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	<title>NZZ am Sonntag | MEDIENWOCHE</title>
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	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 12 Jul 2022 12:42:33 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Jonas Projer: Der Aufsteiger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/09/jonas-projer-der-aufsteiger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Jul 2022 08:03:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Jonas Projer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jonas Projer baute die SRF-«Arena» um, Blick TV mit auf – jetzt soll er eine der wichtigsten Zeitungen des Landes transformieren. Doch sein Führungsstil ist problematisch. Rechtfertigt der Erfolg die Scherben?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jonas Projer baute die SRF-«Arena» um, Blick TV mit auf – jetzt soll er eine der wichtigsten Zeitungen des Landes transformieren. Doch sein Führungsstil ist problematisch. Rechtfertigt der Erfolg die Scherben?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/09/jonas-projer-der-aufsteiger/">Jonas Projer: Der Aufsteiger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lobbywatch, Spick News, NZZ&#160;am&#160;Sonntag</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/09/lobbywatch-spick-news-nzz-am-sonntag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Jul 2022 07:59:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbywatch]]></category>
		<category><![CDATA[Spick News]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Parlamentarier*innen, Vergesslichkeit und die Suche nach Mandaten National- und Ständerät*innen haben viel zu tun: Sitzungen absitzen, abstimmen, Reden halten – da geht schon mal was vergessen. Zum Beispiel ein meldepflichtiges Mandat. Dabei müssten sie «Tätigkeiten in Führungs- und Aufsichtsgremien sowie Beiräten und ähnlichen Gremien von (…) Körperschaften, Anstalten und Stiftungen» genauso offenlegen <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/09/lobbywatch-spick-news-nzz-am-sonntag/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220709d.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220709d.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="aligncenter size-full wp-image-98461" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220709d.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220709d-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220709d-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Good-Bad-Ugly-20220709d-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Parlamentarier*innen, Vergesslichkeit und die Suche nach Mandaten</h3>
<p>National- und Ständerät*innen haben viel zu tun: Sitzungen absitzen, abstimmen, Reden halten – da geht schon mal was vergessen. Zum Beispiel ein meldepflichtiges Mandat. Dabei müssten sie «Tätigkeiten in Führungs- und Aufsichtsgremien sowie Beiräten und ähnlichen Gremien von (…) Körperschaften, Anstalten und Stiftungen» genauso offenlegen wie «Leitungs- oder Beratungstätigkeiten» für Interessengruppen. Kurz: Alle Mandate der National- und Ständerät*innen müssten im <a href="https://www.parlament.ch/de/%C3%BCber-das-parlament/parlamentsw%C3%B6rterbuch/parlamentsw%C3%B6rterbuch-detail?WordId=487" rel="noopener" target="_blank">entsprechenden Register</a> zu finden sein. Aber eben: Mit dem Stress kommt die Vergesslichkeit.</p>
<p>Gerade für Journalist*innen wäre es wichtig, solche Interessenbindungen zu kennen, um etwa den besonderen Einsatz eines Ratsmitglieds einzuordnen. Seit 2014 sammelt und publiziert der von Medienschaffenden und IT-Spezialist*innen gegründete Verein <a href="https://lobbywatch.ch/de" rel="noopener" target="_blank">Lobbywatch Schweiz</a> die Interessenbindungen der Parlamentarier*innen. Seit Ende Juni erhalten Journalist*innen diese Informationen noch schneller: Wenn Lobbywatch im Handelsregister oder anderswo neue Tätigkeiten von Rät*innen entdeckt, verifiziert und in die Datenbank eingetragen hat, werden diese Informationen direkt durch einen Bot <a href="https://twitter.com/Lobbywatch_CH" rel="noopener" target="_blank">auf Twitter</a> veröffentlicht.</p>
<p>Die Neuerung wurde übrigens laut Lobbywatch-Co-Präsident Otto Hostettler «vollumfänglich ehrenamtlich umgesetzt». Überhaupt wird bei Lobbywatch ein grosser Teil der Arbeit gratis geleistet – ein pikanter Gegensatz zu den oft gut bezahlten Mandaten der Parlamentarier*innen.<br />
</p>
<h3>The Bad – Jugendliche, Zeitungen und kein gutes Ende</h3>
<p>Die Wochenzeitung «SPICK News» sollte bei den 10- bis 15-jährigen Lesen, Schreiben und das Interesse an aktuellen Themen fördern. Den Anstoss zu ihrer Lancierung schilderte 2019 «SPICK News»-Chefredaktor Alexander Volz (Bild, rechts) folgendermassen: «Bei einer Tagung warf Tamedia-Verwaltungsratspräsident Pietro Supino die Frage auf, wie die Verlage in Zukunft Zeitungsabos verkaufen wollen, wenn die Kinder und Jugendlichen von heute nie mit diesem Medium in Berührung kommen.» Der Verlag KünzlerBachmann, der auch das <a href="https://www.spick.ch/" rel="noopener" target="_blank">Kindermagazin «SPICK»</a> herausgibt, brachte also die Wochenzeitung auf den Markt. «Eine Zeitung, davon sind wir überzeugt, ist genau das richtige Medium, um unsere Ziele zu erreichen», so Volz damals.</p>
<p>Ist sie nicht. Soeben wurde «SPICK News» eingestellt. Für eine schwarze Null hätte es laut Volz 10&#8217;000 verkaufte Abos gebraucht. Die Abo-Zahlen seien zwar «stetig gestiegen», sagt Verlagsleiter Roger Hartmann (Bild, links), «aber nicht schnell genug». Zuletzt habe man zwischen 3000 und 4000 Abos erreicht. Kommt dazu, dass Swisscom und die Schweizerische Post, die «SPICK News» Content geliefert beziehungsweise eine Rubrik unterstützt hatten, ausgestiegen sind. Laut Hartmann wegen «kommunikationsstrategischen Neuausrichtungen».</p>
<p>Der Verband Schweizer Medien hatte die Zeitung auch unterstützt und die Versandkosten für Klassensätze übernommen. «‹SPICK News› leistete einen wichtigen Beitrag, um Jugendliche mit Journalismus vertraut zu machen. Dieses Angebot wird in Zukunft fehlen», kommentiert VSM-Geschäftsführer Stefan Wabel.</p>
<p>Vielleicht braucht es für den Kontakt mit Jugendlichen eine «kommunikationsstrategische Neuausrichtung».</p>

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<h3>The Ugly – Literatur, Misogynie und schlecht erzählte Geschichten</h3>
<p>«Nach Artikel in NZZ vom Wochenende, frage ich mich, ob dieses Bein einen Bestseller schreiben kann …», schrieb die deutsche Autorin Anna Rabe zu einem Bild ihres nackten Beins <a href="https://twitter.com/AnneRabe2/status/1543842030631141377" rel="noopener" target="_blank">auf Twitter</a>. Es war eine von vielen ironischen, verblüfften oder verärgerten Reaktionen auf den <a href="https://magazin.nzz.ch/empfehlungen/literarischer-erfolg-brand-kobler-und-schumacher-machen-es-vor-ld.1691718" rel="noopener" target="_blank">Beitrag</a> «Wie kommt man zu literarischem Erfolg? Mit Kalkül. Drei Autorinnen machen es vor» von «NZZ am Sonntag»-Kulturredaktorin Martina Läubli im «NZZ Magazin». Die MEDIENWOCHE hätte Martina Läubli gerne ein paar Fragen dazu gestellt; leider ist sie ferienabwesend.</p>
<p>Läubli schreibt über die erfolgreichen Autorinnen Christine Brand, Seraina Kobler und Claudia Schumacher. Und sie schreibt sehr viel über deren «Kalkül» und «Selbstvermarktung». Sie bringen, so Läubli, im Kampf um Aufmerksamkeit auf Instagram erfolgreich «ihre Person ins Spiel»: Sie «posten Selfies, (…) lächeln mit tiefroten Lippen (Schumacher), zeigen Bein (Schumacher, Kobler), die Föhnfrisur (Kobler) oder stimmungsvolle Fotos von Schreiborten».</p>
<p>Kein Wunder, dass in den Kommentaren zum Artikel der Begriff «misogyn» auftaucht. Doch die «Kalkül»-Geschichte geht noch weiter: Läubli stellt fest, dass alle drei ehemalige Journalistinnen sind und somit recherchieren und Geschichten erzählen können. Und meint das offenbar nicht positiv.</p>
<p>Denn das Fazit ihres Textes lautet: Man könne für literarischen Erfolg etwas tun, «etwa, sich lächelnd selbst ins Spiel zu bringen. Oder zu wissen, wie eine Geschichte funktioniert. Ob aus solchem Kalkül aber unberechenbare Literatur entstehen kann, ist eine andere Frage.»</p>
