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	<title>Politiker | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Mon, 29 Aug 2022 20:16:12 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von Marc-Roland Peter bis Ueli Schmezer: SRF-Männer in der Politik</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/08/29/on-marc-roland-peter-bis-ueli-schmezer-srf-maenner-in-der-politik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Aug 2022 20:01:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Aebischer]]></category>
		<category><![CDATA[Ueli Schmezer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ex-«Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer will für die Berner SP in den Nationalrat. Er ist nicht der erste ehemalige SRF-Vertreter, der seine TV-Bekanntheit für eine Politkarriere nutzen möchte.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/29/on-marc-roland-peter-bis-ueli-schmezer-srf-maenner-in-der-politik/">Von Marc-Roland Peter bis Ueli Schmezer: SRF-Männer in der Politik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ex-«Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer will für die Berner SP in den Nationalrat. Er ist nicht der erste ehemalige SRF-Vertreter, der seine TV-Bekanntheit für eine Politkarriere nutzen möchte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/29/on-marc-roland-peter-bis-ueli-schmezer-srf-maenner-in-der-politik/">Von Marc-Roland Peter bis Ueli Schmezer: SRF-Männer in der Politik</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Ein grosser Eimer sozialdemokratischer Floskeln</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/03/16/ein-grosser-eimer-sozialdemokratischer-floskeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Mar 2021 07:46:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Positionierung]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Politikerinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Pandemie]]></category>
		<category><![CDATA[Redwashing]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Politische Kommunikation in der Pandemie: Wie geht es den Kindern? Wie können wir Menschen mit Depressionen helfen? Politiker zeigen in der Krise ihre soziale Seite – leider vor allem deshalb, weil es gerade opportun ist. Eine Kolumne.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Politische Kommunikation in der Pandemie: Wie geht es den Kindern? Wie können wir Menschen mit Depressionen helfen? Politiker zeigen in der Krise ihre soziale Seite – leider vor allem deshalb, weil es gerade opportun ist. Eine Kolumne.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/16/ein-grosser-eimer-sozialdemokratischer-floskeln/">Ein grosser Eimer sozialdemokratischer Floskeln</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>So sieht Google unsere Parlamentarier</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/07/01/so-sieht-google-unsere-parlamentarier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2019 06:37:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Auswertung zeigt, welche Informationen uns bei Google von den National- und Ständeräten zuoberst präsentiert werden. Und wo uns die Suchmaschine anlügt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Auswertung zeigt, welche Informationen uns bei Google von den National- und Ständeräten zuoberst präsentiert werden. Und wo uns die Suchmaschine anlügt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/01/so-sieht-google-unsere-parlamentarier/">So sieht Google unsere Parlamentarier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lobbyisten: Einflüsterer in der Wandelhalle</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/20/lobbyisten-einfluesterer-in-der-wandelhalle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 May 2015 12:07:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wendelhalle]]></category>
		<category><![CDATA[PR-Agenturen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeshaus]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Politikerinnen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit bekannt wurde, dass die Kommunikations-Agentur Burson-Marsteller einen Vorstoss von Christa Markwalder kaufte, ist die Lobbyismus-Debatte wieder auf dem Tapet: Wie gehen Parlamentarier mit Lobbyisten um? Braucht es die Einflüsterer im Bundeshaus oder korrumpieren sie das demokratische System?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit bekannt wurde, dass die Kommunikations-Agentur Burson-Marsteller einen Vorstoss von Christa Markwalder kaufte, ist die Lobbyismus-Debatte wieder auf dem Tapet: Wie gehen Parlamentarier mit Lobbyisten um? Braucht es die Einflüsterer im Bundeshaus oder korrumpieren sie das demokratische System?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/20/lobbyisten-einfluesterer-in-der-wandelhalle/">Lobbyisten: Einflüsterer in der Wandelhalle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blicke unter eine Decke</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/09/blicke-unter-eine-decke/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/09/09/blicke-unter-eine-decke/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2014 14:06:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Objektivität]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Subjektivität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gleich bei der Lektüre sehen, mit wem der Autor des Artikels Beziehungen hat: Zwei Studenten haben eine Browser-Erweiterung entwickelt, die Verbindungen von Journalisten zu Organisationen und Interessengruppen aufzeigt. Das Problem des Projekts ist die Datengrundlage, denn angezeigt werden können nur bekannte Verflechtungen. Journalisten sind immer unvoreingenommen, haben weder Vorlieben noch Abneigungen und schreiben stets gottgleich <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/09/blicke-unter-eine-decke/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gleich bei der Lektüre sehen, mit wem der Autor des Artikels Beziehungen hat: Zwei Studenten haben eine Browser-Erweiterung entwickelt, die Verbindungen von Journalisten zu Organisationen und Interessengruppen aufzeigt. Das Problem des Projekts ist die Datengrundlage, denn angezeigt werden können nur bekannte Verflechtungen.<br />
<span id="more-20702"></span><br />
Journalisten sind immer unvoreingenommen, haben weder Vorlieben noch Abneigungen und schreiben stets gottgleich objektiv. So weit die unhaltbare Theorie. Und jetzt die Realität: Journalisten sind Menschen wie Du und ich, sie lieben und hassen, bevorzugen und lehnen ab, sie haben Haltungen, Meinungen und einige von ihnen sind Teil von Interessengruppierungen. Da Menschen nicht schweben können und ihnen dadurch ein Standpunkt zugewiesen ist, sind sie per definitionem subjektiv und können sich um Objektivität, also um die angemessene Berücksichtigung aller Elemente einer Story, nur bemühen (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/das-marchen-der-objektivitat/">«Das Märchen der Objektivität»</a>).</p>
<p>Petar Marjanovic (Watson) und Angelo Zehr (Südostschweiz) sind im <a href="http://www.jusosg.ch/de/vorstand">Vorstand der JungsozialistInnen des Kanton St. Gallen</a>.* Peter Keller (Weltwoche) ist <a href="http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/biografie.aspx?biografie_id=4098">SVP-Nationalrat</a>. Aaron Agnolazza (Basler Zeitung) sass bis vor Kurzem für die <a href="http://www.riehen.ch/aktuell/news/nachruecken-den-einwohnerrat-12">SVP im Einwohnerrat Riehen</a>. Roger de Weck ist im <a href="http://www.clubhelvetique.ch/clubhelv/index.php?Mitglieder">Club Helvétique (Mitgliedschaft ruht)</a>. Markus Spillmann und Michael Ringier waren <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/der-reiz-der-vertraulichkeit-1.10875208">Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz</a>. Martin Spieler ist <a href="https://www.clubzumrennweg.ch/de/about-us/">Verwaltungsrat im Club zum Rennweg</a>. Ich schreibe mit an einem <a href="http://www.direktedemokratie.com/ueber/">Blog pro Direkte Demokratie</a>. Das ist alles bekannt und öffentlich. Doch möchte man das nicht am liebsten erfahren, noch während man einen Artikel liest, um einschätzen und bewerten zu können, wie der Journalist etwas einschätzt und bewertet?</p>
