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	<title>Sportjournalismus | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 06 Mar 2020 00:53:29 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Schweizer Sportmagazine: Fäuste gegen das Print-Sterben</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/03/06/schweizer-sportmagazine-faeuste-gegen-das-print-sterben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2020 00:53:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein neues Boxmagazin aus Bern trotzt im schwierigen Medienumfeld allen Trends. Es ist nicht das einzige Sportmagazin, das sich gegen Widerstände behauptet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues Boxmagazin aus Bern trotzt im schwierigen Medienumfeld allen Trends. Es ist nicht das einzige Sportmagazin, das sich gegen Widerstände behauptet. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/03/06/schweizer-sportmagazine-faeuste-gegen-das-print-sterben/">Schweizer Sportmagazine: Fäuste gegen das Print-Sterben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine App hilft kleinen Fussballclubs, professionelle Spielberichte zu erstellen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/10/11/fussballjournalismus-direkt-aus-der-app/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Oct 2017 08:14:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ist dies der Anfang vom Ende der von Journalisten verfassten Matchberichte? Ein Unternehmen aus München hat eine App entwickelt, mit der sich die Fussballberichterstattung automatisieren lässt. Dazu arbeitet der «ReportExpress» mit wiederkehrenden Textelementen und verspricht, «selbst hochkomplexe Spielverläufe und aussergewöhnliche Situationen realitätsgetreu» abbilden zu können. Zielpublikum sind indes nicht die grossen Redaktionen, sondern die Öffentlichkeitsarbeit <a href="http://www.werbewoche.ch/digital/2017-10-10/spielbericht-auf-knopfdruck-muenchner-startup-lanciert-app-fuer">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ist dies der Anfang vom Ende der von Journalisten verfassten Matchberichte? Ein Unternehmen aus München hat eine App entwickelt, mit der sich die Fussballberichterstattung automatisieren lässt. Dazu arbeitet der «ReportExpress» mit wiederkehrenden Textelementen und verspricht, «selbst hochkomplexe Spielverläufe und aussergewöhnliche Situationen realitätsgetreu» abbilden zu können. Zielpublikum sind indes nicht die grossen Redaktionen, sondern die Öffentlichkeitsarbeit der Clubs in den unteren Ligen. Sie sollen so mit wenig Aufwand professionelle Spielberichte produzieren können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/11/fussballjournalismus-direkt-aus-der-app/">Eine App hilft kleinen Fussballclubs, professionelle Spielberichte zu erstellen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>FC Luzern macht die News jetzt selbst und verkauft sie</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/12/07/fc-luzern-macht-die-news-jetzt-selbst-und-verkauft-sie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neu bietet der FCL den Medien an, selber produzierte Videos aus seinem Trainingslager zu kaufen. Dieses Angebot stösst bei Medienexperten auf Kritik.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Neu bietet der FCL den Medien an, selber produzierte Videos aus seinem Trainingslager zu kaufen. Dieses Angebot stösst bei Medienexperten auf Kritik.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/12/07/fc-luzern-macht-die-news-jetzt-selbst-und-verkauft-sie/">FC Luzern macht die News jetzt selbst und verkauft sie</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>TV-Rechte Fussball: Anpfiff zum millionenschweren Run</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/23/tv-rechte-fussball-anpfiff-zum-millionenschweren-run/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Apr 2016 11:02:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Swiss Football League schreibt am Sonntag ihre Fernseh- und andere Medienrechte für die Super League und Challenge League ab der nächsten Saison (2017 und 2018) aus. Zum ersten Mal tut sie das öffentlich. Wie die Deutsche Fussball Liga, hofft auch der Schweizer Fussball auf höhere Einnahmen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Swiss Football League schreibt am Sonntag ihre Fernseh- und andere Medienrechte für die Super League und Challenge League ab der nächsten Saison (2017 und 2018) aus. Zum ersten Mal tut sie das öffentlich. Wie die Deutsche Fussball Liga, hofft auch der Schweizer Fussball auf höhere Einnahmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/23/tv-rechte-fussball-anpfiff-zum-millionenschweren-run/">TV-Rechte Fussball: Anpfiff zum millionenschweren Run</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Der Sport hat nichts Politisches»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/14/der-sport-hat-nichts-politisches/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2016 13:43:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit zehn Jahren ist Stefan Osterhaus Sportkorrespondent der NZZ in Deutschland. Im MEDIENWOCHE-Interview spricht der Bundesliga-Fachmann über seine Lieblingsspieler, über Sepp Blatter und die Fifa und über den Fussball als Pseudowissenschaft und Unterhaltungsindustrie. Ich treffe Stefan Osterhaus abends in einer Pizzeria in Berlin Neukölln. Osterhaus, grossgewachsen und mit sonorer Stimme, sieht etwas aus wie eine <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/14/der-sport-hat-nichts-politisches/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit zehn Jahren ist Stefan Osterhaus Sportkorrespondent der NZZ in Deutschland. Im MEDIENWOCHE-Interview spricht der Bundesliga-Fachmann über seine Lieblingsspieler, über Sepp Blatter und die Fifa und über den Fussball als Pseudowissenschaft und Unterhaltungsindustrie.<br />
<span id="more-26419"></span><br />