<p>Wir lernen: «Unberechenbare» Literatur produzieren möglichst unsichtbare Männer, die nicht fähig sind, eine Geschichte zu erzählen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/09/lobbywatch-spick-news-nzz-am-sonntag/">Lobbywatch, Spick News, NZZ am Sonntag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Antworten auf die Gretafrage: Klimajournalismus in Schweizer Redaktionen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oliver Classen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2022 08:10:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit ihrem neuen Nachhaltigkeitsbund «2050» landete die «NZZ am Sonntag» einen kleinen Coup: ausgerechnet die NZZ legt vor beim Klimajournalismus. Doch wie will die Zürcher Zeitung genau mit dem Megathema Klima umgehen? Und welche Akzente setzen andere Leitmedien wie SRF und Tamedia im Umgang mit dieser Jahrhundertherausforderung? Anfang Dezember 2020 schrieb Greta Thunberg als «Chefredaktorin <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit ihrem neuen Nachhaltigkeitsbund «2050» landete die «NZZ am Sonntag» einen kleinen Coup: ausgerechnet die NZZ legt vor beim Klimajournalismus. Doch wie will die Zürcher Zeitung genau mit dem Megathema Klima umgehen? Und welche Akzente setzen andere Leitmedien wie SRF und Tamedia im Umgang mit dieser Jahrhundertherausforderung?</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" class="alignnone size-medium wp-image-94334" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b-728x485.jpg 728w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Medien-Presse-Klima-Umwelt-20220125b.jpg 1456w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><br />
Anfang Dezember 2020 schrieb Greta Thunberg als <a href="https://www.persoenlich.com/medien/greta-thunberg-als-gast-chefredaktorin" rel="noopener" target="_blank">«Chefredaktorin für einen Tag»</a> das Editorial von Schwedens grösster Tageszeitung «Dagens Nyheter». Der programmatische Titel lautete: «Das hier sind Fakten, keine Meinung.» Damit setzte sie den Ton in der Debatte um die Rolle der Medien bei der Behandlung, respektive Bewältigung dessen, was heute – je nach Standpunkt – als Klimawandel, Klimaerwärmung oder Klimakrise bezeichnet wird. Zum Weltklimatag war der «Stern» kurz zuvor schon eine <a href="https://www.stern.de/gesellschaft/stern-gestaltet-zum-weltklimatag-mit-fridays-for-future-ein-klimaheft-9424620.html" rel="noopener" target="_blank">Kooperation mit «Fridays for Future»</a> eingegangen. Bei der deutschen und österreichischen Konkurrenz, aber auch in den sozialen Medien, löste diese Zusammenarbeit mit einer Aktivistengruppe heftige Reaktionen aus. Hierzulande hingegen gibt es bislang keine öffentliche (oder auch nur brancheninterne) Diskussion um die Notwendigkeit und Machart eines speziellen Klimajournalismus. «Mir scheint, dass die Schweiz in dieser Frage noch hinterherhinkt», meint auch die deutsche Journalistin<a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/"> Sara Schurmann</a> vom «Netzwerk Klimajournalismus», die dazu diverse Medienhäuser berät und gerade ein Buch zum Thema geschrieben hat.<br />
</p>
<p>Eine SMD-Abfrage zum neuen Trendbegriff «Klimajournalismus» seit November 2016, als das Pariser Klima-Abkommen in Kraft trat, bringt ganze vier Treffer aus Schweizer Medien, zwei davon aus der NZZ. Die beiden Artikel von 2020 und 2021 warnen davor, dass «ein Mangel an Distanz die journalistische Glaubwürdigkeit untergräbt», respektive mokieren sich über die in vielen Nachbarländern spriessenden Nachhaltigkeitsressorts. Die vergangenen September von der «Zeit» gestartete <a href="https://www.zeit-verlagsgruppe.de/pressemitteilung/start-des-neuen-ressorts-green-bei-zeit-und-zeit-online/" rel="noopener" target="_blank">monatliche Beilage «Green»</a> etwa wird als «Feel-good-Magazin für das links-grüne Bürgertum» belächelt.</p>
<blockquote><p>Wieso kommt der erste Schweizer Zeitungsbund, der sich ausschliesslich diesem Themenkomplex widmet, ausgerechnet aus dem ansonsten ja nicht sonderlich grünen Haus NZZ?</p></blockquote>
<p>Zum Start des Weltklimagipfels in Glasgow am 31. Oktober 2021, also gerade mal einen Monat später, hat die «NZZ am Sonntag» ihren eigenen <a href="https://nzzas.nzz.ch/notizen/2050-ein-grosser-schritt-fuer-die-menschheit-ld.1652879" rel="noopener" target="_blank">«Spezialbund zur Nachhaltigkeit» lanciert</a>. So nennt Chefredaktor Jonas Projer das 14-seitige Pionierprodukt in seinem Editorial. Dass darin primär Klimajournalismus stattfinden soll, zeigt dessen aufs globale Klimaneutralitätsziel «2050» verweisende Titel wie auch der Inhalt der bisherigen zwei Ausgaben. Bloss: Wieso kommt der erste Schweizer Zeitungsbund, der sich ausschliesslich diesem Themenkomplex widmet, ausgerechnet aus dem ansonsten ja nicht sonderlich grünen Haus NZZ? Und handelt es sich bei «2050» wirklich um ein Schweizer Pionierprodukt oder behandeln andere Leitmedien die Klimaproblematik auch schon separat, sind dabei aber einfach etwas diskreter?</p>
<p>Jonas Projer verantwortet die «NZZ am Sonntag» erst seit letztem September und ist etwas stolz auf diese schnelle erste Duftmarke. Besonders stolz ist er aber auf die Mitglieder aus dem Wissen-, Wirtschafts- und Hintergrundressort, auf deren Initiative hin «2050» entstanden ist: «Die Konzeption lief sehr kurzfristig und war ein echter Kraftakt für die gesamte Redaktion.» Motivation für den gemeinsamen Effort war laut Projer einerseits die gesellschaftliche Einmittung der Klimadebatte. «Die einfachen Rezepte und Verbotsfantasien vieler Alarmisten werden zunehmend hinterfragt.» In dieser «Versachlichung» sieht er «enormes journalistisches Potential». Geleitet wird der neue Bund von der bisherigen Hintergrund-Redaktorin Carole Koch, die damit nun dem Wissenschaftschef Andreas Hirstein unterstellt ist. «‹2050› ist ein Satellit des Wissen-Ressorts, weil dort die Fachkompetenz liegt und sich so die meisten Synergien ergeben», sagt Koch. Inhaltlich will auch sie «weder predigen noch erziehen, sondern einen realistischen Blick auf die Klimaerwärmung und ihre Konsequenzen pflegen».</p>
<p>Der Hauptgrund, warum die «NZZ am Sonntag» dem Klima neben der kontinuierlichen über alle Ressorts verteilten Berichterstattung einen eigenen Ort geben wollte, war für alle Beteiligten das schnell gewachsene Leserinteresse. Dass dem NZZaS-Publikum der Umweltschutz besonders am Herzen liegt, zeigte sich bereits Ende 2018, als die Zeitung ihr Publikum fragte, wo sich die Schweiz bis 2050 am stärksten verändern müsse. Knapp drei Jahre später bat Projer die «2050»-Leser*innen um Feedback auf die Pilotbeilage. Der Rücklauf war gemäss Projer «schlicht überwältigend – und zu 80 Prozent positiv».</p>
<blockquote><p>Dient der neue Nachhaltigkeitsbund der «NZZ am Sonntag» als Werbeplattform für die sehr wirtschaftsnahen Aktivitäten von «Sustainable Switzerland»?</p></blockquote>
<p>Skeptisch auf den Klima-Hype an der Falkenstrasse reagiert <a href="http://www.mhaenggi.ch/uumlber-mich.html" rel="noopener" target="_blank">Marcel Hänggi</a>, der sich für die Wochenzeitung WOZ mit dem Klimawandel befasste, als noch niemand Klimajournalismus buchstabieren konnte. Hänggi stösst insbesondere sauer auf, «dass Projer nur sagt, wie er es nicht machen will. Wenn er schreibt, ‹das Thema Klimawandel unideologisch, ohne moralischen Zeigefinger und politische Agitation beleuchten› wolle, insinuiert er, andere würden so darüber berichten. Das macht mich misstrauisch.» Hänggi hat die Gletscherinitiative mitinitiiert und kuratiert einen <a href="https://gletscher-initiative.ch/climate-update" rel="noopener" target="_blank">wöchentlichen Klima-Newsletter</a>, der Medienbeiträge aus der Schweiz und der ganzen Welt kommentiert. Im Gegensatz zu Projer würde er den Aufruf <a href="https://uebermedien.de/52582/journalistinnen-nehmt-die-klimakrise-endlich-ernst/" rel="noopener" target="_blank">«Nehmt die Klimakrise endlich ernst!»</a> sofort unterschreiben, den Sara Schurmann an 500 Kolleg*innen geschickt hat.</p>