<p>Zwei Studenten des Master-Studiengangs <a href="https://www.hs-magdeburg.de/studium/master/interaction-design.html">«Interaction Design»</a> der Hochschule Magdeburg-Stendal befriedigen diesen Wunsch mit einer konkreten Lösung. Ihr Produkt ist ein Browser-Add-On namens <a href="http://cahoots-extension.github.io/"><strong>Cahoots</strong></a>, das aktuell für <a href="https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/cahoots/">Firefox</a> und <a href="https://chrome.google.com/webstore/detail/cahoots/acajoolgbgnpbmefodjcfbbfahnhhanp">Chrome</a> installierbar ist. Die installierte Browser-Erweiterung zeigt Namen von Journalisten, für die Informationen zu ihren Verbindungen hinterlegt sind, markiert an. Es reicht, mit dem Mauszeiger über die Namen zu fahren, und schon erfährt man beispielsweise, dass zwischen «Zeit»-Herausgeber Josef Joffe und Organisationen Beziehungen bestehen oder bestanden haben. Von der Atlantik-Brücke über Goldman Sachs bis zur Münchner Sicherheitskonferenz führt Cahoots Verbindungen zu zehn verschiedenen Organisationen auf.</p>
<p><iframe width="460" height="259" src="//www.youtube.com/embed/mJpV72VOw-4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Die Macher der Erweiterung sind beide 1990 geboren und arbeiten nebenbei bei Agenturen als Designer: Jonas Bergmeier studierte bis 2012 Mediendesign an der MHMK Köln, Alexander Barnickel bis 2012 Wirtschaftspsychologie an der FH Erding. Entstanden ist das Projekt nach einer <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YrRkT32w8nc">Ausgabe der Satiresendung «Die Anstalt»</a>, die unter anderem aufgrund von <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/42/42401/1.html">Forderungen zu Unterlassungserklärungen und einstweiligen Verfügungen</a> von «Zeit»-Journalisten gegen das ZDF berühmt geworden ist. Der betreffende Ausschnitt nimmt Bezug auf die Dissertation «Meinungsmacht» des Medienwissenschaftlers Uwe Krüger, über die wir ausführlich berichtet hatten (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/">«In und mit der Elite»</a>):</p>
<p><iframe width="460" height="259" src="//www.youtube.com/embed/YrRkT32w8nc?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das Hauptprojekt der Studenten in diesem Semester war «Protest», und nach der «Anstalt» von Ende April war das zuvor lange gesuchte Thema gefunden. Als die beiden das Projekt erstmals bei Reddit der Öffentlichkeit vorstellten, waren sie überwältigt von positiven Feedback. «Letztendlich ist es auch für uns eine tolle Erfahrung, Studienprojekte nützlich zu machen. Es kommt ja leider selten vor, dass Studienprojekte Anklang finden und genutzt werden, das motiviert einen dann doch auch sehr», sagt Bergmeier. So lange sie das Projekt nicht auffresse, wollen sie es weiterverfolgen &#8211; und zählen dabei auch auf die Mitarbeit der Crowd.</p>
<p>Barnickel will von den Journalisten, dass sie für ihn Sachverhalte oder Informationen neutral einordnen. Er will ihnen gerne vertrauen, das fällt jedoch schwer, wenn sie Verbindungen zu bestimmten Interessenorganisationen haben: «Wenn die Neutralität nicht da ist, dann hat der Journalist verloren. Dann kann ich nicht mehr ernst nehmen, was der schreibt.» Medienkompetenz hält er für eine wichtige Eigenschaft, aber von derart detailierten Fragen ist auch er überfordert: «Ich kann die ‹Welt› inhaltlich natürlich von der ‹Taz› unterscheiden, aber ich kann nicht immer wissen, was einzelne Journalisten unterscheidet.» Bergmeier ergänzt: «Wir als Bürger können bestimmte Relationen einfach nicht einschätzen, da brauche ich Leute, die mir das erklären. Und dann möchte ich auch wissen, ob die irgendwelche Interessen vertreten.»</p>
<p>Die Add-Ons funktionieren soweit, und geplant ist, das Hinzufügen von Journalisten transparenter und demokratischer zu gestalten. Doch noch fehlt eine breite Datenbasis: Da bisher nur wenige Publizisten ihre Haltungen und Interessen öffentlich machen, braucht es, um an eine gesicherte Information heranzukommen, Recherche. Kurz: Zwei Studenten stellt sich die klassische journalistische Aufgabe, herauszufinden, welche Interessenbindungen Journalisten haben, weil diese Jäger und Anwälte im Interesse der Wahrheit offenbar wenig Interesse haben, solche Informationen mit der Öffentlichkeit zu teilen. «Es ist schwierig, Quellen zu Hintergrundinformationen über Journalisten zu finden», sagt Bergmeier.</p>
<p>Bisher hat die Erweiterung 530 Nutzer bei Firefox und 590 Nutzer bei Chrome. Hat man sich mal an die markierten Journalisten-Namen gewöhnt, will man bald nicht mehr ohne sie surfen. Auch wenn man sich die Verbindungen nicht jedes Mal anschaut &#8211; so schnell vergisst man nicht mehr, dass Journalisten in Wechselbeziehungen stehen. Die Achillesferse des Projekts wird die Glaubwürdigkeit der Datengrundlage sein &#8211; hier hätten die Studenten etwas Unterstützung verdient. Warum nicht von Journalisten?</p>
<p>Und übrigens: «to be in cahoots (with someone)» wird übersetzt mit «(mit jemandem) unter einer Decke stecken», «(mit jemandem) gemeinsame Sache machen», «(mit jemandem) paktieren».</p>
<p><small>* Nachtrag vom 10. September: Petar Marjanovic ist seit Ende August nicht mehr im Vorstand.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/09/blicke-unter-eine-decke/">Blicke unter eine Decke</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Rituelle Putsch-Fantasien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/25/rituelle-putsch-fantasien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2014 12:30:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Ogi]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ewig grüsst das Murmeltier im Richtungsstreit der SVP, der schon seit Jahrzehnten zwischen den Leitfiguren Adolf Ogi und Christoph Blocher in den Medien ausgetragen wird. Die MEDIENWOCHE hat dazu einige alte Zeitungsberichte ausgegraben und fragt: Wird das so weitergehen? Die Chancen stehen gut. «Geheimplan: Putsch gegen Ogi», war auf der Titelseite der «Sonntagszeitung» vom 31. <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/25/rituelle-putsch-fantasien/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/25/rituelle-putsch-fantasien/">Rituelle Putsch-Fantasien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ewig grüsst das Murmeltier im Richtungsstreit der SVP, der schon seit Jahrzehnten zwischen den Leitfiguren Adolf Ogi und Christoph Blocher in den Medien ausgetragen wird. Die MEDIENWOCHE hat dazu einige alte Zeitungsberichte ausgegraben und fragt: Wird das so weitergehen? Die Chancen stehen gut.<br />
<span id="more-20792"></span><br />
«Geheimplan: Putsch gegen Ogi», war auf der Titelseite der «Sonntagszeitung» vom 31. Oktober 1999 zu lesen:</p>
<blockquote><p>BERN &#8211; Adolf Ogi kommt unter Druck. Politiker quer durch alle Parteien planen den Putsch. Am 15. Dezember soll der Berner Bundesrat abgewählt und durch Christoph Blocher ersetzt werden.</p></blockquote>
<p>Und was passierte bei den <a href="http://www.parlament.ch/D/WAHLEN-ABSTIMMUNGEN/WAHLEN-IM-PARLAMENT/BUNDESRATSWAHLEN/ERNEUERUNGSWAHLEN-1999/Seiten/default.aspx">Gesamterneuerungswahlen am 15. Dezember 1999</a>? Adolf Ogi wurde mit im 1. Wahlgang mit 191 Stimmen gewählt, dem besten Resultat der antretenden Bundesräte. Das Jahr 2000 verbrachte er als Bundespräsident.</p>
<p>Am Sonntag vor einer Woche war es nun umgekehrt, und die «Sonntagszeitung» titelte «Ogi ruft SVP zum Putsch gegen Blocher auf».</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/08/sonntagszeitung-vom-17.-august-2014-totale.png" alt="" title="Titelseite der «Sonntagszeitung» vom 17. August 2014." width="460" height="358" class="alignnone size-full wp-image-20821" /><br />
