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	<title>SRF Kultur | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Susanne Wille zieht Bilanz:  SRF-Kulturchefin über ihr neues Leben</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/04/susanne-wille-zieht-bilanz-srf-kulturchefin-ueber-ihr-neues-leben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Oct 2021 09:42:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Wille]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Susanne Wille ist seit rund einem Jahr als neue SRF-Kulturchefin im Amt. Sie spricht über das Ende von «Wilder», Baustellen bei SRF und die Demokratie bei ihr zu Hause.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/04/susanne-wille-zieht-bilanz-srf-kulturchefin-ueber-ihr-neues-leben/">Susanne Wille zieht Bilanz:  SRF-Kulturchefin über ihr neues Leben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Susanne Wille ist seit rund einem Jahr als neue SRF-Kulturchefin im Amt. Sie spricht über das Ende von «Wilder», Baustellen bei SRF und die Demokratie bei ihr zu Hause.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/04/susanne-wille-zieht-bilanz-srf-kulturchefin-ueber-ihr-neues-leben/">Susanne Wille zieht Bilanz:  SRF-Kulturchefin über ihr neues Leben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>SRF dezimiert «Kontext»: die Zerstückelung des Service public</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/07/16/srf-dezimiert-kontext-die-zerstueckelung-des-service-public/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Ruoff, Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Jul 2021 15:46:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kontext]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit seinem Programmabbau geht SRF inzwischen an die Substanz des Service public, aktuell beim «Kontext» von SRF 2 Kultur. Das einst führende Wortprogramm des Kultursenders reformiert SRF fast bis zur Unkenntlichkeit. Ein Podcast soll das jüngere Publikum erreichen, das SRF in den letzten neun Jahren mit dem Radioprogramm nicht gefunden hat. Die Etikette bleibt, aber <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/16/srf-dezimiert-kontext-die-zerstueckelung-des-service-public/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit seinem Programmabbau geht SRF inzwischen an die Substanz des Service public, aktuell beim «Kontext» von SRF 2 Kultur. Das einst führende Wortprogramm des Kultursenders reformiert SRF fast bis zur Unkenntlichkeit. Ein Podcast soll das jüngere Publikum erreichen, das SRF in den letzten neun Jahren mit dem Radioprogramm nicht gefunden hat.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-90230" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-SRF-Zerstueckelung-20210715a.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-SRF-Zerstueckelung-20210715a.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-SRF-Zerstueckelung-20210715a-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-SRF-Zerstueckelung-20210715a-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-SRF-Zerstueckelung-20210715a-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/07/MW-SRF-Zerstueckelung-20210715a-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Die Etikette bleibt, aber der Inhalt ändert sich. «Kontext» dauert künftig nur noch eine halbe Stunde. Und anstelle von fünf Radiosendungen pro Woche werden nur noch zwei Podcasts produziert. Heute steht im <a href="https://archive.ph/LB7oD" target="_blank" rel="noopener">Sendungsbeschrieb</a>: «‹Kontext› ist die tägliche Hintergrundsendung zu Themen der Kunst, der Kultur, zu Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft, Religion und Politik. Eine Stunde lang täglich setzt ‹Kontext› einen Akzent gegen die kurzatmige, schnell konsumierte Berichterstattung – hintergründig, mutig und überraschend.» Diesen Text wird die Redaktion in spätestens vier Wochen entfernen müssen, auch wenn der Name «Kontext» bleiben wird.</p>
<p>Künftig kommt «Kontext» als «Kulturpodcast von Radio SRF mit starken Protagonist:innen und scharfen Analysen» daher. Das steht im «Feinkonzept» für das neue Format, das der MEDIENWOCHE vorliegt. Damit will SRF mit weniger Ressourcen ein Zielpublikum unter 45 ansprechen, «welches primär auf den digitalen Audiokanälen zu finden ist.» Auf Anfrage der MEDIENWOCHE bestätigt Barbara Gysi, publizistische Leiterin Radio SRF 2 Kultur, die Umgestaltung des «Kontext» im Zuge des unternehmensweiten Sparprogramms.<br />
</p>
<p>Die inhaltliche Ausrichtung des neuen «Kontext» wirkt reichlich nebulös. In dem «Feinkonzept» ist von einem sehr breiten Kulturbegriff die Rede, «der nicht nur das von Menschen gemachte, sondern auch das menschliche Zusammenleben in all seinen Facetten einschliesst». Dieser zur Beliebigkeit tendierenden Offenheit steht eine starre Quote gegenüber. 50 Prozent der Protagonist:innen im Podcast müssen Kulturschaffende sein.</p>
<p>Die Verantwortlichen für die Programmentwicklung folgen zudem den bekannten dramaturgischen Mustern, wie sie etwa von der «Arena» oder anderen Diskussionssendungen bekannt sind:</p>
<blockquote><p>Da ist viel von «Konflikten», «Bruchlinien» und «Spannungsfeldern» die Rede, die wohl eine publikumswirksame Dramaturgie erzeugen sollen.</p></blockquote>
<p>Bisher war die Radiosendung «Kontext» bekannt für Rubriken wie <a title="Clubhouse – drei Monate später. Bestandsaufnahme und Blick in die Zukunft" href="https://medienwoche.ch/2021/07/15/clubhouse-drei-monate-spaeter-bestandsaufnahme-und-blick-in-die-zukunft/" target="_blank" rel="noopener">«Künste im Gespräch»</a> oder das <a href="https://www.srf.ch/audio/kontext/das-sachbuch-trio?id=11941810">«Sachbuch-Trio»</a>, deren Inhalt sich erst beim Reinhören wirklich entpuppt – Wundertüten im Programm. Oder elitäre Angebote wie die Stunde über Marcel Prousts anspruchsvollen Roman über «Die Suche nach der verlorenen Zeit», der wohl in einigen Bücherregalen ungelesen verstaubt (eine schöne Sendung übrigens). Es sind populäre Themen wie «Der Mensch ist, was er isst» oder das <a href="https://www.srf.ch/audio/kontext/pfarrerin-priscilla-schwendimann-und-roger-schawinski-im-gespraech?id=12012855" target="_blank" rel="noopener">Tandem-Gespräch</a> zwischen der lesbischen Pfarrerin Priscilla Schwendimann und dem Medienpionier und Manager Roger Schawinski. Und dann wieder Angebote für Minderheiten in der Kunst- und Kultur-Minderheit, wie: <a href="https://www.srf.ch/audio/kontext/das-probespiel-ein-archaisches-auslaufmodell?id=12005051" target="_blank" rel="noopener">«Das Probespiel»</a> über das Vorspielen bei der Bewerbung als Mitglied eines Orchesters oder die «Kunst des Übersetzens» von literarischen Werken.</p>
<p>Es sind tolerante Menschen, die Radio SRF 2 Kultur und dabei manchmal auch «Kontext» hören, nach dem Motto:</p>
<blockquote><p>«Wenn es mir nicht gefällt, schalte ich eben wieder ab.»</p></blockquote>
<p>Sie schalten dann auch mal wieder ein, sagt eine qualitative Studie, die SRF im April dieses Jahres durchgeführt hat. Aus den 20 befragten Personen kristallisierten sich zwei Typen heraus. Der eine sucht Kulturinhalte, die aber nicht allzu lang dauern sollten, und der andere – das ist die Mehrheit – schätzt klassische Musik.</p>
<p>Mit «schöner», eingängiger Musik erreicht SRF 2 Kultur am ehesten noch ein Publikum. Aber es gilt: Das Angebot in der gegenwärtigen Form hat keine Kraft mehr. Von 2009 bis 2019 sank der Marktanteil auf tiefem Niveau von 4.2 Prozent weiter auf 2.9 Prozent, wo er sich auch aktuell befindet. Das ist ein Zehntel des Werts von Radio SRF 1. Und die Hörerinnen und Hörer von SRF 2 Kultur «werden von Jahr zu Jahr älter und es kommen keine Jungen dazu. Über 75 Prozent der Nutzung ist auf Personen im Alter von 60+ zurückzuführen (46 Prozent auf über 70-Jährige).»</p>
