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	<title>Post | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 20 Apr 2021 06:40:50 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Dialogpost: Vom Briefkasten direkt ins Gehirn der Zielgruppe</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/20/dialogpost-vom-briefkasten-direkt-ins-gehirn-der-zielgruppe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Apr 2021 06:40:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Wenn der Postmann zweimal klingelt». Mindestens so alt wie der gleichnamige Film ist die Werbung per Postzustellung – beide sind echte Evergreens. Und in einer Welt, in der die Kundenansprache vermehrt auf digitalen Kanälen stattfindet, ist der Weg über den Briefkasten wieder eine erfolgsversprechende Alternative. Vorausgesetzt, sie ist gut gemacht. Das ideale Medium für diese Ansprache: <a href="https://www.zielbar.de/magazin/dialogpost-vom-briefkasten-direkt-ins-gehirn-der-zielgruppe-24371/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>«Wenn der Postmann zweimal klingelt».</em> Mindestens so alt wie der gleichnamige Film ist die Werbung per Postzustellung – beide sind echte Evergreens. Und in einer Welt, in der die Kundenansprache vermehrt auf digitalen Kanälen stattfindet, ist der Weg über den Briefkasten wieder eine erfolgsversprechende Alternative. Vorausgesetzt, sie ist gut gemacht. Das ideale Medium für diese Ansprache: Dialogpost.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/20/dialogpost-vom-briefkasten-direkt-ins-gehirn-der-zielgruppe/">Dialogpost: Vom Briefkasten direkt ins Gehirn der Zielgruppe</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Verleger werfen Post Preistricks vor</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/01/verleger-werfen-post-preistricks-vor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Mar 2018 04:11:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zwischen Verlegern und Post tobt ein heftiger Streit um die Zustelltarife abonnierter Zeitungen. Die Vorwürfe der Verleger erinnern an die Postauto-Affäre: widerrechtliche Tarife, mangelnde Kooperation und eine intransparente Preiskalkulation.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/01/verleger-werfen-post-preistricks-vor/">Verleger werfen Post Preistricks vor</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p> Zwischen Verlegern und Post tobt ein heftiger Streit um die Zustelltarife abonnierter Zeitungen. Die Vorwürfe der Verleger erinnern an die Postauto-Affäre: widerrechtliche Tarife, mangelnde Kooperation und eine intransparente Preiskalkulation.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/01/verleger-werfen-post-preistricks-vor/">Verleger werfen Post Preistricks vor</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Das Thema ist in den Köpfen drin»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/27/das-thema-ist-in-den-koepfen-drin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 May 2016 08:30:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[René Schuhmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Swisscom]]></category>
		<category><![CDATA[Saldo]]></category>
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		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Salvisberg]]></category>
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		<category><![CDATA[K-Tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Pro Service public]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Konsumentenmagazine von Verleger René Schuhmacher haben die Initiative «Pro Service public» im Alleingang an die Urne gebracht. Schuhmacher sieht den Schritt in die Politik als logische Fortsetzung der Publizistik mit anderen Mitteln im Auftrag seiner Leser. Das Doppelspiel ist erfolgreich, wirft aber Fragen auf. Es ist ein eigentümlicher Abstimmungskampf um die «Pro Service public»-Initiative. <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/27/das-thema-ist-in-den-koepfen-drin/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Konsumentenmagazine von Verleger René Schuhmacher haben die Initiative «Pro Service public» im Alleingang an die Urne gebracht. Schuhmacher sieht den Schritt in die Politik als logische Fortsetzung der Publizistik mit anderen Mitteln im Auftrag seiner Leser. Das Doppelspiel ist erfolgreich, wirft aber Fragen auf.<br />
<span id="more-27458"></span><br />
Es ist ein eigentümlicher Abstimmungskampf um die «Pro Service public»-Initiative. Während die Vorlage bei der Bevölkerung grosse Sympathien geniesst, fällt sie bei Parteien und Verbänden praktisch ausnahmslos durch. Linke Parteien, Gewerkschaften und selbst der Konsumentenschutz, die sonst bei jeder Gelegenheit den öffentlichen Dienst stärken wollen, verweigern der Vorlage ihre Gefolgschaft und halten das Ansinnen gar für kontraproduktiv. Dafür entdecken nun einzelne SVP-Exponenten das Thema für sich. Derzeit tritt Roger Köppel als einziges prominentes Gesicht öffentlich für die Initiative ein. Damit unterstützt der zum Politiker gewordene Weltwoche-Verleger ein Anliegen hinter dem der linke Verleger René Schuhmacher steht, der unter anderem die Konsumentenmagazinen K-Tipp und «Saldo» herausgibt. Als Spiritus rector der Initiative «Pro Service public» will sich Schuhmacher partout nicht betitelt wissen, obwohl er zusammen mit seinem Verlags- und Redaktionskader das Initiativkomitee bildet. Er sieht sich und seine Magazine vielmehr als eine Art Katalysator, der seiner Leserschaft ein Instrument in die Hand gegeben hat, damit sich diese in die Politik einbringen kann.</p>
