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	<title>Norbert Neininger | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Mut, Geschick und soziale Fantasie: zum Tod von Norbert Neininger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/06/01/mut-geschick-und-soziale-fantasie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2015 13:35:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Journalist war Norbert Neininger ein Vorbild, als Unternehmer gab er unserem Medienhaus Zuversicht und Halt. Persönliche Erinnerungen an einen Menschen, der viele Fragen, feste Überzeugungen und ein offenes Herz hatte.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Journalist war Norbert Neininger ein Vorbild, als Unternehmer gab er unserem Medienhaus Zuversicht und Halt. Persönliche Erinnerungen an einen Menschen, der viele Fragen, feste Überzeugungen und ein offenes Herz hatte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/01/mut-geschick-und-soziale-fantasie/">Mut, Geschick und soziale Fantasie: zum Tod von Norbert Neininger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Gemeinsinn braucht auch eine Marktbasis</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/11/gemeinsinn-braucht-auch-eine-marktbasis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2014 08:06:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Stiftungen]]></category>
		<category><![CDATA[Markt]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzierung/Geschäftsmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Können Stiftungen den Medien eine zukunftstaugliche Basis verschaffen? Ja, sagt Norbert Neininger, Verleger der «Schaffhauser Nachrichten». Doch eine Überlebensgarantie schaffen Stiftungen keineswegs.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Können Stiftungen den Medien eine zukunftstaugliche Basis verschaffen? Ja, sagt Norbert Neininger, Verleger der «Schaffhauser Nachrichten». Doch eine Überlebensgarantie schaffen Stiftungen keineswegs.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/11/gemeinsinn-braucht-auch-eine-marktbasis/">Gemeinsinn braucht auch eine Marktbasis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Party ist noch nicht vorbei</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/09/26/die-party-ist-noch-nicht-vorbei/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Sep 2013 08:44:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Gossweiler]]></category>
		<category><![CDATA[Luxus]]></category>
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		<category><![CDATA[Hanspeter Lebrument]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Krise keine Spur: Den Schweizer Verlegern geht es richtig gut. Das sieht man alle Jahre am Medienkongress. An ihrer Selbstbeweihräucherungszeremonie lassen sich die Medienmacher die Party nicht gerne vermiesen, auch von einem Bundesrat nicht. Beobachtungen aus dem Victoria-Jungfrau Grand Hotel in Interlaken. In der bescheidenen Pension Victoria Der Aufenthalt im 1864 als Pension Victoria <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/26/die-party-ist-noch-nicht-vorbei/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Krise keine Spur: Den Schweizer Verlegern geht es richtig gut. Das sieht man alle Jahre am Medienkongress. An ihrer Selbstbeweihräucherungszeremonie lassen sich die Medienmacher die Party nicht gerne vermiesen, auch von einem Bundesrat nicht. Beobachtungen aus dem Victoria-Jungfrau Grand Hotel in Interlaken.<br />
<span id="more-15868"></span><br />
<strong>In der bescheidenen Pension Victoria</strong><br />
Der Aufenthalt im 1864 als Pension Victoria erbauten Victoria-Jungfrau Grand Hotel fühlt sich an wie ein Besuch im Bundeshaus, einem Kunstmuseum oder einem geweihten Gebäude; das bescheidene eigene Dasein wird einem bei jedem Schritt bewusst. Das wundervolle Prunkgebäude, in dem Zimmer zwischen 500 und 2000 Franken angeboten werden und im Durchschnitt für 366 die Nacht verkauft werden (<a href="http://www.victoria-jungfrau-collection.ch/investor-relations/kennzahlen/">2012</a>) scheint genau der richtige Ort für die reichen Zeitungsverleger, ihren Jahreskongress zu feiern. Gegen eine Zahlung von 400 Franken darf ich als Journalist mit dabei sein und gebe mir Mühe, nicht zu wenig vom beim Abendessen am Donnerstag servierten Pinot Noir, Réserve du Patron (<a href="http://www.weingut-bick.ch/weine.html">35,40 die Flasche</a>) zu trinken. Als Unterkunft wähle ich den sehr sympathischen und besonders bei jungen Südkoreanern und Chinesen beliebten <a href="http://www.lazyfalken.ch/">Lazy Falken</a> (60 Franken die Nacht, WC und Dusche auf dem Flur).</p>
<p><strong>Umbruch und Aufbruch</strong><br />
Warum der Medienkongress unter dem Motto «Umbruch und Aufbruch» stattfand, war zunächst nicht klar, hatte doch Hanspeter Lebrument, Verlegerpräsident seit zehn Jahren, die Medienkrise für «beendet» erklärt (<a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/lebrument-erkl%C3%A4rt-medienkrise-f%C3%BCr-beendet-294797">2010</a>). Doch von jemand, der glaubt, er könne Google «Nachhilfeunterricht» geben (<a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/google-hat-angst-vor-uns-275616#.UkFnMryjjZ5">2007</a>), ist vielleicht nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.</p>
<p>2013 schaut man also nach vorne und bemüht sich ernsthaft, dem Motto gerecht zu werden. Und das gelingt gar nicht schlecht: Keine der Veranstaltungen ist grottenschlecht, langweilig wird einem nur bei Otfried Jarren (Präsident Eidg. Medienkommission) und zeitweise bei den Eigen-PR-Vorträgen von Philipp Welte (Verlagsvorstand Hubert Burda Media) und Rainer Esser (Geschäftsführer Zeitverlag). Die Triebkraft für die Neuorientierung des Verbands scheint bei <a href="http://neininger.me/">Blogger</a> Norbert Neininger zu liegen; er präsentiert den äusserst erfrischenden Investor <a href="https://www.linkedin.com/profile/view?id=88442417">Eran Davidson</a>, der Investmentsfonds in der Höhe von 180 Millionen Franken an junge Unternehmen zu verteilen hat und echten Unternehmergeist in diese Veranstaltung (von Unternehmern, man glaubt es kaum) bringt. Ringier-CEO Marc Walder findet den Vortrag «very interesting and provocative».</p>
<p>Davidson empfiehlt beispielsweise, den 22-Jährigen in der Firma zuzuhören, «weil deren Verstand immer noch klar ist. Sie wissen nicht viel, aber sie wissen es besser als Du». Und auch allen anderen, manchmal sei es ja die Sekretärin, die eine geniale Idee habe. Gute Unternehmer würden ein Klima schaffen, in dem solche Menschen angstfrei zu Wort kommen.</p>
<p><strong>Eine Blase um Michael Ringier</strong><br />
Ich versuche mir vorzustellen, wie Ringier-Verleger Michael Ringier gebannt an den Lippen von «Glückspost»-Praktikanten und Ringier-Journalistenschülern hängt, um etwas zu lernen, das er für sein Leben und seine Firma brauchen kann. Aber irgendwie gelingt es mir nicht recht. Es tauchen stattdessen Bilder auf von Tennisplätzen, Kunstgalerien, Villen, Telefonhörern, Füllfederhaltern, Hinterzimmern, Luxushotels, Limousinen, Privatjets, bevölkert mit Frauen und Freunden seines Alters, seiner Klasse, seinen Vermögensverhältnissen. Vielleicht müsste <a href="http://www.bilanz.ch/people/die-reichsten-und-ihre-autos-hengstparade">Rolls-Royce-Fahrer Ringier</a> einfach mal an einem SVP-Buurezmorge einige seiner Leser kennenlernen. Schliesslich kann er durchaus locker sein und hat den Mut, auch bittere Wahrheiten gelassen auszusprechen: «Wir haben kein Monopol mehr, das ist doch das grosse Problem!»</p>
<p>Immerhin kennt er «Deutschlands bekanntester Blogger». Angeblich ist das ein gewisser Philipp Riederle (*1994), auf dessen Website zwar kein Blog zu finden ist, aber dafür haufenweise <a href="http://www.philippriederle.de/erfahrung/presse/">Berichte</a> der etablierten Medien. Tatsächlich ist Riederle <a href="http://www.meiniphoneundich.de/">Videopodcaster</a>, Unternehmensberater, Vortragsredner und Buchautor. Ringier über Riederle: «Er sagte: ‹Make sense.› &#8211; Darum geht es.» Dem kann man sich nur vorbehaltslos anschliessen.</p>
<p>Im Podiumsgespräch mit Gabor Steingart (Herausgeber Handelsblatt) liest Ringier dann Leserkommentare Schweizer Medienseiten vor, die sich kritisch mit ihm auseinandersetzen. Kommentare konkurrierender Medienseiten natürlich, auch wenn auf Blick.ch ebenfalls kritische Leserstimmen veröffentlicht werden. Ist es die Aufgabe eines Verkäufers, sich öffentlich über Kundenreaktionen zu beschweren? Oder hat das Internet Ringier Wahrheiten aufgezeigt, die ihm bisher von seinem Umfeld erfolgreich vorenthalten wurden? Für einen Moment erhält man den Eindruck, Leserbriefschreiber seien die besseren Menschen als Online-Kommentierer. Natürlich ist das Blödsinn: Leserbriefe und Leserkommentare werden von den Redaktionen geprüft und freigegeben.</p>
<p>Hinsichtlich der Berichte über die Nicht-Bestätigung von Andrea Bleicher als «Blick»-Chefredaktorin aufgrund eines «Daumen runter» des gut befreundeten Frank A. Meyer sagt er sympathisch selbstironisch, die Lage sei doch klar: «Die Schwulengang hat die Lady rausgeknallt.» Und: «Früher hat Frank A. Meyer meine Wahlzettel ausgefüllt, heute tut das meine Frau, denn Meyer hat ja nichts mehr zu sagen.» Humor darf man ihm attestieren, doch als Boulevardverleger, selbst als widerwilliger, ist er viel zu dünnhäutig. Michael Ringier ist das Aushängeschild einer Branche, die Kritik üben lässt, Kritik an sich aber einfach nicht ertragen kann. Dabei kritisiert doch sogar die von Michael Ringier geliebte Kunst &#8211; gemeinsam mit seiner Frau Ellen wurde der Kunstsammler im Kunstwerk <a href="http://www.jotacastro.eu/selected-works/motherfuckers-never-die/">«Motherfuckers never die» von Jota Castro</a> verewigt (ausgestellt an der Art Basel 2009).</p>
<p><strong>«Jahrhundertfehler» Kostenlos-Kultur</strong><br />