<p>Diese Entwicklung muss für Nathalie Wappler, Direktorin von Schweizer Radio und Fernsehen, wie ein Déjà-vu wirken. Sie stand schon einmal vor der gleichen Situation, vor fast zehn Jahren als Abteilungsleiterin Kultur. Das damalige Führungsteam der SRG mit Generaldirektor Roger de Weck und den regionalen Direktoren Rudolf Matter in der Deutsch- und Gilles Marchand in der Westschweiz hatte sich entschlossen, Radio, Fernsehen und Online organisatorisch zusammenzuführen.</p>
<p>Und Nathalie Wappler ergriff als neue Abteilungsleiterin Kultur des konvergenten Schweizer Radio und Fernsehen die Initiative. Es war 2012 eine grosse Idee, mit dem Übergang von DRS 2 zu SRF 2 Kultur das Angebot zu einem multimedialen Gesamtpaket umzugestalten. Mehr als das:</p>
<blockquote><p>Es war eine Revolution, oder zumindest ein <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/12/befreiungsschlag/">«Befreiungsschlag»</a>, wie Wappler den damaligen Entwicklungsschritt nannte.</p></blockquote>
<p>DRS 2 war bis dahin vor allem ein Klassik-Sender, am Vormittag vor allem mit einer langen Barockmusik-Strecke. Die zwei Stunden mehr oder minder konventioneller Interpretationen von Monteverdi bis Bach waren für ein begrenztes, meist älteres Publikum ein fester Treffpunkt. Wapplers Entwurf hatte da in mancher Hinsicht emanzipatorische Züge. Sie wollte einen breiteren, offeneren Kulturbegriff im Programmschaffen verankern. Sie hatte dazu die Führung drei Frauen übergeben, die mit einer Mischung aus bestehenden Formaten – «Diskothek», «Klangfenster», aber auch «Echo der Zeit» – und neuen Elementen wie dem «Easy Listening Jazz» und den Wort-Sendungen «Kontext» und «Reflexe» ein breiteres und auch jüngeres Publikum erreichen wollten. Dazu beitragen sollte auch ein jüngeres Musikprogramm fernab der Klassik, wie der Videoclip zeigt, mit dem SRF damals die neue Zielgruppe ansprechen wollte:</p>
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<p>Das neue Konzept brachte zwar einen messbaren, aber auf Dauer doch begrenzten Zuwachs. Gleichzeitig verlor der Sender einen Teil seiner älteren Zuhörerschaft – und nicht den gewünschten Zuwachs bei den Jungen. Und es gab selbstverständlich Opposition im kulturkonservativen Milieu der Kulturredaktionen im früheren Basler Radiostudio auf dem Bruderholz, sowie teilweise scharfe Kritik von etablierten Kulturjournalisten ausserhalb der SRG.</p>
<p>Drei Jahre nach dem «Befreiungsschlag» musste Wappler bereits zurückbuchstabieren. Anfang 2015 integrierte sie die Wortsendung «Reflexe» in «Kontext», was auch schon später im gleichen Jahr legte sie die Abteilungen «Aktualität und Debatte» sowie «Musik» zusammen und wechselte die Programmleitung aus; grössere multimediale Entwicklungsschritte fanden nicht mehr statt. 2016 wurde Wappler dann als Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks MDR gewählt. Im März 2019 übernahm sie schliesslich die Aufgabe als Direktorin von Schweizer Radio und Fernsehen SRF.</p>
<p>Das neue Konzept und die in der Abteilung Kultur vollzogene Konvergenz brachte nicht den gewünschten Erfolg und dem Radio keinen Auftrieb. Die Konvergenz hat eigentlich gar nie wirklich begonnen, wenn sie denn mehr sein soll als das gleichzeitige Nebeneinander von Radio, Fernsehen und Online unter einer gemeinsamen Führung. SRF 2 Kultur ist in dieser Phase gescheitert mit dem – viel zu kurzen – Versuch, multimedial so zu operieren, dass Fernsehen, Radio und Online ihre Leistungen gegenseitig verstärken konnten.</p>
<p>Man hat es unter anderem versäumt, einen neuen Personalmix zu schaffen. Es hätte für die grosse Umwälzung eine bessere Mischung der Generationen gebraucht, eine Mischung der Geschlechter, eine Mischung der Kulturen, eine Mischung der Bildungswege, und selbstverständlich eine Mischung der Medienprofis für Radio, Fernsehen und Online.</p>
<p>Es gab bei SRF offenbar zu wenig Kapazität und Kompetenz, um die multimediale Entwicklung entschlossen voranzutreiben. Radio blieb Radio, Fernsehen blieb Fernsehen und Online entwickelte sich daneben recht eigenständig.</p>
<p>Wenn man die «Kennzahlen, Erkenntnisse und Empfehlungen» der internen Markt- und Publikumsforschung vom April 2020 zur Kenntnis nimmt, kann man mit sehr kühler Sachlichkeit eigentlich nur feststellen:</p>
<blockquote><p>SRF 2 hat als Kulturradio abgewirtschaftet. Eine Verjüngung des Publikums, wie sie sich die Verantwortlichen 2012 zum Ziel gesetzt hatte, fand nicht statt.</p></blockquote>
<p>SRF 2 Kultur bleibt damit der Seniorensender, dem als Radio kein Entwicklungspotenzial mehr zugestanden wird. Schon heute gleicht das Programm bisweilen einer lieblos abgespulten Playlist. Wenn ein Beitrag zeitlich nicht aufgeht, läuft machmal über Minuten ein Jingle bis zum erreichen der Nachrichten. SRF will nur noch jene Sendezeiten aktiv bewirtschaften, die etwas bessere Beachtung finden beim Publikum. Randzeiten ab acht Uhr Abends und am Wochenende werden mit Konserven, respektive mit der Programmübernahme von <a href="https://www.radioswissclassic.ch/de" target="_blank" rel="noopener">Radio Swiss Classic</a>, bespielt.</p>
<p>Dass «Kontext» in seiner bisherigen Form keinen Platz mehr hat, überrascht wenig. Folgt man den Forschungszahlen, ist die Kürzung der Sendung von einer Stunde auf 30 Minuten daher folgerichtig. Programmleiterin Barbara Gysi hält fest, dass «stündige Sendungen nicht mehr in den Tagesablauf der Hörerinnen und Hörer passen». Die Kürzung ist aber ein einschneidender Verlust an Substanz.</p>
<p>Es wird zwar weiterhin eine wochentägliche Radiosendung geben, die «Kontext» heisst. Allerdings wird nur noch für Dienstag und Freitag eine neue Folge produziert und die auch nicht als Radiosendung, sondern als Podcast, der dann ins lineare Programm zurückgespielt wird. An den übrigen Wochentagen übernimmt SRF 2 Kultur in der Rubrik «Kontext» Sendungen und Podcasts, die bereits für andere Kanäle und Plattformen produziert wurden.</p>
<p>Von den bisher 246 «Kontext»-Sendungen pro Jahr verbleiben damit gerade noch deren 104. Dafür hätten die Sendungsmacher:innen <a href="https://twitter.com/elianeleiser/status/1416094759081365508" target="_blank" rel="noopener">mehr Zeit</a> als bisher, betont eine Verantwortliche, um eine der neuen Podcast-Folgen zu produzieren. Die werden auch weiterhin von den Redaktionen «Kultur und Gesellschaft», «Literatur», «Musik» und «Religion» produziert. Aus ihrer bisherigen «Lieferpflicht» entlassen wird dagegen die Wissenschaftsredaktion. Produzierte sie bisher pro Jahr 20 Sendungen, so will man sie künftig nur noch «gezielt als Expert:innen in den ‹Kontext› einbinden können»:</p>
<blockquote><p>Damit folgt SRF dem Trend der privaten Medien und baut den Wissenschaftsjournalismus ab.</p></blockquote>
<p>Dabei ist es nun gerade die (Natur)-Wissenschaft, einschliesslich der Medizin, die heute im Zentrum steht, und die auch in absehbarer Zukunft eine vielleicht umstrittene aber auch klärende Rolle spielen muss und wird. Nicht nur in Pandemien, Klima, Landwirtschaft, und Biodiversität, sondern auch in sozialen und individualpsychologischen Fragen. Der Verzicht auf eine kontinuierliche Berichterstattung aus und zu den Wissenschaften bedeutet eine substanzielle Schwächung des «Kontext» und des Angebots von SRF insgesamt. Und der Bedarf an einem Format, das die Grenzen der vertieften und hintergründigen Verständigung überwindet, bleibt bestehen.</p>
<p>Mit Blick auf den «Kontext»-Abbau bleibt das Bild, dass SRF sein Kulturradio in den Palliativmodus versetzt und unter Spardruck und ohne Gewissheit auf Erfolg mit einer Podcast-Strategie im digitalen Nebel stochert.</p>