<p>Jonas Projer, der letztes Jahr überraschend von «Blick TV» zur «NZZ am Sonntag» gewechselt hat, eilt der Ruf eines Machers an die Falkenstrasse voraus. Er selbst beschreibt sich als «Trial-and-Error-Typ», der das Publikumsinteresse lieber am realen Produkt testet, statt bloss Ideen abzufragen. So hat er es mit «2050» gemacht und so will er nun auch bei der neuen digitalen Plattform für die «NZZ am Sonntag» verfahren, deren Entwicklung er gegenüber der MEDIENWOCHE erstmals bestätigt. «Im Web kann diese Redaktion ihre aufwändigen Hintergründe und Recherchen noch prominenter ausspielen. Das gilt auch für ‹2050›. Von den Lehren, die wir dort ziehen, wird auch die Zeitung profitieren.» Parallel zur neuen Online-Präsenz ihres Sonntagsblatts arbeitet die NZZ Gruppe auch am Projekt <a href="https://sustainableswitzerland.ch/de/" rel="noopener" target="_blank">«Sustainable Switzerland»</a>, einer «Dialog-Plattform zur nachhaltigen Entwicklung der Schweizer Wirtschaft», wie es auf der Website heisst. In den ersten zwei «2050»-Ausgaben wurde diese Initiative jeweils ganzseitig beworben. Unter dem Dach von «Sustainable Switzerland» findet dieses Jahr unter anderem ein Nachhaltigkeitsfestival statt, wo ein Green Business Award vergeben werden soll. Organisatorisch untersteht die Nachhaltigkeitsplattform der Unternehmenseinheit <a href="https://connect.nzz.ch/" rel="noopener" target="_blank">«NZZ Connect»</a>, wo auch andere Veranstaltungen wie das «Swiss Economic Forum» oder die «Xdays» angesiedelt sind.</p>
<blockquote><p>Wolfgang Blau beobachtet bei der Gründung von Klima-Ressorts oder -Beilagen immer wieder einen «PR-Effekt auf Abonnenten und Anzeigenkunden».</p></blockquote>
<p>Da drängt sich die Frage auf: Dient der neue Nachhaltigkeitsbund der «NZZ am Sonntag» als Werbeplattform für die sehr wirtschaftsnahen Aktivitäten von «Sustainable Switzerland»? NZZ-Sprecherin Karin Heim weist die Vermischung von redaktionellen Inhalten und kommerziellen Interessen weit von sich: «Die beiden Projekte werden völlig unabhängig voneinander verfolgt. Mit ‹Sustainable Switzerland› lancieren wir ein Angebot analog zum ‹Swiss Economic Forum›, nur eben themenspezifisch im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit.»</p>

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<p>Einen positiven Zusammenhang von Klima und Kommerz gibt es für Medien indes sehr wohl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Blau" rel="noopener" target="_blank">Wolfgang Blau</a> ist Mitgründer des <a href="https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/oxford-climate-journalism-network" rel="noopener" target="_blank">«Oxford Climate Journalism Network»</a> und beobachtet bei der Gründung von Klima-Ressorts oder -Beilagen immer wieder einen «PR-Effekt auf Abonnenten und Anzeigenkunden». In seinem Essay «Klimajournalismus wird Chefsache» schreibt der frühere Chefredaktor von «Zeit Online» und Manager von Condé Nast, dass die «Financial Times» ihren Umsatz mit kommerziellen Kampagnen zu Nachhaltigkeitsthemen in den letzten zwei Jahren verdreifachen konnte. Verbirgt sich hinter «2050» also auch ein neues und – im Wortsinn – nachhaltiges Geschäftsmodell? «Wie die gesamte Zeitung, machen wir auch diesen Bund für unsere Leserschaft», erwidert Projer. Und fügt an: «Dass das Klimathema auch vielen Unternehmen am Herzen liegt und im Werbemarkt relevanter wird, halte ich aber durchaus für eine Chance.»</p>
<p>Bei SRF bemüht man sich hingegen weniger um neue Geschäftsmodelle als um die Grundversorgung der Bevölkerung mit Informationen. Das ist beim Klimathema nicht anders. «Im Strategieprozess 2020–2024 haben wir dem Wissenschaftsressort und damit auch dem Themenfeld Klima deutlich grössere Relevanz und damit auch mehr Ressourcen gegeben», sagt Susanne Wille. Als Leiterin der Abteilung Kultur ist die ehemalige «10 vor 10»-Moderatorin auch für die Wissensredaktion zuständig. Diese verfügt gemäss Wille neu über 24,5 Vollzeitstellen, verteilt auf 32 Mitarbeitende. Zum Vergleich: Bei der «NZZ am Sonntag» stehen dafür aktuell knapp 4 Vollzeitstellen zur Verfügung und im Wissensressort von Tamedia teilen 7 Personen 5,4 Vollzeitstellen. Die personelle Stärke der (freilich nicht nur) fürs Klima zuständigen Redaktion zeigt sich in deren Output. Gemäss einer SRF-internen Auswertung wurden vor Corona täglich 5 bis 6 Beiträge zum Klimathema publiziert. Im Corona-Jahr 2021 waren es im Schnitt immer noch 4 pro Tag. Diese Kontinuität und die breite Durchdringung auf allen Kanälen hält Wille für «letztlich entscheidend zur Erfüllung unseres Leistungsauftrags».</p>
<blockquote><p>«Ich rede schon länger nicht mehr von Klimawandel, sondern von Klimaerwärmung, weil dies den realen Sachverhalt ganz klar benennt.»<br />
<small>Thomas Häuser, Leiter Wissenschaftsredaktion SRF</small></p></blockquote>
<p>Gesammelt werden manche dieser gebührenfinanzierten TV- und Radio-Geschichten im Online-Auftritt des Ressorts «Wissen» – seit letztem Sommer sogar unter einer eigenen <a href="https://www.srf.ch/wissen/klimawandel" rel="noopener" target="_blank">«Klimawandel»-Rubrik</a>. Die letzten aktuell dort verfügbaren Artikel datieren allerdings von Dezember. Und angepriesen werden sie in der Unterzeile als «Wissenswertes und Hintergründiges zur Klimaerwärmung». Doch zwischen «Klimawandel» und «Klimaerwärmung» liegen politische Welten. Das weiss niemand besser als SRF-Klimajournalist Thomas Häusler, der das Wissenschaftsressort beim Radio leitet. «Wir hinterfragen unseren Sprachgebrauch und verständigen uns darüber – auch über Abteilungsgrenzen hinweg. So rede ich schon länger nicht mehr von Klimawandel, sondern von Klimaerwärmung, weil dies den realen Sachverhalt ganz klar benennt.» Eine verbindliche Vereinheitlichung der redaktionellen Terminologie, wie sie BBC oder der «Guardian» seit Jahren schon praktizieren, sei beim Schweizer Sender jedoch kein Thema.</p>
<p>Wie die «NZZ am Sonntag» mit ihrer «2050»-Beilage, betreibt auch SRF neben der täglichen Berichterstattung in Sachen Klima ein Leuchtturmprojekt. Es heisst <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sendung/co2ntrol?id=64fc57cd-03f5-4a03-b02e-2af89721d788" rel="noopener" target="_blank">«CO2ntrol»</a>, läuft seit August 2021 jeden zweiten Donnerstag im Frühstücksfernsehen von «SRF zwei» und, weit wichtiger, jederzeit auf dem <a href="https://www.youtube.com/c/SRFWissen/playlists?view=50&#038;shelf_id=1" rel="noopener" target="_blank">Youtube-Channel «SRF Wissen»</a>. Dafür verantwortlich zeichnet Thorsten Stecher, Gesamtleiter der Wissenschaftsredaktion am Leutschenbach. «Dieses frische Format vermittelt das komplexe Thema sehr anschaulich und hilft jungen Menschen, in Sachen Klima die richtigen Alltagsentscheidungen zu treffen.» Die stilistisch irgendwo zwischen Erklärvideo und Sensibilisierungskampagne angesiedelte Sendung dauert Web-kompatible zehn Minuten und erfreut sich intern und bei Youtube schon so grosser Beliebtheit, dass sie es dieses Jahr in die Primetime schafft. «Mit Best-of-Compilations von ‹CO2ntrol› bestreiten wir zwei Spezialsendungen unseres Wissensmagazins ‹Einstein›», kündigt Stecher erwartungsfroh an.</p>
<blockquote><p>Kann nur eine junge Redaktion mit Klimajournalismus ein jüngeres Publikum erreichen?</p></blockquote>
<p>Für Branchenaktivist*innen wie Sara Schurmann ist Klimajournalismus bezüglich der Glaubwürdigkeit und Relevanz von Medien längst zur Gretchenfrage avanciert. Zugleich ist es aber auch eine Generationenfrage. Und zwar gleichermassen für Publikum und Redaktion. Kann nur eine junge Redaktion mit Klimajournalismus ein jüngeres Publikum erreichen? Diese in Aktivist*innen-Kreisen häufig gestellte Frage kann man getrost verneinen, da es beim Klima vor allem um Fachkompetenz und die lange Sicht geht. Für beides braucht es viel Erfahrung. Vordenker Wolfgang Blau sieht hier einen potentiellen Generationenkonflikt, denn «es sind vor allem jüngere Kolleg*innen, die sich von der Klimakrise nicht nur professionell betroffen, sondern auch persönlich bedroht fühlen». Er hofft deshalb auf «eine offene Diskussion mit den Chefredaktionen über die Frage, wie sie der Dringlichkeit journalistisch gerecht werden können, ohne sich dem Aktivismus-Verdacht auszusetzen.».</p>
