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	<title>Remo Leupin | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 04 Jul 2017 11:17:45 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Aus für Chefredaktor Markus Spillmann</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/09/aus-fuer-chefredaktor-markus-spillmann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2014 15:46:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Spillmann]]></category>
		<category><![CDATA[Tageswoche]]></category>
		<category><![CDATA[Remo Leupin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Markus Spillmann, der Chefredaktor der «Neuen Zürcher Zeitung», tritt zurück. Wer seine Nachfolge antritt, sei noch offen, teilt die NZZ-Mediengruppe mit. Bereits brodelt es heftig in der Gerüchteküche.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/09/aus-fuer-chefredaktor-markus-spillmann/">Aus für Chefredaktor Markus Spillmann</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Markus Spillmann, der Chefredaktor der «Neuen Zürcher Zeitung», tritt zurück. Wer seine Nachfolge antritt, sei noch offen, teilt die NZZ-Mediengruppe mit. Bereits brodelt es heftig in der Gerüchteküche. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/09/aus-fuer-chefredaktor-markus-spillmann/">Aus für Chefredaktor Markus Spillmann</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Im Sekundenstundenschlaf</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/05/27/im-sekundenstundenschlaf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2013 06:38:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[David Bauer]]></category>
		<category><![CDATA[infamy]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Zehnder]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Sennhauser]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Buess]]></category>
		<category><![CDATA[Tageswoche]]></category>
		<category><![CDATA[Remo Leupin]]></category>
		<category><![CDATA[Dani Winter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei der Tageswoche findet die Revolution bisher vor allem in den Konzepten statt. Nun soll mit dem neuen Chefredaktor Dani Winter ein Onliner neuen Schwung bringen. Doch das interne Sesselrücken liefert kaum Anzeichen auf weniger Halbherzigkeit. Die Pressemitteilung über die Personalrochade bei der Tageswoche wurde am späten Freitagabend vor dem langen Pfingstwochenende publik. Wer um <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/27/im-sekundenstundenschlaf/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Tageswoche findet die Revolution bisher vor allem in den Konzepten statt. Nun soll mit dem neuen Chefredaktor Dani Winter ein Onliner neuen Schwung bringen. Doch das interne Sesselrücken liefert kaum Anzeichen auf weniger Halbherzigkeit.<br />
<span id="more-14222"></span><br />
Die <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2013_20/basel/543173/die-tageswoche-baut-ihr-digitales-angebot-aus.htm">Pressemitteilung</a> über die Personalrochade bei der Tageswoche wurde am späten Freitagabend vor dem langen Pfingstwochenende publik. Wer um diese Zeit eine Meldung rausschickt, wünscht sich meistens, sie möge ungelesen in den Papierkorb wandern.</p>
<p>Allerdings ist der Wechsel einigermassen brisant: Die bisherige Doppel-Chefredaktion, im Amt seit dem Start des Mediums im Oktober 2011, wurde aufgelöst. Neu verantwortlich ist mit Dani Winter ein echter Onliner, der mit dem Blog <a href="http://infam.antville.org/">«infamy»</a> ausreichend Erfahrungen im Netz sammeln konnte. Urs Buess wurde in einen neu gegründeten Verlegerausschuss wegbefördert, wo er zusammen mit den Delegierten des Stiftungsrats (Nicolas Ryhiner) und des Verwaltungsrats (Michael Theurillat) grundsätzliche Gedanken wälzen wird. Remo Leupin erhält mit «Leiter Print» einen neuen Titel, bleibt gemäss <a href="https://www.tageswoche.ch/de/pages/about/3917/impressum.htm">Impressum</a> in der Chefredaktion. Tatsächlich sind nun beide Winter unterstellt, was in der sehr flachen Organisation keine allzu grosse Rolle zu spielen scheint.</p>