Die Vortragenden sind sich einig, Schuld an der schlechten Branchenstimmung sind vor allem jene, die negativ reden: «Print wird totgeredet», klagt Philipp Welte. «Unsere Inhalte kostenlos abzugeben, ist der Jahrhundertfehler unserer Branche», sagt Gabor Steingart. Auch Rainer Esser will keine Inhalte verschenken, die gut Geld verdienende Gratiszeitung «20 Minuten» lobt er trotzdem. Warum sie nur immer über ihre angeblichen «Jahrhundertfehler» reden und dabei weiterhin ihre Inhalte kostenlos im Internet anbieten, bleibt ihr Geheimnis. Die wichtigsten NZZ-Artikel gibt es trotz Website-Paywall kostenlos auf dem Smartphone. In der «Blick»-App (einmalig 4 Franken) ist sogar jeden Tag die ganze Printausgabe kostenlos zugänglich. Offenbar trauen sich die Verleger nicht recht zu, Inhalte zu produzieren, die den Kunden tatsächlich etwas wert sind. Mehr dazu in unserem Artikel <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/13/pseudokostenpflicht/">«Pseudokostenpflicht»</a>.</p>
<p>Norbert Neininger liefert als einer der einzigen Vortragenden keinen Verkündigungsauftritt, sondern eine Prezi-Präsentation inklusive zwei YouTube-Videos. Als die Technik diese abspielt, blendet YouTube Werbung ein, die sofort reflexartig weggeklickt wird. Aber echt, immer diese Scheiss-Werbung! Mit der man selbst online Geld verdienen will. Aber die Frage ist berechtigt: Warum nervt Werbung im Netz derart, dass man sie sofort und unbesehen wegklickt?</p>
<p><strong>Solidarität für Gattungsmarketing</strong><br />
Printwerbung nervt nicht, trotzdem brauche es dafür Gattungsmarketing, meldet Peter Wanner aus dem Department Werbemarkt: «Printwerbung macht immer noch einen Umsatz von 1,8 Milliarden Franken. Aber Sie können sich vorstellen, was das bedeutet für uns alle, wenn wir da jedes Jahr 100 Millionen Franken verlieren.» Ausserdem wäre es schön, wenn auch die Redaktionen mal etwas mitspielen würden: «Es täte sicher gut, wenn auch die Printmedien ab und zu etwas Positives über Print vermelden würden.» Seine Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung des Gattungsmarketings habe gut gearbeitet, allerdings musste man dann bei einer Sitzung in Weggis bemerken, dass die gefassten Pläne dafür satte 1,9 Millionen Franken kosten (und das jedes Jahr, ab 2015). «Jetzt ist Solidarität gefragt», steht in der Powerpoint-Präsentation von Wanner.</p>
<p><strong>Keine Lohnverhandlungen mit Angestellten</strong><br />
Auf Lohnverhandlungen mit dem Journalistenverband Impressum lassen sich die Verleger nicht ein, denn Präsident Lebrument erklärt, er habe deren Entwurf zu einer Vereinbarung über die Arbeitsbedingungen nicht gelesen, weshalb &#8211; hallo Logik &#8211; es auch keine Verhandlungen geben könne. Verbandsvertreter Urs Thalmann verlässt nach den anschliessenden langwierigen, völlig ergebnislos bleibenden und äusserst ermüdenden Diskussionen die Medienkonferenz mit einem sehr lauten Knallen der Türe, fassungslos über solche, wie soll man ihnen sagen, bauernschlauen Tricks? Ehrlich gehandelt hätte der Verlegerverband, in dem er zugegeben hätte, gar nicht verhandeln zu wollen. Die ganze Farce <a href="http://www.edito.ch/de/2013/09/18/verleger-in-formkrise/">fasst Philipp Cueni auf edito.ch zusammen</a>, mit dabei auch die abenteuerliche Lebrument-Aussage, es gebe keine Arbeitslosigkeit im Journalismus.</p>
<p><strong>Ein Präsident per Akklamation</strong><br />
Warum wurde der 2010 ins Präsidium gewählte Urs Gossweiler mit einem Reisegutschein verabschiedet? «Er ist nicht wieder angetreten», antwortet Hanspeter Lebrument auf Nachfrage und sagt Gossweiler zur Verabschiedung: «Wir werden Deine Einsitznahme im Präsidium nicht so schnell vergessen.» Auf Anfrage sagt Gossweiler: «Ich habe dem Präsidium meine Gründe dargelegt und dort sollen sie auch bleiben.» Gilbert Bühler von den «Freiburger Nachrichten» rückt nach, kein Gegenkandidat stellt sich. Lebrument wird nach einem kurzen positiven Votum von Pietro Supino als Verlegerpräsident bestätigt; sehr schnell und etwas undurchsichtig läuft das ab, als hätte man Angst, jemand könnte eine Diskussion beginnen. Supino fragt nicht, ob jemand etwas gegen eine Wahl einzuwenden hat, er lässt gar nicht erst abstimmen. Sondern sagt: «Wenn wir das alle auch wollen, dann bestätigen wir das durch Akklamation.» Man klatscht verhalten, womöglich haben nicht alle das Fremdwort verstanden. Ganz zu Beginn der Veranstaltung gab es übrigens keinen Applaus für Lebrument.</p>
<p>Lebrument mag ein guter Ausgleich sein zwischen den grossen und den kleinen Verlegern sowie zwischen Stadt und Land. Tatsächlich sind einfach alle heilfroh, dass er diesen Job macht, auf den sonst niemand Lust hat. Deshalb bestätigt man ihn, klatscht höflich seinen abenteuerlichen Reden und buht sie nicht aus. Lebrument geniesst im Gegenzug die Aufmerksamkeit und sonnt sich etwas in der Reihe der bisherigen Verlegerpräsidenten (er legt dazu ein Slide auf, das die 11 Präsidenten in den 115 Jahren des Verbands zeigt, mit ihm unten rechts). Mit Widersprüchen kommt er gut zurecht und spricht einerseits von Printmedien, die «völlig im freien Markt agieren» und plädiert andererseits für die Beibehaltung der gesetzlichen Bevorzugung seiner Branche (ermässigter Post- und Transporttarif, reduzierter Mehrwertsteuersatz).</p>
<p>Ein Präsident, der nicht mehr ist als ein schlechter Kompromiss und Delegierte, die alles beschweigen und abnicken. Man hätte vorne die Revolution ausrufen können, diese Delegierten hätten höflich geklatscht. Um Schweizer Verleger aus der Reserve zu holen, braucht es schon einen Ueli Maurer.</p>
<p><strong>Der Bundespräsident macht Stunk</strong><br />
Gibt es einen Menschen in der Schweiz, der in den 1990er-Jahren mehr öffentliche Aggressionen ertragen musste als Ueli Maurer? Sein Briefkasten wurde mit Fäkalien gefüllt, sein Haus mit Farbbeuteln beworfen, die Pneus am Auto zerstochen, er selbst mit einer Torte beworfen. Von Viktor Giacobbo wurde er jahrelang als fröhlich-dümmlicher Lakai Christoph Blochers <a href="https://www.youtube.com/watch?v=FzVEzVLxk0Y">dargestellt</a>. Von Roger Schawinski als «Parteipräsident von Blochers Gnaden» tituliert, hatte er irgendwann genug und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IUXB_5Ylfp4">verliess den Sonntalk</a>. Vor 2000 hatte Ueli Maurer unter den Journalisten kaum Fans, inzwischen hat er einige wenige gewonnen. Doch unter vielen Journalisten, man muss sich da nichts vormachen, herrscht ein den Tatsachen nicht gerecht werdendes Bild eines Bauerntölpels vor.</p>
<p>Als Maurer spricht, hört ihm der halbgefüllte Saal zunächst aufmerksam zu. Doch als er statt konkrete Medienkritik sattsam bekannte Allgemeinplätze in voller Unschärfe bringt, erhöht sich die Unruhe. Irgendwann bricht dann der Ärger, am eigenen Anlass frontal angegriffen zu werden, durch und kulminiert in einzelnen Pfiffen, Hahas und Buhrufen (natürlich nicht von den vorderen Tischen, an denen die Verlegerelite mit besonderen Gästen sitzt, während alle anderen stehen müssen). Aus der Schummerigkeit des hinteren Raumes stimmen erstaunlich viele in die Buhrufe ein, natürlich nur, um sich im persönlichen Gespräch danach von solchen Aktivitäten zu distanzieren (<a href="http://www.vbs.admin.ch/internet/vbs/de/home/documentation/reden/liste/detailspeech.50232.nsb.html">schriftliche Rede</a> / <a href="http://f.blick.ch/media/2441699-6305/Ansprache-des-Bundespraesidenten-Ueli-Maurer.pdf">mündliche Version</a>).</p>
<p>Wiederum: Was für ein grossartiges und freies Land, in dem der höchste Vertreter der Exekutive von Verlegern und Journalisten ausgebuht wird, man sich danach friedlich wieder zusammen hin setzt und niemand klagt, niemand wird verhaftet, niemand verschwindet.</p>
<p>Mehr zu Maurers Rede in <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/15/der-wert-der-medienschelte/">«Der Wert der Medienschelte»</a> von Nick Lüthi. Ausserdem wurde sie am Dienstagabend <a href="http://www.srf.ch/player/tv/club/video/club-vom-24-09-2013?id=12fa6107-4d14-495d-bab2-1c34de444ee2">im Schweizer Fernsehen verhandelt</a>:</p>
<p><iframe src='https://www.srf.ch/player/tv/club-vom-24-09-2013/videoembed/club-vom-24-09-2013?id=12fa6107-4d14-495d-bab2-1c34de444ee2&#038;mode=embed' width='460' height='259' frameborder='0' name='Club vom 24.09.2013'></iframe></p>
<p><strong>Musik &#038; Tanz</strong><br />
Ob der für Freitagabend angekündigte Tanzabend tatsächlich ausgefallen ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, leider bin ich sofort nach dem Nachtisch aus Langeweile eingeschlafen. Den glasigen Blicken einiger anderer zu folgen, sind sie mir bald gefolgt. Um 22.30 Uhr waren nicht mehr viele anwesend, wie schon die ganze Veranstaltung über wurden Frauen und Journalisten nur vereinzelt gesichtet. Vielleicht haben die Herren Verleger noch miteinander getanzt.</p>
<p>Solange die Werbetreibenden sich nicht grundlegend umorientieren oder eine tiefgreifende Wirtschaftskrise Einzug hält, wird bald wieder gefeiert. Für nächstes und übernächstes Jahr ist das Grand Hotel in Interlaken jedenfalls bereits gebucht. Noch ist die Party der durch das Internet von ihrem Monopol befreiten Zeitungsverleger nicht vorbei.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/26/die-party-ist-noch-nicht-vorbei/">Die Party ist noch nicht vorbei</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die wahren Web-Kommunisten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/12/07/die-wahren-web-kommunisten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2012 11:11:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Mathias Döpfner]]></category>
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		<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für immer mehr Verleger mutiert Google zum ultimativen Feindbild. Der dreiste Dieb klaue munter wertvolle Zeitungsinhalte, lautet die Klage. Dafür wollen die Verlage gesetzlich garantiertes Geld von Google. Der Ruf nach dem Staat ist die letzte Verzweiflungstat in einer gestörten Beziehung zwischen den Verlierern und dem Gewinner des digitalen Medienwandels. Ach, wie war das schön <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/07/die-wahren-web-kommunisten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Für immer mehr Verleger mutiert Google zum ultimativen Feindbild. Der dreiste Dieb klaue munter wertvolle Zeitungsinhalte, lautet die Klage. Dafür wollen die Verlage gesetzlich garantiertes Geld von Google. Der Ruf nach dem Staat ist die letzte Verzweiflungstat in einer gestörten Beziehung zwischen den Verlierern und dem Gewinner des digitalen Medienwandels.<br />
