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	<title>Schweiz am Sonntag | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 22 Jan 2020 13:14:28 +0000</lastBuildDate>
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		<title>«Schweiz am Sonntag» soll bald «Schweiz am Wochenende» heissen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/11/30/die-zeitung-soll-bald-schweiz-am-wochenende-heissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Chefredaktor Patrik Müller will aus der «Schweiz am Sonntag» eine Wochenendausgabe machen, die bereits am Samstag erscheint. In einem Bericht werden nun Details zu seinen Plänen publik.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Chefredaktor Patrik Müller will aus der «Schweiz am Sonntag» eine Wochenendausgabe machen, die bereits am Samstag erscheint. In einem Bericht werden nun Details zu seinen Plänen publik.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/11/30/die-zeitung-soll-bald-schweiz-am-wochenende-heissen/">«Schweiz am Sonntag» soll bald «Schweiz am Wochenende» heissen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Verratene Prinzipien und Ideale</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/11/verratene-prinzipien-und-ideale/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jan 2015 22:12:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Leserkommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Charlie Hebdo]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Beat Schmid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Meinungsfreiheit, wurde in den vergangenen Tagen hundertfach geschrieben, ist tragende Säule des demokratischen Rechtsstaates. Als eine der wichtigsten Errungenschaften der Aufklärung muss sie mit aller Konsequenz verteidigt werden. Deshalb sind wir alle Charlie.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Meinungsfreiheit, wurde in den vergangenen Tagen hundertfach geschrieben, ist tragende Säule des demokratischen Rechtsstaates. Als eine der wichtigsten Errungenschaften der Aufklärung muss sie mit aller Konsequenz verteidigt werden. Deshalb sind wir alle Charlie.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/11/verratene-prinzipien-und-ideale/">Verratene Prinzipien und Ideale</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>NZZ-Verwaltungsratspräsident entschuldigt sich bei Redaktion</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/21/nzz-verwaltungsratspraesident-entschuldigt-sich-bei-redaktion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Dec 2014 07:47:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Etienne Jornod]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Zürcher Zeitung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=2897</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine revoltierende Redaktion, ein zerknirschter Verwaltungsrat und ein angeschlagener Verwaltungsratspräsident: der Rückblick auf die Chaostage bei der «Neuen Zürcher Zeitung».</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine revoltierende Redaktion, ein zerknirschter Verwaltungsrat und ein angeschlagener Verwaltungsratspräsident: der Rückblick auf die Chaostage bei der «Neuen Zürcher Zeitung».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/21/nzz-verwaltungsratspraesident-entschuldigt-sich-bei-redaktion/">NZZ-Verwaltungsratspräsident entschuldigt sich bei Redaktion</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Markus Somm soll NZZ-Chef werden</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/13/markus-somm-soll-nzz-chef-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Dec 2014 20:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Spillmann]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Zürcher Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Markus Spillmann ahnt vorletzten Freitag noch nicht, dass er den