raunen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Journalist als Frontkämpfer</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/08/10/der-journalist-als-frontkaempfer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Aug 2017 08:17:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einen wichtigen Grund für die Vertrauenskrise, in der sich der Journalismus befindet, ortet Markus Völker in der Kollegenorientierung der Medienschaffenden. Dabei verlören sie das Publikum aus den Augen. Wichtiger sei es, sich mit der eigenen Peergroup zu verkumpeln, respektive gegen anderen zu schiessen. Das lässt sich tagtäglich auf Twitter und Facebook beobachten. Solche Selbstbezogenheit kommt <a href="http://www.taz.de/Debatte-Medienkritik/!5433237/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/10/der-journalist-als-frontkaempfer/">Der Journalist als Frontkämpfer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einen wichtigen Grund für die Vertrauenskrise, in der sich der Journalismus befindet, ortet Markus Völker in der Kollegenorientierung der Medienschaffenden. Dabei verlören sie das Publikum aus den Augen. Wichtiger sei es, sich mit der eigenen Peergroup zu verkumpeln, respektive gegen anderen zu schiessen. Das lässt sich tagtäglich auf Twitter und Facebook beobachten. Solche Selbstbezogenheit kommt beim Publikum schlecht an und trägt nicht eben zur Vertrauensbildung bei.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/10/der-journalist-als-frontkaempfer/">Der Journalist als Frontkämpfer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lügen, Lücken und Mediendiät</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/10/18/luegen-luecken-und-mediendiaet/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2016/10/18/luegen-luecken-und-mediendiaet/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lothar Struck]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2016 08:33:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Lügenpresse]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Teusch]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Schulz]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Krüger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was ist am «Lügenpresse»-Vorwurf dran? Sind es nicht viel mehr Lücken als Lügen oder ist eigentlich alles gar nicht so schlimm? Drei Autoren nähern sich aus unterschiedlicher Perspektive den zentralen Topoi aktueller Medienkritik. Wie es scheint, stösst Medienkritik in Blogs und klassischen Medienformaten zunehmend an ihre Grenzen. Zum einen nutzt es sich ab, zum soundsovielten Mal darauf <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/18/luegen-luecken-und-mediendiaet/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/18/luegen-luecken-und-mediendiaet/">Lügen, Lücken und Mediendiät</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was ist am «Lügenpresse»-Vorwurf dran? Sind es nicht viel mehr Lücken als Lügen oder ist eigentlich alles gar nicht so schlimm? Drei Autoren nähern sich aus unterschiedlicher Perspektive den zentralen Topoi aktueller Medienkritik.</strong></p>
<p>Wie es scheint, stösst Medienkritik in Blogs und klassischen Medienformaten zunehmend an ihre Grenzen. Zum einen nutzt es sich ab, zum soundsovielten Mal darauf hinzuweisen, dass irgendeine Zeitung wieder einmal Opfer- oder Täterbilder nicht verpixelt hat oder zu erklären, dass der EGMR kein Gericht der EU ist. Zum anderen ist es müssig, Leser von Boulevard-Zeitungen und -Portalen auf Fakten aufmerksam zu machen. Entweder das kritische Bewusstsein ist vorhanden und die Lektüre dient nur der Befriedigung der Neugier oder es besteht gar kein Interesse an den Hinweisen auf eine korrekte, presserechtliche Behandlung von Sachverhalten. Ähnlich kritikresistent wie der gemeine Leser zeigen sich auch die Medienschaffenden selbst gemessen am Wiederholungsgrad der immer gleichen Verstösse gegen Recht und Ethik.</p>
<p>Zwar erzielt auch Medienkritik, die analytisch von Einzelfällen abstrahiert und den Blick aufs grosse Ganze richtet nicht unbedingt die gewünschte heilende Wirkung, sie muss sich aber wenigstens nicht vorwerfen lassen, im ewigen Kleinklein zu verharren. Drei aktuelle Buchveröffentlichungen suchen nach Erklärungen und Perspektiven als Reaktion auf gängige Kritik. Da ist zum einen «Mainstream» des Medienwissenschaftlers <a href="http://home.uni-leipzig.de/journalistik/?id=353" target="_blank">Uwe Krüger</a>. Fast zeitgleich erschien «Redaktionsschluss» von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Schulz_(Journalist)" target="_blank">Stefan Schulz</a>, einem ehemaligen Redaktor unter anderem bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Vor einigen Wochen legte dann der Publizist und Hochschullehrer <a href="https://augenaufunddurch.net/autor/" target="_blank">Ulrich Teusch</a> das Buch «Lückenpresse» vor.</p>
