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	<title>Unabhängigkeit | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 30 Apr 2020 08:28:09 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Journalismus muss als Beruf tragfähig bleiben</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/04/30/journalismus-muss-als-beruf-tragfaehig-bleiben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 08:28:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Damit Journalismus seine öffentliche Funktion ausfüllen kann, muss er glaubwürdig sein. Glaubwürdigkeit ist ohne Unabhängigkeit kaum vorstellbar. Henrik Müller, Professor für Wirtschaftspolitischen Journalismus am Institut für Journalistik der TU Dortmund, zu den Voraussetzungen für unabhängigen Journalismus.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Damit Journalismus seine öffentliche Funktion ausfüllen kann, muss er glaubwürdig sein. Glaubwürdigkeit ist ohne Unabhängigkeit kaum vorstellbar. Henrik Müller, Professor für Wirtschaftspolitischen Journalismus am Institut für Journalistik der TU Dortmund, zu den Voraussetzungen für unabhängigen Journalismus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/04/30/journalismus-muss-als-beruf-tragfaehig-bleiben/">Journalismus muss als Beruf tragfähig bleiben</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Früher war es auch nicht besser</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Hugenschmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 May 2017 07:53:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Untergangsrhetorik der «Republik» zum Zustand der Schweizer Medien kann mehr schaden als sie dem neuen Medienprojekt zu nützen vermag. Christoph Hugenschmidt, Journalist und Gründer eines unabhängigen IT-Magazins, über Zerrbilder einer verklärten Vergangenheit. Wer ein Abo über #3000 hat, ist ein Loser. Das ist die Botschaft der Freunde und Bekannten, die mir stolz, ungefragt und <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Untergangsrhetorik der «Republik» zum Zustand der Schweizer Medien kann mehr schaden als sie dem neuen Medienprojekt zu nützen vermag. Christoph Hugenschmidt, Journalist und Gründer eines unabhängigen IT-Magazins, über Zerrbilder einer verklärten Vergangenheit.<br />
<span id="more-33133"></span><br />
Wer ein Abo über #3000 hat, ist ein Loser. Das ist die Botschaft der Freunde und Bekannten, die mir stolz, ungefragt und noch vor den Begrüssungsküsschen zeigen, dass sie zu den ersten gehören, die ein «Republik»-Abo gelöst haben. Noch besser ist ein cooles Schwarz-weiss-Foto samt mega-rebellischem Statement auf der Webseite von Republik, in dem die Worte Journalismus, unabhängig, neu, Demokratie, Mut oder so vorkommen.</p>
<p>Kein Zweifel: Die Leute vom Project R wissen, wie man eine sackstarke Online-Offline-Kampagne führt. Doch stimmen die Aussagen, mit denen sie werben? Ist es wahr, dass «früher» der Journalismus besser war und deshalb mehr Demokratie gewesen sei? Stimmt es, dass nur die «Republik» den unabhängigen Journalismus und damit die Demokratie vor der Barbarei retten kann? Bullshit.</p>
<p>«Früher» hatten Journalisten sichere Jobs und waren gut bezahlt als Dank dafür, dass sie die Zeitungsseiten vollschrieben, in die man die fetten Bünde mit Wohnungs-, Stellen- oder Auto-Anzeigen stecken konnte. Ein gewisses Mass an Nonkonformismus war erlaubt, zu kritische Texte oder Recherchen nicht.</p>
<p>Die meisten hielten sich daran, denn wer wollte schon enden wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Schmid_(Autor)" target="_blank" rel="noopener">beispielsweise Erich Schmid</a>, der ab 1986 nicht mehr für den Tages-Anzeiger schreiben durfte. Sein Vergehen: Er hatte in seinem Buch «Verhör und Tod in Winterthur» aufgedeckt, wie die Verhörmethoden der Polizei in Winterthur zum Selbstmord einer jungen Frau und einer absurden Anklage gegen den angeblichen Rädelsführer geführt hatten. Und er erlaubte sich erst noch, die Resultate seiner Recherchen an einer Pressekonferenz bekannt zu machen. Oder wer wollte das Schicksal des Fotografen Klaus Rózsa teilen, der von gewissen Medienkonzernen keine Aufträge mehr erhielt, dafür Morddrohungen (die in in mindestens einem Fall in einen Telefonapparat im Polizeihauptquartier Urania gesprochen wurden)?</p>
<p>Mein Glaube an den «Qualitätsjournalismus» wurde schon 1977 nachhaltig erschüttert, als sämtliche Schweizer Medien die brutalen Angriffe der Polizeien auf Demonstranten vor dem zukünftigen AKW Gösgen ignorierten und dafür das Polizeicommuniqué abschrieben.</p>
<p>Ein letztes Beispiel: 1992 identifizierte die Zürcher Stadtregierung den «ausländischen Drogenhändler« als Verursacher allen Übels und brachte sich damit aus der Schusslinie der Kritik an der städtischen Drogenpolitik. Die grosszügig dotierten, noch gänzlich unabgebauten und vielfältigen Redaktionen sangen unisono das Lied der Behörden und produzierten täglich passende Empörungsgeschichten. Recherchiert und differenziert haben andere, etwa die WOZ. Seither folgt ein Abbau der Grundrechte nach dem anderen und die (damals noch) extreme Rechte bewirtschaftet das Thema anhaltend erfolgreich.</p>
<p>Die Analyse, dass Journalismus für die grossen Medienkonzerne an Bedeutung verloren hat, ist richtig. Doch gibt es deshalb gar keinen guten Journalismus mehr? Muss die Kampagne für die «Republik» suggerieren, nur sie werde den Journalismus retten, neu erfinden, Verantwortung übernehmen und die Demokratie gegen die Barbarei schützen?</p>
<p>Natürlich gibt es guten Journalismus auch in Zeiten des Bullshit-News-Journalismus à la «Blick am Abend« und der Zusammenlegung der Redaktionen in der Tamedia-Tageszeitungen. Der Abopreis der NZZ lohnt sich nur schon wegen der Türkei-Berichterstattung, es gibt tolle Sachen in «Reportagen», es gibt die WOZ und ihren Recherchierfonds oder die «Rote Anneliese» aus den Wallis. «Surprise» wird immer besser, auf Vice gibt es manchmal sogar Berichte über Demos und Krawalle, die nicht in der Kommunikationsabteilung der Polizei geschrieben wurden. Und im Netz tummeln sich jede Menge von engagiert und gut gemachten (Special-Interest)-Online-Zeitungen.</p>