<p>Öffentlich tritt Schuhmacher (Jahrgang 1953) selten bis nie in Erscheinung, so auch jetzt nicht. Das Gesicht der Initiative ist Peter Salvisberg, der Marketing-Leiter von Schuhmachers Verlag. «Neben meinem Job als Anwalt und dem zeitaufreibenden Hobby als publizistischer Leiter der Konsumentenzeitschriften habe ich nicht auch noch Zeit, eine Abstimmungskampagne zu führen», sagt René Schuhmacher auf Anfrage. Bei aller Bescheidenheit: Ohne Schuhmacher gäbe es die Initiative nicht. Er hat als schneller Denker und unermüdlicher Schaffer seinen Verlag zu einer schlagkräftigen Konsumentenlobby geformt. Dabei kommt ihm zugute, dass er als Anwalt mit den Spezialgebieten Vertragsrecht und Medienrecht just von jenen Themen etwas versteht, die seinen Publikationen nützen. «Mit seiner Erfahrung als Jurist hat er schon manchen Journalisten vor Fehlern geschützt», sagt ein langjähriges Redaktionsmitglied. Seine Funktion als publizistischer Leiter seiner Magazine nimmt er äusserst aktiv wahr. So liest er praktisch alle Artikel vor der Veröffentlichung, klopft sie auf Fehler ab. Damit spare er Anwaltskosten von rund einer halben Million Franken pro Jahr. Entsprechend präsent ist er im Tagesgeschäft der Redaktionen, was wegen seiner umgänglichen Art durchaus geschätzt wird. «Er sagt nie, du schreibst einen ‹Seich›. Er sagt, in deinem Artikel stimmt etwas nicht», erinnert sich ein ehemaliges Redaktionsmitglied. Er ist der Super-Chefredaktor. Das heisst aber auch, dass es keinen «Gott neben ihm» gibt, wie es jemand pointiert formuliert, der die Verhältnisse gut kennt.</p>
<p>Mit seinen 870’000 Lesern überflügelt allein der K-Tipp alle anderen Schweizer Wochen- und Monatstitel, selbst nachdem er im vergangenen Jahr deutlich an Reichweite verloren hat. Dafür geht es mit «Bon à Savoir», dem Schwesternblatt in der Westschweiz, gerade steil aufwärts, das nun über 400’000 Leser erreicht. Macht zusammen 1.3 Millionen Leser in der Schweiz. Damit erzielt der Zeitschriftenverlag einen Umsatz von rund 25 Millionen Franken und einen Gewinn von 1.5 Mio, berichtete die Weltwoche kürzlich. Schuhmacher bestätigt diese Zahlen gegenüber der Handelszeitung und präzisiert: Es handle sich dabei um die konsolidierten Umsätze und Ebita-Beträge im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Wurzeln des erfolgreichen Mediengeschäfts gehen auf die Sendung «Kassensturz» zurück. Entstanden ist der K-Tipp Anfang der 1990er-Jahre aus den «Merkblättern» zur Konsumsendung des Schweizer Fernsehens. Als sachkundiger Anwalt und Jurist mit bereits damals langjähriger publizistischer Erfahrung bei «Tat» und Tages-Anzeiger formulierte Schuhmacher diese Tipps und Hilfestellungen für die Fernsehsendung. Aus den «Merkblättern» wurde ein Magazin und Schuhmacher sein Verleger. Nach dem Rausschmiss aus dem Verlag und dem Aufbau von «Saldo» als Konkurrenztitel zum K-Tipp, kehrte Schuhmacher schliesslich zurück an die frühere Wirkungsstätte und führte das Medienhaus zu Erfolg in Geschäft – und nun auch in der Politik.</p>
<p>Nicht zum ersten Mal dienen K-Tipp und «Saldo» einem doppelten Zweck: Neben dem journalistischen Kerngeschäft von Information und Aufklärung sollen sie eine Initiative an der Urne zum Erfolg bringen. Ein erstes Mal gelang das vor sechs Jahren beim Referendum gegen die Anpassung des Mindestumwandlungssatzes für Pensionskassenguthaben. Damals noch im Verbund mit Parteien und Gewerkschaften. Jetzt wählte man bewusst den Alleingang. Umso wichtiger sind darum die eigenen Medien, wenn einen sonst niemanden unterstützt.</p>
<p>Dass es um mehr geht als «nur» um Konsumentenjournalismus, sieht man den Magazinen denn gut an. Kritisches zu SBB, Post und Swisscom nimmt in jeder Ausgabe prominenten Raum ein. «Wir müssen sicher darauf achten, dass wir nicht monothematisch werden», sagt Verleger Schuhmacher. «Mit den Zuschriften zu Post, SBB und Swisscom könnten wir fast das ganze Blatt füllen.» Das ist natürlich auch den drei Unternehmen nicht entgangen. Sie sehen sich seit der Lancierung der Initiative mit einer Häufung von Anfragen der Konsumentenzeitschriften konfrontiert. Man versuche diese so professionell wie möglich zu beantworten, teilen die Medienstellen unisono mit. Oft bleibe aber ein komisches Gefühl zurück. Swisscom-Medienchef Sepp Huber formuliert es so: «Aus den Anfragen geht bereits hervor, wie der Artikel laufen muss, dann setzen wir unsere Ressourcen lieber dort ein, wo wir etwas bewirken können.» Etwas zurückhaltender, aber genauso unmissverständlich, drückt sich SBB-Sprecher Oli Dischoe: «Wir stellen fest, dass gewisse Konsumentenmagazine in einem politischen Umfeld, mit politischer Absicht schreiben.» Vor drei Jahren kam es mit den SBB <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/">vorübergehend zum Zerwürfnis</a>. Das Bahnunternehmen beantwortete während eines halben Jahres Anfragen von K-Tipp und «Saldo» nur noch summarisch und verwies auf allgemein zugängliche Informationen auf der Website. Kritiker des Vorgehens nannten das Vorgehen einen <a href="http://www.infosperber.ch/Wirtschaft/SBB-K-Tipp-Boykott-Service-Public-Volksinitiative" target="_blank">«Informationsboykott»</a>.</p>
<p>Dass SBB, Swisscom und Post wegen der Initiative verstärkt im Fokus der Berichterstattung stünden, bestreiten die Magazine. Ihre Publikationen würden genau gleiche aussehen auch ohne ein politisches Ziel vor Augen. Verleger Schuhmacher erklärt: «Wir führen keine Politkampagne.» Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Ganz ohne klassische Kampagnenarbeit kommen die Initianten trotz ihrer reichweitenstarken Medien nicht aus. So gibt es die nach dem Titel der Initiative bezeichnete Website<a href="http://proservicepublic.ch/" target="_blank"> www.proservicepublic.ch</a> und dieser Tage erhielten alle Schweizer Haushalte eine Abstimmungszeitung. Kostenpunkt: Rund 600&#8217;000 Franken, finanziert aus Spenden. Propaganda sei das nicht, nur «Notwehr gegen die groteske Fehlinformation im Bundesbüchlein», so Schuhmacher. Und die nächsten Pfeile stecken bereits im Köcher. Sollte als Reaktion auf eine allfällige Annahme der Initiative die Privatisierung der Staatsbetriebe auf die Traktandenliste rücken, was gar nicht im Sinne Schuhmachers wäre, dann liesse sich das natürlich mit Referendum oder einer nächsten Initiative bekämpfen. Aber vorderhand ist René Schumacher ganz der Publizist, der Debatten anstossen will. Für ihn hat die Initiative ihren Zweck denn auch schon jetzt erfüllt: «Das Thema ist in den Köpfen drin.»</p>