Posten als NZZ-Chefredaktor bald los sein wird. Er weilt am 8. Mediengipfel im österreichischen Lech am Arlberg. In Zürich sickert derweil die Information aus dem NZZ-Verwaltungsrat, dass Spillmann abgesetzt wird – und BaZ-Chefredaktor Markus Somm als Nachfolger vorgesehen ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Markus Spillmann ahnt vorletzten Freitag noch nicht, dass er den Posten als NZZ-Chefredaktor bald los sein wird. Er weilt am 8. Mediengipfel im österreichischen Lech am Arlberg. In Zürich sickert derweil die Information aus dem NZZ-Verwaltungsrat, dass Spillmann abgesetzt wird – und BaZ-Chefredaktor Markus Somm als Nachfolger vorgesehen ist.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/13/markus-somm-soll-nzz-chef-werden/">Markus Somm soll NZZ-Chef werden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Sicherheit in Statistiken</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2014 11:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Blocher-Medien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mischa Hauswirth]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Regieren in der Basler Zeitung die Themen Sicherheit und Kriminalität? Ja, oder auch Nein: Eine Auswertung des Geschriebenen ergibt je nach Forschungsansatz unterschiedliche Ergebnisse. Die Wahrnehmung der Zeitung als Blatt, in dem Angst vor Verbrechen geschürt wird, liegt an der Zuspitzung in einzelnen Artikeln eines Ex-Boulevardreporters. «Die ‹Basler Zeitung› bewirtschaftet wie keine andere vergleichbare Regionalzeitung <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Regieren in der Basler Zeitung die Themen Sicherheit und Kriminalität? Ja, oder auch Nein: Eine Auswertung des Geschriebenen ergibt je nach Forschungsansatz unterschiedliche Ergebnisse. Die Wahrnehmung der Zeitung als Blatt, in dem Angst vor Verbrechen geschürt wird, liegt an der Zuspitzung in einzelnen Artikeln eines Ex-Boulevardreporters.<br />
<span id="more-21943"></span></p>
<div align="right">
<h2>«Die ‹Basler Zeitung› bewirtschaftet wie keine andere vergleichbare Regionalzeitung die Themen ‹Sicherheit› und ‹Kriminalität›.»</p>
<p>Christian Mensch in der «Schweiz am Sonntag» vom 23. September 2012.</h2>
</div>
<p></p>
<p><a href="http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/baselbiet/eine-zeitung-hat-ihr-thema-gefunden-125251344">«Eine Zeitung hat ihr Thema gefunden»</a>, schrieb Christian Mensch am 23. September 2012 in der «Schweiz am Sonntag». «Auf Gewalt und die Ängste der Bevölkerung» setze die Basler Zeitung, hiess es im Artikel, die Themen «Sicherheit» und «Kriminalität» bewirtschafte sie wie «keine andere vergleichbare Regionalzeitung». Dass die BaZ «ihre rechtsbürgerliche Ausrichtung vor allem über das Sicherheitsthema zum Ausdruck» bringe, das sei «mit der Zürcher Auswertung erstmals empirisch belegt».</p>
<p>Dem Urteil zugrunde liegen Untersuchungen des Forschungsbereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft (Foeg) der Universität Zürich, die in den Ressorts Inland und Region von fünf Regionalzeitungen nach diesen beiden Begriffen gesucht hatte und sowohl für «Sicherheit» als auch für «Kriminalität» knapp am meisten Suchergebnisse für die Basler Zeitung gefunden hatte.</p>
<p>MEDIENWOCHE wählt nun einen anderen Weg und vergleicht die vier ersten Jahre unter dem neuen Chefredaktor Markus Somm (30. August 2010 bis 29. August 2014) mit den vier Jahren zuvor (30. August 2006 bis 29. August 2010). Grundlage für die Auswertung sind die Anzahl Ergebnistreffer willkürlich ausgewählter Suchbegriffe in der Schweizer Mediendatenbank (SMD). Eine Einschränkung auf Teilbereiche wurde keine vorgenommen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/11/basler-zeitung_-vergleich-der-anzahl-smd-treffer-basler-zeitung.jpg" alt="" title="Basler Zeitung, Vergleich der Anzahl SMD-Treffer zwischen dem 30. August 2010 bis zum 29. August 2014 (Chefredaktion Somm) und zwischen dem 30. August 2006 bis zum 29. August 2010 (Chefredaktion Vorgänger)." width="450" height="834" class="aligncenter size-full wp-image-21961" /><br />