<p>Guten Journalismus gibt es aber auch bei einer Mediengruppe, welche die «Republik» nicht erwähnt: der SRG. Das «Echo der Zeit« ist konstant stark, auf SRF 4 News gibt es die wöchentlichen Berichte aus der Romandie und dem Tessin, das Schweizer Fernsehen macht(e) wirklich gute Hockey-Berichterstattung, die «Rundschau» und auch die Regionaljournale bieten manchmal guten Stoff.</p>
<p>Die Behauptung, nur die «Republik» könne uns vor Blocher retten, ist gefährlich. Der reiche Mastermind aus Herrliberg will sich vielleicht eine gefügige Zeitungsgruppe zusammenkaufen. Vielleicht noch mehr möchten er und seinesgleichen aber die SRG aushungern. Die Behauptung, es gebe nirgends mehr guten Journalismus, wird nicht helfen, die öffentliche Finanzierung von Schweizer Radio und Fernsehen zu verteidigen.</p>
<p><small>Der Autor ist Mitgründer der unabhängigen Online-Wirtschaftszeitung <a href="http://www.inside-it.ch/frontend/insideit" target="_blank" rel="noopener">inside-it.ch</a>. Er arbeitet dort als Reporter und Geschäftsführer des Verlags. Als ehemaliges Mitglied der <a href="http://www.augenauf.ch/" target="_blank" rel="noopener">Menschenrechtsgruppe augenauf</a> in Zürich machte er gemischte Erfahrungen mit dem sogenannten Qualitätsjournalismus.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/">Früher war es auch nicht besser</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>«Das Thema ist in den Köpfen drin»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/27/das-thema-ist-in-den-koepfen-drin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 May 2016 08:30:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Ginsig]]></category>
		<category><![CDATA[K-Tipp]]></category>
		<category><![CDATA[Pro Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[René Schuhmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Swisscom]]></category>
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		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Sepp Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Salvisberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Konsumentenmagazine von Verleger René Schuhmacher haben die Initiative «Pro Service public» im Alleingang an die Urne gebracht. Schuhmacher sieht den Schritt in die Politik als logische Fortsetzung der Publizistik mit anderen Mitteln im Auftrag seiner Leser. Das Doppelspiel ist erfolgreich, wirft aber Fragen auf. Es ist ein eigentümlicher Abstimmungskampf um die «Pro Service public»-Initiative. <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/27/das-thema-ist-in-den-koepfen-drin/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Konsumentenmagazine von Verleger René Schuhmacher haben die Initiative «Pro Service public» im Alleingang an die Urne gebracht. Schuhmacher sieht den Schritt in die Politik als logische Fortsetzung der Publizistik mit anderen Mitteln im Auftrag seiner Leser. Das Doppelspiel ist erfolgreich, wirft aber Fragen auf.<br />
<span id="more-27458"></span><br />
Es ist ein eigentümlicher Abstimmungskampf um die «Pro Service public»-Initiative. Während die Vorlage bei der Bevölkerung grosse Sympathien geniesst, fällt sie bei Parteien und Verbänden praktisch ausnahmslos durch. Linke Parteien, Gewerkschaften und selbst der Konsumentenschutz, die sonst bei jeder Gelegenheit den öffentlichen Dienst stärken wollen, verweigern der Vorlage ihre Gefolgschaft und halten das Ansinnen gar für kontraproduktiv. Dafür entdecken nun einzelne SVP-Exponenten das Thema für sich. Derzeit tritt Roger Köppel als einziges prominentes Gesicht öffentlich für die Initiative ein. Damit unterstützt der zum Politiker gewordene Weltwoche-Verleger ein Anliegen hinter dem der linke Verleger René Schuhmacher steht, der unter anderem die Konsumentenmagazinen K-Tipp und «Saldo» herausgibt. Als Spiritus rector der Initiative «Pro Service public» will sich Schuhmacher partout nicht betitelt wissen, obwohl er zusammen mit seinem Verlags- und Redaktionskader das Initiativkomitee bildet. Er sieht sich und seine Magazine vielmehr als eine Art Katalysator, der seiner Leserschaft ein Instrument in die Hand gegeben hat, damit sich diese in die Politik einbringen kann.</p>
<p>Öffentlich tritt Schuhmacher (Jahrgang 1953) selten bis nie in Erscheinung, so auch jetzt nicht. Das Gesicht der Initiative ist Peter Salvisberg, der Marketing-Leiter von Schuhmachers Verlag. «Neben meinem Job als Anwalt und dem zeitaufreibenden Hobby als publizistischer Leiter der Konsumentenzeitschriften habe ich nicht auch noch Zeit, eine Abstimmungskampagne zu führen», sagt René Schuhmacher auf Anfrage. Bei aller Bescheidenheit: Ohne Schuhmacher gäbe es die Initiative nicht. Er hat als schneller Denker und unermüdlicher Schaffer seinen Verlag zu einer schlagkräftigen Konsumentenlobby geformt. Dabei kommt ihm zugute, dass er als Anwalt mit den Spezialgebieten Vertragsrecht und Medienrecht just von jenen Themen etwas versteht, die seinen Publikationen nützen. «Mit seiner Erfahrung als Jurist hat er schon manchen Journalisten vor Fehlern geschützt», sagt ein langjähriges Redaktionsmitglied. Seine Funktion als publizistischer Leiter seiner Magazine nimmt er äusserst aktiv wahr. So liest er praktisch alle Artikel vor der Veröffentlichung, klopft sie auf Fehler ab. Damit spare er Anwaltskosten von rund einer halben Million Franken pro Jahr. Entsprechend präsent ist er im Tagesgeschäft der Redaktionen, was wegen seiner umgänglichen Art durchaus geschätzt wird. «Er sagt nie, du schreibst einen ‹Seich›. Er sagt, in deinem Artikel stimmt etwas nicht», erinnert sich ein ehemaliges Redaktionsmitglied. Er ist der Super-Chefredaktor. Das heisst aber auch, dass es keinen «Gott neben ihm» gibt, wie es jemand pointiert formuliert, der die Verhältnisse gut kennt.</p>