<p><small>Dieser Artikel ist im Auftrag der «Handelszeitung» entstanden.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/27/das-thema-ist-in-den-koepfen-drin/">«Das Thema ist in den Köpfen drin»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Noch sträuben sich Verlage gegen Transparenz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/12/02/noch-straeuben-sich-verlage-gegen-transparenz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2015 15:51:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Presseförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
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		<category><![CDATA[Einsichtsgesuch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Behörden wären bereit für mehr Transparenz, doch die Verlage wehren sich dagegen. Die von der MEDIENWOCHE ersuchte Einsicht in die Zahlen zur indirekten Presseförderung kann bis heute nicht gewährt werden. Während ein Grossteil der Verlage nichts dagegen hätte, die Beträge der Postsubventionen bekanntzugeben, sieht eine Minderheit darin eine Verletzung des Geschäftsgeheimnisses. Noch ist nicht <a href="https://medienwoche.ch/2015/12/02/noch-straeuben-sich-verlage-gegen-transparenz/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Behörden wären bereit für mehr Transparenz, doch die Verlage wehren sich dagegen. Die von der MEDIENWOCHE ersuchte Einsicht in die Zahlen zur indirekten Presseförderung kann bis heute nicht gewährt werden. Während ein Grossteil der Verlage nichts dagegen hätte, die Beträge der Postsubventionen bekanntzugeben, sieht eine Minderheit darin eine Verletzung des Geschäftsgeheimnisses. Noch ist nicht klar, ob sie auch rechtlich gegen eine Offenlegung vorgehen.<br />
<span id="more-26287"></span><br />
Von Subventionen profitieren wollen sie zwar, aber öffentlich darüber Rechenschaft ablegen fällt ihnen schwer. So weibelten die Verlage und ihr Verband erfolgreich für die <a href="http://www.schweizermedien.ch/artikel/news/indirekte-presseforderung-bleibt-gesichert" target="_blank">Beibehaltung der indirekten Presseförderung</a>. Gleichzeitig sorgten ihre Rechtsabteilungen dafür, dass die Beträge, mit denen die Post die Zustellung von Regional- und Lokalzeitungen verbilligt, vorerst unter Verschluss bleiben.</p>
<p>Dabei könnte alles ganz einfach sein: Das Bundesamt für Kommunikation, seit zwei Jahren <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/04073/04075/?lang=de" target="_blank">zuständige Behörde für die indirekte Presseförderung</a>, veröffentlicht jährlich die gewährten Rabatte auf die Zeitungszustellung. Eine Excel-Tabelle mit der Anzahl Exemplare pro Verlag und dem darauf gewährten ermässigten Versandtarif der Post. So geht das aber nicht. Presseförderung bleibt vorerst Verschlusssache. Öffentlich bekannt ist lediglich die Gesamtsumme der Subvention, welche die Post erhält, sowie die unterstützungsberechtigten Zeitungstitel, denen die Post einen rabattierten Versandtarif gewährt.</p>
<p>Im November 2014 stellte die MEDIENWOCHE in der Person des Autors ein <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/14/verschlusssache-pressefoerderung/" target="_blank">Zugangsgesuch</a> beim Bakom für die Einsicht in die Zahlen der Presseförderung. Für eine Mehrheit der Verlage stellt diese Transparenz kein Problem dar. Elf Unternehmen aber traten dagegen auf, woraufhin der Öffentlichkeitsbeauftragte EDÖB ein Schlichtungsverfahren zwischen den Parteien einleitete. <a href="http://www.edoeb.admin.ch/oeffentlichkeitsprinzip/00889/01238/index.html?lang=de&amp;download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDdoR8e2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--" target="_blank">Im jüngst veröffentlichten Ergebnis</a> stützt der EDÖB das Bakom in seinem Transparenzbemühen und empfiehlt, die  Zahlen der Presseförderung zu veröffentlichen. Von den elf Verlagen, die sich anfänglich querstellten, verlangen nun deren sechs eine anfechtbare Verfügung, um allenfalls eine Klärung vor Gericht anstrengen zu können.</p>
<p>Die nun im Verfahren verbleibenden Verlage, die der EDÖB in seiner Empfehlung nicht namentlich nennt, sehen in der Offenlegung der Tarife eine Verletzung ihres Geschäftsgeheimnisses. «Dies unter anderem deshalb, weil aus den entsprechenden Informationen Rückschlüsse auf die Position eines bestimmten Titels im Pressemarkt» gezogen werden könnten, fürchten die Verlage. Dem hält das Bakom entgegen, dass eine Bekanntgabe der Zahlen weder den Markt verzerren, noch den Verleger ein Wettbewerbsvorteil genommen würde. Allein die Tatsache, dass 52 Verleger der Veröffentlichung ihrer Zahlen bedenkenlos zustimmten, relativiert in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Geschäftsgeheimnisses. Bakom und EDÖB kommen beide zum Schluss, dass «das öffentliche Interesse am Zugang zu den verlangten Informationen die Interessen der Verleger am Schutz der Privatsphäre der betroffenen Verlage überwiegt».</p>