<small>Titelseite der «Sonntagszeitung» vom 17. August 2014.</small></p>
<p>Im Artikel hiess es:</p>
<blockquote><p>BERN &#8211; Jahrelang hat Alt-Bundesrat Adolf Ogi sich geweigert, die SVP-Politik zu kommentieren. Doch nachdem die SVP unter der Führung von Christoph Blocher die bilateralen Verträge offen angreift und mit Initiativen das Recht auf Asyl faktisch abschaffen und die Gültigkeit des Völkerrechts infrage stellt, ruft Ogi seine Partei zum Putsch gegen Christoph Blocher auf.</p></blockquote>
<p>Und was passierte die Woche darauf? Gar nichts. Die SVPler schwiegen, mit der Kampagne des «Blick», die sich von Montag bis Mittwoch der Schlagzeile anschloss, musste man fast schon Mitleid haben. Einsam steht ein Putschist im Blätterwald.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/08/ogi-will-svp-retten.jpg" alt="" title="«Ogi will SVP retten!» Seiten 2 und 3 im «Blick» vom 18. August 2014." width="460" height="320" class="alignnone size-full wp-image-20832" /><br />
<small>«Ogi will SVP retten!» Seiten 2 und 3 im «Blick» vom 18. August 2014.</small></p>
<p>Um die <a href="http://www.blick.ch/news/politik/fam/frank-a-meyer-zeit-des-unfugs-id3058165.html">SonntagsBlick-Kolumne von Frank A. Meyer</a> am Tag zuvor zu verstehen, musste man ein echter Schweiz-Experte sein. Es war darin zwar die Rede von einem «Volkstribun», «Populisten» und «Oligarchen», doch aufgeklärt, von welcher Person überhaupt die Rede ist, wurde der unkundige Leser nicht. Faszinierend, dass derart kryptische Texte ausgerechnet in einer Boulevardzeitung erscheinen (übrigens <a href="http://www.blick.ch/news/politik/fam/frank-a-meyer-hansel-id169902.html">nicht zum ersten Mal</a>).</p>
<p>Christoph Blocher selbst nimmt die Angriffe, die er als «konzertierte Aktion» aus der «Ringier-Küche» wertet, gelassen. Er legte seine Sicht am letzten Freitag <a href="http://www.teleblocher.ch/archives/3082">auf Teleblocher.ch</a> dar:</p>
<p><iframe loading="lazy" width="460" height="259" src="//www.youtube.com/embed/D-htwGmANto?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wahr ist, dass Adolf Ogi tatsächlich öfters mal vorsichtig formulierte, wenn es um die eigene Partei und ihre Exponenten ging. Aber still war er nie. Und die Medien schon gar nicht, seit vielen Jahrzehnten schreiben sie über den Kampf angeblich «vernünftiger» Kräfte gegen eine SVP unter dem Einfluss von Christoph Blocher.</p>
<p>Markus Somm, Blocher-Biograf, BAZ-Chefredaktor und seit vielen Jahren mit Innenpolitik befasst, wähnt sich «seit zwanzig Jahren im gleichen Theater mit den gleichen Darstellern und den gleichen Komparsen». In seinem <a href="http://bazonline.ch/schweiz/standard/Von-den-Tuecken-des-Tigers/story/29508853">Leitartikel vom Samstag</a> schrieb er:</p>
<blockquote><p>Die Gegner und Kritiker der SVP sind schwer zu verstehen. Wenn sie wenigstens erlebt hätten, dass ihre Strategie der Dämonisierung der Volkspartei zum Erfolg führt, dann hätte ich ja ein gewisses professionelles Verständnis. Doch das Gegenteil haben sie erreicht: Die SVP ist seit 1992 fast unablässig gewachsen, während die Konkurrenz welkt, und es gelingt ihr immer wieder, ja vielleicht immer öfter, wichtige Abstimmungen zu gewinnen – gegen Bundesrat, Parlament und weite Teile der Medien. Ihre Positionen sind im Gespräch wie selten zuvor: Immigration, Europa, sogar das abstrakte Völkerrecht bewegt nun die einfachen Wähler, weil die Gegner der SVP das ganze Land in Alarmstufe Rot versetzt haben. Kurz, es wäre Zeit, die Bürgerlichen aus der Mitte würden aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.</p></blockquote>
<p>Tun sie das? Es sieht nicht so aus. Und deshalb werden wir schon bald erleben, wie Blocher-Gegner unter den Journalisten sich einen nächsten «Putsch» ausdenken werden. Die Realität wird es nur insofern tangieren, als dass gewisse Menschen ein nicht ganz so gutes Gedächtnis haben und glauben werden, es handle sich um neue Entwicklungen. Auf der Frontseite der «BZ Basel» hiess es am 19. August:</p>
<blockquote><p>Bei den Politikern stösst die Kritik auf wenig Resonanz, doch Adolf Ogi ist überzeugt, dass es richtig war, den Weckruf zu platzieren. «Ich habe Hunderte von SMS und E-Mails erhalten und wurde in der Öffentlichkeit auf das Interview angesprochen. Die Reaktionen kann man in einem Wort zusammenfassen: ‹endlich›.» Endlich habe jemand den Mut gehabt, Christoph Blocher zu kritisieren.</p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/25/rituelle-putsch-fantasien/">Rituelle Putsch-Fantasien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwei Hüte, ein Problem</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/09/30/zwei-huete-ein-problem/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/09/30/zwei-huete-ein-problem/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Sep 2013 10:56:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Baur]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Mundt]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalrat]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Keller]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=16144</guid>

					<description><![CDATA[<p>Weltwoche-Mitarbeiter Peter Keller steht wegen seiner Doppelrolle als Journalist und Politiker in der Kritik: Kollege Alex Baur wirft dem SVP-Nationalrat populistisches Agieren im Parlament vor und stellt seine journalistische Redlichkeit infrage. Weltwoche-Verleger und Chefredaktor Roger Köppel sieht kein Problem in politisch aktiven Mitarbeitern, fordert aber maximale Transparenz – wozu auch Baurs öffentliche Kollegenschelte zählt. Es <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/30/zwei-huete-ein-problem/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Weltwoche-Mitarbeiter Peter Keller steht wegen seiner Doppelrolle als Journalist und Politiker  in der Kritik: Kollege Alex Baur wirft dem SVP-Nationalrat populistisches Agieren im Parlament vor und stellt seine journalistische Redlichkeit infrage. Weltwoche-Verleger und Chefredaktor Roger Köppel sieht kein Problem in politisch aktiven Mitarbeitern, fordert aber maximale Transparenz – wozu auch Baurs öffentliche Kollegenschelte zählt.<br />
<span id="more-16144"></span><br />
Es sind überraschend offene und deutliche Worte, mit denen Weltwoche-Redaktor Alex Baur seinen Kollegen <a href="http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/biografie.aspx?biografie_id=4098" target="_blank">Peter Keller</a> öffentlich ins Gebet nimmt. <a href="http://www.weltwoche.ch/weiche/hinweisgesperrt.html?hidID=549284" target="_blank">Unter dem Titel «So nicht»</a> setzt Baur in der aktuellen Ausgabe der Weltwoche zu einer heftigen Kollegenschelte an. Sie gipfelt in einem wenig verblümten Opportunismusvorwurf. Baur gibt zudem seiner Enttäuschung darüber Ausdruck, dass Kollege Keller den Spagat zwischen Rat und Redaktion offenbar nicht aushalte und der Politik den Vorzug gebe.</p>
<p>Was war geschehen? Weltwoche-Mitarbeiter Keller sitzt seit 2011 für die SVP im Nationalrat. In der vergangenen Herbstsession half er massgeblich mit, eine Mehrheit zu organisieren für eine <a href="http://www.srf.ch/news/regional/zentralschweiz/peter-keller-will-nidwaldner-mitsprache-beim-wellenberg" target="_blank">Standesinitiative</a>, die den Kantonen ein Vetorecht zugestehen will bei der Suche nach Endlagerstätten für radioaktive Abfälle. Nun fürchtet Redaktionskollege und Kernenergiebefürworter Alex Baur, dass damit eine Lösung für das Abfallproblem praktisch verunmöglicht würde. «Und ausgerechnet bei diesem zynischen Spiel wirkt nun Peter Keller mit, der als Befürworter der Kernenergie gilt», schreibt Baur, der in dem konkreten Verhalten nur ein Symptom sieht eines grösseren Problems. «Politik und Journalismus sind unversöhnliche Gegensätze. Gute Journalisten sind Störenfriede, die radikal alles hinterfragen und sich um den Applaus foutieren; erfolgreiche Politiker dagegen sind Opportunisten, stets auf der Suche nach Zustimmung und Mehrheiten.»</p>