<span id="more-30570"></span><br />
Ach, wie war das schön in den 1920er-Jahren, als das Radio und das Fernsehen noch in den Anfängen steckten und die Presseverleger sozusagen über ein Medienmonopol verfügten.</p>
<p>Ach, wie war das schön Ende der 1940er-Jahre, als Axel Springer als einer der ersten Verleger der Nachkriegszeit von der britischen Militärregierung Lizenzen zum Drucken von Zeitungen erhielt. Lizenzen zum Drucken von Geld.</p>
<p>Und, ach, wie war das schön in den 1990er-Jahren, als Journalisten noch wochenlang Zeit hatten für eine Story, ein oben offenes Spesenbudget und wenigstens einmal in der Woche Champagnerflaschen köpfen konnten.</p>
<p>Doch The Times They Are a-Changin’. Im Internet sehen sich die vormals nur unter sich selbst konkurrenzierenden Verleger plötzlich im Wettbewerb mit der ganzen Welt, können doch heute alle Websites Werbung schalten. Die Aufmerksamkeit verteilt sich, die Gelder auch. Und dann haben sich auch noch wahrhaftige Giganten herausgebildet, die alle «was mit Medien oder Kommunikation» machen und derzeit ganze Märkte an sich zu reissen scheinen: Amazon, Apple, Facebook, Microsoft, Twitter oder Google.</p>
<p>Google wird von den Presseverlegern derzeit als Hauptfeind identifiziert &#8211; lustigerweise, denn eine konkrete Konkurrenzsituation besteht gar keine. Google News, das am ehesten als presseähnliches Produkt durchgehen könnte, verzichtet auf Werbung, generiert gar keine Einnahmen. Journalismus, von den Presseverlegern immer wieder als eigenes Kernprodukt ausgewiesen, gibt es keinen auf Google News &#8211; Artikel lesen kann nur, wer auf Links klickt.</p>
<p>Dass Google (wie so viele andere auch) Werbeeinnahmen erzielt, liegt an den Google-Produkten Adsense und Adwords, von denen die Verleger bislang so begeistert waren, dass sie selbst massenweise derartige Anzeigen schalteten (und wohl auch bezahlten). Die rege Nutzung von Google-Produkten hält Verlagsexponenten nicht davon ab, die bei über 90 Prozent der hiesigen Internetnutzern am liebsten benutzte Suchmaschine zu verunglimpfen. Für Axel-Springer-Lobbyist Christoph Keese ist Google sogar <a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Springer-Lobbyist-Christoph-Keese-Google-ist-eine-Art-Taliban_111793.html">«eine Art Taliban»</a> (tatsächlich sagen wollte er: <a href="http://www.presseschauder.de/ist-google-ein-taliban-nein/">«in diesem Punkt eine Art Taliban»</a>).</p>
<p>Vor drei Jahren nannte Springer-Chef Mathias Döpfner Menschen im Internet <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/0,2828,667250,00.html">«Web-Kommunisten»</a>. Auf (von ihm so wahrgenommene) Forderungen aus dem Internet, «nur Gratisinhalte im Internet anzubieten» entgegnete er, das seien «abstruse Fantasien von spätideologisch verirrten Web-Kommunisten». Heute vergleicht er den Suchanbieter Google mit einer <a href="http://www.zeit.de/vorabmeldungen/neu-in-der-aktuellen-zeit/seite-2">«Hehlerbande»</a>: «In Wirklichkeit will Google nur erzkapitalistische Interessen durchsetzen und sein Geschäftsmodell optimieren.» Der Suchkonzern habe «noch nie nach dem Preis gefragt, der uns vorschwebt», jammert Döpfner, der bisher als Verteidiger der Marktwirtschaft aufgefallen war, sich aber mit diesen Äusserungen an die <a href="http://www.presseverein.ch/2012/11/hey-reicher-zahlen/">Bettel-Tour der WOZ-Journalisten</a> bei reichen Schweizern anschliessen könnte.</p>
<p>Die Kritik erinnert etwas an Norbert Neininger, der die NZZ-Leser mit dem Fakt überraschte, dass Facebook tatsächlich <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/26/die-medien-die-industrie-und-das-boese/">Geld verdienen</a> wolle. Neininger war einer der frühsten und unerschrockensten Kämpfer gegen Google. Vor dem Start der Google-News-Alternative News1.ch, mit der mehrere Schweizer Verlage Geld in den Sand gesetzt hatten, <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=70005">sagte er 2007 mutig</a>: «Man kann eine erfolgreiche Website wie Google nicht nur bekämpfen, sondern muss auch versuchen, sie mit einer Alternative zu schlagen.» Hat nicht geklappt, nun will auch Neininger Gesetze, um Geld zu verdienen. Wie die zunehmende Unterstützung von Presseverlegern für ein auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Leistungsschutzrecht zeigt, hört die Begeisterung für den Kapitalismus offenbar bei vielen dann auf, wenn man selbst nicht mehr richtig viel Geld verdient. Das ist so offensichtlich, dass es <a href="https://www.taz.de/Kolumne-Besser/!106756/">sogar der taz</a> auffällt.</p>
<p>Stellen wir uns mal kurz vor, Stimmen aus der Wirtschaft würden mit den gleichen Argumenten, wie sie die Verleger gegen Google vorbringen, von den Presseverlegern Geld einfordern. Zur Veranschaulichung nehmen wir ein Zitat von Norbert Neininger und wandeln es ab. Das könnte dann so klingen:</p>
<blockquote><p>Die Presseverlage – allen voran die Schaffhauser Nachrichten – verdienen Millionen unter anderem mit unseren Inhalten, also mit einem parasitären Geschäftsmodell. Für die Rückkehr der Vernunft ist es höchste Zeit: Jetzt, wo alle Firmen aufhören, ihr wertvollstes Gut (nämlich die grossen Leistungen ihrer Manager) zu verschenken, müssen wir sicherstellen, dass diese Inhalte auch rechtlich geschützt werden.*</p></blockquote>
<p>Einspruch? Aber warum denn? Martin Spieler schrieb in der Sonntagszeitung vom 2. Dezember: «Denn es muss klar sein, dass Firmen, die Inhalte gewerblich nutzen, dafür bezahlen.»</p>
<p>Mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht_f%C3%BCr_Presseverleger">Leistungsschutzrecht für Presseverleger</a> soll die mit ein- bis zweizeiligen Snippets agierende Suche im Netz, die den Verlegern kostenlos zuhauf neue Leser heranspült, lizenzpflichtig gemacht werden. Wieso, fragt sich jeder, der klar im Kopf ist. Die Antwort ist: Es gibt keine guten Gründe. Weil Presseverleger im Internet nicht die gleichen Einnahmen erreichen, die sie bisher mit Pressewerbung verdient haben, gehen sie gegen jene vor, die im Internet schöne Einkünfte erzielen. Weil sie keine rechtliche Grundlage dafür gefunden haben, denn anders, als von Presseverlegern und in Printprodukten immer wieder behauptet wird, halten sich Suchmaschinen wie Google durchaus an die Gesetze in Deutschland und in der Schweiz, ja, auch an die Urheberrechtsgesetze. Das gilt, auch wenn Verlegerverbandspräsident Hanspeter Lebrument Suchmaschinen <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=105509">mit mehreren Zitaten</a> in den Dunstkreis der Kriminalität stellt («Abkupfern von Inhalten», «der industriell betriebene Klau von geistigem Eigentum», «Diebstahl von geistigem Eigentum», «Abkupfern von geistigem Eigentum»).</p>
<p>Soll man <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=105509">Marc Walders Worte</a> «Google verdient auf unsere Kosten viel Geld, ohne uns Medien auch nur einen Teil davon abzugeben» besonders lustig oder besonders tragisch finden? Wer solche Sätze sagt, muss damit rechnen, von Wirtschaftsvertretern nur noch bedingt ernst genommen zu werden. Es kann ihnen nur empfohlen werden, bei jeder kritischen Beurteilung der eigenen Leistung von Ringier-Wirtschaftsredaktoren mit dem Satz «Die Konkurrenz verdient auf unsere Kosten viel Geld, ohne uns auch nur einen Teil davon abzugeben» zu antworten. Überhaupt könnten auch Politiker oder Manager von Zeitungen Schutzgelder fordern, verdienen doch Presseverlage Geld mit der Berichterstattung über deren Aktionen und von ihren Zitaten. Wie wäre es mit: «Presseverlage verdienen auf unsere Kosten viel Geld, ohne uns Managern auch nur einen Teil davon abzugeben»?</p>
<p>Eine in diesem Fall sensibilisierte Öffentlichkeit von Journalisten und Bloggern durfte am deutschen Leistungsschutzrecht exemplarisch verfolgen, wie Lobbyinteressen in Koalitionsverträge aufgenommen werden, in Gesetze gegossen werden, vom Kabinett akzeptiert werden und aktuell im Bundestag verhandelt werden. Fassungslos muss man mitansehen, wie ein durchaus lächerliches Gesetz, das im schlechtesten Fall erhebliche Rechtsunsicherheit erzeugt und im besten Fall wirkungslos bleibt, abseits der Aufmerksamkeit einer grösseren Öffentlichkeit Erfolg um Erfolg einfährt.</p>
<p>Einen konkreten Erfolg konnten die deutschen Presseverleger bereits verbuchen: <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/google-anzeigen-jetzt-auch-in-print/">Google inserierte</a> in Zeitungen für die Kampagne <a href="http://www.google.de/campaigns/deinnetz/">«Verteidige Dein Netz»</a>, die auf die Probleme eines Leistungsschutzrechts aufmerksam macht. Weitere Erfolge sind keine zu erwarten: Tritt das Gesetz in Kraft, wird Google kaum Lizenzgebühren zahlen, sondern vielmehr die betreffenden Angebote aus dem Index entfernen (oder sie gesetzkonform verstümmeln, auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit). In Belgien haben die Presseverleger das schon mal durchgestanden: <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/">vier Tage lang</a>.</p>
<p>Dass die 1998 gegründete Firma Google einfach mal hundertjährige Verlegertraditionen in den Schatten gestellt hat, wollte man 2008 schon nicht akzeptieren, als der Verlag Schweizer Presse mit dem ACAP-Standard (natürlich erfolglos) gegen die breit akzeptierten robots.txt-Dateien <a href="http://www.klartext.ch/?p=6863">kämpfte</a>. Der Ringier-Verlag wollte damit als «politisches Statement» klarstellen, «dass Webseiten nicht einfach urheberrechtsfreie Zonen zur unentgeltlichen Selbstbedienung sind». Intern nutzt Ringier übrigens <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Google_Apps">Google Apps</a>, und zwar in der Schweiz, in Rumänien, in Ungarn, in Vietnam und in China. Die Ringier Axel Springer Media AG nutzt Google Apps in der Schweiz, in Serbien, in Polen, in Tschechien und in der Slowakei.</p>
<p>Einfach das Beste aus der derzeitigen, womöglich vorübergehenden Übermacht von Google zu machen, scheint keine Option zu sein.</p>
