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	<title>Reportage | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 01 Dec 2022 15:24:40 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Relotius-Skandal: Journalisten reden weiterhin nicht übers Geld</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/12/01/relotius-skandal-journalisten-reden-weiterhin-nicht-uebers-geld/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Dec 2022 15:24:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Relotius]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schweizer Medienschaffende haben den Skandal noch nicht verdaut. Dabei bräuchten die Redaktionen dringend mehr Mut zur Reportage.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p> Schweizer Medienschaffende haben den Skandal noch nicht verdaut. Dabei bräuchten die Redaktionen dringend mehr Mut zur Reportage.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/12/01/relotius-skandal-journalisten-reden-weiterhin-nicht-uebers-geld/">Relotius-Skandal: Journalisten reden weiterhin nicht übers Geld</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die unendliche Geschichte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/06/die-unendliche-geschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2022 20:26:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie oft wurde die Reportage schon totgesagt, zu wenig Bilder, zu viel Text. Und dann kam auch noch Relotius. Aber sie lebt. Weil der Mensch Erzählungen vom richtigen Leben liebt. Sie müssen nur interessant sein – und stimmen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie oft wurde die Reportage schon totgesagt, zu wenig Bilder, zu viel Text. Und dann kam auch noch Relotius. Aber sie lebt. Weil der Mensch Erzählungen vom richtigen Leben liebt. Sie müssen nur interessant sein – und stimmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/06/die-unendliche-geschichte/">Die unendliche Geschichte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Reportagen-Lehrbuch: Rettungsversuche für eine Textgattung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/09/10/reportagen-lehrbuch-rettungsversuche-fuer-eine-textgattung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lothar Struck]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2020 15:17:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Haller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der frühere «Spiegel»-Reporter und emeritierte Journalismusprofessor Michael Haller hat seinen Lehrbuch-Klassiker «Die Reportage – Theorie und Praxis des Erzähljournalimus» komplett überarbeitet. Die 7. Auflage ist unter dem Eindruck der Relotius-Affäre entstanden. Würden sich Journalistinnen und Reporter an Hallers Idealen orientieren, wäre schon viel gewonnen. Vor wenigen Tagen erschien die 7. Auflage des Lehrbuch-Klassikers «Die Reportage». <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/10/reportagen-lehrbuch-rettungsversuche-fuer-eine-textgattung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der frühere «Spiegel»-Reporter und emeritierte Journalismusprofessor Michael Haller hat seinen Lehrbuch-Klassiker «Die Reportage – Theorie und Praxis des Erzähljournalimus» komplett überarbeitet. Die 7. Auflage ist unter dem Eindruck der Relotius-Affäre entstanden. Würden sich Journalistinnen und Reporter an Hallers Idealen orientieren, wäre schon viel gewonnen.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-81299" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Vor wenigen Tagen erschien die 7. Auflage des <a href="https://www.halem-verlag.de/die-reportage/" target="_blank" rel="noopener">Lehrbuch-Klassikers «Die Reportage»</a>. Im Vorwort beklagt der Autor die nach dem <a href="https://medienwoche.ch/tag/fall-relotius/">Fall Relotius</a> grassierende Verunsicherung auch gestandener Reporter, weil im Journalismus das «subjektiv erlebte Erzählen zur Diskussion gestellt» würde. «Die erlebnisstarken Reportagen» der Vergangenheit könnten mit den heute gültigen, neuen Regeln nicht mehr veröffentlicht werden. Die aktuellen Texte läsen sich «verklemmt und verzagt».</p>
<p>Reporter würden «lieber fakten- als empfindungsreich, lieber berichtend als erzählend, lieber distanziert als engagiert» schreiben – nicht zuletzt, weil dies von ihnen unter dem Eindruck der Relotius-Affäre verlangt würde. Der «Erzähljournalismus» sei in die Krise geraten. Dieses zu Beginn des Buchs mächtige Lamento klingt ein bisschen so, als ob sich ein Sportfunktionär darüber beklagte, dass mit stärkeren Dopingkontrollen keine Rekorde mehr möglich seien.<br />
<br />
Der Autor: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Haller_(Medienwissenschaftler)" target="_blank" rel="noopener">Michael Haller</a>, Jahrgang 1945, Journalist, Publizist und bis 2010 Professor für Allgemeine und Spezielle Journalistik am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Er mag keine faktenstrotzenden Berichte oder Texte, die Konzentration verlangen; für ihn ist das «hartes Schwarzbrot». Er will Stimmungen, Emotionen, über welche die Sachverhalte, die der Reporter schildert (gerne auch unterhaltsam), transportiert werden.</p>
<blockquote><p>Überraschenderweise vermeidet Haller die Selbstcharakterisierung der Branche als «Vierte Gewalt».</p></blockquote>
<p>Mutet Michael Hallers Mission nicht ein bisschen wie die Quadratur des Kreises an, wenn er «oberflächliches Faktizieren» zu Gunsten der Wiederbelebung der «grossartigen Kunstform» Reportage ersetzen und damit dem Journalismus zu einem besseren Ruf verhelfen möchte? Und welche Zeiten werden da heraufbeschworen?</p>
<p>Ausführlich widmet sich Haller den 1920er-Jahren, den Zeiten der Sozialreportagen einer Larissa Reissner oder eines Max Winter, dem Pionier der Wissenschaftsreportage ­– und natürlich dem «rasenden Reporter» Egon Erwin Kisch, der trotz seiner einseitigen politischen Ausrichtung von Haller verblüffend positiv geschildert wird. Der Neuanfang nach der Katastrophe des Nationalsozialismus kommentiert Haller lakonisch: «Beim Wiederaufbau des westdeutschen Pressesystems Ende der 1940er-Jahre stand der faktengläubige Nachrichtenjournalismus der angelsächsischen Länder Pate.»</p>
<blockquote><p>Mit der Neuauflage seines Reportagen-Lehrbuchs geht Haller in die Offensive, tritt leidenschaftlich für «seine» Reportage als «Kunstform» ein.</p></blockquote>
<p>Haller ist aber auch klar, dass es kein Zurück zu den «analogen Zeiten» gibt. Der Journalismus sei wie die Gesellschaft geprägt vom Wandel und längst auch selber Gegenstand der (journalistischen) Kritik. An der «Kernaufgabe» des Journalisten habe sich allerdings nichts geändert: Er soll «das Publikum über das aktuelle Geschehen in der Welt zutreffend ins Bild setzen und insofern als Moderator gesellschaftlicher Selbstaufklärung fungieren». Überraschenderweise vermeidet Haller die Selbstcharakterisierung der Branche als «Vierte Gewalt».</p>
<p>Mit der Neuauflage seines Reportagen-Lehrbuchs (die 1. Auflage erschien 1987) geht Haller in die Offensive, tritt leidenschaftlich für «seine» Reportage als «Kunstform» ein und möchte den «Panikreaktion[en]» der Blattmacher und Redakteure etwas entgegensetzen. Hierfür hat er gegenüber der vorherigen Auflage von 2008 einiges umgebaut.</p>
<p>Die Geschichte der Reportage von der Antike mit den Reisereportagen beziehungsweise Augenzeugenberichten von Herodot und Plinius (rund 500 v. Chr.) bis hinein ins 19. Jahrhundert rekapituliert Haller im Vergleich zur 6. Auflage weitgehend unverändert. Mit der Formulierung der Kriterien für eine gelungene Reportage und den Abgrenzungen zum Fiktionalen kommen Erkenntnisse aus der Affäre um «Spiegel»-Redaktor Claas Relotius ins Spiel.</p>
<blockquote><p>Die gravierendste Änderung in der neuen Auflage ist der Wegfall der Porträts bekannter Reporter.</p></blockquote>
<p>Das Kapitel «Die Angst, der Dschungel und das Weltdorf», das in der vorherigen Auflage die die soziologischen, gesellschaftlichen und medialen Veränderungen der 1990er und 2000er-Jahre abhandelte, hat Haller gestrichen, respektive einzelne Elemente daraus aktualisiert und in andere Kapitel der neuen Ausgabe eingearbeitet. Gleichzeitig fanden beispielhaft für bestimmte Reportage-Verfahren oder -Szenarien aktuelle Texte aus den 2010er Jahren zusätzlich Einzug.</p>
<p>Die gravierendste Änderung ist der Wegfall des kompletten dritten Teils der 6. Auflage, in denen bekannte Reporter ihre Arbeit als Porträt-, Sport- oder Politikreporter darstellten. Möglicherweise sollte damit dem «Star-Kult» um einzelne Journalisten Einhalt geboten werden. Dieser wird als eine der Ursachen für den «Fall Relotius» ausgemacht.</p>
<p>Scharf benennt Haller die Gründe für die Krise des Erzähljournalismus:</p>