<p>Erstrebenswert scheint also ein redaktioneller Smart Mix aus Seniorität und Agilität. Das sieht auch der Doyen unter den Schweizer Klimajournalist*innen so. Martin Läubli begleitet das Thema (und das Thema ihn), seit er bei Tamedia arbeitet. Und das sind inzwischen 22 Jahre. «Ich war in dieser Zeit an über einem Dutzend UNO-Klimakonferenzen. Den ersten Artikel darüber schrieb ich im Jahr 2000 von der COP6 in Den Haag fürs Auslandsressort.» Das war zwar seine persönliche Initiative damals, von seinen Vorgesetzten hat der Wissenschaftsredaktor von «Tages-Anzeiger» und «Sonntagszeitung» sich dennoch immer unterstützt gefühlt. Umwelt und Klima seien «vom damaligen Chefredaktor Res Strehle vor zehn Jahren schon zum Schlüsseldossier erklärt» worden. Auf den «2050»-Coup der Konkurrenz ist er nicht neidisch. «Wir berichten regelmässig und viel zum Klima. Beim Wissen markiert das Thema mit der Online-Rubrik «Klimawandel» prominente Präsenz.» Im Angebot ist zudem ein 14-täglicher <a href="https://www.tamedia.ch/de/unternehmen/newsroom/medienmitteilungen/die-tageszeitungen-von-tamedia-lancieren-den-neuen-klima-newsletter-celsius" rel="noopener" target="_blank">Newsletter namens «Celsius»</a>, den Läubli zusammen mit Tamedia-Wetterexperte Martin Steinegger verfasst. Mit den bislang etwa 2500 Abonnent*innen ist er allerdings nicht zufrieden. Das sei wenig im Vergleich zu vergleichbaren «Tagi»-Diensten, zu wenig. «Ich hoffe, dass das Interesse unserer Leserschaft an diesen Themen weiter steigt.» Über allfällige redaktionelle Gründe für diese überraschende Zurückhaltung mag Läubli nicht spekulieren. Eine ständige Struktur, die sich systematisch und aus den verschiedenen Ressortperspektiven um das Klimathema kümmert, hält er aber jedenfalls für «wünschenswert». Ob es dazu mehr Ressourcen für das Ressort «Wissen» oder eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe bräuchte, soll jedoch die Chefredaktion beurteilen. «Vielleicht müsste man da schon mal drüber nachdenken und einen Vorschlag machen», räumt Läubli abschliessend ein.</p>
<blockquote><p>Das journalistische Bewusstsein für diese existentielle Dauerkrise scheint in unseren Nachbarländern wirklich schon einiges tiefer verankert zu sein.</p></blockquote>
<p>Anregungen und Ansprechpartner*innen dafür könnte er bei Portalen wie <a href="https://das-klima-thema.de/" rel="noopener" target="_blank">«Das Klimathema»</a> und <a href="https://www.klimafakten.de/" rel="noopener" target="_blank">«Klimafakten»</a> finden. Oder auch direkt beim <a href="https://klimajournalismus.de/" rel="noopener" target="_blank">«Netzwerk Klimajournalismus»</a>, das in Deutschland und Österreich seit letztem Sommer regelmässig Fachleute zusammenbringt, um inhaltliche und redaktionelle Fragen zu diskutieren. Dessen Mitinitiantin Sara Schurmann hoffte bei der Gründung, dass sich schnell auch interessierte Schweizer Kolleg*innen melden würden, bislang umsonst. </p>
<p>Unter den 50 Erstunterzeichnenden ihres oben erwähnten <a href="https://uebermedien.de/52582/journalistinnen-nehmt-die-klimakrise-endlich-ernst/" rel="noopener" target="_blank">Aufrufs</a> befanden sich nur gerade zwei Journalist*innen aus der Schweiz: <a href="https://twitter.com/vinzgreiner" rel="noopener" target="_blank">Vinzenz Greiner</a>, der bei Ringier das Podcast-Team leitet, und Alex Tiefenbacher, die fürs Online-Magazin «Das Lamm» (<a href="https://twitter.com/tiefenbacherin" rel="noopener" target="_blank">gemäss ihrem Twitterprofil</a>) «über die Klimakrise und anderes» berichtet. Zwei vielversprechende Nachwuchskräfte also, aber keine*r der etablierten Klima-Expert*innen in den hiesigen Leitmedien. Das journalistische Bewusstsein für diese existentielle Dauerkrise scheint in unseren Nachbarländern wirklich schon einiges tiefer verankert zu sein als zwischen Boden- und Genfersee. Doch die Schweiz bevorzugt ja häufig den autonomen Nachvollzug. Mal sehen, ob dieses Prinzip nicht nur in der Politik, sondern auch in der Publizistik gilt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">Antworten auf die Gretafrage: Klimajournalismus in Schweizer Redaktionen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Jonas Projer: der Chefredaktor als Statthalter</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/03/16/jonas-projer-zur-nzz-am-sonntag-der-chefredaktor-als-statthalter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Mar 2021 16:48:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Jonas Projer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Jonas Projer als Chefredaktor der «NZZ am Sonntag» hatte niemand gerechnet, zuletzt die Redaktion der Zeitung. Der langjährige Fernsehmann soll nun den Kurs des Blatts anpassen. Ein schwieriges Unterfangen ohne den Rückhalt beim Personal. Zuerst glaubte man an einen verfrühten Aprilscherz. Jonas Projer, hiess es in einer unbestätigten Meldung am letzten Donnerstagabend, verlasse nach <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/16/jonas-projer-zur-nzz-am-sonntag-der-chefredaktor-als-statthalter/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit Jonas Projer als Chefredaktor der «NZZ am Sonntag» hatte niemand gerechnet, zuletzt die Redaktion der Zeitung. Der langjährige Fernsehmann soll nun den Kurs des Blatts anpassen. Ein schwieriges Unterfangen ohne den Rückhalt beim Personal.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-86905" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Jonas-Projer-NZZ-20210316.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Jonas-Projer-NZZ-20210316.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Jonas-Projer-NZZ-20210316-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Jonas-Projer-NZZ-20210316-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Jonas-Projer-NZZ-20210316-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/03/MW-Jonas-Projer-NZZ-20210316-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Zuerst glaubte man an einen verfrühten Aprilscherz. Jonas Projer, hiess es in einer <a href="https://web.archive.org/web/20210311175427/https://www.aargauerzeitung.ch/news-service/wirtschaft/medien-knall-in-der-medienbranche-jonas-projer-wechselt-von-blick-tv-zur-nzz-am-sonntag-ld.2113727" target="_blank" rel="noopener">unbestätigten Meldung</a> am letzten Donnerstagabend, verlasse nach nur zwei Jahren den Chefposten von «Blick TV» und wechsle an die Spitze der «NZZ am Sonntag».<br />
</p>
<p>Einen vergleichbar überraschenden Personalentscheid gab es in den Schweizer Medien zuletzt vor elf Jahren, als <a href="https://www.bzbasel.ch/schweiz/roger-de-weck-wird-uberraschend-neuer-srg-generaldirektor-ld.2015846" target="_blank" rel="noopener">Roger de Weck</a> zum SRG-Generaldirektor gewählt wurde.</p>
<p>Wobei die Überraschung diesmal umso grösser war, weil niemand mit einem neuen Chefredaktor für die «NZZ am Sonntag» gerechnet hatte, nicht einmal die Redaktion selbst. Sie erfuhr erst am Freitagmorgen von ihrem neuen Chef, als <a href="https://www.ringier.ch/de/press-releases/jonas-projer-verlasst-blick-tv" target="_blank" rel="noopener">Ringier</a> und die <a href="https://www.nzzmediengruppe.ch/2021/03/jonas-projer-wird-neuer-chefredaktor-der-nzz-am-sonntag/" target="_blank" rel="noopener">NZZ-Mediengruppe</a> die Personalie je in einer Medienmitteilung bestätigten.</p>
<p>Bald war auch klar, dass Luzi Bernet, der amtierende Chefredaktor, nicht freiwillig geht. Der NZZ-Verwaltungsrat setzte ihn ab, «wegen unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Entwicklung der ‹NZZ am Sonntag›». Wie <a href="https://www.persoenlich.com/medien/luzi-bernet-plotzlich-auf-null-runtergebremst" target="_blank" rel="noopener">persoenlich.com</a> schreibt, ging es bei diesen Differenzen um das Projekt «Futura», mit dem die Redaktion ihren Weg in die Zukunft aufzeigen wollte. In diesen Überlegungen hätte die gedruckte Zeitung weiterhin eine wichtige Rolle gespielt, wie die MEDIENWOCHE erfahren hat.</p>
<blockquote><p>Doch die Zeichen bei der NZZ-Mediengruppe stehen auf Digital. Bei der Bewirtschaftung des zunehmend wichtigeren Markts in Deutschland spielt Papier keine Rolle mehr.</p></blockquote>