<p><small>* Das Zitat von Norbert Neininger lautet <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=105509">korrekt so</a>: «Die Suchmaschinen – allen voran Google – verdienen Milliarden unter anderem mit unseren Inhalten, also mit einem parasitären Geschäftsmodell. Für die Rückkehr der Vernunft ist es höchste Zeit: Jetzt, wo alle Medienhäuser aufhören, ihr wertvollstes Gut (nämlich die grossen Leistungen ihrer Redaktionen) zu verschenken, müssen wir sicherstellen, dass diese Inhalte auch rechtlich geschützt werden.»</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/12/07/die-wahren-web-kommunisten/">Die wahren Web-Kommunisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Medien, die Industrie und das Böse</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/06/26/die-medien-die-industrie-und-das-boese/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jun 2012 12:04:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Blick.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger legt sich wieder einmal mit dem Internet an: Soziale Netzwerke wollen nur Geld verdienen, hat er herausgefunden. Neininger warnt vor dem verantwortungslosen Treiben von Facebook, Twitter &#038; Co und fordert «gleich lange Spiesse für alle Medienunternehmen». Eine Replik. Beim Lesen der NZZ heute habe ich laut herausgelacht. Norbert Neininger, Präsidiumsmitglied <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/26/die-medien-die-industrie-und-das-boese/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger legt sich wieder einmal mit dem Internet an: Soziale Netzwerke wollen nur Geld verdienen, hat er herausgefunden. Neininger warnt vor dem verantwortungslosen Treiben von Facebook, Twitter &#038; Co und fordert «gleich lange Spiesse für alle Medienunternehmen». Eine Replik.<br />
<span id="more-30498"></span><br />
Beim Lesen der NZZ heute habe ich laut herausgelacht. Norbert Neininger, Präsidiumsmitglied im Verband Schweizer Medien, schreibt <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/soziale-netzwerke-wie-medien-behandeln-1.17279802">in einem Artikel</a>, das Ziel von Facebook sei «nicht eine bessere Welt, sondern eine höhere Börsenkapitalisierung und explodierende Margen». Are you kidding me, Mr Neininger? Und das in der für die Wirtschaft wichtigsten Zeitung der Schweiz?</p>
<p>Wer bitte glaubt, das Ziel von Facebook sei es, über die eigenen Produkte hinausgehend eine bessere Welt zu schaffen? Anteile dieser Firma sind seit dem 18. Mai 2012 an der Börse handelbar, natürlich will Facebook Geld verdienen. Wie die meisten Medienunternehmen: die <a href="http://www.nzz.ch/finanzen/aktien/_detail/?CODE_EXCHANGE=%40CH&#038;ID_INSTRUMENT=6577733&#038;ID_NOTATION=10718113&#038;ISIN=CH0126517975&#038;SECURITY_TYPE=STO">NZZ-Aktien</a> sind derzeit für 6000 Franken das Stück zu haben, die <a href="http://www.nzz.ch/finanzen/aktien/_detail/?CODE_EXCHANGE=SWX&#038;ID_INSTRUMENT=82242&#038;ID_NOTATION=109552&#038;ISIN=CH0011178255&#038;SECURITY_TYPE=STO">Tamedia-Namenaktien</a> zu 101 Franken. Ist es etwa deren Ziel, «eine bessere Welt zu schaffen»? Und was wollen die «Schaffhauser Nachrichten»? Nicht auch Geld verdienen? Kein Geld verdient hat Neininger bekanntlicherweise mit dem <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/">2011 eingestellten</a> Nachrichtenaggregator News1.ch, einem misslungenen Regionalabklatsch von Google News.</p>
<p>Vielleicht hat Neininger mit Facebook einfach das falsche Unternehmen erwischt. Es gibt nämlich eine Firma, die sich das Motto «You can make money without doing evil» gegeben hat: Google. Nachzulesen auf der Firmenwebsite unter Punkt 6: <a href="http://www.google.com/about/company/philosophy/">«What we believe»</a> (beachtenswert auch die Punkte 4 («Democracy on the web works») und 9 («You can be serious without a suit»)). Ob Google tatsächlich nach seinen Maximen handelt, steht freilich auf einem anderen Blatt. Aber immerhin lässt sich Google darauf behaften: «(&#8230;) you can hold us to that.»</p>
<p>Was die Kernaussage von Neiningers Artikels betrifft, kann man mit dem Kleinverleger soweit einig gehen, dass Opfer von Verunglimpfungen nicht rechtlos sein sollen. Das sind sie aber bereits heute nicht. Auf zivilrechtlicher Ebene kann jederzeit gegen Persönlichkeitsverletzungen vorgegangen werden, ganz egal, ob sie in Zeitungen oder Sozialen Netzwerken erfolgen.</p>
<p>Anonyme Angriffe waren schon immer ein Problem: seit Jahrhunderten stapeln sich auf den Polizeidienststellen ungelöste Fälle mit anonymen Anrufen oder Briefen. Einen aktuellen Fall aus der Offline-Welt im Berner Oberland hat kürzlich <a href="http://www.weltwoche.ch/weiche/hinweisgesperrt.html?hidID=545128">Andreas Kunz in der «Weltwoche»</a> aufgerollt.</p>
<p>Doch weiter im NZZ-Artikel:</p>
<blockquote><p>Viele Medienhäuser wollen ihr wertvollstes Gut – die journalistischen Inhalte – nicht mehr verschenken, und das Urheberrecht könnte bald durch ein Leistungsschutzrecht ergänzt werden, das auch den Autoren zugutekäme.</p></blockquote>
<p>Wo liegt das Problem? Wenn Verlage ihre Inhalte nicht mehr verschenken wollen im Netz, warum tun sie es denn? Es steht den Medienunternehmen frei, ihre Websites abzuschalten und alle zu verklagen, die Texte aus dem Printprodukt ins Netz stellen. Geteilt werden Inhalte, weil sie online so leicht erhältlich und teilbar sind  und das kommt den Verlagen durchaus zugute. Schliesslich wollen sie Online-Werbung verkaufen; dafür braucht es ausweisbare Zugriffe.</p>
<p>Und dann der lächerliche Kampf gegen die Suchmaschinen. Einerseits wenden die Presseverlage <a href="http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/suchmaschinenoptimierung-und-republishing-weit-weit-oben.html">viel Geld für Suchmaschinenoptimierung</a> auf, um möglichst viele Besucher auf ihre Seiten zu locken. Andererseits sollen die Suchmaschinen eine Lizenz lösen, um Ausschnitte anzeigen zu dürfen. Und wieso ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger den Autoren zugute kommen sollte, wie Neininger behauptet, ist auch mit viel Vorstellungskraft kaum nachvollziehbar.</p>
<p>Nicht nur der bescheidene Gehalt des Artikels erstaunt, auch die prominente Plattform, die Neininger in der NZZ immer wieder erhält für seine Ideen. Liegt es daran, dass sich im Verlegerverband sonst niemand zu exponieren wagt? Man erinnert sich an <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/20/abwarten-im-windschatten/">das laute Schweigen zum Leistungsschutzrecht</a>, dessen Einführung bis Ende 2012 vom Verband zum Ziel erklärt wurde.</p>
<p>Bekannte regelmässige Urheberrechtsverletzer sind natürlich auch die Presseverlage selbst (zu erinnern ist auch an den Fall Bütler vs. Neininger im <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/09/im-selbstbedienungsladen/">Februar</a> <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/20/der-taeter-als-opfer-und-moralapostel/">2012</a>). Vor einer Woche hat sich Tagblatt.ch-Redaktor René Rödiger <a href="http://sojus.tumblr.com/post/25491048008/so-nicht">darüber öffentlich geärgert</a>:</p>
<blockquote><p>«Da beklagen sich viele Verlage und Medien darüber, dass Blogger &#038; Co. ihre Inhalte klauen würden. Auch wenn dem so wäre, Geld machen wohl die wenigsten mit dem kopieren fremder Inhalte. Ausser die Medien: Ganz frech werden immer wieder Bilder mit zweifelhafter Quellenangabe zu den Texten gestellt oder &#8211; noch viel schlimmer &#8211; Werbung vor fremde Videos gestellt (meist YouTube). So muss man erst rund 30 Sekunden Autowerbung über sich ergehen lassen, um das neuste Musikvideo der Band X auf Blick/20min/Tagi &#038; Co. zu sehen.»</p></blockquote>
<p>Einige dieser Videos mögen zur freien Verfügung bereit gestellt worden sein, andere dagegen sind urheberrechtlich geschützt. Die Webportale Schweizer Zeitungen speichern diese Fremddateien auf den eigenen Servern ab und publizieren sie neu, im eigenen Videoplayer auf der eigenen Website. Jahrelang, ohne die Urheber überhaupt zu erwähnen oder gar zu verlinken (inzwischen wird das teilweise gemacht). Blick.ch ergänzt beispielsweise bei diesem, seit <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CWgbmgIzoT8">2010 auf YouTube</a> einsehbaren Video einfach das eigene Logo in die obere Ecke, schaltet 28 Sekunden Werbung vor und fügt <a href="http://www.blick.ch/life/youtube-hit-kueken-charley-geht-mit-seinem-besitzer-joggen-id1930942.html">drei Zeilen Text und zwei Sekunden Abspann</a> dazu &#8211; geerntet werden so 61 Empfehlungen von Facebook-Mitgliedern. Und auch der «Tages-Anzeiger» illustriert seine Artikel munter aus der «Quelle: Internet» (siehe unsere Bildergalerie, via <a href="https://twitter.com/Roedluvan/status/217558263020007424/photo/1">@Roedluvan</a>).</p>
<p>Als Inhalteanbieter im Web möchte man besser geschützt sein gegen solche Praktiken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/26/die-medien-die-industrie-und-das-boese/">Die Medien, die Industrie und das Böse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Täter als Opfer und Moralapostel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 10:18:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Copy-and-paste]]></category>
		<category><![CDATA[Monika Bütler]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger fordert mehr Anstand und Fairness im Internet, dabei liess gerade er diese Tugenden in letzter Zeit vermissen. In seiner Kolumne im «Sonntag» verliert er kein Wort über sein eigenes zweifelhaftes Verhalten. Wie sich ein Täter zum Opfer stilisiert. Wer die Kolumne im «Sonntag» liest (herunterscrollen), gewinnt den Eindruck, Neininger sei <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/20/der-taeter-als-opfer-und-moralapostel/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/20/der-taeter-als-opfer-und-moralapostel/">Der Täter als Opfer und Moralapostel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/neininger.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger fordert mehr Anstand und Fairness im Internet, dabei liess gerade er diese Tugenden in letzter Zeit vermissen. In seiner Kolumne im «Sonntag» verliert er kein Wort über sein eigenes zweifelhaftes Verhalten. Wie sich ein Täter zum Opfer stilisiert.<br />