<p><em>Entgrenzung der Form, Entpolitisierung der Inhalte, Selfie-Subjektivismus als bunte Schminke des hedonistisch auftretenden Zeitgeists – und zugleich die Angst vor Langeweile, die nach grandios getexteten Abenteuergeschichten verlangt über bizarre Leute und krasse Episoden von irgendwo auf der Welt: Für diese (hier überspitzt formulierten) Tendenzen steht – neben anderen – das damalige Gesellschaftsressort des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.</em></p>
<p>Mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cordt_Schnibben" target="_blank" rel="noopener">Cordt Schnibben</a>, der von 2001 bis 2013 das Gesellschaftsressort beim «Spiegel» leitete, wird der (moralische) Hauptschuldige für diese Krise ausgemacht. In der 6. Auflage wurde er noch als «ein Meister» der «Stoffgliederung» von Reportagen apostrophiert. Die Stelle ist in der Neuauflage gestrichen. Schnibben habe, so Haller, nach dem ökonomisch gescheiterten «Spiegel-Reporter»-Magazin mit seinem Gesellschaftsressort praktisch wie ein «Staat im Spiegel-Staat», «protegiert von der Chefredaktion», ohne irgendwelche Kontrollen durch Rechercheure, agieren dürfen. Schliesslich habe er (zusammen mit anderen) noch einen Verein namens <a href="http://www.reporter-forum.de/" target="_blank" rel="noopener">«Reporter-Forum»</a> ins Leben gerufen, der die vom «Zeitgeist durchwirkten Vorstellungen über guten Erzähljournalismus» zusätzlich förderte und prämierte.</p>
<p>Haller ist bemüht, das Genre der Reportage von anderen Textsorten abzugrenzen und mit den Anforderungen der modernen Zeit aus der Geschichte heraus weiterzuführen. Seine Definition – die er schon seinem Buch wie ein Gesetz voranstellt – lautet:</p>
<p><em>Die moderne Reportage ist vom journalistischen Anliegen getragen, soziale Distanzen und institutionelle Barrieren zu überwinden, um hinter die Fassaden zu blicken. Sie wird durch die Findigkeit und die subjektive Sicht des Reporters bestimmt: Sein Zugang zum Thema, seine Protagonisten und seine authentischen Erlebnisse sind ausschlaggebend. Diese bringt er dramaturgisch strukturiert in einer teils erzählenden, teils beschreibenden, teils schildernden Sprache zum Ausdruck.</em></p>
<p>Dabei ist die oberste Priorität, dass die Reportage auf wahren, also tatsächlich gemachten Beobachtungen beruht. Hinzu kommt das, was Haller als «Exotik» bezeichnet: Das Thema muss den Rezipienten neugierig machen, weil es noch nie derart behandelt wurde. Als Beispiel kann man unter anderem einen Ausschnitt aus einer Reportage über die Probleme bei der Mülltrennung in Shanghai lesen. Exotisch ist dieses Thema zweifellos, aber ob es auch wirklich Interesse hervorruft?</p>
<p>Haller nennt und übernimmt die Kriterien, nach denen der Pulitzer-Preis vergeben wird:</p>
<p><em>Zusätzlich zum Realismus (nonfiction) und zur Sachrichtigkeit (accuracy) müsse der Reporter seinen Stoff szenisch entwickeln, die Individualität der Akteure herausarbeiten, dabei eine Story (oft im erzähllogischen Nacheinander) erzählen, zudem die subjektive Sicht des Erzählers zum Ausdruck bringen, dabei zum Lesepublikum in Beziehung treten und die Leser zur Quintessenz, zum Erzählziel leiten.</em></p>
<p>Als Synonym für «Quintessenz» nennt Haller «Botschaft». Eine Reportage soll also, so die These, eine Botschaft haben. Haller geht sogar noch weiter: Der Reporter sollte «erst zu schreiben beginnen, wenn er weiss, was die Botschaft, die Quintessenz der Geschichte sein soll.» Unklar bleibt der anschliessende Satz in Klammern: «Die Absicht, mit einem Erzählstück gute Unterhaltung anzubieten, ist im Übrigen auch legitim.» Reicht im Zweifel schon «Unterhaltung» als «Quintessenz»? Und wie verträgt sich dies mit der Abgrenzung der Reportage von Texten mit «bunte[r] Vielfalt: Berichte, Essays, Betrachtungen und Erzählungen – geistreich formulierte Texte, die je nach Thema mal im Politikteil, im Feuilleton, in Büchern und Magazinen zu lesen waren», die aber nicht alle Kriterien einer Reportage erfüllen?</p>
<blockquote><p>Liegt in diesem Gebot zu einer Botschaft nicht vielleicht der Kern für die Krise des Erzähljournalismus?</p></blockquote>
<p>Botschaft bedeutet, dass der Reporter einen wie auch immer gearteten Imperativ, eine Präferenz für eine bestimmte Norm, in den Text «als Subtext» (Haller) einarbeitet. Dass es ein – und nur ein! – «Ergebnis» gibt. Gleichzeitig wird im Lehrbuch jedoch laufend die Notwendigkeit der Unvoreingenommenheit des Reporters betont. Er soll «quasi phänomenologische Beschreibung[en]» vornehmen, die dann allerdings nicht «berichtend», sondern «sinnlich» formuliert werden. Natürlich ist Haller der Widerspruch dieses Anspruches klar, wenn er einen «Hang zur Vorurteils- oder Thesenbestätigung» bei Journalisten feststellt.</p>
<p>Liegt in diesem Gebot zu einer Botschaft nicht vielleicht der Kern für die Krise des Erzähljournalismus? Und vielleicht sogar für den Journalismus insgesamt, in dem der Leser die unterschwellige Botschaft zwar zur Kenntnis nimmt, sie aber als übergriffige Bevormundung empfindet?</p>
<blockquote><p>Der moderne Reporter emanzipiert sich vom angeblich nicht mehr zeitgemässen «Spiegel»-Motto («Sagen, was ist») zu Gunsten eines «Verändere die Fakten nicht!».</p></blockquote>
<p>Haller weist im umfangreichen zweiten Teil seines Buches mit Tipps für den potentiellen Reporter unter anderem darauf hin, dass man wertende Aussagen wie beispielsweise «sympathisch» in Bezug auf eine Person nicht tätigen sollte. Stattdessen solle man lieber eine Beschreibung äusserer Merkmale vornehmen, die dem Rezipienten das Urteil «sympathisch» ermöglichen. Aber wie schnell sind wertende Adjektive gesetzt, zumal, was Haller immer wieder anklingen lässt, auch Lesbarkeit und Kürze eine grosse Rolle spielen? Wie gross ist die Gefahr, sozusagen unbeabsichtigt einem Klischee oder dem allgemeinen Muster nachzugeben? Und damit der «Meute» zu entsprechen? Denn Journalisten, das weiss auch Haller, neigen zur «Oberflächlichkeit».</p>
<p>Der moderne Reporter, so der Leitspruch des Buches, emanzipiert sich vom angeblich nicht mehr zeitgemässen «Spiegel»-Motto («Sagen, was ist») zu Gunsten eines «Verändere die Fakten nicht!». Abgesehen davon war der «Spiegel» in seinen politischen Berichten nie neutral oder «objektiv», was Haller auch genüsslich an einigen Schlagzeilen-Beispielen aus der unmittelbaren Gegenwart aufführt.</p>
<p>Die Problematik subjektiv-objektiv wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, aber es gelingt Haller nicht immer, eindeutige Kriterien herauszuarbeiten. Schliesslich findet sich folgende Definition, was der Reporter kann, soll und darf:</p>
<p><em>Zum einen beschreibt der Reporter seine Beobachtungen und Erlebnisse nicht nur als subjektive Eindrücke und Empfindungen, sondern auch als Sachverhalte (wer, was, wann, wo, wie). Auch in der Story müssen diese Aussagen zutreffend und überprüfbar sein. Das Subjektive des Reporters tritt durch seine persönliche, selektiv wirkende Perspektive hervor. Dass auch die (nicht überprüfbaren) Empfindungen zur Sprache kommen, ändert nichts daran, vorausgesetzt, der Reporter macht diese Unterschiede transparent (etwa, indem er Kolportagen nicht im Indikativ referiert, seine Einseitigkeit anspricht, seine subjektiven Eindrücke als solche offenlegt, Verdichtungen erklärt und auktoriale Formulierungen vermeidet).</em></p>
<p>Transparenz ist für Haller das Reportergebot der Stunde. Er betont selbstkritisch, dass er hier umgelernt hat. Früher hatte er keine Probleme mit Figurenverschmelzungen oder Komprimierung von Ereignissen. Zwar vertritt er die Haltung, wonach Verdichtung nicht gleichzusetzen sei mit Erfindung. Aber inzwischen beharrt er darauf, dass solche Verfahren unbedingt öffentlich gemacht werden müssen. Die Frage lautet dann allerdings: Warum sollte man es machen? Schliesslich betont Haller auch, dass Lesefluss und Unterhaltungswert von Reportagen wichtig seien. Der Reporter habe jedoch zu erklären, was er ausgewertet und was er weggelassen habe. Aber vielleicht weiss der Reporter auch nicht immer, was er weggelassen hat, denn er ist ja fast immer ein «Laie». Und würden da allzu viele Erläuterungen nicht nur stören, sondern auch die Frage nach der Wahrhaftigkeit stellen?</p>
<blockquote><p>Haller weist darauf hin, dass der Reporter zumeist Teilnehmer und Beobachter gleichzeitig ist und diese Balance im Text zu berücksichtigen sei.</p></blockquote>
<p>Neben der Abgrenzung der Reportage zur Literatur bemüht sich Haller um den Unterschied zwischen Reportage und Feature – eine Diskussion, die sicherlich den Journalisten interessieren muss, den Rezipienten jedoch kaum. Kurz zusammengefasst: Das Feature referiert über das Allgemeingültige, die Reportage widmet sich dem Einzelschicksal. Als «Zwitter» wird kurz auf die «Nachrichtenmagazingeschichte» hingewiesen.</p>