<p>Wiederholungen bleiben bei der Lektüre der Bücher nicht aus. So verweisen Krüger und Teusch auf die veränderten Arbeitsbedingungen von Journalisten im digitalen Zeitalter. Die Macher von Onlineportalen wie «Spiegel-Online» glauben, so berichtet Schulz, dass ihre Webseite alle 90 Minuten mit neuen Texten zu bestücken sei. Dies wird allerdings vorwiegend mit tagesaktuellen Themen bestritten, so dass hier permanent der gleiche Teig geknetet wird. Geboten wird dabei vor allem Emotion statt Information. Dermassen mit Tagesaktualitäten konfrontiert, sinkt das Interesse des Medienkonsumenten an der Tageszeitung, welche die gleichen News einen Tag später wiederkäut. Kein Wunder, brechen die Verkäufe ein und gehen die Werbeeinnahmen dramatisch zurück. Die Folge ist eine fortschreitende Prekarisierung des einstigen journalistischen Kernberufs, des Zeitungsredaktors. Überall werden Stellen gestrichen, freie AutorInnen immer weniger eingesetzt, was den Konformitätsdruck erhöht. Gleichzeitig steigen die Anforderungen; Auslandskorrespondenten müssten von Krisenherden in immer schnelleren Takten für immer mehr verschiedene Formate berichten. Die notwendige Zeit für Recherche und die selbsttätige Inaugenscheinnahme wird immer schwieriger. Journalisten verkommen immer mehr zu «Lieferanten», müssen sich durch massenhafte Agenturmeldungen, Pressemitteilungen und News-Feeds kämpfen und formulieren sie nur noch ein wenig um. Der inzwischen eingesetzte Wandel im Berufsbild und die Orientierung am veränderten Nutzungsverhalten mit neuen Formaten und Erzählweisen vermögen den Niedergang des alten Mediensytems längst nicht wettzumachen.</p>
<p>Merkmal dieses alten Systems ist der auffällige Gleichklang in der Berichterstattung. Hierzu erwähnen alle drei Autoren ein Zitat des deutschen Aussenministers Frank-Walter Steinmeier aus dem Jahr 2014, der von einer «erstaunliche[n] Homogenität in deutschen Redaktionen» sprach. Was ist denn nun «Mainstream»? Krüger definiert ihn als «medialen Mainstream» mit dem «zunächst einmal, ganz wertfrei, das Phänomen, dass zu einem Zeitpunkt die Mehrzahl der Leitmedien ein bestimmtes Thema behandelt oder eine bestimmte Meinung vertritt». Leitmedien sind für ihn die Nachrichtensendungen von ARD und ZDF, die Tageszeitungen Süddeutsche Zeitung, FAZ, Die Welt, Frankfurter Rundschau und der «Boulevard-Riese» Bild-Zeitung sowie die Wochenmedien Die Zeit, Spiegel, Focus und Stern nebst ihrer jeweiligen Online-Ableger.</p>
<p>Dabei sei nicht gesagt, dass in diesen Medien nur eine einzige Sicht oder Meinung publiziert werde, so Krüger. Divergierende Meinungsbilder kämen durchaus vor. Es herrscht also eine Art Binnenpluralismus. Aber diese Vielfalt hätte «keinen Einfluss auf die Folgeberichterstattung und die von Tag zu Tag fortgesetzte Erzählung der Geschehnisse in den Hauptnachrichtensendungen und grossen Zeitungen». Hierin erkennt Krüger ein Kennzeichen des «medialen Mainstream». Es existiere zwar Meinungspluralismus, dieser finde jedoch in der alltäglichen Nachrichtenlandschaft keine Berücksichtigung.</p>
<p>Krüger und Teusch untersuchen die Gründe für diesen meist vorauseilenden, selten aufgezwungenen Opportunismus von Journalisten. Zum einen gebe es durchaus eine redaktionelle politische Linie, der man um der eigenen Karriere wegen im Zweifel eher folge. Krüger glaubt zwar mit dem Vorurteil der Linkslastigkeit von Journalisten aufräumen zu können, konzediert dann jedoch aufgrund einer Milieustudie aus dem Jahr 1999 ein deutliches Übergewicht beim «liberal-intellektuellen» Milieu, dem damals zehn Prozent der Gesamtbevölkerung zuzurechnen waren, aber 43 Prozent der erfassten Journalisten. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Krüger mit seinen Untersuchungen über die Mitgliedschaft deutscher Alphajournalisten und Herausgeber in US-amerikanischen Think-Tanks bekannt. Kann man solch ausserberufliches Engagement führender Redaktoren als harmlose Freizeitbeschäftigung abtun oder wird damit nicht auch eine bestimmte politische Linie im jeweiligen Medium vorgegeben? In einigen ihrer Aufsätze und Leitartikel fand Krüger frappierende Übereinstimmungen mit der aussen- und sicherheitspolitischen Doktrin von Nato- bzw. USA.</p>