<p>Sollten sich die sechs renitenten Verlage mit den Ausführungen in der von ihnen verlangten Verfügung zufrieden geben, steht einer vollständigen Transparenz nichts mehr im Wege. Das Bakom könnte die Zahlen zur Presseförderung veröffentlichen. Sollte aber auch nur ein einziger Verlag auf einer gerichtlichen Klärung bestehen, wäre eine Publikation bis zum endgültigen Richterspruch blockiert. Folgt das Gericht der Argumentation des Bakom und der Empfehlung des EDÖB, wäre dies eine rechtliche Grundlage auf der über eine periodische Publikation der Subventionsempfänger und der gewährten Vergünstigungen nachgedacht werden könnte, ohne dass jedes mal jemand ein Einsichtsgesuch stellen muss.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/12/02/noch-straeuben-sich-verlage-gegen-transparenz/">Noch sträuben sich Verlage gegen Transparenz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Die Post: Partner oder Gegner?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/29/die-post-partner-oder-gegner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2015 12:07:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizerische Post]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
		<category><![CDATA[Posttransport]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Hurni]]></category>
		<category><![CDATA[PostMail]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3379</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zwischen der Schweizerischen Post und der grafischen Industrie besteht ein gespaltenes Verhältnis. Auf der einen Seite sind beide existenziell auf das Geschäft mit bedruckten Informationen angewiesen. Beide müssen auch mit der zunehmenden Umschichtung der Kommunikation auf digitale Medien umgehen. Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern kommt man sich in die Quere.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/29/die-post-partner-oder-gegner/">Die Post: Partner oder Gegner?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen der Schweizerischen Post und der grafischen Industrie besteht ein gespaltenes Verhältnis. Auf der einen Seite sind beide existenziell auf das Geschäft mit bedruckten Informationen angewiesen. Beide müssen auch mit der zunehmenden Umschichtung der Kommunikation auf digitale Medien umgehen. Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern kommt man sich in die Quere.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/29/die-post-partner-oder-gegner/">Die Post: Partner oder Gegner?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Wir spielen mit offenen Karten»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jul 2013 14:54:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sepp Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Post]]></category>
		<category><![CDATA[Bernhard Bürki]]></category>
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		<category><![CDATA[Konsumenteninfo]]></category>
		<category><![CDATA[René Schuhmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Swisscom]]></category>
		<category><![CDATA[Saldo]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zeitschriften der Konsumenteninfo AG machen mit ihrer Initiative «Pro Service public» aktiv Politik – quasi als Fortsetzung des Journalismus mit anderen Mitteln. René Schuhmacher, Verleger und publizistischer Leiter, findet den Vorwurf absurd, seine Redaktionen würden als Propaganda-Maschinen für die Initiative eingespannt. Wenn heute das Konsumentenmagazin K-Tipp bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB um eine Auskunft <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/">«Wir spielen mit offenen Karten»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitschriften der Konsumenteninfo AG machen mit ihrer Initiative «Pro Service public» aktiv Politik – quasi als Fortsetzung des Journalismus mit anderen Mitteln. René Schuhmacher, Verleger und publizistischer Leiter, findet den Vorwurf absurd, seine Redaktionen würden als Propaganda-Maschinen für die Initiative eingespannt.<br />
<span id="more-14864"></span><br />
Wenn heute das Konsumentenmagazin K-Tipp bei den Schweizerischen Bundesbahnen SBB um eine Auskunft bittet, dann kriegt es diese, wie alle anderen Medien auch. Das war nicht immer so. Ein halbes Jahr lang, vom letzten Herbst bis in den Frühling, haben die SBB nur noch summarisch auf K-Tipp-Anfragen reagiert und stattdessen auf allgemein zugängliche Online-Informationen verwiesen. Auch die anderen Titel aus dem Verlag Konsumenteninfo waren vom <a href="http://www.infosperber.ch/Medien/SBB-K-Tipp-Boykott-Service-Public-Volksinitiative" target="_blank">«Informationsboykott»</a> der SBB betroffen.</p>
<p>Mit dieser Sonderbehandlung reagierten die SBB auf die, nach ihrer Zählung, gehäuften Anfragen der Konsumentenzeitschriften. SBB-Sprecher Christian Ginsig vermutet als Grund für das gestiegene Auskunftsbedürfnis die <a href="http://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis422.html" target="_blank">Volksinitiative «Pro Service public»</a>, welche die Konsumentenzeitschriften lanciert haben. Zur publizistischen Unterfütterung der Unterschriftensammlung hätten K-Tipp &amp; Co. die Berichterstattung über die Bundesbahnen hochgeschraubt. «Ausserdem hatten wir den Eindruck, viele Artikel seien bereits geschrieben, als wir die Anfragen erhielten», sagt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig. Ein Eindruck, den Ginsigs Kollegen bei Post und Swisscom teilen.</p>
<p>Der politische Vorstoss, auf den die SBB so empfindlich reagierten, verlangt von den Service-public-Unternehmen auf Gewinn zu verzichten beim Geschäft mit der Grundversorgung. Ausserdem soll das Lohnniveau des Spitzenpersonals auf demjenigen der Bundesverwaltung fixiert werden. Ende Mai haben Verlag und Redaktionen der Konsumentenzeitschriften 106&#8217;010 beglaubigte Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht. Bis Ende Mai 2014 muss nun der Bundesrat eine Botschaft ausarbeiten und die Initiative dem Parlament zur Beratung vorlegen.</p>
<h2>Service public schon immer im Visier</h2>