<p>So dürfte der starke Print-Fokus im Zukunftsprojekt der «NZZ am Sonntag» wenn nicht der Grund, dann zumindest der Anlass für die Auswechslung des Chefredaktors gewesen sein.</p>
<p>Mit Jonas Projer soll nun «die Digitalisierung weiter verstärkt werden». Wobei das nur ein Teil der Erklärung für die Neubesetzung ist.</p>
<p>Zwar unterscheidet sich die «NZZ am Sonntag» weiterhin deutlich wahrnehmbar von der wochentäglichen NZZ. Aber das «unverwechselbare inhaltliche und gestalterische Profil», mit dem das Blatt vor 20 Jahren <a href="http://www.kleinreport.ch/news/nzz-lanciert-sonntagszeitung-53052/" target="_blank" rel="noopener">gestartet war</a>, erodiert zunehmend.</p>
<p>Gestalterisch kommt das Mutterblatt an einzelnen Tagen inzwischen fast so bunt daher wie die jüngere Schwester, inhaltlich verlor die «NZZ am Sonntag» ihre redaktionelle Eigenständigkeit in zentralen Bereichen. Seit Anfang Jahr werden die Ressorts International und Wirtschaft <a href="https://www.nzz.ch/nachrichtenressort/nzz-und-nzz-am-sonntag-intensivieren-zusammenarbeit-ld.1577263" target="_blank" rel="noopener">gemeinsam geführt</a> mit der NZZ-Redaktion.</p>
<p>In einem zentralen Punkt unterscheiden sich die beiden Publikationen aber weiterhin. Während die NZZ unter Chefredaktor Eric Gujer ein liberal-kulturkämpferisches Profil entwickelt hat (gerade auch im Zusammenhang mit der starken Orientierung nach Deutschland), fiel die «NZZ am Sonntag» bisher nicht mit einer eindeutigen politischen Blattlinie auf. Das liegt auch am bisherigen und nun abgesetzten Chefredaktor.</p>
<blockquote><p>Luzi Bernet fiel weniger auf mit pointierten Leitartikeln als durch sein umsichtiges Wirken als Chef einer Redaktion, der er seit der Gründung der Zeitung angehört.</p></blockquote>
<p>Mit der Installation von Jonas Projer ändert sich zwar nichts am Organigramm. Die NZZ am Sonntag erhält den dritten Chefredaktor seit der Gründung 2002. Aber er kommt diesmal von aussen und wurde ohne Rückhalt in der Redaktion ernannt. Das lässt ihn als Statthalter des Verwaltungsrats erscheinen, der im Auftrag von oben den Kurs korrigieren soll. Ideale Startbedingungen sind das nicht, um vertrauensvoll miteinander arbeiten zu können. Dazu passt der lakonische Kommentar eines Redaktionsmitglieds anlässlich der ersten Vorstellung des künftigen Chefredaktors. «Jonas sagt, er freue sich. – Immerhin einer.»</p>
<p>So überraschend der Neuzugang für die «NZZ am Sonntag» kam, so unerwartet erfolgte der Abgang bei «Blick TV». Jonas Projer informierte Ringier-CEO Marc Walder nur wenige Tage vor der Bekanntgabe des Wechsels, schreibt die <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/ein-streichelzoo-ist-der-blick-newsroom-nie-gewesen-380412973823" target="_blank" rel="noopener">«Sonntagszeitung»</a>.</p>
<p>Wer die Karriereplanung von Jonas Projer ein bisschen kennt, überrascht den Wechsel allerdings nicht. Im letzten Sommer sagte er dazu im Gespräch mit der <a href="https://medienwoche.ch/2020/06/23/wir-probieren-vieles-aus-und-schauen-was-funktioniert/" target="_blank" rel="noopener">MEDIENWOCHE</a>: «Irgendjemand schenkt dir das Vertrauen und du sagst ja oder nein.» Diesmal sagte er ja. Bleibt für die NZZ zu hoffen, dass ihm nicht bald schon jemand anderes das Vertrauen schenkt. Denn Jonas Projer sagte auch, dass ihn «beruflich sehr vieles interessiert».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/16/jonas-projer-zur-nzz-am-sonntag-der-chefredaktor-als-statthalter/">Jonas Projer: der Chefredaktor als Statthalter</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Eleganter Plauderton am Sonntag</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/11/05/eleganter-plauderton-am-sonntag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Nov 2019 15:06:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das neue «NZZ am Sonntag Magazin» trifft den richtigen Ton: Es kommt nicht zu abgehoben und auch nicht zu verschroben daher, sondern pflegt den eleganten Plauderton. Ein Gewinn für die Lektüre am Sonntag. Selten gibt es Gutes zu vermelden im sich zu Tode sparenden Journalismus. Deshalb mit Trompeten, Fanfaren und vollem Orchester ein Loblied auf <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/05/eleganter-plauderton-am-sonntag/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das neue «NZZ am Sonntag Magazin» trifft den richtigen Ton: Es kommt nicht zu abgehoben und auch nicht zu verschroben daher, sondern pflegt den eleganten Plauderton. Ein Gewinn für die Lektüre am Sonntag.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-73991" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW-Loblied-NZZ-am-Sonntag-Magazin_20191105c.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW-Loblied-NZZ-am-Sonntag-Magazin_20191105c.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW-Loblied-NZZ-am-Sonntag-Magazin_20191105c-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW-Loblied-NZZ-am-Sonntag-Magazin_20191105c-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW-Loblied-NZZ-am-Sonntag-Magazin_20191105c-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/11/MW-Loblied-NZZ-am-Sonntag-Magazin_20191105c-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Selten gibt es Gutes zu vermelden im sich zu Tode sparenden Journalismus. Deshalb mit Trompeten, Fanfaren und vollem Orchester ein Loblied auf die NZZ. Genauer: auf die «NZZ am Sonntag». Noch genauer: auf ihr neues <a href="https://nzzas.nzz.ch/notizen/nzz-am-sonntag-magazin-unsere-neue-woechentliche-beilage-ld.1517726" target="_blank" rel="noopener">«NZZ am Sonntag Magazin»</a>. Dass der Name etwas sperrig ist, wäre schon die einzige Meckerei. Ach, und dass es im Impressum vielleicht einen Tick zu viele Häuptlinge und eher wenig Indianer hat. Aber wir wollen den Beteiligten ihre Titel gönnen.</p>
<p>Denn sie haben sie sich verdient. Während die vorherige Beilage eher streng nach Sparmassnahme roch; zwar ein etwas besseres Papier, auf dem der «Stil» gedruckt wurde, aber ansonsten doch sowohl inhaltlich wie formal überschaubar.</p>
<p>Geld ausgegeben wurde früher vor allem für Modestrecken, die man auf einschlägigen Plattformen im Internet gratis und nicht schlechter anschauen kann. Aber nun ist alles anders, und viel besser. Das fängt beim Papier an, hört aber dort lange nicht auf. Ausser, dass Hochglanz und handliches Format gut gewählt sind, ist die Rubrifizierung meist das A und O einer Beilage am Sonntag.</p>
<p>Denn der Leser möchte unterhalten, informiert und amüsiert werden, zudem liebe Gewohnheiten entwickeln. Also das Bewährte und Gute jede Woche wiederfinden. Wer Rubriken mit den hübschen Namen «Der Kanon», «Stammesrituale», «Beziehungsverhalten» oder «Perfekt» erfindet, hat nur ein Problem: da ist die Latte dann recht hoch gelegt, sie jede Woche ansprechend zu füllen.</p>
<p></p>
<p>Letztes Wochenende ist das eigentlich kaum steigerbar gelungen. Der «Kanon» beschäftigt sich mit dem Phänomen des Mitläufers, Saunagänger bieten Anlass, über «Stammesrituale» nachzudenken, bei «Perfekt» wird die Fotoserie gewürdigt, die den kleinen, dicken Diktator mit merkwürdiger Frisur auf einem weissen Pferd einen Berg in Nordkorea hinaufreiten lässt.</p>
<p>Statt Modestrecken und kaum verhüllten Konsumanregungen gibt es nun zwei längere Schreibstrecken. Die Titelstory «Unter meinesgleichen», die Suche nach dem Glück in der Heimat, darf sich auf 14 Seiten ausbreiten. Der Text trägt die lange Strecke; vielleicht hätte man sich noch überlegen können, ob heutzutage der Journalist wirklich schreiben und fotografieren muss. Denn wer so gut schreibt wie Christoph Zürcher hätte einen besseren Fotografen als Zürcher verdient.</p>
<p>Das zweite längere Stück beschäftigt sich mit Sake. Genau, mit diesem japanischen Reisschnaps, der, warm oder kalt, immer mehr zum In-Getränk wird. Reicht das, um vier Seiten mit Bild und Text zu füllen? Oh ja. Das ist ein Text von Barbara Höfler, der so gut anfängt, dass man spontan Angst kriegt, ob sie das auch durchhält bis am Schluss. Aber das tut sie. Dieser Text fährt ein wie eine Diesellok, um ihr schönes Bild der Wirkung eines Sake zu verwenden.</p>