<p>Mit seinen 870’000 Lesern überflügelt allein der K-Tipp alle anderen Schweizer Wochen- und Monatstitel, selbst nachdem er im vergangenen Jahr deutlich an Reichweite verloren hat. Dafür geht es mit «Bon à Savoir», dem Schwesternblatt in der Westschweiz, gerade steil aufwärts, das nun über 400’000 Leser erreicht. Macht zusammen 1.3 Millionen Leser in der Schweiz. Damit erzielt der Zeitschriftenverlag einen Umsatz von rund 25 Millionen Franken und einen Gewinn von 1.5 Mio, berichtete die Weltwoche kürzlich. Schuhmacher bestätigt diese Zahlen gegenüber der Handelszeitung und präzisiert: Es handle sich dabei um die konsolidierten Umsätze und Ebita-Beträge im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Wurzeln des erfolgreichen Mediengeschäfts gehen auf die Sendung «Kassensturz» zurück. Entstanden ist der K-Tipp Anfang der 1990er-Jahre aus den «Merkblättern» zur Konsumsendung des Schweizer Fernsehens. Als sachkundiger Anwalt und Jurist mit bereits damals langjähriger publizistischer Erfahrung bei «Tat» und Tages-Anzeiger formulierte Schuhmacher diese Tipps und Hilfestellungen für die Fernsehsendung. Aus den «Merkblättern» wurde ein Magazin und Schuhmacher sein Verleger. Nach dem Rausschmiss aus dem Verlag und dem Aufbau von «Saldo» als Konkurrenztitel zum K-Tipp, kehrte Schuhmacher schliesslich zurück an die frühere Wirkungsstätte und führte das Medienhaus zu Erfolg in Geschäft – und nun auch in der Politik.</p>
<p>Nicht zum ersten Mal dienen K-Tipp und «Saldo» einem doppelten Zweck: Neben dem journalistischen Kerngeschäft von Information und Aufklärung sollen sie eine Initiative an der Urne zum Erfolg bringen. Ein erstes Mal gelang das vor sechs Jahren beim Referendum gegen die Anpassung des Mindestumwandlungssatzes für Pensionskassenguthaben. Damals noch im Verbund mit Parteien und Gewerkschaften. Jetzt wählte man bewusst den Alleingang. Umso wichtiger sind darum die eigenen Medien, wenn einen sonst niemanden unterstützt.</p>
<p>Dass es um mehr geht als «nur» um Konsumentenjournalismus, sieht man den Magazinen denn gut an. Kritisches zu SBB, Post und Swisscom nimmt in jeder Ausgabe prominenten Raum ein. «Wir müssen sicher darauf achten, dass wir nicht monothematisch werden», sagt Verleger Schuhmacher. «Mit den Zuschriften zu Post, SBB und Swisscom könnten wir fast das ganze Blatt füllen.» Das ist natürlich auch den drei Unternehmen nicht entgangen. Sie sehen sich seit der Lancierung der Initiative mit einer Häufung von Anfragen der Konsumentenzeitschriften konfrontiert. Man versuche diese so professionell wie möglich zu beantworten, teilen die Medienstellen unisono mit. Oft bleibe aber ein komisches Gefühl zurück. Swisscom-Medienchef Sepp Huber formuliert es so: «Aus den Anfragen geht bereits hervor, wie der Artikel laufen muss, dann setzen wir unsere Ressourcen lieber dort ein, wo wir etwas bewirken können.» Etwas zurückhaltender, aber genauso unmissverständlich, drückt sich SBB-Sprecher Oli Dischoe: «Wir stellen fest, dass gewisse Konsumentenmagazine in einem politischen Umfeld, mit politischer Absicht schreiben.» Vor drei Jahren kam es mit den SBB <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/05/spielen-mit-offenen-karten/">vorübergehend zum Zerwürfnis</a>. Das Bahnunternehmen beantwortete während eines halben Jahres Anfragen von K-Tipp und «Saldo» nur noch summarisch und verwies auf allgemein zugängliche Informationen auf der Website. Kritiker des Vorgehens nannten das Vorgehen einen <a href="http://www.infosperber.ch/Wirtschaft/SBB-K-Tipp-Boykott-Service-Public-Volksinitiative" target="_blank">«Informationsboykott»</a>.</p>
<p>Dass SBB, Swisscom und Post wegen der Initiative verstärkt im Fokus der Berichterstattung stünden, bestreiten die Magazine. Ihre Publikationen würden genau gleiche aussehen auch ohne ein politisches Ziel vor Augen. Verleger Schuhmacher erklärt: «Wir führen keine Politkampagne.» Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Ganz ohne klassische Kampagnenarbeit kommen die Initianten trotz ihrer reichweitenstarken Medien nicht aus. So gibt es die nach dem Titel der Initiative bezeichnete Website<a href="http://proservicepublic.ch/" target="_blank"> www.proservicepublic.ch</a> und dieser Tage erhielten alle Schweizer Haushalte eine Abstimmungszeitung. Kostenpunkt: Rund 600&#8217;000 Franken, finanziert aus Spenden. Propaganda sei das nicht, nur «Notwehr gegen die groteske Fehlinformation im Bundesbüchlein», so Schuhmacher. Und die nächsten Pfeile stecken bereits im Köcher. Sollte als Reaktion auf eine allfällige Annahme der Initiative die Privatisierung der Staatsbetriebe auf die Traktandenliste rücken, was gar nicht im Sinne Schuhmachers wäre, dann liesse sich das natürlich mit Referendum oder einer nächsten Initiative bekämpfen. Aber vorderhand ist René Schumacher ganz der Publizist, der Debatten anstossen will. Für ihn hat die Initiative ihren Zweck denn auch schon jetzt erfüllt: «Das Thema ist in den Köpfen drin.»</p>
<p><small>Dieser Artikel ist im Auftrag der «Handelszeitung» entstanden.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/27/das-thema-ist-in-den-koepfen-drin/">«Das Thema ist in den Köpfen drin»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dahinter steckt Kalkül</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/21/dahinter-steckt-kalkuel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2016 07:11:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was es zu bedeuten hat, wenn sich Schweizer Verleger bei ihren Anzeigenkunden anbiedern</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was es zu bedeuten hat, wenn sich Schweizer Verleger bei ihren Anzeigenkunden anbiedern</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/21/dahinter-steckt-kalkuel/">Dahinter steckt Kalkül</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Pointe des Werbeboykotts</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/21/die-pointe-des-werbeboykotts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2016 07:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Selbstverständlich ist die Unabhängigkeit einer Redaktion eine romantische Vorstellung. Sie ist nie einfach gegeben, sondern JournalistInnen erstreiten sie in der täglichen Arbeit aufs Neue. Umso gravierender ist der vorauseilende Gehorsam des Verlegerpräsidenten.