<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Michael Bahnerth | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/michael-bahnerth/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sun, 22 Apr 2018 17:45:19 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Mehr schlecht als rechts</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/04/20/mehr-schlecht-als-rechts/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2018/04/20/mehr-schlecht-als-rechts/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Apr 2018 20:55:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Bahnerth]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=56445</guid>

					<description><![CDATA[<p>In den acht Jahren unter der Führung von Markus Somm machte die «Basler Zeitung» immer wieder mit Fehlleistungen von sich reden. Ein Rückblick auf die grössten Entgleisungen. Nun also doch: Die BaZ wird verkauft, Markus Somm bleibt höchstens noch ein halbes Jahr Chefredaktor. Kommentatoren aus dem konservativen Lager betonen dieser Tage gerne, die rechtsbürgerliche BaZ <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/20/mehr-schlecht-als-rechts/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/20/mehr-schlecht-als-rechts/">Mehr schlecht als rechts</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In den acht Jahren unter der Führung von Markus Somm machte die «Basler Zeitung» immer wieder mit Fehlleistungen von sich reden. Ein Rückblick auf die grössten Entgleisungen.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/04/MW-BaZ-Suenden_20180420a.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-56447" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/04/MW-BaZ-Suenden_20180420a.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/04/MW-BaZ-Suenden_20180420a-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/04/MW-BaZ-Suenden_20180420a-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/04/MW-BaZ-Suenden_20180420a-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/04/MW-BaZ-Suenden_20180420a-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Nun also doch: Die BaZ wird verkauft, Markus Somm bleibt höchstens noch ein halbes Jahr Chefredaktor. Kommentatoren aus dem konservativen Lager betonen dieser Tage gerne, die rechtsbürgerliche BaZ sei eine Bereicherung für die Schweizer Medienlandschaft gewesen. Der Tenor: Die BaZ würde – trotz gelegentlicher Fehlleistungen – nur deshalb kritisiert, weil ihre politische Ausrichtung dem vermeintlichen linken Mainstream nicht passe. Man würde diese Stimme bald vermissen, meinte <a href="https://www.nzz.ch/meinung/basler-zeitung-der-aerger-ueber-die-baz-tut-basel-gut-ld.1366115" rel="noopener" target="_blank">Daniel Gerny in der NZZ</a>. Und <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/29/eine-replik-auf-den-baz-abgesang/" rel="noopener" target="_blank">René Zeyer schrieb</a> an dieser Stelle, die BaZ biete Denkstoff, fordere zum Widerstand heraus, sei immer anregend.</p>
<p>Ich habe kein Problem damit, zuzugeben, dass mir die Somm&#8217;sche BaZ auch aufgrund ihres rechtsnationalen Kurses missfällt. Trotzdem ist es unangebracht, so zu tun, als sei sie nichts weiter als eine gewöhnliche, gar eine gute Regionalzeitung, nur halt eben etwas weiter rechts als andere Blätter. Nein, mit Markus Somm hat eine neue Art von Journalismus am Aeschenplatz Einzug gehalten. Ein Journalismus, der sich als politisches Projekt versteht, der gezielt Kampagnen fährt, der skandalisiert und vor Falschmeldungen nicht zurückschreckt. Kein Zweifel: Ein Grossteil der Zeitung besteht nach wie vor aus neutralen Newsmeldungen, differenzierten Kommentaren, brauchbaren Recherchen. Aber die Kampagnen, die Pseudo-Skandale und Fake News sind zu häufig, als dass man von vereinzelten Ausrutschern sprechen könnte. Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode.</p>
<p>Zeit, noch einmal die grössten Entgleisungen der Somm&#8217;schen BaZ Revue passieren zu lassen. Die Leserin möge für sich selbst entscheiden, ob sie diese Zeitung vermissen wird.</p>