<p>Im zweiten Teil des Buches gibt es ausgiebig Praxistipps für den potentiellen Reporter. Hier finden sich «20 Sprachtipps», Anleitungen wie man recherchiert (wobei auffällt, dass Haller nur die Internetrecherche behandelt; ein Buch als Vorbereitung erwähnt er nicht) oder wie man das Handy als «Notiz- und Diktiergerät» verwendet. Auch grundsätzliche Erwägungen zu Stil und Form thematisiert Haller. Soll die Reportage in der Ich-Form geschrieben werden oder nicht? Wie wäre es mit einer Multimedia-Reportage – auch hierzu gibt es Vorbilder und Hinweise.</p>
<p>Haller weist darauf hin, dass der Reporter zumeist Teilnehmer und Beobachter gleichzeitig ist und diese Balance im Text zu berücksichtigen sei. Wichtig auch der Hinweis auf die Notwendigkeit von gleichzeitiger Nähe und Distanz zum Subjekt der Reportage. Manche Journalistenweisheit, die Haller von sich gibt, hätte man gerne ausgiebiger gewürdigt gesehen. Zum Beispiel diese:</p>
<p><em>Je aufregender, skandalöser, schockierender die Sachverhalte, desto zurückhaltender und nüchterner die Sprache.</em></p>
<p>Haller hat seine Neuauflage in vielen Punkten verändert, was ihm hoch anzurechnen ist. Unverändert blieben leider die sogenannten Übungsreportagen. Es handelt sich um zehn Texte (fast immer um die 6000 Zeichen; nur einmal wesentlich mehr), die «in Volontärskursen, Lehrredaktionen und Inhouse-Workshops im Raum Hamburg» entstanden sind und exemplarisch für unterschiedliche Typen von Reportagen stehen sollen. Mit den Kriterien Attraktion, Augenschein, Quintessenz und Dramaturgie werden die Texte klassifiziert.</p>
<blockquote><p>Manchmal wirken Hallers Versuche, die Reportage wieder journalistisch satisfaktionsfähig zu machen, geradezu rührend.</p></blockquote>
<p>Dabei handelt es sich jedoch ausnahmslos um Reportagen, die in den 1980er Jahren entstanden sind! Das merkt man bisweilen deutlich, etwa bei einem Porträt aus dem Jahr 1985 über «Tattoo-Theo», einen ganzkörpertätowierten Mann aus Hamburg, der 2004 verstorben ist. Insgesamt wirken die Themen der Reportagen (Stichwort: «Exotik») arg angestaubt. Als Kontrapunkt werden am Schluss dreizehn, meist preisgekrönte Reportagen verlinkt, die bis auf eine Ausnahme zwischen 2017 und 2020 entstanden sind. Tiefergehende Analysen zu diesen jüngeren Texten gibt es jedoch nicht.</p>
<p>Manchmal wirken Hallers Versuche, die Reportage wieder journalistisch satisfaktionsfähig zu machen, geradezu rührend. Etwa dann, wenn er immer wieder betont, wie der Journalist den Leser an einem für ihn ansonsten vollkommen unzugänglichen Geschehen teilhaben lässt.</p>
<p>Dass das Genre in der Krise steckt, ist nicht alleine auf den Fall Relotius zurückzuführen. Der Glaubwürdigkeitsverlust des Journalismus geht tiefer, als auch Haller dies wahrhaben möchte. Neben Claas Relotius werden noch nebensächlich Dirk Gieselmann und der Fall der Bloggerin Marie Sophie Hingst erwähnt. Aber der vom Journalismus selbst verantwortete Vertrauensverlust speist sich aus vielen <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/18/luegen-luecken-und-mediendiaet">anderen Aspekten</a> wie Versäumnissen, einseitigen Berichterstattungen oder ungenauen oder fahrlässig falschen Recherchen.</p>
<p>Auffällig ist die weitgehende Beschränkung des Lehrbuchs auf die Reportage im Printjournalismus. Allenfalls das Radio-Feature bekommt noch ein wenig Aufmerksamkeit. Über die inzwischen inflationären Reportageformate im Fernsehen findet sich gar nichts. Bisweilen treibt Haller die Idealisierung der Reporter, die er eigentlich skeptisch sieht, selber voran, etwa wenn er von den Leistungen der Kriegsreporter berichtet (auch derjenigen, die «embedded» sind) und die These aufstellt, dass die Berichterstattung in den 1970er Jahren wesentlich zum Ende des Vietnamkrieges beigetragen hätte. Eine Annahme, die längst <a href="https://www.fluter.de/war-is-coming-home" target="_blank" rel="noopener">nicht mehr ungeteilte Zustimmung</a> findet.</p>
<p>Die Lektüre des Reportage-Lehrbuchs bietet auch für den Medienrezipienten bisweilen erhellende Momente, etwa wenn Haller auf ein journalistisches Ethos jenseits von Oberflächlichkeiten beharrt. Dabei liegen die Schwierigkeiten, mehreren Parteien – Lesern, Blattmachern, Protagonisten – zu dienen und dies auszubalancieren, auf der Hand. Würden sich Journalisten und Reporter an Hallers Idealen orientieren, wäre schon viel gewonnen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/10/reportagen-lehrbuch-rettungsversuche-fuer-eine-textgattung/">Reportagen-Lehrbuch: Rettungsversuche für eine Textgattung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Journalismus-Trend des Jahres: Die Zugstattflugreportage</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/01/12/journalismus-trend-des-jahres-die-zugstattflugreportage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jan 2020 13:15:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=75608</guid>

					<description><![CDATA[<p>Greta sei dank: Kein Medium kam in den letzten Wochen und Monaten ohne sie aus: Die Zugstattflugreportage. Auch Hans Hoff hat sich ganz vorne an die Front begeben und wollte brandheiss berichten &#8211; bis das W-LAN streikte.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Greta sei dank: Kein Medium kam in den letzten Wochen und Monaten ohne sie aus: Die Zugstattflugreportage. Auch Hans Hoff hat sich ganz vorne an die Front begeben und wollte brandheiss berichten &#8211; bis das W-LAN streikte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/01/12/journalismus-trend-des-jahres-die-zugstattflugreportage/">Journalismus-Trend des Jahres: Die Zugstattflugreportage</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nach dem Relotius-Skandal: Die Reportage in der Krise</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/02/nach-dem-relotius-skandal-die-reportage-in-der-krise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Oct 2019 18:21:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Relotius]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der «Spiegel»-Fälschungsskandal entfachte die Diskussion darüber, ob Fakten und Realität mit Erzählung und Unterhaltung überhaupt kompatibel sind</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/02/nach-dem-relotius-skandal-die-reportage-in-der-krise/">Nach dem Relotius-Skandal: Die Reportage in der Krise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der «Spiegel»-Fälschungsskandal entfachte die Diskussion darüber, ob Fakten und Realität mit Erzählung und Unterhaltung überhaupt kompatibel sind</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/02/nach-dem-relotius-skandal-die-reportage-in-der-krise/">Nach dem Relotius-Skandal: Die Reportage in der Krise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie ich einmal fast eine Reportage schrieb</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/04/05/wie-ich-einmal-fast-eine-reportage-schrieb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2019 10:15:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=68020</guid>

					<description><![CDATA[<p>Acht Tage lang recherchierte Alexander Krex im Jahr 2017 in Neu Delhi und Umgebung. Der freie Journalist sollte für Geo eine Reportage über ein blindes Kind schreiben, das nach einer Operation wieder sehen kann und das Leben neu lernt. Eine große Geschichte, aber die Puzzle-Teile passen nicht zusammen. Die Nachzeichnung einer gescheiterten Recherche.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/05/wie-ich-einmal-fast-eine-reportage-schrieb/">Wie ich einmal fast eine Reportage schrieb</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Acht Tage lang recherchierte Alexander Krex im Jahr 2017 in Neu Delhi und Umgebung. Der freie Journalist sollte für Geo eine Reportage über ein blindes Kind schreiben, das nach einer Operation wieder sehen kann und das Leben neu lernt. Eine große Geschichte, aber die Puzzle-Teile passen nicht zusammen. Die Nachzeichnung einer gescheiterten Recherche.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/05/wie-ich-einmal-fast-eine-reportage-schrieb/">Wie ich einmal fast eine Reportage schrieb</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Michael Haller: «Erzähltes muss natürlich stimmen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/02/09/michael-haller-erzaehltes-muss-natuerlich-stimmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Feb 2019 11:58:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Relotius]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=66069</guid>

					<description><![CDATA[<p>Seit dem Fall Relotius wird die Reportage grundsätzlich infragegestellt. Ein Gespräch mit Journalistikprofessor Michael Haller.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem Fall Relotius wird die Reportage grundsätzlich infragegestellt. Ein Gespräch mit Journalistikprofessor Michael Haller.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/02/09/michael-haller-erzaehltes-muss-natuerlich-stimmen/">Michael Haller: «Erzähltes muss natürlich stimmen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die besten Reporterinnen und Reporter der Welt bald in Bern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/11/02/die-besten-reporterinnen-und-reporter-welt-bald-in-bern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Nov 2018 11:31:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=62985</guid>