<em>Ich treffe Stefan Osterhaus abends in einer Pizzeria in Berlin Neukölln. Osterhaus, grossgewachsen und mit sonorer Stimme, sieht etwas aus wie eine Kreuzung zwischen Ulli Potofski und Kai Diekmann. Er formuliert mit grosser Mühelosigkeit und bringt auch noch die kompliziertesten Sätze korrekt zu ihrem Ende. Seine geschriebenen Texte fallen auf, weil sie nicht nur sprachlich elegant daherkommen, sondern auch auf ein grosses Hintergrundwissen schliessen lassen. Besonders gelungen sind die von ihm verfassten Porträts von Fussballspielern. Hier einige zur Auswahl:</em></p>
<p><a href="http://www.nzz.ch/sport/fussball/die-freiheit-nahm-er-sich-1.18611208">«Franz Beckenbauer wird 70: Die Freiheit nahm er sich»</a><br />
(11. September 2015)<br />
<a href="http://www.nzz.ch/sport/wm-2014/narziss-und-goldschuh-1.18337126">«Der Schlüsselspieler Arjen Robben: Narziss und Goldschuh»</a><br />
(5. Juli 2014)<br />
<a href="http://www.nzz.ch/sport/fussball/klopp-der-narziss-und-vollmund-1.18190740">«Jürgen Klopp, der Narziss und Vollmund»</a><br />
(23. November 2013)<br />
<a href="http://www.nzz.ch/sport/fussball/heller-don-osram-nie-strahlte-1.18084964">«Jupp Heynckes – eine Würdigung: Don Osram strahlte nie heller»</a><br />
(22. Mai 2013)</p>
<p><strong>Sie sind von Berlin aus für die NZZ tätig. Wie arbeiten Sie, wenn zum Beispiel an einem Dienstagabend ein Champions-League-Spiel mit Verlängerung ansteht und am Mittwoch ein Spielbericht in der NZZ stehen muss?</strong><br />
Bei grossen Spielen wenn möglich immer im Stadion auf der Pressetribüne, und da bedeutet Verlängerung, dass nur noch wenige Augenblicke nach dem Schlusspfiff bleiben, um den Text fertig zustellen. Manchmal sind wir auch aufmerksame Zuschauer am TV. Ich versuche, wenigstens jedes zweite Wochenende im Stadion zu sein, einfach auch, um Mannschaften besser einschätzen zu können. Wie verteidigt Mannschaft X, wie greift Mannschaft Y an – das sieht man nur im Stadion.</p>
<p><strong>In den Medien werden die Offensivspieler oft viel stärker wahrgenommen als die Defensivspieler &#8211; warum?</strong><br />
Die Wertschätzung der Defensivspieler ist letzten Jahren grösser geworden. Aber es ist eben sehr viel schwieriger, die Qualitäten eines Defensivspielers zu erkennen. Man muss dazu konzentriert zuschauen, denn das Zulaufen einer Lücke zur Verhinderung eines Passes oder einer Chance ist eben sehr unspektakulär. Wahrgenommen vom Defensivpersonal der Bundesliga wurde in den letzten Jahren vor allem Mats Hummels von Borussia Dortmund, ein lässiger, aber auch spektakulärer Defensivspieler, der schon mal mit einem 40-Meter-Pass die Offensive in Szene setzt. So einer kann besser aussehen als ein Verteidiger ohne Offensivdrang. Jerome Boateng von den Bayern, für mich der beste Abwehrspieler der Gegenwart, wurde von den Medien erst richtig gefeiert, nachdem er mit zwei langen Pässen ein Spiel gegen Borussia Dortmund entscheiden konnte.</p>
<p><strong>Wie sind Sie zum Spezialgebiet Bundesliga gekommen? </strong><br />
Bis 2005 war ich Redaktor bei der Berliner Zeitung. Dann wechselte mein Vorgänger Martin Hägele in die Auslandvermarktung des FC Bayern München. So wurde ich sein Nachfolger.</p>
<p><strong>Sie schreiben seit 1997 für die NZZ über Sport. Und seit zehn Jahren über die Bundesliga, als Sportkorrespondent der NZZ in Deutschland. Ist Ihnen noch nie öde geworden dabei?</strong><br />
Nein, der Fussball von 2005 ist ein anderer als der von 2016. Die Entwicklung des Spiels ist interessant genug, dass es einem kaum langweilig werden kann. Natürlich gibt es auch altbekannte Rituale wie Trainerwechsel: Erst das Dementi, dann das Aussprechen der Nibelungentreue, am Ende der Dolchstoss.</p>
<p><strong>Ist die Bundesliga nicht so etwas wie die Lindenstrasse für Männer, also eine Art Soap-Opera mit vielen altbekannten Darstellern, die gemeinsam Woche für Woche an der Fortsetzung eines Dramas stricken?</strong><br />
Die Bundesliga scheint vor allem durch die Erfolge des deutschen Nationalteams für Frauen interessanter geworden zu sein, jedenfalls sehe ich mehr Frauen im Stadion. Generell halte ich viel davon, die Bundesliga nicht nur als Sport zu begreifen, sondern auch als Teil der Unterhaltungs-, also auch der Kulturindustrie. Der Fussball erfüllt hier alle wesentliche Merkmale, wenn Sie so wollen eine Soap mit Wettbewerbscharakter.</p>
<p><strong>Wie wahren Sie die Distanz zu den Objekten der Berichterstattung?</strong><br />
Wenn man ihre Aussagen und Handlungen hinterfragt, wird zwangsläufig eine Distanz hergestellt: Vor kurzem etwa erzählte der Dortmunder Trainer Thomas Tuchel, er hätte sich überlegt, seinen Spieler Mats Hummels nun doch aufzustellen im letzten Bundesligaspiel, und das, obwohl er es eigentlich wollte – damit nicht eine Diskussion über die Fehler von Hummels entsteht. Sowas ist Dialektik für Fortgeschrittene.</p>
<p><strong>Melden sich auch mal Fussballer, die nicht zufrieden sind mit der Berichterstattung?</strong><br />
Jürgen Klopp beispielsweise hat Journalisten sowohl in Mainz als auch in Dortmund immer sehr unmittelbar Feedback gegeben, und das auch nicht immer freundlich, was ich sehr erfrischend finde. Mit ihm war es ein Geben und Nehmen, von dem beide Seiten profitiert haben. Die Wahrscheinlichkeit einer Rückmeldung ist dann am grössten, wenn man etwas schreibt, das sich deutlich von der Mehrheitsmeinung abhebt. Für die Spieler spielt Print heute nicht mehr so eine grosse Rolle. Sie versuchen vor allem über Twitter, ihre Interessen zu lancieren.</p>
<p><strong>Wie unterscheidet sich die NZZ von anderen Zeitungen?</strong><br />
Sie gibt einem den Rahmen, auch mal ins Detail gehen zu können – ich empfinde das als Privileg. Im Gegensatz zu deutschen Zeitungen kann sie in vielen Fragen, die den deutschen Fussball betreffen, zurückgelehnter sein.</p>
<p><strong>Ein <a href="http://www.nzz.ch/sport/wm-2014/narziss-und-goldschuh-1.18337126">Porträt über Arjen Robben</a> begannen Sie mal mit den Worten: «Aus der Ferne sieht er ein wenig mechanisch aus. Seine Arme sind angewinkelt, sie wirken wie die Pleuelstange einer Dampflokomotive, die gerade Fahrt aufnimmt. Andere erinnert er an Soldaten, die im Stechschritt marschieren, wenn er über das Feld eilt.»</strong><br />