<p>Die Tageswoche war bisher für viele eine Enttäuschung. Weder liefert sie unverzichtbaren Lokaljournalismus, noch glaubt man etwas zu verpassen, wenn man sie mal einen Monat komplett vergisst. Bahnbrechende Recherchen oder Gedankenanstösse, die nationale Aufmerksamkeit erzeugen? Bislang mehrheitlich Fehlanzeige. Gemessen am Budget müsste sie Grossbetriebe wie die Basler Zeitung herausfordern, Kleinbetriebe wie die <a href="http://onlinereports.ch/">Onlinereports</a> von Peter Knechtli dagegen publizistisch weit überragen.</p>
<p>Auch die anfängliche Begeisterung über die Möglichkeiten der Community ist dem Alltagstrott gewichen. Nach wie vor möchte man die Themenplaung der Redaktion ihr gegenüber öffnen. «Unsere ersten Schritte in diesem Bereich haben nicht funktioniert. Jetzt wollen wir das neu versuchen», sagt Dani Winter. «Wir träumen von Townhall-Meetings. Wir haben Grosses vor im Bereich Community.» Weiterhin also.</p>
<p>Viele Mitarbeiter scheinen die Tageswoche vor allem als Brötchengeber wahrzunehmen. Man gibt sich Mühe, die Sache recht zu machen, doch Enthusiasmus und Emotionen sind nur selten zu spüren. Das auf Jahre hinweg gesicherte Geld hat eine Arbeitshaltung ausgelöst, wie sie auch bei öffentlich-rechtlichen Medien oder in Stiftungen zu beobachten ist. Die Website ist zwar dicht bestückt, aber ein guter Teil der Meldungen kommt direkt von Agenturen wie SDA oder SI. Titelgeschichten sind <a href="https://medienwoche.ch/2013/02/07/wer-kann-zieht-hier-hin/">mal überholt</a>, mal hat man sie woanders schon besser gelesen.</p>
<p>Wäre die Schweizer Medienlandschaft eine Fussballliga, dann verhält sich die Tageswoche wie ein Abstiegskandidat. Der bisherige Nachwuchstrainer ist nun der neue Chef, das bisherige Trainerteam bekleidet neu geschaffene Posten. Ob man so neues Leben in das Team bringt und den Abstieg verhindert? Einer der bekannteren Spieler, Peter Sennhauser, zuvor sehr aktiv beim Startup <a href="http://www.blogwerk.com/">Blogwerk</a>, hat den Verein bereits verlassen und ist nun vorerst frei tätig. Auf Anfrage schreibt er: «Ich habe im Dezember gekündigt, weil ich der Meinung war, dass das ursprüngliche Konzept nicht umgesetzt wurde. Vergleicht man die ursprünglichen Pressemitteilungen und die Aussagen der Co-Chefredaktoren am Anfang mit der jetzigen Pressemitteilung, dann wird das klar.» Klar wird, dass sich die Ansprüche und Ideen nicht verändert haben. Nur die aufsehenerregende Umsetzung lässt auf sich warten. Das will Winter nun angehen, er spricht von einer «Rückbesinnung auf das Konzept»: «Die Priorisierung wurde bisher auf den Print gelegt. Wir wollen vollständiger werden online, die Tageswoche soll in unserem Einzugsbereich Erstmedium werden.» Ausserdem räumt er auf mit einem bösen Vorurteil: «Wir werden wahrgenommen als das Hobby von Beatrice Oeri, aber dem ist nicht so.» Der Verlegerausschuss will sich nun dieser Frage annehmen.</p>