					<description><![CDATA[<p>Von einem «lukrativen Award ähnlich dem Pulitzer-Preis» schreibt die «Berner Zeitung». Die Rede ist vom <a href="https://truestoryaward.org/" rel="noopener" target="_blank">True Story Award</a>, der im kommenden August erstmals in der Bundesstadt verliehen wird. Ausgezeichnet werden Reporterinnen aus aller Welt. Initiiert hat den neuen Medienpreis Daniel Puntas-Bernet, Gründer und Chefredaktor des Magazins «Reportagen». Als Partner tritt die Tourismusorganisation der Stadt Bern auf, die den Anlass als ideales Werbevehikel sieht und eine «internationale Imagewirkung mit Inhalten und nicht bloss mit schönen Bildern» erwartet. Die Preisverleihung ist eingebettet in ein dreitägiges Festival mit Auftritten der ausgezeichneten Journalistinnen und Journalisten.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von einem «lukrativen Award ähnlich dem Pulitzer-Preis» schreibt die «Berner Zeitung». Die Rede ist vom <a href="https://truestoryaward.org/" rel="noopener" target="_blank">True Story Award</a>, der im kommenden August erstmals in der Bundesstadt verliehen wird. Ausgezeichnet werden Reporterinnen aus aller Welt. Initiiert hat den neuen Medienpreis Daniel Puntas-Bernet, Gründer und Chefredaktor des Magazins «Reportagen». Als Partner tritt die Tourismusorganisation der Stadt Bern auf, die den Anlass als ideales Werbevehikel sieht und eine «internationale Imagewirkung mit Inhalten und nicht bloss mit schönen Bildern» erwartet. Die Preisverleihung ist eingebettet in ein dreitägiges Festival mit Auftritten der ausgezeichneten Journalistinnen und Journalisten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/11/02/die-besten-reporterinnen-und-reporter-welt-bald-in-bern/">Die besten Reporterinnen und Reporter der Welt bald in Bern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lesetipp: NZZ besucht ausgeschafften Flüchtling</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/05/04/lesetipp-nzz-besucht-ausgeschafften-fluechtling/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 May 2018 07:58:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=56863</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie tauchen als Zahlen in Statistiken auf oder man erfährt von ihnen, wenn sie sich einer Ausschaffung zu widersetzen versuchen. Wie es aber einem Flüchtling ergeht, wenn er in sein Herkunftsland zurückgeschafft wird, bleibt in der Regel unbekannt. Für die NZZ ist Reporter Michael Schilliger nach Freetown gereist, der Hauptstadt Sierra Leones, und hat dort den früheren Flüchtling Mamadou besucht, der nach seiner Rückschaffung aus der Schweiz im vergangenen Jahr nun in Westafrika sein zweites Leben beginnt. Herausgekommen ist eine grossartige Reportage, die ohne falsche Sentimentalitäten, aber mit viel Empathie ein Einzelschicksal nachzeichnet, das stellvertretend für eine ganze Generation steht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie tauchen als Zahlen in Statistiken auf oder man erfährt von ihnen, wenn sie sich einer Ausschaffung zu widersetzen versuchen. Wie es aber einem Flüchtling ergeht, wenn er in sein Herkunftsland zurückgeschafft wird, bleibt in der Regel unbekannt. Für die NZZ ist Reporter Michael Schilliger nach Freetown gereist, der Hauptstadt Sierra Leones, und hat dort den früheren Flüchtling Mamadou besucht, der nach seiner Rückschaffung aus der Schweiz im vergangenen Jahr nun in Westafrika sein zweites Leben beginnt. Herausgekommen ist eine grossartige Reportage, die ohne falsche Sentimentalitäten, aber mit viel Empathie ein Einzelschicksal nachzeichnet, das stellvertretend für eine ganze Generation steht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/04/lesetipp-nzz-besucht-ausgeschafften-fluechtling/">Lesetipp: NZZ besucht ausgeschafften Flüchtling</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Die gewollte Realität – zum Zustand der Reportage</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/02/01/die-gewollte-realitaet-zum-zustand-der-reportage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Pascal Sigg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Feb 2018 15:13:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=52996</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie ist das Renommierstück der noch jungen «Republik». Doch an der grossen USA-Reportage von Anja Conzett und Yvonne Kunz scheiden sich die Geister. Auseinandersetzung mit einem Experiment und der Reportage als Textgattung. Sie will den Dialog zweifellos: Die «Republik» führt gerade ihre erste LeserInnenbefragung durch. Über tausend Kommentare haben die «Verleger» abgegeben. Die meisten schienen <a href="https://medienwoche.ch/2018/02/01/die-gewollte-realitaet-zum-zustand-der-reportage/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie ist das Renommierstück der noch jungen «Republik». Doch an der grossen <a href="https://www.republik.ch/2018/01/19/usa-serie" rel="noopener" target="_blank">USA-Reportage</a> von Anja Conzett und Yvonne Kunz scheiden sich die Geister. Auseinandersetzung mit einem Experiment und der Reportage als Textgattung.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-52998" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/02/MW-USA-Reportage-Republik_20180201.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/02/MW-USA-Reportage-Republik_20180201.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/02/MW-USA-Reportage-Republik_20180201-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/02/MW-USA-Reportage-Republik_20180201-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/02/MW-USA-Reportage-Republik_20180201-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/02/MW-USA-Reportage-Republik_20180201-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Sie will den Dialog zweifellos: Die «Republik» führt gerade ihre erste LeserInnenbefragung durch. Über tausend Kommentare haben die «Verleger» abgegeben. Die meisten schienen zufrieden. Ein paar wünschen sich kürzere Texte, andere mehr Originalität, mehr Einmischung. Und nicht wenige äusserten sich zu einer einzigen Geschichte:</p>
<p><em>«Die langweilige Reportage über die USA ist enttäuschend, die Befindlichkeiten der zwei Reporterinnen scheint mir uninteressant.»</em></p>
<p><em>«Bei aller Liebe zur REPORTAGE USA oft wünsche ich mir, von den umständlichen Reisebeschreibungen verschont zu werden und ZACK ins Geschehen oder ins Gespräch geworfen zu werden.»</em></p>
<p><em>«Amerikareportage atemlos und manchmal mit Tränen in den Augen gelesen. Ganz gross, bravo!»</em></p>
<p><em>Das Format, der Schreibstil und Disput der Autorinnen sind natürlich Geschmackssache.</em></p>
<p><em>«‹Reportage› ist ein etabliertes journalistisches Genre, für das es objektivere Beurteilungskriterien als ‹ Geschmack› gibt. Soll das eine Reportage sein?»</em></p>
<p><em>«Eine enorme Zumutung für uns Verleger.»</em></p>
<p>Eine Zumutung ist die <a href="https://www.republik.ch/2018/01/19/usa-serie" rel="noopener" target="_blank">USA-Serie der beiden Reporterinnen Anja Conzett und Yvonne Kunz</a> sowie des Fotografen Reto Sterchi definitiv (der Leser meinte es übrigens im positiven Sinn, er schien geehrt). Ohne übergeordneten Titel, in sechs Folgen in unregelmässigen Abständen innerhalb von zehn Tagen publiziert, verlangt sie zuerst mal Ausdauer. Doch Länge allein gilt zum Glück auch in Zeiten der Klick-Medien noch nicht als Originalitätsmerkmal. Was die Geschichte besonders macht, ist ihr dialogischer Charakter; die Art und Weise, wie Conzett und Kunz uns LeserInnen in einer neuen Radikalität vor Augen führen: Eine Reportage ist ein Gemeinschaftsprodukt voller Zweifel, die Fragen aufwerfen ohne sie zu beantworten – und uns damit in die Verantwortung nehmen. So viel, so irgendwann, so lang. Und dann auch noch so &#8230; einschliessend? Kein Wunder gibt es Leserinnen, Leser die sich mürrisch von Abschnitt zu Abschnitt kämpfen oder gar aussteigen, als würden sie nach einem anstrengenden Tag mit der Fernbedienung das anstrengende Dokudrama wegzappen und mit den «Ärzten» fragen: <a href="https://youtu.be/7Dv2p3j-KKA" rel="noopener" target="_blank">Dürfen die das?</a> Wie ist dies im Fall der «Republik»-Serie über ein so gigantisches Hullabaloo wie den USA gelungen? Und was hat es zu bedeuten?</p>