<p><strong>Bahnerth pubertiert</strong><br />
Es war der erste grosse Aufschrei über einen BaZ-Artikel. Weil SP-Regierungsrätin Eva Herzog für ein Porträt nicht mit ihm sprechen wollte, schrieb Michael Bahnerth 2012 einen Artikel, der vor Spekulationen und sexistischen Klischees <a href="https://bazonline.ch/basel/stadt/Eva-Herzog--Annaeherung-an-eine-Unnahbare/story/2179918" rel="noopener" target="_blank">nur so strotzte</a>. Die gefärbten Haare, der «sündige Hüftschwung», sogar eine frei erfundene Affäre mit einem Regierungskollegen: Bahnerth hatte nichts zu sagen und sagte es ausführlich. Eine Nicht-Geschichte, wie sie wohl in keinem anderen grösseren Medium publiziert worden wäre.</p>
<p>Die Empörung in der Stadt war gross, Eva Herzog erlebte Solidarität von fast allen Seiten. Der Regierungsrätin hat der Artikel, über den sie sich damals furchtbar aufregte, letztlich wohl mehr genützt als geschadet. </p>
<p>Auch Bahnerth hat er eine gewisse – wenn auch zweifelhafte – Berühmtheit eingetragen. Seither schreibt er in ähnlichem Stil weiter: Schamlos persönlich, gerne sexistisch, manchmal halbwegs witzig, meistens ziemlich doof. Er bedient damit ein treues Stammpublikum. Eric Weber, der bekannte Rechtsaussen-Politiker und Hinterteil-Zeiger, schreibt etwa unter jeder seiner Kolumnen einen begeisterten Kommentar. Ein Grossteil der LeserInnen, selbst im BaZ-Online-Kommentarbereich, findet es eher zum Gähnen. Gleichwohl wäre es wenig überraschend, wenn der Name Bahnerth schon bald im Impressum einer Zürcher Wochenzeitung stünde.</p>
<p><strong>Skandal um Skandal mit Daniel Wahl</strong><br />
Wenn es darum ging, echte und vermeintliche Skandale aufzudecken, stand Markus Somms BaZ immer bereit. Einer der eifrigsten Aufklärer war Daniel Wahl, früherer Telebasel-Reporter und Mitglied einer evangelikalen Pfingstgemeinde. In Erinnerung bleibt etwa sein «Skandal» um Sexualaufklärung in einer Binninger Schule: Ohne Angabe weiterer Quellen druckte Wahl einen Text, den die «Klasse 3s» angeblich aus eigenem Antrieb für die BaZ verfasst hatte. <a href="https://bazonline.ch/basel/land/Der-Besuch-der-Sextante-D/story/21578252" rel="noopener" target="_blank">Was nirgends erwähnt wurde</a>: Eine der Schülerinnen der betroffenen Klasse war Wahls eigene Tochter. Elterliche Empörung gemischt mit religiöser Prüderie: Kein ideales Fundament für seriösen Journalismus.</p>
<p>Anfang 2018 ging es in Wahls Welt dagegen tierisch zur Sache: «Forellenwahn in der ‚Walliser Kanne‘», wehklagte er, weil eine Amtstierärztin dem Wirt Vorschriften bezüglich der Haltung von Forellen machte – nicht ohne zu betonen, dass <a href="https://bazonline.ch/basel/stadt/amtstieraerztin-setzt-sich-uebers-gesetz-hinweg/story/28170697" rel="noopener" target="_blank">die Tierärztin Deutsche sei</a>. Und als die gleiche Tierärztin dann auch noch einen Hühnerkäfig beanstandete, platzte Wahl endgültig der Kragen. <a href="https://bazonline.ch/basel/stadt/nach-forellenwahn-der-huehnerexzess/story/31120186" rel="noopener" target="_blank">«Nach Forellenwahn der Hühnerexzess»</a>, hyperventilierte er im Februar. Man kann nur hoffen, dass er sich unterdessen wieder beruhigt hat.</p>
<p>Bei aller Lächerlichkeit sind Wahls kleinstbürgerliche Tiraden mit ihrem Bünzli-Slang doch auch symptomatisch für die BaZ unter Somm. In ihrem Übereifer, die Abneigung ihres Chefs gegen staatliche Institutionen zu bedienen, blähte die Lokalredaktion alle möglichen Kleinigkeiten zum Riesenskandal auf. Und schadete damit vor allem der eigenen Glaubwürdigkeit: Zu einfach wurde es für öffentliche Personen, berechtigte Kritik und gelungene Recherchen in der BaZ als politisch motivierte Kampagnen beiseite zu wischen. </p>
<p><strong>Sherlock Holmes jagt Dr. Wessels</strong><br />