Robben ist kein eleganter, aber ein technisch sehr beschlagener, effizienter, in seiner Art soldatisch wirkender Spieler. Er wirkt mechanisch, aber ein Arbeiter ist er nicht, dazu ist er viel zu kreativ. Ein Arbeiter ist etwa Javi Martinez, ein Defensivspieler der Bayern. Robbens technische Möglichkeiten sind riesig. Bei ihm hat man immer das Gefühl, es könnte jederzeit etwas aus seinem Körper herausbrechen, das noch grossartiger ist. Für mich war er bei der WM 2014 der beste Spieler überhaupt.</p>
<p><strong>Haben Sie einen Lieblingsverein?</strong><br />
Ich habe zwar gewisse, aus der Jugend stammende Sympathien für Borussia Mönchengladbach, aber ich bin weit entfernt davon, mich als Fan irgendeiner Mannschaft zu bezeichnen. Ich bin ein Liebhaber des Spiels, nicht eines bestimmten Vereins.</p>
<p><strong>Und einen Lieblingsspieler?</strong><br />
Mein Lieblingsspieler der Gegenwart ist der defensive Mittelfeldspieler Sergio Busquets vom FC Barcelona, ein Stratege, wie ich ihn bisher nicht gesehen habe. Er ist unglaublich effektiv und beherrscht das Pass- und Stellungsspiel sowie die Organisation einer Mannschaft wie kein anderer. Der spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque hat einmal gesagt: «Wenn ich wieder auf die Welt komme als Fussballer, dann möchte ich Sergio Busquets sein.» Unter den Spielgestaltern gefällt mir auch Toni Kroos, der in Deutschland lange verkannt wurde: «Der macht sich nicht schmutzig», sagte man über ihn. Warum sollte er auch? Er ist ein eleganter, intelligenter Spieler, der muss nicht den Platz umpflügen. Ganz vorne mag ich die Leichtigkeit von Neymar, der oft wie eine Feder auf dem Platz zu schweben scheint – ihm zuzusehen ist ein ästhetisches Vergnügen. Als Torhüter muss man Manuel Neuer nennen, der das Torwartspiel auf eine gewisse Weise neu erfunden hat.</p>
<p><strong>Und wenn Sie etwas weiter zurückblicken?</strong><br />
Die Leichtigkeit von Franz Beckenbauer ist unerreicht. Seine Art, das ganze Leben mit dem Aussenrist zu spielen, hat mich immer beeindruckt. Die Lässigkeit, mit der er gegnerische Angriffe abfing, und auch seine Körperlosigkeit – das hat es danach nie wieder gegeben. Auch er war einer, der sich nie schmutzig gemacht hat und es immer verstanden hat, sich ein Milieu zu schaffen, das ihm die Unannehmlichkeiten vom Leibe hielt. Seine Lebenstüchtigkeit besteht darin, zu wissen, auf wen er sich verlassen kann. Und dann natürlich Günter Netzer, der im direkten Vergleich mehr von seiner Athletik lebte. Er hatte ein grosses Gespür für Theatralik, zelebrierte seine Freistösse. Und er konnte im deutschen Fussball etwas die Fassade der Biederkeit aufbrechen: Einen Fussballer, der Ferrari fuhr und eine Disco in Mönchengladbach besass, hatte es zuvor nicht gegeben. Bemerkenswert ist, dass diese beiden EM-Sieger von 1972 nun auch im Zuge des Skandal um WM-Vergabe an Deutschland genannt wurden: Der eine, Netzer, spielt den Chauffeur für die Granden vom Organisationskomitee, der andere unterschreibt blanko alles, was man ihm vorlegt.</p>
<p><strong>Waren die Enthüllungen rund die WM-Vergabe nach Deutschland für Sie überraschend?</strong><br />
Überhaupt nicht. Ich wundere mich eher darüber, dass so viele geglaubt haben, dass die WM-Vergabe nach Deutschland ganz anders abgelaufen sein soll als WM-Vergaben davor. Die Diskussion dazu in den Medien fand ich etwas hysterisch, eine Art Selbstgeisselung: Jetzt soll das «Sommermärchen» plötzlich entwertet worden sein? Wer damals begeistert war, dessen Erinnerung ist doch nicht getrübt, wenn er nun weiss, dass irgendwelches Geld auf irgendwelche Konten geflossen ist. Wohin, das wissen wir ja immer noch nicht. Aber man darf nicht vergessen, dass die WM 2006 für die Deutschen weit über den Fussball hinaus sehr wichtig war. Die Sonne schien über sechs Wochen, Deutschland wurde von der Welt als ein guter Gastgeber wahrgenommen, alles schien prima. Keine Imagekampagne, wäre sie auch noch so teuer gewesen, hätte bewerkstelligen können, was diese Weltmeisterschaft für das Land erreicht hat.</p>
<p><strong>Wie nehmen Sie den kürzlich suspendierten Fifa-Präsidenten Sepp Blatter wahr? Er hat ja den Fussball von einer Kirchenmaus zu einem Milliardär gemacht, was durchaus auch viele positive Auswirkungen hatte.</strong><br />
Die Verdienste der Fifa und von Sepp Blatter sind in den Diskussionen dazu immer untergegangen, was ich ein wenig ungerecht finde. Natürlich kommt es in so einer grossen Organisation immer auch zu Reibungen und auch zu Unsauberkeiten. Viele glauben ja, die Fifa sei eine multinationale Organisation mit über 200 weisungsgebundenen Dependancen. Doch das sind sie nicht: Es sind autonome Nationalverbände, die ein Eigenleben führen. Wir sehen das doch auch bei der UNO, dort funktioniert auch nicht immer alles problemlos. Gemessen daran glaube ich, dass Blatter über viele Jahre einen schwierigen Job gut gemeistert hat, die Fifa ist prosperiert unter seiner Führung. Es ist Blatter, der den Fussball zu einem globalen Phänomen gemacht hat, weg von der Dominanz der Europäer und der Südamerikaner. Auch die Förderung des Fussballs in Afrika hat er wesentlich vorangetrieben. Bei aller berechtigten Kritik an Blatter wurde er, gerade in deutschen Medien, übermässig dämonisiert.</p>
<p><strong>Ist es richtig, dass die Öffentlich-rechtlichen Millionenbeträge ausgeben für Sportübertragungen?</strong><br />
Grundsätzlich habe ich nichts dagegen. Aber ich weiss nicht, woher der Anspruch kommt, dass Öffentlich-rechtliche diese übertragen sollen.</p>
<p><strong>Aus welchen Medien abseits der NZZ informiert sich der geneigte Fussball-Fan am Besten?</strong><br />
Der «Kicker» ist als Fachmagazin unerlässlich. Ab und zu sollte man mal einen Blick in das Blog <a href="http://spielverlagerung.de/">Spielverlagerung</a> riskieren – da sind ein paar Fussballnerds mit grosser Leidenschaft zugange.</p>