<small>Vergleich der Anzahl SMD-Treffer in der Basler Zeitung zwischen dem 30. August 2010 bis zum 29. August 2014 (Chefredaktion Somm, links) und zwischen dem 30. August 2006 bis zum 29. August 2010 (Chefredaktion Vorgänger, rechts).</small></p>
<p>Der Begriff «Kriminalität» wird in der Ära Somm also massiv weniger verwendet als zuvor, und auch der Begriff «Sicherheit» wird weniger gebraucht. Seltsam, dass man davon in der Foeg-Studie nichts erfährt &#8211; Studienresultate sind ganz offensichtlich vom Forschungsansatz abhängig. Die Outputs seiner Vorgänger überflügeln Somms Blatt auch in anderen Fragen: Früher war mehr «Christoph Blocher» (BaZ-Mitbesitzer), mehr «Terror», mehr «Ausländer», mehr «Schweizer» und knapp auch mehr «Einbruch», mehr «Bettler», mehr «Mord» und mehr «Angst».</p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was sind die<br /> <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/"><strong><big>«Blocher-Medien»</big></strong></a><br />
&#8211; und wer gehört dazu? Retten sie den Journalismus oder schaffen sie ihn ab, geht es um <strong>Information oder Propaganda</strong>? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie Persönlichkeiten und Medien, die in einer Beziehung mit dem Politiker und Unternehmer <strong>Christoph Blocher</strong> stehen.</div>
<p>Womöglich war früher generell mehr Text, doch es gibt auch Begriffe, die in der heutigen BaZ öfters vorkommen: «Asylanten», «Scheinasylanten» und «Wirtschaftsflüchtlinge» liegen vorne im neuen BaZ-Sprachgebrauch, mehr Aufmerksamkeit erhalten auch «Freiheit», «Eveline Widmer-Schlumpf» und «Christoph Mörgeli». Wie bei jedem Begriff könnte die Ursache des Mehrs oder Wenigers in der Aktualität zu finden sein, also von Ereignissen getrieben sein.</p>
<p>Ist es denn überhaupt angezeigt, dass sich die Basler Zeitung, je nach Auswertung, verstärkt oder verschwächt um die Themen «Kriminalität» und «Sicherheit» kümmert? Aufschluss ergibt der <a href="http://www.atlas.bfs.admin.ch/maps/13/map/mapIdOnly/16545_de.html">Statistische Atlas der Schweiz</a>: 133 Straftaten pro 1000 Einwohner fanden 2013 in der Stadt Basel statt. Viel, aber in 43 Gemeinden geht es krimineller zu und her, so in Zürich (137.7), Genf (160.1), Bern (167.7), Solothurn (193.2), Lausanne (208.9), Interlaken (224) oder in Frick, dem Spitzenreiter (598.6). Eher sicher ist die Lage in Zürcher Seegemeinden wie Herrliberg (35.3), Küsnacht (43.1) oder Wädenswil (46.5). Äusserst sicher lebt es sich in Andiast, Böbikon, Rümikon oder Wolfisberg &#8211; diese Gemeinden verzeichneten 2013 keine Straftaten. Tatsächlich hat die Kriminalität zugenommen: 2009 gab es nicht nur vier politische Gemeinden in der Schweiz ohne vermeldete Straftaten, sondern noch 125. Die Straftaten pro 1000 Einwohner in Basel entwickelten sich wie folgt: 114.5 (2009), 110.6 (2010), 126.2 (2011), 150 (2012), 133 (2013) (<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/11/straftaten-von-2009-bis-2013-gross.png" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><strong>Grafik</strong></a>).</p>
<p>Wie auch immer die Statistiken ausgelegt werden, gewisse in Somms Basler Zeitung erschienene Artikel dazu waren unterirdisch. So beispielsweise der am 29. März 2012 abgedruckte Text «21-Jährige in einer Bar vergewaltigt», in dem (bereits im Titel) munter Vorwürfe als Tatsachen verkauft wurden. Als könne daran kein Zweifel sein, macht das nach eigenen Angaben staatskritische Blatt die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft kurzerhand zur Realität, so in den Zwischentiteln («Opfer betrunken gemacht», «Mit Gewalt zu Sex gezwungen»). Auch wenn der Autor mehrmals erwähnt, es sei die Anklageschrift der Staatswaltschaft, in der das stehe, räumt er dem Beschuldigten «Mohammed*» keinerlei Entlastung ein. Sogar die Anonymisierung (auch der mutmasslichen Opfer) ist ein Witz, zeigt das Foto doch gross den Tatort, und auch im Text ist der Name der fraglichen Bar und dazu ihre Adresse zu lesen.</p>