<p><small><strong>Update 18.7.</strong>: In der aktuellen Version wurde der <a href="https://twitter.com/elianeleiser/status/1416094759081365508" target="_blank" rel="noopener">Hinweis</a> ergänzt, dass die Sendungsmacher:innen mehr Zeit haben als bisher, um eine Folge des «Kontext»-Podcasts zu erstellen.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/07/16/srf-dezimiert-kontext-die-zerstueckelung-des-service-public/">SRF dezimiert «Kontext»: die Zerstückelung des Service public</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Kulturkrämpfe der SRG haben Tradition</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/10/die-kulturkraempfe-der-srg-haben-tradition/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2021 16:29:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die SRG baut den Kulturbereich um und ab. Das Milieu protestiert. Das ist kein Zufall.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/10/die-kulturkraempfe-der-srg-haben-tradition/">Die Kulturkrämpfe der SRG haben Tradition</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SRG baut den Kulturbereich um und ab. Das Milieu protestiert. Das ist kein Zufall.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/10/die-kulturkraempfe-der-srg-haben-tradition/">Die Kulturkrämpfe der SRG haben Tradition</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Finger weg von der Kultur</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/10/finger-weg-von-der-kultur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2021 08:06:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>SRF muss sparen, das ist unbestritten. Doch ist der Fokus richtig eingestellt? Wir erkennen keine Strategie und wissen nicht, was uns nach dem Um- und Abbau erwartet.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/10/finger-weg-von-der-kultur/">Finger weg von der Kultur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>SRF muss sparen, das ist unbestritten. Doch ist der Fokus richtig eingestellt? Wir erkennen keine Strategie und wissen nicht, was uns nach dem Um- und Abbau erwartet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/10/finger-weg-von-der-kultur/">Finger weg von der Kultur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Kahlschlag beim Kulturradio</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/06/kahlschlag-beim-kulturradio/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2021 08:20:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[SRF 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die SRG wrackt die Substanz von SRF 2 Kultur ab &#8211; unter Missachtung des verfassungsmässigen Kulturauftrags.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/06/kahlschlag-beim-kulturradio/">Kahlschlag beim Kulturradio</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SRG wrackt die Substanz von SRF 2 Kultur ab &#8211; unter Missachtung des verfassungsmässigen Kulturauftrags.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/06/kahlschlag-beim-kulturradio/">Kahlschlag beim Kulturradio</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>SRF Kultur, Tamedia, CH Media</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/01/09/srf-kultur-tamedia-ch-media/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne-Sophie Scholl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Jan 2021 10:46:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[CH Media]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Smarter Start beim digitalen Marathon von SRF Sie sind quasi das Aushängeschild des digitalen Wandels, den SRF dieses Jahr anpacken will: die Videoclips «Bleisch &#38; Bossart», seit November auf dem SRF-Youtube-Channel. Ein wöchentliches Zehn-Minuten-Häppchen Philosophie mit dem Moderatorenduo der SRF-Sendung «Sternstunden»: Alltagsnah und persönlich diskutieren Barbara Bleisch und Yves Bossart Lebensfragen wie <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/09/srf-kultur-tamedia-ch-media/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/09/srf-kultur-tamedia-ch-media/">SRF Kultur, Tamedia, CH Media</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-84777" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210109b-1.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210109b-1.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210109b-1-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210109b-1-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210109b-1-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Smarter Start beim digitalen Marathon von SRF</h3>
<p>Sie sind quasi das Aushängeschild des digitalen Wandels, den SRF dieses Jahr anpacken will: die Videoclips <a href="https://www.youtube.com/watch?v=b5cMSU1H2Og&amp;list=PL1NXgjXDUNJk3K30oY0_2smwIaQ5aH2_L" target="_blank" rel="noopener">«Bleisch &amp; Bossart»</a>, seit November auf dem SRF-Youtube-Channel. Ein wöchentliches Zehn-Minuten-Häppchen Philosophie mit dem Moderatorenduo der SRF-Sendung «Sternstunden»: Alltagsnah und persönlich diskutieren Barbara Bleisch und Yves Bossart Lebensfragen wie den Nutzen von Ritualen, den Sinn der Ehe oder die Gründe fürs Strafen.</p>
<p>Das Setting ist Backstage, das Gespräch als interessierter Austausch inszeniert und immer wieder schlagen die beiden den Bogen vom privaten Alltag zu grossen Denkerinnen und Denkern. Persönliche Nähe und philosophische Tiefe, das Ganze flankiert vom intensiven Dialog mit dem Publikum, auch auf Instagram und Facebook: Das funktioniert.</p>
<p>Und wie. Schon beim ersten Clip sei die Zahl der erwarteten Aufrufe ums Dreifache übertroffen worden. Die Zahl der Kommentare gar fast ums Zehnfache, sagt Kathrin Ruther, Bereichsleiterin Online &amp; Distribution von SRF Kultur und verantwortlich für das neue Format. Allein auf Youtube finden sich im Schnitt rund 180 Kommentare unter einem Clip.</p>
<p>Aber: Wird es auch gelingen, das Publikum auf die SRF-Plattformen zu ziehen, wie es die Distributionsstrategie vorsieht? Daten dazu gibt es zurzeit noch keine. Die Clips sollen ein Tor zur Themenwelt Philosophie und den langen Gesprächen auf den SRF-Plattformen auftun. Gelingen soll dies via Links, den Markenaufbau von SRF und die Persönlichkeit der Moderatoren. «Das ist kein Sprint, es ist ein Marathon», sagt Kathrin Ruther. Die anvisierte Zielgruppe sei jedenfalls erreicht: ein SRF-ferneres Publikum unter 45 Jahren, das zeigen die Daten.</p>
<p>Was man sagen kann: Ein fulminanter Start.</p>
<h3>The Bad – Erstickungsgefahr bei Tamedia</h3>
<p>Es war eine kleine Notiz: «Kultur ist nicht systemrelevant. Zum Glück, weil damit eine Last an Verantwortung einherginge, die alles ersticken würde, was Kultur sonst so gross macht: die Lust am Spiel, das ästhetische Experiment, das Risiko.» Das schrieb Tamedia im Kulturbund der Sonntagszeitung über das klobige Wort des Jahres. Die neue SRF-Kulturchefin Susanne Wille hingegen liess unlängst in einem Interview verlauten: «Kultur ist der Sauerstoff, den wir alle brauchen.» Entgegengesetzter könnten die beiden Aussagen nicht sein.</p>
<p>Systemtheorie sagt: Jedes System braucht Reflexionsräume, damit das System sich weiterentwickeln kann und – nun ja, nicht erstickt. Man mag an die Narrenfiguren im Mittelalter und in der frühen Neuzeit denken. Und an den abtretenden NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler, der in seinem denkwürdigen Abschiedsinterview gesagt hat, in heutigen Zeiten schwinde in der Medienwelt die Toleranz gegenüber Hofnarren. Die Tamedia-Notiz ist eine Absage an die gesellschaftliche Relevanz des Spiels, des ästhetischen Experiments, des Risikos. Sie ist eine Entmündigung der Kultur.</p>
<p>Sauerstoff oder Nice-to-have: Das ist keine Aussage über die Kultur, sondern über den Kulturbegriff – und damit über das jeweilige Unternehmen.</p>
<h3>The Ugly – Pinkwashing* bei CH Media</h3>
<p>Dieses Jahr feiern wir 50 Jahre Frauenstimmrecht. Und auf den Online-Seiten von CH Media prangt noch immer ein Artikel von mir — als Mahnmal quasi einer mutmasslich frauenverachtenden Haltung der publizistischen Leitung. Es ist mein <a href="https://www.annesophiescholl.ch/beitrag-2/" target="_blank" rel="noopener">persönlicher Essay</a> zum Frauenstreik im Juni 2019. Bei der Erstpublikation erzielte der Essay höchste Zugriffswerte. In der Folge wurde der Artikel von weiteren Online-Plattformen des Konzerns übernommen, notabene dem St. Galler Tagblatt — als verstümmelte Trophäe: Ohne Rücksprache zensierten die Verantwortlichen Passagen, bei denen sie sich selbst in der Kritik sahen. Ein St. Galler Politiker qualifizierte das Vorgehen als Realsatire. Der Essay einschliesslich Kommentar zur Publikationsgeschichte wurde für den Schweizer Reporterpreis nominiert.</p>