<span id="more-30437"></span><br />
Wer die Kolumne <a href="http://www.sonntagonline.ch/ressort/medien/2141/" target="_blank">im «Sonntag» liest</a> (herunterscrollen), gewinnt den Eindruck, Neininger sei unverschuldet Opfer eines zwar harmlosen, aber deshalb nicht minder eindrücklichen Shitstorms geworden. Wie er schreibt, wurde ihm zum ersten Mal das «Schädigungspotenzial einer konzertierten Twitter-Attacke offenbar». Das mag er so erlebt haben. Doch von nichts kommt nichts.</p>
<p>Kritik musste sich Neininger in letzter Zeit gefallen lassen, weil seine Zeitung einen Text aus dem Blog von HSG-Professorin Monika Bütler herauskopiert und als Debattenbeitrag veröffentlicht hatte – ohne die Autorin dafür <a href="http://www.batz.ch/2012/02/batz-ch-ungefragt-in-den-schaffhauser-nachrichten/" target="_blank">um Erlaubnis gebeten zu haben</a>. Wenn sich in die berechtigte Kritik auch Häme mischte, dann deshalb, weil sich der fehlbare Verleger in der Vergangenheit immer wieder für eine bessere Respektierung des Urheberrechts im Internet starkgemacht hatte.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund mutet es geradezu grotesk an, wenn Neininger die Parole ausgibt: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Natürlich ist es das nicht. Das gilt auch bei der Beschaffung von Gastbeiträgen für die Schaffhauser Nachrichten. Ausserdem war das Internet <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,632277,00.html" target="_blank">noch nie ein rechtsfreier Raum</a>. Hier gelten die gleichen Gesetze wie in der physischen Welt, ja die Regulierungsdichte dürfte sogar noch höher sein.</p>
<p>Auch die Forderung nach einem Verbot anonymer Twitter- und Facebook-Accounts liegt in diesem Zusammenhang völlig quer in der Landschaft. Ein Shitstorm würde deshalb nicht milder ausfallen. Gibt es berechtigten Anlass zur Kritik, sind viele bereit, mit offenem Visier anzutreten. Das zeigte sich auch in Neiningers Fall: Die schärfsten Kommentare kamen von Personen, die <a href="https://twitter.com/#!/bugsierer/status/167249204509552640" target="_blank">zu dem stehen, was sie schreiben</a>. Ausserdem gibt es kein Gesetz, das ein anonymes oder pseudonymes Auftreten im Internet verbieten würde.</p>
<p>Der selbstgefällige Auftritt hätte sich abmildern lassen, wenn die Redaktion des «Sonntag», die Neininger Gastrecht gewährt hat, als Vorspann zur Kolumne erklärt hätte, weshalb der Autor Zielscheibe der Kritik geworden war. Offenbar hat man das <a href="http://twitter.theinfo.org/170544843267903490#id171258009241141250" target="_blank">einfach vergessen</a>. Noch besser hätte es Neininger einfach bleibenlassen und gar nicht erst versucht, sich als Moralapostel aufzuspielen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/20/der-taeter-als-opfer-und-moralapostel/">Der Täter als Opfer und Moralapostel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Im Selbstbedienungsladen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/02/09/im-selbstbedienungsladen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 15:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schaffhauser Nachrichten drucken einen Blogbeitrag ab, ohne dafür die Autorin um Erlaubnis gebeten zu haben. Skandal! schallt es durchs Netz, umso mehr, weil sich Verleger und Chefredaktor Norbert Neininger für den besseren Schutz des geistigen Eigentums von Journalisten und Verlagen starkmacht. Der «Skandal» wirft ein bezeichnendes Licht auf die weit verbreitete Selbstbedienungsmentalität im Internet. <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/09/im-selbstbedienungsladen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/09/im-selbstbedienungsladen/">Im Selbstbedienungsladen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/copypaste_klein.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Die Schaffhauser Nachrichten drucken einen Blogbeitrag ab, ohne dafür die Autorin um Erlaubnis gebeten zu haben. Skandal! schallt es durchs Netz, umso mehr, weil sich Verleger und Chefredaktor Norbert Neininger für den besseren Schutz des geistigen Eigentums von Journalisten und Verlagen starkmacht. Der «Skandal» wirft ein bezeichnendes Licht auf die weit verbreitete Selbstbedienungsmentalität im Internet.<br />
<span id="more-30434"></span><br />
Manchmal muss es schnell gehen. Etwa dann, wenn der Redaktionsschluss bedrohlich näher rückt und auf den Zeitungsseiten noch Lücken klaffen. Wo finde ich das passende Bild, wenn die Fotoagentur das gesuchte Sujet nicht bereithält? Natürlich im Internet. Wie gegoogelt, so gefunden und ab ins Layout. Um die Herkunft zu verschleiern ein Fantasiekürzel darunter gesetzt – beispielsweise adi. – und die Seite ist druckreif. Das ist kein erfundenes Beispiel, sondern die jahrelange Praxis bei einer Schweizer Qualitätszeitung. Ältere Kollegen zeigten neuen Mitarbeitern stolz, was sich mit der Bildsuche bei Google alles finden lässt und mit einem Schmunzeln erklärten sie, dass adi als Abkürzung für «aus dem Internet» stehe. So weit, so schlecht.</p>
<p>Der Faktor Zeit spielt bei mutwilligen Übertretungen rechtlicher und berufsethischer Schranken im Internet eine entscheidende Rolle. Pressierts, passierts. Weshalb mühselig abklären, ob und wie und zu welchen Bedingungen, wenn doch alles schon pfannenfertig bereitliegt? Gelegenheit macht Diebe. Genauso gilt aber auch: Wo kein Kläger, da kein Richter. Die meisten Klauereien bleiben unentdeckt. Das liegt auch in der Natur des Digitalen. Niemand vermisst sein Bild oder seinen Text, wenn sie anderenorts veröffentlicht werden. Wer aber die eigenen Werke ungefragt andernorts vorfindet, fühlt sich hintergangen und staunt ob dem dreisten Vorgehen der Kopisten.</p>
<p>So erging es auch Monika Bütler. Eine Leserin der Schaffhauser Nachrichten machte <a href="http://www.alexandria.unisg.ch/persons/Monika_Buetler/L-en" target="_blank">die St. Galler Professorin</a> darauf aufmerksam, dass die Zeitung einen <a href="http://www.batz.ch/2012/02/batz-ch-ungefragt-in-den-schaffhauser-nachrichten/" target="_blank">Text aus ihrem Blog veröffentlicht hat</a>. Bütler staunte nicht schlecht. Denn gefragt hat man sie nie. Die Zeitungsredaktion nutzte den Blog als Selbstbedienungsladen. Vermutlich musste es auch in diesem Fall schnell gehen. Und es geht ja auch schnell: Copy, paste und der Diskussionsbeitrag steht im Blatt.</p>
<p>Als Bütler den Fall publik und ihrem Unmut über das dreiste Vorgehen Luft macht, richtet sich die <a href="http://swiss-lupe.blogspot.com/2012/02/durfen-zeitungen-raubkopieren-am.html" target="_blank">öffentliche Empörung</a> umgehend gegen Norbert Neininger, den Verleger der Schaffhauser Nachrichten. Ausgerechnet seine Zeitung wird des Contentklaus überführt! Neininger, der sich als Mitglied im Präsidium des Verlegerverbands für einen besseren Schutz des geistigen Eigentums von Journalisten und Verlagen starkmacht. Eines seiner Steckenpferde ist das sogenannte <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/verlage_haben_anrecht_auf_besseren_schutz_1.7232236.html" target="_blank">Leistungsschutzrecht</a>, das er am liebsten schon heute in der Schweiz einführen möchte. Damit würde das Zitieren aus Zeitungen, wie es z.B. Google für seine News-Plattform tut, entschädigungspflichtig. Und nun übernimmt Neiningers Blatt gleich einen ganzen Artikel, ohne eine Entschädigung dafür vorzusehen. Erst nachdem die Autorin den Fall publik gemacht hatte und Geld für den Abdruck verlangte, bot Neininger magere, aber durchaus branchenübliche 80 Franken. Zu einer gewundenen Entschuldigung im eigenen Blatt konnte sich Neininger schliesslich auch noch durchringen.</p>
<p>Doch seine Krisenkommunikation glich einer mittleren Katastrophe. Anstatt schnell zu reagieren und öffentlich eine unmissverständliche Entschuldigung auszusprechen, blieb es zuerst einmal still. Schliesslich durfte Neininger bei <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=100064" target="_blank">persoenlich.com</a> und dem Tages-Anzeiger unter gütiger Mithilfe der befragenden Journalisten, seine Rechtfertigungsversuche ausbreiten. So sieht sich der Verleger und Chefredaktor nicht etwa als Täter, sondern als Opfer einer Kampagne gegen ihn. Die unautorisierte Textübernahme sei ein «Versehen». Weiter darf sich Neininger  unwidersprochen darüber beklagen, dass auf Twitter «unreflektiert Vorwürfe» verbreitet würden, «ohne dass der Betroffene zu Wort kommt». Nun: Twitter ist eine Dialogplattform, die Neininger <a href="https://twitter.com/nneininger" target="_blank">selbst intensiv nutzt</a>. Er hätte also vom ersten Moment an die Möglichkeit gehabt, zeitnah und ungefiltert Stellung zu nehmen und die Kritik zu kontern.</p>
<p>Ohne den Täter damit entlasten zu wollen: Neininger und seine Zeitung haben letztlich nur das getan, was viele andere auch tun – egal ob Zeitungen oder Blogger. Zu einem Skandal taugt der Fall also schlecht. Die Kritiker sitzen selbst im Glashaus. Wer reinen Gewissens versichern kann, nie im Netz geklaut zu haben, werfe den ersten Stein.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/fintanstravels/3954311940/in/photolist-72qTb5" target="_blank">Flickr/fintbo (CC BY-NC-ND 2.0)</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/02/09/im-selbstbedienungsladen/">Im Selbstbedienungsladen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Einzige Überlebensstrategie»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 10:54:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
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		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
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		<category><![CDATA[Blick]]></category>
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		<category><![CDATA[Paywall]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Russ-Mohl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://www.enterpriseirregulars.com/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/pay-wall.jpg" class="alignleft" width="120" />Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren Zeitungsinhalte im Web bereits heute nur gegen Geld zugänglich sind, sehen sich auf dem richtigen Weg. Branchenbeobachter halten eine Paywall gar für überlebensnotwendig.<br />