<p>An einem kalten, verschneiten Bostoner Wintermorgen Ende Januar telefoniere ich in den kühlen Zürcher Abend. Ich suche nach dem einen oder anderen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=vKYEYNX-Eug" rel="noopener" target="_blank">«cold fact»</a> und erreiche zuerst Yvonne Kunz, dann Anja Conzett. Ihre Infos sind lauwarm: Sie schätzt die Geschichte auf ungefähr 200&#8217;000 Zeichen. Und dass sich etwa 300 Leserinnen und Leser persönlich bei ihr oder in der Community über die Geschichte geäussert haben. Später schreibt sie mir auch, dass noch keine Lesezahlen zur Reportage existierten. Als ich mit Yvonne Kunz spreche, ist sie gerade dabei (ich schwöre!) Rückmeldungen in der «Republik»-Community zu beantworten: «Es gibt grob drei Kategorien: Diejenigen, denen die Geschichte sehr gefällt, weil sie sie erleben können. Dann gibt es die sehr enttäuschten Faktenjäger. Und schliesslich diejenigen, welche ihre Lesegewohnheiten hinterfragen wollen und sich über unser Experiment freuen.» Anja Conzett möchte die Kategorie der enttäuschten Faktenjäger noch etwas ausdifferenzieren: «Es gibt harte Sachen, wie misogyne Kommentare und Zickenkrieg.» Kunz bezeichnet die Rückmeldungen als «mehrheitlich glorios».</p>
<blockquote><p>Die Reportage zeigt mal direkter, mal weniger deutlich, wie das, was die beiden als Wahrheit kommunizieren wollen, von ihnen gemacht ist. </p></blockquote>
<p>Dafür gibt es gute Gründe. Und diese wiederum könnten erklären, weshalb die Enttäuschten sogar in ihrer Identität verletzt erscheinen. Die Reportage zeigt mal direkter, mal weniger deutlich, wie das, was die beiden als Wahrheit kommunizieren wollen, von ihnen gemacht ist. Sie geben zu, dass sie zu Beginn eine gemeinsame Stimme finden wollten, sie begründen immer wieder, weshalb sie Charaktere treffen und wie dies nicht immer geplant war. Sie zeigen ihre Vorurteile, die eigene Inkonsequenz, reflektieren die Unsicherheit ihrer eigenen Position. Sie sagen, dass sie auch an Orte gehen, nur um sich zu erholen und machen so ihre Absichten so transparent, wie wir das viel zu selten lesen können. Journalismus ist bei ihnen das, was Journalismus in dieser Zeit der latenten Identitätskrisen sein muss: Neben der Erforschung des Anderen ganz besonders auch eine Erkundung des Selbst. Und damit ein steter Dialog zwischen den beiden Reporterinnen und ihrer Leserschaft, welcher der Zeit unterliegt.</p>
<p>Am deutlichsten und radikalsten weisen sie mit dem Konflikt zwischen ihnen selbst darauf hin. Denn da sind zwei Selbst, die einander abstossen «wie elektrisch gleichartig geladene Teilchen». Sie zeigen damit auf so ästhetisch geschickte wie überraschende Weise, wie wir in diesen Zeiten gerade in unserem menschlichen Kern herausgefordert werden. Wie unsere Sturheit und die Grenzen unserer aller Neugierde bestimmen was wir wissen. Wie unsere Emotionen unsere Entscheidungen und unsere Kommunikation und damit unsere Demokratien prägen (<a href="https://www.newyorker.com/magazine/2017/02/27/why-facts-dont-change-our-minds" rel="noopener" target="_blank">Elizabeth Kolbert</a> im New Yorker, kürzlich <a href="https://www.republik.ch/2018/01/15/demokratie-unter-irrationalen" rel="noopener" target="_blank">Constantin Seibt</a>, ich habe es auch mal <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/leben/wohin-des-weges-warum-wir-die-ungewissheit-kaum-mehr-ertragen-130434216" rel="noopener" target="_blank">versucht</a>). Weder Kunz noch Conzett bringen es im Text fertig, den Graben zwischen ihnen zu schliessen, obschon beide es irgendwie möchten. Egal, ob dies aus Stolz oder doch anderen Gründen geschieht: Im Text erscheint das Problem jedenfalls als psychologisch. Und damit theoretisch als lösbar.</p>
<blockquote><p>«Man fand, dass unser persönlicher Konflikt viel über den Konflikt in den USA und auch innerhalb unserer Leserschaft aussagt.» Yvonne Kunz</p></blockquote>
<p>Die Idee dieser zwei-uneinige-Reporterinnen-Form entstand in «teils harten Diskussionen» innerhalb der Redaktion. Der Vorschlag kam von Textchef Ariel Hauptmeier nachdem Kunz und Conzett jeweils ihr eigenes erstes Kapitel niedergeschrieben hatten. Yvonne Kunz: «Man fand, dass unser persönlicher Konflikt viel über den Konflikt in den USA und auch innerhalb unserer Leserschaft aussagt.» Sie gibt offen zu, dass sie damit «weniger Freude» hatte, weil sie als eher distanzierte Analytikerin «die Hosen runterlassen» musste. Sie sei zu «70% zufrieden». Anja Conzett: «Nach unseren ersten Kapiteln fragte uns Ariel: Was ist überhaupt passiert auf der Reise? Da erzählten wir ihm von unserem Konflikt und er forderte uns auf, jeweils unsere Teile daran entlang zu schreiben. Er hat sie dann meisterhaft zusammenoperiert, nein: komponiert, nein: kuratiert.» Auch Conzett tönt am Telefon nicht besonders zufrieden. Eher erleichtert, als hätte sie eben einen notwendigen Kampf beendet. «Bis vor dieser Geschichte war das Ich für mich eine Kapitulation. Es war neu und hart für mich, mich derart auszustellen. Doch gleichzeitig bin ich überzeugt, dass Journalismus Zweifel transparent machen muss.»</p>
<p>Die Stärke dieser Transparenz wird umso deutlicher, weil sie auf die zwangsläufige Unzulänglichkeit des Texts als Ganzes – und so aber eben auch eine zusätzliche Interpretation – hinweist. Sie macht den Makel produktiv. Dieser ist nicht zuerst ein ästhetischer, zum Beispiel dass Conzetts geschmackvoller Soundtrack immer mal wieder aufgesetzt wirkt (etwa als sie zwischen Sinatras «My Way» und «Brothers in Arms» von den Dire Straits wählt). Es ist auch nicht ganz banal ein Mass wie die Länge. Aber weil sie Aufmerksamkeit will, ist Länge ein Test.</p>
<p>Was in diesem Text auf unterhaltsame Art meine Aufmerksamkeit will, sind die Charaktere voller extremer Konflikte. Ich fliege über den Bildschirm, fasziniert von den Widersprüchen. Versöhnung ist zu Beginn noch da, eine Entzugsklinik für Frauen in West Virginia. Doch dann dimmen Yvonne Kunz und Anja Conzett allmählich das Licht. All die Verarschten, Nutjobs, Extremisten und Gläubigen, die das Vertrauen in den Staat verlieren wollen oder müssen und nun einander gegenüberstehen.</p>
<ul>
<li>Ein schwarzer Waffenlobbyist, der sagt: «There is no justice, there’s just us.»</li>
<li>Ein Pastor für den der Bürgerkrieg nur wenig mit Sklaverei zu tun hatte und die Aufspaltung des Landes als notwendig erachtet.</li>
<li>Ein Hindu-Paramilitär, der mit KKK angesprochen werden will (dieses Bild!)</li>
<li>Eine junge schwarze Aktivistin, die sagt: «Wir werden uns einfach nehmen, was von Anfang an uns gehörte. Und es spielt keine Rolle, ob es dabei Tote gibt.»</li>
<li>Der Anarchist, der sagt: «Es wird noch sehr viel schlimmer, bevor es wieder besser werden kann.»</li>
<li>Die muslimische Politikerin, die Gräben zuschütten will, aber meint, Männer könnten ihre Triebe nicht kontrollieren.</li>
</ul>
<p>Ich fliege über den Bildschirm, fasziniert von den unbegreiflichen Spaltungen – bis ich nur noch langsam schwebe. Irgendwann erinnern sie mich an den ebenso unfassbar unterhaltsamen Immobilienhai der eigentlich diese Probleme lösen sollte. Mir fehlt die Abwechslung, die Überraschung. Sie müssten angesichts aller Extreme in der Mässigung zu finden sein. Wenn unsere Willenskraft derart entscheidend ist für unsere Demokratien muss Segregation nicht im Bürgerkrieg enden. Gemäss einer <a href="https://www.washingtonpost.com/news/wonk/wp/2016/09/19/just-three-percent-of-adults-own-half-of-americas-guns/?utm_term=.b6577bb0d577" rel="noopener" target="_blank">Harvard-Northeastern-Studie</a> aus 2016 besitzen 78 Prozent der US-amerikanischen Erwachsenen keine, dafür drei Prozent von ihnen die Hälfte aller Feuerwaffen. Und ich kenne Waffenbesitzer, die sich auf keinen Bürgerkrieg vorbereiten. Sie ergreifen ihre Waffe bloss widerwillig wenn die Koyoten nach ihren Hühnern trachten. Die Mehrheit der US-Bevölkerung sind noch immer Menschen aller Geschlechter, Rassen, Klassen und Religionen, die nichts als ein Miteinander in Frieden wollen. Die USA ist noch immer voll von diesen Menschen – und sie kämpfen! In Alabama haben sie kürzlich einen Senator der Demokraten gewählt, <a href="https://www.nytimes.com/2017/12/12/us/politics/alabama-senate-race-winner.html" rel="noopener" target="_blank">der danach sagte</a>: «This entire race has been about dignity and respect. This campaign has been about the rule of law.»<br />
«Das grösste Übel der USA sei, sagt er, dass die Leute einander nicht zuhörten. Dass sie Gefangene ihrer eigenen Gedanken seien.»<br />
Im Text scheint dieser amerikanische Wille zur friedlichen Demokratie immer mal wieder durch. Beim schwarzen Cowboypoeten, bei Überraschungsbekanntschaften, Randfiguren oder in Nebensätzen. Zur Begegnung mit dem reichen, schwarzen Waffenlobbyisten schreiben Kunz und Conzett: «Das grösste Übel der USA sei, sagt er, dass die Leute einander nicht zuhörten. Dass sie Gefangene ihrer eigenen Gedanken seien.» Diese Beobachtung führt sie im Text durchaus konsequenterweise zuerst zum eigenen Konflikt zurück. Doch wie auch die Rückmeldungen auf die Reportage zeigen, gibt es Verständigungsprobleme überall wo Menschen kommunizieren.</p>