<p>David Bauer, «Onlinestratege» des Teams, freut sich auf den neuen Chef und hält ihn für den richtigen Mann. Dieser Meinung ist sogar die Konkurrenz. Matthias Zehnder, Chefredaktor von «bz Basel», schreibt auf Anfrage: «Die Tageswoche ist als Onlineprojekt mit Printverlängerung an den Start gegangen. Herausgekommen ist bis jetzt das Umgekehrte. Wenn jemand das drehen kann, dann Dani Winter. Er ist nicht nur ein profilierter Journalist, sondern hat mit seiner Infamy-Blog-Vergangenheit auch schon früh Online-Journalismus-Erfahrung gesammelt. Allerdings muss er sich durchsetzen. Die Tageswoche ist kooperativ und partizipativ geführt und aufgestellt. In einem solchen Umfeld einen Turnaround durchzuziehen, ist nicht ganz einfach.» Besonderen Druck von der Gerbergasse scheint Zehnder aber keinen zu verspüren, das Konkurrenzprodukt gelte in Basel als «sympathisch, aber nice to have».</p>
<p>Die Tageswoche hat einen verunglückten Namen (wird gerne auch mal «Sekundenstunde» genannt), ein verunglücktes Logo (Grün im Dreieck) und eine Printausgabe, die zufällig wirkt und oft so langweilig und linkskonservativ daherkommt wie die kürzlich insolvent gewordene Frankfurter Rundschau. Es ist aber nicht alles schlecht: Mit der Website ist man der Konkurrenz in vielen Belangen voraus, mitunter produziert man <a href="https://medienwoche.ch/2013/04/16/die-groessten-sind-die-besten/">preiswürdigen</a> <a href="http://storify.com/tageswoche/wahlberichterstattung-the-citizens-agenda-bei-der">Lokaljournalismus</a>. Finanziell hat man noch eine Weile lang ein schönes Polster. Und die Tageswoche verfügt über einige Mitarbeiter mit grossem Potential. Doch wird es einem Internen wie Dani Winter gelingen, diesem zur Geburt zu verhelfen? Man darf gespannt sein, ob und wenn ja, wie er sein Team umbauen wird. Wenn Winter nichts unternimmt, so besteht die Gefahr, dass die bahnbrechenden Online-Ideen noch einen Winter überwintern. Findet er keine Unterstützung in der bisher printlastigen Redaktion, könnte es an der Spitze einsam werden. Frische Kräfte, die das Internet nicht als notwendiges Übel betrachten, wie das leider in so vielen Zeitungsredaktionen der Fall ist, dürften dagegen zur Umsetzung beitragen.</p>
<p>Noch im Mai wird ein Newsdesk eingerichtet und dafür 1 Multimedia-Entwickler, 1 Software-Entwickler und 1 Community-Manager eingestellt. Das wird die Website mutmasslich besser machen, aber publizistisch keinen Schwung bringen. Die Redaktion hat das Problem vieler Schweizer Redaktionen: Sie neigt zu Routine und Harmonie, kann darum kaum überraschen oder polarisieren. Wenn nicht publizistisch mehr Drive in den Laden kommt, werden die Leser auf lange Frist fern bleiben &#8211; nur aus Solidarität liest niemand.</p>
<p>Ein Fazit lässt sich jetzt schon ziehen: Wer ein Projekt plant, das im Netz durchstarten soll, sollte damit keine Printleute beauftragen. Denn die machen im Zweifelsfall, was sie schon immer gemacht haben: Eine Zeitung. Das Internet ist viel mehr als eine Zeitung.</p>
<p><small>Bisher erschienen zur <a href="https://medienwoche.ch/tag/tageswoche/">Tageswoche</a>:<br />
<a href="https://medienwoche.ch/2011/08/31/%C2%ABwir-mussen-auf-dem-markt-bestehen%C2%BB/">«Wir müssen auf dem Markt bestehen»</a> (Nick Lüthi, 31. August 2011)<br />
<a href="https://medienwoche.ch/2011/10/31/ein-hybrid-auf-identitatssuche/">Ein Hybrid auf Identitätssuche</a> (Nick Lüthi, 31. Oktober 2011)<br />
<a href="https://medienwoche.ch/2012/10/30/etwas-brav-aber-entwicklungsfaehig/">Noch etwas brav, aber entwicklungsfähig</a> (Fabian Baumann, 30. Oktober 2012)</p>
<p>Offenlegung: Ronnie Grob und Peter Sennhauser haben von 2006 bis 2009 zusammen bei Blogwerk gearbeitet. Für diesen Artikel haben sie aber nicht mehr als zwei kurze E-Mails gewechselt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/27/im-sekundenstundenschlaf/">Im Sekundenstundenschlaf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Noch etwas brav, aber entwicklungsfähig</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/30/etwas-brav-aber-entwicklungsfaehig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Oct 2012 10:13:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