<span id="more-28949"></span><br />
<strong>Stephan Russ-Mohl</strong>, Medienwissenschaftler und Professor an der Università della Svizzera italiana </p>
<blockquote><p>Bei den Amerikanern gibt es den schönen Spruch: &#8218;You can&#8217;t have a cake and eat it.&#8216; Genau das aber versuchen New York Times uns jetzt demnächst auch die NZZ: Sich ihre Online-Reichweite zu erhalten und trotzdem sich zusätzliche Einkünfte von ihren treuesten Lesern zu verschaffen. Aus meiner Sicht ist das die einzige wegweisende Überlebensstrategie für Qualitätsjournalismus, der nun mal Geld kostet und den die Werbewirtschaft absehbar nicht mehr, wie bisher im Print-Zeitalter üppigst finanzieren wird. Es wird viel davon abhängen, wie die NZZ ihr Ansinnen kommuniziert. Aber journalistische Unabhängigkeit ist nur dort zu haben, wo Leser/Hörer/Zuschauer oder Nutzer für diesen Journalismus bereit sind, zu bezahlen.</p></blockquote>
<p><strong>Karl Lüönd</strong>, Journalist und Branchenkenner </p>
<blockquote><p>Die NZZ setzt mit diesem Beschluss ein willkommenes und nötiges Zeichen gegen die Gratismentalität. Kein Unternehmen kann sich leisten, auf die Dauer seine Produkte zu verschenken. Über das Inkassosystem, das die NZZ anwenden wird, weiss man noch zuwenig. Entscheidend wird sein, dass sie es ohne die gierigen «Mitesser» aus der Telekom- und der Kreditkartenbranche schaffen.</p></blockquote>
<p><strong>Christoph Zimmer</strong>, Leiter Unternehmenskommunikation Tamedia </p>
<blockquote><p>Die Medienbranche in der Schweiz kann nur gewinnen, wenn alle Medienhäuser neue Angebote und Strategien ausprobieren. Der Erfolg von Newsnet und das eindrückliche Wachstum von 20 Minuten Online zeigen, dass sich grosse Redaktionen auch über Werbung finanzieren lassen. Bei bezahlten Angeboten stehen wir als Branche hingegen immer noch am Anfang eines vermutlich längeren Weges. Die Paid-Content-Strategie der NZZ ist genauso wie die iPad-App des Tages-Anzeigers ein Schritt auf diesem Weg. Wir werden die neue Strategie der NZZ wie auch die Paid-Content-Angebote anderer regionaler und nationaler Medienhäuser deshalb mit Interesse verfolgen und wünschen den Kolleginnen und Kollegen an der Falkenstrasse viel Erfolg.</p></blockquote>
<p><strong>Caroline Thoma</strong>, Geschäftsführerin Blick-Gruppe </p>
<blockquote><p>Das Blick-Portal wie die Printausgaben sind Massenmedien. Eine komplett kostenpflichtige Paywall bei Blick einzuführen ist aktuell keine Option für uns. Wir können uns jedoch vorstellen, zukünftig spezifische Inhalte kostenpflichtig anzubieten</p></blockquote>
<p><strong>Norbert Neininger</strong>, Verleger und Chefredaktor Schaffhauser Nachrichten </p>
<blockquote><p>Bei uns ist die Onlineausgabe schon lange nur für Zeitungsabonnenten gratis, unsere Sonntagsausgabe auf dem iPad (SN am Sonntag) wird nach einer Einführungsphase auch kostenpflichtig sein. Ich habe nie verstanden, warum die Verleger (sei es im Print, sei es Online) ihre Wertvollstes, ihre Inhalte, verschenken. Mit dieser Haltung bin ich auf unzähligen Podien und in vielen Kommentaren in den Social Media- und anderen Onlinewelten jahrelang zum Banausen abgestempelt worden, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Nun dürfte sich diese Beurteilung, nachdem einer nach dem anderen auf den richtigen Weg einschwenkt, etwas mildern.</p></blockquote>
<p><strong>Lukas Joos</strong>, Leiter Unternehmensentwicklung der Südostschweiz Medien </p>
<blockquote><p>Für uns ist klar, dass unsere Inhalte im Internet kostenpflichtig sein müssen, deshalb sind die «wichtigsten» Inhalte seit bald 10 Jahren hinter einer Paywall. Eine solche hält auf der einen Seite User ab, bildet aber auf der anderen Seite einen Mehrwert für unsere Abonnenten. Viel Traffic auf der Seite und den Apps wünscht sich vermutlich jeder Verlag, aber immer wichtiger wird die Qualität respektive das Profil der User. Eine Paywall schafft Transparenz. Zudem gilt meiner Meinung nach immer noch, was etwas kostet, ist (zumindest meist) auch etwas wert oder dessen Umkehrschluss.</p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">«Einzige Überlebensstrategie»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Unsere Arbeit muss nicht gefallen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/08/22/unsere-arbeit-muss-nicht-gefallen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner A. Meier &#124; Manuel Puppis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Aug 2011 10:06:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Thierry Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Verband Schweizer Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Lebrument]]></category>
		<category><![CDATA[IPMZ]]></category>
		<category><![CDATA[Publizistikwissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laut Verlegern und Medienmanagern haben nicht die Medien ein Strukturproblem, sondern die Publizistik- und Medienwissenschaft. Eine Antwort auf den aktuellen Liebesentzug von Werner A. Meier und Manuel Puppis. Die beiden Medienwissenschaftler der Universität Zürich eröffnen mit diesem Beitrag die neue Rubrik «Perspektiven». Hier bieten wir Fachleuten – Theoretikern und Praktikern – eine Plattform für ihre <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/22/unsere-arbeit-muss-nicht-gefallen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/08/perspektiven_logo.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Laut Verlegern und Medienmanagern haben nicht die Medien ein Strukturproblem, sondern die Publizistik- und Medienwissenschaft. Eine Antwort auf den aktuellen Liebesentzug von Werner A. Meier und Manuel Puppis. Die beiden Medienwissenschaftler der Universität Zürich eröffnen mit diesem Beitrag die neue Rubrik «Perspektiven». Hier bieten wir Fachleuten – Theoretikern und Praktikern – eine Plattform für ihre Sicht auf den Medienbetrieb; für Analysen und Kommentare zu aktuellen Entwicklungen und Ereignissen.<br />
<span id="more-28907"></span><br />
Im Editorial des Magazins des Verbandes Schweizer Medien vom August 2011 beschäftigt sich  Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument mit den <a href="http://issuu.com/schweizermedien/docs/flashextra_2011/4" target="_blank">Fehlleistungen der Publizistikwissenschaft</a>. Er schreibt von «fragwürdiger Forschung» und unverständlichen Ergebnissen. Sein harsches Urteil: In der Medienkrise hat die drittklassige Publizistikwissenschaft zur Qualitätsdebatte nichts Brauchbares zustande gebracht.</p>
<p>Mit dieser Beurteilung steht  Lebrument nicht alleine da. Andrea Masüger (Südostschweiz Medien) fühlt sich von Experten umzingelt und <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002837.html" target="_blank">beklagt «weltfremde» Systemkritik</a> und <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002762.html" target="_blank">«hanebüchene Erkenntnisse»</a>. Norbert Neininger (Schaffhauser Nachrichten) kritisiert <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/man_koennte_es_klarer_sagen_1.10064379.html" target="_blank">die verwendete Sprache</a> der Wissenschaft. Und auch Thierry Meyer (24heures) attestiert der Forschung <a href="http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/115/wie-die-wissenschaft-die-medien-schlecht-macht/?lang=de" target="_blank">«Selbstgefälligkeit», «nicht überprüfbare Thesen und methodologische Lücken»</a>. Kurz, die Wissenschaft macht lediglich die Presse schlecht. Offenbar haben also nicht die Medien ein Problem, sondern die Publizistikwissenschaft. Grund genug, uns einige Gedanken zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Medienpraxis zu machen.</p>
<p>Wissenschaft darf keine Akzeptanzforschung im Interesse von Regierung, Verwaltung, Parteien oder Medienunternehmen betreiben, sich Fragen, Vorgehensweisen und Interpretationen nicht diktieren lassen. Denn: Eine Wissenschaft, die sich von Partikularinteressen leiten lässt, ist für die Gesellschaft wertlos. Nur wenn die Publizistikwissenschaft sich an akzeptierten wissenschaftlichen Kriterien orientiert, kann sie der Gesellschaft eine eigenständige Sichtweise auf die Medienentwicklung bieten, die Grundlage für politische Entscheide verbessern sowie neue und unbequeme Fragen aufwerfen.</p>
<p>Wir müssen unsere Forschung gemäss den Regeln und Gepflogenheiten wissenschaftlichen Arbeitens durchführen. Dabei versteht sich von selbst, dass auch wir uns – genauso wie die Medien – den internen und externen Qualitätsdebatten und der Kritik aus Wissenschaft, Politik und Praxis stellen müssen.</p>
<p>Mit dem Schreiben von Berichten im Fachjargon ist es jedenfalls nicht getan. Zur Aufgabe der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehört es auch, Resultate in verständlich aufbereiteter Form in die öffentliche Diskussion einzubringen und der Politik wie der Medienpraxis zur Verfügung zu stellen. Das wollen wir zukünftig noch stärker tun, auch wenn sich die Schweizer Publizistikwissenschaft seit jeher <a href="http://www.kleinreport.ch/news/ideenlieferanten-und-stoerenfriede-65355.html" target="_blank">nicht über mangelnde Beachtung beklagen</a> kann.</p>
<p>Unsere Ergebnisse müssen aber nicht gefallen – weder der Branche noch der Politik. Unsere Forschung kann von allen Seiten für die je eigenen Zwecke instrumentalisiert werden. Unsere Sichtweise ist nur eine von vielen – und sie ist den nicht-wissenschaftlichen Sichtweisen auch nicht a priori überlegen. Regierung und Verwaltung stehen denn auch alle Optionen offen: Forschung kann in der Schublade verschwinden, stillschweigend zur Kenntnisse genommen werden oder gar direkt oder indirekt als Grundlage für Entscheide dienen. Im aktuellen Fall teilt der Bundesrat viele <a href="http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&amp;msg-id=39886" target="_blank">Bedenken der Wissenschaft</a>, setzt aber auf die Eigenverantwortung der Medienwirtschaft – <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/30/problem-erkannt-entscheid-verweigert/" target="_blank">und tut nichts</a>. Die Verleger applaudieren dem Bundesrat und diskreditieren vor allem diejenige Forschung, die ihren wirtschaftlichen und politischen Interessen zu widersprechen scheint.</p>