<p>Der schwarze Komiker Dave Chappelle kommentierte nicht nur unmittelbar nach der Wahl des Tycoons die Rassenprobleme der USA, wie Yvonne Kunz erwähnt. Im Netflix-Special «Equanimity» aus Washington D.C. sagte er, dass er bereue, was er unmittelbar nach der Wahl auf «Saturday Night Live» gesagt habe. Er bezeichnete den Präsidenten als die «lie that unites us all», machte sich lustig über das Chaos im Weissen Haus und fügte an: «As all this shit goes down, media wants to make us believe that the extremities amongst us are the norm.» Er würde damit wohl die Tatsache meinen, dass die US-Medien die gigantischen Frauenprotestmärsche vor zehn Tagen <a href="https://www.mediama<em>tters.org/blog/2018/01/22/Video-Mainstream-media-ignored-the-Womens-March-Heres-what-Womens-March-participants-said-/219134&#8243; rel=&#8220;noopener&#8220; target=&#8220;_blank&#8220;>praktisch ignorierten</a>, während sie deutlich kleinere, aber gewalttätige Proteste wie im Sommer in Charlottesville übermässig thematisieren. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IaHMgToJIjA" rel="noopener" target="_blank">Guy Debord</a> schrieb und sprach darüber zu Zeiten des «New Journalism». <a href="http://www.matthiaszehnder.ch/wochenkommentar/wie-die-medien-zu-populismus-fuehren/" rel="noopener" target="_blank">Matthias Zehnder</a> behandelte sie letztes Jahr: Die mediale Normalisierung des Extremen, der wahre Kern am Fake-News-Geschrei.</p>
<blockquote><p>Zwischen Recherche und Publikation der Geschichte sind immerhin oder nur vier Monate (!) vergangen, was bereits viel über die permanente Geschichtlichkeit unserer rasanten Gegenwart sagt.</p></blockquote>
<p>So sehr ihre Reportage auch von ihnen lebt: Extreme normalisieren wollen Conzett und Kunz auf keinen Fall. Dafür sind sie viel zu reflektiert. Viel eher erscheint die Aufmerksamkeit, welche sie ihnen schenken als Ausdruck eines Schocks aus einer anderen Zeit. Ähnlich demjenigen bei Dave Chappelle. Zwischen Recherche und Publikation der Geschichte sind immerhin oder nur vier Monate (!) vergangen, was bereits viel über die permanente <em>Geschichtlichkeit</em> unserer rasanten Gegenwart sagt. Ganz am Schluss ihrer Reise räumen Kunz und Conzett denn auch Fragezeichen ein: «27 Tage, 6500 Kilometer, Dutzende Interviews, ständig der Zweifel, ob wir die richtigen Leute getroffen, die richtigen Fragen gestellt, etwas Wichtiges vergessen haben.»</p>
<p>Ich frage beide: Würdet ihr heute eine andere Geschichte zu recherchieren versuchen? Blickt ihr heute anders auf die USA?</p>
<p>Yvonne Kunz: «Nein. Fast alle sagten uns, dass sie Konfrontationen erwarten. Wir wurden schon immer deprimierter, aber die Route, die wir wählten, war auch hart und wo du genau geplante Pflöcke einschlägst, hat sicher einen Einfluss auf die Geschichte.»</p>
<p>Anja Conzett: «Für mich ist sie nicht so hoffnungslos. Aber ich würde heute eine andere Geschichte machen. Vielleicht gelang es mir zu wenig, die Hoffnung zu fassen. Ich würde noch konsequenter da hingehen wo der Zorn ist, wo es wehtut. Egal auf welcher Seite. Ich schreibe immer noch hin und wieder mit KKK (der Hindu-Paramilitär), da ist ein richtiger Dialog entstanden. Ich glaube, dass Verständigung möglich ist, wenn zwei Menschen trotz allem Zorn und aller Differenzen einander ernst genug nehmen, um miteinander zu sprechen.»</p>
<blockquote><p>Wie die Idee der objektiven Berichterstattung hat die Reportage ihre Wurzeln in den «Penny Papers» der 1840er Jahre.</p></blockquote>
<p>Wie jede Textgattung ist auch die Reportage zuerst deshalb eine Gattung, weil Menschen sich darauf geeinigt haben, sie als Gattung zu bezeichnen. Womit auch sie eine Geschichte hat. Sie können Details zum Beispiel bei <a href="http://medienundzeit.at/wp-content/uploads/2017/05/mz-2-2017-digital.pdf" rel="noopener" target="_blank">Hendrik Michael</a> oder <a href="https://books.google.ch/books/about/Reporter_Streifz%C3%BCge.html?id=sztTDgAAQBAJ&#038;redir_esc=y" rel="noopener" target="_blank">Michael Homberg</a> lesen. Hier bloss das Wichtigste (wir wollen lang <em>genug</em>, aber keinesfalls <em>zu</em> lang werden!): Wie die Idee der objektiven Berichterstattung hat die Reportage ihre Wurzeln in den <a href="https://pascalsigg.ch/2017/11/15/fakten-uber-fakten-so-kamen-sie-in-den-schweizer-journalismus/" rel="noopener" target="_blank">«Penny Papers» der 1840er</a>, welche die sich rasant wandelnden US-Cities «lesbar machten» (Michael). Diese Zeitungen waren deutlich günstiger als die bis dahin dominierenden Partei- und Wirtschaftsblätter, weil sie erstmals auf Anzeigen setzten und erreichten so eine viel grössere, breitere Leserschaft. Die Leserschaft, deren Erfahrung der neuen Grossstädte durch Individualisierung geprägt war, fand in den zusammenhängenden Geschichten aus der Stadt und dem Ausland Identifikation, lokale und nationale Zugehörigkeit und nicht zuletzt Unterhaltung. Denn die Storys waren Produkte, welche die ReporterInnen herstellten und verkauften. Sie gingen, sahen, und kamen mit einer Geschichte zurück, die sich konsumieren liess und an der auch klar war, dass sie metonymisch oder synekdochisch (sorry, geht nun wirklich nicht anders!) gelesen werden sollte.</p>
<p>Während das Geschäftsmodell dieses Journalismus aus den USA nach Europa fand, ging der Begriff «Reportage» (1865 in Frankreich, ab 1890 in Deutschland erstmals notiert) den umgekehrten Weg (Homberg). Dafür kam aus den USA der nächste Transformationsschub: Im New Journalism der 1960er und 1970er stellte sich die Reportage noch bewusster als Kunst dar. ReporterInnen wie Joan Didion, Hunter S. Thompson oder Tom Wolfe erschien die Realität um einiges unbegreiflicher. Und besonders wegen den massenmedial verbreiteten TV-Bilder auch <em>künstlicher</em> als den KollegInnen noch hundert Jahre zuvor. Sie versuchten ihr mit aufwändigen Immersionsrecherchen und fiktionalen Erzählelementen wie erlebter Rede oder komponierten Charakteren beizukommen (Details zum Beispiel bei <a href="https://books.google.com/books/about/The_Politics_and_Poetics_of_Journalistic.html?id=SvZKOVGyH94C" rel="noopener" target="_blank">Phyllis Frus</a> oder <a href="https://books.google.ch/books/about/The_Participatory_Journalism_of_Michael.html?id=q5t_tgAACAAJ&#038;redir_esc=y" rel="noopener" target="_blank">David Mosser</a>).</p>
<p>Sofern wir es glauben wollen, sollte uns diese kurze Geschichte lehren: Was als Reportage gilt, ändert sich mit der Lebenserfahrung der AutorInnen und LeserInnen. Das muss Journalismus nur schon aus geschäftlichen Gründen. Oder möchten Sie vielleicht die aktuellste Stellungnahme zur aktuellsten Schnapsidee, die gerade schweizweit diskutiert wird von einem Minnesänger als Spruchgedicht vorgetragen erhalten? Für eine Textgattung wie die Reportage, welche Fakten mit deren An- und Einordnung verwebt und ihr Wissen in der Figur des Reporters oder Reporterin bündelt, ist dies besonders dramatisch. Denn was immer sie als Realität kommunizieren will – es verschiebt sich mit der Zeit. Und mit dem, was ihre Leserschaft als Realität (weil entsprechend recherchiert und eingeordnet) anzunehmen bereit ist. Gleichzeitig aber bleiben auch alte Erzählkonventionen erhalten und akzeptiert. Weil heute gerade im Fall der Reportage zwar nicht «anything goes» aber doch «many things go», gibt es wie in jedem Fall einer Auswahl Probleme.</p>
<blockquote><p>Die Reportage als das Produkt eines Willensaktes; eines Dialogs von ReporterInnen und LeserInnen über eine Unfassbarkeit, der sich der eigenen Zerbrechlichkeit bewusst ist.</p></blockquote>
<p>So überrascht nicht, dass in diesem rasanten, zentrifugalen Chaos des 21. Jahrhunderts mit Internet und Smartphones und Billigflügen die avancierteste Reportage nochmals etwas anderes ist als gezieltes Aufsuchen von Fakten oder Ergründen einer Unfassbarkeit. Wir konnten es an vielen Orten in unterschiedlichen Ausprägungen auch vor Kunz’ und Conzetts Reportage-Serie lesen. Wirklich nur als Beispiele bei <a href="https://harpers.org/wp-content/uploads/2008/09/HarpersMagazine-1996-01-0007859.pdf" rel="noopener" target="_blank">David Foster Wallace</a>, <a href="https://www.gq.com/story/john-jeremiah-sullivan-leavin-reality-gq-july-2005-reality-tv-star-future" rel="noopener" target="_blank">John Jeremiah Sullivan</a>, <a href="http://the-rachelkaadzighansah.tumblr.com/post/62874063438/if-he-hollers-let-him-go" rel="noopener" target="_blank">Rachel Kaadzi Ghansah</a>, <a href="http://www.audubon.org/magazine/may-june-2016/can-ivory-billed-woodpecker-be-found-cuba" rel="noopener" target="_blank">Mac McClelland</a>, <a href="http://www.kathrin-roeggla.de/text/really-ground-zero" rel="noopener" target="_blank">Kathrin Röggla</a> oder <a href="https://www.woz.ch/-7096" rel="noopener" target="_blank">Daniel Ryser</a>. Bei ihnen ist die Reportage deutlicher als je zuvor erkennbar als das Produkt eines Willensaktes; eines Dialogs von ReporterInnen und LeserInnen über eine Unfassbarkeit, der sich der eigenen Zerbrechlichkeit bewusst ist. Wenn wir uns alle jederzeit <a href="https://youtu.be/dQw4w9WgXcQ" rel="noopener" target="_blank">Fickfilme</a> oder Fantasy-Serien anschauen können, wenn unsere Aufmerksamkeit derart zerrissen ist, wenn sich unsere Vorstellungen von Realität und Identität derart schnell verändern, müssen wir Reportagen recherchieren, schreiben und lesen wollen.</p>