<p>Der Beschuldigte sei dann, so meldet die Zeitung nur einen Tag später und so ist es auch heute noch <a href="http://bazonline.ch/basel/stadt/Anklage-wegen-Vergewaltigung-Beschuldigter-freigesprochen/story/22438742?dossier_id=1608">auf Bazonline.ch nachzulesen</a>, «in dubio pro reo» freigesprochen worden, «am letzten Donnerstag», was übersetzt heisst: Am Tag zuvor, am Tag der Publikation des Artikels. Die am Dienstag darauf abgedruckten Leserbriefe lassen keinen Zweifel, dass sowas von einer Regionalzeitung nicht erwartet wird: «Guter Journalismus verzichtet auf solch opferverachtende Methoden», «das ist übelster journalistischer Voyeurismus», «das ist billigster Boulevardjournalismus», so drei der abgedruckten Rückmeldungen. Zuerst und ausführlich aufgerollt hat den Fall <a href="http://www.edito-online.ch/aktuelleausgabe/ergaenzungenzumheft/vorverurteilungeinjournalistischesvergehen.html">Philipp Cueni im «Edito + Klartext»</a>.</p>
<p>Autor des Artikels und vieler weiterer rund um Sicherheit und Kriminalität ist Mischa Hauswirth. Wenn der ehemalige Boulevardreporter feststellen muss, dass die Stadt Basel «im Vergleich zu anderen Sommern» «so gut wie bettlerfrei» sei, so lautet der Untertitel seines Artikels dazu kurzerhand: «Behörden und Polizei könnten allerdings noch konsequenter gegen rumänische Banden vorgehen». Dass die BaZ auf den äusserst fleissigen Mitarbeiter, der fast jeden Tag einen neuen Artikel liefert, nicht verzichten möchte, ist nachvollziehbar. Inzwischen scheint Hauswirths Drang zum harten Boulevard ein wenig gezähmt, aber viele fragen sich nach wie vor, warum er bei der Seriösität beanspruchenden Basler Zeitung angestellt ist, und nicht bei einer Boulevardzeitung. Seine Zeit beim «Blick» von 2001 bis 2006 mit Artikeln wie «Dirnen vergewaltigt &#8211; weil sie kein Geld hatten» oder «Der irre Tierquäler: Wann geht er auf Menschen los?» lässt ihn nicht so leicht los offenbar.</p>
<p><small>Offenlegung: Ronnie Grob hat bisher mehrere Beiträge in der Basler Zeitung und in der Weltwoche veröffentlicht. Sie wurden angemessen vergütet, die Zusammenarbeit war stets erfreulich und verlief ohne jegliche inhaltlich-politische Einflussnahme.<br />
Inputs zur Serie erhalten wir gerne in den Kommentaren oder <a href="https://medienwoche.ch/uber-uns/personen/">per E-Mail</a>.</small></p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/">Serie zu den «Blocher-Medien»</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="medienwoche.ch/2014/10/15/schlachtplan-zufall/">Schlachtplan Zufall</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/22/unter-dem-guru-von-herrliberg/">Unter dem Guru von Herrliberg</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a><br />
4. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a><br />
5. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/politiker-der-redaktion/">Politiker der Redaktion</a><br />
6. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/">Für Partei und Vaterland</a><br />
7. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a><br />
8. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Chefs mit weisser Weste</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/16/chefs-mit-weisser-weste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2014 07:36:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Geri Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Verlegerkongress]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Spillmann]]></category>