<p>Teusch und Krüger sehen es als Faktum: Journalisten, die der besseren Informationen wegen die Nähe zur Macht suchten, konzentrieren sich am Ende auf die Wiedergabe und Interpretation der politischen Aussagen und Thesen, die durch die im Parlament vertretenen Parteien ausgedrückt werden. Das nennt Krüger «Indexing». Verstärkt wird dieser Effekt in Krisensituationen. Journalisten berichteten, so Krüger, unter Umständen bewusst einseitig, um nicht bestimmte Gerüchten oder Ressentiments salonfähig zu machen. So scheribt er von einem angeblich länger geplanten «informellen Gedankenaustausch» (so die offizielle Formulierung) am 30. September 2015 zwischen den IntendantInnen aller öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im Bundeskanzleramt. Ob es hier zu einer «Verantwortungsverschwörung» in Bezug auf eine eher freundliche Berichterstattung zur Flüchtlingssituation in Deutschland kam, weiss Krüger natürlich nicht mit Sicherheit zu sagen. Aber nachträglich gab es sehr wohl einige <a href="http://www.zeit.de/2016/09/medien-fluechtlingsdebatte-berichterstattung-kritik/komplettansicht" target="_blank">Stimmen, die zugaben</a>, aus Gründen der Rücksichtnahme zu einseitig positiv über die Politik der Bundesregierung <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/studie-wie-ueber-fluechtlinge-berichtet-wurde-14378135.html" target="_blank">berichtet zu haben</a>.</p>
<p>Schwer nachvollziehbar in diesem Zusammenhang ist Krügers Verständnis für diese Art der Berichterstattung: «Es scheint plausibel, dass in Zeiten multipler, interdependenter Krisen – Ukraine, Syrien, Griechenland, Euro und Finanzmärkte, Klimawandel und Umweltzerstörung, NSA-Überwachung, islamistische Terrorismus und Flüchtlinge – der Druck auf Journalisten wächst, das angeblich alternativlos-pragmatische Krisenmanagement der eigenen Regierung zu unterstützen und es nicht mit Kritik zu konterkarieren.» Dies erinnert verdächtig an den unausgesprochenen journalistischen Codex in den USA, wonach im Falle eines Krieges des Landes <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/amerika-nach-der-bush-rede-widerspruch-ist-unpatriotisch-189335.html" target="_blank">nicht negativ über die US-Streitkräfte</a> berichtet werden soll. Aber wäre es nicht die Aufgabe von Journalisten, gerade diese Schweigespiralen zu durchbrechen?</p>
<p>Krügers besonnenes und über weite Strecken sehr informatives Buch enttäuscht gegen Ende. So richtig seine Diagnosen im Einzelfall auch sind – wie es weitergehen soll ohne die zu Plattitüden verkommene Phrase vom «Qualitätsjournalismus» immer wieder zu repetieren, sagt er nicht. Er plädiert für rhetorische Entspannung – und zwar sowohl auf Seiten der Kritiker als auch bei den sich stets zu Unrecht attackiert fühlenden Journalisten. Andere Meinungen sollte nicht unterdrückt werden, schon um den zum Teil wilden und/oder extremistischen sich als Alternative anbiedernden Medien im Internet nicht Leser zuzuspielen. Aber wie weit kann und soll die «andere Meinung» gehen?</p>
<p>Teuschs These ist da schon pragmatischer: «Erstens werden Nachrichten in ganz bestimmter Weise gewichtet. Zweitens werden Nachrichten gezielt unterdrückt. Drittens werden Nachrichten in tendenziöser Weise bewertet, das heisst, es wird mit zweierlei Mass gemessen, es gibt «double standards». Daraus folgert er: «Nicht die Lüge kennzeichnet den Mainstream, sondern die Lücke. Es handelt sich nicht um Lügenjournalismus, sondern um Lückenjournalismus, nicht um Lügenpresse, sondern um Lückenpresse.» Teusch konzediert dabei sogar, dass diese Verzerrungen nicht immer absichtsvoll geschehen müssen, sondern <a href="http://www.bpb.de/system/files/pdf/TGH4WP.pdf/" target="_blank">im jeweiligen Weltbild des Journalisten</a> begründet sind. Dabei sprächen sie mit dem Brustton der Überzeugung von der Kanzel herab, wie früher der Priester, der seiner Gemeinde den «richtigen Glauben» predigte.</p>
<p>Teusch liefert etliche, zum Teil gut nachvollziehbare Beispiele für tendenziösen Journalismus. Sein Schwerpunkt liegt hierbei in der seiner Sicht nach einhellig antirussischen Berichterstattung mit der Fixierung auf Wladimir Putin als Bösewicht – von der Ukraine-Krise angefangen bis zum Bericht über ein Konzert in der vom IS befreiten Stadt Palmyra, über das nur deswegen negativ berichtet worden sei, weil es mit russischer Hilfe zustande gekommen sei. Der Nachrichtenkonsument sei inzwischen darauf angewiesen, sich auch über andere Medien zu informieren. Im Beispiel um die antirussisch empfundenen Tendenzen empfiehlt er schliesslich den russischen Staatssender «Russia Today» (RT). Dabei macht er sich keine Illusionen: «Keine Frage, RT ist ein Tendenzmedium, ein Lückenmedium. Aber damit unterscheidet es sich nicht wesentlich von seinen grossen Konkurrenten, seien es konzernkontrollierte, wie CNN oder Fox News, oder quasi-staatliche, wie BBC World News oder France 24.» Interessant ist dabei nicht nur, dass er hier die deutschen öffentlich-rechtlichen Medien ausklammert. Er spricht RT sogar ordentlichen Journalismus zu und zitiert einige Mitarbeiter, die die Offenheit und Freiheit betonen. Aber wie passt dies mit seinem Urteil zusammen, dass die Inhaber der Medien über die Qualität der Nachrichten entscheiden?</p>