<p>Ein <a href="https://www.zytglogge.ch/frau-macht-medien-schweiz-journalistinnen-bader-fopp" target="_blank" rel="noopener">vielbeachtetes Buch</a> hat jüngst festgehalten: CH Media seien Frauen offenbar egal. Was man in dem Buch auch nachlesen kann: Die bekannte Wirtschaftsjournalistin Patrizia Laeri musste sich mit Hilfe einer Anwältin gegen eine sexistische Darstellung ihrer Person in Aarau zur Wehr setzen. Und: Journalistische Nachfragen der Autorinnen zu dem Fall hat der Chefredaktor ignoriert.</p>
<p>Unterdessen hat man jedoch auch in Aarau gemerkt: Es braucht eine Frau in der Teppichetage, das muss heute sein. Seit Jahresanfang gibt es eine stellvertretende Chefredaktorin in der CH Media Redaktion. Die Frau ist eine ausgewiesene, sehr fähige Journalistin, keine Frage. Doch: Der bestehenden Chefredaktion mit zwei Stellvertretern wird neu einfach eine zusätzliche Frau hinzugestellt. Wandelt sich die Redaktion mit der weitaus grössten Reichweite in der Deutschschweiz damit in Sachen Diversität wirklich vom Saulus zum Paulus?</p>
<p>Solange CH Media nicht einsieht, dass sie dieses Memento misogynen Machtmissbrauchs von ihren Portalen nehmen müssen und sich eine Entschuldigung bei der Autorin aufdrängt, zwingt CH Media dazu, jeglichen vermeintlich gleichstellungspolitischen Schachzug zu qualifizieren als: Pinkwashing*.</p>
<p><small>* Unter dem Begriff «Pinkwashing» wurde an der Corona Session #5 des Reporter-Forums die Instrumentalisierung von Frauen in den Medien diskutiert, namentlich von Patrizia Laeri. Mitglieder der LGBT+-Community haben eine solche Verwendung des Begriffs auch in dieser Kolumne auf Facebook scharf kritisiert: Pinkwashing bezeichne die Instrumentalisierung von LGBT+. Tatsache ist: In aktueller feministischer Literatur, die sich für umfassende Diversity einsetzt ist, die Farbe Pink sehr präsent. Möglicherweise findet derzeit gerade eine Erweiterung und/oder Aneignung des Begriffs statt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/09/srf-kultur-tamedia-ch-media/">SRF Kultur, Tamedia, CH Media</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>SRF und die Reichen: Ein Musterbeispiel in Sachen Framing</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/12/07/srf-und-die-reichen-ein-musterbeispiel-in-sachen-framing/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marko Ković]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2020 08:40:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Framing]]></category>
		<category><![CDATA[Das Monokel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=84054</guid>

					<description><![CDATA[<p>In einer «Kontext»-Sendung und einem dazugehörigen Online-Beitrag kommt SRF Kultur zum Schluss, dass Reiche unser aller Wohlstand erhöhen – und wir Reiche darum nicht mit höheren Steuern «vertreiben» dürfen. Zu Wort kommen dabei nur Economiesuisse und eine Milliardärin. Über diese sonderbar einseitige Darstellung diskutieren Christian Caspar und Marko Kovic in der neuen Folge unseres Podcasts <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/07/srf-und-die-reichen-ein-musterbeispiel-in-sachen-framing/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In einer «Kontext»-Sendung und einem dazugehörigen Online-Beitrag kommt SRF Kultur zum Schluss, dass Reiche unser aller Wohlstand erhöhen – und wir Reiche darum nicht mit höheren Steuern «vertreiben» dürfen. Zu Wort kommen dabei nur Economiesuisse und eine Milliardärin. Über diese sonderbar einseitige Darstellung diskutieren Christian Caspar und Marko Kovic in der neuen Folge unseres Podcasts «Das Monokel».</strong></p>
<p><iframe src="https://anchor.fm/dasmonokel/embed/episodes/Folge-9-Wie-SRF-die-Reichen-umgarnt-end134" width="600px" height="153px" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><br />
Wenn wir in eine Gemälde-Ausstellung gehen, interessieren wird uns für die Bilder und nicht für die Rahmen. Die Bilderrahmen sind einfach da. Aber auch wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen, beeinflusst die Bilderrahmen unsere Wahrnehmung des Gemäldes stark. Ein üppiger goldener Rahmen suggeriert vielleicht Gefühle wie Stolz und Status, während ein schlichter Holzrahmen unseren Blick direkt aufs Bild lenkt.<br />
</p>
<p>Im Journalismus verhält es sich ähnlich wie bei Gemälden. Auch hier wird der Inhalt immer auf eine bestimmte Art und Weise, gewissermassen auch in einem Rahmen, präsentiert. Das journalistische Aufbereiten und Präsentieren von Inhalten ist als «Framing», von Englisch «Frame» für Rahmen, bekannt.</p>
<p>Der Kommunikationswissenschaftler <a href="https://academic.oup.com/joc/article-abstract/43/4/51/4160153?redirectedFrom=fulltext" target="_blank" rel="noopener">Robert Entman beschreibt Framing</a> als das Auswählen gewisser Aspekte der Realität, um sie anschliessend im journalistischen Beitrag mit einer Problemdefinition, einer kausalen Interpretation, einer moralischen Bewertung und einer Handlungsempfehlung zu versehen. Angenommen, Minister XY tritt zurück. Ein Artikel ganz ohne Framing würde lediglich verkünden, dass Minister XY zurückgetreten ist. Mit Framing könnte ein Artikel aber zusätzlich erklären, dass der Minister in eine Korruptionsaffäre verstrickt ist (Problemdefinition); dass der Minister XY seine teuren Hobbys finanzieren wollte (kausale Interpretation); dass Korruption ganz allgemein eine grosse Herausforderung sei (moralische Bewertung); und, dass strengere Antikorruptionsgesetze notwendig seien (Handlungsempfehlung).</p>
<blockquote><p>Mit Framing lässt sich ein «Spin», ein bestimmter Dreh reinbringen, der nicht offensichtlich als solcher erkennbar ist.</p></blockquote>
<p>Framing ist im Journalismus durchaus wünschenswert, denn erst dank eines solchen «Rahmens» können wir die Welt halbwegs sinnvoll verstehen. Mit einer reinen Ansammlung willkürlicher, zusammenhangloser Informationen können wir nichts anfangen. Gleichzeitig kann des Framing aber dazu führen, dass Sachverhalte aus einer verzerrten oder gar irreführenden Perspektive dargestellt werden, die dank der Subtilität des Framings nicht als solche wahrgenommen wird. Mit Framing lässt sich ein «Spin», ein bestimmter Dreh reinbringen, der nicht offensichtlich als solcher erkennbar ist.</p>
<p>Ein Fall fragwürdigen Framings findet sich im Artikel <a href="https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/wochenende-gesellschaft/wie-viel-steuern-reiche-zahlen-ohne-reiche-gaebe-es-fuer-alle-weniger-wohlstand" target="_blank" rel="noopener">«Ohne Reiche gäbe es für alle weniger Wohlstand»</a>, der am 24. November auf srf.ch/kultur veröffentlicht wurde. Der Artikel ist eine Auskopplung der <a href="https://www.srf.ch/audio/kontext/reiche-warum-sie-faszinieren-warum-sie-irritieren?id=11876823" target="_blank" rel="noopener">«Kontext»-Sendung «Reiche – warum sie faszinieren, warum sie irritieren»</a>. Im Artikel wird die Frage von Reichtum und Ungleichheit thematisiert, mit Fokus auf Einkommensungleichheit. Das ist eine wichtige Thematik – doch das Framing, das zur Anwendung kommt, ist reichlich zugunsten der Reichen verzerrt.</p>
<blockquote><p>Ein wirksames Mittel für Framing sind selektive Expertenstimmen. Es kommt auch im Fall der «Kontext»-Sendung zur Anwendung.</p></blockquote>
<p>Bereits Titel und Lead des Artikels zeigen die Stossrichtung des Framings. Dank der Reichen hätten wir alle mehr Wohlstand: «Unsere Gesellschaft hat viel von den Reichen.» Diese Grundtonalität, gemäss der die Reichen fast eine Art Wohltäter sind, zieht sich durch den gesamten Artikel. Zum Beispiel wird beschrieben, dass die reichsten 1 Prozent der Bevölkerung mehr Steuern zahlen als die ärmsten 50 Prozent. Das stimmt, könnte aber auch umgekehrt gerahmt werden: Die Einkommen sind derart ungleich verteilt, dass die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung weniger Steuern zahlt als die oberen 1 Prozent.</p>