Hans-Peter Wessels, SP-Regierungsrat und Baudirektor, ist seit Jahren so etwas wie der Staatsfeind Nr. 1 der Basler Zeitung. War auch manche Kritik berechtigt (man denke an die irreguläre Millionenzahlung nach Saint-Louis), so war doch vieles an den Haaren herbeigezogen. Unvergessen ist etwa <a href="https://bazonline.ch/basel/stadt/Das-Schwedenreisli-des-HansPeter-Wessels/story/29417861" rel="noopener" target="_blank">die «Schwedenreisli»-Geschichte</a>: Vor einem Stockholm-Besuch des Baudepartements behauptete die BaZ, eine Teilnehmerliste würde beweisen, dass die PartnerInnen der Belegschaft auf Staatskosten mitkämen. Das Amt dementierte und die vermeintliche «Teilnehmerliste» stellte sich als Gästeliste des Weihnachtsessens heraus. Das ganze endete mit einer <a href="https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/presserat-baz-verstoesst-gegen-journalisten-regeln-129200592" rel="noopener" target="_blank">Rüge des Presserats</a>, was die BaZ nicht davon abhielt, die Geschichte noch jahrelang auszuwalzen.</p>
<p>Selbst Markus Somm bestätigte öffentlich, dass die BaZ im Hinblick auf die Wahlen 2016 gezielte Kampagnen gegen Wessels fuhr – <a href="https://bazonline.ch/basel/stadt/in-den-ruinen-des-buergerlichen-basel/story/13954946" rel="noopener" target="_blank">und letztlich scheiterte</a>. Trotzdem versuchte sie es vergangenen Winter erneut. «Wessels brüskiert Wirte», hiess es vor Weihnachten. Der Grund: Wessels’ Departement hatte fürs Weihnachtsessen ein Restaurant im benachbarten Saint-Louis statt in Basel ausgewählt. <a href="https://bazonline.ch/basel/weihnachtsessen-lieber-in-saintlouis-als-in-basel/story/31241167?track" rel="noopener" target="_blank">Christian Kellers Bericht</a> über die Observation der Vorgänge – inklusive stilecht verschwommenem Foto – grenzt an eine Selbstparodie. Man kann sich regelrecht vorstellen, wie ein armer BaZ-Journalist im Trenchcoat vier Stunden lang im Regen stand und den Beamten beim Essen zusah.</p>
<p>Zwei Wochen später die nächste Enthüllung: Regierungsrat Wessels hat sein <a href="https://bazonline.ch/basel/stadt/parkverbot-davon-haelt-wessels-nichts/story/30188849" rel="noopener" target="_blank">Velo im Abstellverbot parkiert</a>! Auch hier wird das ungeheuerliche Vergehen mit Fotos nachgewiesen. «Es bleibt die Spekulation nach dem Motiv», schreibt BaZ-Journi Martin Regenass dazu. Das Motiv der BaZ dürfte dagegen klar sein: Die Personalisierung der politischen Berichterstattung so weit zu treiben, dass man Inhalte schliesslich nicht einmal mehr erwähnen muss.</p>
<p><strong>Krasse Vorwürfe ans Unispital</strong><br />
Es war eine tragische Geschichte: Im Sommer 2017 war ein Zwanzigjähriger im Unispital Basel gestorben. Aufgrund eines Polizeiberichts vermutete seine Mutter, man könnte der Leiche illegal Organe entnommen haben. Möglicherweise sei das Spital sogar in den organisierten <a href="https://bazonline.ch/basel/stadt/verdacht-auf-illegale-organentnahme/story/21632645" rel="noopener" target="_blank">Organhandel verstrickt</a>. Das Unispital widersprach vehement.</p>
<p>Im Gegensatz zu so manchem BaZ-Skandal handelte es sich hier natürlich nicht um eine Bagatelle. Einen schlimmeren Vorwurf kann man einem Spital kaum machen. Doch Autor Mischa Hauswirth hatte ausser den Aussagen der traumatisierten Mutter keine Quelle, noch nicht einmal ein Indiz. Die ungeheuerlichen Anschuldigungen so zu publizieren, war verantwortungslos. Die BaZ zog die Geschichte nach zwei Tagen noch einmal nach und liess sie dann stillschweigend fallen. Eine <a href="https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/was-vom-organhandel-skandal-uebrig-bleibt-unispital-basel-wehrt-sich-vor-dem-presserat-132188138" rel="noopener" target="_blank">Beschwerde beim Presserat</a> ist derzeit hängig.</p>
<p><strong>Von Rechten abschreiben</strong><br />
Pünktlich zu den christlichen Hochfesten versuchte sich die sonst eher säkulare BaZ gerne in religiöser Polemik. So auch an Ostern 2013: «Alle fünf Minuten wird irgendwo auf der Welt ein Christ ermordet», schrieb der damalige stv. Politikchef Thomas Wehrli. Eine gut organisierte Minderheit von Muslimen bereite die Auslöschung des Christentums vor. Sein Gewährsmann: Der «deutsche Soziologe und Islamkritiker Michael Mannheimer». Dumm nur, dass ihm der Journalist Hardy Prothmann daraufhin nachwies, dass es sich bei Mannheimer um den rechtsradikalen Blogger Karl-Michael Merkle handelt und dass ganze Sätze des Artikels <a href="http://www.geprothmannt.de/plagiierte-islam-hetze-durch-die-basler-zeitung/1496.html" rel="noopener" target="_blank">von dessen Blog kopiert</a> waren. Kein Wunder, wurde Wehrlis Artikel auf Rechtsaussen-Websites begeistert weiterverbreitet.</p>
