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	<title>Sascha Lobo | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 30 Sep 2020 20:26:10 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Wie Sascha Lobo vom «irgendwas mit digital»-Typ zur deutschen Internet-Instanz wurde</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/09/29/wie-sascha-lobo-vom-irgendwas-mit-digital-typ-zur-deutschen-internet-instanz-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2020 12:10:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist kompliziert, dieses Internet. Doch zum Glück gibt es Sascha Lobo. Der Berliner übernimmt seit mehr als einem Jahrzehnt den beschwerlichen Job, den Deutschen das Web und seine Folgen zu erklären. Ob in „Die Mensch-Maschine“, seiner 2011 gestarteten Spiegel-Online-Kolumne, auf der Konferenzbühne oder in seinen Büchern, von denen jedes zum Bestseller wurde – der meinungsfreudige Internet-Vorsteher mit dem auffälligen roten Iro polarisiert. In der neuen Folge des OMR Podcasts sprechen der Autor und Philipp Westermeyer darüber, wie Lobo vom Längstzeitstudenten zur Web-Ikone wurde, warum er Tiktok liebt und weshalb er sich nicht sorgt, jemals nichts mehr zu erklären zu haben.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/29/wie-sascha-lobo-vom-irgendwas-mit-digital-typ-zur-deutschen-internet-instanz-wurde/">Wie Sascha Lobo vom «irgendwas mit digital»-Typ zur deutschen Internet-Instanz wurde</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist kompliziert, dieses Internet. Doch zum Glück gibt es Sascha Lobo. Der Berliner übernimmt seit mehr als einem Jahrzehnt den beschwerlichen Job, den Deutschen das Web und seine Folgen zu erklären. Ob in „Die Mensch-Maschine“, seiner 2011 gestarteten Spiegel-Online-Kolumne, auf der Konferenzbühne oder in seinen Büchern, von denen jedes zum Bestseller wurde – der meinungsfreudige Internet-Vorsteher mit dem auffälligen roten Iro polarisiert. In der neuen Folge des OMR Podcasts sprechen der Autor und Philipp Westermeyer darüber, wie Lobo vom Längstzeitstudenten zur Web-Ikone wurde, warum er Tiktok liebt und weshalb er sich nicht sorgt, jemals nichts mehr zu erklären zu haben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/29/wie-sascha-lobo-vom-irgendwas-mit-digital-typ-zur-deutschen-internet-instanz-wurde/">Wie Sascha Lobo vom «irgendwas mit digital»-Typ zur deutschen Internet-Instanz wurde</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Der tägliche Meinungsfreiheitskampf</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/11/06/der-taegliche-meinungsfreiheitskampf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2019 15:13:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Debatte über Meinungsfreiheit geht in die falsche Richtung: Sie ist weder akut bedroht noch absolut sicher, sondern Gegenstand eines ständigen Aushandlungsprozesses &#8211; gerade in der digitalen Transformation.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/06/der-taegliche-meinungsfreiheitskampf/">Der tägliche Meinungsfreiheitskampf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Debatte über Meinungsfreiheit geht in die falsche Richtung: Sie ist weder akut bedroht noch absolut sicher, sondern Gegenstand eines ständigen Aushandlungsprozesses &#8211; gerade in der digitalen Transformation.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/11/06/der-taegliche-meinungsfreiheitskampf/">Der tägliche Meinungsfreiheitskampf</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Sascha Lobo über Digitalisierung: «Ich versuche verzweifelt, Optimist zu bleiben»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/20/sascha-lobo-ueber-digitalisierung-ich-versuche-verzweifelt-optimist-zu-bleiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Sep 2019 08:20:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Digitalisierung hat die Welt rasend schnell verändert – und viele überrascht. Sascha Lobo (44), der berühmteste deutschsprachige Internetexperte und Blogger, rät, sich diesen neuen Realitäten zu stellen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/20/sascha-lobo-ueber-digitalisierung-ich-versuche-verzweifelt-optimist-zu-bleiben/">Sascha Lobo über Digitalisierung: «Ich versuche verzweifelt, Optimist zu bleiben»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Digitalisierung hat die Welt rasend schnell verändert – und viele überrascht. Sascha Lobo (44), der berühmteste deutschsprachige Internetexperte und Blogger, rät, sich diesen neuen Realitäten zu stellen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/20/sascha-lobo-ueber-digitalisierung-ich-versuche-verzweifelt-optimist-zu-bleiben/">Sascha Lobo über Digitalisierung: «Ich versuche verzweifelt, Optimist zu bleiben»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Epoche des Mediennihilismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/10/19/die-epoche-des-mediennihilismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Oct 2017 08:47:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sascha Lobo sucht in seiner Kolumne nach Erklärungen für den grassierenden Mediennihilismus, der sich im Konsens von links bis rechts manifestiere: «Die Medien sind schuld». Was lässt sich dagegen tun? Lobo empfiehlt radikale Transparenz, denn: «Journalismus ist heute auch ein ständiger Kampf gegen die eigene Entlarvbarkeit, der nicht per Verschweigen oder gar Vertuschen geführt werden <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/woran-die-medien-wirklich-schuld-sind-sascha-lobo-kolumne-a-1173504.html">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sascha Lobo sucht in seiner Kolumne nach Erklärungen für den grassierenden Mediennihilismus, der sich im Konsens von links bis rechts manifestiere: «Die Medien sind schuld». Was lässt sich dagegen tun? Lobo empfiehlt radikale Transparenz, denn: «Journalismus ist heute auch ein ständiger Kampf gegen die eigene Entlarvbarkeit, der nicht per Verschweigen oder gar Vertuschen geführt werden darf.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/19/die-epoche-des-mediennihilismus/">Die Epoche des Mediennihilismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachrichten veralten immer schneller</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/13/nachrichtenzyklus-und-jetzt-die-danachrichten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Apr 2016 10:37:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erinnern Sie sich noch an die Panama Papers? Haben Sie das mit Wolfgang Schäuble und der Bundesbank mitbekommen? Nein? Das hat damit zu tun, dass Nachrichten heute noch schneller altern als früher.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/13/nachrichtenzyklus-und-jetzt-die-danachrichten/">Nachrichten veralten immer schneller</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erinnern Sie sich noch an die Panama Papers? Haben Sie das mit Wolfgang Schäuble und der Bundesbank mitbekommen? Nein? Das hat damit zu tun, dass Nachrichten heute noch schneller altern als früher.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/13/nachrichtenzyklus-und-jetzt-die-danachrichten/">Nachrichten veralten immer schneller</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Vernetzte Dummheit?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/22/vernetzte-dummheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jan 2016 12:29:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentarkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Leserkommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer mehr Menschen schlagen ob der unendlichen Dummheit in den Kommentarspalten der Medien und auf sozialen Plattformen im Internet die Hände über dem Kopf zusammen. Jüngst auch Sascha Lobo in seiner «Spiegel Online»-Kolumne. Ein ganz falscher Ansatz. Seit das Internet zu dem geworden ist, was sich Netzeuphoriker und Optimisten schon immer gewünscht hatten, nämlich eine <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/22/vernetzte-dummheit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer mehr Menschen schlagen ob der unendlichen Dummheit in den Kommentarspalten der Medien und auf sozialen Plattformen im Internet die Hände über dem Kopf zusammen. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo-kolumne-hilferuf-an-die-mindestens-durchschnittlich-begabten-a-1072955.html" target="_blank">Jüngst auch Sascha Lobo</a> in seiner «Spiegel Online»-Kolumne. Ein ganz falscher Ansatz.<br />