<p>Der kritisierte Keller reagiert gelassen. Auf die konkreten Vorwürfe zur Standesinitiative und zu möglichem Konfliktpotenzial aufgrund seiner Doppelrolle mag er gar nicht erst eingehen. Entsprechende Fragen der MEDIENWOCHE lässt er unbeantwortet. Nur so viel: Was Baur geschrieben habe, sei «ein gut gemeinter Ratschlag eines Arbeitskollegen». Allerdings mit einem Haken. Baur gehe davon aus, dass er sich als Journalist in die Politik verirrt habe. Vielmehr sei es aber so, dass er zuerst Politiker gewesen sei und erst danach sporadisch für die Weltwoche zu schreiben begonnen habe. Damit sagt Keller auch, dass er im Zweifelsfall der Politik den Vorzug gibt. Das war auch schon so, als er sein Pensum bei der Weltwoche vor einem Jahr wegen der Belastung als Parlamentarier reduzierte und seither nur noch als redaktioneller Mitarbeiter für das Blatt schreibt.</p>
<p>Weltwoche-Verleger und -Chefredaktor Roger Köppel, der den Politiker Keller angestellt hat, stellt sich trotz der redaktionsinternen Kritik hinter das Doppelmandat. Er sei ein Verfechter des Milizsystems. Sprich: Amateur-Parlamentarier müssen einen Beruf ausüben. Dazu zählt auch der Journalismus. Diesem Credo folgend hat Köppel jüngst einen weiteren Mitarbeiter eingestellt, der politische Ämter bekleidet. Mit Christian Mundt arbeitet seit 1. September der Präsident der Jungfreisinnigen Stadt Schaffhausen sowie Kassier der Jungfreisinnigen Schweiz als Inlandredaktor für die Weltwoche. Mundt selbst sieht mit der <a href="http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2013-36/intern-die-weltwoche-ausgabe-362013.html" target="_blank">Offenlegung seiner Interessenbindung</a> vor dem Stellenantritt dem legitimen Bedürfnis nach Transparenz ausreichend Genüge getan.</p>
<p>Chefredaktor Köppel versteht, dass der Umgang mit politisch gebundenem Personal eine grössere Sensibilität erfordert: «Das zwingt alle Beteiligten zu grösstmöglicher Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz.» Etwa indem auch mal eine Kollegenschelte im eigenen Blatt veröffentlicht wird, wie sie in anderen Medien höchstens an der Redaktionskonferenz aufs Tapet käme.</p>
<p>Doch selbst die grösste Transparenz vermag gewisse Grundkonflikte nicht aus dem Weg zu schaffen. Das wusste auch der langjährige Weltwoche-Redaktor Urs Paul Engeler. Wenige Monate nach Kellers Wahl in den Nationalrat <a href="http://www.kleinreport.ch/news/urs-paul-engeler-selbstkritik-ist-nicht-meine-kernkompetenz-68704/" target="_blank">sagte er öffentlich</a>: Ein SVP-Nationalrat als Politikredaktor, gehe eigentlich nicht. Er sei gegen die Anstellung Kellers gewesen. «Stellen Sie sich vor, wenn Keller beispielsweise in einer Kommission arbeitet und ich einen kritischen Artikel über die Arbeit schreiben möchte, dann haben wir ein Problem.» Inzwischen sind beide als Redaktoren zurückgetreten und arbeiten nur noch als redaktionelle Mitarbeiter. Damit hat sich zumindest in diesem Punkt das Konfliktpotenzial verringert. Für alles andere gibt es die Zeitungsseiten der Weltwoche, wo sich die Differenzen öffentlich austragen lassen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/09/30/zwei-huete-ein-problem/">Zwei Hüte, ein Problem</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Auf Kosten der Freiheit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/08/30/auf-kosten-der-freiheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Aug 2013 08:33:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Experten]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Experte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die staatlichen Überwachungstätigkeiten und Verbote zur «Sicherheit der Bürger» werden ausgebaut, die Freiheit wird eingeschränkt. Verantwortlich für die Aufrüstung des Staats sind auch Medien, die stets die totale Sicherheit fordern. Ein Dreigespann aus Journalisten, Experten und Politikern dreht sich in einer verhängnisvollen Spirale. Depressive Hypochonder auf dem Weg zum Augenarzt Stossen sich den Fuss und <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/30/auf-kosten-der-freiheit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die staatlichen Überwachungstätigkeiten und Verbote zur «Sicherheit der Bürger» werden ausgebaut, die Freiheit wird eingeschränkt. Verantwortlich für die Aufrüstung des Staats sind auch Medien, die stets die totale Sicherheit fordern. Ein Dreigespann aus Journalisten, Experten und Politikern dreht sich in einer verhängnisvollen Spirale.<br />
<span id="more-15409"></span></p>
<div align="right"><small>Depressive Hypochonder auf dem Weg zum Augenarzt<br />
Stossen sich den Fuss und denken gleich:<br />
Das wars, das wars, das wars</p>
<p>&#8222;Depressive Hypochonder&#8220; von Funny van Dannen</small></div>
<p></p>
<p>Kennen Sie Journalisten? Manchmal sind es etwas lebensunpraktische Typen, die gut schreiben können. Einige von ihnen wurden von ihren Mitschülern «Brillenschlangen» genannt, andere als «Streber» oder gar als «Zeitungsleser» beschimpft.</p>
<p>Klar gibt es unter ihnen auch furchtlose Reporter, die sich in Kriegsgebieten durchschlagenden, unverfrorene Witwenschüttler und sogar welche, die ihr Leben riskieren für eine Geschichte. Viele Menschen auf Redaktionen sind aber schon zufrieden, wenn sie es unfallfrei bis in die Redaktion schaffen und wieder nach Hause. Ihre Freizeit verbringen sie mit ihrer Familie, anderen Journalisten und weiteren gebildeten Leuten. Neuerungen begegnen sie mehrheitlich ablehnend und ängstlich &#8211; dem Revolutionär aller Kommunikation, dem Internet, stehen viele nach wie vor skeptisch gegenüber. Gerne beklagen sie sich über die Arbeitsbedingungen &#8211; den Mut, eine eigene Firma zu eröffnen, bringen sie jedoch nicht auf.</p>
<p>Kurzum: Sie sind manchmal etwas ängstlich. Nichts Schlimmes, viele Menschen sind das; Ängstlichkeit ist eine liebenswerte Eigenschaft. Zum Problem wird es aber, wenn das eigene Sicherheitsbedürfnis zu dem der Allgemeinheit gemacht wird.</p>
<p>Meistens läuft es so, ganz egal, ob es um Viren, Terrorismus oder Baustatik geht:</p>
<p>1) Journalisten orten und thematisieren ein Sicherheitsleck<br />
2) Sie kontaktieren dazu Experten, die trotz aller Zurückhaltung einräumen müssen, dass keine 100-prozentige Sicherheit besteht<br />
3) Medien publizieren Stücke zur Problematik, was sich nicht selten ausweitet in eine Flut von teilweise hysterischen Beiträgen<br />
4) Unter dem Druck der Medien fordert ein Teil der Politik Massnahmen<br />
5) Auf Kosten der Gemeinschaft führt die Politik (oft übereilt getroffene, nicht immer sinnvolle) Massnahmen ein</p>
<p>So branden viele Themen kurz auf und werden (von der breiten Öffentlichkeit) auf lange Frist wieder vergessen. Die Massnahmen, Verordnungen und Gesetze aber bleiben. Sie müssen von der (nicht konsultierten) All­ge­mein­heit getragen werden, inklusive der damit verbundenen Einschränkung der Freiheit und den daraus resultierenden Kosten (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/08/die-rechnung-fur-die-panikmache">«Die Rechnung für die Panikmache»</a>). Journalisten, Experten und Politiker sehen sich dafür nicht verantwortlich &#8211; ganz selbstverständlich weisen sie auf ihre Rolle hin, die zu erfüllen sie verpflichtet sind.</p>
<p>Medienhysterien können kostspielig werden und viel an Freiheit und Privatsphäre wegnehmen, bei den aus Angst vor Terrorismus getroffenen Massnahmen ist das offensichtlich. Es gibt aber auch alltägliche Beispiele, wie der ominöse schwarze Panther, der irgendwo in einem Schweizer Wald existiert oder auch nicht &#8211; Medienberichte und Sichtungen hatten sich gegenseitig hochgeschaukelt. Um dieses <a href="http://www.presseverein.ch/2012/05/schwarze-katze-von-weitem/">«unbekannte Tier»</a> einzufangen, <a href="http://www.solothurnerzeitung.ch/solothurn/kanton-solothurn/das-ist-aus-dem-ominoesen-panther-geworden-125171052">wurde eine Lebendfalle und mehrere Fotofallen aufgestellt</a>:</p>