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/21/die-pointe-des-werbeboykotts/">Die Pointe des Werbeboykotts</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Selbstverständlich ist die Unabhängigkeit einer Redaktion eine romantische Vorstellung. Sie ist nie einfach gegeben, sondern JournalistInnen erstreiten sie in der täglichen Arbeit aufs Neue. Umso gravierender ist der vorauseilende Gehorsam des Verlegerpräsidenten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/21/die-pointe-des-werbeboykotts/">Die Pointe des Werbeboykotts</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Medien und Inserenten: Zähmung der Missliebigen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/20/medien-und-inserenten-zaehmung-der-missliebigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Apr 2016 12:15:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Praxis lassen sich viele Akteure von Emotionen leiten, und sie taktieren, um im Einzelfall etwas herauszuholen oder eine «störrische» Redaktion zu zähmen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/20/medien-und-inserenten-zaehmung-der-missliebigen/">Medien und Inserenten: Zähmung der Missliebigen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Praxis lassen sich viele Akteure von Emotionen leiten, und sie taktieren, um im Einzelfall etwas herauszuholen oder eine «störrische» Redaktion zu zähmen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/20/medien-und-inserenten-zaehmung-der-missliebigen/">Medien und Inserenten: Zähmung der Missliebigen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehr Druck auf Medien: Was Werbeauftraggeber dazu sagen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/20/mehr-druck-auf-medien-was-werbeauftraggeber-dazu-sagen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Apr 2016 12:09:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Inserenten sollen bei den Redaktionen reklamieren, wenn diese negativ über sie berichten. Wie beurteilen die Werbeauftraggeber diese Aufforderung von BaZ-Chef Markus Somm? persoenlich.com hat nachgefragt – und von vier Unternehmen Antwort erhalten.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/20/mehr-druck-auf-medien-was-werbeauftraggeber-dazu-sagen/">Mehr Druck auf Medien: Was Werbeauftraggeber dazu sagen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Inserenten sollen bei den Redaktionen reklamieren, wenn diese negativ über sie berichten. Wie beurteilen die Werbeauftraggeber diese Aufforderung von BaZ-Chef Markus Somm? persoenlich.com hat nachgefragt – und von vier Unternehmen Antwort erhalten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/20/mehr-druck-auf-medien-was-werbeauftraggeber-dazu-sagen/">Mehr Druck auf Medien: Was Werbeauftraggeber dazu sagen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kontroverse: Wie unabhängig sind Medien von Geschäftsinteressen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/18/kontroverse-wie-unabhaengig-sind-medien-von-geschaeftsinteressen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2016 11:58:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Unabhängigkeit gehört zu den zentralen Werten journalistischer Arbeit. Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Medien, sagt: Geschäftliche Interessen und redaktionelle Arbeit lassen sich nicht komplett trennen. Der Medienexperte kontert: Das ist eine Bankrotterklärung.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/18/kontroverse-wie-unabhaengig-sind-medien-von-geschaeftsinteressen/">Kontroverse: Wie unabhängig sind Medien von Geschäftsinteressen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Unabhängigkeit gehört zu den zentralen Werten journalistischer Arbeit. Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Medien, sagt: Geschäftliche Interessen und redaktionelle Arbeit lassen sich nicht komplett trennen. Der Medienexperte kontert: Das ist eine Bankrotterklärung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/18/kontroverse-wie-unabhaengig-sind-medien-von-geschaeftsinteressen/">Kontroverse: Wie unabhängig sind Medien von Geschäftsinteressen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Druck der Inserenten auf Medien steigt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/17/druck-der-inserenten-auf-medien-steigt-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Apr 2016 11:50:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Verleger-Präsident Hanspeter Lebrument zeigt Verständnis für Einschränkungen der redaktionellen Freiheit. Werbekunden zu verärgern, liege nicht mehr drin, sagt er.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/17/druck-der-inserenten-auf-medien-steigt-2/">Druck der Inserenten auf Medien steigt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Verleger-Präsident Hanspeter Lebrument zeigt Verständnis für Einschränkungen der redaktionellen Freiheit. Werbekunden zu verärgern, liege nicht mehr drin, sagt er.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/17/druck-der-inserenten-auf-medien-steigt-2/">Druck der Inserenten auf Medien steigt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Werbung überwinden!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/09/29/werbung-ueberwinden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2015 22:19:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Adblocker]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die aktuelle Debatte um die Zukunft der Online-Werbung im Allgemeinen und Ad-Blocker im Speziellen blieb bisher auf halbem Weg stecken. Alle wollen irgendwie das kaputte System flicken. Dabei lohnte sich ein Blick auf Alternativen ohne Werbung. Die Popularität von Ad-Blockern veranschaulicht nur auf drastische Weise, was die Branche schon längst weiss: Werbung ist kaputt. Auf <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/29/werbung-ueberwinden/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuelle Debatte um die Zukunft der Online-Werbung im Allgemeinen und Ad-Blocker im Speziellen blieb bisher auf halbem Weg stecken. Alle wollen irgendwie das kaputte System flicken. Dabei lohnte sich ein Blick auf Alternativen ohne Werbung.<br />
<span id="more-25799"></span><br />