<p>Eine Anbiederung der BaZ an die Deutsche Rechte war zuletzt auch auf Facebook spürbar. Dort fanden Artikel aus der BaZ in den letzten zwei Jahren zunehmend Anklang in AfD-nahen Kreisen. Gleichzeitig erhielten rechte Intellektuelle aus Deutschland, etwa der Historiker Jörg Baberowski, mit der BaZ eine Plattform für ihre Positionen. Auch Chefredaktor <a href="https://bazonline.ch/ausland/europa/merkels-tote/story/21047209" rel="noopener" target="_blank">Somm übernahm den AfD-Duktus</a> eins zu eins, wenn er etwa nach dem Berliner Terroranschlag von «Merkels Toten» sprach. Selbst die langjährige Telebasel-Moderatorin Tamara Wernli, in Basel meistens etwas belächelt, wurde durch ihre antifeministische BaZ-Kolumne in den letzten Jahren zu einer Art Internet-Ikone rechter Kreise in Deutschland. Das Resultat dieser Bemühungen um eine neue Klientel: Viele Facebook-Likes, steigender Ruhm unter AfD-Fans («das neue Westfernsehen»), aber wohl kaum zahlende Kunden aus Deutschland.</p>
<p><strong>Der Propaganda-Dienstleister</strong><br />
Ein einziges Mal hat die BaZ auf eine besonders krasse Fehlleistung schnell und konsequent reagiert. Im Januar 2017 publizierte der Regionalteil eine lange Artikelserie mit Kritik an der Ernennung einer neuen Bankrätin der Basler Kantonalbank. Das Problem: Nach einer Woche ging der Redaktion das Material für weitere Empörung aus und die bürgerlichen Parteien wollten sich nicht mit der Zeitung mitempören. </p>
<p>Die Lösung der BaZ-Redaktion: Man verfasste gleich selber eine Medienmitteilung zu der Angelegenheit und liess sie den vier bürgerlichen Parteien zukommen. Parteipropaganda pfannenfertig aus dem Hause Somm. Dumm nur, dass keine der Parteien bei dem Spielchen mitspielen wollte. Man schreibe seine Verlautbarungen ausschliesslich selber, sagten die ParteipräsidentInnen später.</p>
<p>Als die TagesWoche den Vorfall nach zwei Wochen publik machte, <a href="https://tageswoche.ch/politik/basler-zeitung-schreibt-medienmitteilung-fuer-buergerliche-gleich-selbst/#comments" rel="noopener" target="_blank">ging alles ganz schnell</a>. Als Verantwortlichen – bzw. Sündenbock – wählte die BaZ einen jungen Redaktor mit einer Vergangenheit als SVP-Kommunalpolitiker. Markus Somm wollte von dessen Tun nichts gewusst haben und liess seinen einstigen Schützling fallen. Der junge Redaktor war schon am nächsten Tag nicht mehr im Impressum zu finden; er wurde ohne öffentlichen Kommentar entlassen. Dabei hatte er wohl bloss versucht, das Programm seines Chefs (die Basler Politik «aus den Angeln heben») konsequent zu Ende zu führen. </p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Ob man Markus Somm vermissen wird oder nicht – klar ist, dass schwierige Zeiten auf die Zeitung zukommen. Die Eingliederung in den Tamedia-Mantel dürfte mit grossen Einsparungen beim Personal verbunden sein. Die Tamedia wird leider kaum bereit sein, die Inlands-, Auslands- und Wirtschaftsredaktion in ihrem heutigen Umfang zu bewahren. Es ist im allgemeinen Interesse, dass die übrige Redaktion, die wohl zu grossen Teilen aus bisherigen BaZ-Journalisten bestehen wird, eine gute Zeitung machen kann. Mit den Mitteln und Methoden der Ära Somm wird das verdammt schwierig.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/20/mehr-schlecht-als-rechts/">Mehr schlecht als rechts</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2018/04/20/mehr-schlecht-als-rechts/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Michael Bahnerth und Mark van Huisseling</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/03/01/interview-mit-michael-bahnerth-und-mark-van-huisseling/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Mar 2016 14:39:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Bahnerth]]></category>