<span id="more-26637"></span><br />
Seit das Internet zu dem geworden ist, was sich Netzeuphoriker und Optimisten schon immer gewünscht hatten, nämlich eine Plattform, wo sich alle jederzeit über alles austauschen und auslassen können, gehört es zum guten Ton, sich über das mentale Grounding der Menschheit zu beklagen. Vor zehn Jahren bezeichnete Starwerber Jean-Remy von Matt die Blogs als <a href="http://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/jean-remy-von-matt-und-die-blogger-die-wut-der-klowaende/2607518.html" target="_blank">«Klowände des Internets»</a> – und zog einen Shitstorm der empörten Blogger auf sich. Heute würden ihm mit Blick auf die Kommentarspalten viele beipflichten.</p>
<p>Shitstorms, abstruse Verschwörungstheorien, Gerülpstes und Gekotztes, meist in bedenklicher Orthographie und frei von jedem Realitätsbezug, jeder Logik oder Kausalität, ergiesst sich ins Internet und über alle sogenannten sozialen Plattformen. Im deutschen Sprachraum noch um die Besonderheit ergänzt, dass auch eine Diskussion über Kochrezepte oder Briefmarkensammeln spätestens beim zehnten Kommentar einen Verweis auf die nationalsozialistische Vergangenheit enthält – <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law" target="_blank">Godwin lässt grüssen</a>.</p>
<p>Selten bis nie ergibt sich eine anregende Diskussion, entweder herrscht die Grundhaltung vor «das wollte ich schon immer mal sagen», oder die Kommentarschreiber oder Poster verbeissen sich schnell in Privatscharmützel, bei denen das einzig erkennbare Ziel zu sein scheint, verzweifelt das letzte Wort zu behalten und allen anderen Saures zu geben. Nicht selten sind sogar pathologische Fälle, in denen die gleiche Person unter verschiedenen Pseudonymen mit sich selbst diskutiert.</p>
<p>Der «Spiegel»-Online-Kolumnist Sascha Lobo spricht sogar vom <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo-kolumne-hilferuf-an-die-mindestens-durchschnittlich-begabten-a-1072955.html" target="_blank">«Deppenmagnet deutsches Facebook»</a> und schliesst seine aktuelle Kolumne mit einem verzweifelten Hilferuf: «Bitte, mindestens durchschnittlich Begabte, kommt zu uns ins Netz! Diskutiert mit, redet mit, zeigt euch! Lasst uns nicht allein mit den stumpfen Horden. Kommt! Wir halten nicht mehr lange durch im digitalen Stalingrad der Vollidiotie.»</p>
<p>Hat er recht? Ich meine, nein. Sein Hilferuf ist nämlich durch die Enttäuschung motiviert, dass er «die breite Bevölkerung dieses Landes bisher für kognitiv geschmeidiger halten wollte». Etwas weniger verschwurbelt ausgedrückt, will er uns damit sagen: Ich wusste nicht, dass ich von so vielen Deppen umzingelt bin. Damit wären wir bei einer klassischen Huhn-oder-Ei-Frage angelangt: Verdummt das Internet oder führt es uns nur die auch schon vorher vorhandene Dummheit breiter Bevölkerungskreise vor Augen? So kann man diese Frage nicht stellen, hätte Elder Statesman Helmut Schmidt selig in souveräner Arroganz geantwortet.</p>
<p>Das Internet führt nämlich Kolumnisten, Feuilletonisten, Meinungsträgern und Publizisten nur vor Augen, dass sie vor sehr kleinen Lagerfeuern wilde Kriegstänze aufführen, die die überwältigende Mehrheit der Zeitgenossen schlichtweg einen feuchten Dreck interessieren. Wobei eigentlich überall, wo die Einladung existiert, munter kommentiert wird. Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne eines Europäers liegt bei ca. 60 Sekunden, bei Jugendlichen im Internet bei acht Sekunden. Fast die Hälfte der Bevölkerung des Landes der Dichter und Denker ist nicht in der Lage, einen einfachen Satz mit Nebensatz nach Lektüre problemfrei wiederzugeben. Schon am Wort «kognitiv» scheitern mindestens so viele. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Absondern eines Kommentars im Internet das Überspringen einiger technologischer Hürden, die Beherrschung einer Tastatur sowie Zeit und Energie zur Voraussetzung hat.</p>
<p>Das «digitale Stalingrad der Idiotie», das Lobo beklagt, wird also nur von Idioten betreten, die zumindest weniger blöd als weite Kreise der Bevölkerung sind, die nicht im Traum daran denken würden, etwas ins Netz zu stellen und wohl dazu auch gar nicht in der Lage wären. Um das Stalingrad herum liegen noch unendliche Weiten. Abgesehen davon, dass dem tapferen Kämpfer gegen Idiotie hier selbst eine idiotische Metapher eingefallen ist: In Stalingrad hat ja nicht die Dummheit, sondern das Gute gesiegt.</p>
<p>Wen meint nun Lobo mit «wir», denen geholfen werden sollte? Nun, offenbar alle Menschen, die wie er und wie ich das Bedürfnis haben, ihre Meinung, ihre Ansichten, ihre Analysen oder was auch immer als Autoren, Journalisten, Schriftsteller einer breiteren Öffentlichkeit mitzuteilen. Das Vertrackte am Schreiben ist ja, dass man sich nur ungern den Papierkorb oder die Festplatte als geeigneten Empfänger vorstellen will. Man gibt sich vielmehr der Illusion hin, dass ein zweifellos bedeutendes, gut lesbares und wichtiges Werk von möglichst vielen aufmerksam gelesen, verstanden, rezipiert wird und einen unverzichtbaren Beitrag zur Aufklärung, zur Beförderung von Erkenntnis und überhaupt zur Besserung der Menschheit darstellt. Das interaktive Internet ist nur ein gnadenloser Spiegel, der jedem Autor, jedem Journalisten die Reaktion des breiten Publikums auf seine Werke vor die Nase hält.</p>
<p>Im vordigitalen Zeitalter konnte man sich in kleinen Kreisen von Gleichgesinnten am Lagerfeuer der eigenen Bedeutung erwärmen, erhielt vielleicht auch Zuspruch aus dem eigenen sozialen Umfeld, das man mit der Frage belästigte: «Hast du meinen letzten Artikel schon gelesen?» Wurde das dann noch durch gelegentliche Zuschriften von mehr oder weniger begeisterten Lesern ergänzt, war man sich sicher: Das hat aber in der breiten Öffentlichkeit für Hallo gesorgt. Das Internet tut nun nichts weiter, als einen brutal aus dieser Illusion zu reissen.</p>
<p>Der Leser von Geschriebenem, der es zu Ende liest und sogar ansatzweise verstanden hat, ist eine klitzekleine Minderheit, die «happy few», wie das Stendhal nannte, als man ihn fragte, für wen er eigentlich schreibe. Was sich ins Internet ergiesst, ist also keinesfalls Anlass, «o tempora, o mores» zu rufen, über kognitive Defizite zu lamentieren oder nach Hilfe zu rufen. Im Gegenteil. Es ist heilsam und fördert Erkenntnis. Die Einsicht, dass die Letztbegründung fürs Schreiben ganz banal ist: Man tut’s, weil man muss und eigentlich auch nichts anderes kann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/22/vernetzte-dummheit/">Vernetzte Dummheit?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Meinungsbildung à la Internet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/07/01/griechenlandkrise-meinungsbildung-a-la-internet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2015 09:40:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man sollte meinen, zu Themen wie der Griechenlandkrise könne man sich als Netznutzer eine fundierte Meinung bilden. Tatsächlich klappt es auch mit der Meinung &#8211; nur begründen kann man sie nicht immer. Aber das muss nicht falsch sein.