<blockquote><p>Doch die Fallen blieben leer &#8211; die rund 30 bis 40 installierten Kameras lichteten nur Füchse, Vögel, Rehe und einen Hirsch ab. (&#8230;) Alles was die Tier-Fahnder aufspürten waren schwarze Katzen und Hunde.</p>
<p>Schon im Juni wurden die zusätzlichen Foto- und Käfigfallen, die wegen dem Panther aufgestellt worden waren, abgebaut. Wie viel der ganze Einsatz gekostet hat, kann der Solothurner Jagdverwalter nicht beziffern. Er schätzt die Kosten auf mehrere 10‘000 Franken.</p></blockquote>
<p>Es ist wichtig, keine Kollektivbeschuldigung zu machen, verhalten sich doch viele sehr korrekt. Nur hört man nie etwas von Journalisten, die keine Paniktexte geschrieben, nie etwas von Experten, die Stellungnahmen abgelehnt haben und nie etwas von Politikern, die nicht in Panik neue Verordnungen erlassen haben. Die Aufmerksamkeit gehört ganz den Boulevardmedien, den Boulevardexperten und den Boulevardpolitikern &#8211; es ist das Zusammenspiel dieser kleinen Gruppe, die unsere Freiheit einschränkt und unsere Steuermittel verbrät. Statt immer neuer Aufregungen und Verordnungen bräuchte es das exakte Gegenteil: Journalisten, Experten und Politiker, die Ruhe bewahren, den Willen und die Freiheit des Volkes respektieren und eher mal ein Gesetz abschaffen statt eins einzuführen. Es gilt, dem Beispiel von Islamwissenschaftler Reinhard Schulze zu folgen, <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/19/die-medien-sind-geiseln-von-ausnahmefaellen/">er sagte uns im Interview</a>: «Medien, die aus einem Problem einen Skandal machen wollen, stehen für mich nicht zur Diskussion.»</p>
<p>Die aktuellen Überwachungsskandale sind fraglos skandalös. Dass der Staatsapparat das ihn finanzierende Volk überwacht, ist einer aufgeklärten Demokratie nicht würdig. Medien aber, die nach jedem Vorfall Politiker in riesigen Lettern «WIE KONNTE DAS PASSIEREN?» fragen, müssen sich nicht wundern, wenn diese irgendwann Konsequenzen ziehen und Massnahmen ergreifen. In der Folge «WIESO ÜBERWACHT IHR UNS?» zu brüllen, ist, gelinde gesagt, nicht ganz folgerichtig.</p>
<p>Der Flut von Regulierungen, die das beschriebene Verhalten auslöst, stehen lustigerweise Journalisten gegenüber, die äusserst pikiert reagieren, wenn ihre eigene Freiheit eingeschränkt werden soll. In der Regel berufen sich dann auf die Medienfreiheit, ganz egal, ob das der Situation angemessen ist oder auch nicht.</p>
<p>Jean-Jacques Rousseau <a href="http://www.textlog.de/2372.html">empfiehlt</a> dem Staatsbürger, er solle «jeden Tag seines Lebens im Grunde seiner Seele nachsprechen, was ein edler Woiwode auf dem polnischen Reichstage sagte: Malo periculosam vitam quam quietum servitium. (Ich ziehe eine gefahrvolle Freiheit einer ruhigen Knechtschaft vor).» </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/30/auf-kosten-der-freiheit/">Auf Kosten der Freiheit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>In und mit der Elite</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Mar 2013 13:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Krüger]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Elite]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Eliten]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Joffe]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Schächter]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Kornelius]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Doktorarbeit von Uwe Krüger untersucht, welchen Einfluss Eliten auf die Berichterstattung haben und zeigt die Sozialen Netzwerke der Ranghöchsten in Wirtschaft, Politik und Journalismus offline. Statt einen offenen Marktplatz an Ideen abzubilden, vertreten Journalisten oft die Positionen der Herrschenden und Agierenden. Mit 235 zu 1 (Gegenstimme von Initiant Thomas Minder) stimmte die Bundesversammlung im <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Doktorarbeit von Uwe Krüger untersucht, welchen Einfluss Eliten auf die Berichterstattung haben und zeigt die Sozialen Netzwerke der Ranghöchsten in Wirtschaft, Politik und Journalismus offline. Statt einen offenen Marktplatz an Ideen abzubilden, vertreten Journalisten oft die Positionen der Herrschenden und Agierenden.<br />
<span id="more-12910"></span><br />
Mit 235 zu 1 (Gegenstimme von Initiant Thomas Minder) stimmte die Bundesversammlung im März 2012 für den indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «gegen die Abzockerei». Die Schweizer Stimmbürger sahen es am vergangenen Sonntag anders &#8211; und verhalfen der Initiative zum Einzug in die Bundesverfassung. Sie haben entschieden gegen den Bundesrat und gegen das Parlament, wie schon bei den Initiativen «für die Ausschaffung krimineller Ausländer» und «gegen den Bau von Minaretten». Weiter demonstrierten am Wochenende in Portugal Hunderttausende gegen die harte Austeritätspolitik und in den USA sind Zwangskürzungen in Kraft getreten. Hartes, zwanghaftes Sparen steht nach weiteren Steuererhöhungen als letzte Antwort des Staats auf die Unfinanzierbarkeit vielfältiger Wahlversprechen und ausufernder Behördentätigkeit.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2013/03/meinungsmacht-200x300.jpg" alt="" title="«Meinungsmacht», Dissertation von Uwe Krüger, erschienen 2013 im Herbert von Halem Verlag." width="200" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-12911" />Nicht nur in der Schweiz, überall in Europa, ja in der ganzen Welt, spitzt sich der Konflikt «Elite gegen das Volk» zu. Und wo stehen die Journalisten? Oft auf der Seite der Eliten. Diese Erkenntnis ergibt sich aus der im Oktober 2011 von der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig angenommenen Dissertation «Meinungsmacht: Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten &#8211; eine kritische Netzwerkanalyse», geschrieben von Medienwissenschaftler <a href="http://www.uni-leipzig.de/journalistik/index.php?id=353">Uwe Krüger</a>. Das nun im Herbert von Halem Verlag erschienene <a href="http://www.halem-verlag.de/2013/meinungsmacht-der-einfluss-von-eliten-auf-leitmedien-und-alpha-journalisten/">Buch</a> analysierte die Elitennetzwerke von Journalisten, konkret «Verbindungen der deutschen Journalismuseliten zu nationalen und ausländischen bzw. internationalen Positionseliten aus Politik und Wirtschaft», die nicht direkt mit der Ausübung ihrer journalistischen Tätigkeit zu tun hatten &#8211; im Zeitraum von 2002 bis 2009.</p>
<p>Autor Krüger identifizierte nicht nur zahlreiche, verschwiegen agierende «Hintergrundkreise» allerlei Couleur (26 in Berlin), sondern auch Chefredaktoren und Herausgeber, die gewinnorientierte Konzerne beraten haben, so Josef Joffe die HypoVereinsbank oder Stefan Aust und Helmut Markwort die Deutsche Telekom. Matthias Nass, von 1998 bis 2010 stv. «Zeit»-Chefredaktor, war sogar im Lenkungsausschuss der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz">Bilderberg-Konferenz</a>. In einem Antwortbrief auf ein Schreiben von <a href="https://www.facebook.com/sebastian.loewenherz">Rechtsaussen Sebastian Nobile</a> zerstreute Nass geäusserte Befürchtungen als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=J8yh6n8fWA4#!">«vollkommen grundlos»</a>. Die dichtesten Netzwerke mit Organisationen haben «Zeit»-Herausgeber Josef Joffe und Markus Schächter, bis 2012 Intendant des ZDF; sie weisen Verbindungen zu 19 bzw. 20 Organisationen auf. So ganz wohl mit der Vernetzung scheint es allerdings nicht allen zu sein. Wie sonst lässt sich erklären, dass die «Bild»-Redaktion ihren Chefredakteur auf einem Gruppenfoto der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Br%C3%BCcke">Atlantik-Brücke</a> lieber <a href="http://www.bildblog.de/20427/kleine-bruecken-unter-freunden-2/">abschneidet</a>?</p>