<p>Die Berichterstattung über die Unternehmen des öffentlichen Diensts, insbesondere SBB, Post und Swisscom, nehmen in den Konsumentenmagazinen seit jeher einen prominenten Platz ein. Das ist zum einen ihrer dominanten Stellung in den jeweiligen Geschäftsfeldern geschuldet. Zum anderen pflegen diese Unternehmen einen intensiven Kundenkontakt, am stärksten die SBB: Rund eine Million Personen nutzen täglich das Verkehrsangebot und machen mitunter auch unerfreuliche Erfahrungen. In etwas geringerem Mass gilt das auch für Post und Swisscom.</p>
<p>Die Leser sind die wichtigste Ressource für K-Tipp &amp; Co. Ein Teil der enttäuschten und empörten Kundschaft meldet sich bei den Konsumentenzeitschriften, worauf diese die Unternehmen mit den Nutzerbeschwerden konfrontieren. «Wir informieren, wir beraten», sagt Verleger René Schumacher, «und manchmal gehen wir auch einen Schritt weiter.» Etwa dann, wenn immer wieder gleichlautende Klagen und Beschwerden bei den Redaktionen eingehen. «Dann gehen wir vom reinen Informieren über zum Support». Darunter versteht Schuhmacher juristischer Beistand, etwa in Form von Musterprozessen oder politisches Engagement. Im Fall der Service-public-Unternehmen sei der Druck der Leser auf die Redaktionen immer grösser geworden, «nicht nur zu schreiben, sondern zu handeln», sagt Schuhmacher.</p>
<p>Dass zum Handeln auch eine Volksinitiative zählen kann, war spätestens absehbar, als die Zeitschriften vor drei Jahren das Referendum gegen die Senkung des Umwandlungssatzes für Vorsorgeguthaben aktiv unterstützten. 70&#8217;000 Unterschriften steuerten die Leser zum schliesslich erfolgreichen Referendum bei. Auf die journalistische Arbeit habe das politische Engagement keinerlei Einfluss, sagt René Schuhmacher. Der publizistische Leiter und Verleger der Konsumentenzeitschriften bestreitet, dass seine Redaktionen nur wegen der Initiative plötzlich SBB, Post und Swisscom verstärkt ins Visier genommen hätten. «Unsere Berichterstattung würde ohne die Pro-Service-public-Initiative genau gleich aussehen», sagt Schuhmacher im Gespräch mit der MEDIENWOCHE.</p>
<h2>Kleinliche Kritik?</h2>
<p>Das mag inhaltlich zutreffen, aber zumindest formal bewegen sich die Titel in einer Grauzone. Journalismus und Kampagne vermischen sich. So nutzt der K-Tipp dasselbe Logo für die neue Heftrubrik «Service public», mit dem auch für die Initiative geworben wird. Ausserdem erscheinen die redaktionellen Texte aus den Magazinen auch in der News-Rubrik auf der <a href="http://www.proservicepublic.ch/" target="_blank">Website zur Initiative</a>. Schuhmacher hält solche Kritik für kleinlich und auch nicht zutreffend: «Wir spielen mit offenen Karten». Ganz im Gegensatz zu anderen Medien: «Dass ein CEO oft nur deshalb mit einer bestimmten Zeitung spricht, weil er eine politische Botschaft platzieren will, erfahren die Leser nie.» Seine Zeitschriften, sagt Schuhmacher weiter, liessen sich aber weder von Behörden noch von Unternehmen instrumentalisieren.</p>
<p>SBB, Post und Swisscom, die sich nahezu täglich mit Anfragen von K-Tipp &amp;. Co. befassen, sehen das freilich etwas skeptischer. Sie kritisieren insbesondere die Vermischung von Journalismus und politischer Kampagne. Diese Kritik ist natürlich nicht frei von Eigeninteressen. Schliesslich zielt die Initiative der Konsumentenzeitschriften auf die künftige Strategie der Service-public-Unternehmen ab. Das hindert SBB, Post und Swisscom aber nicht daran, die Berichterstattung der Zeitschriften aus dem Konsumenteninfo-Verlag kritisch zu beurteilen; sie tun das nicht zuletzt im Vergleich mit anderen Medien, die sich genauso um das Wohl der Konsumenten kümmern. Bernhard Bürki, Mediensprecher der Post, bezeichnet die Anfragen der Konsumentenzeitschriften als «sehr aussergewöhnlich.»</p>
<p>«Es ist vorgekommen, dass wir drei Mal pro Woche kontaktiert wurden mit Katalogen von 10 bis 15 Fragen», sagt Bürki. «Und wenn wir die beantwortet hatten, schoben sie gleich noch mal 10 Fragen nach.» Störend daran sei, dass ein einzelner Verlag die personellen Kapazitäten strapaziere. Auch bei den SBB lief das so. Nur die Swisscom wurde nicht so intensiv gelöchert. Ärgerlicher sei es jedoch gewesen, zu merken, wie die Journalisten krampfhaft nach wunden Punkten suchten. «Da hatte ich schon den Eindruck, dass es nicht mehr um journalistische Neugier geht, sondern um die Suche nach Argumenten für die Initiative», sagt Bürki weiter. Verleger Schuhmacher hält wenig vom Urteil des Post-Sprechers. Das sei gerade so, als würde man Putin und Erdogan fragen, ob sie die Berichterstattung über ihre Person für ausgewogen und fair hielten. Entscheidend sei, dass die Informationen der Wahrheit entsprechen und fair recherchiert werde.</p>
<h2>Zulässig zugespitzt?</h2>
<p>Auf einem anderen Blatt steht dagegen, wie die Konsumentenzeitschriften mit ihrer Berichterstattung über die Service-public-Unternehmen teilweise hart an die Grenze des Zulässigen gingen und die Geschichte im Sinne der politischen Forderung zuspitzten. Am deutlichsten bei einer K-Tipp-Titelgeschichte über den <a href="http://i.imgur.com/I1O23Tq.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Gewinn der Swisscom</a>. Pro verdienten Franken im Privatkundengeschäft streiche Swisscom 60 Rappen als Gewinn ein, suggeriert dar Heftumschlag mit einer abgebildeten Einfrankenmünze. Sepp Huber, Leiter Media Relations von Swisscom, ärgert sich noch heute über diese Geschichte. «Ich habe es dem Journalisten genau erklärt, dass die 60 Prozent nie und nimmer dem Gewinn entsprechen.» In diesem Wert seien nicht einmal die Netzkosten berücksichtigt. In mehreren Mails hat Huber versucht, dem Journalisten die Grundlagen der Konzernbuchhaltung zu vermitteln. Erfolglos.</p>