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		<category><![CDATA[BAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Remo Leupin]]></category>
		<category><![CDATA[Guy Krneta]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Oktober 2011 erscheint in Basel die TagesWoche. Nach einem Jahr fällt die Bilanz zwiespältig aus: Die Wochenzeitung mit tagesaktueller Online-Berichterstattung hat die Basler Medienlandschaft zweifellos belebt. Aber sie kann bisher die hohen Erwartungen der Leserschaft noch nicht in allen Punkten erfüllen. Es war wohl die erfreulichste Folge des Trauerspiels um die Basler Zeitung: Im <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/30/etwas-brav-aber-entwicklungsfaehig/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Oktober 2011 erscheint in Basel die TagesWoche. Nach einem Jahr fällt die Bilanz zwiespältig aus: Die Wochenzeitung mit tagesaktueller Online-Berichterstattung hat die Basler Medienlandschaft zweifellos belebt. Aber sie kann bisher die hohen Erwartungen der Leserschaft noch nicht in allen Punkten erfüllen.<br />
<span id="more-30554"></span><br />
Es war wohl die erfreulichste Folge des Trauerspiels um die Basler Zeitung: Im April 2011 wurde die von Roche-Erbin <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/basels-alternative-milliardaerin-1.10361268" target="_blank">Beatrice Oeri</a> alimentierte <a href="http://infocube.ch/de/c/6694193/stiftung-fuer-medienvielfalt" target="_blank">«Stiftung für Medienvielfalt»</a> gegründet. Und ein halbes Jahr später erschien erstmals die von der Stiftung mitfinanzierte <a href="http://www.tageswoche.ch/" target="_blank">Tageswoche</a>, eine neue Wochenzeitung mit tagesaktueller Website. Der gedruckte Inhalt der Zeitung, so die Idee, sollte online weiterentwickelt werden und so ein Zusammenspiel zwischen alten und neuen Medien entstehen.</p>
<p>Von Anfang an musste die TagesWoche versuchen, den hohen Ansprüchen der Leserschaft gerecht zu werden. Die Enttäuschung und der Ärger über den Kurs der BaZ trieb der Alternative nachgerade erwartungsfrohe Leser in die Arme. Nach einem Jahr auf dem Markt lässt sich eine erste Bilanz ziehen. Liest man die Leserkommentare und -wünsche <a href="http://blogs.tageswoche.ch/de/blogs/mittendrin/473251/ein-jahr-tageswoche-wir-wollen-ihr-feedback.htm?ls-acm1=20&amp;acid=10216#alle-kommentare" target="_blank">zum ersten Geburtstag</a>, wird schnell klar: Die junge Zeitung hat in kurzer Zeit eine feste Anhängerschaft gefunden. Die meisten Leser loben die Frische, die Themensetzung und die Meinungsvielfalt des Blatts.</p>
<p>Auch der Basler Autor und Schriftsteller Guy Krneta, der als Initiator der Aktion <a href="http://www.rettet-basel.ch/" target="_blank">«Rettet Basel»</a> den Weg für die Gründung der TagesWoche ebnete, äussert sich gegenüber der Medienwoche grundsätzlich zufrieden: «Nach einem zu vorsichtigen Start ist die Zeitung unterdessen pointierter geworden.» Besonders die Papierausgabe sei aber noch optimierungsfähig: «Ein feuilletonistisch-politischer Blick auf die Welt wäre mir lieber als der gegenwärtige ‚magazinhafte’.»</p>
<p>Wenn man sich in Basel umhört, sei es unter Zeitungslesern oder unter Medienschaffenden, fällt manches Urteil verhalten aus. Die meiste Kritik betrifft dieselben Punkte: die fehlende Abdeckung des gesamten Lokalgeschehens, der fehlende Biss sowie eine gewisse Belanglosigkeit in der Themenwahl.</p>