<p>Das sind zwei Texte, die eine im deutschen Sprachraum fast verloren gegangene Qualität aufweisen: den eleganten Plauderton. Keine Relotius-artig hochgezwirbelte Reportage, bei der man sich fragen muss, wie viel davon Wahrheit und wie viel Dichtung ist. Auch kein angestrengtes Feuilletonstück, bei dem man ohne vertiefte Kenntnis von Postdekonstruktivismus und den luhmannschen Systemen eher verloren ist. Auch kein eleganter Begleiter beim Tischgespräch, was die «Weltwoche» sein will und nur selten ist.</p>
<p>Sondern eine fein auf die Bedürfnisse des NZZ-Publikums abgestimmte Mischung. Die den richtigen Ton trifft; nicht zu abgehoben und auch nicht zu verschroben daherkommt. Und einen mit einem letzten Glanzlicht befriedigt entlässt: «Auf der Couch». Feinfühlig erfundene Dialoge mit berühmten Zeitgenossen, wie sie zwar nicht geführt wurden, aber geführt werden könnten.</p>
<p>Also, ein kleines Wunderwerk, dieses neu gestaltete und munter betextete Werk aus dem Hause NZZ. Ein Grund, sich auf den nächsten Sonntag zu freuen. Nur leicht bang ob der Frage, ob die das wirklich jede Woche auf 46 Seiten durchhalten. Natürlich hofft man das, wünscht sich das, fordert das als bereicherter Leser. Der sich an diesem Quell in der Wüste der Medienprodukte noch lange laben will. Mit diesem Magazin hört die «NZZ am Sonntag» auch am Montag noch nicht auf, während die «Sonntagszeitung» dann schon längst im Altpapier gelandet ist. Dann gibt’s doch noch ein drittes Sonntagsblatt, aber da fällt mir der Namen nicht mehr ein. Für das gilt «wisch und weg».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/05/eleganter-plauderton-am-sonntag/">Eleganter Plauderton am Sonntag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Zeitungen haben eine Seele» – und die «NZZ am Sonntag» hat einen neuen Chefredaktor</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/09/30/zeitungen-haben-eine-seele-und-die-nzz-am-sonntag-hat-einen-neuen-chefredaktor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Sep 2017 08:30:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=47968</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der scheidende und der neue Chefredaktor der «NZZ am Sonntag» reden über ihr Handwerk, die Medienbranche und die Zukunft dieser Zeitung.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/09/30/zeitungen-haben-eine-seele-und-die-nzz-am-sonntag-hat-einen-neuen-chefredaktor/">«Zeitungen haben eine Seele» – und die «NZZ am Sonntag» hat einen neuen Chefredaktor</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der scheidende und der neue Chefredaktor der «NZZ am Sonntag» reden über ihr Handwerk, die Medienbranche und die Zukunft dieser Zeitung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/09/30/zeitungen-haben-eine-seele-und-die-nzz-am-sonntag-hat-einen-neuen-chefredaktor/">«Zeitungen haben eine Seele» – und die «NZZ am Sonntag» hat einen neuen Chefredaktor</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommentarverzicht der NZZ am Sonntag: dünnhäutig und inkonsequent</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/08/10/kommentarverzicht-der-nzz-am-sonntag-duennhaeutig-und-inkonsequent/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Aug 2017 10:06:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die NZZ am Sonntag verzichtet darauf, eine Kommentarfunktion auf ihrer neuen Website anzubieten. Damit bewegt sich die Zeitung auf Augenhöhe mit dem wochentäglichen Schwesterblatt. Die Neue Zürcher Zeitung hat Anfang Jahr ihre Kommentarspalten geschlossen und führt seither nur noch punktuell moderierte Leserdebatten auf ihren Seiten. Als Begründung für den präventiven Kommentarverzicht nennt die NZZ am <a href="https://nzzas.nzz.ch/notizen/medienkritik-warum-ihre-kommentare-muehsam-sind-ld.1307089">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/10/kommentarverzicht-der-nzz-am-sonntag-duennhaeutig-und-inkonsequent/">Kommentarverzicht der NZZ am Sonntag: dünnhäutig und inkonsequent</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die NZZ am Sonntag verzichtet darauf, eine Kommentarfunktion auf ihrer neuen Website anzubieten. Damit bewegt sich die Zeitung auf Augenhöhe mit dem wochentäglichen Schwesterblatt. Die Neue Zürcher Zeitung hat Anfang Jahr ihre Kommentarspalten geschlossen und führt seither nur noch punktuell moderierte Leserdebatten auf ihren Seiten. Als Begründung für den präventiven Kommentarverzicht nennt die NZZ am Sonntag die zu erwartenden «Hasskommentare» und der damit verbundene Moderationsaufwand; man wolle sich keine «keine Aufräumtruppe leisten». Natürlich steht es jeder Redaktion frei, wie sie ihre Ressourcen einsetzt. Was aber am Entscheid der Zürcher Sonntagszeitung irritiert, ist die schwache Begründung und die inkonsequente Umsetzung: Als Beleg für die zu erwartenden Hasskommentare dient – in Ermangelung von Online-Kommentaren – ein handschriftlich signierter Leserbrief, der zwei Rubriken der «Stil»-Beilage etwas harsch, aber keineswegs unter der Gürtellinie, kritisiert und sich ob der grassierenden Verwendung von Anglizismen mokiert. Wer das als «Hass» versteht, ist etwas gar dünnhäutig. Und quasi als Pointe wird unter dem Beitrag, der den Kommentarverzicht begründet, dazu aufgerufen, via Twitter und Facebook «bessere Vorschläge» einzureichen. Auf Social Media werden die Redaktion der NZZ am Sonntag garantiert keine Hasskommentare erreichen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/10/kommentarverzicht-der-nzz-am-sonntag-duennhaeutig-und-inkonsequent/">Kommentarverzicht der NZZ am Sonntag: dünnhäutig und inkonsequent</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kein «Knieschuss gegen die Medienfreiheit»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/10/05/kein-knieschuss-gegen-die-medienfreiheit/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2016/10/05/kein-knieschuss-gegen-die-medienfreiheit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominique Strebel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2016 14:24:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[Ludovic Rocchi]]></category>
		<category><![CDATA[Mathias Ninck]]></category>
		<category><![CDATA[Quellenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Sarasin]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[UWG]]></category>
		<category><![CDATA[Medienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[üble Nachrede]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Gut]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Medienschaffende, die Vorwürfe und Kritik an Personen nur auf anonyme Quellen stützen, müssen eine Verurteilung wegen Ehrverletzung in Kauf nehmen. Quellenschutz hat die Richter dabei nicht zu interessieren. Das ist juristisch absolut korrekt. Es gibt aber Massnahmen, die das Risiko einer Verurteilung verkleinern. «Dieses Urteil ist ein Knieschuss gegen die Medienfreiheit», schrieb «10vor10»-Reporter Reto Kohler <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/05/kein-knieschuss-gegen-die-medienfreiheit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Medienschaffende, die Vorwürfe und Kritik an Personen nur auf anonyme Quellen stützen, müssen eine Verurteilung wegen Ehrverletzung in Kauf nehmen. Quellenschutz hat die Richter dabei nicht zu interessieren. Das ist juristisch absolut korrekt. Es gibt aber Massnahmen, die das Risiko einer Verurteilung verkleinern.<br />
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«Dieses Urteil ist ein Knieschuss gegen die Medienfreiheit», schrieb «10vor10»-Reporter Reto Kohler auf Twitter, als die Verurteilung von Philipp Gut bekannt wurde. Das Zürcher Bezirksgericht hatte den stellvertretenden Weltwoche-Chefredaktor am 30. September 2016 wegen mehrfacher übler Nachrede und mehrfacher Widerhandlung gegen das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen verurteilt.</p>
<p>Philipp Gut werfe Geschichtsprofessor Philipp Sarasin in seinem Artikel «Helden der Doppelmoral» vor, sich nicht wie «ein charakterlich anständiger Mensch» benommen zu haben, meinte der Einzelrichter. Zudem könne Gut weder beweisen, dass dies wahr ist noch dass er ernsthafte Gründe hatte, die gemachten Äusserungen in guten Treuen für wahr zu halten. In Juristendeutsch: Gut hat Sarasins Ehre verletzt, ohne den Wahrheits- oder den Gutglaubensbeweis erbringen zu können. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Für Gut gilt die Unschuldsvermutung.</p>