<p><strong>Spielen Sie selbst Fussball?</strong><br />
Ich war Torwart früher, mittlerweile spiele ich nur noch selten. Das Knie.</p>
<p><strong>Gibt es Doping im Fussball?</strong><br />
Selbstverständlich. Es ist ein Graubereich, der ungern illuminiert wird.</p>
<p><strong>Sind die Beine von Roberto Carlos also auf unnatürliche Art so dick?</strong><br />
Solche Beine kriegt man auch mit Doping nicht hin, das ist Veranlagung. Karl-Heinz Rummenigge und Gerd Müller hatten übrigens auch solche unglaublich muskulösen Beine.</p>
<p><strong>Wie gut ist der Schweizer Fussball? </strong><br />
Ziemlich gut. Die Schweizer stellen derzeit die grösste Gruppe unter den Bundesliga-Legionären.</p>
<p><strong>Wer ist aktuell der beste Fussball-Kommentator?</strong><br />
Ich höre lieber die Live-Reportage am Radio. Der beste TV-Kommentator ist für mich immer derjenige, der am wenigsten sagt – das Bild ist ja da. Er soll nur jene Informationen liefern, die sich mir nicht vom Augenschein her erschliessen.</p>
<p><strong>Was für Wendungen sollte jemand, der über Fussball schreibt, vermeiden?</strong><br />
«Umschaltspiel», «abkippende Sechser», «Chancen liegen lassen» oder «die Bälle durchstecken» muss man nicht schreiben.</p>
<p><strong>Die Einschätzung der Taktik nimmt in den Medien heute viel Raum ein. Zurecht?</strong><br />
Manche Medienschaffende übernehmen gerne diese eigenartige technokratischen Sprache der neuen Trainergeneration und versuchen so eine Art Pseudowissenschaft aus dem Fussball zu machen. Ich plädiere dafür, den Fussball als das zu sehen, was er ist: Ein Hochleistungssport. Ein Teil der Unterhaltungsindustrie. Und für die Fans eine Religion im säkularen Zeitalter. Der Medienkonsument sieht heute viele Tabellen und Statistiken über Ballbesitz, angekommene Pässe oder gewonnene Zweikämpfe, die für das Ergebnis oft irrelevant sind. Für manche Leute scheinen diese Zahlen wichtig zu sein – und zwar bei der Suche nach Gewissheiten in einem Spiel, in dem oft der Zufall über Erfolg und Misserfolg entscheidet.</p>
<p><strong>Was ist denn wichtiger?</strong><br />
Die Wahl des Sportdirektors, der die Transferpolitik verantwortet, also neue Spieler und neue Trainer holt, ist für den Erfolg viel entscheidender – und dennoch sind diese Schlüsselpositionen auch heute noch oft von Dilettanten besetzt.</p>
<p><strong>Jene, die im Fussball das Geschäft sehen (müssen), reden nochmals ganz anders über Fussball.</strong><br />
Sprachlich bemerkenswert ist doch, dass Fussball-Funktionäre wie Hans-Joachim Watzke oder Karl-Heinz Rummenigge neuerdings wie schlechte Politiker sprechen. Durch diese Staatssekretärsdiktion entsteht ein falscher Eindruck, zum Beispiel, der Sport sei politisch. Dabei hat der Sport nichts Politisches. Er ist allenfalls ein Vehikel zum Erreichen eines Ziels, das sehen wir im Extremfall bei Terrorakten in Sportstadien. Im Kern jedoch ist er unpolitisch.</p>
<p><strong>Das sehen aber einige Journalisten anders als Sie.</strong><br />
Denen empfehle ich, die Begriffe mal durchzudenken. Keiner wird wegen des Fussballs oder wegen eines Olympiaboykotts einen Krieg riskieren – und als Wirtschaftsfaktor ist die Bundesliga zu klein, um wirklich relevant zu sein. Damit hat sich das Politische erübrigt. Sport dient &#8211; wenn schon &#8211; eher dazu, Konflikte zu entschärfen. Und mal im Ernst: Von welchem der aktuellen Bundesliga-Fussballer erwarten Sie denn eine politische Aussage? Das sollten besser jene tun, deren Aufgabe es ist. Andererseits ist es aber wichtig, dass sich Sportler an die Öffentlichkeit wenden, wenn sie persönlich eine Diskriminierung erfahren haben, so wie es Kevin-Prince Boateng in Mailand getan hat. Aber Fussballer und Sportfunktionäre als Ersatzpolitiker oder Diplomaten im Trainingsanzug? So ein Laientheater braucht es wirklich nicht.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Stefan Osterhaus fand am 2. Dezember 2015 in Berlin statt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/14/der-sport-hat-nichts-politisches/">«Der Sport hat nichts Politisches»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Medien-Imperium FCB: Vom Matchblatt zum Vollservice auf jedem Kanal</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/22/medien-imperium-fcb-vom-matchblatt-zum-vollservice-auf-jedem-kanal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2015 11:49:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[FCB]]></category>
		<category><![CDATA[FC Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der FC Basel übernimmt mittlerweile grosse Teile der Berichterstattung über den Club gleich selbst. Ein weiterer Ausbau ist bereits geplant.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/22/medien-imperium-fcb-vom-matchblatt-zum-vollservice-auf-jedem-kanal/">Medien-Imperium FCB: Vom Matchblatt zum Vollservice auf jedem Kanal</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der FC Basel übernimmt mittlerweile grosse Teile der Berichterstattung über den Club gleich selbst. Ein weiterer Ausbau ist bereits geplant.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/22/medien-imperium-fcb-vom-matchblatt-zum-vollservice-auf-jedem-kanal/">Medien-Imperium FCB: Vom Matchblatt zum Vollservice auf jedem Kanal</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fussballjournalismus: Angsthasen auf der Pressetribüne</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/22/angsthasen-auf-der-pressetribuene/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Mar 2015 20:07:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[René Martens]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4215</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bei kritischen Berichten nehmen die Vereine der Fußball-Bundesliga vermehrt Einfluss auf die Redaktionen – und kommen damit auch noch durch.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/22/angsthasen-auf-der-pressetribuene/">Fussballjournalismus: Angsthasen auf der Pressetribüne</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei kritischen Berichten nehmen die Vereine der Fußball-Bundesliga vermehrt Einfluss auf die Redaktionen – und kommen damit auch noch durch.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/22/angsthasen-auf-der-pressetribuene/">Fussballjournalismus: Angsthasen auf der Pressetribüne</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die geheimen Träume der Sportreporter</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/02/10/die-geheimen-traeume-der-sportreporter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2015 22:38:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[tagesanzeiger.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Michèle Binswanger]]></category>