<p>Mit diesem Liebesentzug können wir leben. Deswegen ziehen wir uns noch lange nicht in den viel bemühten Elfenbeinturm zurück, sondern mischen uns auch weiterhin ein. Das ist unser professioneller Auftrag. Und dafür liegen uns die Schweizer Medien und ihr Beitrag für eine funktionierende Demokratie zu sehr am Herzen. Auch wenn diese Liebe manchmal verschmäht wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/08/22/unsere-arbeit-muss-nicht-gefallen/">Unsere Arbeit muss nicht gefallen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die belgische Lektion</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 08:49:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>
		<category><![CDATA[Belgien]]></category>
		<category><![CDATA[Verlegerverband]]></category>
		<category><![CDATA[news1.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Verband Schweizer Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
		<category><![CDATA[Gericht]]></category>
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		<category><![CDATA[Hanspeter Lebrument]]></category>
		<category><![CDATA[Google News]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fast wäre vergessen gegangen, dass da noch ein Konflikt schwelt zwischen Schweizer Verlegern und Google. Streitpunkt ist der Nachrichtenaggregator Google News. Verlage sehen ihre Rechte verletzt, wenn Schlagzeilen und Textanrisse ihrer Artikel von der Suchmaschine indexiert und zugänglich gemacht werden. Deshalb fordert der Verband Schweizer Medien ein Leistungsschutzrecht, das solche Nutzung entschädigungspflichtig machen würde. Ein <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/">Die belgische Lektion</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/google-news.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Fast wäre vergessen gegangen, dass da noch ein Konflikt schwelt zwischen Schweizer Verlegern und Google. Streitpunkt ist der Nachrichtenaggregator Google News. Verlage sehen ihre Rechte verletzt, wenn Schlagzeilen und Textanrisse ihrer Artikel von der Suchmaschine indexiert und zugänglich gemacht werden. Deshalb fordert der Verband Schweizer Medien ein Leistungsschutzrecht, das solche Nutzung entschädigungspflichtig machen würde. Ein aktuelles Urteil aus Belgien und vor allem die Reaktion von Google werfen ein Schlaglicht auf diesen Konflikt.<br />
<span id="more-28896"></span><br />
Am 5. Mai hat ein Berufungsgericht in Brüssel <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-muss-sich-auch-nach-Berufung-belgischen-Zeitungsverlagen-beugen-1239807.html" target="_blank">ein Urteil bestätigt</a>, das vor vier Jahren gegen Google ergangen war. Demnach verstösst das Internetunternehmen gegen belgisches Recht, wenn es Schlagzeilen und Textanrisse von Zeitungen in sein Nachrichtenportal Google News aufnimmt. Dieser Entscheid gilt für die französisch- und deutschsprachigen Zeitungen Belgiens, die ihre Interessen vom Verband Copiepresse vor Gericht haben vertreten lassen.</p>
<p>Google hat das Urteil genau gelesen und festgestellt, dass nicht nur die Darstellung von Textausschnitten bei Google News unter Strafe gestellt wird, sondern die Indexierung für die gesamte Websuche. Denn auch dort sind Textausschnitte ersichtlich, wenn jemand nach einem Zeitungsartikel sucht. Um keine weiteren Rechtshändel zu riskieren, entfernte Google die Angebote der belgischen Zeitungen <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-sperrt-belgische-Zeitungen-aus-1280764.html" target="_blank">aus dem Suchindex</a>. Währen vier Tagen konnten Titel wie Le Soir oder La Libre Belgique nicht mehr über die Suchmaschine gefunden werden.</p>
<p>So sei es dann doch nicht gemeint gewesen, gaben die vom Google-Universum ausgeschlossenen Zeitungen empört zurück; gar von Boykott sprachen sie. Inzwischen konnten sich die Parteien einigen und die belgischen Zeitungen sind <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,775351,00.html" target="_blank">wieder auffindbar</a> mit einer Google-Suche. Derweil zeigt man sich in der Schweiz «besorgt» ob der jüngsten Entwicklung in Belgien. Der Verband Schweizer Medien («Verlegerverband») hat am letzten Donnerstag in einem Communiqué <a href="http://www.schweizermedien.ch/fileadmin/schweizerpresse/Stellungnahme_Google.pdf" target="_blank">Stellung genommen</a>. Viel mehr sagt die Branchenorganisation nicht dazu. Ihr «Standpunkt» wird nicht wirklich klar, obwohl das Papier angibt, einen solchen zu vermitteln. Am deutlichsten wird die Haltung bei der geäusserten «Besorgnis, dass Google seine Marktposition dazu benutzt, starken Einfluss auf den Betrieb des Internets auszuüben.» Was dies für die Situation in der Schweiz bedeutet, bleibt aber offen. Eine Klage nach belgischem Vorbild? Verstärktes <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/verlage_haben_anrecht_auf_besseren_schutz_1.7232236.html" target="_blank">Lobbying für ein Leistungsschutzrecht</a>? Man erfährt es nicht.</p>
<p>Was auch nicht weiter verwundert. Zu unterschiedlich sind die Geschäftsmodelle und -interessen der Schweizer Verlage, als dass sie imstande wären, Google mit einer kohärenten Haltung entgegenzutreten. Tamedia beispielsweise mit seinem umfangreichen kostenlosen Online-Angebot von 20min.ch und Newsnetz kann mit Google ganz gut leben, nach dem Motto: Inhalte, die kostenlos im Web verfügbar sind, müssen nicht speziell geschützt werden. Beim werbefinanzierten Geschäftsmodell zählt der Traffic und Google bringt Traffic.</p>
<p>Das Maul am weitesten aufgerissen gegen Google haben in der Vergangenheit Verbandspräsident Hanspeter <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=70599" target="_blank">«Google hat Angst vor uns»</a> Lebrument und Norbert <a href="http://netzwertig.com/2008/10/04/neininger-von-news1ch-was-google-macht-ist-illegal/" target="_blank">«Was Google macht, ist illegal»</a> Neininger von den Schaffhauser Nachrichten. Neininger liess es indes nicht nur bei Worten bleiben, es folgten auch Taten. Mit news1.ch brachte er vor drei Jahren den «&#8217;Google News&#8216;-Killer der Schweizer Regionalverleger» (<a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002212.html" target="_blank">medienspiegel.ch</a>) an den Start. Der Nachrichtenaggregator von kleineren und mittelgrossen Medienhäusern kam allerdings nie vom Fleck und hat nun im April sang- und klanglos seinen Betrieb eingestellt.</p>
<p>Was lehrt die belgische Lektion? Vor allem eines: Das Ergebnis eines jahrelangen Rechtsstreits gäbe es auch schneller, einfacher und günstiger zu haben. Verlage, die nicht wollen, dass ihre Inhalte bei Google News erfasst werden, können dies <a href="http://www.google.com/support/news_pub/bin/request.py?contact_type=optout" target="_blank">mit einem Formular</a> bei Google melden und innert 30 Tagen sind sie raus. Oder sie konfigurieren die <a href="http://www.google.com/support/news_pub/bin/answer.py?answer=93977" target="_blank">robots.txt-Datei</a> ihrer Website so, dass sie den Zugriff von Suchmaschinen oder spezifischen Diensten wie Google News verunmöglicht. Das dauert zwei Minuten.</p>
<p>Klingt simpel. Aber wenn es denn so einfach wäre: Die Verleger wollen den Fünfer und das Weggli: Von Google indexiert und dafür entschädigt werden. Dazu lobbyieren sie für ein Leistungsschutzrecht. Der Verband Schweizer Medien setzte sich gar das ambitiöse Ziel, dass ein solches Sonderrecht noch in diesem Jahr <a href="http://www.schweizermedien.ch/index.php?id=102" target="_blank">eingeführt würde</a>. Daraus wird wohl nichts. Auch deshalb nicht, weil der Bundesrat eine <a href="http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20093802" target="_blank">klare Haltung</a> dieser Forderung gegenüber vertritt und keinen Handlungsbedarf sieht: «Ein Leistungsschutzrecht würde einzig eine zusätzliche Schicht von Rechten schaffen, ohne dass dafür ein Bedürfnis ausgewiesen ist.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/25/die-belgische-lektion/">Die belgische Lektion</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Publireportage – wirklich weg damit?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/25/publireportage-wirklich-weg-damit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Worni]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2011 09:50:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die MEDIENWOCHE fordert die Abschaffung der Publireportage, weil sie das Trennungsgebot zwischen redaktionellen und kommerziellen Inhalten bewusst unterläuft. Irreführende Werbeformen haben in Medien mit Qualitätsanspruch nichts verloren. Mit unserer Forderung sind wir nicht alleine. Wir haben Prominenz aus Werbung, Medien und Wissenschaft um einen Positionsbezug gebeten – und Erstaunliches erfahren. Die Expertenumfrage der MEDIENWOCHE zeigt <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/25/publireportage-wirklich-weg-damit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die MEDIENWOCHE fordert die <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/02/publireportage-%E2%80%93-weg-damit/">Abschaffung der Publireportage</a>, weil sie das Trennungsgebot zwischen redaktionellen und kommerziellen Inhalten bewusst unterläuft. Irreführende Werbeformen haben in Medien mit Qualitätsanspruch nichts verloren. Mit unserer Forderung sind wir nicht alleine. Wir haben Prominenz aus Werbung, Medien und Wissenschaft um einen Positionsbezug gebeten – und Erstaunliches erfahren.<br />
<span id="more-28839"></span><br />
Die Expertenumfrage der MEDIENWOCHE zeigt das ganze Spektrum zwischen totaler Ablehnung und strikter Befürwortung der Publireportage. Verbreitet ist die gemässigte Position, welche die Publireportage als Werbeform gutheisst, solange transparent ist, dass es sich dabei um bezahlte Werbung handelt.</p>
<p><strong>Stephan Russ-Mohl</strong><br />