Die Popularität von Ad-Blockern veranschaulicht nur auf drastische Weise, was die Branche schon längst weiss: Werbung ist kaputt. Auf jeden Fall so, wie sie die Medien jahrzehntelang kannten und gut davon profitieren konnten. Zwar geht es gerade den gedruckten Medien oft noch besser als manche Abgesänge und Sirenenklänge vermuten lassen würden. Aber die Bewegung der Werbung weg von den Massenmedien kennt keine Umkehr.</p>
<p>Nun kann man sich natürlich daran machen, das kaputte System zu flicken: Mit Native-Advertising zurückholen, was an Display-Anzeigen weggebrochen ist oder mit einer konsequenten <a href="http://www.20min.ch/" target="_blank">Reichweitenstrategie</a> versuchen, die verbleibenden Werbebrosamen grossflächig aufzuwischen. Das kann in einzelnen Fällen sogar funktionieren, eine nachhaltige Antwort auf die Herausforderung des Werbewandels bietet das aber nicht.</p>
<p>Letztlich ändert sich nichts an der Abhängigkeit von Werbekunden. Sie nimmt höchstens ein andere Form an. Die Abhängigkeit bringt bisweilen gutes Geld, aber bedeutet immer auch eine Gratwanderung – ein Fehltritt und die Unabhängigkeit ist dahin.</p>
<p>Wer diese Gefahrenquelle für seine Unabhängigkeit meiden will, sollte sich nach Geschäftsmodellen umsehen, die ohne Werbung auskommen. In der aktuellen Debatte um die Folgen der grassierenden Ad-Blocker dominiert heute der Reformansatz. Es geht lediglich um «besser akzeptierte» Werbeformate, aber nicht um Werbefreiheit. Hier gibt es vier Anknüpfungspunkte für die Debatte:</p>
<ul>
<li>Für ein werbefreies Programm prädestiniert wäre eigentlich <strong>der öffentliche Rundfunk</strong>. Er erhält sein Geld – Nomen est Omen – von der Öffentlichkeit, qua gesetzlichem Auftrag. Nur hat sich in vielen Ländern eine Mischfinanzierung mit Werbeeinnahmen durchgesetzt, so auch in der Schweiz. Ein Anteil am Budget, den die SRG für unverzichtbar hält. Mit dem Joint Venture  zusammen mit Swisscom und Ringier für die gemeinsame Werbevermarktung misst die SRG den kommerziellen Einnahmen eine strategisch wichtigere Rolle zu als bisher. Auch wenn der Verlegerverband seine Forderung, die SRG solle <a href="http://www.schweizermedien.ch/fileadmin/schweizermedien/publikationen/medienmitteilungen/150820_MM__Joint_Venture_-_Ringier.pdf">auf Werbung verzichten</a>, aus erhofftem (finanziellem) Eigennutz erhebt, ist ihr die Berechtigung dennoch nicht abzusprechen. Voll und ganz im Dienste der Öffentlichkeit steht ein Medienunternehmen nur dann, wenn es nicht gleichzeitig auf kommerzielle Interessen Rücksicht nehmen muss, die nicht zwingend Deckungsgleich sind mit den Bedürfnissen des Publikums. Oder wie erklärt man sonst das beliebte Werbungausblenden und -überspulen oder die konstante Klage über Werbeunterbrechungen von Spielfilmen? In Schweden und Finnland geht Service public übrigens werbefrei.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Erst kürzlich hat der Bundesverband Deutscher Stiftungen dazu aufgerufen, <strong>Stiftungen und Vereine</strong> sollten sich <a href="http://www.stiftungen.org/uploads/tx_leonhardtdyncontent/downloads/Aufruf_Qualitaetsjournalismus.pdf">für «Qualitätsjournalismus» engagieren</a>. Allerdings weniger für die Herausgabe von Publikationen, sondern für Massnahmen, die das System Journalismus an sich stärken, wie etwa Aus- und Weiterbildung, Qualitätssicherung oder Forschung. Stiftungsfinanzierte Medien der Redaktionsbüros, wie etwa das Vorzeigebeispiel Pro Publica, werden dagegen die Ausnahme bleiben, zumindest hierzulande, wo sich Stiftungen in aller Regel nicht mit wiederkehrenden Beiträgen binden wollen, sondern punktuelle Vorhaben unterstützen, wie etwa die Herausgabe einer Nullnummer einer neuen Publikation. Daher ist auch die stiftungsfinanzierte Basler Tageswoche, die von Milliardärin Beatrice Oeri <a href="https://www.woz.ch/-4e33" target="_blank">und ihrer Stiftung</a> seit vier am Leben gehalten wird, eine Ausnahme und nicht das leuchtende Vorbild für ein neues, nachhaltiges Finanzierungsmodell. Ausserdem muss sich auch die Tageswoche an die Werbung verkaufen, um irgendwann auf eigenen Beinen zu stehen – weil auch diese Stiftung nicht ewig und konstant Geld ausschütten mag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Im Kleinen zeigt <strong>Crowdfunding</strong>, wie es möglich ist, Medienprojekte rein publikumsfinanziert <a href="https://wemakeit.com/projects/schweizer-wahlkampf-2015" target="_blank">an den Start</a> zu bringen. Allerdings zeigt das Modell auch klare Grenzen. Etwa bei der <a href="http://derstandard.at/2000022450957/Krautreporter-Geschrumpft-und-demuetig-ins-zweite-Jahr" target="_blank">Sicherung eines kontinuierlichen Geldstroms</a> über Jahre hinweg. Auch ist die Spendenbereitschaft von Unwägbarkeiten begleitet. Hype oder Flop spiegelt nicht zwingend die Qualität eines Projekts. Eng verwandt mit dem Crowdsourcing ist das altbekannte und weiterhin bewährte <strong>Abomodell</strong>, mit dem Verlage in der Vergangenheit jene Differenz finanzierten, die sie nicht über Werbung einspielen konnten. Heute gibt es vermehrt Ansätze zur reinen Abofinanzierung, gerade im digitalen Bereich, wo das Publikum nicht mehr für die Fixkosten von Druck und Vertrieb aufkommen muss.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Eine weitere Form der Nutzerfinanzierung ist das <strong><a href="https://membership.theguardian.com/" target="_blank">Mitglieder</a>&#8211; oder auch Clubmodell</strong>, das neben dem publizistischen Produkt den Zugang zu weiteren Leistungen, etwas Veranstaltungen, bietet und so eine stärkere Publikumsbindung anstrebt. Das kann so weit gehen, dass die Mitglieder auch formal am Unternehmen teilhaben, sei es über den Aktienerwerb oder andere Partizipationsformen. Sogenannte Community- oder Gemeinschaftsmedien praktizieren dieses Modell schon lange, in der Schweiz etwa die sogenannten nicht-kommerzorientierten Lokalradios. Allerdings sind diese Sender auf öffentliche Mittel angewiesen, ohne die sie nicht überleben könnten.</li>
</ul>