<p>Mal grundsätzlich gefragt: Was geht es denn überhaupt die Öffentlichkeit an, mit wem Journalisten ihre Zeit verbringen? Die sind doch frei, das zu tun. Ausserdem gelangen sie so an Informationen. Und verboten ist es auch nicht. Ein guter Teil von Zeitungen besteht aus der Auswertung solcher Informationen. Jeder Spitzenpolitiker verfügt «über zwei bis sieben Vertrauensjournalisten», denen er Storys stecken kann &#8211; um Verbreitung zu finden, muss man nicht mal, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Qi90iAudqxI">wie in der TV-Serie «House Of Cards»</a>, mit ihnen schlafen. Informelle Treffen seien, so ein Printjournalist 2008 zu Kommunikationswissenschaftlerin Christiane Lesmeister, «nicht nur das Salz in der Suppe. Sondern das ist die Suppe. Also darum geht es. Darum geht es.»</p>
<p>Uwe Krüger dagegen sagt: «Es ist nicht hilfreich, wenn Journalisten in Geheimgremien agieren. Journalisten sind Anwälte der Öffentlichkeit.» Es besteht zudem die Gefahr, dass Journalisten in Schweigespiralen geraten: «Journalisten, die Mitwisser und Mitgestalter vertraulicher Politikplanungsprozesse sind, kommen zwangsläufig in Interessenkonflikte, in denen die Rücksichtnahme auf Akteure bzw. ein gemeinsames Projekt der umfassenden Information der Öffentlichkeit gegenübersteht» (Seite 150). Krüger würde gerne eine Debatte um eine neue Ethiknorm anregen, ein Ausgangspunkt könnte der <a href="http://www.nytco.com/press/ethics.html">New York Times Company Policy on Ethics in Journalism</a> sein, zum Beispiel Punkt 95.</p>
<p>Die Verbindungen und auch die Artikel von vier Journalisten hat Krüger genauer untersucht, und zwar jene von Klaus-Dieter Frankenberger (FAZ), Josef Joffe (Zeit), Stefan Kornelius (SZ) und Michael Stürmer (Welt) &#8211; sie arbeiten vor allem zu aussenpolitischen Themen und wiesen dichte Netzwerke in US- und Nato-Kreisen auf. Das daraus gezogene Fazit ist eindeutig:</p>
<blockquote><p>«Ihr Bild von Bedrohungen und Konflikten war ebenso eindimensional und nicht reflexiv wie das in den offiziellen Doktrinen. Stellenweise verwendeten v.a. Kornelius und Joffe Propagandatechniken, wobei offenbleiben muss, ob sie dies bewusst oder unbewusst taten. Die Argumentation der vier Journalisten ist zusammenfassend als unkritisch bis persuasiv zu qualifizieren; Gegenargumente zum offiziellen Diskurs wurden kaum diskutiert.»</p></blockquote>
<p>Diesem «konsonanten Meinungsbild» setzten übrigens (zu Kontrollzwecken ebenfalls untersuchte) Medien wie die Frankfurter Rundschau und die taz, welche selbst keine personellen Netzwerke in das sicherheitspolitische Establishment aufwiesen, keine dezidiert eigene Haltung entgegen.</p>
<p>Obwohl die militärische Lage in Europa so sicher ist wie schon lange nicht mehr, beschwört Michael Stürmer in seinen Artikeln ständig eine «neue Zeit» und eine «gefährliche Welt». Stefan Kornelius macht aus Begriffen wie «Unsicherheit» oder «Gefahr» handelnde Akteure (<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/sicherheitspolitik-es-braucht-wenig-fuer-grosse-angst-1.56981">2010 in der SZ</a>). Auf Seite 207 steht:</p>
<blockquote><p>«Alle vier Journalisten verwenden und propagieren den erweiterten Sicherheitsbegriff, machen sich für mehr deutsches Engagement in der Nato und für die transatlantische Partnerschaft stark und fordern die Bundesregierung zu grösseren Anstrengungen auf, um das skeptische Wahlvolk von einer robusteren Aussen- und Sicherheitspolitik zu überzeugen.»</p></blockquote>
<p>«Medien sollten einen eigenständigen Diskurs führen, der die Machteliten aus einer kritischen, unabhängigen Perspektive hinterfragt», sagt Uwe Krüger im Gespräch. Doch das tun sie nicht, sie berichten oft wie selbstverständlich aus einer Warte der Elite. Nur ganz selten findet sich in den Medien der Standpunkt des Arbeiters, des Arbeitslosen, des Ausländers, des Ungebildeten, des Dörflers wieder. Und warum? Weil solche Leute weniger zu den Kunden von Informationsmedien gehören. Und weil Journalisten das selten selbst sind.</p>
<p>71 Prozent der Journalistenschüler in Deutschland haben mindestens ein Elternteil mit Hochschulabschluss, hat eine <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/36/36575/1.html">Studie</a> von <a href="http://books.google.de/books?id=j2ITfnlv2EcC&#038;lpg=PA3&#038;hl=de&#038;pg=PA3#v=onepage&#038;q&#038;f=false">Klarissa Lueg 2012</a> herausgefunden. «Kinder von Facharbeitern oder ungelernten Arbeitern» dagegen «existieren an den Journalistenschulen nicht». Journalisten rekrutieren sich aus der Mittelschicht: «Beim Beruf des Vaters dominiert der Beamte, gefolgt von Angestellten oder Selbstständigen. Beim Beruf der Mutter steht die Angestellte an der Spitze, knapp vor der Beamtin.»</p>
<p>Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit der Medien von der Werbewirtschaft. Medien wie der «Spiegel» oder die «Zeit», in der Schweiz beispielsweise die Weltwoche und die NZZ, sind abhängig von Anzeigen von Luxusprodukten im Hochpreissegment wie Uhren, Autos oder Wein, welche die (vermögenden) Eliten ansprechen. «In einem Konfliktthema werden Medien, die vor allem auf Eliten zielen, die Interessen der Vermögenden eher schützen», glaubt daher Uwe Krüger.</p>
<p>Es ist das Milieu, das prägt, und Journalisten zu dem macht, was sie grösstenteils sind. Journalisten werden nicht etwa von den Eliten «umgedreht», sondern sie bringen sich aus eigenem Antrieb in eine Position, in der sie dann von den Eliten aufgenommen werden. «Die Position eines Ressortleiters in einem Elite-Medium erreicht man nicht, ohne elitenkompatible Haltungen zu haben», so Krüger. Revolutionäre müssen also draussen bleiben. Auf Seite 145 wird das genauer erklärt:</p>
<blockquote><p>«Journalisten vertreten nicht unbedingt bestimmte Meinungen, weil sie im Netzwerk sind, also weil sie von den Eliten kognitiv vereinnahmt worden sind. Eine Koinzidenz zwischen Journalistenmeinung und Umgebungsmeinung mag schon vorher bestanden haben und der Grund für die persönliche Annäherung gewesen sein. Gut möglich ist hingegen, dass das Eingebundensein in einem Netzwerk eine Meinung verfestigt und auch verhindert, dass diese im Zeitverlauf kritisch hinterfragt wird; möglich ist ausserdem, dass ein Journalist dazu angehalten wird, bestimmte Interessen seiner sozialen Umgebung aktiv zu propagieren. Denn als Sanktion kann der Ausschluss aus dem exklusiven Zirkel drohen: Sozialkapital ist eben, anders als ökonomisches oder Humankapital, nicht vollständig im Besitz eines Akteurs, sondern kann vom Beziehungspartner entzogen werden.»</p></blockquote>
<p>Um nochmals die erste Staffel von «House Of Cards» zu bemühen: Die Beziehung zwischen Journalistin und Bloggerin Zoe Barnes und Politiker Frank Underwood wird erst dann zu einem Problem, als ihr Barnes Sex und Underwood Sozialkapital entzieht.</p>
<p><small>Foto von Josef Joffe: <a href="https://secure.flickr.com/photos/dittmeyer/32586617/">Flickr/Dittmeyer</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de">CC BY 2.0</a><br />
Foto von Markus Schächter: <a href="http://www.deutscher-medienpreis.de/index.php?id=2004|gallery|stage3">deutscher-medienpreis.de</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/">In und mit der Elite</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Sorry? Not me.</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/02/18/sorry-not-me/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Feb 2013 10:50:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Fehlerkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Terror]]></category>
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		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Fehler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Debatte um die Vergangenheit von Res Strehle zeigt, wo es harzt in den Schweizer Medienbetrieben. Weil es keine Kultur des Eingestehens von Fehlern gibt, hat die offene Kritik einen schweren Stand. Während eigenes Fehlverhalten nachsichtig behandelt wird, werden anderen selbst kleinste Vergehen noch nach Jahren vorgehalten. Was ist denn so schwierig daran, Verfehlungen einzugestehen, <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/18/sorry-not-me/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Debatte um die Vergangenheit von Res Strehle zeigt, wo es harzt in den Schweizer Medienbetrieben. Weil es keine Kultur des Eingestehens von Fehlern gibt, hat die offene Kritik einen schweren Stand. Während eigenes Fehlverhalten nachsichtig behandelt wird, werden anderen selbst kleinste Vergehen noch nach Jahren vorgehalten. Was ist denn so schwierig daran, Verfehlungen einzugestehen, zu korrigieren, sich gegebenenfalls zu entschuldigen? Strehle darf nicht schweigen. Er muss sich erklären.<br />