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/01/griechenlandkrise-meinungsbildung-a-la-internet/">Meinungsbildung à la Internet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man sollte meinen, zu Themen wie der Griechenlandkrise könne man sich als Netznutzer eine fundierte Meinung bilden. Tatsächlich klappt es auch mit der Meinung &#8211; nur begründen kann man sie nicht immer. Aber das muss nicht falsch sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/01/griechenlandkrise-meinungsbildung-a-la-internet/">Meinungsbildung à la Internet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die verlogene Wut beim Posten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/25/die-verlogene-wut-beim-posten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2015 18:59:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Germanwings]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeder weiß, wie man sich auf einer Beerdigung verhält. Aber wie reagiert man, wenn der Tod von 150 Menschen bekannt wird? Die Netzreaktionen auf den Germanwings-Absturz zeigen, dass es online kein richtiges oder falsches Trauern gibt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/25/die-verlogene-wut-beim-posten/">Die verlogene Wut beim Posten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder weiß, wie man sich auf einer Beerdigung verhält. Aber wie reagiert man, wenn der Tod von 150 Menschen bekannt wird? Die Netzreaktionen auf den Germanwings-Absturz zeigen, dass es online kein richtiges oder falsches Trauern gibt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/25/die-verlogene-wut-beim-posten/">Die verlogene Wut beim Posten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Diskussionskultur im Internet: Verfassung für Verfasser</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/18/diskussionskultur-im-internet-verfassung-fuer-verfasser/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2015 10:14:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentarkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Trolle]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Kommentieren in Internetforen erreicht demnächst eine neue zivilisatorische Stufe. Höchste Zeit, einmal ein grundlegendes Regelwerk für diese wichtige Kulturtechnik zu formulieren.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/18/diskussionskultur-im-internet-verfassung-fuer-verfasser/">Diskussionskultur im Internet: Verfassung für Verfasser</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Kommentieren in Internetforen erreicht demnächst eine neue zivilisatorische Stufe. Höchste Zeit, einmal ein grundlegendes Regelwerk für diese wichtige Kulturtechnik zu formulieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/18/diskussionskultur-im-internet-verfassung-fuer-verfasser/">Diskussionskultur im Internet: Verfassung für Verfasser</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nach «Charlie Hebdo»: Die Medien und die grosse Ratlosigkeit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/14/nach-charlie-hebdo-die-medien-und-die-grosse-ratlosigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jan 2015 16:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel Online]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Charlie Hebdo]]></category>
		<category><![CDATA[Ratlosigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Medien sind zur Nichtratlosigkeit verdammt, sie müssen alles sofort erklären. Ein Problem, das längst auch die Politik betrifft. Doch wer immer eine Erklärung in der Tasche braucht, der muss auch mal versagen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/14/nach-charlie-hebdo-die-medien-und-die-grosse-ratlosigkeit/">Nach «Charlie Hebdo»: Die Medien und die grosse Ratlosigkeit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Medien sind zur Nichtratlosigkeit verdammt, sie müssen alles sofort erklären. Ein Problem, das längst auch die Politik betrifft. Doch wer immer eine Erklärung in der Tasche braucht, der muss auch mal versagen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/14/nach-charlie-hebdo-die-medien-und-die-grosse-ratlosigkeit/">Nach «Charlie Hebdo»: Die Medien und die grosse Ratlosigkeit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Shitstorms im Internet: Digitale Diarrhoe</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/18/shitstorms-im-internet-digitale-diarrhoe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicole Vontobel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Nov 2014 21:44:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Shitstorm]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=2292</guid>

					<description><![CDATA[<p>Shitstorms, also die «Empörung in der Öffentlichkeit», seien «ein wichtiges politisches Instrument», erklärt uns Sascha Lobo. Kissler kontert, sie seien nichts anderes als eine «gelenkte Verbaloffensive von gelangweilten Internetjunkies gegen irgendjemanden oder irgendetwas». Droht uns nun der «Angriff der Killertomaten» in Form von digitaler Diarrhoe?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/18/shitstorms-im-internet-digitale-diarrhoe/">Shitstorms im Internet: Digitale Diarrhoe</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Shitstorms, also die «Empörung in der Öffentlichkeit», seien «ein wichtiges politisches Instrument», erklärt uns Sascha Lobo. Kissler kontert, sie seien nichts anderes als eine «gelenkte Verbaloffensive von gelangweilten Internetjunkies gegen irgendjemanden oder irgendetwas». Droht uns nun der «Angriff der Killertomaten» in Form von digitaler Diarrhoe?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/18/shitstorms-im-internet-digitale-diarrhoe/">Shitstorms im Internet: Digitale Diarrhoe</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sobooks: Die Verschmelzung von Buch und Internet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/20/sobooks-die-verschmelzung-von-buch-und-internet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2014 15:53:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[E-Book]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Kappes]]></category>
		<category><![CDATA[Sobooks]]></category>
		<category><![CDATA[Social Books]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sascha Lobo und Christoph Kappes haben auf der Frankfurter Buchmesse ihre Bücher-Plattform “Sobooks” gelauncht. Über die Hintergründe und ihre Ziele sprach Sascha Lobo mit uns im Interview.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sascha Lobo und Christoph Kappes haben auf der Frankfurter Buchmesse ihre Bücher-Plattform “Sobooks” gelauncht. Über die Hintergründe und ihre Ziele sprach Sascha Lobo mit uns im Interview.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/20/sobooks-die-verschmelzung-von-buch-und-internet/">Sobooks: Die Verschmelzung von Buch und Internet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Internet kaputt! Nicht kaputt!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/01/21/internet-kaputt-nicht-kaputt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2014 12:45:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Georgi]]></category>
		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Betschon]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Michael]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Constantin Seibt]]></category>
		<category><![CDATA[Evgeny Morozov]]></category>
		<category><![CDATA[Jeanette Hofmann]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Seemann]]></category>
		<category><![CDATA[Debatten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>2014 startet mit einer Grossdebatte um das Internet und die Überwachung. Nach einem Text von Sascha Lobo erscheinen Beiträge von Guido Berger, Wolfgang Michal, Evgeny Morozov, Stefan Betschon, Michael Seemann, Oliver Georgi, Jeanette Hofmann und Constantin Seibt. Ein Überblick mit Einordnung. «Die digitale Kränkung des Menschen» (faz.net, Sascha Lobo, 11. Januar) «Ich habe mich geirrt, <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/21/internet-kaputt-nicht-kaputt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>2014 startet mit einer Grossdebatte um das Internet und die Überwachung. Nach einem Text von Sascha Lobo erscheinen Beiträge von Guido Berger, Wolfgang Michal, Evgeny Morozov, Stefan Betschon, Michael Seemann, Oliver Georgi, Jeanette Hofmann und Constantin Seibt. Ein Überblick mit Einordnung.<br />