		<category><![CDATA[Mark von Huisseling]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=9577</guid>

					<description><![CDATA[<p>«Sagen Sie mal, Herr Imseng: Sind Sie schwul?»: Ein Gespräch mit den Bad Boys des Schweizer Journalismus.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/01/interview-mit-michael-bahnerth-und-mark-van-huisseling/">Interview mit Michael Bahnerth und Mark van Huisseling</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>«Sagen Sie mal, Herr Imseng: Sind Sie schwul?»: Ein Gespräch mit den Bad Boys des Schweizer Journalismus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/01/interview-mit-michael-bahnerth-und-mark-van-huisseling/">Interview mit Michael Bahnerth und Mark van Huisseling</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Macho auf der Redaktion: Der Letzte seiner Art</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/07/03/der-letzte-seiner-art/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2015 19:03:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Bahnerth]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Güzin Kar]]></category>
		<category><![CDATA[Mann]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=5796</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf jeder Redaktion gibt es einen: einen schreibenden Mann. Im Gegensatz zu einem Journalisten, der mehr oder minder zufällig auch ein Mann ist, ist er ein Mann, der zufällig schreibt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/03/der-letzte-seiner-art/">Der Macho auf der Redaktion: Der Letzte seiner Art</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf jeder Redaktion gibt es einen: einen schreibenden Mann. Im Gegensatz zu einem Journalisten, der mehr oder minder zufällig auch ein Mann ist, ist er ein Mann, der zufällig schreibt. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/03/der-letzte-seiner-art/">Der Macho auf der Redaktion: Der Letzte seiner Art</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Leben mit Michael Bahnerth</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/04/mein-leben-mit-michael-bahnerth/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2015 18:40:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Bahnerth]]></category>
		<category><![CDATA[Guy Morin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=5781</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie haben eine «spitze» Feder. Ich habe mir lange überlegt, ob ich Ihre Kolumne vom 30. April 2015 zu meiner Person, «Leben mit Guy Morin», unter der Rubrik «Anschisspauschale» unwidersprochen stehen lassen soll.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/04/mein-leben-mit-michael-bahnerth/">Mein Leben mit Michael Bahnerth</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie haben eine «spitze» Feder. Ich habe mir lange überlegt, ob ich Ihre Kolumne vom 30. April 2015 zu meiner Person, «Leben mit Guy Morin», unter der Rubrik «Anschisspauschale» unwidersprochen stehen lassen soll.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/04/mein-leben-mit-michael-bahnerth/">Mein Leben mit Michael Bahnerth</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Provokateur</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Oct 2014 06:56:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Bahnerth]]></category>
		<category><![CDATA[Blocher-Medien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=21285</guid>

					<description><![CDATA[<p>Michael Bahnerth ist einer der umstrittensten Journalisten auf dem Medienplatz Basel. Seine oftmals schlüpfrigen Auslassungen über Sex, Feminismus und Veganertum sorgen in der Stadt regelmässig für Empörung. Dabei sind die Provokationen des BaZ-Autors oft simpel gestrickt und leicht durchschaubar. Wer seine Texte nicht mag, sollte ihm nicht den Gefallen tun, sie allzu ernst zu nehmen. <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Michael Bahnerth ist einer der umstrittensten Journalisten auf dem Medienplatz Basel. Seine oftmals schlüpfrigen Auslassungen über Sex, Feminismus und Veganertum sorgen in der Stadt regelmässig für Empörung. Dabei sind die Provokationen des BaZ-Autors oft simpel gestrickt und leicht durchschaubar. Wer seine Texte nicht mag, sollte ihm nicht den Gefallen tun, sie allzu ernst zu nehmen.</strong></p>