<p>René Schuhmacher, der als publizistischer Leiter der Konsumenteninfo AG die letztinstanzliche Verantwortung trägt für diese Interpretation der Fakten, sagt dazu: «Wir haben nichts geschrieben, das nicht stimmt.» Der strittige Punkt ist indes der Eindruck, den der K-Tipp mit der Aussage zum Riesengewinn vermittelt. Wer sich nicht mit Konzernbuchhaltung auskennt, und das ist der Grossteil des Publikums, hält 60 Prozent Gewinn für die reinste Abzocke. In einer Gegendarstellung konnte die Swisscom schliesslich ihre Sicht der Dinge darlegen. Bis es so weit war, hat es aber gedauert. Erst nach einem längeren Hin und Her, sowie zwei Treffen der beiden Parteien konnte man sich auf das Vorgehen einigen. Heute sagt Schuhmacher: «Die Formulierung war nicht falsch, aber zu wenig präzis aufgrund mangelhafter Angaben und intransparenter Zahlen der Swisscom.» Damit hält Schuhmacher an der Darstellung fest und seine Redaktion für fehlerfrei. Darum gab es eine Gegendarstellung und kein Korrigendum.</p>
<h2>Kein Zufall</h2>
<p>Dass der K-Tipp ausgerechnet bei der Darstellung des Swisscom-Gewinns die Grenzen der zulässigen Zuspitzung ritzt, kann selbstverständlich Zufall sein. Unsauberkeiten lassen sich im Journalismus kaum vermeiden. Man mag aber nicht so recht an Zufall glauben, da ja die «Pro-Service-public»-Initiative gerade den Gewinn von Swisscom, Post und SBB im Visier hat. Und erst recht nicht mehr an Zufall mag man glauben, wenn auch das Magazin «Saldo» bei einer Gewinn-Geschichte die Fakten so auslegt, dass sie ins Schema der zentralen Initiativ-Forderung passen.</p>
<p>«Die Post rentiert fast so gut wie der Lebensmittelmulti Nestlé», stand Mitte April in «Saldo» zu lesen. Gemessen am Gewinn stehe die Schweizer Post im Vergleich mit ausländischen Postunternehmen einsam an der Spitze. Dass die Schweizer Post plausible Argumente gegen einen solchen Vergleich einbringt, erfährt der Leser zwar, aber erst ganz am Schluss des Artikels. Zurück bleibt der Eindruck, die Post sei ein Abzocker-Unternehmen, dessen Gewinnstreben unterbunden werden müsse. Nun ist der «Eindruck» bekanntlich keine feste Messgrösse. Darum gibt es auch keine klare Linie, wo der Journalismus aufhört und wo die politische Propaganda anfängt.</p>
<p>Anwaltschaftlicher Journalismus ist immer parteiisch, sonst ist er nicht. Aber gerade weil er eine konfrontative Stellung einnimmt, weil er anprangert und Veränderungen anmahnt und fordert, müssen die Journalisten noch höhere Qualitätsmassstäbe an ihre Arbeit anlegen, als bei Normalbetrieb. Das gilt natürlich ebenso für Medien, die nicht mit Referendum und Initiative, sondern mit Spin und Frame politische Interessen einbringen.</p>
<h2>Auch andere machen Politik</h2>
<p>René Schuhmacher betont immer wieder, politischer Aktivismus als Fortsetzung des Journalismus mit anderen Mitteln sei nicht seine Erfindung. Damit hat er recht. Auch Beobachter, Annabelle oder Blick haben als grosse und einflussreiche Medien ihre Position genutzt, um politischen Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen. Aber bei keinem anderen Verlag sind die politischen und publizistischen Interessen so eng verflochten, wie bei den Titeln der Konsumenteninfo AG. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Zusammensetzung des <a href="http://www.proservicepublic.ch/fileadmin/user_upload/Unterschiftsboegen/Unterschriftsbogen_d.pdf">Initiativkomitees</a> von «Pro Service public». Es besteht aus den Spitzen von Verlag und Redaktionen. Auf andere Partner aus dem politischen Spektrum habe man bewusst verzichtet, sagt Schuhmacher: «Wir wollten vermeiden, dass unsere Initiative einem bestimmten politischen Spektrum zugeordnet wird.»</p>
<p>Ohne die Unterstützung von Parteien und Gewerkschaften wird die Initiative kaum Mehrheiten finden im Parlament und an der Urne. Aber sie wird helfen, die Diskussion über Aufgaben und Ausgestaltung des Service public in Gang zu halten. Den Anstoss dazu sollen und müssen auch Medien geben. Im Fall von K-Tipp &amp; Co. bestehen aber berechtigte Zweifel, ob die Redaktionen immer mit professioneller Nüchternheit und Sorgfalt daran interessiert waren, Missstände aufzudecken oder ob sie nicht doch ihre Berichterstattung phasenweise der Kampagnestrategie der Initiative «Pro Service public» unterordneten. Eine klare Trennlinie gibt es nicht. Kommen Zweifel auf an der Redlichkeit des Journalismus, ist es die erste Aufgabe von Redaktion und Verlag, den Verdacht zu entkräften. Im vorliegenden Fall erfolgte dies nicht immer befriedigend.</p>
<p>Was heisst das für die Leser? Die können sich an die Empfehlung von Edward Wassermann halten. Der Dekan der angesehenen Berkeley Graduate School of Journalism sagte kürzlich: «Das Publikum sollte skeptisch bleiben gegenüber Journalisten, die auch Aktivisten sind.» Ein Vorbehalt, der natürlich auch für alle anderen Journalisten gilt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/">«Wir spielen mit offenen Karten»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Post verhindert Prestigeprojekt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jul 2013 14:04:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Ruedi Matter]]></category>
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		<category><![CDATA[Studio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schweizer Radio und Fernsehen SRF kann die Kulturredaktionen nicht wie geplant 2014 zusammenführen. Die Post hat entschieden, eine dafür vorgesehene Immobilie anderweitig zu nutzen. Damit bleibt das Basler Bruderholz-Studio noch mindestens fünf Jahre in Betrieb. Das Basler Studioprojekt war von Beginn an Chefsache. Seit rund zwei Jahren hat sich SRF-Direktor Ruedi Matter darum bemüht, für <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/02/post-verhindert-prestigeprojekt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/02/post-verhindert-prestigeprojekt/">Post verhindert Prestigeprojekt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schweizer Radio und Fernsehen SRF kann die Kulturredaktionen nicht wie geplant 2014 zusammenführen. Die Post hat entschieden, eine dafür vorgesehene Immobilie anderweitig zu nutzen. Damit bleibt das Basler Bruderholz-Studio noch mindestens fünf Jahre in Betrieb.<br />