<span id="more-17648"></span><br />
<img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-17667" title="Sascha Lobo" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/01/sascha-lobo.jpg" alt="" width="120" height="120" /><strong><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/abschied-von-der-utopie-die-digitale-kraenkung-des-menschen-12747258.html?printPagedArticle=true">«Die digitale Kränkung des Menschen»</a></strong><br />
(faz.net, Sascha Lobo, 11. Januar)<em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>«Ich habe mich geirrt, und zwar auf die für Experten ungünstigste Art, also durch Naivität.»</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Hund beisst Mann &#8211; keine Nachricht. Aber Mann beisst Hund &#8211; unbedingt eine Nachricht! Wenn also «Deutschlands bekanntester Internet-Experte» Sascha Lobo sagt, das Ding sei «kaputt», dann ist das für alle, die durch das Ding bisher Nachteile erfahren haben, also zum Beispiel Zeitungsjournalisten, eine willkommene Nachricht, die sie sofort und gerne weiterverbreiten. Dass es womöglich eher banal ist, dass eine Einzelperson sich etwas vorgestellt hat und nun von seinen Vorstellungen enttäuscht wurde, spielt da keine Rolle. Was die im Text sechs Mal von Lobo erwähnte «Netzgemeinde» ist, will und macht, bleibt unklar und folglich auch unwichtig.</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-17718" title="Guido Berger" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/01/guido-berger.jpg" alt="" width="120" height="120" /><strong><a href="http://www.srf.ch/wissen/digital/trau-keinem-internet-experten">«Trau keinem Internet-Experten»</a></strong><br />
(srf.ch, Guido Berger, 13. Januar)<em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>«Einer wie Sascha Lobo lebt von Zuspitzungen.»</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>SRF-Digitalredaktor Guido Berger war einer der ersten, der auf Lobos Artikel reagierte, mit dem Herunterholen der Thesen auf das Einerseits-Andererseits: «So wenig wie das Internet den Weltfrieden brachte und alle plötzlich kreativ und frei wurden, so wenig ist es jetzt plötzlich nur noch der verlängerte Arm von Tyrannen und Spionen.» Lobo erledige, was Journalisten von einem Experten erwarten, nämlich «komplexe Themen verkürzt erklärt zu bekommen». Dass Berger auch einer dieser «Experten» ist, kann man dem Schlusssatz entnehmen: «Wenn also selbsternannte Internet-Experten behaupten, sie könnnen dieses Internet in einem Satz erklären oder ein komplexes Problem ganz einfach lösen, dann ist gesunde Skepsis wohl die beste Reaktion.» Genau, gesunde Skepsis ist ein hervorragender Ratgeber, hat doch Lobo weder sich selbst zu einem Internet-Experten ernannt, noch das Internet in einem Satz erklärt, noch behauptet, ein komplexes Problem ganz einfach lösen zu können.</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-17669" title="Wolfgang Michal" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/01/wolfgang-michal.jpeg" alt="" width="120" height="120" /><strong><a href="http://www.carta.info/69001/sascha-lobos-buse-und-neubeginn/">«Sascha Lobos Busse und Neubeginn»</a></strong><br />
(carta.info, Wolfgang Michal, 14. Januar)<em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>«Nachdem Lobo viele, viele Absätze lang über seine Abkehr von den alten Illusionen philosophierte und seine frühere Naivität öffentlich geißelte, kommt er uns schon wieder mit … naivem Idealismus. Sollen wir darüber frohlocken?»</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Wolfgang Michal analysiert Lobos Büssertum auf lesenswerte Weise und vergleicht die Blindgläubigen unter den Internetfreunden mit den «gutgläubigen Kommunisten der dreißiger Jahre». Enttäuscht ist Michal vor allem vom Schluss, den Lobo zieht, nämlich einfach weiter zu machen mit einem «neuen Internetoptimismus». Dazu gebe es gar keinen Anlass.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-17663" title="Evgeny Morozov" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/01/evgeny-morozov.jpg" alt="" width="120" height="120" /><strong><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/morozov-antwortet-lobo-wir-brauchen-einen-neuen-glauben-an-die-politik-12752129.html?printPagedArticle=true">«Wir brauchen einen neuen Glauben an die Politik!»</a></strong><br />
(faz.net, Evgeny Morozov, 14. Januar)<em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>«Nicht digitalen Optimismus sollten wir kultivieren, sondern Optimismus im Blick auf öffentliche Institutionen und einen neuen Glauben an die Politik.»</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Zusammen mit dem die Debatte entzündenden Text von Lobo bereits geplant war die Antwort der Anti-Internet-Allzweckwaffe der deutschen Medien, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Evgeny_Morozov">Evgeny Morozov</a>, dessen Geschäftsmodell es ist, jenen, die mit gedruckter Ware Geld verdienen, Argumente gegen das Internet zu verkaufen (siehe dazu auch <a href="https://medienwoche.ch/2013/04/02/kollektiv-der-konservativen/">«Kollektiv der Konservativen»</a> vom 2. April 2013).</p>
<p>Morozov, geboren im realsozialistischen Weissrussland und ausgebildet an Universitäten in den USA, Bulgarien und Deutschland, fordert die Investition von «Milliarden in eine öffentliche Informationsinfrastruktur». «Sie muss dezentral und öffentlich sein, mit Bürgern, die ihre eigenen Daten von Beginn an besitzen», schreibt er. Es klingt wunderbar, aber ich scheitere sofort, wenn ich mir das in der Realität vorzustellen versuche. Man überlege sich nur mal, ob es das Internet, so wie wir es heute benutzen, überhaupt geben würde, wenn dessen Entwicklung nicht von privaten Unternehmen vorangetrieben, sondern von öffentlich-rechtlichen Gebilden vorgenommen worden wäre, von der ARD, dem ZDF, der SRG. Oder direkt von Deutschland, der Schweiz oder der EU. Man kann davon ausgehen, dass es in einem ganz anderen Zustand wäre. Mit weniger Überwachung? Morozov wird davon überzeugt sein.</p>
<p>Europa hat es trotz Hunderten von Millionen Euro Fördersubventionen nicht geschafft, eine welt- oder auch nur europaweit beliebte Suchmaschine zu etablieren, die Google das Wasser abgraben hätte können (Stand aktuell: Google hat in Deutschland einen <a href="http://www.seo-united.de/suchmaschinen.html">Suchmaschinen-Marktanteil</a> von über 90 Prozent). Das seit bald zehn Jahren geförderte Projekt <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Quaero">Quaero</a> beispielsweise kann bisher nicht viel mehr als ein paar <a href="http://www.quaero.org/demos-et-prototypes/">Demos und Prototypen</a> sowie einige auf YouTube (gehört Google) hochgeladene <a href="http://www.youtube.com/watch?v=wrCCvMpNZPs">Image-Videos</a> präsentieren. <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/ohne-google-co-das-elend-der-europaeischen-suchmaschinen-12235626.html?printPagedArticle=true">«Das Elend der europäischen Suchmaschinen»</a> ist auf Faz.net nachzulesen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-17668" title="Stefan Betschon" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/01/stefan-betschon.jpg" alt="" width="120" height="120" /><strong><a href="http://webpaper.nzz.ch/2014/01/16/mobil-digital/KW2G1/ist-das-internet-kaputt?guest_pass=471fba1b66%3AKW2G1%3A3aa688e08888322e2e749dbf15e6e32a486c94b1">«Ist das Internet kaputt?»</a></strong><br />