<div align="right">
<h2>«Ich Kleinbürger weiss, wovon ich spreche, wie sich das anfühlt, zumindest für den Moment eines Augenblickes Playboy zu sein.»</p>
<p>Michael Bahnerth in der Basler Zeitung vom 8. August 2014.</h2>
</div>
<p></p>
<p><em>Schwungvollen Schrittes kommt Michael Bahnerth die Treppe herauf. Trotz seiner fünfzig Jahre ist das sonnengebräunte Gesicht jugendlich geblieben, das aufgeknüpfte Hemd gibt den Blick auf die behaarte Brust frei. Bahnerths Lächeln ist selbstbewusst: ein echter Kerl, einer, der weiss, was er will. Ein Playboy, der Frauen wie Männer für sich einnehmen kann.</em></p>
<p>So oder ähnlich würde Michael Bahnerth wohl ein Porträt über Michael Bahnerth beginnen. Bahnerths Sprache ist salopp, manchmal derb, seine Themenwahl kontrovers. Seine Texte handeln von «Strassennutten» und vom «Flatrateficken», von besoffenen Hinterwäldlern im Wallis und von Martina Hingis’ «verruchtem Mund». Besonders in Erinnerung geblieben ist ein <a href="http://bazonline.ch/basel/stadt/Eva-Herzog--Annaeherung-an-eine-Unnahbare/story/21799182">Porträt der Basler Regierungsrätin Eva Herzog</a>, das ihm 2012 einen veritablen Shitstorm einbrachte.</p>
<p>Kein Wunder, dass Bahnerth die Leserschaft der Basler Zeitung polarisiert. Kein Wunder auch, dass er in meinem – selbstverständlich linksliberalen – Basler Bekanntenkreis nicht gerade Begeisterungsstürme entfacht. Wer die BaZ noch liest, hat über Bahnerth wenig Gutes zu berichten. Für meine Freunde ist Bahnerth ein «Hassprediger», «betreibt Schlammschlacht-Journalismus», «schreibt auf Schülerzeitungsniveau». «Sprachlich gut, inhaltlich primitiv» ist noch das positivste Urteil, das ich zu hören bekomme.</p>
<p>Eigentlich wollte ich mit Bahnerth ja vegan essen gehen, den militanten Karnivoren mit seiner Horrorvorstellung einer rein pflanzlichen Ernährung konfrontieren. Dann kam die Absage: Er esse abends nicht vegan, liess Bahnerth wissen. So sitzen wir nun halt bei einer Flasche Rotwein auf der Terrasse des «Don Camillo» in der ehemaligen Basler Warteck-Brauerei und warten auf das gebratene Lammrückenfilet mit Ofengemüse und Kartoffeln, das Bahnerth hier immer bestellt.</p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was sind die<br /> <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/"><strong><big>«Blocher-Medien»</big></strong></a><br />
&#8211; und wer gehört dazu? Retten sie den Journalismus oder schaffen sie ihn ab, geht es um <strong>Information oder Propaganda</strong>? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie Persönlichkeiten und Medien, die in einer Beziehung mit dem Politiker und Unternehmer <strong>Christoph Blocher</strong> stehen.</div>
<p>Offen gestanden finde ich viele von Michael Bahnerths Artikeln etwas, na ja, doof. Zu repetitiv seine Themen (Sex, Veganer, Frauen, das Mannsein, Sex), zu offensichtlich seine Provokationen (Sex! Sex! Sex!), zu simpel das Weltbild, welches er vertritt (geniesserische Playboys vs. lustfeindliche Emanzen-Veganer). Trotzdem, einen gewissen Unterhaltungswert haben Bahnerths boulevardeske Elaborate manchmal schon, gerade dadurch, dass sie sich eigentlich vorwiegend um seine eigenen Neurosen drehen. Und ab und zu veröffentlicht Bahnerth auch ein differenziertes Porträt, zum Beispiel jene über <a href="http://tablet.baz.ch/artikel/?objectid=A7F1C5F6-0063-6082-F4C42BEFF04940DC">Ralph Grosse-Bley</a> oder Niklaus Meienberg. Der arrogante Boulevard-König und der spöttische Querulant: zwei Charaktere, für die Bahnerth offenbar viel Verständnis aufbringt.</p>
<p>Auf jeden Fall war ich im Vorfeld des Treffens überzeugt, dass ein Abendessen mit Bahnerth unterhaltsam sein dürfte. Und tatsächlich: Bahnerth ist witzig, jovial, spricht viel und flüssig, hört sich selbst gerne sprechen. Und kann sich durchaus auch einmal in Rage reden, wenn es um seine Dauerbrenner-Themen geht: missionarische Veganer, Gender Studies («Bullshit!») und die Bevormundung der mündigen Bürger durch staatliche Überreglementierung. Die Rolle des Mannes (sprich: Michael Bahnerths) nach der Emanzipation der Frau ist auch so ein Thema – das scheint ihn, warum auch immer, ernsthaft zu beschäftigen.</p>