<p>Polemisch formuliert beruht Teuschs Konzept zunächst einmal darauf, Gift mit Gegengift zu therapieren. Antirussisches wird mit pro-russischem neutralisiert. Aber setzt eine solche Gegengift-Therapie nicht ein gehöriges Mass an Rechercheleistung beim Rezipienten voraus? Und wenn diametral entgegengesetzte Aussagen konsumiert werden, ist damit über den tatsächlichen Wahrheitsgehalt einer Meldung bzw. eines Ereignisses noch nichts ausgesagt. «Wir müssen lernen, Propaganda von Information zu unterscheiden», schreibt Teusch.</p>
<p>Also bedarf es doch so etwas wie «Vertrauen» dem Berichterstatter bzw. dem Medium gegenüber? Teusch lehnt dies sowohl als Journalist als auch als Konsument ab: «Als Journalist will ich doch nicht, dass Menschen mir vertrauen. Ich will, dass sie mich ernst nehmen, mich für kompetent halten und mir abnehmen, dass ich es ehrlich meine.» Am Ende kommt es auf die Glaubwürdigkeit an, die man der jeweiligen Informationsquelle zugesteht. Und nahezu alle Quellen bestätigen: Der Journalismus ist in einer Glaubwürdigkeitskrise.</p>
<p>Stefan Schulz relativiert diese Diagnose in seinem Buch «Redaktionsschluss». Glaubwürdigkeit müsse man mindestens neu definieren. Die Autorität des Journalisten sieht auch er bröckeln. Zwischen den Zeilen glaubt man zu erkennen, dass er dies nicht unbedingt für einen Makel hält. Statt Glaubwürdigkeit findet er den sehr viel weicheren Topos der «Akzeptanz». Diesen verknüpft er mit der «Pluralität» und ist damit von Teuschs Gegengift-Idee nicht weit entfernt.</p>
<p>Schulz schreibt ausführlich über die teilweise verdeckt im Hintergrund agierenden Bemühungen der grossen Medienunternehmen Facebook und Google (die im übrigen, kaum von Journalisten aufgearbeitet würden). Beide sägen mit ihren News-Angeboten am Zeitungsmodell und übernehmen zuerst mit Redaktoren und später dann mit programmierten Algorithmen immer mehr die Rolle des Schleusenwärters der Information. Etwas bigott ist der Ärger darüber, dass Newsfeeds vier Fünftel der Artikel gar nicht anzeigten. Dies ist allerdings nicht neu, wie Schulz bekannt sein müsste: Auch der Journalist alter Schule selektierte aus dem Angebot der Agenturmeldungen.</p>
<p>Wie Journalismus funktionieren könnte, zeigt Schulz an einem Beispiel aus seiner Zeit bei der FAZ als Frank Schirrmacher die Feuilleton-Redaktoren darauf ansetzte, die angeblich undurchsichtige Verordnungs- und Richtlinienfindung in der Europäischen Union zu recherchieren. Dabei fand man zum einen heraus, dass die Findung und Verabschiedung einer EU-Verordnung beileibe kein Hexenwerk sei, forschte unter anderem über die jahrelang anhaltende Blockade der EU-Datenschutzverordnung und fand nach zähen Ermittlung heraus, dass subalterne Beamte aus Deutschland die eigentlich längst gefundene Einigung zwischen Kommission, dem Europäischen Parlament und den zuständigen Ministern mit Einwänden, Zwischenfragen und Eingaben blockierten. Nachfragen hatten ergaben, dass weder die zuständigen deutschen Minister noch das Bundeskanzleramt über die Blockade informiert waren; die Beamten handelten absolut selbständig, aber auch ohne Kontrolle. Entsprechend habe es Konsequenzen gegeben.</p>
<p>Die entsprechenden Ressorts bei der FAZ hatten kein Interesse für die Recherche gehabt. Stattdessen habe man sich lieber in Kommentaren und Artikel über die Zähigkeit innerhalb der EU-Institutionen ausgelassen. Am Ende drohe, so Schulz, dem derart schläfrigen Journalisten das Schicksal des Müllers: Niemand braucht ihn mehr; es genügt die Mühle und der Ingenieur, der ihre Instandhaltung gewährleistet. Hinzu komme, dass der Journalist von heute eher Generalist sein muss, was auf Kosten von Expertise und Tiefe geht. Schulz beschreibt dies sehr kenntnisreich und weitgehend unaufgeregt. Er schlägt der FAZ vor, die jährlich anfallenden 150 Millionen Euro Druckkosten zu sparen und dafür 2500 Journalisten mit je 5000 Euro Monatsgehalt einzustellen, die dann wöchentlich einen gut recherchierten Artikel schreiben. Die Papierzeitung sei in der aktuellen Form nur noch für die Altersgruppe jenseits der 65 Jahre, was man bei der FAZ inzwischen offen akzeptiert habe. Sie habe als sozial verankertes Verständigungsmittel (am Arbeitsplatz, zu Hause) ausgedient. Der Nachrichtenkonsument heutzutage ist vereinzelt; die Aufmerksamkeitsspanne beträgt derzeit nur noch sieben Minuten, gleichzeitig ist das Gefühl einer immer komplexer werdenden Welt.</p>