(nzz.ch, Stefan Betschon, 16. Januar)<em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>«Nicht das Internet ist kaputt, wie Lobo schreibt, sondern der naive Internet-Enthusiasmus.»</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Stefan Betschon zeigt verletzte Gefühle, musste doch jeder, der (wie er) der Internet-Euphorie der letzten Jahre kritisch gegenüber stand, «sich als Ewiggestriger, als Schallplattenverkäufer, Print-Journalist, als Verlierer abkanzeln lassen». Um so mehr freut er sich, «dass im Kopf von Sascha Lobo die Gedanken nun die Richtung gewechselt haben, dass der unbegrenzte Internet-Enthusiasmus einer differenzierteren Betrachtungsweise gewichen ist». Alles korrekt, aber will jemand wirklich behaupten, dass die Welt insgesamt durch das Internet schlechter geworden ist? Falls die Antwort «Ja» lautet, dann aber bitte auch für die Erfindung von Autos, Fahrstühlen, Kreditkarten, Mobiltelefonen und der Elektrizität generell. Neue Technik bringt nun mal neue Probleme mit sich.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-17664" title="Michael Seemann" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/01/michael-seemann.jpeg" alt="" width="120" height="120" /><strong><a href="http://mspr0.de/?p=3927">«Lieber Sascha, wir müssen reden.»</a></strong><br />
(mspr0.de, Michael Seemann, 17. Januar)<em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>«Wer seine Strategie darauf aufbaut, den Kontrollverlust wieder eindämmen zu können, hat keine Strategie.»</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Viel um Verletzungen geht es auch bei der Antwort an Sascha Lobo, die, wie fast immer bei Michael Seemann, sehr ausführlich daherkommt. Es gehe bei der FAZ-Aktion um die Trophäe Sascha Lobo («Schaut her. DER deutsche Internetguru höchstpersönlich hat die Seiten gewechselt»), und anders, als die FAZ ständig abzulenken versuche, sei der Gegner der Staat, und nicht die Unternehmen. Aus dem generell staatsgläubigen und wirtschaftsfeindlichen Berlin ist also überraschenderweise ein «weniger Staat» zu hören: «Jeder Euro und Dollar, der – weltweit – nicht in Geheimdienste fließt, hilft die Überwachung einzuschränken oder zumindest nicht schlimmer werden zu lassen.»</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-17665" title="Oliver Georgi" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/01/oliver-georgi.jpg" alt="" width="120" height="120" /><strong><a href="http://www.faz.net/aktuell/eine-antwort-auf-sascha-lobo-das-internet-ist-nicht-kaputt-12748950.html">«Das Internet ist nicht kaputt»</a></strong><br />
(faz.net, Oliver Georgi, 20. Januar)<em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>«Wir sind es, die unsere Daten bereitwillig dem Internet überlassen, ohne uns großartig darum zu scheren, wer was damit anfängt.»</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Oliver Georgi übernimmt von Sascha Lobo den ominösen Begriff «Netzgemeinde» und hält ihr vor, «sich das Internet als einen Ort erträumt zu haben, an dem die Realität keine Geltung haben würde». Doch das Netz sei «keine bessere Welt, sondern lediglich ein Abbild der bestehenden». Dankenswerterweise erinnert Georgi daran, das für Millionen Menschen in Unrechtsstaaten erst das Internet eine vorher undenkbare «Form des Protests und des öffentlichen Widerstands gegen den Repressionsapparat ermöglicht» habe. Das Verdienst von Edward Snowden sieht er darin, Sascha Lobo und uns alle mit der digitalen Realität bekannt gemacht zu haben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-17696" title="Jeanette Hofmann" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/01/jeanette-hofmann.jpg" alt="" width="120" height="120" /><strong><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/digitaler-wandel-das-internet-ist-nicht-kaputt-aber-die-tradition-des-privaten/9350168.html">«Das Internet ist nicht kaputt, aber die Tradition des Privaten»</a></strong><br />
(tagesspiegel.de, Jeanette Hofmann, 20.1.)<em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>«Das Netz selbst ist intakt, unsere Traditionen des Privaten sind es, die einer Revision bedürfen.»</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Jeanette Hofmann fühlt sich nach der Lektüre des Lobo-Texts wie «nach der Ouvertüre schon wieder nach Hause geschickt», leider komme «Lobos Lamento über den beklagten intellektuellen Trümmerhaufen nicht hinaus». Sie dagegen nimmt die neuenthüllten Entwicklungen als gegeben hin und setzt sich mit der Neuerfindung und dem Neubau der Privatsphäre auseinander. Die «traditionellen Grenzziehungen zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten» gehörten auf den Prüfstand, glaubt sie, und fordert von der Gesellschaft einen «Neubau des Privaten».</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-17662" title="Constantin Seibt" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/01/constantin-seibt.jpg" alt="" width="120" height="120" /><strong><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/Die-Ausloeschung-der-Freiheit/story/17984417">«Die Auslöschung der Freiheit»</a></strong><br />
(tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt, 20.1.)<em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>«In Zusammenarbeit von Regierungen und Konzernen ist ein System fast absoluter Macht entstanden.»</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p></blockquote>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Wie schön, im Tages-Anzeiger von der Sorge um die Freiheit zu lesen! Lobo habe «furchtbar recht», findet Constantin Seibt, denn «etwas Grundsätzliches» habe sich geändert. Die totale Überwachung bringe die zentralen Werte aller Parteien in Gefahr. «Das Einzige», was einen in dieser neuen Welt retten könne, sei, «sich nichts zuschulden kommen zu lassen» &#8211; was die Freiheit gefährde. «Internetüberwachung schlimm!» wäre ein angemessener Titel des Beitrags, der nicht den Ansatz einer Lösung bereithält. Es wäre wünschenswert, Seibt würde sich so wie Lobo in das Thema verbeissen und in weiteren Artikeln Lösungsansätze aufzeigen.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>* * *</strong></p>
<p>Der Ausgangsbeitrag ist eher bedeutungslos, die Debatte hat aber durch Sascha Lobo als öffentliche Büsserfigur einer «Netzgemeinde» eine beträchtliche Breitenwirkung erfahren. Inhaltlich bleibt die Debatte oberflächlich. Einer langen und breiten Diskussion, ob das Internet jetzt «kaputt» oder «nicht kaputt» sei, ist das Schweigen vorzuziehen. In seiner Konstruktion der vernetzten Server ist das Internet eigentlich unkaputtbar; die Frage ist, ob die Überwachung diesen Raum unbenutzbar macht oder nicht.</p>
<p>Diskutiert werden muss die Frage, wie die Nutzer sich stellen wollen zur Überwachung durch private Firmen, denen man sich freiwillig ausliefert und durch den Staat, den man dafür mit Steuergeldern bezahlen muss. Die Frage ist und bleibt, mit welchen Mitteln der einzelne Bürger die Übermacht der Staaten, der Geheimdienste und der Grosskonzerne eindämmen kann.</p>
<p>Ein Sascha Lobo verdient Respekt, weil er sich nicht einfach mit den Tatsachen abfinden will und <a href="http://www.spiegel.de/thema/spon_lobo/">Woche für Woche auf «Spiegel Online»</a> die Überwachungsmethoden und das Totstellen der Politik zur Kritik daran anprangert. Während eine Jeanette Hofmann die neue Lage offenbar bereits als gegeben akzeptiert und sich nur noch überlegt, wie sich die Gesellschaft damit arrangieren soll.</p>