<p>Hätte ich aber gehofft, dass Bahnerth im Gespräch eine haarsträubende Aussage nach der anderen bringt (und ein bisschen habe ich das natürlich schon gehofft), ich wäre enttäuscht worden. Vieles, was er in seinen Artikeln völlig überspitzt formuliert («Die Geschichte der Emanzipation ist eine Tragödie. Und zwar für alle Beteiligten.»), klingt im Gespräch viel moderater («Selbstverständlich war die Emanzipation der Frau keine negative Entwicklung. Aber nun müssen auch wir Männer uns neu definieren.»). Man kann ihm dann zwar immer noch widersprechen, ihn zu etwas mehr Gelassenheit aufrufen. Aber als der reaktionäre Berserker, als den ihn manche sehen, gibt sich Bahnerth nicht. Offensichtlich ist er hier, bei Lammfilet und Rotwein auf der gemütlichen Terrasse, nicht im Provokationsmodus.</p>
<p>Bahnerth, der nie studiert hat, ist gebürtiger Basler, hat aber viele Jahre in Berlin gelebt und als Reisejournalist für die «Zeit» gearbeitet. 2011 ist er, wie so viele Heimwehbasler, nach Basel zurückgekehrt. Und beklagt sich nun, wie so viele Basler, über die Provinzialität seiner «furchtbar kleinen» Heimatstadt, die sich selbst viel zu wichtig nimmt und die ihm, dem kosmopolitischen Lebemann, durch Rauchverbote und «Veloisierung» das Leben schwer macht.</p>
<p>Dafür ist Bahnerth voll des Lobes für seinen Chefredaktor Markus Somm: «Soviel Freiheit hatte ich noch nie. Ich kann schreiben, was ich will.» Wobei diese Narrenfreiheit nicht wahnsinnig erstaunt – teilt der Freiheitsapostel Bahnerth doch viele von Somms konservativ-libertären Ansichten. Dass er aber für Somm eine politische Agenda mitträgt, dass er zuständig ist für die Verteidigung eines konservativen Gesellschaftsbilds, dass sein Chef ihn ganz bewusst als Agent Provocateur einsetzt: all dies bestreitet Bahnerth. «Ich bin weder rechts noch links, sondern ein Freund des gesunden Menschenverstands. Aber ein funktionierender Liberalismus ist nun mal eher rechts der Mitte zu finden.»</p>
<p>Überhaupt schreibe er lieber über das, was die Menschen beschäftigt, als über die «Schattengefechte» der Politik. Bahnerth, der – natürlich – auf Hemingway und Hunter S. Thompson steht, hat denn auch gar kein Problem damit, als Boulevard-Journalist bezeichnet zu werden: «Das Schonungslose des Boulevards finde ich spannend, das Berichten über the dirty side of life.» Die Suche nach dieser dirty side im beschaulichen Basel führt Bahnerth auch öfter zu ziemlich grotesken Unternehmungen. Etwa wenn er Jahr für Jahr die Erotikmesse Extasia («diese Scheiss-Dildoveranstaltung») besucht und dort so gar nichts ekstatisches findet.</p>
<p>Bleibt eben die Provokation, ein journalistisches Mittel, welches Bahnerth routiniert beherrscht: hier ein etwas vulgärer Ausdruck, dort eine leicht sexistische Bemerkung, immer knapp an der Grenze des Unanständigen. Wobei das Provozieren laut Bahnerth nicht nur Selbstzweck ist: «dann könnte ich einfach einmal pro Artikel das Wort ‹Schwanz› verwenden» (gut, allzu weit ist er davon nicht entfernt). Vielmehr gehe es ihm darum, die Leute wachzurütteln, sie hinzuweisen beispielsweise auf die Verlogenheit einer Gesellschaft, in der Pornographie zwar allgegenwärtig sei, aber die Medien sich in Prüderie übten. Die Provokation sei ein schönes Mittel, Stellung zu beziehen, die Leute zum Nachdenken über Tabus zu bringen: «Es gibt nichts Schlimmeres für einen Journalisten, als die Leute zu langweilen.»</p>
<p>Damals, beim Herzog-Porträt, ging er damit wohl etwas zu weit. Aus Ärger über Herzogs mangelnde Kooperation füllte er den Artikel mit haltlosen Spekulationen und Andeutungen über ihr Privatleben («Hat sie mal im Bett mit einer lesbischen Freundin gekifft?»), dichtete ihr sogar eine Affäre mit ihrem Regierungsratskollegen Christoph Brutschin an. Statt über Herzogs Politik schwadronierte Bahnerth über ihre angeblichen Tanzkünste («sündiger Hüftschwung») und ihre Haarfarbe. Es war, da waren sich fast alle einig, ein ziemlich sexistischer Text.</p>