<p>Die Differenzen, die Risse, sie sind überall: In den USA, im Journalismus, in dieser Reportage, in der noch ganz jungen «Republik». Sie sind das, was die Zeit mit uns allen macht. Es dürfte zu Lebzeiten also aussichtslos sein, sie beseitigen zu wollen. Doch dieser gemeinschaftliche Journalismus macht vor, dass vielleicht etwas anderes geht: Dass wir mit aufrichtigem Zuhören, Nachdenken und Kommunizieren Geschichten voller Risse über uns selbst erzählen können, die sich gerade deshalb wahrer anfühlen. «Anthem» ist nicht mein Lieblingssong von Leonard Cohen. Ich höre ihn auch nicht gerade (ich höre gerade «Suzanne»). Aber ich will daran denken wie er singt: Ring the bells that still can ring/ Forget your perfect offering/There is a crack, a crack in everything/That’s how the light gets in.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/02/01/die-gewollte-realitaet-zum-zustand-der-reportage/">Die gewollte Realität – zum Zustand der Reportage</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Cordt Schnibben: «Die meisten meiner Kollegen sind noch zu satt»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/02/cordt-schnibben-die-meisten-meiner-kollegen-sind-noch-zu-satt-und-zu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2014 09:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Cordt Schnibben]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Montag wurde der Deutsche Reporterpreis zum sechsten Mal vergeben. Cordt Schnibben vom Spiegel hat den Verein Reporter-Forum, der den Preis ins Leben rief, mit gegründet. Über die Feier konnte sich der vielfach ausgezeichnete Reporter freuen. Doch an der kritischen Situation des Journalismus ändere das nichts. Schnibben sagt: «Ich bin tief beunruhigt.»</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Montag wurde der Deutsche Reporterpreis zum sechsten Mal vergeben. Cordt Schnibben vom Spiegel hat den Verein Reporter-Forum, der den Preis ins Leben rief, mit gegründet. Über die Feier konnte sich der vielfach ausgezeichnete Reporter freuen. Doch an der kritischen Situation des Journalismus ändere das nichts. Schnibben sagt: «Ich bin tief beunruhigt.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/02/cordt-schnibben-die-meisten-meiner-kollegen-sind-noch-zu-satt-und-zu/">Cordt Schnibben: «Die meisten meiner Kollegen sind noch zu satt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>In der Regel ein Artikel pro Redaktor und Tag</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2014 10:38:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Artbeitsalltag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Richtig: Wenn ein Journalist sein Büro verlässt, kriegt er authentischere Eindrücke. Aber wer hat dafür heute noch Zeit? Ein Einblick in den Redaktionsalltag unseres Kolumnisten zeigt: Der Produktionsdruck ist hoch. Manchmal braucht es im Leben auch ein bisschen Glück – besonders als Reporter, wie Nik Niethammer in seiner letzten Kolumne eindrücklich beschrieb. Aufgrund des krankheitsbedingten <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Richtig: Wenn ein Journalist sein Büro verlässt, kriegt er authentischere Eindrücke. Aber wer hat dafür heute noch Zeit? Ein Einblick in den Redaktionsalltag unseres Kolumnisten zeigt: Der Produktionsdruck ist hoch.<br />
<span id="more-22074"></span><br />
Manchmal braucht es im Leben auch ein bisschen Glück – besonders als Reporter, wie Nik Niethammer in seiner letzten Kolumne eindrücklich beschrieb. Aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls eines Kollegen erlebte er als junger Redaktor der Schweizer Illustrierte den Fall der Berliner Mauer hautnah mit. Zwei Tage später kehrte er mit tausend Bildern im Kopf, einer 15&#8217;000-Zeichen-Geschichte in petto und null Schlaf in den Knochen nach Zürich zurück.</p>
<p>Wer wünscht sich so etwas als Journalist nicht: Ein welthistorisches Ereignis, dem man live beiwohnen und seine Eindrücke danach nicht nur mit dem eigenen Tagebuch, sondern sozusagen mit der ganzen Welt teilen kann. Aus dem warmen Büro heraus geht das nicht. Folgerichtig schreibt Nik Niethammer, dass Ereignisse dieser Dimension auch heute noch nur mit Reportagen verständlich werden. Und: Dass gerade wir jungen Journalisten «rausgehen, in andere Menschen kriechen, zum Entdecker werden» sollen, da uns sonst das Handwerk der Reportagen verlustig geht.</p>
<p>Ich teile jedes Wort dieser Einschätzung. Wer etwas mit eigenen Augen sieht, kann besser beurteilen, welchen Quellen zu trauen ist, welche Information Gewicht erhalten sollte, welche Bilder aussagekräftig sind und damit letztlich eine authentischere Reportage schreiben. Nur: Zumindest bei den tagesaktuell arbeitenden Medien hat kaum ein Redaktor mehr die Zeit, einfach mal «rauszugehen» – so gern wir es auch tun würden.</p>
<p>Ich schätze mich in der glücklichen Situation, auf einer Redaktion arbeiten zu dürfen, bei der eine Geschichte nicht auf Teufel komm raus auf den kommenden Tag «abgeschossen» werden muss, sofern sie bei einem zusätzlichen Tag Reifezeit bedeutend besser wird und potenziell gar das Zeug zur Frontgeschichte hat. Der Zeitdruck ist dennoch allgegenwärtig. Zur Illustration dazu ein Einblick in den Alltag unserer je nach zählweise fünf- oder sechsköpfigen Inlandredaktion von «Nordwestschweiz» und «Südostschweiz» im Berner Medienzentrum.</p>
<p>Um 9 Uhr morgens sollten wir auf der Matte stehen, dann ist Morgensitzung. Via Konferenztelefon sind wir mit dem Blattmacher in Aarau verbunden und präsentieren unser Programm für den Tag. Das können Eigengeschichten, Interviewvereinbarungen oder sogenannte Agendatermine, wie zum Beispiel eine Pressekonferenz sein. Naturgemäss ist der Inhalt der daraus entstehenden Geschichten noch unausgegoren, die Stossrichtung sollte im Idealfall aber bereits skizziert werden. Wer clever ist, kontaktiert  Gesprächspartner bereits am Vorabend.</p>
<p>Dann geht die Recherche los – und ja, die findet in erster Linie mit Computer und Internet statt. Nehmen wir an, ich habe mir zur Aufgabe gesetzt, die Auswirkungen eines Ja zur Pauschalbesteuerungs-Initiative auf den Steuerertrag von wohlhabenden Gemeinden zu untersuchen: Gerne würde ich dafür ins zürcherische Zollikon reisen, um mir vom Gemeindepräsidenten die Strasse zeigen zu lassen, wo seit der kantonalen Abschaffung ein paar Superreiche weggezogen sind (und wohl ebenso viele wieder hinzugezogen). Vielleicht wäre auch ein Besuch beim lokalen Bootsbauer oder in der englischsprachigen Privatschule aussagekräftig.</p>
<p>Das Gesamtbild meines Artikels würde damit sicherlich reicher werden, aber weil es sich nicht um eine bahnbrechende Fragestellung handelt und featuremässige Elemente nicht zwingend sind, wird der Artikel am folgenden Tag erscheinen müssen – was rein zeitlich den Augenschein am Zürichsee verunmöglicht. Also nehme ich das Telefon zur Hand und versuche mir die entscheidenden Fakten von der Gemeinde und dem kantonalen Steueramt zu geben. Ein paar Statements von Politikern runden die Geschichte ab.</p>
<p>Im Idealfall – der allerdings kaum je eintrifft – habe ich die Informationen bis 14 Uhr beisammen, denn dann findet die entscheidende Nachmittagssitzung statt. Wieder in enger Koordination mit der Tagesleitung in Aarau wird entschieden, welche Geschichte in welcher Länge am nächsten Tag ins Blatt kommt. Braucht es vielleicht noch ein Kurzinterview oder eine Informations-Box dazu? Dass jemand der anwesenden Redaktoren keine Zeile für die nächste Ausgabe schreibt, ist definitiv die Ausnahme. Im Regelfall gilt: Ein Artikel pro Redaktor und Tag. Ist es eine grössere Geschichte, können wegen Front-Text und Kommentar schnell auch drei daraus werden. Bei anderen Zeitungen mag diese Kadenz ein bisschen tiefer liegen, auf Online-Redaktionen dafür umso höher.</p>