		<category><![CDATA[Blog Mag]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frauensport interessiert die Schreibenden wenig, weshalb sie glauben, es interessiere auch sonst keinen. Weil sie trotzdem darüber berichten müssen, handeln sie ihn ihren eigenen Interessen gemäss ab. Das heisst, sie konzentrieren sich auf Körpermasse, Bekleidungsvorlieben, Schmink- und Diätgewohnheiten der Frauen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Frauensport interessiert die Schreibenden wenig, weshalb sie glauben, es interessiere auch sonst keinen. Weil sie trotzdem darüber berichten müssen, handeln sie ihn ihren eigenen Interessen gemäss ab. Das heisst, sie konzentrieren sich auf Körpermasse, Bekleidungsvorlieben, Schmink- und Diätgewohnheiten der Frauen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/02/10/die-geheimen-traeume-der-sportreporter/">Die geheimen Träume der Sportreporter</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Ohne Groll ausgestiegen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/25/ohne-groll-ausgestiegen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Rebonati]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Oct 2012 08:18:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Jürg Federer]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Zaugg]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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		<category><![CDATA[Eishockey]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jürg Federer arbeitete begeistert als Sportjournalist, bis er gemerkt hat, dass er den Protagonisten zu nahe steht. Deshalb stieg er aus und auf seinen erlernten Beruf um. Heute kocht Federer in New York. Am 11. Juni 2012 sass ein Schweizer Sportjournalist im Mediensektor des Staples Centers in Downtown Los Angeles und sah zu, wie die <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/25/ohne-groll-ausgestiegen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jürg Federer arbeitete begeistert als Sportjournalist, bis er gemerkt hat, dass er den Protagonisten zu nahe steht. Deshalb stieg er aus und auf seinen erlernten Beruf um. Heute kocht Federer in New York.<br />
<span id="more-30553"></span><br />
Am 11. Juni 2012 sass ein Schweizer Sportjournalist im Mediensektor des Staples Centers in Downtown Los Angeles und sah zu, wie die L.A. Kings den Stanley Cup zum ersten Mal in die Luft stemmten. Es war ein schöner Abschluss. Vier Monate zuvor hatte sich der Schweizer NHL-Korrespondent gefragt, auf welcher Seite der Garderobe er stehe. Er entschied sich für die Seite der Spieler. Über die letzten acht Jahre wurden einige der Protagonisten seiner Geschichten gute Freunde und die journalistische Distanz wurde gefährdet. Dazu steht er offen.</p>
<p>In den Sportjournalismus zu kommen, ist einfach, sagt Jürg Federer. Er nennt ihn auch «Einsteigerjournalismus» – und meint das überhaupt nicht abwertend, sondern spricht aus eigener Erfahrung. Aus einer einzigen Quelle oder der Beobachtung eines Wettkampfs lässt sich ein ganzer Bericht aufbauen. Zudem sind viele Berichterstatter jung, die Protagonisten sowieso. Die Herausforderung als Sportjournalist? «Das Stadion ist deine Leserschaft. Von den Jugendlichen auf den Stehplätzen bis zu den Besitzern in den VIP-Lounges; du musst sie alle abholen», sagt Federer, der vor einigen Monaten entschied, dies künftig nicht mehr zu tun.</p>
<p>«Es ist kein Entscheid gegen den Journalismus», sagt der 39-Jährige und lehnt an die Backsteinwand mit den Wiegemessern und Bastkörben. Wir sitzen in der «Buvette», einem Stück Provence im New Yorker West Village. Die Tische sind kleine Quadrate, eng bestuhlt und auf weissen, ovalen Tellern werden knusprige Tartinettes mit Haselnuss-Organgen-Pesto serviert. Jürg Federer fährt fort: «Es ist ein Entscheid für neue Erfahrungen.» Der ehemalige Eishockeyjournalist spricht vom Privileg Schweizer zu sein, von der guten Ausbildung und dem dualen Bildungssystem: «In der Schweiz haben wir Optionen und kriegen Chancen», sagt er.</p>
<p>Das ist mitunter ein Grund, um Ende dreissig den Beruf zu wechseln. Der andere ist genauso wahr wie ehrlich: Als Sportjournalist kam Federer einigen Eishockeyspielern zu nahe, weil man sich so gut verstand und dadurch Freunde wurde. Das gefährdet die journalistische Distanz und hemmt die Kritik. Jürg Federer verliess deshalb die Gilde, was ihm hoch anzurechnen ist. Es ist ein ehrlicher und mutiger Entscheid, den viele andere Journalisten so nie treffen würden, obwohl auch sie zu nahe an den Akteuren dran sind. Das wird vor allem im Sport- und Lifestyle-Journalismus vorkommen.</p>
<p>Als 16-jähriger schmiss Federer das Gymnasium, absolvierte die kaufmännische Lehre in einer Büromöbelfirma, zog nach Elm, um die Lehre zum Koch zu durchlaufen und gewann am Genfersee einen Michelin-Stern, bevor er an Pazifik zog. Während drei Jahren managte er die Speisen und Getränke in einem Restaurant in San Francisco, studierte nebenbei Soziologie und kehrte mit 27 in die Schweiz zurück. Das war 2000. Dann baute er in Bern ein Catering-Unternehmen auf, verkaufte es und rutschte irgendwie in den Eishockeyjournalismus.</p>