		<category><![CDATA[Patrik Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neiniger]]></category>
		<category><![CDATA[Res Strehle]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Chefredaktoren fünf führender Zeitungen diskutierten in Interlaken über ihre Verantwortung für die Privatsphäre von Politikern und Sekretärinnen. Dabei war wenig Selbstkritik zu hören.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/16/chefs-mit-weisser-weste/">Chefs mit weisser Weste</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Chefredaktoren fünf führender Zeitungen diskutierten in Interlaken über ihre Verantwortung für die Privatsphäre von Politikern und Sekretärinnen. Dabei war wenig Selbstkritik zu hören.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/16/chefs-mit-weisser-weste/">Chefs mit weisser Weste</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Swisscom zittert vor «Lex SRG»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/03/swisscom-zittert-vor-lex-srg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2014 07:18:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Teletext]]></category>
		<category><![CDATA[HbbTV]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Swisscom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lahme Internetverbindungen und Totalausfälle könnten die Folge sein: Die Swisscom kritisiert die Pläne des Bundes im Zusammenhang mit dem Teletext-Nachfolger scharf.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Lahme Internetverbindungen und Totalausfälle könnten die Folge sein: Die Swisscom kritisiert die Pläne des Bundes im Zusammenhang mit dem Teletext-Nachfolger scharf. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/03/swisscom-zittert-vor-lex-srg/">Swisscom zittert vor «Lex SRG»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schwache Argumente für eine Veröffentlichung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Aug 2014 19:24:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalrat]]></category>
		<category><![CDATA[Patrik Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Medienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Studer]]></category>
		<category><![CDATA[Geri Müller]]></category>
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		<category><![CDATA[Blick]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadtammann]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Selfie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erpressbarkeit als Politiker, Beeinträchtigung der Amtsführung: Darum sei die Berichterstattung über Geri Müllers Privat- und Sexleben von öffentlichem Interesse. Doch die Verteidigungslinien für die Enthüllungen sind dünn und durchlässig. Wenn Weltwoche und «Blick» – vorerst – darauf verzichten, eine aufgelegte Geschichte mit grossem Skandalisierungspotenzial zu bringen, dann lässt das zuerst einmal aufhorchen. Gehören doch Enthüllungen <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Erpressbarkeit als Politiker, Beeinträchtigung der Amtsführung: Darum sei die Berichterstattung über Geri Müllers Privat- und Sexleben von öffentlichem Interesse. Doch die Verteidigungslinien für die Enthüllungen sind dünn und durchlässig.<br />
<span id="more-20772"></span><br />
Wenn <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/affaere-um-geri-mueller-man-muesste-die-frage-nach-den-absichten-von-patrik-mueller" target="_blank">Weltwoche und «Blick» – vorerst – darauf verzichten</a>, eine aufgelegte Geschichte mit grossem Skandalisierungspotenzial zu bringen, dann lässt das zuerst einmal aufhorchen. Gehören doch Enthüllungen oberhalb und unterhalb der Gürtellinie zum Kerngeschäft der beiden Titel. Aber wenn zwei verzichten, veröffentlicht eben ein dritter; in diesem Fall die Schweiz am Sonntag. Mit <a href="http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/politik/geri_mueller_nackt-selfies_aus_dem_stadthaus/" target="_blank">«Nackt-Selfies aus dem Stadthaus»</a> schlug der Knaller voll ein.</p>