<p>Die vier Modelle allein geben keine befriedigende Antwort auf die grosse Frage nach einer nachhaltigen Medienfinanzierung fernab der Werbeabhängigkeit. Dennoch enthalten sie die Kernelemente einer weiteren Diskussion über eine werbefreie Medienzukunft. Auch wenn die Entwicklung der modernen Massenmedien ohne Werbung nicht denkbar gewesen wäre, haben sich die beiden Sphären inzwischen voneinander entkoppelt. Der potenzielle Kunde ist nicht mehr zwingend der Leser der Publikation X mit Werbefläche Y. Die Ansprache der beiden Gruppen erfolgt zunehmend und irreversibel über getrennte Kanäle. Das bietet auch den Medien die Chance, sich von der Werbung zu «entkoppeln».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/09/29/werbung-ueberwinden/">Werbung überwinden!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Konzern-Chefredaktoren</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/03/04/die-konzern-chefredaktoren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2015 16:01:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Schletti]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Abhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Einfluss]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Res Strehle]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kandidatur von Roger Köppel als SVP-Nationalrat stellt die Frage nach seiner Unabhängigkeit als Journalist. Doch wie unabhängig sind die Chefredaktoren der grossen Medienkonzerne? Die Medienkrise hat dazu geführt, dass bei den grossen Verlagen nur noch Journalisten in Führungspositionen kommen, die bereit sind, in erster Linie die Interessen ihres Arbeitgebers verfolgen und verteidigen. Die Einnahmenkrise <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/04/die-konzern-chefredaktoren/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/04/die-konzern-chefredaktoren/">Die Konzern-Chefredaktoren</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kandidatur von Roger Köppel als SVP-Nationalrat stellt die Frage nach seiner Unabhängigkeit als Journalist. Doch wie unabhängig sind die Chefredaktoren der grossen Medienkonzerne? Die Medienkrise hat dazu geführt, dass bei den grossen Verlagen nur noch Journalisten in Führungspositionen kommen, die bereit sind, in erster Linie die Interessen ihres Arbeitgebers verfolgen und verteidigen.<br />
<span id="more-23819"></span><br />
Die Einnahmenkrise vieler Medien hat es Journalisten, auch guten, sehr schwierig gemacht, in Führungspositionen aufzusteigen. Erstens haben die aktuellen Amtsinhaber Sitzfleisch, freiwillig geht kaum je einer. Zweitens ist der Weg nach oben verbunden mit dem Eingehen eines Pakts der erhöhten Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber. Das Geld in den Grossverlagen wird je länger, je mehr mit journalismusfernen Produkten verdient, und da sind die geschäftlichen Interessen des Arbeitgebers vor allem anderen zu wahren. Wer zahlt, befiehlt. Und wer nur noch oder erst wenig verdient, empfängt den Befehl und führt ihn aus.</p>
<p>Wie macht sich das in der Praxis bemerkbar? Ex-Tagi-Wirtschaftsredaktor Bruno Schletti wirft <a href="http://www.edito.ch/de/2015/03/02/keine-motivation-mehr-fuer-den-tagi/">auf Edito.ch</a> Tagi-Chefredaktor Res Strehle vor, er habe nach einer Intervention aus dem Umfeld der Credit Suisse einen Artikel von ihm unterdrückt. «Ich habe meine Kritik Strehle gegenüber direkt formuliert. Er hat zugehört und nichts geantwortet – keine Reaktion.» Auch gegenüber Edito.ch schweigt Strehle, lediglich Unternehmenssprecher Zimmer antwortet, der Artikel sei «aufgrund der zu dünnen Belege und der Vermischung von Fakten und Meinungen» nicht erschienen.</p>
<p>Strehle, der selbst reihenweise Leute entliess oder in die Frühpensionierung verabschiedete, wird über seine Pensionierung hinaus für den Tages-Anzeiger arbeiten. Seine Nachfolge im Frühjahr 2016 wurde bereits jetzt, ein Jahr vorher, geregelt. Die Wahl fiel auf einen, der bereits einen Job hat, den «Sonntagszeitung»-Chefredaktor Arthur Rutishauser. Die Betrauung von Rutishauser mit dieser Doppelbelastung ist ein Affront für alle ambitionierten Journalisten im Haus Tamedia und darum herum. Denn es gibt offenbar nicht eine Frau und nicht einen Mann, den man mit der Leitung dieser Zeitung hätte betrauen können. Natürlich ist dem nicht so, vielmehr geht es der Tamedia-Leitung um die Kontrolle über die Redaktionen, zudem hat Rutishauser bei der «Sonntagszeitung» bewiesen, dass er ein Sparprogramm im Sinne der Firma durchziehen kann. Der Entscheid muss als vorausschauend eingestuft werden, denn mit einer Fusion der beiden Titel ist durchaus zu rechnen. Journalistisches bei Tamedia wird immer häufiger zusammengefügt, kleiner gemacht und am Ende geschlossen. Derweil Hunderte Millionen Franken für Kleinanzeigenportale ausgegeben werden, die man selbst aufzubauen verpasst hat.</p>
<p>Dass sich Res Strehle gar keinen kritischen Fragen mehr stellt, ist aber nicht wahr. <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/tages-anzeiger-frauenfoerderung-ist-schwieriger-als-angenommen-323325#.VPbERHYWcyE">Er gibt Auskunft</a>, wie es aussieht mit der Umsetzung der <a href="http://www.persoenlich.com/sites/default/files/Stauffacher-Deklaration.pdf">«Stauffacher-Deklaration»</a>, die vorsieht, bis Mitte 2016 beim Tagi einen Frauenanteil von 30 Prozent zu erreichen. Nicht so gut, lautet die Antwort. Aber das Problem wird dann sowieso Nachfolger Rutishauser erben. Und der wird das Thema wieder ganz neu beurteilen dürfen. Statt dass ambitionierte Frauen in Führungspositionen gehievt werden, erhalten sie mutmasslich bedeutungslose Absichtserklärungen. Und für ambitionierte Männer sieht es eher noch schlechter aus, wie Strehle gegenüber Persoenlich.com mitteilt: «Einzelne Kollegen verliessen den Tagi, weil sie sich bewusst wurden, dass sie in naher Zukunft nicht weiter aufsteigen können. Wenn ein Kollege zu mir kommt und fragt: ‹Wo bin ich in drei Jahren?›, dann kann ich ihm nichts versprechen, denn in einzelnen Funktionen hier sind die Frauen nach wie vor deutlich untervertreten, in der Tagesleitung zum Beispiel. Gäbe es diese Stauffacher-Deklaration nicht, die ich unterschrieben habe und weiterhin unterstütze, wären wir zweifellos flexibler.»</p>