<p>Schulz&#8216; sieht als Ausweg aus dem Dilemma eine sogenannte Nachrichtendiät. Die Feeds, Apps und Bookmarks werden nur noch einmal am Tag abgerufen. Von Live-Tickern, Twitter und ähnlichen Reizmedien sollte man sich fernhalten. Ähnlich äusserten sich zuvor bereits <a href="http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Warum-die-Nachrichten-langweilig-sind-und-wie-man-sie-verbessern-koennte/story/30895850" target="_blank">Alain de Botton</a> oder <a href="http://www.dobelli.com/wp-content/uploads/2011/06/Dobelli_Vergessen_Sie_die_News.pdf" target="_blank">Rolf Dobelli</a>. Vor allem jedoch rät Schulz zum absoluten Verbot der Fernseh-Nachrichtensendungen, die heruntergekommen seien auf eine stilistische Mischung aus Klatsch, Emotionalisierung und Sportberichterstattung. Die derart frei gewordene Zeit könne man sinnvoller verbringen, beispielsweise mit der Lektüre von Büchern.</p>
<p>Was bei allen drei Autoren zu kurz kommt, ist eine Aufarbeitung der Gründe, wie es zu diesem Ansehens- und Vertrauensverlust (in Deutschland) kommen konnte. Womöglich begannen die Erosionserscheinungen nicht erst mit der Ukraine-Krise 2013. Vielleicht war dies nur der letzte Baustein eines sich über Jahre angedeuteten schleichenden Prozesses. Womöglich hat alles mit dem Irakkrieg 1991 begonnen, setzte sich dann mit der sehr einseitigen Berichterstattung zu den Jugoslawienkriegen 1991-99 fort. Auch die Berichterstattungen über den Krisen an den weltweiten Finanzmärkten 2008 und um den Euro und Griechenland von 2010 an waren keine Meisterwerke des Journalismus. Allzu häufig wurden hier ungeprüft und einseitig die Spins der Regierenden wiedergegeben – mit all den Auslassungen und Verharmlosungen, die dann später publik wurden. Vielleicht spielt auch die regelrechte Hetzjagd 2011/2012 auf den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff eine Rolle, die schliesslich zu seinem Rücktritt führte. Vier Jahre später stellte heraus, dass keiner der Vorwürfe gegen ihn (unter anderem auch der der Vorteilsnahme) justiziabel waren.</p>
<p>Ein wesentlicher Punkt für die Skepsis an den Journalismus in Deutschland dürfte auch die Berichterstattung um das Afghanistan-Engagement der Bundesrepublik von 2001 an liegen, die anfangs als für die beteiligten Soldaten als nahezu risikolose Friedens- und Infrastrukturmassnahme deklariert wurde. Zu keiner Zeit wurde die in der Öffentlichkeit überwiegend skeptische Meinung zum Bundeswehreinsatz im Parlament und vor allem in den Medien entsprechend ihrem Anteil gespiegelt. Wie manipulativ in öffentlich-rechtlichen Medien noch Jahre danach berichtet wurde, zeigt sich an einem kleinen Beispiel aus dem Jahr 2009, als das Ergebnis einer Umfrage nach der Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung für den Afghanistan-Einsatz auf <a href="http://www.tagesschau.de/wahl/umfragen/deutschlandtrend860.htm" target="_blank">der Webseite der «Tagesschau» mit «Zustimmung zu Afghanistan-Einsatz gestiegen» überschrieben wurde</a>. Im Kleingedruckten liest man dann, dass 57 Prozent für einen sofortigen Rückzug plädierten, während 37 Prozent für einen Verbleib votierten. Formal war es zwar korrekt, dass der Anteil der Befürworter gestiegen war, die Überschrift suggerierte jedoch andere Mehrheitsverhältnisse.</p>
<p>Die Beispiele für tendenziöse Berichterstattungen dieser Art liessen sich weiter führen. Die Berichterstattung um die Ereignisse der Silvesternacht 2015 in Köln heizten die ohnehin schon virulente Skepsis auf die etablierten Medien noch zusätzlich an. Was den inzwischen höchst sensibilisierten Nachrichtenkonsumenten noch mehr ärgern dürfte als die «Lückenpresse» ist die selbstgerechte und arrogante Eigendarstellung der verantwortlichen Journalisten, Herausgeber und Intendanten, die seriöse medienkritische Einwände gegen bestimmte Ausrichtungen in der Berichterstattung oft nur als einzelne, vernachlässigbare Fehler subsumieren und sich am Ende selber auf die Schulter klopfen, alles richtig gemacht zu haben. Diese mangelnde Einsicht und ungenügende Fehlerkultur dürfte die Verdrossenheit der Rezipienten an den sogenannten Mainstream-Medien noch potenzieren.</p>
<p>Wie sollte denn Journalismus heutzutage aussehen? Nur Schulz äussert sich dezidiert dazu, und es ist ziemlich überraschend, dass er das Modell des Journalisten als neutrale, objektive Instanz ablehnt und als «Selbstbetrug» bezeichnet. Es gebe keinen «neutralen Chronisten» mehr, weil der Journalist immer auch Teil der Gesellschaft sei, über bzw. in der er berichtet. Sein Beispiel ist Glenn Greenwald, der sich in Bezug auf die NSA-Überwachungen gar nicht neutral verhalten könne, da ja auch er ein Betroffener sei. Den Gegensatz zwischen Aktivist und Journalist negiert Schulz. Schon dass sich ein Journalist für eine Sache interessiere, verhindere eine neutrale Position, so lautet Schulz&#8216; These. Demzufolge wäre der Journalist ein Gefangener seiner Gesinnungen, was skurril anmutet, weil er mit dem gleichen Furor für den politischen Kommentator und Weltendenker ebenfalls nur Spott übrig hat. Er erklärt auch nicht, warum ein Auslandsjournalist, der aus einem Kriegsgebiet berichtet, nicht neutral sein kann.</p>