<p>Martin Merk, CEO von <a href="http://www.hockeyfans.ch/index.php" target="_blank">hockeyfans.ch</a>, rief an. «Federer, du verstehst doch etwas von Eishockey?», klang es etwa. In Rapperswil aufgewachsen, stand Federer in der Juniorenabteilung des NLA-Clubs Rapperswil-Jona-Lakers bis 17-jährig selbst auf dem Eis. Und so kam es, dass er das Wiegemesser zur Seite legte und stattdessen Notizblock und Mikrofon zur Hand nahm. <a href="http://www.20min.ch/sport/dossier/timeout/" target="_blank">20-Minuten-Sportkolumnist Klaus Zaugg</a>, aber auch der damalige BZ-Sportchef Werner Haller, unterstützten ihn dabei: «Während der gemeinsamem Zeit beim Hockeymagazin Slapshot lernte ich puncto Interviewtechnik, Themengestaltung und Interessengeneration viel von Chläus und Werner», sagt Federer heute.</p>
<p>In den folgenden acht Jahren schrieb Federer für diverse Sporttitel, Tages- und Wochenzeitungen, wurde NHL-Korrespondent für das Schweizer Fernsehen und produzierte im Fixumsvertrag Hintergrundgeschichten aus der amerikanischen Eishockeywelt für <a href="http://www.20min.ch/sport/eishockey/story/25742387" target="_blank">«20 Minuten Online»</a>. Unzählige Male flog er nach Nordamerika und wieder zurück – vor allem nach New York, weil  NHL-Schweizer wie Mark Streit, Luca Sbisa, Martin Gerber und Jonas Hiller regelmässig mit oder gegen einen der drei Clubs im Grossraum New York spielten.</p>
<p>Es war eine rationale und nicht emotionale Entscheidung, definitiv nach New York auszuwandern», sagt Federer. Es machte strategisch Sinn. 2010 packte er seine Koffer und lebt seither in Brooklyn, nimmt die Fähre nach Manhattan und nennt die Stadt seine. In dieser Stadt, so weit vom heimischen Rapperswil, fand er wieder nach Hause – «nach Hause in die Gastronomie». Federer baute <a href="http://www.sexonthetable.tv/New_York_Aphrodisiac_Cooking_Classes/Aphrodisiac_Cooking_Classes.html" target="_blank">eine Kochschule auf</a>, wo er zwei Mal wöchentlich unterrichtet, schreibt an einem Kochbuch und <a href="http://www.sexonthetable.tv/New_York_Aphrodisiac_Cooking_Classes/Sex_on_the_Table.html" target="_blank">feilt an einem Restaurantkonzept</a>.</p>
<p>Am 11. Juni 2012 sass Jürg Federer im Staples Center in Downtown Los Angeles und sah zu wie die L.A. Kings die New Jersey Devils besiegten und zum ersten Mal in ihrer Clubgeschichte die Meisterschaft gewannen. Der Schweizer Journalist wusste damals bereits, dass er die Fronten wechseln würde. Über die letzten acht Jahre wurden einige seiner Protagonisten gute Freunde und es lockte ihn sowieso wieder in die Küche. Den Journalismus verliess Federer bewusst und ohne Groll.</p>
<p>Nur: «Ich stehe an einem Point of no return – es gibt kein Zurück», sagt der 39-jährige Patchworker. Sein Lebenslauf ist derart unkonventionell, kein Unternehmen wird ihn anstellen. Denn, was ist er genau? New Yorker. Und das heisst multidisziplinär und selbstständig. «New York ist die beste Ausbildung, die ich je geniessen durfte», sagt er grinsend. Er bestellt die Rechnung, schwingt seine Tasche über die Schulter und verschwindet in den Strassen New Yorks.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/25/ohne-groll-ausgestiegen/">Ohne Groll ausgestiegen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Spitzengruppe schlägt Schnäppchen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/07/18/spitzengruppe-schlaegt-schnaeppchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 08:30:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Claude Leclercq]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Tour de France]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Jaggi]]></category>
		<category><![CDATA[Eurosport]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Zutt]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Jucker]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während sich ARD und ZDF von der Live-Berichterstattung über die Tour de France zurückgezogen haben, bleibt das Schweizer Öffentlich-rechtliche mit SF2 dabei. Die bessere Alternative ist aber Eurosport: ein Dreierteam mit dem von SF abgezogenen Experten Jean-Claude Leclercq bietet eine ansprechende Kommentatorenleistung. Die neuen Tour-Begleiter beim Schweizer Fernsehen haben das schwere Erbe der legendären Stimme <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/18/spitzengruppe-schlaegt-schnaeppchen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Während sich ARD und ZDF von der Live-Berichterstattung über die Tour de France zurückgezogen haben, bleibt das Schweizer Öffentlich-rechtliche mit SF2 dabei. Die bessere Alternative ist aber Eurosport: ein Dreierteam mit dem von SF abgezogenen Experten Jean-Claude Leclercq bietet eine ansprechende Kommentatorenleistung.<br />
<span id="more-9296"></span><br />
Die neuen Tour-Begleiter beim Schweizer Fernsehen haben das schwere Erbe der legendären <a href="https://www.youtube.com/watch?v=5Y3dQJK1O4U">Stimme</a> von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Jucker_%28Moderator%29">Hans Jucker</a> angetreten. Er begleitete 25 Ausgaben der Tour de France, viele davon mit Jean-Claude Leclercq. <a href="http://www.20min.ch/sport/weitere/story/22942610">Auf 20min.ch</a> ist die letzte von den beiden moderierte Etappe 2010 zu sehen sowie einige der besten Szenen mit dem wenige Wochen nach seinem letzten Arbeitstag verstorbenen Jucker.</p>
<p>Bis zur 9. Etappe kommentierte Claude Jaggi, seit der 10. Etappe ist es Florian Zutt. Ein ziemlicher Bruch zu ihren deutsch gesprochenen Kommentaren sind die leider etwas undeutlich artikulierten Analysen in Dialekt von Ex-Radprofi <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sven_Montgomery">Sven Montgomery</a>, der zwar viel beizusteuern weiss, aber auch manchmal den Faden verliert. Der erst 34-jährige Zutt macht sich ganz gut, selbst wenn ihm auch mal Stilblüten wie «damit schlägt er der Spitzengruppe ein Schnäppchen» unterlaufen. Unter <a href="https://www.facebook.com/sfsport">facebook.com/sfsport</a> und <a href="https://twitter.com/#!/search/%23sftdf">#sftdf</a> werden die Zuschauer dazu animiert, Fragen zu stellen. Die Fragen wirken unbeantwortet recht verloren, doch die eine oder andere wird während der Reportage beantwortet.</p>