<p>Ein wirksames Mittel für Framing sind selektive Expertenstimmen. Im Beitrag bei SRF kommen lediglich ein Ökonom von Economiesuisse sowie im ergänzenden Audio-Beitrag eine Milliardärin zu Wort. Der Ökonom Christian Frey warnt, dass der Mittelstand viel mehr Steuern zahlen müsste, wenn es die Reichen nicht gäbe – und vergisst zu erwähnen, dass in einem solchen Szenario der Mittelstand die höheren Steuern eben auch zahlen könnte, weil die Einkommen gleicher verteilt wären. Die Milliardärin Karin Stüber ihrerseits warnt vor Erbschaftssteuern, weil das für Familienunternehmen wie das ihrige Probleme schaffen könne.</p>
<blockquote><p>Ein Beispiel für irreführendes Framing: Nicht die Reichen ermöglichen den Wohlstand – der Wohlstand ermöglicht die Reichen.</p></blockquote>
<p>Das Framing zugunsten der Reichen im Beitrag von SRF wird mit dem Argument gekrönt, dass allzu hohe Steuern für Grossverdiener zu vermeiden seien, weil diese dadurch «vertrieben» würden. Sind die Steuern zu hoch, ziehen die Reichen also weg – und mit ihnen verschwindet dann auch der Wohlstand, den sie uns bescheren. Denkt man dieses Argument aber zu Ende, zeigt sich rasch, wie unsinnig es ist. Topverdiener können nämlich durchaus aus der Schweiz wegziehen, wenn sie sich an Steuern stören. Aber die Jobs, mit denen sie ja so viel verdienen, bleiben in der Schweiz. Es sind nicht die Reichen, die uns grosszügig und gütig mit Wohlstand beschenken, den sie selber aus dem Nichts erschaffen haben. Ganz im Gegenteil: Wohlstand wird kollektiv von uns allen als Gesellschaft erwirtschaftet. Nicht die Reichen ermöglichen den Wohlstand – der Wohlstand ermöglicht die Reichen.</p>
<p>Vielleicht sieht das Bild anders aus, wenn man nicht nur den kritisierten Artikel anschaut, sondern die komplette «Kontext»-Sendung. Dem ist leider nicht so. Nebst einem ausführlicheren Porträt der Milliardärin Karin Stüber und einigen O-Tönen des Ökonomen Christian Frey fokussiert die restliche «Kontext»-Ausgabe vor allem auf ein Gespräch mit dem Historiker und Millionär <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Zitelmann" target="_blank" rel="noopener">Rainer Zitelmann</a>, der damit eine Bühne für seine Thesen über Reiche erhält. Zitelmann hat für sein Buch «Psychologie der Superreichen» mit Dutzenden Multimillionären gesprochen und daraus die Eigenschaften abgeleitet, die Menschen reich machen (die Reichen seien tatkräftig und fleissig). Das ist aber nur schon darum Junk Science, weil Zitelmann hier einfach dem sogenannten sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Survivorship_Bias" target="_blank" rel="noopener">Überlebensirrtum</a> erliegt: Zitelmann spricht nur mit Reichen und leitet einen kausalen Zusammenhang zwischen den Charakterzügen der Reichen und ihrem Reichtum ab. Hätte er aber auch mit Menschen, die nicht reich sind, gesprochen, wäre schnell klar geworden, dass auch unter den Normalos ziemlich viele Menschen tatkräftig, verantwortungsvoll und so fort sind.</p>
<p>Ein Gemälde lässt sich ohne Rahmen nur schwer aufhängen. Genauso kann Journalismus ohne Framing, also ohne Selektion und Aufbereitung, nicht richtig funktionieren. Es lohnt sich aber, einen kritischen Sinn für das Decodieren von Framing zu entwickeln. Die Frage, über was berichtet wird, ist zwar wichtig, aber wie über etwas berichtet wird, ist nicht selten viel folgenschwerer.</p>
<p><iframe src="https://anchor.fm/dasmonokel/embed/episodes/Folge-9-Wie-SRF-die-Reichen-umgarnt-end134" width="600px" height="153px" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/07/srf-und-die-reichen-ein-musterbeispiel-in-sachen-framing/">SRF und die Reichen: Ein Musterbeispiel in Sachen Framing</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Susanne Wille: «Ich habe noch nie in Sprungbrett-Kategorien gedacht»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/04/20/susanne-wille-ich-habe-noch-nie-in-sprungbrett-kategorien-gedacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2020 08:45:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Wille]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=77908</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sie ist eines der bekanntesten Gesichter beim Schweizer Fernsehen. Nun verlässt die Polit-Journalistin Susanne Wille das Moderationspult und wird Kulturchefin bei SRF. Was zeichnet ihren per­sönlichen Kulturkonsum aus – und was muss die ­Kulturberichterstattung leisten in der Coronakrise?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/04/20/susanne-wille-ich-habe-noch-nie-in-sprungbrett-kategorien-gedacht/">Susanne Wille: «Ich habe noch nie in Sprungbrett-Kategorien gedacht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie ist eines der bekanntesten Gesichter beim Schweizer Fernsehen. Nun verlässt die Polit-Journalistin Susanne Wille das Moderationspult und wird Kulturchefin bei SRF. Was zeichnet ihren per­sönlichen Kulturkonsum aus – und was muss die ­Kulturberichterstattung leisten in der Coronakrise?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/04/20/susanne-wille-ich-habe-noch-nie-in-sprungbrett-kategorien-gedacht/">Susanne Wille: «Ich habe noch nie in Sprungbrett-Kategorien gedacht»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die neue SRF-Kultur</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/06/21/die-neue-srf-kultur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philipp Cueni]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jun 2019 12:38:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=70314</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit dem Einzug ins neue Meret-Oppenheim-Haus am Basler Bahnhof hat Schweizer Radio und Fernsehen seine Abteilung Kultur an einem einzigen Standort zusammengeführt. Von hier aus erfolgt künftig die konvergente Berichterstattung für Radio, TV und Online. Wie das genau gehen soll, erklären Mitarbeitende und der Leiter von SRF Kultur. «Jetzt ist auch das Radio im 21. <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/21/die-neue-srf-kultur/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/21/die-neue-srf-kultur/">Die neue SRF-Kultur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit dem Einzug ins neue Meret-Oppenheim-Haus am Basler Bahnhof hat Schweizer Radio und Fernsehen seine Abteilung Kultur an einem einzigen Standort zusammengeführt. Von hier aus erfolgt künftig die konvergente Berichterstattung für Radio, TV und Online. Wie das genau gehen soll, erklären Mitarbeitende und der Leiter von SRF Kultur.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-70315" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/06/MW-SRF-Kultur-Basel_20190621.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/06/MW-SRF-Kultur-Basel_20190621.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/06/MW-SRF-Kultur-Basel_20190621-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/06/MW-SRF-Kultur-Basel_20190621-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/06/MW-SRF-Kultur-Basel_20190621-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/06/MW-SRF-Kultur-Basel_20190621-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Jetzt ist auch das Radio im 21. Jahrhundert angekommen», bemerkte eine Redaktorin, als sie die neuen Studios erstmals sah. SRF Kultur befindet sich seit Juni in Basel in einem markanten Hochhaus des Architekturbüros Herzog und De Meuron gleich neben dem Bahnhof. SRF Kultur umfasst in diesem Studio neu Radio, Fernsehen und Online.</p>