<span id="more-31165"></span></p>
<div align="right"><small>It&#8217;s sad, so sad<br />
Why can&#8217;t we talk it over? Oh, it seems to me<br />
That sorry seems to be the hardest word<br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=J2e4NlnLr28">Elton John, 1976</a></small></div>
<p></p>
<p>Andreas Strehle hatte schon mehrfach die Möglichkeit, seine politische und publizistische Vergangenheit zu thematisieren: Sei es im Buch <a href="http://www.echtzeit.ch/buecher.php?id=40">«Mein Leben als 68er»</a>, sei es im das Buch promotenden Artikel «68, aber lieb» im Tagi-Magi, sei es in einem Leitartikel nach dem Stellenantritt als Tagi-Chef, sei es in einem Essay, sei es in einem Gastbeitrag in einem anderen Blatt, zum Beispiel der WOZ. Doch Strehle schweigt bis heute. Er schweigt auch, wenn eine <a href="http://www.presseverein.ch/2013/02/res-publica/">Debatte</a> über seine Vergangenheit im Gang ist und sich doch einige fragen, ob er Gewalt auch heute, so wie früher, für ein legitimes Mittel des Klassenkampfes hält. Eine <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Der-TAChefredaktor-und-die-Kampagne/story/30974390">Stellungnahme</a>, die erklärt, keine Stellung nehmen zu wollen, ist keine Stellungnahme.</p>
<p>Weil Strehle schon viele Jahre keine Unterstützung für den bewaffneten Klassenkampf geäussert hat, ist zu vermuten, dass er diese Positionen heute nicht mehr vertritt. Es ist doch aber schon sehr wunderlich, wenn der Chefredaktor des Tages-Anzeigers nicht öffentlich erklären kann, wie er zum Thema Terrorismus stand und steht. Mindestens diese Information ist er der Öffentlichkeit schuldig, schliesslich führt er eine grosse, linksliberale Tageszeitung und ist nicht mehr bei einer kleinen linken Wochenzeitung angestellt. Der vor wenigen Tagen verstorbene taz-Redaktor Christian Semler könnte Strehle ein Vorbild sein: «Ich bin froh, dass wir nie die Macht in den Händen hatten – es wäre schlimm ausgegangen», <a href="https://www.taz.de/!110964/">sagte</a> der ehemalige Chef der maoistischen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_Deutschlands_%28Aufbauorganisation%29">KPD-AO</a>.</p>
<p>Doch was ist mit den Kritikern? Ich selbst feierte in einem <a href="http://blog.ronniegrob.com/2010/03/02/tamedia-holt-martin-spieler-von-axel-springer-schweiz-als-neuen-chef-der-sonntagszeitung/">Blogtext 2010</a> die Auflagezahlen von Martin Spieler bei der Handelszeitung, bis ich merkte, dass der Gewinn aus den übernommenen Cash-Abos resultiert. Ein dummer Fehler, der den ganzen, eindeutig zu schnell geschriebenen Artikel in Frage stellt und den ich besser nicht veröffentlicht hätte. Wir machen alle Fehler. Die Weltwoche, die nun Strehle so eindringlich auffordert, Abbitte zu leisten, bezeichnet das breit kritisierte <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/04/kaum-mittel-gegen-zweckentfremdung/">Roma-Cover</a> bis heute weder als Fehler noch als grosses Missgeschick. Wider besseren Wissens wird ein Zusammenhang behauptet zwischen dem Titelbild mit dem mit einer Waffe auf den Leser zielenden Jungen im Kosovo und den im Artikel behandelten Verbrecherbanden in der Schweiz.</p>
<p>Im Journalismus tut man sich schwer mit Korrekturen. Was verschwiegen werden kann, wird verschwiegen. Man entschuldigt sich, wenn es die Anwälte fordern, dann auch mal ganz gross auf der Titelseite, so wie <a href="http://netzwertig.com/2007/09/29/sorry-juerg-sorry-thomas-sorry-leser/">«Blick» 2007</a> bei Jürg Maurer, dem sogenannt «frechsten Pensionskassenverwalter der Schweiz». Auf rechtlichen Druck hin räumt auch ein Tages-Anzeiger selbstkritisch ein, dass Alexander Müller, mit dem Strehle Ende Januar überraschend ein <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Ich-erlebe-seit-letztem-Sommer-den-sozialen-Tod/story/11144999">zweiseitiges Interview</a> führte, «vorgängig zur Berichterstattung korrekt hätte angehört werden» hätte müssen: «Diese Interpretation ging zu weit», «das war unzutreffend», geht doch.</p>
<p>Schweigen hat lange ganz gut funktioniert. Doch in Zeiten des Internets gibt es auf lange Frist kein Pardon mehr, was falsche Fakten betrifft, das haben viele Journalisten immer noch nicht begriffen. Dabei hat doch, wer journalistisch seriös arbeitet, kein Problem, einen trotz aller Sorgfalt durchgerutschten Fehler zuzugeben.</p>
<p>Der Nachsicht den eigenen Unzulänglichkeiten gegenüber steht die harte Kritik von Journalisten an unliebsamen Politikern, denen auch noch die kleinsten Fehler haarklein und ewig nachgetragen werden. Als der damalige Bundesrat Christoph Blocher in seiner <a href="http://www.blocher.ch/artikel/agenda-2006/1dd10b2de755f9cd4e2babbb3008a120.html">Albisgüetli-Rede 2006</a> (nach eigener Aussage versehentlich) zwei mutmassliche Verbrecher als Verbrecher bezeichnet hatte, führte das zu einer Untersuchung der Geschäftsprüfungskommission des Ständerats (<a href="http://www.parlament.ch/d/dokumentation/berichte/berichte-aufsichtskommissionen/geschaeftspruefungskommission-GPK/berichte-2006/Documents/9051.pdf">Bericht als PDF-Datei</a>). Zur Sache veröffentlichten Schweizer Journalisten 2006 Hunderte, eher Tausende von Artikeln. Blocher entschuldigte sich öffentlich. Die GPK stellte fest, Blocher habe «mit seinen öffentlichen Verlautbarungen über die zwei betroffenen albanischen Flüchtlinge der Unschuldsvermutung nicht Rechnung getragen» und «zudem den Flüchtlingsstatus zweier in der Schweiz aufgenommener Personen missachtet». Nun ja, wenn so etwas bloss mal nie einem Journalisten passiert, wenn er sich öffentlich äussert.</p>
<p>Journalisten sind keine Götter, sondern Menschen. Auch sorgfältige Arbeiter machen Fehler &#8211; aus den verschiedensten Gründen: Unwissenheit, Unachtsamkeit, Zeitdruck, und so weiter. Es ist ein erfreulich unreglementiertes, freies Gewerbe, dem sich jeder, der sich dazu berufen fühlt, anzuschliessen versuchen darf. Allerdings stelle man sich nur mal vor, Atomphysiker, Ingenieure oder Mathematiker würden ebenso viele Fehler wie Journalisten machen und ebenso sorglos damit umgehen. Die Gesellschaft geht mit den Fehlern der Journalisten recht gnädig um, denn, <a href="https://medienwoche.ch/2012/06/25/ja-klar-interessiere-ich-mich-fuer-macht-was-gibt-es-dramatischeres/">so Constantin Seibt</a>: «Du wirst nicht für Deine Fehler in Erinnerung behalten, sondern für die Sachen, bei denen Du mal wirklich gut warst.» Das stimmt, und auch die Arbeitgeber sind tolerant: selbst angerichtete Schäden in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken führen nicht zur Entlassung. Unter diesen Umständen zu arbeiten, ist eigentlich pures Glück. Um so einfacher müsste es doch sein, a) begangene Fehler einzugestehen, b) begangene Fehler öffentlich und transparent zu korrigieren, c) gegebenenfalls um Verzeihung zu bitten.</p>
<p>Erst aus einer Kultur des Fehler-Machens und des Fehler-Eingestehens kann auch eine Kultur des Kritik-Anbringens und des Kritik-Eingestehens entstehen. Eine Kultur, in der jedem und jeder eine gewisse Anzahl Fehler zusteht, die offen besprochen werden können, führt zu einer Kultur, die offene Kritik nicht nur aushält, sondern aktiv als Arbeitsinstrument verwendet. Offen ausgetragene Kritik ist zweifellos nicht immer angenehm, dafür oft lehrreich. Sie führt zu Verbesserungen.</p>