<p>Die <a href="http://www.tamedia.ch/de/unternehmen/organisation/unternehmensleitung/">wie Klone in schwarzen Anzügen</a> auftretenden Herren der Tamedia-Unternehmensleitung fahren eine Strategie der Zermürbung. Weil sie die negativen Schlagzeilen über Massenentlassungen scheuen, demoralisieren sie ihre Mitarbeiter, wo es nur geht, vor allem die teuren mit den guten Verträgen. So geht, wer immer es sich leisten kann oder es nicht mehr aushält, freiwillig. Wer schon jemals beobachtet hat, wie eine Wohnungsverwaltung vorgeht in einem Boombezirk mit alteingesessenen Mietern, kennt das Prinzip. Wenn die Heizung nicht mehr funktioniert und das Fenster nicht mehr repariert wird, geht irgendwann auch der Renitenteste. Keine Frage, Wandel ist notwendig. Es müssen sich einfach alle bewusst sein, dass es ein Wandel auf Kosten des Journalismus ist.</p>
<p>Der Chefredaktor des Grosskonzern-Medientitels ist je länger je weniger ein Journalist, sondern ein Verlagsvertreter. Bewertet wird seine Leistung nicht mehr nach journalistischen Gesichtspunkten, sondern nach Restrukturierungsleistungen und Loyalitätsdemonstrationen. Wer ist nun gefährlicher für das freie Wort? Ein Chefredaktor, der parteiisch ist? Oder ein Chefredaktor, der in erster Linie den Verlagsinteressen dient? Ideal wäre ein Chefredaktor, der absolut frei von Interessen schreibt und schreiben lässt, was Sache ist. Aber so einer benötigt die völlige Freiheit von Geldsorgen und Beziehungsabhängigkeiten &#8211; vollumfänglich ist das nur in der Theorie der Fall.</p>
<p>Die Vermögenden könnten solche Journalisten problemlos finanzieren, wenn sie denn wollten, denn Geld gibt es nun wirklich nicht zu wenig in der Schweiz. Doch an einem ergebnisoffenem Journalismus sind viele von ihnen nur bedingt interessiert. Lieber sind ihnen Journalisten, die direkt ihren Interessen dienen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/03/04/die-konzern-chefredaktoren/">Die Konzern-Chefredaktoren</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Multiple Choice a gogo</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/28/multiple-choice-a-gogo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2015 13:53:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Masüger]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[medienspiegel.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Fribourg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Universität Freiburg hat herausgefunden, dass sich die Schweizer Journalistinnen und Journalisten in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen. Schuld daran sei der zunehmende Druck auf die Arbeitsbedingungen. Dies schränke die Freiheit der Berichterstattung ein; es bleibe kaum noch Zeit für vertiefte Recherchen und für die Pflege von Netzwerken, sagen die Forscher.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/28/multiple-choice-a-gogo/">Multiple Choice a gogo</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Universität Freiburg hat herausgefunden, dass sich die Schweizer Journalistinnen und Journalisten in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen. Schuld daran sei der zunehmende Druck auf die Arbeitsbedingungen. Dies schränke die Freiheit der Berichterstattung ein; es bleibe kaum noch Zeit für vertiefte Recherchen und für die Pflege von Netzwerken, sagen die Forscher.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/28/multiple-choice-a-gogo/">Multiple Choice a gogo</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Unabhängigkeit und gekauften Botschaften</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/16/zwischen-unabhaengigkeit-und-gekauften-botschaften/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2015 22:13:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Clauß]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3277</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn Grenzen zwischen Information und Werbung immer stärker verschwimmen, droht der Journalismus, an Glaubwürdigkeit verlieren. Nie war das Problem so virulent wie im digitalen Zeitalter.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/16/zwischen-unabhaengigkeit-und-gekauften-botschaften/">Zwischen Unabhängigkeit und gekauften Botschaften</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Grenzen zwischen Information und Werbung immer stärker verschwimmen, droht der Journalismus, an Glaubwürdigkeit verlieren. Nie war das Problem so virulent wie im digitalen Zeitalter.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/16/zwischen-unabhaengigkeit-und-gekauften-botschaften/">Zwischen Unabhängigkeit und gekauften Botschaften</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blicke unter eine Decke</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/09/blicke-unter-eine-decke/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/09/09/blicke-unter-eine-decke/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2014 14:06:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Subjektivität]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Objektivität]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gleich bei der Lektüre sehen, mit wem der Autor des Artikels Beziehungen hat: Zwei Studenten haben eine Browser-Erweiterung entwickelt, die Verbindungen von Journalisten zu Organisationen und Interessengruppen aufzeigt. Das Problem des Projekts ist die Datengrundlage, denn angezeigt werden können nur bekannte Verflechtungen. Journalisten sind immer unvoreingenommen, haben weder Vorlieben noch Abneigungen und schreiben stets gottgleich <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/09/blicke-unter-eine-decke/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gleich bei der Lektüre sehen, mit wem der Autor des Artikels Beziehungen hat: Zwei Studenten haben eine Browser-Erweiterung entwickelt, die Verbindungen von Journalisten zu Organisationen und Interessengruppen aufzeigt. Das Problem des Projekts ist die Datengrundlage, denn angezeigt werden können nur bekannte Verflechtungen.<br />
<span id="more-20702"></span><br />