<em>Medienprofessor und Leiter Medienobservatorium der Universität Lugano</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/russ_mohl.jpg" alt="" width="120" height="121" /> «Die sogenannte Publireportage ist Werbung, die mehr oder minder als redaktionelles Angebot verschleiert wird – also Schleichwerbung. Und damit der sicherste Weg, das Kostbarste zu zerstören, was Redaktionen haben können bzw. sich erarbeiten sollten: Glaubwürdigkeit bei ihren Publika. Verleger, die sich auf Publireportagen einlassen, tragen zur Kannibalisierung des Journalismus bei – jedenfalls dann, wenn sie für ihre journalistischen Produkte von ihren Publika weiterhin Geld sehen wollen. Bei Medienprodukten, die sich zu 100 Prozent aus Werbung finanzieren, wird es allerdings kaum ohne solche versteckten Werbeformen gehen. «Alles gratis» funktioniert als Geschäftsmodell eben nur, wenn die Werbetreibenden voll und ganz den journalistischen Content finanzieren. Und wer zahlt, schafft eben auch an!»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Markus Berger</strong><br />
<em>Direktor und Studienleiter SPRI</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/markus_berger.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Publireportage – weg damit?  Auf keinen Fall! Vielleicht ist der Name tatsächlich ein Unding, das es zu beseitigen oder zu optimieren gilt. Meinetwegen mit dem ganz einfachen, auch gebräuchlichen «Anzeige». Aber das Gefäss brauchts weiterhin. Denn es gibt Marketingkommunikationsbotschaften, die kann und will man nicht nur mit schönen Bildern und Slogans vermitteln, sondern braucht dazu mehr Platz, mehr Hintergrund. Dazu eignet sich die «Publireportage» – ohne «pseudo-objektives» Zutun einer Redaktion. Und mit Glaubwürdigkeitsgewinn für Medium und Auftraggeber, wenn die (inhaltliche) Qualität stimmt und die Herkunft klar deklariert ist.<br />
Eine bedauerliche Entwicklung gibts diesbezüglich allerdings zu beobachten: immer mehr Auftraggeber finden in den Redaktionen keine ausreichend qualifizierten Journalisten mehr, die kritisch-kompetent über Produkte und Dienstleistungen berichten können. Darum wird, gerade auch in Fachpublikationen, vermehrt auf das Mittel dieser «Publireportage» gesetzt. Und das wirft nun tatsächlich kein gutes Licht auf die Medienlandschaft&#8230;»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Norbert Neininger</strong><br />
<em>Chefredaktor und CEO Schaffhauser Nachrichten</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/norbert_neininger.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Ob sie nun Publireportagen oder Advertorials heissen: Entscheidend ist, dass dem Leser genügend deutlich klargemacht wird, dass es sich um Werbung und nicht um unbeeinflusste redaktionelle Beiträge handelt. Ihre Anfrage ist Anlass, um unsere diesbezügliche Praxis wieder einmal zu überprüfen.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Karl Lüönd</strong><br />
<em>Publizist und Buchautor</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/kari_lüönd.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Es ist wie mit dem Beton: Es kommt drauf an, was man draus macht! Transparenz löst 90 % aller medienethischen Probleme, deshalb finde ich Publi-Reportagen (oder Advertorials) unbedenklich, wenn sie klar als solche gekennzeichnet sind und/oder eine klare Absender-Adresse tragen. Auch der Inserent hat Freiheiten, zum Beispiel die Freiheit, komplexe Zusammenhänge differenziert zu erläutern, ab und zu halt mit journalistischen Mitteln. Solange Ross und Reiter kenntlich sind, bleibe ich tolerant.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Christoph Bauer</strong><br />
<em>CEO AZ-Medien</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/christoph_bauer.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Publireportagen haben sich als Werbeform etabliert. Es gibt keinen Grund sie abzuschaffen, wenn die Richtlinien der klaren Trennung zwischen redaktionellem und werblichem Text, der «Code of Conduct», durch differenzierte Schrift und Layout eingehalten werden. Leser sind mündig, kennen den Unterschied zwischen Werbung und redaktionellem Teil, werten diesen und entscheiden selber, was sie lesen wollen.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Josefa Haas</strong><br />
<em>Leiterin Medieninstitut</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/josefa_haas.jpg" alt="" width="120" height="120" /><br />
«Transparenz ist gefordert. Qualitätsmedien achten im eigenen Interesse darauf, dass klar erkennbar ist, wo es sich um eigene redaktionelle Leistungen und wo es sich um kommerzielle Kommunikation handelt.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Frank Bodin</strong><br />
<em>CEO Euro RSCG</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/frank_bodin.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Schon das Wort Publireportage ist eine Mogelpackung: Es gibt vor, eine Reportage für das Publikum zu sein, also Journalismus. Journalistische und werbliche Inhalte gehören getrennt. Ich wäre darum für eine Änderung des Hinweises &#8218;Publireportage&#8216;. Analog der englischen Bezeichnung &#8218;Advertorial&#8216; wäre &#8218;Werbe-Editorial&#8216; klarer oder einfach &#8218;Werbung&#8216; – denn Publireportagen sind eigentlich nichts anderes als schlecht gestaltete Werbung.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Hanspeter Lebrument</strong><br />
<em>Verleger Südostschweiz und Präsident Verband Schweizer Medien</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/hanspeter_lebrument.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Die Publireportage soll beibehalten werden. Es ist eine journalistische Form, die nicht unabhängig erfolgt, sondern zusammen mit dem Auftraggeber. Sie muss klar bezeichnet und in den Tarifen müssen die Bedingungen und die Preise klar angegeben werden.<br />
Ein grosser Teil des publizistischen Schaffens hat einen Publireportage-Charakter. Allerdings wird dafür nichts bezahlt. Im Kulturbereich, im Sport und in den Gesellschaftsrubriken fehlt vielfach das kritische redaktionelle Element. Es wird den beschriebenen Anlässen und Akteuren viel Liebes zu erkannt und wenig Kritisches vermerkt. Und das alles erst noch gratis.»</p>
<h2>&nbsp;</h2>
<p><strong>Peter Grob</strong><br />
<em>Geschäftsführer Allianz Schweizer Werbeagenturen ASW</em></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/peter_grob.jpg" alt="" width="120" height="120" /> «Grundsätzlich wäre ich für eine Abschaffung von Publireportagen. Sollten sie aber weiterhin beibehalten werden, muss unbdingt klar ersichtlich sein, dass es sich um eine Publireportage handelt. Der &#8218;Code of Conduct – Werbung in Medien&#8216; fordert dies von den Verlagen. Sobald ich sehe, dass es sich um eine Publireportage handelt, kann ich selber entscheiden, ob ich bereit bin, den Text zu lesen oder nicht. Gewisse Fachorgane brauchen diese Reportagen, sonst müssten sie eingehen.»</p>
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		<title>Die Printverleger und das Internet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/23/die-printverleger-und-das-internet-keine-liebesgeschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 11:50:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Wälty]]></category>
		<category><![CDATA[Printverlage]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Lebrument]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Frank A. Meyer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus den Kaderabteilungen der Schweizer Printverlage waren seit dem zunehmenden Aufkommen des Internets immer wieder knackige Zitate über die wachsende elektronische Konkurrenz zu hören. Böse Zungen sprachen jeweils von Kriegs- und Kampfrhetorik, und es fielen Begriffe wie Internetfeindlichkeit und Ahnungslosigkeit. Um einen Überblick zu erhalten und die Haltbarkeit der Aussagen im Wandel der Zeit verfolgen <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/23/die-printverleger-und-das-internet-keine-liebesgeschichte/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/23/die-printverleger-und-das-internet-keine-liebesgeschichte/">Die Printverleger und das Internet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus den Kaderabteilungen der Schweizer Printverlage waren seit dem zunehmenden Aufkommen des Internets immer wieder knackige Zitate über die wachsende elektronische Konkurrenz zu hören. Böse Zungen sprachen jeweils von Kriegs- und Kampfrhetorik, und es fielen Begriffe wie Internetfeindlichkeit und Ahnungslosigkeit. Um einen Überblick zu erhalten und die Haltbarkeit der Aussagen im Wandel der Zeit verfolgen zu können, haben wir einige der Sprüche auf eine im Jahr 2007 beginnende Zeitleiste gepackt. <span id="more-28733"></span></p>
<p>Wann sagte Hanspeter Lebrument den legendären Satz «Google hat Angst vor uns»? Es war im Herbst 2007 und damals wie heute war er Präsident des Schweizer Verlegerverbands. Ein Jahr später folgte Norbert Neininger, gleich wie Lebrument schon lange Mitglied des Präsidiums, mit den Worten «Was Google macht, ist illegal.» 2010 dann schrieb Neininger, die Einführung eines Leistungsschutzrechts nach deutschem Vorbild habe «Priorität».</p>
<p>Hat die holzverarbeitende Branche seit 2007 etwas gelernt? Oder eher nicht? Das kann nun jede und jeder selbst entscheiden. Zu sehen ist die <a href="http://timeglider.com/app/viewer.php?uid=line_5e59b1f138f6272700e5bad49b7ee645">Zeitleiste der Zitate auf Timeglider.com</a>.</p>
<p>Und eingebunden hier, nach der kurzen Bedienungsanleitung:</p>
<p>1. Auf &#8222;Start&#8220; klicken.<br />
2. Scrollen: von links nach rechts (und wieder zurück).<br />
3. Zoomen: mit dem grünen Regler rechts.<br />
4. Quellenangaben: Klick auf das einzelne Zitat.<br />
5. Vollbildansicht: Klick rechts oben auf den Schraubenschlüssel.</p>
<p><iframe src='https://timeglider.com/app/viewer.php?uid=line_5e59b1f138f6272700e5bad49b7ee645' width='100%' height='550'></iframe></p>
<p>Die Liste möchte erweitert werden. Zitate, die noch nicht drauf sind, darum bitte in die Kommentare, danke.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/23/die-printverleger-und-das-internet-keine-liebesgeschichte/">Die Printverleger und das Internet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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