<p>Das neue Gebäude ist auch <a href="https://medienwoche.ch/tag/bruderholz/">vom ehemaligen Radiostudio</a> mit Blick Richtung Stadt nicht zu übersehen. 1940 hat das Schweizer Radio erstmals vom Bruderholz aus gesendet. Wer in den vergangenen Wochen noch einmal durch Gänge, Büros und Studios und vorbei an Hörspielregie und Sendepulten gegangen ist, konnte die sinnliche Seite der Radioarbeit noch gut fassen: Immer noch standen vereinzelte Tonbandmaschinen herum, auch bei den modernen digitalen Senderegien beeindruckte vor allem der Kabelsalat. An den Wänden hingen die letzten Einsatzplän, auf den Pulten der Redaktorinnen und Redaktoren türmten sich noch die Dossiers. In den verwinkelten Gängen liegen die Einzelbüros, zum Teil mit Fenstern auf einen lauschigen Garten. Es hätte nicht überrascht, die Stimmen von längst verstummten Radiolegenden zu hören, die den Ruf des Bruderholz-Studios prägten. Die Abgeschiedenheit dieses Medienhauses sorgte immer wieder für Spott. Aber das Haus hatte eine einzigartige Arbeitsatmosphäre und bot vielen Medienschaffenden eine kreative Heimat.</p>
<blockquote><p>Es gibt keine Einzelbüros mehr, überhaupt kaum abgeschlossene Räume, dafür Reihen von langen Tischen mit Bildschirmen.</p></blockquote>
<p>Ganz anders als das Bruderholz-Studio muten die neuen Räume im Meret Oppenheim Haus, kurz MOH, an: Architektur, Raumkonzept und Inneneinrichtung strahlen Offenheit, coole Modernität und doch eine mediale Atmosphäre aus. Es gibt keine Einzelbüros mehr, überhaupt kaum abgeschlossene Räume, dafür Reihen von langen Tischen mit Bildschirmen. Die grossen Flächen werden durch Kuben unterteilt, wo Produktions- und Senderegien, Sitzungszimmer, Edit-Suiten, Sprecherkabinen, Audio-Suiten untergebracht sind – alle hinter Glas. Überall modernes Design, grosse Fensterfronten hin zu einer urbanen Umgebung. Niemand hat ein eigenes Büro, auch die Chefs nicht, niemand hat einen eigenen Arbeitsplatz. Dafür gibt es Lounges, Rückzugsräume, und sogenannte Think Tanks. An den langen Pulten herrscht das Prinzip des «Clean Desk» – nach Arbeitsschluss alles wegräumen, von der Teekanne über die Joggingschuhe bis zum Arbeitsdossier. Dafür stehen überall ganze Reihen von insgesamt über 300 Schliessfächer.</p>
<p>Der neue Kulturstandort von SRF ist als konvergentes Studio konzipiert – für Radio, Fernsehen und Online. Die Mitarbeitenden sollen über diese einzelnen Vektoren hinaus denken, planen und teilweise auch produzieren. Darum müssen die Redaktionen mehr als bisher untereinander kommunizieren und gemeinsam planen. Davon zeugt auch das offene Raumkonzept.</p>
<blockquote><p>Eigentliche Fernsehstudios gibt es im Basler Neubau keine.</p></blockquote>
<p>Man sieht kaum Kabel – aber alles ist vernetzt und transparent. Von den offenen Flächen sieht man durch die grossen Glasscheiben in alle Regien. Jeder Arbeitsplatz und jedes Studio kann für jede Art von Arbeit genutzt werden. Und wenn sich beim Auditorium im Parterre mit etwa hundert Plätzen aussen ein Regiewagen andockt, entsteht daraus ein Radio- oder TV-Studio. Eigentliche Fernsehstudios gibt es im Basler Neubau keine. Ein Teil der «Sternstunden»-Sendungen wird weiterhin in Zürich aufgenommen.</p>
<p></p>
<p>Die Mitarbeitenden von SRF Kultur sind nach erst wenigen Tagen am neuen Arbeitsort noch zurückhaltend mit Wertungen. Von Skepsis bis zu Begeisterung ist alles zu hören – die meisten «müssen sich erst mal an den neuen Ort gewöhnen» oder «wollen mal sehen». Bei jenen, die neu pendeln müssen, steht diese Belastung im Vordergrund. Immerhin befindet sich das Studio gleich neben dem Bahnhof. Für andere ist der Arbeitsweg massiv kürzer geworden. Hört man sich im Studio bei den Mitarbeitenden um, dann gibt es bereits Kritik zur Klimaanlage und zur Lärmsituation: «Man hört auf diesem schönen Holzboden jede Schritt.» Und: «Schön, wenn die Nähe zu den Kolleginnen und Kollegen die Kommunikation fördern soll. Aber bei allen Gesprächen hat man das Gefühl, man störe die andern.»</p>
<blockquote><p>SRF will die Betriebskosten im Vergleich zu den bisherigen Studiosituationen in Basel und Zürich um einen Drittel senken.</p></blockquote>
<p>Knapp über 300 Mitarbeitende arbeiten im MOH – inklusive Regionaljournal und Korrespondentenstelle des Fernsehens SRF. Dafür stehen 250 unpersönliche Arbeitsplätze bereit. Auf vier Stockwerke verteilt, belegt SRF 8000 Quadratmeter – das ist gerade mal die Hälfte der bisher benötigten Fläche für die gleichen Redaktionen und Funktionen.</p>
<p>SRF hat für das neue konvergente Studio 20 Millionen Franken investiert – davon hat die SRG Basel fünf Millionen beigetragen. SRF könne, wird kommuniziert, im neuen Haus die Betriebskosten im Vergleich zu den bisherigen Studiosituationen in Basel und Zürich langfristig um einen Drittel senken.</p>
<p>Der Ausbau des SRF-Standortes Basel birgt politische Brisanz. Ungefähr 120 Arbeitsplätze sind von Zürich-Leutschenbach ins Meret-Oppenheim-Haus transferiert und der Standort Basel damit gestärkt worden. Gleichzeitig wehrt man sich in Bern und Genf dagegen, dass die dortigen SRG-Standorte geschwächt und redaktionelle Entscheidungskompetenz nach Zürich, respektive Lausanne, verschoben wird. Die Frage, welche föderalen Rücksichten die SRG nehmen müsse, beschäftigt inzwischen die Bundespolitik. Der Nationalrat setzte kürzlich <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/20/ein-schlag-ins-zentrum-der-festung-srg/">ein klares Signal gegen die Zentralisierungspläne der SRG</a>.</p>
<blockquote><p>Basel sollte auf ein Regionalstudio reduziert werden. Doch man lobbyierte erfolgreich für den neuen SRF-Kulturstandort.</p></blockquote>
<p>Basel führte den Kampf für ein starkes SRF-Studio schon früh. Er begann, nachdem Radio DRS 1, dann DRS 3 und später Radio Virus vom Bruderholz nach Zürich abgezogen wurden. Es gab damals Pläne, Basel <a href="https://www.nzz.ch/in_basel_fuerchtet_man_die_sogwirkung_leutschenbachs-1.5664498" target="_blank" rel="noopener">auf ein Regionalstudio zu reduzieren</a> und auch DRS 2, das heutige SRF 2 Kultur, in Zürich anzusiedeln. Bereits 2009 hat deshalb die SRG Basel in einer politisch breit abgestützten Kampagne für den SRF-Standort Basel lobbyiert und auf die Karte «Kulturstandort» gesetzt. Dabei wurde offensiv argumentiert: «DRS 2 sollte sich als mediales ‹Kompetenzzentrum Kultur› verstehen und Modelle ausarbeiten für ein konvergentes, multimediales SRG-Studio zum Themenbereich Kultur.» Die Kampagne war erfolgreich.</p>
<p>Zehn Jahre später ist nun die ganze Abteilung Kultur von SRF am neuen Standort in Basel vereint und für eine konvergente multimediale Arbeitsstruktur angelegt. Wir treffen dort Stefan Charles, Leiter der Abteilung Kultur SRF:</p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wohin steuert jetzt SRF Kultur, was ist die strategische Hauptachse?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefan Charles:</h4> <p>Wir wollen die Online-Angebote massiv ausbauen auf 50 Prozent unseres Angebots – in Entsprechung der SRG-Strategie. Dafür wollen wir passende Erzählformate entwickeln. Es sollen neue Themen in unser Angebot integriert werden. Und Ausbau bei Recherche und Hintergrund.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Nur noch 50 Prozent lineare Angebote – heisst das, klassisches Radio und TV werden zurückgefahren?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefan Charles:</h4> <p>Nein, das Online-Angebot wird massiv ausgebaut, während das lineare Angebot in etwa gleich bleibt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Mit neuen Themen wollen Sie das Angebot inhaltlich verbreitern – mit welchen Themen denn?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefan Charles:</h4> <p>Etwa bei Migration und Integration oder Natur, Umwelt und Klima – und dafür wollen wir die Fachkompetenz in den Redaktionen weiterentwickeln.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Heisst das auch, Recherche und Hintergrund ausbauen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefan Charles:</h4> <p>Das ist das, was unser Publikum erwartet. Dennoch müssen wir auch eine Berichterstattung darüber leisten können, was aktuell in Theatern, Museen, bei Literatur oder Musik geboten wird. Denn viele Printmedien können das nicht mehr breit abdecken. Wir setzen da neben der Tagesaktualität auf wöchentliche Überblicke und sehen, dass unser Publikum bereit ist, dafür mehr als 20 Minuten aufzuwenden.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Mehr Online – also mehr klickgetriebenes Kurzfutter?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefan Charles:</h4> <p>Nein. Es geht um ein Angebot, das auf Themen und nicht auf Sendungen aufbaut. Das Publikum wählt selbst Themen aus, entscheidet, wo es weitersuchen, verknüpfen und vertiefen will. Und es geht um Online-spezifische neue Erzählformen. Wichtig ist, dass unsere Inhalte auch über Suchmaschinen gefunden werden.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Was heisst neue Erzählformen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefan Charles:</h4> <p>Es reicht nicht, einen Radiobeitrag einfach ins Netz zustellen. In welche Richtung diese Formen gehen, können wir aber nicht pauschal sagen. Ausser: Sie werden sich laufend verändern. Und wir sind überzeugt, dass diese Erzählformen nicht oberflächlich sind, sondern neue Vertiefungen ermöglichen. Ein Video-Dok oder ein «Kontext»-Stoff kann beispielsweise völlig anders dargestellt werden.</p>