<p>Schulz&#8216; Ablehnung der objektiven Instanz führt zu einem grotesken Schluss: «Seriosität zählt nur noch wenig, weil sie dem Publikum immer weniger bedeutet.» Und weiter: «Die normative Überhöhung der eigenen Arbeit…stellt sich letztendlich als ideologischer Schmuck heraus, auf den das Publikum nicht viel Wert legt.» Dies würde bedeuten, dass der Journalist zwischen Überzeugung und Darstellung, zwischen Meinung und Realität nicht mehr unterscheiden muss und dies vom Medienkonsumenten als Normalfall empfunden wird. Dieser muss nun einen derart gemischten Beitrag bewerten, ihn akzeptieren und sich dann – Stichwort Pluralität &#8211; eine gegensätzliche Meinung besorgen. Schulz plädiert für den Journalisten mit einer «Haltung», aber das ist exakt das, was, wie die Beispiele oben zeigen, zum Verdruss führt, wenn die «Haltungen» der Journalisten in einem Medium Schlagseite haben. In einem sehr ausgiebigen <a href="https://kenfm.de/kenfm-im-gespraech-mit-stefan-schulz/" target="_blank">Gespräch mit Ken Jebsen</a> erwähnt Schulz die über die publizistische Verbreitung wirtschaftsliberaler Thesen (weniger Staat, mehr Privatinitiative) Ende der 1990er/Anfang 2000er Jahre in öffentlich-rechtlichen Magazinsendungen und Politiktalkshows wie «Sabine Christiansen». Hier sei, so Schulz, eine Ideologie medial beworben worden. Das Beispiel ist gut gewählt, aber wie kann er dann für den «meinungsstarken» und emotionalisierten Journalisten eintreten (siehe Greenwald), der am Ende – das zeigt sich immer mehr – Kommentar und Fakten für den Zuschauer untrennbar miteinander vermischt oder, Teuschs «Lückenpresse», «unpassendes» schlichtweg weglässt?</p>
<p>Sollte man also nicht eher auf weniger Kommentar und Meinungsjournalismus bestehen statt den Journalisten als Sprachrohr einer Partei, Sicherheitsstrategie, NGO oder eines Wirtschaftsverbandes zu akzeptieren? Natürlich kann man als Konsument, wie es im Gesundheitswesen heisst, «eine zweite Meinung» einholen, aber Schulz (und auch Teusch) überschätzt hier einerseits den Willen und andererseits das Zeitpotential des durchschnittlichen Publikums.</p>
<p>Vielleicht sollten Journalisten ihre eigenen Anschauungen und Meinungen bei der Informationsgabe zurückschrauben. Der Medienrezipient braucht keine Belehrung für die vermeintlich «richtige Sache». Der Journalist als Welterklärer – häufig vom Schreibtisch aus – hat ausser im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgedient. Das ist nicht zu bedauern. Journalismus, der etwas auf sich hält, sollte den Konsumenten in die Möglichkeit versetzen, ein eigenes Urteil zu bilden. Dies verlangt jedoch zunächst einmal den Willen zu einer möglichst objektiven Darstellung; wo es notwendig ist, auch von Details. Das ist kein Plädoyer für eine übertriebene Ausgewogenheit, wie sie in den 1970er Jahren praktiziert wurde. Subjektive Einschübe sollten aber als solche gekennzeichnet werden und nicht bereits in der Faktenberichtstattung «untergebracht» sein.</p>
<p>Entgegen der landläufigen Einschätzung ist die Sensibilität beim Publikum für die Phrasendrescherei aus Politik und Journalismus durchaus vorhanden. Zunächst ist das erst einmal eine gute Entwicklung. Damit sind übrigens nicht die «Lügenpresse»-Rufer gemeint. Sie spielen eine untergeordnete Rolle; ihr Geschrei permanent zu wiederholen, ist eigentlich zu viel Widmung. Das Misstrauen hat sich längst in der gut gebildeten Mittelschicht eingenistet. Es muss darum gehen, den Mediennutzer durch den journalistischen Paternalismus nicht in eine radikale Abwehrhaltung gegen Alles und Jeden zu stürzen, die am Ende in skurrile Filterblasen von zweifelhaften (politischen) Welterklärern mündet. Dabei sind diese Filterblasen erheblich gesellschaftsrelevanter und unter Umständen gefährlicher für den kollektiven Meinungsbildungsprozess als Facebook- oder Google-Algorithmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/18/luegen-luecken-und-mediendiaet/">Lügen, Lücken und Mediendiät</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Den Journalisten auf die Finger schauen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/07/04/den-journalisten-auf-die-finger-schauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2016 09:33:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Januar dieses Jahres ging die Medienkritik-Website „Übermedien“ von Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz online. Im Interview spricht Boris Rosenkranz über die Erfahrungen der ersten sechs Monate, Lügenpresse-Vorwürfe und lautes Gebell in sozialen Netzwerken sowie die Hoffnung, einen Einfluss auf die Arbeit der Journalisten zu haben.