<p>Der Tages-Anzeiger <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Philipp-Gut-verschweigt-auch-heute-wer-seine-Quellen-waren/story/26648861" target="_blank">titelte daraufhin</a>: «Er [Philipp Gut] durfte sich nicht auf den Quellenschutz berufen.» Wurde Philipp Gut zu Unrecht verurteilt, weil er sich nicht auf den Quellenschutz berufen durfte? Hätte der Richter den Quellenschutz zu Gunsten des Journalisten gewichten müssen? Ist das Urteil also ein «Knieschuss gegen die Medienfreiheit»?</p>
<p>Nein. Das Urteil ist da juristisch völlig korrekt. Wer die Ehre eines andern verletzt, kann nichts aus dem Quellenschutz ableiten, um sein Handeln zu rechtfertigen. Er entgeht einer Strafe nur, wenn er beweisen kann, dass seine Behauptungen stimmen oder dass er ernsthafte Gründe hatte, die publizierten Äusserungen in guten Treuen für wahr zu halten. Es stellt sich also gar nicht die Frage, ob Gut sich auf Quellenschutz berufen darf oder nicht. Gut muss den Wahrheits- oder Gutglaubensbeweis erbringen und in diesem Zusammenhang entscheiden, ob er dafür auf seine Quellen zurückgreifen kann. Das ist sein Entscheid.</p>
<p>Der Richter seinerseits darf den Quellenschutz gar nicht berücksichtigen, um eine Ehrverletzung zu rechtfertigen. Er muss einzig beurteilen, ob der Journalist die Wahrheit seiner Äusserungen belegen kann oder zumindest ob er ernsthafte Gründe hatte diese in guten Treuen für wahr zu halten. Anonyme Quellen alleine können dies nicht belegen, denn wer garantiert, dass die geschützten Quellen auch wirklich existieren und sorgfältig vom Journalisten auf Glaubwürdigkeit überprüft worden sind?</p>
<p>Deshalb muss ein Journalist, der seine Story nur oder zur Hauptsache auf anonyme Quellen stützt und diese pflichtgemässs schützt, im Extremfall eine Verurteilung wegen Ehrverletzung in Kauf nehmen. Doch mit ein paar handwerklichen Massnahmen lässt sich dieses Risiko verkleinern.</p>
<p>Da der Richter Beweise frei würdigt, muss der Journalist alles unternehmen, um inseiner Recherche Dokumente zu beschaffen, die seinen guten Glauben belegen.</p>
<ol>
<li>Anonyme Quellen sollten ihre Aussagen gegenüber einem Anwalt wiederholen, der vom Medium und vom Journalisten möglichst unabhängig ist. Dabei ist es sinnvoll, dass der Anwalt Fragen zur Glaubwürdigkeit («Was sind Ihre Motive?») und zur Unabhängigkeit der Quelle stellt. Auf Grund dieses Gespräches erstellt der Anwalt eine so genannte «anwaltliche Versicherung», welche die Aussagen wiedergibt und die Glaubwürdigkeit der Quelle umschreibt. Eine solche anwaltliche Versicherung ist in Deutschland üblich. Sie hat zwar keinen Urkundencharakter oder erhöhte Glaubwürdigkeit, weil sie nicht unter Strafandrohung bei Falschaussage zustande kam, aber im Rahmen der freien Beweiswürdigung kann sie für den Richter entscheidend sein, um dem Journalisten den guten Glauben zuzubilligen. Zudem lässt sich der Anwalt auch als Zeuge befragen. Andere Formen wie eidesstattliche Erklärungen oder Unterschriftenbeglaubigungen eines Notars sind hingegen untaugliche Mittel, weil sie nicht anonym abgegeben werden können und der Richter – auch wenn diese eingeschwärtzt eingereicht werden – vom Notar verlangen kann, das Original mit Unterschrift herauszugeben. Die «anwaltliche Versicherung; sollte möglichst vor der Publikation, spätestens aber im Stadium der Strafuntersuchung erstellt werden. Ob sie im Fall Gut/Sarasin vor zweiter Instanz noch eingereicht werden kann, hängt davon ab, ob es ein unzulässiger oder ein zulässiger neuer Beweis ist.</li>
<li>Handnotizen von Gesprächen oder E-Mails sollten unbedingt eingereicht werden – am besten in eingeschwärzter, aber notariell beglaubigter Kopie. Philipp Gut hat Zusammenfassungen seiner Handnotizen eingereicht. Dies ist weniger beweiskräftig und kann im Gegenteil Zweifel an der Glaubwürdigkeit erzeugen.</li>
<li>Der Journalist muss alles unternehmen, um seinen übrigen Sorgfaltspflichten nachzukommen: Er sollte etwa die anonymen Quellen und Sachverhalte so genau wie nur möglich umschreiben, im Text die Glaubwürdigkeit der anonymen Quellen reflektieren und der Version des Kritisierten Raum geben.</li>
<li>Es hilft hingegen nicht, die Quelle nur dem Gericht zu offenbaren, denn die Parteien haben dann ein Recht darauf, die Quelle zu kennen und ins Kreuzverhör zu nehmen. Prüfenswert ist deshalb eine Änderung der Strafprozessordnung. Anonyme Quellen sollten ähnlich wie verdeckte Ermittler (Art. 151 StPO) im Strafprozess anonym befragt werden können.</li>
</ol>
<p>Ähnlich wie Philipp Gut hat sich etwa auch Mathias Ninck (NZZ am Sonntag) im Fall Marko Turina verhalten. Ninck hat dem Herzspezialisten in einem Artikel gestützt auf anonyme und eine namentlich zitierte Quelle vorgeworfen, den Tod einer Frau in Kauf genommen zu haben, der er wissentlich ein Herz mit falscher Blutgruppe implantiert habe. Auch Ninck hat seine Quellen nicht offen gelegt und damit in Kauf genommen, dass er in einen Vergleich mit dem Chefarzt einwilligen musste.</p>
<p>Anders liegt hingegen der Fall des «Le Matin»-Journalisten Ludovic Rocchi, der einem Professoren der Universität Neuenburg vorwarf, Plagiate zu verbreiten. Rocchi berief sich auf den Quellenschutz, als der Staatsanwalt auf dem Umweg einer Ehrverletzungsklage gegen Rocchi versuchte, an die Quellen der Amtsgeheimnisverletzung heranzukommen. Deshalb beurteilte das Zwangsmassnahmengericht Val-de-Ruz die Hausdurchsuchung bei Rocchi und die Beschlagnahme seines Computers <a href="http://files.newsnetz.ch/upload/3/7/37895.pdf" target="_blank">für unzulässig</a>. Damit schützt Rocchi seine Quellen und rechtfertigt nicht seine Ehrverletzung. Das Ehrverletzungsverfahren gegen Rocchi ist noch hängig und der Journalist ist guter Dinge, mit Dokumenten den Wahrheitsbeweis anzutreten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/05/kein-knieschuss-gegen-die-medienfreiheit/">Kein «Knieschuss gegen die Medienfreiheit»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der missliebige Gewinner</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/09/23/der-missliebige-gewinner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2015 09:31:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Felix E. Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Andres Büchi]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Publicom]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachter]]></category>
		<category><![CDATA[MediaBrands]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Google gilt als die sympathischste Medienmarke der Deutschschweiz gemäss der Studie «Media Brands» von Publicom. Gedruckte Traditionstitel folgen erst auf den weiteren Rängen. Dennoch klopfen sich Beobachter und NZZ auf die Schultern und verschweigen den Gewinner Google. Der «Beobachter» gilt als integre Publikation, eine Instanz im Schweizer Pressewesen. Er gilt als engagiert und unbestechlich. Darum <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/23/der-missliebige-gewinner/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/23/der-missliebige-gewinner/">Der missliebige Gewinner</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Google gilt als die sympathischste Medienmarke der Deutschschweiz gemäss der Studie «Media Brands» von Publicom. Gedruckte Traditionstitel folgen erst auf den weiteren Rängen. Dennoch klopfen sich Beobachter und NZZ auf die Schultern und verschweigen den Gewinner Google.<br />
<span id="more-25786"></span><br />