<p>Tatsächlich wirken manche Ausgaben der Tageswoche etwas selektiv und zufällig zusammengestellt. Zwar bildet die regionale Politik einen klaren Schwerpunkt, aber dennoch informiert die TageWoche ihre Leser weniger umfassend als die Basler Zeitung. Remo Leupin, Co-Redaktionsleiter der TagesWoche, betont im Gespräch mit der Medienwoche die Fokussierung der Zeitung auf besonders relevante Fragen: «Wir bringen wichtige Themen wie die Stadtentwicklung oder das Verhältnis zwischen Universität und Pharmaindustrie auf die Agenda. Am vergangenen Wochenende haben wir aber auch als Erste Analysen und Kommentare zu den Basler Regierungsrats- und Grossratswahlen publiziert.» Für eine komplette Abdeckung beispielsweise aller Grossratsdebatten würden die personellen Kapazitäten nicht reichen: «Unsere gesamte Redaktion, inklusive Sport- und Kulturjournalisten, ist schliesslich etwa gleich gross wie die Regionalredaktion der BaZ.»</p>
<p>Auch in anderen Bereichen macht sich die Grösse der Redaktion bemerkbar. So ist etwa das Kulturressort stark auf Populärkultur fokussiert. Für Literatur, klassische Musik, Museumsaustellungen bleiben wenig Kapazitäten. Die inhaltliche Qualität der Print-Ausgabe schwankt stärker als bei anderen wöchentlich erscheinenden Publikationen. Und für ein sorgfältiges Layout scheint es nicht ganz immer zu reichen. Immerhin: Über die schlimmste Phase des <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2011_51/basel/169826/drei-frauen-im-schilf.htm" target="_blank">grafischen Experimentierens</a> scheint die Zeitung hinweg zu sein. Und die Bildredaktion wurde erst kürzlich von zwei auf drei Personen ausgebaut.</p>
<p>Der Biss, der von der TagesWoche immer wieder eingefordert wird, ist nicht in allen Ausgaben gleichermassen vorhanden. Remo Leupin bestreitet aber, dass die Zeitung zu zahm sei: «Der Vorwurf stimmte vielleicht in Bezug auf die ersten Ausgaben, aber unterdessen schreiben das viele Journalisten, die über uns berichten, einfach voneinander ab. Es gab auch schon Leute, die uns des Boulevardjournalismus bezichtigten, nur weil wir ihnen auf die Füsse getreten sind.» Die scharfen Reaktionen auf gewisse Artikel seien der beste Beweis, dass die TagesWoche auch bissig sein könne. «Wir wollen aber nicht bissig sein um des Bissigseins willen; das ist auch eine Frage der Seriosität und Ethik.»</p>
<p>Es gibt tatsächlich einige positive Beispiele. Zu den Höhenpunkten des ersten Jahrs gehörten zweifelsfrei Michael Rockenbachs schonungslose <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2011_45/basel/110294/fuenf-vor-zwoelf-im-baselbiet.htm" target="_blank">Analyse der basellandschaftlichen Politik</a> sowie eine Reihe kritischer Artikel zur <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2012_35/basel/454130/das-falsche-paradies.htm" target="_blank">Politik der rotgrünen Basler Regierung</a>. In diesen wie in vielen anderen Artikeln ist die politische Linie der TagesWoche linksliberal, wobei man ihr nicht vorwerfen kann, parteigebunden zu argumentieren. Auch die linken Parteien werden regelmässig kritisiert.</p>
<p>In einem Punkt verdient die TagesWoche uneingeschränktes Lob: Wie kaum ein anderes Schweizer Medium hat sie es schon im ersten Jahr geschafft, die Leser einzubeziehen und eine Community-Atmosphäre zu schaffen. Will man die Artikel online kommentieren, ist die Registrierung obligatorisch. Mit erfreulichen Resultaten: Im Unterschied zu den üblichen Schimpftiraden der anonymen Besserwisser und Wutbürger bleibt die Diskussion auf dem Portal der TagesWoche praktisch immer sachlich und freundlich. Laut Leupin mussten in einem ganzen Jahr erst drei oder vier Kommentare entfernt werden. Da die JournalistInnen sich nicht scheuen, auf Kritik direkt einzugehen, entsteht oft ein Dialog, in den sich bisweilen auch Vertreter der Lokalpolitik einmischen. Diese Form von Interaktion zwischen Medienschaffenden, Leserschaft und Politik ist vorbildlich.</p>