<p>Welche schreibende Journalisten gehen also heute noch regelmässig raus? Gewiss, bei Wochen- oder Monatspublikationen ist der Zeitdruck geringer und sogar bei Tageszeitungen mag es ein paar Exoten geben, die ein Reporterleben aus dem Bilderbuch führen. Die Regel sind sie aber gewiss nicht. Am ehesten finden sich noch freie Journalisten, die sich, abgekoppelt vom redaktionellen Alltag, die Zeit für eine ausgiebige Recherche vor Ort nehmen können. Doch dann müssen sie für ihre Geschichte zuerst einen Abnehmer finden – und rechnen am Ende wohl besser nicht nach, wie hoch der Stundenansatz für ihre Arbeit war.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/">In der Regel ein Artikel pro Redaktor und Tag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ente ist aus, Koch ist abgehauen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/03/ente-ist-aus-koch-ist-abgehauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Nov 2014 11:52:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Mauer]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Illustrierte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Kolumnist erlebte im November 1989 die welthistorischen Umwälzungen als Reporter in der DDR hautnah. Für die «Schweizer Illustrierte» berichtete er aus Leipzig und Berlin – ganz ohne Internet und Laptop. Ereignisse von dieser Dimension liessen sich auch heute nur mit Reportagen verständlich erklären, findet Nik Niethammer. «Die Mauer ist in gleissendes Scheinwerferlicht getaucht. Volkspolizisten <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/03/ente-ist-aus-koch-ist-abgehauen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Kolumnist erlebte im November 1989 die welthistorischen Umwälzungen als Reporter in der DDR hautnah. Für die «Schweizer Illustrierte» berichtete er aus Leipzig und Berlin –  ganz ohne Internet und Laptop. Ereignisse von dieser Dimension liessen sich auch heute nur mit Reportagen verständlich erklären, findet Nik Niethammer.</strong><br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n.jpg" alt="" width="960" height="640" class="alignnone size-full wp-image-74086" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n.jpg 960w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n-768x512.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2014/11/76747521_2655939914500814_9007327837471899648_n-728x485.jpg 728w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><br />
<em>«Die Mauer ist in gleissendes Scheinwerferlicht getaucht. Volkspolizisten haben Absperrgitter aufgestellt, versuchen die Menschenmassen abzudrängen. Ohne Erfolg. Die Menge stampft, johlt. Ein junger Mann hat eine Holzleiter mitgebracht, ist auf die Mauer gestiegen. ‹Sie kommen›, schreit er in die Nacht hinaus.»</em></p>
<p>So beginnt ein Text, den ich vor 25 Jahren für die «Schweizer Illustrierten» geschrieben habe. Er trägt den Titel «Freiheit!» Es sind meine persönlichen Aufzeichnungen einer historischen Nacht. Der Nacht, in der in Berlin die Mauer fiel.</p>
<p><em>«Mehr und mehr Leute versuchen, auf die Mauer zu klettern. Sie werden von Polizisten zurückgehalten. Auf der Westseite ertönen Klopfgeräusche. Jemand bearbeitet die Wand mit einem Hammer. Erst zaghaft, dann stärker. Die Menge wogt im Takt der Schläge. Eine Frau schlägt sich die Hände vor das Gesicht, weint hemmungslos. Die Schlaggeräusche verstummen wieder. Totenstille. Dann ertönen Pressluftbohrer. Zuerst einer, dann werden es mehr. Die Wand vibriert. Fotografen und Kameraleute stürzen nach vorn.»</em></p>
<p>Man nennt es Reporterglück. Auf der Redaktion war ein Kollege krank geworden, also bat mich Jörg Kachelmann, damals Nachrichtenchef der «Schweizer Illustrierten», die Ereignisse in der DDR im Auge zu behalten. Im Oktober 1989 reiste ich nach Leipzig und erlebte mit, wie Zehntausende Menschen nach dem wöchentlichen Friedensgebet in der Nikolaikirche durch das Zentrum zogen, «Jetzt oder nie, Demokratie» skandierten. Ich wurde in Ostberlin Zeuge, wie Polizei und Staatssicherheit mit Gewalt gegen Protestierende vorgingen. Und ich traf die Ikone der Protestbewegung, die ebenso faszinierende wie scheue Bärbel Bohley, Mitbegründerin des Neuen Forums, in ihrer kleinen Wohnung im Prenzlauer Berg. Vor hier aus führte sie den friedlichen Kampf gegen die SED-Diktatur.</p>
<p><em>«Dort, wo jemand «DDR» an die Wand gesprayt hat, bröckelt der Beton. Ein kleiner Riss wird sichtbar. Die, die zuvorderst stehen, werden beinahe erdrückt. Polizisten bringen sie in Sicherheit. Durch den Riss in der Mauer dringt ein feiner Lichtstrahl. Der Blick wird frei auf Baumaschinen, Lastwagen und Arbeiter in grauen Overalls. Wildfremde Menschen fallen sich in die Arme. Es ist Samstagmorgen, der 11. November 1989. Um 2 Uhr 47 wird in der Bernauerstrasse in Ost-Berlin die Mauer aufgebrochen.»</em></p>
<p>Zwei Tage zuvor, am Abend des 9. November, antwortete SED-Funktionär Günter Schabowski an einer Pressekonferenz in Berlin auf die Frage, wann die neue grosszügige Reiseregelung ins westliche Ausland für DDR-Bürger in Kraft trete, mit dem lapidaren, legendären Satz: «Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich.» Heute würde diese Nachricht innerhalb von Sekunden durchs weltweite Netz rauschen, millionenfach in sozialen Netzwerken geteilt werden. Buzzfeed würde eine Liste posten: «15 Dinge, die sie über die Berliner Mauer noch nicht wussten.» Und die Heftig-Macher würden texten: «20 Bilder, die dir die Tränen in die Augen treiben, Nummer 11 hat uns umgehauen.» Aber damals? Twitter, Facebook, Instagram – Fehlanzeige. Internet? Noch ohne Bedeutung. Die ersten Meldungen von der Maueröffnung las ich auf dem Telex – am nächsten Morgen bestiegen  Fotograf Charles Seiler die Maschine der PanAm nach Berlin-Tegel.</p>
<p><em>«Beim Übergang Invalidenstrasse stauen sich die Fahrzeuge kilometerlang. Viele haben ihre Autos einfach stehen lassen, strömen zu Fuss über die weisse Grenzlinie in den anderen Stadtteil. Dort bilden Zehntausende von Westberlinern eine Gasse, bespritzen die Ankömmlinge mit Champagner, beschenken sie mit Kuchen und Früchten. Die im Schritttempo fahrenden Trabis werden von Zuschauern durchgeschüttelt, mit den Händen trommeln sie auf die Fahrzeugdächer. Über Lautsprecher fordert ein Westberliner Polizist die Menge auf, «nicht so doll draufzuschlagen, weil die sonst kaputt gehen.»</em></p>
<p>«Gute Reportagen fangen die Zeit ein, sehr gute Reportagen frieren die Zeit ein, und wenn man sie auftaut, Jahre später, dann sind sie immer noch so wahr, wie sie waren, als sie geschrieben wurden.» Sagt Spiegel-Redaktor Cordt Schnibben. Ein hoher Anspruch. Wenn ich heute meinen Text von damals lese, sind die Bilder wieder da: Der junge Ostberliner, der mir freudestrahlend eine Dose Pal hinstreckt, die er von den 100 Mark Begrüssungsgeld für seinen Hund gekauft hat, «weil ich das vom Westfernsehen kenne.» Oder der Betreiber einer Peep-Show am Bahnhof-Zoo, der den Umsatz seines Lebens machte, «die Mädchen arbeiten nonstop». Unvergessen auch der junge Vietnamese am Potsdamer Platz, Betreiber eines kleinen Imbiss. Auf die Frage, ob wir eine Kleinigkeit essen können, schleudert er mir entgegen: «Ente ist aus, Koch ist abgehauen».</p>
<p>Nach 48 Stunden ohne Schlaf in einer Stadt im Ausnahmezustand flogen wir am Sonntagmittag nach Zürich zurück. Aufgewühlt. Völlig neben der Spur. Charles Seiler brachte seine Filmrollen ins Labor, ich ordnete meine Notizen – einen Laptop, auf dem man unterwegs oder im Flugzeug hätte schreiben können, gab es damals noch nicht &#8211; haute 15‘000 Anschläge in die Tasten und produzierte die zwölf Seiten starke Titelgeschichte. Um 17 Uhr verliess ein Kurier mit Text und Bildern die Dufourstrasse Richtung Druckerei in Zofingen. Und ich taumelte nach Hause, zu müde, um irgend etwas zu empfinden.</p>
<p>Warum ich das aufschreibe? Weil der Beruf des Reporters – Medienkrise hin oder her – noch immer der schönste der Welt ist. Und weil ich mir wünsche, dass gerade junge Journalistinnen und Journalisten das Handwerk der Reportage nicht verlernen: Also denn: geht raus. Kriecht in andere Menschen hinein. Werdet zum Entdecker. Erzählt Geschichten. Und hört auf, alles zu ergoogeln.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/03/ente-ist-aus-koch-ist-abgehauen/">Ente ist aus, Koch ist abgehauen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Der Irrweg «Multimedia-Reportage»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/08/der-irrweg-multimedia-reportage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Sep 2014 14:48:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Snowfall]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So manches Nachrichtenangebot experimentiert mit multimedialen Darstellungsformen. Das ist zwar schön und gut, aber kein Allheilmittel. Oftmals ist es sogar kontraproduktiv.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/08/der-irrweg-multimedia-reportage/">Der Irrweg «Multimedia-Reportage»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So manches Nachrichtenangebot experimentiert mit multimedialen Darstellungsformen. Das ist zwar schön und gut, aber kein Allheilmittel. Oftmals ist es sogar kontraproduktiv.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/08/der-irrweg-multimedia-reportage/">Der Irrweg «Multimedia-Reportage»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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