<p>Details wie Informationen über die Tweets der Frauen von Bradley Wiggins (<a href="https://twitter.com/bradwiggins">@bradwiggins</a>, <a href="https://twitter.com/Cathwiggins1981">@Cathwiggins1981</a>) und Chris Froome (<a href="https://twitter.com/chrisfroome">@chrisfroome</a>, <a href="https://twitter.com/michellecound">@michellecound</a>) sind als Hintergrundinformationen informativ, noch besser wäre aber, wenn solche Details auch eingeblendet würden. Bemühungen solcher Art sind im Schweizer Fernsehen nicht zu sehen, der Live-Übertragung vorgeschaltet ist lediglich eine langweilige Anmoderation, man zeigt einfach die von der internationalen Produktion gesendeten Bilder. Zeitweise geht das Moderationsteam so wenig auf die gezeigten Bilder ein, dass das Gefühl einer Radioreportage aufkommt.</p>
<p>Wer den einlullenden Redestrom verlässt und auf Eurosport umschaltet, erwacht gleich etwas. Die Kommentare dort sind klarer, deutlicher, dynamischer, eindringlicher. Der Verzicht von ARD und ZDF auf die Live-Übertragung hat der Eurosport-Berichterstattung gut getan. Als hätte man nun selbst einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsauftrag#Beispiel_I:_Rundfunk_und_Fernsehen">Bildungsauftrag</a>, wurde das aus früheren Jahren bekannte wilde Durcheinanderreden, die Emotionen ohne Faktengrundlage und der manchmal ins Absurde abgleitende Klamauk heruntergefahren zugunsten von Hintergründen auch kultureller Art. Dieses Jahr kommentieren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Karsten_Migels">Karsten Migels</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ron_Ringguth">Ron Ringguth</a> und der zuvor während fast zwei Jahrzehnten im Dienste von SRF stehende <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Claude_Leclercq">Jean-Claude Leclercq</a>. Nach den Etappen wird die Berichterstattung von weiteren Mitarbeitern übernommen, <a href="http://de.eurosport.yahoo.com/blogs/andreas-schulz/">Andreas Schulz bloggt</a>, der <a href="https://www.facebook.com/radsportontour">Facebook-Kanal</a> wird schon seit Jahren genutzt.</p>
<p>Sind drei Kommentatoren nicht zu viel? Nicht wenn sie sich die Aufgaben gut aufteilen: Migels ist für die aktuellen Entwicklungen im Rennen zuständig, liefert Zwischenstände und redet dazwischen, wenn Aussergewöhnliches passiert. Ringguth wirft, manchmal angekündigt von einer Fahrradklingel, Hintergründe zu regionalen und kulturellen Höhepunkten an der Strecke ein und erzählt auch mal, was sich die Sport- und Boulevardzeitungen ausgedacht haben, um das Rennen spannender zu machen, als es eigentlich ist. Und Leclercq macht Feuilleton: Aus der Warte seines unfassbaren Detailwissens breitet er Hintergründe aus, denkt er über Entwicklungen im Einzelnen nach und erzählt Anekdoten. Ein absoluter Gewinn für Eurosport, auch wenn er sich bisweilen so ins Feuer redet, dass es besser wäre, er würde mal wieder für ein paar Minuten Ruhe geben.</p>
<p>Ein weiterer Anbieter auf dem Markt ist übrigens der Veranstalter selbst. Für <a href="http://eurovision.digotel.com/aso/index.html">9.99 Euro (Tour Pass) oder 2.39 Euro (Stage Pass)</a> kann man sich die Tour mit englischem Kommentar im Netz oder auf dem Handy ansehen.</p>
<p>Was die Zuschauerzahlen betrifft, kann sich die Tour auf SF2 vergleichsweise gut behaupten. Die Etappe zwischen Limoux und Foix am Sonntagnachmittag um 15 Uhr hatte mit 110.000 Zuschauern nur 2000 Zuschauer weniger als der Saisonstart in der Superleague mit dem Live-Fussballspiel zwischen St. Gallen und Bern (und einen höheren Marktanteil, 17,4 vs. 14,6 Prozent). Nicht ganz so gut sieht es aus, wenn man einen Vergleich mit einem Sonntagnachmittag von 2003 anstellt. Die 8. Etappe von Sallanches auf die Alpe d´Huez zog damals noch 326.000 Zuschauer an (Marktanteil: 47,5 Prozent).</p>
<p>Die sinkende Aufmerksamkeit hat aber auch mit dem nach wie vor ungelösten Dopingproblem im Radsport zu tun. Die 99. Tour wird bisher vom Team <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sky_ProCycling">Sky ProCycling</a> überlegen dominiert. Hauptsponsor dort ist British Sky Broadcasting (kurz <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/BSkyB">BSkyB</a>), mit über <a href="http://corporate.sky.com/about_sky/key_facts_and_figures">10 Millionen Kunden</a> der grösste Anbieter von Pay-TV in Grossbritannien und Irland. Und jetzt raten Sie mal, wer die Tour dort überträgt. Nein, nicht BSkyB. Eurosport und ITV4 sind gezwungen, jeden Tag ausführlich die Konkurrenz zu erwähnen.</p>
<p><small>Am Mittwoch und am Donnerstag finden bei der Tour de France die beiden letzten grossen Bergetappen statt. Eurosport berichtet live ab 11 und 12.45 Uhr, SF2 jeweils ab 13.35 Uhr.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/18/spitzengruppe-schlaegt-schnaeppchen/">Spitzengruppe schlägt Schnäppchen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Distanzlos gegen Fangewalt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Pascal Claude]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 08:07:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[10 vor 10]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Wille]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgewogenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Leuthard]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Es sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein», sagt Urs Leuthard in der «Rundschau» vom 5. Oktober. «Es sollte eigentlich eine gewisse journalistische Nüchternheit gewahrt werden», möchte man entgegnen. Geht es um Fussball in den Medien, geht gar nichts mehr. Die Berichterstattung über «Fussballfans ausser Rand und Band» (Blick) gerät zunehmend selber ausser Kontrolle. <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/fussball.jpg" alt="" width="120" height="116" />«Es sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein», sagt Urs Leuthard in der «Rundschau» vom 5. Oktober. «Es sollte eigentlich eine gewisse journalistische Nüchternheit gewahrt werden», möchte man entgegnen. Geht es um Fussball in den Medien, geht gar nichts mehr. Die Berichterstattung über «Fussballfans ausser Rand und Band» (Blick) gerät zunehmend selber ausser Kontrolle.<br />