<p>In der Print-Ausgabe hingegen ist der Einfluss der Leser noch weniger spürbar. Überhaupt ist die Aufgabenverteilung zwischen Online und Print noch nicht eindeutig wahrnehmbar definiert und wird meistens recht konventionell gehandhabt. Es wird im zweiten Jahr eine zentrale Herausforderung für die Redaktion, den Mehrwert der gedruckten Zeitung klarer aufzuzeigen, ohne dass die Online-Ausgabe an Attraktivität verliert.</p>
<p>Die Verkaufszahlen der TagesWoche lassen sich bisher durchaus sehen. Die verkaufte Auflage liegt <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2012_39/basel/466454/wemf-die-tageswoche-liegt-gut-im-rennen.htm" target="_blank">bei über 22&#8217;500 Exemplaren</a> (davon 18&#8217;600 Abos) ; das ist rund ein Drittel der Auflage der Basler Zeitung (noch 68&#8217;000). Laut Leupin hat die TagesWoche damit die eigenen Erwartungen im ersten Jahr deutlich übertroffen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass viele Basler vor einem Jahr die Zeitung blind abonniert haben, weil sie damit ein Zeichen gegen die BaZ setzen wollten. Diese Leser gilt es nun bei Stange zu halten, will man das Ziel, innert vier Jahren selbsttragend zu sein, erreichen und der Basler Zeitung weiterhin Konkurrenz machen. Wobei: Auch wenn der Kontrast von der politischen Ausrichtung und der Themensetzung her augenscheinlich ist, greift die TagesWoche die BaZ bisher nur selten direkt an. Die Redaktion scheint es verinnerlicht zu haben, dass man sich nicht als Anti-BaZ profilieren will. Gleichwohl dürfte die TagesWoche manchmal etwas mehr Gegensteuer <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/03/auf-dem-weg-in-die-bedeutungslosigkeit/" target="_self">zum Rechtskurs der BaZ</a> geben.</p>
<p>Trotzdem: Das Fazit nach dem ersten Jahr TagesWoche fällt vorsichtig positiv aus. Die Zeitung hat ihre definitive Form noch nicht gefunden. Sie hat die Medienlandschaft nicht revolutioniert. Aber das Experiment läuft weiter und hat das Potential zu einer erfolgreichen Weiterentwicklung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/30/etwas-brav-aber-entwicklungsfaehig/">Noch etwas brav, aber entwicklungsfähig</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Wer hat&#039;s erfunden?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/15/wer-hats-erfunden-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 10:16:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Beatrice Oeri]]></category>
		<category><![CDATA[Ivo Bachmann]]></category>
		<category><![CDATA[Levedo]]></category>
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		<category><![CDATA[Urs Buess]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die neue Basler Zeitung, die noch in diesem Jahr als Alternative zur BaZ erscheinen soll, hat einen grossen Startvorteil: Finanziert wird das Projekt von einer millionenschweren Stiftung. Wird es nun eng für onlinereports.ch, die seit 13 Jahren eine publizistische Ergänzung zur Monopolzeitung BaZ bieten? Basel war die erste grössere Schweizer Stadt, in der zwei Traditionsblätter <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/wer-hats-erfunden-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Basler Zeitung, die noch in diesem Jahr als Alternative zur BaZ erscheinen soll, hat einen grossen Startvorteil: Finanziert wird das Projekt von einer millionenschweren Stiftung. Wird es nun eng für <a href="http://www.onlinereports.ch" target="_blank">onlinereports.ch</a>, die seit 13 Jahren eine publizistische Ergänzung zur Monopolzeitung BaZ bieten?<br />