<p>Geri Müller, Stadtammann von Baden und Grüner Nationalrat, lichtet sich entblösst in der Amtsstube ab, schickt das Bildmaterial einer Chat-Bekannten, die ihn damit nach dem Ende der Affäre zu erpressen droht. Müller bietet die Polizei auf, die wird bei der Frau vorstellig. Kurz: eine unappetitliche Posse für alle Beteiligten. Im Gegensatz zur Konkurrenz wusste Patrik Müller, Chefredaktor Schweiz am Sonntag und Autor des Artikels, von der Polizeiaktion und entschied sich nicht nur aufgrund der vorliegenden Nacktbilder für eine Veröffentlichung der Geschichte.</p>
<p>Doch gehört sie an die Öffentlichkeit? Gibt es ausserordentliche, wichtige Gründe, die eine Publikation von Details aus Müllers Privat- und Intimsphäre rechtfertigen? Patrik Müller hat die Fragen offensichtlich mit Ja beantwortet. Das Plazet erteilte nachträglich <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Gerechtfertigt-ChatZitate-als-Beleg-zu-bringen-/story/25508403" target="_blank">Medienrechtler Peter Studer</a>. Der Doyen hält die vorgelegten Indizien und «begründeten Behauptungen» ausreichend für eine Publikation. Ausserdem sei ein gewählter Politiker per se eine öffentliche Person, im Gegensatz etwa zu einer «Person in der Verwaltungsmaschinerie». Damit spielt Studer auf die Bundesangestellte an, die kürzlich ebenfalls wegen Nacktbildern und einer von der NZZ ausgelösten Berichterstattungswelle ihre Stelle los wurde.</p>
<p>Andreas Meili, Berufskollege Studers und in diesem Fall Rechtsvertreter von Geri Müller, sieht das grundsätzlich anders. An der Medienkonferenz am Dienstagmorgen, als Müller zu den Vorwürfen erstmals öffentlich Stellung nahm, hielt Meili fest, dass es auch in der Öffentlichkeit ein Recht auf Schutz der Privat- und Intimsphäre gebe. Es erfordere schon «ausserdordentlich wichtige Gründe» trotzdem darüber zu berichten. Solche lägen in der Causa Müller keine vor. Oder aber doch?</p>
<p>Konnte der Politiker seine beiden Mandate – Stadtammann und Nationalrat – unter dem Druck der Chat-Affäre und ihrer Weiterungen überhaupt noch unbelastet führen? Müller habe an der Medienkonferenz den Verdacht nicht entkräften können, schreibt etwa der Tages-Anzeiger, «dass er in seiner Amtsführung beeinträchtigt war. Die Sache nahm ihn offensichtlich seit Monaten massiv in Beschlag. Seine Ausführungen lassen keinen Zweifel daran, dass ihm die Sache völlig über den Kopf gewachsen ist.»</p>
<p>Was man als Rechtfertigung für die Enthüllung lesen kann, taugt aber genauso gut für das Gegenteil: Die bisher grösste Beeinträchtigung der Amtsführung brachte erst die Veröffentlichung der pikanten Details mit sich. Müller musste inzwischen seine Führungs- und Repräsentativaufgaben als Stadtammann von Baden vorläufig abgeben. Als die Affäre schon am Laufen, aber noch nicht publik geworden war, bemühte sich Müller, seine Amtsgeschäfte im Griff zu halten. Was ihm offenbar ganz gut gelang.</p>
<p>So lobte etwa der Präsident des Badener Gewerbeverbands <a href="http://m.aargauerzeitung.ch/aargau/baden/gewerbeverbands-praesident-bin-positiv-ueberrascht-von-geri-mueller-127848358" target="_blank">Müllers Amtsführung</a>. Der Stadtammann sei gut informiert, verfüge über die nötigen Dossierkenntnisse, sei gut erreichbar und stehe für Gespräche zur Verfügung, beschied ihm der oberste Gewerbler Anfang April – zu einem Zeitpunkt, als Müller von der Affäre bereits «massiv in Beschlag» genommen gewesen sein soll. Auch sonst sind keine Hinweise bekannt, dass Müller als Politiker in den letzten Monaten fahr- oder unzuverlässig gehandelt hätte. Klar tickte möglicherweise eine Zeitbombe, die irgendwann hochgehen konnte.</p>