</div></p>
<p>Spricht man mit den Mitarbeitenden, ist man schnell bei den vielen Veränderungen. Neuer Standort, neue Räume, ein anderer Typ von Arbeitsplätzen. Vor allem soll das konvergente Denken, Planen und Umsetzen konsequenter umgesetzt werden; nicht nur die Produktionen, sondern auch die Teams aus Radio, TV und Online sollen näher zusammengebracht werden. Die neu eingeführten «Planer» koordinieren und entscheiden künftig, welche Themen in welcher Form auf welchen Vektoren und Plattformen ausgespielt werden. Beim Fernsehen werden die Fachredaktionen eingeführt, beim Radio hat SRF die beiden grossen Redaktionen «Kontext» und «Aktuell» unter einer neuen Leitung zusammengelegt. Das ist ein grösserer Change-Prozess. «Schon wieder», bemerken viele Mitarbeitende. Denn sie sind ob der seit Jahren andauernden Reformen müde und fühlen sich dadurch bei der eigentlichen Programmarbeit behindert. Wie werden sie in diesem Prozess begleitet? «Eher nicht – zumindest bisher nehmen wir da nichts wahr» – so die Antworten aus den Redaktionen.</p>
<blockquote><p>Bei vielen Radiomitarbeitenden steht die Befürchtung im Raum, man werde sich mit der Konvergenz dem teureren und schwerfälligeren Fernsehen anpassen müssen.</p></blockquote>
<p>Die Strukturreformen lösen Erwartungen und auch Ängste aus. Gut sei, hört man da und dort, dass das «Gärtlidenken» der einzelnen Redaktionen zurückgedrängt werde. Andere hoffen, die Reformen würden langjährige Machtstrukturen endlich aufbrechen. Dennoch fürchten viele, dass die Redaktionen an Bedeutung verlieren. Es drohe eine weitere Entfremdung zwischen Planern und Machern. Man wünsche sich endlich Reformen, welche die Kreativität und die Qualität der Beiträge beförderten, indem die Position der Beitragsmacherinnen und -macher gestärkt werde. Stattdessen werde die Arbeit immer mehr verwaltet. Und bei vielen Radiomitarbeitenden steht die Befürchtung im Raum, man werde sich mit der Konvergenz dem teureren und schwerfälligeren Fernsehen anpassen müssen und so an Qualität und Profil verlieren.</p>
<p>Die grösste Sorge, vor allem bei den Radioleuten, betrifft aber die Ressourcen: Jetzt schon müsse mit gleichem Zeitbudget mehr geleistet werden. Hinzugekommen sei in den letzten Jahren viel an Strukturarbeit und das Aufbereiten der Radio-, respektive TV-Beiträge auch noch für Online. Befürchtet wird, dass die neuen Planungsfunktionen auf Kosten von Redaktionsstellen finanziert würden, dass die Strukturen, sowie die zusätzlichen Angebote fürs Publikumnicht ausreichend finanziell hinterlegt seien. «Und zumindest beim Radio», so ein Mitarbeiter, «habe ich das Gefühl, gespart werde kontinuierlich auf Kosten der Redaktionen.»</p>
<blockquote><p>«Die Medienlandschaft verändert sich derart rasant, da müssen auch wir uns verändern. Medienschaffende müssen sich dauernd bewegen.»<br />
<small>Stefan Charles, Leiter SRF Kultur</small></p></blockquote>
<p>Stefan Charles verneint: «Das Wichtigste ist, möglichst viele Ressourcen ins Programm zu schieben.» Gespart werde, so Charles, SRF-weit bei den Führungspositionen und in der Verwaltung, über die weniger aufwändige Technik und via Verbesserung der Prozessabläufe. Charles ist von den Reformen überzeugt. «Die Medienlandschaft verändert sich derart rasant, da müssen auch wir uns verändern. Medienschaffende müssen sich dauernd bewegen. Aber tatsächlich kann es nicht immer Richtung ‹mehr› gehen. Eine bessere Planung trägt dazu bei, dass die Mitarbeitenden für ihre Themen genügend Zeit erhalten.»</p>
<p>Mit den Fachredaktionen werde das Know-how konzentriert. Die einzelnen Redaktionen können im Planungstool eingeben, welche ihrer Themen ein weiteres Potenzial haben, und steuern damit den Prozess. Bei den Planern würden alle Themen erfasst und koordiniert. Dort werde geprüft, welche vorgeschlagenen Themen zusätzlich tiefer und breiter bearbeitet werden, wo sie platziert und in welcher Form sie erzählt werden können. Die Planer koordinieren dann auch die Ressourcen. «Wir sehen das als Unterstützung für die Redaktionen. Diese sollen in ihren Kompetenzen nicht geschwächt werden.» Kein Medium werde gegen das andere ausgespielt: «Jeder Vektor, Radio, Fernsehen, Online, hat seine eigenen Stärken, die er ausspielen soll. Gleichzeitig kann man voneinander profitieren, wenn zum Beispiel eine Radiosendung in die Nähe eines TV-Beitrags mit ähnlichem Thema gesetzt wird oder umgekehrt.» Und schliesslich sollen sich die Reformen «als Mehrwert im Programm auswirken. Wir wollen dadurch dem Publikum neben der Aktualität mehr Hintergrund und Recherche bieten können.»</p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Herr Charles, Stichwort Programm: Bei der «No Billag»-Abstimmung hat sich die Kulturszene stark für SRF engagiert. Eine Chance?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefan Charles:</h4> <p>Kooperationen sind uns wichtig, das war schon vor der Abstimmung so. Wir streben einen Mehrwert an – nicht einfach einen Ausbau der Berichterstattung über die vielen kulturellen Leistungen. Die Themen, Fragestellungen, Inputs des Kulturlebens möchten wir mit unseren eigenen Kompetenzen angehen und etwas Eigenes oder Gemeinsames entwickeln. Damit bieten wir dem Publikum wiederum einen neuen Zugang zu den Leistungen der Kulturszene.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Gibt es bereits Beispiele?</p>
</div><div class="answer"><h4>Stefan Charles:</h4> <p>Ja – und da sind wir wieder bei den Chancen des Online-Bereichs. Die neue klassische Musik ist nicht leicht zu vermitteln. Mit mehr Sendezeit ist es nicht getan. Nach Vorbild von MX3, einer Plattform für Schweizer Popmusik, schaffen wir neo.mx3. Diese Plattform lancieren wir technisch und betreuen sie mit unseren Fachkompetenzen. Sie soll zur besseren Sichtbarkeit der neuen Klassik beitragen. Oder beim Jazz: Unserer Hörerinnen und Hörer haben ein immenses Wissen. Wir haben dafür eine Facebook-Community geschaffen. Dorthin vermitteln wir die Fragen unseres Radiopublikums. Aus der Facebook-Gruppe kommen die besten Antworten, welche wir zurück ins Programm spielen. Wir «erklären» nicht einfach den Jazz, sondern wir treten in einen Fachdialog mit unserem Publikum. Auch dieser Einbezug des Publikums ist ein Strategie-Element.</p>
</div></p>
<p>Die 300 Mitarbeitenden und die vielen Redaktionen – je nach Zählweise mehr als 14 – im konvergenten Haus müssen sich offenbar erst noch zu einem gemeinsamen Team finden. Stefan Charles will neue Kommunikationsformen einführen: «Es wird offenere, durchlässigere Sitzungsformen geben, zum Beispiel wöchentliche Feedbackrunden zu allen Produktionen. Diese sind ohne Anmeldung für alle Kolleginnen und Kollegen aus allen Redaktionen offen. Dann wollen wir ein wöchentliches Redaktionsmonitoring einführen, weil es mehr Schnittstellen zwischen Produktionen und Redaktionen geben wird. Und wir müssen lernen, schneller zu reagieren – gerade, wenn etwas nicht gut läuft. Deshalb kann jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter sich zu jedem Thema, auch ausserhalb ‹seines› Bereichs, mit Fragen, Inputs, Kritik melden. Und wir vom Leitungsteam wollen uns verpflichten, darauf innert einer Woche zu antworten und Lösungsvorschläge anzubieten.»</p>