Der «Beobachter» gilt als integre Publikation, eine Instanz im Schweizer Pressewesen. Er gilt als engagiert und unbestechlich. Darum darf er auch austeilen. Etwa in der Rubrik «Courage/Blamage». Als blamabel geht indes auch eine <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/09/Beo_Publicom.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Hausmitteilung</a> durch, wo sich das Heft als «erneut sympathischste Medienmarke» selbst abfeiert. Nur: Der Superlativ stimmt nicht. <a href="http://www.publicom.ch/2015/09/02/mediabrands-2015-starke-digitale-marken/" target="_blank">In der Mitteilung</a> zum Ranking steht deutlich: «Die sympathischste Medienmarke in der deutschen Schweiz ist Google. Sie lässt den traditionsreichen Beobachter knapp hinter sich.» Hinter sich lassen heisst: Der Beobachter steht auf dem zweiten Platz und ist damit nur die zweitsympathischste Medienmarke. Nicht anders verfährt die NZZ am Sonntag. In ihrer <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2015/09/NZZaS_Publicom.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Hausmitteilung</a> feiert sie sich als drittsympathischste Medienmarke hinter Beobachter und Radio SRF 1. Würde der tatsächliche Sympathiesieger Google dazugezählt, wäre es nur noch der unspektakuläre und kaum vermeldenswerte Rang vier.</p>
<p>Für die Chefredaktoren der beiden Publikationen war das einerlei. Sie berufen sich auf eine Rangliste, die Publicom als Annex zur Mitteilung mitgeliefert hat, auf der<a href="http://www.publicom.ch/wp-content/uploads/Sympathie-und-St%C3%A4rke-Deutschschweizer-Medienmarken_2015.pdf" target="_blank"> nur die sprachregionalen Medienmarken</a> aufgeführt sind. Dazu Felix Müller, Chefredaktor NZZ am Sonntag: «Es findet sich in der Studie auch eine Auswertung spezifisch für die Kategorie Print. An diese habe ich mich gehalten, zumal ja Google nicht gerade als eigentliche Medienmarke gelten kann.» Eine Unterscheidung, die das befragte Publikum offenbar nicht macht, zumal in seiner Wahrnehmung Google sehr wohl auch als Medienmarke gilt, umso mehr, wenn man unter diesen Vorzeichen dazu befragt wird. Andres Büchi, Chefredaktor Beobachter, sieht inzwischen ein, dass er einen Fehler gemacht hat mit der Nichterwähnung des Gewinners. Zwar hält auch er nicht für vergleichbar, «aber wir hätten Google der Korrektheit halber trotzdem erwähnen sollen. Dass wir das nicht getan haben, war ein Fehler.»</p>
<p>Offenbar löst Google weiterhin Abwehrreflexe aus unter Printleuten. Doch das Böse verschwindet nicht, nur weil man es verschweigt. Dabei wäre es eigentlich ganz einfach: Man hätte dem Gewinner gratulieren und in einem Nebensatz darauf hinweisen können, dass Google vermutlich nicht ganz so populär wäre, ohne den Zugriff auf Inhalte von Medien wie Beobachter und NZZ am Sonntag.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/23/der-missliebige-gewinner/">Der missliebige Gewinner</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Schweizer Medienwelt, wie sie bisher war, verschwindet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/23/die-schweizer-medienwelt-wie-sie-bisher-war-verschwindet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Aug 2015 12:43:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Felix E. Müller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die SRG und die Swisscom gehen in der Werbung zusammen, Ringier tritt aus dem Verband Schweizer Presse aus, Tamedia erzielt bald die Hälfte seiner Einnahmen mit nicht publizistischen Angeboten: Nach 15 Jahren Krise verfolgen die Grossen der Medienbranche je eigene Rezepte für das Überleben,</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/23/die-schweizer-medienwelt-wie-sie-bisher-war-verschwindet/">Die Schweizer Medienwelt, wie sie bisher war, verschwindet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SRG und die Swisscom gehen in der Werbung zusammen, Ringier tritt aus dem Verband Schweizer Presse aus, Tamedia erzielt bald die Hälfte seiner Einnahmen mit nicht publizistischen Angeboten: Nach 15 Jahren Krise verfolgen die Grossen der Medienbranche je eigene Rezepte für das Überleben,</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/23/die-schweizer-medienwelt-wie-sie-bisher-war-verschwindet/">Die Schweizer Medienwelt, wie sie bisher war, verschwindet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Stellen wir es klar: Alle Parlamentarier reichen bestellte Vorstösse ein»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/24/stellen-wir-es-klar-alle-parlamentarier-reichen-bestellte-vorstoesse-ein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 May 2015 07:07:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre Markwalder]]></category>
		<category><![CDATA[Jacqueline Badran]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wasserfallen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beim Plädoyer für Kollegin Markwalder und beim Lob der Vernehmlassung sind sich Jacqueline Badran und Christian Wasserfallen einig. Bei allem andern nicht</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/24/stellen-wir-es-klar-alle-parlamentarier-reichen-bestellte-vorstoesse-ein/">«Stellen wir es klar: Alle Parlamentarier reichen bestellte Vorstösse ein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Plädoyer für Kollegin Markwalder und beim Lob der Vernehmlassung sind sich Jacqueline Badran und Christian Wasserfallen einig. Bei allem andern nicht</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/24/stellen-wir-es-klar-alle-parlamentarier-reichen-bestellte-vorstoesse-ein/">«Stellen wir es klar: Alle Parlamentarier reichen bestellte Vorstösse ein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Im Grunde ist jeder ein Lobbyist</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/17/im-grunde-ist-jeder-ein-lobbyist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 May 2015 12:46:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre Markwalder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Verteufelung der Lobbyisten ist fehl am Platz. Interessenvertretung, auch bezahlte, ist fester und wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Demokratie,</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/17/im-grunde-ist-jeder-ein-lobbyist/">Im Grunde ist jeder ein Lobbyist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verteufelung der Lobbyisten ist fehl am Platz. Interessenvertretung, auch bezahlte, ist fester und wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Demokratie,</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/17/im-grunde-ist-jeder-ein-lobbyist/">Im Grunde ist jeder ein Lobbyist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ketzerische Gedanken zur heiligen SRG</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/08/ketzerische-gedanken-zur-heiligen-srg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2015 09:42:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[René Scheu]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Öffentlichrechtliches Fernsehen wurde in der vordigitalen Zeit erfunden. Warum halten wir eigentlich bis heute daran fest?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/08/ketzerische-gedanken-zur-heiligen-srg/">Ketzerische Gedanken zur heiligen SRG</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Öffentlichrechtliches Fernsehen wurde in der vordigitalen Zeit erfunden. Warum halten wir eigentlich bis heute daran fest?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/08/ketzerische-gedanken-zur-heiligen-srg/">Ketzerische Gedanken zur heiligen SRG</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Handschrift verkümmert</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/01/die-handschrift-verkuemmert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2015 09:53:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Handschrift]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3883</guid>

					<description><![CDATA[<p>Tastaturen, Touchscreens und Computermäuse verdrängen Bleistift und Kugelschreiber aus unserem Leben. Die Handschrift kommt uns abhanden. Gut ist das nicht, denn das Schreiben von Hand hilft uns beim Denken.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/01/die-handschrift-verkuemmert/">Die Handschrift verkümmert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tastaturen, Touchscreens und Computermäuse verdrängen Bleistift und Kugelschreiber aus unserem Leben. Die Handschrift kommt uns abhanden. Gut ist das nicht, denn das Schreiben von Hand hilft uns beim Denken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/01/die-handschrift-verkuemmert/">Die Handschrift verkümmert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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