<span id="more-14772"></span><br />
Das Basler Studioprojekt war von Beginn an Chefsache. Seit rund zwei Jahren hat sich SRF-Direktor Ruedi Matter darum bemüht, für die Kulturabteilungen von Schweizer Radio und Fernsehen einen gemeinsamen Standort zu finden. Heute arbeiten die Redaktionen verteilt auf drei Studios in Basel und Zürich, obwohl sie im Rahmen des Konvergenzprojekts organisatorisch zusammengeführt wurden. Unter einem gemeinsamen Dach hätten die Produktionsabläufe vereinfacht und die Reibungsverluste vermieden werden sollen, wie sie nun durch die örtliche Distanz entstehen. Daraus wird nichts. Zumindest in den nächsten rund fünf Jahren nicht. Die Post als Eigentümerin des favorisierten Standorts am Basler Bahnhof hat sich gegen eine Vermietung an SRF entschieden.</p>
<p>Noch Anfang März hatten die beiden Parteien einen «Letter of Intent» fertig ausgehandelt, jedoch noch nicht unterzeichnet. In diesem Vorvertrag waren bereits Details eines künftigen Mietverhältnisses geregelt. Während der Verwaltungsrat der SRG das Projekt absegnete, liess sich die Post Zeit. Auf Nachfrage, was diese Verzögerung zu bedeuten habe, und ob sich SRF nun besser nach einem neuen Standort umschauen sollte, gab die Post klar negativen Bescheid. Bei SRF ging man davon aus, dass es sich lediglich um eine Formsache handle, bis auch die Post grünes Licht geben würde. Doch es kam anders.</p>
<h2>Post: «SRF hätte uns eingeschränkt»</h2>
<p>«Die Post hat nach eingehenden Abklärungen, Verhandlungen und Studien sich gegen einen Zwischennutzungsmietvertrag mit SRF entschieden», teilt Post-Sprecher Oliver Flüeler auf Anfrage der MEDIENWOCHE mit. Was konkret den Ausschlag gegeben hat, dass sich die Post im letzten Moment gegen eine Vermietung an SRF entschied, lässt Flüeler weitgehend offen. Offenbar war es das Studioprojekt als Gesamtes, das der Post nicht mehr genehm war, weil die Post nun andere Pläne hat für das Gebäude. «Die Gesamtentwicklung der Liegenschaft würde durch das Vorhaben mit SRF zu stark eingeschränkt», schreibt Flüeler weiter. Über den genauen Zeitpunkt des Gesinnungswandels und den Entscheidprozess, der dazu führte, ist bei der Post nichts Näheres zu erfahren.</p>
<p>Klar ist indes so viel: Anders als in früheren Medienberichten dargestellt, herrschte über die Nutzungsdauer Einigkeit. Beide Parteien gingen von einer Zwischennutzung von rund zehn Jahren aus. Für SRF war ein solches Provisorium die einzige kurzfristig realisierbare Lösung zur Umsetzung der räumlichen Konvergenz der Kulturabteilung. Zentral gelegene Objekte in Basel von den erforderlichen Dimensionen gibt es nur wenige.</p>
<p>Der negative Entscheid der Post mutet umso seltsamer an, wenn man bedenkt, dass es die Post war, die ursprünglich auf SRF zugegangen war und ihr das Objekt am Bahnhof zur Nutzung angeboten hatte. In der Folge unterstützte die Unternehmensspitze der Post das SRF-Projekt nach Kräften. So war es der damalige Konzernchef Jürg Bucher persönlich, der im April 2012 gemeinsam mit SRF-Direktor Matter bei einer Delegation Basler Regierung vorstellig wurde, um für den Studioumzug zu werben. In der Zwischenzeit ist das Nutzungsvorhaben von SRF offenbar den Ausbauplänen der Post in die Quere gekommen. Dabei spricht die Post heute auch von «Risiken», die sie als Vermietern nicht zu tragen bereit gewesen wäre. Nun hat sie freie Bahn für eine Überbauung nach dem Vorbild des Berner «Postparc».</p>
<h2>Herber Rückschlag</h2>
<p>Für SRF ist die, aus ihrer Sicht, überraschende Absage der Post ein herber Rückschlag. Die Zusammenführung der Kulturredaktionen, die mit dem Projekt am Basler Bahnhof 2014 hätte erfolgen sollen, verschiebt sich nun um Jahre nach hinten. Ein kleiner Vorteil bietet die neue Ausgangslage: «Wir können nun direkt einen definitiven Standort suchen und nicht mehr nur eine Zwischenlösung», sagt SRF-Direktor Ruedi Matter. Verwässert wird der Vorteil allerdings mit dem längeren Verbleib auf dem Bruderholz, wo nun das Studiogebäude saniert werden muss für eine weitere Nutzung. Was die Kosten angeht, halten sich die beiden Lösungen laut Matter in etwa die Waage.</p>
<p>Klar ist, dass SRF in Basel bleiben will. Ein Umzug nach Zürich komme nicht infrage. «Es ist völlig klar, dass SRF substanzielle Teile in Bern und Basel behalten muss», sagt Ruedi Matter. Die Finanzierung über Empfangsgebühren verpflichtete die SRG, auch regionalpolitische Interessen zu berücksichtigen. Dazu zählen auch Studiostandorte in der ganzen Schweiz. Nun geht die Suche in Basel von Neuem los. Das wird kein einfaches Unterfangen, zumal geeignete Objekte an zentraler Lage rar sind und der Perimeter rund um den Basler Bahnhof gegenwärtig eine Aufwertung erfährt. Als Service-public-Unternehmen kann SRF nicht beliebig hohe Mieten berappen.</p>
<p>Kritische Stimmen warnten schon vor längerer Zeit, dass der Studioumzug im Fiasko enden könnte: «Wenn also nicht subito die Pöstler von Basel 2 das Reitergebäude über den SBB-Gleisen für das SRF räumen, könnte das Referenz-Konvergenz-Projekt ‹Kultur nach Basel› so still und leise beerdigt werden wie schon so manche gross angekündigte SRG-Reorganisation vor ihm», schrieb Roger Thiriet im November 2011 im «Sonntag». Bei SRF hofft man nun wohl, dass die Erfahrungen mit der Post kein schlechtes Omen sind.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/02/post-verhindert-prestigeprojekt/">Post verhindert Prestigeprojekt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Nicht meine Zeitung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 13:21:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Caroline Thoma]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Die Post]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Marius Hagger]]></category>