<p>Wieso sich nicht mehr Schweizer Journalisten zu diesen Fragen einschalten, bleibt ein Rätsel: Wo bleiben die Debatten-Beiträge zur Überwachung und zur Zukunft des Internets in den Sonntagszeitungen, der Weltwoche, der Basler Zeitung, der Zeit Schweiz, dem NZZ-Feuilleton? Interessiert unsere Leser nicht? Wer&#8217;s glaubt! Nicht relevant? Constantin Seibt ist anderer Meinung: «Durch totale Überwachung sind die zentralen Werte aller Parteien in Gefahr: die Freiheit der Liberalen, die nationale Souveränität der Rechten, die Chancengleichheit der Linken. Zu diesem Thema bräuchte es eine grosse Koalition.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/01/21/internet-kaputt-nicht-kaputt/">Internet kaputt! Nicht kaputt!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Die Angst, sich lächerlich zu machen, verhindert extrem viele gute Sachen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/06/04/die-angst-sich-laecherlich-zu-machen-verhindert-extrem-viele-gute-sachen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/06/04/die-angst-sich-laecherlich-zu-machen-verhindert-extrem-viele-gute-sachen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jun 2013 06:21:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=14212</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wer glaubt, Sascha Lobo sei vor allem eine Frisur, täuscht sich. Mit seinen eloquent-witzigen Formulierungen unterhält der 38-jährige Berliner Vortragsredner, Kolumnist und Unternehmer bestens, er transportiert darin aber auch echte und wertvolle Gedankenanstösse zum Medienwandel. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE redet er über seine Mitverantwortung an Begriffen wie «Digitale Bohème» und «Shitstorm» und erklärt, ob <a href="https://medienwoche.ch/2013/06/04/die-angst-sich-laecherlich-zu-machen-verhindert-extrem-viele-gute-sachen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/06/04/die-angst-sich-laecherlich-zu-machen-verhindert-extrem-viele-gute-sachen/">«Die Angst, sich lächerlich zu machen, verhindert extrem viele gute Sachen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer glaubt, Sascha Lobo sei vor allem eine Frisur, täuscht sich. Mit seinen eloquent-witzigen Formulierungen unterhält der 38-jährige Berliner Vortragsredner, Kolumnist und Unternehmer bestens, er transportiert darin aber auch echte und wertvolle Gedankenanstösse zum Medienwandel. Im Gespräch mit der MEDIENWOCHE redet er über seine Mitverantwortung an Begriffen wie «Digitale Bohème» und «Shitstorm» und erklärt, ob er ein Nerd oder ein Yuppie ist und warum er noch nie Drogen konsumiert hat.</strong></p>
<p><em><a href="https://www.facebook.com/MeinHausAmSee">«Mein Haus am See»</a> am Rosenthaler Platz in Berlin Mitte ist eine Sammlung bequemer Polstermöbel mit ein paar Tischchen und einer Kaffeetheke, nonstop geöffnet und natürlich mit kostenlosem Internet-Zugang. Wer also spontan ein Projektmeeting einberufen muss oder einen geheizten Ort mit Kaffee braucht, um eine Arbeit zu Ende zu schreiben, kann das auch an einem Dienstagmorgen um 3 Uhr nachts tun. Wir treffen uns um 10.30 Uhr, Lobo kommt ganz in schwarz gekleidet und auf die Minute pünktlich, bestellt einen Latte Macchiato mit Sojamilch. Es ist ein Interviewtag für ihn, vor und nach dem Gespräch hat er Termine mit anderen Journalisten.</em></p>
<p><strong>Im 2006 erschienenen Buch <a href="http://wirnennenesarbeit.de/">«Wir nennen es Arbeit»</a> hast Du (zusammen mit Holm Friebe) einen grundlegenden Wandel in der Arbeitswelt vorhergesehen. Heute sind die Berliner Cafés und Co-Working-Arbeitsplätze voll mit Menschen, die alleine an Laptops sitzen und an «Projekten» arbeiten. Was von Deinen damaligen Erwartungen ist eingetroffen und was nicht? </strong><br />
Wir haben 2005, als wir dieses Buch zu schreiben begonnen haben, vieles nicht gewusst, sondern nur gespürt oder erahnt. Bewahrheitet hat sich die Veränderung und Flexibilisierung der Arbeitswelt für die meisten Kulturberufe. Die Mechanismen der Digitalen Bohème sind bis in Konzerne hineingesickert, die Möglichkeit, digital vernetzt und also von überall her zu arbeiten, hat die Arbeit grundlegend verändert. Noch nicht so gut geklappt hat es, diese Mischform der Arbeit auf eine eigene, erfolgreiche Ebene zu bringen. Viele hängen in prekären Verhältnissen, haben wenig Lobbyunterstützung. Finanziell und absicherungstechnisch steht die Digitale Bohème schwierig bis fragwürdig da.</p>
<p><strong>Wie geht es nun weiter?</strong><br />
Kurzfristig werden weiterhin viele die Selbständigkeit wagen. Trotz der Sicherheitsbedürfnisse auslösenden Krise gibt es immer noch ein Wachstum der Selbständigkeit in Kulturberufen, wenn auch nicht immer freiwillig. Langfristig muss man die Sozialsysteme umbauen. Die Frage zum Beispiel, wer wessen Rente warum und wann zahlt, muss ganz neu gestellt werden.</p>
<p><strong>Aktuell gibt es ja eine Zweiklassengesellschaft in den Sozialsystemen. Einerseits jene, die über alte Verträge verfügen, andererseits jene, die neu hinzukommen und nur Zeitarbeitsverträge erhalten.</strong><br />
Die Frage «Was bringt mir Arbeit?» wird in Deutschland extrem zugunsten von Angestellten und Langzeitangestellten ausgelegt. Doch Unternehmen und Sozialsysteme müssen sich auf die projekthafte Arbeit der Digitalen Bohème einstellen, die sich immer stärker ausbreitet. Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Eckrentner#Eckrentner">«Eckrentner»</a>, der Standardrentner, der 45 Jahre gleichbleibend in Sozialsysteme einzahlt, existiert so gar nicht mehr.</p>
<p><strong>Von all Deinen <a href="http://saschalobo.com/ich/">Tätigkeiten</a> ist Dir das Dasein als Autor am Wichtigsten. Was ist Dein Antrieb, zu schreiben?</strong><br />
Ich betrachte das Publizieren als eine Mischung aus Wirtschaft und Kunst. Ich lebe davon, dass ich mich auf eine Bühne stelle, etwas in die Welt setze und eine Reaktion vom Publikum bekomme. Das ist Teil meines Wesens und meiner Berufung. Im Schriftlichen fühle ich mich zuhause, visuell gestaltend, schauspielerisch und musikalisch bin ich nur mittel begabt.</p>
<p><strong>In Deinem Roman <a href="http://www.begleitschreiben.net/sascha-lobo-strohfeuer/">«Strohfeuer»</a> ist zu lesen: «Mit meiner Wirkung im Raum beschäftigte ich mich oft, eigentlich immer. In meinem Hinterkopf berechnete ein kleines Programm ständig, wie ich in dieser Sekunde auf einen Beobachter oder eine Kamera wirken würde. Die Kontrolle über meine Wirkung war ein wesentlicher Teil meiner Kommunikation und damit meines beruflichen Erfolges.» Was hat diese Passage mit Dir zu tun?</strong><br />
«Strohfeuer» ist etwa drittelbiografisch und beschäftigt sich mit einer Zeit, die mich sehr geprägt hat, der New Economy. Was ich da an mir selber gemerkt habe, ist eine grosse Hybris, und wie leicht man auf die eigene Hybris reinfallen kann. Also zu glauben, die Dinge seien eigentlich ganz einfach und beherrschbar, «ist doch ein Kinderspiel, das krieg ich auch hin, zack, bumm, fertig». Diese Art von Selbstüberschätzung, Grössenwahn, teilweise auch Narzissmus tragen viele Leute in sich, und ich glaube, es ist sinnvoll, sich damit zu beschäftigen. Der Unterschied zu mir ist, dass die Figur im Buch eine Läuterung nur vortäuscht, während ich glaube und hoffe, eine tatsächliche Lernfähigkeit zu haben.</p>
<p><strong>Weiter heisst es: «Mein Leben, mein Selbstwertgefühl basierten darauf, Menschen von mir zu überzeugen. Im Beruf überzeugte ich Leute, mir Geld zu geben. Im echten Leben überzeugte ich Frauen, mit mir ins Bett zu gehen.»</strong><br />
Wenn man mit Anfang 20 postadoleszent ist und anfängt, die Klaviatur der Gesellschaft zu spielen und gewisse Zusammenhänge zu verstehen, gerät man leicht in das sehr problematische Fahrwasser, die Gesellschaft rein ökonomisch zu betrachten. Dass das Leben aus Marketing besteht, wie die Figur in «Strohfeuer» glaubt, ist in meinen Augen ein klassischer Trugschluss, eine Styroporweisheit.</p>
<p><strong>Auf Deiner Website sind «Instant-Interviews» verfügbar zu <a href="http://saschalobo.com/presse/instant-interview-saschalobo/">Deiner Person</a> und zu <a href="http://saschalobo.com/presse/instant-interview-dinge-geregelt-kriegen-ohne-einen-funken-selbstdisziplin/">einem Buch von Dir</a>. Du schreibst dazu: «nur noch eigene Fragen dazugiessen – und fertig!».</strong><br />
Ich habe die Instant-Interviews 2009 eingeführt, in der bisher weitaus medienintensivsten Zeit mit 5 bis 8 Interviews in der Woche. Das war mir irgendwann zu viel, weshalb ich versucht habe, mich auf substanziellere Dinge zu konzentrieren, als darauf, jede Medienanfrage zu beantworten. Im Rahmen dieser Abkehr habe ich den Ersatz der Instant-Interviews geschaffen, als Mischung aus Scherz und tatsächlicher Umgangsweise. Interessanterweise hat erst Ende 2012 ein Medium das so verwendet, wie ich mir das vorgestellt habe.</p>
<p><strong>Was kritisierst Du am Journalismus?</strong><br />