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/04/den-journalisten-auf-die-finger-schauen/">Den Journalisten auf die Finger schauen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Januar dieses Jahres ging die Medienkritik-Website „Übermedien“ von Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz online. Im Interview spricht Boris Rosenkranz über die Erfahrungen der ersten sechs Monate, Lügenpresse-Vorwürfe und lautes Gebell in sozialen Netzwerken sowie die Hoffnung, einen Einfluss auf die Arbeit der Journalisten zu haben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/04/den-journalisten-auf-die-finger-schauen/">Den Journalisten auf die Finger schauen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Die Lucky Lukes der Medienkritik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/06/29/die-lucky-lukes-der-medienkritik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2016 11:03:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Medienkritik war in diesem Fall schneller als die Medien selbst. Noch bevor überhaupt eine Zeile zum endlich gefassten Täter von Rupperswil gedruckt war, tippte ein Journalistikprofessor seine Entrüstung über bevorstehende medienethische Sünden in die Twitter-Timeline.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/06/29/die-lucky-lukes-der-medienkritik/">Die Lucky Lukes der Medienkritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Medienkritik war in diesem Fall schneller als die Medien selbst. Noch bevor überhaupt eine Zeile zum endlich gefassten Täter von Rupperswil gedruckt war, tippte ein Journalistikprofessor seine Entrüstung über bevorstehende medienethische Sünden in die Twitter-Timeline.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/06/29/die-lucky-lukes-der-medienkritik/">Die Lucky Lukes der Medienkritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>&#8222;Ich brauche keine Tageszeitung mehr, um mein Weltbild zu bestätigen&#8220;</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/10/03/ich-brauche-keine-tageszeitung-mehr-um-mein-weltbild-zu-bestaetigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2015 12:14:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Silvio Blatter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Früher habe ich die Zeitung gelesen, heute konsumiere ich Medien. Mein Nutzungsverhalten hat sich schleichend verändert. Wobei ich mich früher nie als User und Konsument sah, sondern als Abonnent. Meine Zeitung sah ich nicht als ein kommerzielles Produkt, sondern als Kulturgut. Im Morgengrauen hörte ich manchmal den Zeitungsausträger, das Klappern des Briefkastens. Es war vergleichbar <a href="http://medienkritik-schweiz.ch/2015/10/12134/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Früher habe ich die Zeitung gelesen, heute konsumiere ich Medien. Mein Nutzungsverhalten hat sich schleichend verändert. Wobei ich mich früher nie als User und Konsument sah, sondern als Abonnent. Meine Zeitung sah ich nicht als ein kommerzielles Produkt, sondern als Kulturgut. Im Morgengrauen hörte ich manchmal den Zeitungsausträger, das Klappern des Briefkastens. Es war vergleichbar dem Zeitzeichen von Radio Beromünster, nach dem die Schweizer ihre Uhren richteten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/10/03/ich-brauche-keine-tageszeitung-mehr-um-mein-weltbild-zu-bestaetigen/">„Ich brauche keine Tageszeitung mehr, um mein Weltbild zu bestätigen“</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Medienkritik zur Medienverachtung wird</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/19/wenn-medienkritik-zur-medienverachtung-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2015 12:24:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Meier]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zur Berichterstattung über das Germanwings-Unglück hagelte es Beschwerden wie selten zuvor. Dabei verschwimmt zunehmend die Grenze zwischen Medienverachtung und sachlicher Kritik.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/19/wenn-medienkritik-zur-medienverachtung-wird/">Wenn Medienkritik zur Medienverachtung wird</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Berichterstattung über das Germanwings-Unglück hagelte es Beschwerden wie selten zuvor. Dabei verschwimmt zunehmend die Grenze zwischen Medienverachtung und sachlicher Kritik.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/19/wenn-medienkritik-zur-medienverachtung-wird/">Wenn Medienkritik zur Medienverachtung wird</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Kritik der Kritik der Kritik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/18/kritik-der-kritik-der-kritik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2015 12:34:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Charlie Hebdo]]></category>