<blockquote><p>«Oft hat man das Gefühl, das Kreative unserer Arbeit werde gar nicht zur Kenntnis genommen.»<br />
<small>Mitarbeiterin SRF Kultur</small></p></blockquote>
<p>Zur internen Kommunikation in der Abteilung Kultur hört man von den Mitarbeitenden viel Kritik: «Wir wissen eigentlich nicht, was die Chefs planen, wohin die Reise von SRF Kultur geht», «zu Fragen erhält man meist unklare Antworten», «informiert wird meist erst nach Abschluss eines Prozesses». Der Abteilungsleiter, Stefan Charles, wird von sehr vielen Mitarbeitenden als «weit weg» und «nicht präsent im Alltag» beschrieben. Das provoziere Verunsicherung, «wohin unsere Arbeit überhaupt führen soll». Und eine weitere Stimme: «Oft hat man das Gefühl, das Kreative unserer Arbeit werde gar nicht zur Kenntnis genommen, denn wenn diskutiert wird, dann über Organisatorisches.» Und oft in Gesprächen geäussert: «Man merkt nicht, ob unsere Arbeit geschätzt wird.»</p>
<p>«Ist das so?» – so die Reaktion von Stefan Charles, wenn man ihn mit dieser Kritik konfrontiert. Aus seiner Sicht habe man die Strukturveränderungen «nicht top-down vorgenommen». Und er erklärt seine Rolle: Er sei Teil der SRF-Geschäftsleitung, dort gehe es um Probleme des ganzen Unternehmens. Operationell wolle er beim Tagesgeschäft nicht in die Redaktionen eingreifen. Seine Aufgabe sei, Strukturen zu schaffen, damit das Team gut arbeiten könne. Aber jetzt, die erste Zeit nach dem grossen Wechsel ins neue Haus, da müsse er präsent sein und spüren, was die Leute brauchen, was sie plage. «Und selbstverständlich werde ich auch bei den erwähnten wöchentlichen Feedbackrunden anwesend sein.»</p>
<p>SRF-Direktorin Nathalie Wappler titelte ihre Ansprache zur Eröffnung mit: «Neuer Standort, neue Chancen» und sagte: «Das wird ein Neuanfang im Denken». Mit dem Konvergenz-Ansatz, einer neuen Studioarchitektur und einem Haus ganz für die Kultur setzt SRF Zeichen. Man darf gespannt beobachten, ob sich daraus wirklich Aufbruchstimmung entwickelt. Und vor allem, wie das im Programm hör- und sichtbar wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/21/die-neue-srf-kultur/">Die neue SRF-Kultur</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>SRF-Kulturchef Stefan Charles: «Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/06/21/srf-kulturchef-stefan-charles-ich-kann-die-zeit-nicht-zurueckdrehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jun 2019 10:52:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Charles]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wohin steuert SRF Kultur? Das wollten wir von Leiter Stefan Charles am neuen Standort Basel wissen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wohin steuert SRF Kultur? Das wollten wir von Leiter Stefan Charles am neuen Standort Basel wissen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/21/srf-kulturchef-stefan-charles-ich-kann-die-zeit-nicht-zurueckdrehen/">SRF-Kulturchef Stefan Charles: «Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>SRF-Züglete nach Basel bleibt ohne Aufschrei</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/11/15/srf-zueglete-nach-basel-bleibt-ohne-aufschrei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2018 11:57:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beinahe die ganze Kultur-abteilung des Schweizer Radio und Fernsehen muss nach Basel ziehen. Rund 120 SRF-Angestellte in Zürich sind betroffen. Die Mediengewerkschaft SSM sowie Kulturpolitiker Andrew Katumba zeigen verhaltenes Bedauern. SRF verteidigt seinen Entscheid.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/11/15/srf-zueglete-nach-basel-bleibt-ohne-aufschrei/">SRF-Züglete nach Basel bleibt ohne Aufschrei</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beinahe die ganze Kultur-abteilung des Schweizer Radio und Fernsehen muss nach Basel ziehen. Rund 120 SRF-Angestellte in Zürich sind betroffen. Die Mediengewerkschaft SSM sowie Kulturpolitiker Andrew Katumba zeigen verhaltenes Bedauern. SRF verteidigt seinen Entscheid.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/11/15/srf-zueglete-nach-basel-bleibt-ohne-aufschrei/">SRF-Züglete nach Basel bleibt ohne Aufschrei</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Neuer Basler Standort von SRF Kultur nimmt Gestalt an</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/04/04/neuer-basler-standort-von-srf-kultur-nimmt-gestalt-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Apr 2018 14:33:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ab Frühling 2019 bezieht beinahe die ganze Abteilung SRF Kultur ihren neuen gemeinsamen Standort direkt beim Bahnhof Basel – im Meret Oppenheim-Hochhaus, das sich derzeit in Bau befindet. Ebenfalls auf gute Weg ist das Wohnbauprojekt auf dem Brudelholz – am heutigen Studio-Standort.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/04/neuer-basler-standort-von-srf-kultur-nimmt-gestalt-an/">Neuer Basler Standort von SRF Kultur nimmt Gestalt an</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ab Frühling 2019 bezieht beinahe die ganze Abteilung SRF Kultur ihren neuen gemeinsamen Standort direkt beim Bahnhof Basel – im Meret Oppenheim-Hochhaus, das sich derzeit in Bau befindet. Ebenfalls auf gute Weg ist das Wohnbauprojekt auf dem Brudelholz – am heutigen Studio-Standort.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/04/neuer-basler-standort-von-srf-kultur-nimmt-gestalt-an/">Neuer Basler Standort von SRF Kultur nimmt Gestalt an</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>SRF-Kulturchef Stefan Charles über aktuelle Baustellen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/19/srf-kulturchef-stefan-charles-ueber-aktuelle-baustellen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jul 2017 08:36:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stefan Charles nimmt ausführlich Stellung zu Progrmm, Studioumbau und die Bedeutung von SRF für den Kulturplatz Basel.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/19/srf-kulturchef-stefan-charles-ueber-aktuelle-baustellen/">SRF-Kulturchef Stefan Charles über aktuelle Baustellen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan Charles nimmt ausführlich Stellung zu Progrmm, Studioumbau und die Bedeutung von SRF für den Kulturplatz Basel.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/19/srf-kulturchef-stefan-charles-ueber-aktuelle-baustellen/">SRF-Kulturchef Stefan Charles über aktuelle Baustellen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehr zeichnen, weniger quatschen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/13/mehr-zeichnen-weniger-quatschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Mar 2015 09:53:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnung]]></category>
		<category><![CDATA[Sketches]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4095</guid>

					<description><![CDATA[<p>Urban Sketchers zeichnen den städtischen Alltag. Sie verbreiten diese Bilder übers Netz. Keine schnellen Schnappschüsse in schneller Zeit. Sondern langsame Handarbeit. Urban Sketching ist die Koexistenz von analoger Zeichnung und digitaler Verbreitung.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/13/mehr-zeichnen-weniger-quatschen/">Mehr zeichnen, weniger quatschen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Urban Sketchers zeichnen den städtischen Alltag. Sie verbreiten diese Bilder übers Netz. Keine schnellen Schnappschüsse in schneller Zeit. Sondern langsame Handarbeit. Urban Sketching ist die Koexistenz von analoger Zeichnung und digitaler Verbreitung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/13/mehr-zeichnen-weniger-quatschen/">Mehr zeichnen, weniger quatschen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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