<p>Man weiss nicht, wie die Sache ausgegangen wäre, wenn die Schweiz am Sonntag auf eine Berichterstattung verzichtet hätte. Möglicherweise war das kompromittierende Material schon so weit gestreut – oder wäre erst noch breiter gestreut worden, dass es nur eine Frage der Zeit bleiben sollte, bis eine andere Redaktion zuschlägt.</p>
<p>Unabhängig davon zeigt sich einmal mehr die Tendenz, dass Medien das öffentliche Interesse an einer Geschichte im Wirbel begründet sehen, den sie mit ihrer Berichterstattung selbst ausgelöst haben.</p>
<p><small>Anmerkung:</small> Die ersten beiden Abschnitte im Text wurden nachträglich ergänzt, um deutlich zu machen, dass Weltwoche und Blick nicht auf dem gleichen Wissensstand waren wie die Schweiz am Sonntag und sie deshalb zu unterschiedlichen Einschätzung gelangten bezüglich der Publikationsreife der Geschichte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/19/schwache-argumente-fuer-eine-veroeffentlichung/">Schwache Argumente für eine Veröffentlichung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Transparenz von Fail zu Fail</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/07/23/transparenz-von-fail-zu-fail/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jul 2013 15:25:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagsblick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Frage ist ein Dauerbrenner: Wie deklarieren Medien die Interessen Dritter, die ihre Berichterstattung beeinflussen, etwa Geschenke oder Vergünstigungen? Dass es mit der vielgepriesenen Transparenz nicht weit her ist, zeigen drei aktuelle Fälle fehlender oder mangelhafter Offenlegung aus Schweizer Medien. Eigentlich wäre doch alles ganz einfach. Aber offenbar immer noch kompliziert genug, dass es mit <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/23/transparenz-von-fail-zu-fail/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Frage ist ein Dauerbrenner: Wie deklarieren Medien die Interessen Dritter, die ihre Berichterstattung beeinflussen, etwa Geschenke oder Vergünstigungen? Dass es mit der vielgepriesenen Transparenz nicht weit her ist, zeigen drei aktuelle Fälle fehlender oder mangelhafter Offenlegung aus Schweizer Medien.</strong></p>
<p>Eigentlich wäre doch alles ganz einfach. Aber offenbar immer noch kompliziert genug, dass es mit der Umsetzung nicht richtig klappen will. Mal für Mal verpassen es Medien, sauber zu deklarieren, wenn Dritte Einfluss auf ihre Berichterstattung nehmen. Drei aktuelle Beispiel zeigen: Mit der viel beschworenen Transparenz ist es in Schweizer Medien nicht weit her. Was Medien von anderen fordern, sind sie selber nicht imstande einzulösen. Dabei wäre der Aufwand minimal, das Publikum ins Bild zu setzen, unter welchen Umständen die Berichterstattung zustande gekommen ist.</p>
<p><strong>1. Der Klassiker, Version NZZ</strong><br />
Galicien muss eine schöne Ecke sein. Diesen Eindruck vermittelt zumindest die NZZ. Der unlängst <a href="http://www.nzz.ch/lebensart/reisen-freizeit/unbekanntes-galicien-1.18114814" target="_blank">auf der Reisen-Seite veröffentlichte Text</a> vermag durchaus das Interesse an einem Ferienbesuch er im Nordwesten Spaniens zu wecken. Der geübte Leser geht hier automatisch davon aus, dass jemand zur Reise eingeladen hat. So weit sind wir: Beim Reisejournalismus (und in gleich Masse auch dem Autojournalismus) nimmt man es inzwischen achselzuckend in Kauf, dass er korrupt ist. Genau darum könnte man ja problemlos mit offenen Karte spielen: «Zu dieser Reise hat die Organisation XY eingeladen.» 50 Anschläge reichen. In der NZZ suchen wir die Zeile vergeblich.</p>
<p>Die Autorin der Reisereportage schreibt, sie selbst <a href="https://twitter.com/brhnzz/status/357932434395893760" target="_blank">bedaure den Mangel an Transparenz</a>, aber «die NZZ macht leider nie solche Hinweise». Wie bitte? Der (bewusste?) Verzicht auf Transparenz als redaktioneller Courant normal? Will die Zeitung den Anschein der Käuflichkeit vermeiden? Man würde es gerne vom Chefredaktor persönlich erfahren. Doch der lässt sich bis heute Zeit mit einer Antwort. Wobei er sie auch so gibt. Schweigend.</p>