<p>Klar, das Porträt sei sehr grenzwertig gewesen, gibt Bahnerth heute zu. Aber er sei nun mal ein «Instinktschreiber», dem die Sätze «einfach rausflutschen». Immerhin habe er durch den Artikel seinen Bekanntheitsgrad gesteigert, werde auch nach fast zwei Jahren noch darauf angesprochen. Also doch Selbstvermarktung durch Provokation? Seine Kritiker machten es ihm damals aber auch etwas gar einfach in ihrer Empörung über sein «widerliches Machwerk», das er, wie Constantin Seibt mit fast schon bahnerthscher Schnoddrigkeit schrieb, <a href="https://twitter.com/ConstSeibt/status/281472820981161987">«quasi mit dem Pimmel gemalt»</a> habe.</p>
<p>Trotz, nein, gerade wegen der politischen Dimension seiner Texte sollte man Bahnerth also nicht den Gefallen tun, ihn allzu ernst zu nehmen. Er selber tut das wohl auch nicht. Wie könnte er auch? Schreibt er doch Sätze wie diese: «Es gibt einen Grund, warum zwei Drittel aller Männer Hausfrauen bevorzugen: weibliche Fürsorge als Lohn für den Kampf mit den andern Männern da draussen. Es ist wie mit Mama, nur mit Sex. Natürlich will die neue Frauengeneration dann männliche Fürsorge: also Papa, nur mit Sex.» Na ja. Man kann das kindisch finden. Man kann es obszön finden. Man kann es langweilig finden. Aber schadet Bahnerth wirklich dem Journalismus, <a href="http://www.edito-online.ch/aktuelleausgabe/ergaenzungenzumheft/bahnerthbazschadetdemjournalismus.html">wie Philipp Cueni einmal schrieb</a>?</p>
<p>Schlussendlich kommt es wohl darauf an, ob man in Michael Bahnerth den kalt berechnenden Propagandisten der Sommschen konservativen Revolution sieht – oder den flapsig-sympathischen Geniesser, dessen Sticheleien so unüberlegt wie harmlos daherkommen. Meine Vermutung ist, dass es, Bahnerths Beteuerungen zum Trotz, beide Bahnerths gibt. Und an diesem warmen Septemberabend ist es der nette, versöhnliche Michael Bahnerth, der ein letztes Mal unsere Gläser mit Wein füllt. Es ist längst dunkel geworden, das Gespräch ist beinahe zu Ende, die Kellnerin räumt die Teller weg. Bahnerth – und auch das war ja zu erwarten – hat nur das Fleisch gegessen.</p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/">Serie zu den «Blocher-Medien»</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="medienwoche.ch/2014/10/15/schlachtplan-zufall/">Schlachtplan Zufall</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/22/unter-dem-guru-von-herrliberg/">Unter dem Guru von Herrliberg</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a><br />
4. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a><br />
5. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/politiker-der-redaktion/">Politiker der Redaktion</a><br />
6. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/">Für Partei und Vaterland</a><br />
7. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a><br />
8. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Michael Bahnerth (BaZ) schadet dem Journalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/12/23/michael-bahnerth-baz-schadet-dem-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Dec 2012 18:42:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Bahnerth]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=56468</guid>

					<description><![CDATA[<p>Michael Bahnerth über Regierungsrätin Eva Herzog in der Basler Zeitung. Es genügt nicht, entsetzt zu sein. Ein Kommentar.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/23/michael-bahnerth-baz-schadet-dem-journalismus/">Michael Bahnerth (BaZ) schadet dem Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Michael Bahnerth über Regierungsrätin Eva Herzog in der Basler Zeitung. Es genügt nicht, entsetzt zu sein. Ein Kommentar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/23/michael-bahnerth-baz-schadet-dem-journalismus/">Michael Bahnerth (BaZ) schadet dem Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