<p>Dagegen die Welt, in der Fehler nicht angesprochen werden, in der vordergründig immer alles super ist, selbst wenn die Dinge überhaupt nicht in Ordnung sind. Es geht je länger je weniger auf, eine Redaktionskultur des Verschweigens und Vertuschens zu pflegen und Blattkritiken des Hochjubelns und Selbstlobs zu zelebrieren, während im Internet jedermann nachlesen kann, welches Redaktionsmitglied welche Fehler gemacht hat. Gruppen, die sich auch noch für den übelsten Murks und das langweiligste Stück gegenseitig auf die Schulter klopfen, sind dem Untergang geweiht. Zurecht. Sie sollten Raum schaffen für kritischere Geister.</p>
<p>Es bleibt die Frage, ob Res Strehle klagen wird, und wenn ja, weswegen. Noch werden «alle rechtlichen Schritte» geprüft, «um in Zukunft eine korrekte Berichterstattung anzumahnen». Wem das wichtig ist und generell für engagierten Journalismus einsteht, hat kein Problem, selbst einen Schritt zu tun und so Transparenz und Klarheit zu schaffen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/18/sorry-not-me/">Sorry? Not me.</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Polit-Talk als Casting-Show</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/11/12/polit-talk-als-casting-show/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Nov 2012 11:02:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Absolute Mehrheit]]></category>
		<category><![CDATA[Castingshow]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Limbourg]]></category>
		<category><![CDATA[ProSieben]]></category>
		<category><![CDATA[ProSiebenSat.1 Media]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Raab]]></category>
		<category><![CDATA[Talkshow]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stefan Raab belebt mit der ersten Ausgabe von «Absolute Mehrheit» die dröge Talkshow-Kultur Deutschlands. Das Casting-Format des Privatsenders Pro7 könnte einige Menschen tatsächlich dazu bringen, sich ansatzweise mit Politik beschäftigen. Einige Schlagzeilen am Morgen nach der ersten Sendung sind sich einig: &#8222;Raabs Experiment fährt vor die Wand&#8220;, &#8222;nur öder Politquatsch&#8220;, &#8222;nur ein schlechter Witz&#8220;, gar <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/12/polit-talk-als-casting-show/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/12/polit-talk-als-casting-show/">Polit-Talk als Casting-Show</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan Raab belebt mit der ersten Ausgabe von <a href="http://www.prosieben.de/tv/absolute-mehrheit/">«Absolute Mehrheit»</a> die dröge Talkshow-Kultur Deutschlands. Das Casting-Format des Privatsenders Pro7 könnte einige Menschen tatsächlich dazu bringen, sich ansatzweise mit Politik beschäftigen.<br />
<span id="more-30560"></span><br />
Einige Schlagzeilen am Morgen nach der ersten Sendung sind sich einig: <a href="http://www.rp-online.de/gesellschaft/fernsehen/raabs-experiment-faehrt-vor-die-wand-1.3065417">&#8222;Raabs Experiment fährt vor die Wand&#8220;</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/neue-polit-show-nur-oeder-politquatsch-bei-stefan-raab/7376272.html">&#8222;nur öder Politquatsch&#8220;</a>, <a href="http://www.hna.de/nachrichten/panorama-lokal/nein-schlechter-witz-stefan-raabs-polit-talk-absolute-mehrheit-2608730.html">&#8222;nur ein schlechter Witz&#8220;</a>, gar <a href="http://www.noz.de/deutschland-und-welt/kultur/fernsehen/67882196/raabs-neuer-polittalk-absolute-mehrheit-erfuellt-schlimmste-befuerchtungen">&#8222;schlimmste Befürchtungen&#8220;</a> sehen sich bestätigt. Die FAZ zählte am Ende der Sendung sechs Verlierer, die Sendung habe <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik-absolute-mehrheit-der-vorfuehr-effekt-11958029.html">&#8222;ausser Witzchen und Rüpelei wenig zu bieten&#8220;</a>. Wer die Reaktionen zur Sendung unter <a href="https://twitter.com/search?q=%23absolutemehrheit&#038;src=hash">#absolutemehrheit</a> auf Twitter verfolgte, traf auf eine Menge Leute, die fest entschlossen waren, das neue Format, das die Einförmigkeit von Talkshows in Deutschland aufbrechen möchte, nicht zu mögen.</p>
<p>Warum bloss? Wie kann man sich jeden Sonntagabend über «Günther Jauch» aufregen und dann, wenn jemand einen anderen Ansatz ausprobiert, den von der ersten Minute an in die Tonne treten? Keine Frage, es gibt vieles, das an der ersten Sendung zu kritisieren ist: Die ermüdend «frechen» Fragen von Stefan Raab, die ihn seiner <a href="https://www.youtube.com/watch?v=WuWpE1P-KLg">Switch-Parodie</a> gefährlich nahe bringen. Sein kindisch-dümmliches Witzchen über <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_R%C3%B6sler">Philipp Rösler</a> («Wenn er das jetzt sieht beim Abendessen, hoffentlich fallen ihm nicht die Stäbchen aus der Hand»), in dem «Spiegel Online» eine <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/tv-kritik-stefan-raab-und-seine-polit-show-die-absolute-mehrheit-a-866591.html">«rassistische Entgleisung»</a> sah. Das aufgepeitscht klatschende Publikum, in dem einige besonders laut für den späteren Sieger der Sendung, Wolfgang Kubicki, johlten.</p>
<p>Vieles war wie in anderen deutschen Talkshows auch: Alle sprachen sich für die Energiewende aus, niemand forderte eine Senkung der Steuern, und es dauerte nicht mal fünf Minuten, bis sich die Kandidaten gegenseitig ins Wort fielen («Jetzt red ich mal zu Ende»), ein Schauspiel unter Männchen, das die Frau in der Runde, die Berliner Unternehmerin Verena Delius, mit Zurückhaltung beobachtete. Raab musste hier das Lehrgeld des Newcomers bezahlen, seine wenigen Eingriffe in das Gespräch waren inhaltlich wenig erhellend. Überhaupt kam ein solches kaum je zustande, weil insgesamt sechs Mal die aktuellen Ergebnisse des Televotings eingeblendet wurden, was wohl auch im Wissen des Privatsenders um die kurze Aufmerksamkeitsspanne ihrer Zuschauer geschah.</p>
<p>Vieles war aber auch anders: Ausgerechnet Vertreter der bei vielen Journalisten unbeliebten Parteien FDP und Die Linke holten beim Publikum die meisten Stimmen. Es schien, als bemühten sich die Gäste bei «Absolute Merheit» um eine verständliche Ausdrucksweise. Und mehrere lange Werbeblöcke rückten ins Bewusstsein, dass Privatsender ihr Geld mit Werbung verdienen müssen. Den Satz «Jetzt höre ich grade von der Regie, dass wir, bevor wir in die Werbung gehen, nochmals das Auto angucken» hätte man von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Limbourg_%28Journalist%29">Peter Limbourg</a>, der als Sat.1-Nachrichtensprecher sowas wie das journalistische Aushängeschild der ProSiebenSat.1 Media ist, allerdings doch lieber nicht hören mögen. Ihm war überhaupt eine unglückliche Rolle zugewiesen, mit der er sein Potenzial nicht ausspielen konnte.</p>
<p>Das Versprechen, am Ende einen Sieger zu küren, der mit einer «absoluten Mehrheit» den Jackpot leeren kann, verleiht der Verheiratung von Casting- und Talkshow, die Raab hier betreibt, eine spielerische Note. Der grinsende Bundesadler, der die Initalen der Sendung (und der aktuellen Bundeskanzlerin) trägt, wacht über einen Talk, der sich nicht allzu ernst nimmt, und gerade so in das Bewusstsein von Leuten eindringen könnte, die mit dem Thema Politik längst abgeschlossen oder gar noch nicht angefangen haben. Neckisch auch das Porträt von Bundespräsident Gauck, das an der in Talkshows gerne aufgestellten Backsteinwand hängt.</p>
<p>Auch wenn es die Elitisten ungern wahrhaben wollen: Über Politik dürfen alle reden, nicht nur die so genannten Experten, sogar ein Stefan Raab. <a href="http://meedia.de/fernsehen/grandiose-start-fuer-raabs-absolute-mehrheit/2012/11/12.html">Gerade beim jüngeren Publikum</a> kam die erste Sendung jedenfalls gut an. Und populistischer als andere Talkshows ist «Absolute Mehrheit» auch nicht.</p>
<p><small><a href="http://www.prosieben.de/tv/absolute-mehrheit/">«Absolute Mehrheit»</a> (<a href="http://www.prosieben.de/tv/absolute-mehrheit/video/">Videos</a>) wurde am 11. November 2012, um 22:45 Uhr, auf Pro7 ausgestrahlt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/12/polit-talk-als-casting-show/">Polit-Talk als Casting-Show</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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