		<category><![CDATA[Varufake]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die «Charlie Hebdo»-Morde, Varoufakis’ Stinkefinger und der Germanwings-Absturz brachten eine neue Welle von Medienkritik mit sich. Das dauernde Selbstbashing ist aber nicht die Lösung, sondern ein Symptom der medialen Krise.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/18/kritik-der-kritik-der-kritik/">Kritik der Kritik der Kritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die «Charlie Hebdo»-Morde, Varoufakis’ Stinkefinger und der Germanwings-Absturz brachten eine neue Welle von Medienkritik mit sich. Das dauernde Selbstbashing ist aber nicht die Lösung, sondern ein Symptom der medialen Krise.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/18/kritik-der-kritik-der-kritik/">Kritik der Kritik der Kritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Unreflektierte Medienkritik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/14/4477/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2015 11:26:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
		<category><![CDATA[David Knorr]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4477</guid>

					<description><![CDATA[<p>«Guter Journalismus ist aber weniger eine Frage der Moral als der intellektuellen Fähigkeit der Journalisten zur umfassenden Recherche, zum Urteil und zur Kritik sowie vor allem der Bereitschaft von Verlegern und Konzernchefs, Journalisten diese Freiheit jenseits ökonomischer Beweggründe zu ermöglichen.»</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>«Guter Journalismus ist aber weniger eine Frage der Moral als der intellektuellen Fähigkeit der Journalisten zur umfassenden Recherche, zum Urteil und zur Kritik sowie vor allem der Bereitschaft von Verlegern und Konzernchefs, Journalisten diese Freiheit jenseits ökonomischer Beweggründe zu ermöglichen.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/14/4477/">Unreflektierte Medienkritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der neue Volkssport: Medienkritik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/02/der-neue-volkssport-medienkritik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2015 20:07:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[tagesanzeiger.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Lüscher]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bedenkenswert an der jetzigen Medienschelte ist die Tatsache, dass nicht allein Boulevardmedien Haue kriegen. Es trifft alle Medienmarken. Die Schmuddelkinder, wie auch die Seriösen. Jeder Titel, jeder Sender steht irgendwie in der Kritik.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/02/der-neue-volkssport-medienkritik/">Der neue Volkssport: Medienkritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bedenkenswert an der jetzigen Medienschelte ist die Tatsache, dass nicht allein Boulevardmedien Haue kriegen. Es trifft alle Medienmarken. Die Schmuddelkinder, wie auch die Seriösen. Jeder Titel, jeder Sender steht irgendwie in der Kritik. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/02/der-neue-volkssport-medienkritik/">Der neue Volkssport: Medienkritik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Draufhalten: Medien in Montabaur</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/01/draufhalten-medien-in-montabaur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2015 20:06:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[ZAPP]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
		<category><![CDATA[Montabaur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4290</guid>

					<description><![CDATA[<p>Was hat der Medienrummel am Wohnort des Copiloten der verunglückten Germanwings-Maschine gebracht? ZAPP war vor Ort und hat sich umgesehen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/01/draufhalten-medien-in-montabaur/">Draufhalten: Medien in Montabaur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was hat der Medienrummel am Wohnort des Copiloten der verunglückten Germanwings-Maschine gebracht? ZAPP war vor Ort und hat sich umgesehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/01/draufhalten-medien-in-montabaur/">Draufhalten: Medien in Montabaur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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	</channel>
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