Journalisten werden ja nicht zu wenig kritisiert, Journalisten werden nicht gut genug kritisiert. Um es am Beispiel des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht_f%C3%BCr_Presseverleger">Leistungsschutzrechts</a> festmachen: Grosse Teile des Journalismus haben lautstark für dieses Gesetz gekämpft, zum Teil mit nachweisbaren, faktischen Lügen. Dabei haben sie so getan, als wären sie unabhängige Berichterstatter, tatsächlich haben sie Lobbyismus in eigener Sache betrieben. Die Politik hat aus Angst vor der Axel-Springer-Maschinerie klein bei gegeben und am Ende ein vermurkstes, völlig sinnloses Gesetz erlassen, das die Probleme des Journalismus nicht lösen wird. Das war eine Niederlage des Journalismus und ein Verrat am Journalismus.</p>
<p><strong>Wie lange brauchst Du für eine Deiner wöchentlichen <a href="http://www.spiegel.de/thema/spon_lobo/">Kolumnen für «Spiegel Online»</a>?</strong><br />
Einen Tag und mehr, ich reserviere mir dafür jeweils den Montag. Mein Anspruch ist es, Kolumnen mit einem Erkenntnismehrwert zu schreiben, und das dauert.</p>
<p><strong>Deine Ehefrau <a href="http://www.fraumeike.de/2013/sie-nutzen-einen-werbeblocker-my-ass/">schreibt</a>: «Werbung ist in 100% der Fälle Lüge. Werbung ist in 100% der Fälle Manipulation. Werbung degradiert Menschen in 100% der Fälle zu Geldvieh. Werbung vermittelt in 100% der Fälle falsche Bilder, Werte und Erwartungen.» Du bist bekannt als Werber, machst Du eigentlich noch Werbung?</strong><br />
Nein, nicht mehr hauptberuflich, ich habe mich etwas davon entfernt, ohne dass ich diese Zeit bereue. Meine Frau hasst Werbung wie die ranzige Pest, aber das hält unsere Ehe aus. Während sie Werbung einfach nicht erträgt, finde ich diesen Deal ok: Ich schau eure Werbung an und ihr gebt mir dafür eure Inhalte kostenlos, ich nutze darum auch keinen Werbeblocker. Ich glaube aber, dass es Angebote braucht für Leute, die diesen Deal nicht ok finden.</p>
<p><strong>Wird sich Journalismus im Internet jemals auf eine zufrieden stellende Weise durch Werbung finanzieren können?</strong><br />
Klar, im angelsächsischen Raum finanzieren sich verschiedene Medienunternehmen über Werbung. Dass es auch bei uns funktionieren kann, sieht man an «Spiegel Online». Ich glaube aber, dass ergänzend in Zukunft Paid Content eine wichtige Rolle spielt, hier muss sich nur noch die richtige Verfahrensweise finden.</p>
<p><strong>Warum sollen Journalisten bloggen, wenn sie damit konkret kein Geld verdienen?</strong><br />
Die Frage ist eine Katastrophe, denn die tut so, als müssten Journalisten nur das machen, was unmittelbar Geld bringt. Das ist eine oberflächliche Ökonomisierung der Denkweise. Ich glaube, dass man bloggen sollte, um sich einem Thema zu nähern und um sich selbst zu positionieren. Das ist eine thematische Investition und eine wirtschaftliche Investition über Bande. Der direkte Austausch mit dem Publikum führt zwar zu 90 Prozent in die Sackgasse, aber für die restlichen 10 Prozent lohnt er sich – diese Interaktion bereichert den Journalismus stark. Mit einem gut geführten Blog kann man sich aber nicht nur inhaltlich fortbilden, sondern auch selbst im Markt positionieren und damit die eigenen Jobchancen erhöhen.<br />
Jeder Journalist sollte bloggen, es ist fahrlässig, es nicht zu tun. Weil man sich mit einem Publikum und einem Fachgebiet auseinandersetzt, lernt man viel mehr, als man am Anfang glaubt.</p>
<p><strong>Warum haben Journalisten so grosse Mühe damit, eigene Fehler einzugestehen?</strong><br />
Alle Menschen haben grosse Mühe, eigene Fehler einzugestehen. Es wird bloss sehr viel schwieriger, wenn man auf der Bühne steht.</p>
<p><strong>«Machen &#8211; auch wenn es sich seltsam oder bekloppt anfühlt», hast Du den Leuten an der diesjährigen re:publica empfohlen. Aus eigener Erfahrung?</strong><br />
Definitiv aus eigener Erfahrung. Ich bin viel zu oft zurückgeschreckt vor eigentlich sinnvollen Aktivitäten und Aktionen, weil ich dachte: «Das ist jetzt zu doof, das ist jetzt zu bescheuert.» War es natürlich auch oft. Aber die Angst, sich lächerlich zu machen, verhindert extrem viele gute Sachen. Darum: Macht ein Blog über dreibeinige Hunde! Macht ein Fake-Twitter-Konto des Dalai Lama! Gründet einen Verein oder eine Partei! Das Machen gehört unterstützt, denn leider unterschätzen die meisten Menschen die Macht des Machens. Machen reisst andere Leute mit und führt dazu, dass man merkt, ob die bekloppte Idee nun wirklich bekloppt ist oder die gute Idee wirklich gut.</p>
<p><strong>Wie weit ist <a href="http://www.reclaim.fm">Reclaim.fm</a>?</strong><br />
Reclaim.fm soll noch diesen Sommer zu einem eigenen Plug-In für WordPress-Blogs werden. Es ist eine Methode, die eigenen Hinterlassenschaften in den verschiedenen Sozialen Netzwerken im eigenen WordPress-Blog zu spiegeln, zu speichern, durchsuchbar zu machen und auf diese Weise etwas Kontrolle über die Inhalte zurückgewinnen.</p>
<p><strong>Auf <a href="http://saschalobo.com/">Saschalobo.com</a> ist einsehbar, wo Du Dich jeweils gerade aufhältst bzw. aufzuhalten vorgibst. Ab wann wird Transparenz totalitär?</strong><br />
Der Unterschied, ob Transparenz für Privatpersonen totalitär wirkt oder nicht, liegt in der Freiwilligkeit. Messungen von Aktivitäten im Netz und viele andere Sensoren, die Bild, Ton und Bewegung aufzeichnen, machen die Gesellschaft immer datenintensiver und damit über Bande auch transparenter. Das Problem fängt dort an, wo diese Transparenz nach dem Gefühl des Einzelnen zu weit geht und ein Zwang besteht. Das würde ich aber nicht als Totalitarismus bezeichnen, sondern als Verhandlung der Frage, bis in welche Tiefe Technologie die Gesellschaft verändern darf. Transparenz des Staates ist übrigens das Gegenteil von Totalitarismus.</p>
<p><strong>Debatten werden in Deutschland oft von rituell wiederkehrenden Empörungswellen angespült. Muss das so sein?</strong><br />
Ich würde sagen Ja. Empörung ist ein wichtiger Hygienefaktor für die Öffentlichkeit, ein Mittel, um im Rechtsstaat Widerstand zu zeigen und so die Politik zu lenken. Nichts ist schlimmer als eine zynische Völlig-Egal-Gesellschaft.</p>
<p><strong>«Es führt kein Weg an massiven staatlichen Investitionen in eine netzneutrale Glasfaserinfrastruktur vorbei», <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-die-fuenf-luegen-der-breitband-schoenredner-a-897385.html">schriebst</a> Du kürzlich. Ist es eine kluge Idee, wenn der Staat Einfluss auf das Internet hat? Wer Geld gibt, will ja dann meistens auch was bestimmen.</strong><br />
Es ist eine leider notwendige Idee, dass der Staat Einfluss haben muss auf das Internet, zum Schutz des freien und offenen Internets. Es hat sich gezeigt, dass die Infrastruktur, in der das Netz funktioniert, sehr wohl etwas ist, wo Konzerne das Sagen haben &#8211; anders, als viele Aktivisten in den 1990er-Jahren dachten. Hätte der Staat keinen Einfluss, hätten wir ein Konzern-Internet, und das wäre eine Katastrophe.</p>
<p><strong>Du hast Dich <a href="http://www.mediummagazin.de/magazin-plus/umarmt-das-neue-2/">2009</a> als «Sympathisant» im Online-Beirat der SPD engagiert, um «Online-Wissen in die Partei hineinzutragen». Wie ist das herausgekommen?</strong><br />
Das ist durchaus auch mit Ernüchterung verbunden gewesen. Netzpolitik ist in Deutschland lange, lange Politik und ganz zum Schluss ein bisschen Internet. Es ist trotzdem inzwischen gelungen, Wissen in die Parteien zu tragen, allerdings nicht unbedingt mir persönlich. Das sieht man an einzelnen Personen und Entscheidungen eher als am grossen Ganzen der Netzpolitik.</p>
<p><strong>Du hast <a href="http://saschalobo.com/2009/09/27/ich-habe-spd-gewahlt/">2009 SPD gewählt</a>. Was wählst Du diesen Herbst?</strong><br />
Ich habe Rotgrün gewählt und werde wieder Rotgrün wählen. Ich wünsche mir eine rotgrüne Bundesregierung.</p>
<p><strong>Zahlst Du gerne Steuern?</strong><br />
Ich zahle einigermassen gerne Steuern, aber ich zahle auch unfassbar viele Steuern. Es braucht die staatliche Umverteilung, denn nur auf freiwilliger Basis funktioniert das nicht.</p>