<span id="more-28937"></span><br />
Wenn aus randalierenden oder Feuerwerk zündenden Fans «Fussball-Chaoten» (AZ) und «Hooligan-Idioten» (Blick) werden und aus Schweizer Stadien «Kriegsschauplätze» (SF Sportpanorama), geht mit dem Fussball auch die Sachlichkeit schweren Zeiten entgegen.</p>
<p>Jüngstes Opfer einer medial-emotionalen Eskalation ist GC-Torhüter Roman Bürki, der es mit einer <a href="http://www.joiz.ch/videos/watch?bclid=1213687687001&amp;bctid=1251579065001" target="_blank">saloppen Aussage im Jugend-TV-Sender Joiz</a> am 1. November auf den schwarz-gelben Blick-Aushang geschafft hat: <a href="http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/grasshopper-club-zuerich/unglaubliche-provokation-von-gc-goalie-buerki-185809" target="_blank">«Schleglä gehört zum Fussball!»</a> Bürki hatte im Interview gesagt, Pyro in geordnetem Rahmen störe ihn nicht und zu den Schlägerein unter Fans käme es wohl, weil die sich emotional so stark mit dem Klub verbunden fühlten. Das gehöre für ihn zum Fussball, solange keine Unbeteiligten zu Schaden kommen.</p>
<p>Der 20-jährige Fussballer musste sich noch am selben Tag für seine «unglaubliche Provokation» (Blick) <a href="http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/gc-buerki-sagt-sorry-185860" target="_blank">entschuldigen</a> und nahm auf der GC-Homepage all seine Aussagen zurück – was ihm postwendend zum Vorwurf gemacht wurde: «Bürki sorgt für Kopfschütteln. Zuerst verherrlicht er Pyros und Schlägereien, nun sagt er sorry.» (<a href="http://www.20min.ch/sport/fussball/story/GC-Goalie-Buerki-krebst-im-Pyro-Fall-zurueck-12046568" target="_blank">20min.ch</a>). Dass der GC-Torhüter nichts verherrlicht, sondern in seiner Naivität vielmehr die Mechanismen in der Fanszene beschreibt, wird den Journalisten dann in den Kommentarspalten erklärt.</p>
<p>Im Zusammenhang mit Fan-Gewalt, und dazu wird in praktisch allen Medien auch das blosse Abbrennen von Feuerwerk gezählt, kommt als neues journalistisches Gebot die Empörung hinzu: Empörung über die Vorfälle, Empörung über das Versagen der Sicherheitskonzepte, Empörung über das Zögern der Verantwortlichen, Empörung über jede Art der Relativierung. Daniela Lager <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=684cdefc-f0bb-47c4-8150-2b96a11f4ecd" target="_blank">attackierte in 10vor10 vom 3. Oktober ihren Studiogast</a>, den Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes Alex Miescher, als gehöre sie selber einem Fan-Lager an, jenem der schwer Betroffenen. An selber Stelle hatte Susanne Wille ein Jahr zuvor behauptet, Schweizer Fussballfans würden «ganze Lokomotiven zertrümmern». Womit, blieb leider unerwähnt.</p>
<p>Geschichten über Fussballfans steigen seit rund zehn Jahren im Agenda-Setting der Medien immer höher, und sie fallen dabei in aller Regel negativ aus. Die zunehmende Bewirtschaftung des Themas geht einher mit einer Sensationalisierung der Berichterstattung, für die es verschiedene Gründe gibt. Einer der wichtigsten ist die Verfügbarkeit: Wenn es auch selten zu gravierenden Vorfällen kommt, so liefern diese doch jedes Mal spektakuläres Bildmaterial, komponiert aus den Skandalfaktoren Menschenmassen, Feuerwerk, Vermummung und physische Gewalt.</p>
<p>Berichte über Ausschreitungen werden heute meist mit denselben wenigen Archivaufnahmen aus den Jahren 2006, 2008 und neu 2011 (FCZ-FCB vom 11. Mai, GC-FCZ vom 2. Oktober) illustriert. Sie reichen aus, um den Eindruck einer zunehmenden Bedrohung friedliebender Fussballfans durch Horden junger Gewalttäter aufrecht zu erhalten. Nüchterne Zahlen, die das Gegenteil beweisen und die <a href="http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/buerger-verwaltung/artikel/18676/" target="_blank">der Beobachter am 26. Oktober 2011 veröffentlicht hat</a>, werden nur in Fan-Foren, nicht aber in Leitartikeln diskutiert.</p>
<p>Die Bilder verbreiten Angst und Schrecken und ermöglichen Abgrenzung. Das macht die Fans zum medialen Dauerthema und verleitet nicht nur Blick oder 20 Minuten, sondern auch die auf Ausgewogenheit und Neutralität verpflichteten SRG-Programme <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=4d7d5f56-5ff3-4055-a13b-40905b56f1e0" target="_blank">Sportpanorama</a>, <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=debd5427-9548-4ae3-8b99-517f290a5ac5" target="_blank">Rundschau</a> und 10vor10 zu hysterischer Rhetorik: Widerspruch ist nicht zu befürchten, Gewalt und Chaos finden alle schlimm. Fans haben keine Lobby, und so gefallen sich Journalisten in der Rolle der Botschafter gegen Pyro und Gewalt, statt ihrer Arbeit nachzugehen.</p>
<p>«Rund 50 FCZ-Hooligans, die Pyro-Fackeln zündeten», habe die Münchner Polizei beim Spiel Bayern-FCZ direkt aus dem Block heraus verhaftet, behauptete etwa 10vor10 am 3. Oktober. An der Aussage ist nichts wahr: weder waren es Hooligans, noch waren es rund 50, noch wurde auch nur einer der Zündenden erwischt.</p>
<p>Zur Zuspitzung bei gleichzeitiger Unschärfe trägt bei, dass sich die organisierten Fans aus der Kurve seit Jahren den Medien verweigern: aus Prinzip, aber auch aus Frustration über unausgewogene Berichterstattung und Boulevard-Manieren. Ob das klug ist, sei dahingestellt. Ein Freipass für Medienschaffende, jegliche professionelle Distanz zu verlieren, ist es nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/">Distanzlos gegen Fangewalt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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