<p><strong>2. Unvollständig macht verdächtig</strong><br />
Nachdem das Schweizer Fernsehen über Missstände in der Vorzeigehütte des Schweizerischen Alpenclubs SAC am Monte Rosa berichtet hatte, meldete sich die <a href="http://m.schweizamsonntag.ch/ipad/articleView.htm?article=bGluZTJfTkFUX2xpbmUyLTE0XzA3XzIwMTNfU29ubnRhZ19SZWRha3Rpb25fdjFfMTMwNTYzOA==" target="_blank">«Schweiz am Sonntag» mit der Gegengeschichte</a>: Üble Kampagne, alles ganz anders, keine Probleme, Hütte läuft einwandfrei. In einem Nebensatz schreibt der Autor, dass er von Siemens zum Hüttenbesuch eigeladen wurde. Danach aber kein Wort mehr zur Rolle von Industriekonzern im Zusammenhang mit dem Renommierbau in den Alpen. Die unvollständig Transparenz irritiert. Was verschweigt der Journalist? Hat etwa Siemens den Lead in der Krisenkommunikation übernommen und Medien aufgeboten, der SRF-Berichterstattung etwas entgegenzuhalten? Nennt die Zeitung den zweiten Teil der Geschichte nicht, weil es für sie peinlich wäre, ihre Käuflichkeit zuzugeben?</p>
<p>Alles viel harmloser. Aber weil nicht offengelegt, führt der Transparenzhinweis auf eine falsche Fährte. In der Realität hat Siemens schon im März zur Pressereise eingeladen, als die Monte-Rosa-Hütte keine Schlagzeilen gemacht hatte. Ein Zufall also, dass ausgerechnet nach den Negativschlagzeilen der Trip zum Objekt angestanden hat. Ein Hinweis auf die speziellen Umstände hätte die Zweifel ausgeräumt. Auch Siemens wäre es recht gewesen, nicht in den Ruch der Spin-Doctors gerückt zu werden. Sprecher Benno Estermann findet: «Es wäre hilfreich gewesen, wenn der Journalist geschrieben hätte, dass die Reise seit Langem geplant gewesen war.»</p>
<p><strong>3. Eingebettet bei Eveline</strong><br />
Interviewtermin hoch über den Wolken. Der Sonntagsblick war exklusiv (für einmal tatsächlich) mit Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf im Bundesratsjet nach Moskau unterwegs. Das Ergebnis des Trips: Ein <a href="http://www.hossli.com/articles/2013/07/21/ruhig-wird-es-wohl-erst-wenn-ich-nicht-mehr-bundesratin-bin/" target="_blank">langes Interview</a> und ein <a href="http://www.hossli.com/articles/2013/07/21/mit-not-schoggi-am-gipfel-der-machtigen/" target="_blank">Making-of</a> mit Einblicken in den Arbeitsalltag der Magistratin. Die Kosten für die Reise im Bundesratsjet trägt die Eidgenossenschaft. Daraus hat der Autor auch keinen Hehl gemacht, sondern gar damit kokettiert, wenn er <a href="https://twitter.com/phossli/status/358862919997460480" target="_blank">in einem Tweet schrieb</a>: «Moskau retour. Embedded mit Eveline Widmer-Schlumpf in Russland.» Aber wer bezahlte den Rest? Unterkunft und Verpflegung in Moskau? Auch darüber gibt er<a href="https://twitter.com/phossli/status/358942876094316546" target="_blank"> auf Nachfrage via Twitter Auskunft</a>. Aber wieso nicht gleich und nicht dort, wo es interessiert, nämlich am Ende des Interviews?</p>
<p>Klar gibt es grössere Probleme als die fehlende Deklaration einer Pressereise. Klar gibt es den gesunden Menschenverstand und das Wissen um die Geschichte hinter der Geschichte, selbst wenn der Transparenzhinweis fehlt. Dennoch müssen Medien ein Interesse daran haben, von sich aus und nicht erst auf Nachfrage hin offenzulegen, wie ihre Berichterstattung zustande gekommen ist. Es geht um ihre Glaubwürdigkeit. Wer sich schon im Courant normal schwertut mit Transparenz, wird es nicht leichter haben, wenn es mal wirklich drauf ankommt, die Karten offenzulegen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/23/transparenz-von-fail-zu-fail/">Transparenz von Fail zu Fail</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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