<p><strong>Ich kann oft kaum glauben, wie staats- und obrigkeitsgläubig deutsche Journalisten und Blogger teilweise sind.</strong><br />
Der Glaube und die Hoffnung, der Staat möge es irgendwie richten, hat ja oft mit Sicherheitsdenken zu tun und verbindet die Schweiz und Deutschland. Wie ich gelesen habe, ist der durchschnittliche Schweizer der weltweit einzige Mensch, der mehr Versicherungen abschliesst als der durchschnittliche Deutsche. Das ist eine Frage der Lebensinfrastruktur und ihrer Erhaltung. Und in beiden Ländern gibt es ein Wissen um die hohe Relevanz der Infrastruktur. Die Schweiz hat zum Beispiel ihr durch die Berge eher benutzerunfreundliches Land äusserst benutzerfreundlich eingerichtet, es gibt dort Tunnels, Strassen, Zugstrecken, die rein wirtschaftlich keinen Sinn machen. Ich meine, es ist die Aufgabe des Staates, in ganz vielen Bereichen eine Art mit Infrastruktur verbundenes Gemeinwohl sicherzustellen, das allen nützt. Das halte ich nicht unbedingt für staatsgläubig.</p>
<p><strong>Seit der Frankfurter Buchmesse 2006 trägst Du Deine Haare als roter Haarkamm, eine <a href="https://www.ftd.de/panorama/leute/:blogger-ikone-sascha-lobo-und-ewig-lockt-der-iro/70103437.html">«strategische Entscheidung»</a>. Ist es nicht anstrengend, jeden Tag eine Marketing-Frisur zu tragen? Du bist ja nun seit bald 7 Jahren in jeder Runde der Hahn, der Gockel.</strong><br />
Damit habe ich überhaupt kein Problem, ich mag die Frisur ja gern. Aber angenommen, ich würde meine Frisur überhaupt nicht mehr ertragen, würde ich noch eine Nacht darüber schlafen, und sie dann abschneiden.</p>
<p><strong>Wie gehst Du um mit dem Promi-Status, der (unter anderem auch) Deiner Leuchtfrisur geschuldet ist?</strong><br />
Der ist zu 97 Prozent angenehm, man lernt viele Leute kennen, hat viele Möglichkeiten. Ich hadere nicht damit.</p>
<p><strong>«Lobo stammt aus Wilmersdorf, er wurde antiautoritär erzogen, hatte alle Freiheiten», stand mal einem <a href="http://www.morgenpost.de/berlin/article1147014/Im_Netz_mit_Sascha_Lobo.html">Porträt</a> über Dich. Bist Du ein Hippie-Kind?</strong><br />
Meine Mutter ist 1969 von Deutschland auf dem Landweg nach Indien getrampt und hat dort meinen Vater, einen Argentinier, kennengelernt. Ich habe also einen Migrationshintergrund. Meine beiden Eltern hatten in ihren Elternhäusern sehr autoritäre Situationen und haben mich deswegen sehr frei erzogen. Ich habe nie Verbote bekommen, sondern Erklärungen. Meine Mutter hat mir beispielsweise nie verboten, Drogen zu nehmen, das hat dazu geführt, dass ich nie in meinem Leben Drogen genommen habe. Zusammen mit einem muslimisch erzogenen Jungen war ich der einzige meiner Klasse, der nicht gekifft hat.</p>
<p><strong>Hast Du Geschwister?</strong><br />
Ja, einen vier Jahre jüngeren Bruder, den ich sehr liebe und mit dem ich eng befreundet bin. Er ist auch mein Wirtschaftsberater, denn mir fällt es leichter, Geld zu verdienen als es zu verwalten.</p>
<p><strong>In Prozentanteilen: Wie setzt sich Dein Medienkonsum zusammen?</strong><br />
50 Prozent Internet, 49 Prozent mobiles Internet, 1 Prozent Restmedien.</p>
<p><strong>Bist Du ein Nerd?</strong><br />
Ja und Nein, ich hänge zwischen den Welten. Und vermittle zwischen der digitalen und der nicht-digitalen Welt.</p>
<p><strong>Bist Du ein Yuppie?</strong><br />
Nimmt man Yuppie im Wortsinne als «Young Urban Professional», dann stimmt «Young» schon seit einigen Jahren nicht mehr, «Urban» absolut und «Professional» hab ich ja schon mit meinem ersten Buch «Wir nennen es Arbeit» zumindest ironisch gebrochen. So gesehen bin ich Drittel- bis Halbyuppie.</p>
<p><strong>Hast Du die erste Euro-Million bereits verdient?</strong><br />
Ich bin der schlechteste Sparer der westlichen Zivilisation, möchte aber zu meinen konkreten finanziellen Umständen nichts weiter sagen, ausser dass ich keine finanziellen Sorgen habe.</p>
<p><strong>Wie stehst Du zu Ironie?</strong><br />
Ironie ist für mich die Pest der westlichen Zivilisation im 3. Jahrtausend. Ich hasse Ironie und würde sie niemals anwenden.</p>
<p><strong>Wann bist Du zuletzt Bus gefahren?</strong><br />
2009 für den <a href="https://www.youtube.com/watch?v=y9odvf0Fh4o">Vodafone-Spot</a>. Wenn man nicht den Zubringer-Bus vom Terminal zum Flugzeug mitrechnet.</p>
<p><strong>Du lädst Dir grundsätzlich und immer alles legal herunter. Warum? Und wann kommst Du in Versuchung?</strong><br />
In Versuchung komme ich jeden Tag, weil der Zugang zu digitalen Kulturgütern noch immer katastrophal geregelt ist, dumm und kontraproduktiv für alle Seiten, auch wenn das die Urheberrechtslobby nicht wahrhaben will. Es gibt eine Serie von J.J. Abrams, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Revolution_%28Fernsehserie%29">«Revolution»</a>, die mich wahnsinnig interessiert und die ich mir sehr gerne ansehen würde. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen, weil ich es nicht schaffe, mir diese Serie in Deutschland digital auf legale Weise zu besorgen. Währenddessen das illegale Angebot ja immer nur zwei Klicks weg ist. Ich nutze es aber nicht, und dafür muss ich mich jeden Tag neu entscheiden.</p>
<p><strong>Du hast den Weg geebnet für die breite Verwendung des furchtbaren Worts «Shitstorm». Kannst Du es bitte wieder zum Verschwinden bringen?</strong><br />
Meine Rolle bei der Verbreitung des Wortes «Shitstorm» ist nur eine Begleitende, ich hab das Wort weder erfunden, noch bin ich dafür hauptverantwortlich. Aber ich trage wahrscheinlich eine mediale <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-ueber-die-entstehung-des-begriffs-shitstorm-a-884199.html">Mitschuld</a> an der Verbreitung, ich habe mich dafür entschuldigt. Der «Shitstorm» als Begriff geht nun rauf und runter, irgendwann wird die hochfrequente Verwendung wieder etwas zurückgehen. Die Bedeutung des Begriffs ist heute sehr unscharf, man versteht darunter ganz verschiedene Dinge wie «berechtige Empörungswelle», «Kritikäusserung» oder «Beschimpfungsrandale in Netzwerken».</p>
<p><strong>«Ich bin Experte im Verlieren», hast Du <a href="http://www.mediummagazin.de/magazin-plus/umarmt-das-neue-2/">2009</a> gesagt.</strong><br />
Ich habe darüber schon mehrfach gesprochen, auch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cbRDDw50h-o">«über das Scheitern»</a>. In der Phase der New Economy durfte ich ein sehr intensives Scheitern auf mehreren Ebenen erfahren. Man muss Scheitern lernen, um die Angst davor zu verlieren. Wer zu viel Angst davor hat, zögert vor dem Machen, vor dem Experimentieren. Wiederum sollte man es sich nicht schönreden, denn Scheitern ist ganz grauenvoll! Ich habe in meinem Leben ungefähr 60 Menschen entlassen, was jedes Mal ein ganz schlimmes Scheitern war (bis auf die drei oder vier Ärsche, die ich gerne entlassen habe). Die Mehrzahl dieser Gespräche waren furchtbar für alle Beteiligten, ich musste auch meinen Bruder entlassen, meine damalige Freundin und schließlich mich selbst.</p>
<p><strong>Wie geht’s weiter?</strong><br />
Aktuell fliessen 85 Prozent meiner Zeit in ein von mir mitgegründetes Unternehmen namens <a href="http://sobooks.de">Sobooks</a>, das dieses Jahr starten wird. Sobooks ist kurz für Social Books und soll die nächste Generation der E-Books gestalten. Das E-Book, wie wir es heute kennen, ist nur das, was die Digitalisierung mit dem Buch getan hat. Doch was tut das Internet mit dem Buch, und da vor allem die Sozialen Medien? Diese Fragen versuchen wir mit Sobooks zu beantworten.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Sascha Lobo fand am 23. Mai 2013 in Berlin statt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/06/04/die-angst-sich-laecherlich-zu-machen-verhindert-extrem-viele-gute-sachen/">«Die Angst, sich lächerlich zu machen, verhindert extrem viele gute Sachen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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