<span id="more-28790"></span><br />
Basel war die erste grössere Schweizer Stadt, in der zwei Traditionsblätter zu einer Monopolzeitung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Basler_Zeitung#Die_erste_grosse_Zeitungsfusion_der_Schweiz" target="_blank">fusioniert wurden</a>. Das war 1977 als aus National-Zeitung und Basler Nachrichten die Basler Zeitung BaZ entstand. Ebenfalls in Basel bietet der Journalist Peter Knechtli seit 1998 mit seinen Online Reports eine Alternative zum Platzhirsch BaZ. Eine Pionierleistung in der schweizerischen Medienlandschaft. Als Einmannbetrieb schafft es Knechtli, das lokale Geschehen am Rheinknie nahezu umfassend abzubilden. Doch das Bild von der übermächtigen Monopolzeitung verdeckte bisweilen den Blick auf diese valable Alternative zur BaZ.</p>
<p>Jetzt wird Online Reports die Rolle als BaZ-Ergänung und -Korrektiv strittig gemacht. Dem <a href="http://rettet-basel.ch/" target="_blank">Bürgerportest</a>, der sich formierte, nachdem bekannt geworden war, dass Christoph Blocher als Berater für den BaZ-Verlag Basler Zeitung Medien arbeiten sollte, folgen nun Taten. Gegen Ende Jahr soll eine <a href="http://www.bachmannmedien.ch/newsroom/medieninfo/projektbasel.html" target="_blank">Wochenzeitung mit tagesaktueller Online-Ausgabe</a> erstmals erscheinen. Als Herausgeberin tritt die AG Neue Medien Basel auf mit Verwaltungsrat Ivo Bachmann. Der frühere BaZ-Chefredaktor hat mit seiner Firma auch das Konzept der neuen Online-Zeitung erarbeitet. Als Redaktionsleiter sind Urs Buess, bis vor kurzem <a href="http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/regional/basel-baselland/256818.urs-buess-erklaert-der-baz-redaktion-seinen-abgang.html" target="_blank">stellvertretender BaZ-Chefredaktor</a> und Remo Leupin («Beobachter») vorgesehen.</p>
<p>Weder vor diesen Personalien noch vor der geplanten 30-köpfigen Redaktion fürchtet sich Peter Knechtli mit seinen Online Reports: «Wir haben einen vorzüglichen Ruf in der Region Basel, wachsen jährlich im zweistelligen Bereich, auch als Werbeplattform wird Online Reports immer attraktiver, der Recherchierfonds entwickelt sich nach zögerlichem Start erfreulich. Was wollen wir mehr?», schreibt der Journalist aus Basel auf unsere Anfrage. Seine Nische in der Basler Medienlandschaft habe er auch «ohne millionenschwere Fremd-Finanzierung» gefunden, fährt Knechtli fort. Womit er indirekt die neue Konkurrenz anspricht. Denn die hat Millionen.</p>
<p>Die Neue Medien Basel AG wird getragen von der Stiftung für Medienvielfalt in Basel, die ihrerseits alimentiert ist durch die Stiftung Levedo von Roche-Erbin Beatrice Oeri. Projektleiter Ivo Bachmann bestätigt gegenüber der Medienwoche, dass die Stiftungsgelder «auf längere Zeit gesichert» seien. Es dürfte sich also um mehr handeln, als nur um eine Anschubfinanzierung. Doch auch von der finanziellen Potenz seines baldigen Konkurrenten lässt sich Pionier Knechtli nicht beeindrucken. Er habe sich schon immer für Medienwettbewerb ausgesprochen und dies nicht nur als Plattitüde verstanden. Unter dem Vorbehalt, dass die neue Basler Zeitung sein Überleben nicht gefährdet, begrüsst Knechtli das Projekt: «Wenn das neue Projekt mit seiner speziellen Finanzierungsform zu einer Medien- und Meinungsvielfalt beiträgt und nicht andere Medien &#8218;wegsubventioniert&#8216;, ist sowohl die Print- wie auch die Online-Ausgabe sehr zu begrüssen.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/wer-hats-erfunden-2/">Wer hat's erfunden?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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