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		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizerische Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Ende November kann man in Deutschschweizer Städten MyNewspaper abonnieren. Ein Jahr lang will die Schweizerische Post testen, ob es für eine personalisierbare Tageszeitung einen Markt gibt. Die MEDIENWOCHE hat MyNewspaper angeschaut und neben den Kinderkrankheiten vor allem grundlegende Mängel entdeckt. Was ist MyNewspaper eigentlich genau? Die Zeitung der Zukunft oder eine weitere Spielerei mit <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/08/nicht-meine-zeitung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/08/nicht-meine-zeitung/">Nicht meine Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Seit Ende November kann man in Deutschschweizer Städten MyNewspaper abonnieren. Ein Jahr lang will die Schweizerische Post testen, ob es für eine personalisierbare Tageszeitung einen Markt gibt. Die MEDIENWOCHE hat MyNewspaper angeschaut und neben den Kinderkrankheiten vor allem grundlegende Mängel entdeckt.</b></p>
<p>Was ist <a href="http://mynp.sso.post.ch/" target="_blank">MyNewspaper</a> eigentlich genau? Die Zeitung der Zukunft oder eine weitere Spielerei mit den technischen Möglichkeiten des modernen Nachrichtenwesens? Es sei ein «zusätzlicher Absatzkanal» für Verlage und ihre Zeitungen, sagt die schweizerische Post, unter deren Leitung das Projekt läuft. Von einem «Nischenangebot» spricht man bei Tamedia. Das Zürcher Medienhaus stellt sechs seiner Zeitungen für den individuellen Nachrichtenremix bereit. Mit dieser Einordnung dürfte Tamedia vermutlich richtig liegen. Darauf weisen auch die angestrebten Nutzerzahlen hin für den einjährigen Markttest von MyNewspaper. Die Post möchte 900 Leute erreichen mit dem neuen Angebot; wahrlich eine Nische.</p>
<p>Wie das Zielpublikum aussieht, lässt sich an den Eckwerten des Projekts ablesen: Ein Abonnement der gedruckten Ausgabe kostet je nach Blattumfang zwischen 720 und 1320 Franken im Jahr, nur als E-Paper gibt es MyNewspaper für rund einen Drittel des Printtarifs. Es muss also schon ein grosser Freund des heimischen Zeitungsschaffens sein, wer bereit ist, so tief in die Tasche zu greifen. Umso mehr, als dass sich die Titelauswahl bisher, abgesehen von ein paar Ausnahmen, auf Regionalzeitungen beschränkt. Das soll sich noch ändern. Mit weiteren Verlagen fänden derzeit Verhandlungen statt, sagt Post-Sprecher Mariano Masserini. Der «Blick» von Ringier komme demnächst dazu, bestätigt Caroline Thoma, Geschäftsführerin Blick-Gruppe.</p>
<p>Mit anderen musste gar nicht erst verhandelt werden, weil sie den Sinn des Projekts nicht sehen. So zeigt etwa die Neue Zürcher Zeitung keinerlei Interesse an MyNewspaper. Marius Hagger, Leiter Verlage NZZ, sagt es kurz und bündig: «Ich sehe weder ein Kundenbedürfnis noch ein erfolgreiches Geschäftsmodell hinter diesem Versuch.» Während sich diese Einschätzung erst noch bewahrheiten muss, nennt Hagger auch grundsätzliche Einwände gegen die personalisierbare Tageszeitung: «Wir erachten es aus Gründen der Positionierung und der Markenführung als wenig sinnvoll, unsere Premium-Brands unter dem Label &#8218;MyNewspaper&#8216; mit irgendwelchen anderen Marken und Inhalten zu vermengen.»</p>
<p>In der Tat: Wer durch eine Ausgabe von MyNewspaper blättert, verliert schnell den Überblick, welche Seite nun aus welcher Zeitung stammt. Zwar wird das Originallayout übernommen, aber es fehlt beispielsweise der Zeitungskopf, der als zentrales Identifikationsmerkmal der Marke dient. Stattdessen prangt der Schriftzug von Mynewspaper auf der Titelseite. Als Einbundzeitung verschwindet zudem die ursprüngliche Blattarchitektur; es bleibt der nackte Content.</p>
<p>Auch anderweitig vermag die Anmutung der Zeitung nicht zu überzeugen, wobei die Post die Probleme teilweise erkannt hat. Etwa bei der Druckqualität. Die ist zurzeit noch unbefriedigend. Mit einem bleichen Schleier überzogen, erscheinen die einzelnen Zeitungsseiten. Laut Post-Sprecher Masserini soll das Druckverfahren optimiert werden.</p>
<p>Keinen Spielraum gibt es dagegen bei der Zustellung. «Meine Zeitung» kommt erst mit der regulären Postzustellung im Laufe des Morgens. Eine Frühzustellung sei aus logistischen Gründen «fast nicht möglich», heisst es bei der Post und sei auch nicht vorgesehen. Ebenso gibt es keine Papierausgabe am Samstag. Ein Ärgernis. Ausgerechnet an einem Tag mit grossem Zeitbudget erscheint das Blatt nicht. Für diesen Fall verweist die Post auf das E-Paper, das im Abonnement inklusive angboten wird.</p>
<p>Allein die technische und logistische Fähigkeit, Zeitungen auseinanderzudröseln und neu zusammenzustellen, bedeutet noch lange nicht, dass diese Art der Nachrichtendarreichung auch sinnvoll ist. Ausserdem ist es mit der Personalisierung nicht weit her, weil sie in einem engen Korsett steckt. Die Post versucht die Möglichkeiten des Web zu imitieren, scheitert aber an den starren Rahmenbedingungen des Print. «Auf ihre Interessen zugeschnittenen Lesestoff» gibt es online schon lange, im Netz lesen die Leute ihre «Zeitung nach Mass», nicht mit einer Kopfgeburt wie MyNewspaper.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/08/nicht-meine-zeitung/">Nicht meine Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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