Journalisten sind immer unvoreingenommen, haben weder Vorlieben noch Abneigungen und schreiben stets gottgleich objektiv. So weit die unhaltbare Theorie. Und jetzt die Realität: Journalisten sind Menschen wie Du und ich, sie lieben und hassen, bevorzugen und lehnen ab, sie haben Haltungen, Meinungen und einige von ihnen sind Teil von Interessengruppierungen. Da Menschen nicht schweben können und ihnen dadurch ein Standpunkt zugewiesen ist, sind sie per definitionem subjektiv und können sich um Objektivität, also um die angemessene Berücksichtigung aller Elemente einer Story, nur bemühen (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/01/das-marchen-der-objektivitat/">«Das Märchen der Objektivität»</a>).</p>
<p>Petar Marjanovic (Watson) und Angelo Zehr (Südostschweiz) sind im <a href="http://www.jusosg.ch/de/vorstand">Vorstand der JungsozialistInnen des Kanton St. Gallen</a>.* Peter Keller (Weltwoche) ist <a href="http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/biografie.aspx?biografie_id=4098">SVP-Nationalrat</a>. Aaron Agnolazza (Basler Zeitung) sass bis vor Kurzem für die <a href="http://www.riehen.ch/aktuell/news/nachruecken-den-einwohnerrat-12">SVP im Einwohnerrat Riehen</a>. Roger de Weck ist im <a href="http://www.clubhelvetique.ch/clubhelv/index.php?Mitglieder">Club Helvétique (Mitgliedschaft ruht)</a>. Markus Spillmann und Michael Ringier waren <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/der-reiz-der-vertraulichkeit-1.10875208">Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz</a>. Martin Spieler ist <a href="https://www.clubzumrennweg.ch/de/about-us/">Verwaltungsrat im Club zum Rennweg</a>. Ich schreibe mit an einem <a href="http://www.direktedemokratie.com/ueber/">Blog pro Direkte Demokratie</a>. Das ist alles bekannt und öffentlich. Doch möchte man das nicht am liebsten erfahren, noch während man einen Artikel liest, um einschätzen und bewerten zu können, wie der Journalist etwas einschätzt und bewertet?</p>
<p>Zwei Studenten des Master-Studiengangs <a href="https://www.hs-magdeburg.de/studium/master/interaction-design.html">«Interaction Design»</a> der Hochschule Magdeburg-Stendal befriedigen diesen Wunsch mit einer konkreten Lösung. Ihr Produkt ist ein Browser-Add-On namens <a href="http://cahoots-extension.github.io/"><strong>Cahoots</strong></a>, das aktuell für <a href="https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/cahoots/">Firefox</a> und <a href="https://chrome.google.com/webstore/detail/cahoots/acajoolgbgnpbmefodjcfbbfahnhhanp">Chrome</a> installierbar ist. Die installierte Browser-Erweiterung zeigt Namen von Journalisten, für die Informationen zu ihren Verbindungen hinterlegt sind, markiert an. Es reicht, mit dem Mauszeiger über die Namen zu fahren, und schon erfährt man beispielsweise, dass zwischen «Zeit»-Herausgeber Josef Joffe und Organisationen Beziehungen bestehen oder bestanden haben. Von der Atlantik-Brücke über Goldman Sachs bis zur Münchner Sicherheitskonferenz führt Cahoots Verbindungen zu zehn verschiedenen Organisationen auf.</p>
<p><iframe width="460" height="259" src="//www.youtube.com/embed/mJpV72VOw-4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Die Macher der Erweiterung sind beide 1990 geboren und arbeiten nebenbei bei Agenturen als Designer: Jonas Bergmeier studierte bis 2012 Mediendesign an der MHMK Köln, Alexander Barnickel bis 2012 Wirtschaftspsychologie an der FH Erding. Entstanden ist das Projekt nach einer <a href="https://www.youtube.com/watch?v=YrRkT32w8nc">Ausgabe der Satiresendung «Die Anstalt»</a>, die unter anderem aufgrund von <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/42/42401/1.html">Forderungen zu Unterlassungserklärungen und einstweiligen Verfügungen</a> von «Zeit»-Journalisten gegen das ZDF berühmt geworden ist. Der betreffende Ausschnitt nimmt Bezug auf die Dissertation «Meinungsmacht» des Medienwissenschaftlers Uwe Krüger, über die wir ausführlich berichtet hatten (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/07/in-und-mit-der-elite/">«In und mit der Elite»</a>):</p>
<p><iframe width="460" height="259" src="//www.youtube.com/embed/YrRkT32w8nc?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Das Hauptprojekt der Studenten in diesem Semester war «Protest», und nach der «Anstalt» von Ende April war das zuvor lange gesuchte Thema gefunden. Als die beiden das Projekt erstmals bei Reddit der Öffentlichkeit vorstellten, waren sie überwältigt von positiven Feedback. «Letztendlich ist es auch für uns eine tolle Erfahrung, Studienprojekte nützlich zu machen. Es kommt ja leider selten vor, dass Studienprojekte Anklang finden und genutzt werden, das motiviert einen dann doch auch sehr», sagt Bergmeier. So lange sie das Projekt nicht auffresse, wollen sie es weiterverfolgen &#8211; und zählen dabei auch auf die Mitarbeit der Crowd.</p>
<p>Barnickel will von den Journalisten, dass sie für ihn Sachverhalte oder Informationen neutral einordnen. Er will ihnen gerne vertrauen, das fällt jedoch schwer, wenn sie Verbindungen zu bestimmten Interessenorganisationen haben: «Wenn die Neutralität nicht da ist, dann hat der Journalist verloren. Dann kann ich nicht mehr ernst nehmen, was der schreibt.» Medienkompetenz hält er für eine wichtige Eigenschaft, aber von derart detailierten Fragen ist auch er überfordert: «Ich kann die ‹Welt› inhaltlich natürlich von der ‹Taz› unterscheiden, aber ich kann nicht immer wissen, was einzelne Journalisten unterscheidet.» Bergmeier ergänzt: «Wir als Bürger können bestimmte Relationen einfach nicht einschätzen, da brauche ich Leute, die mir das erklären. Und dann möchte ich auch wissen, ob die irgendwelche Interessen vertreten.»</p>
<p>Die Add-Ons funktionieren soweit, und geplant ist, das Hinzufügen von Journalisten transparenter und demokratischer zu gestalten. Doch noch fehlt eine breite Datenbasis: Da bisher nur wenige Publizisten ihre Haltungen und Interessen öffentlich machen, braucht es, um an eine gesicherte Information heranzukommen, Recherche. Kurz: Zwei Studenten stellt sich die klassische journalistische Aufgabe, herauszufinden, welche Interessenbindungen Journalisten haben, weil diese Jäger und Anwälte im Interesse der Wahrheit offenbar wenig Interesse haben, solche Informationen mit der Öffentlichkeit zu teilen. «Es ist schwierig, Quellen zu Hintergrundinformationen über Journalisten zu finden», sagt Bergmeier.</p>
<p>Bisher hat die Erweiterung 530 Nutzer bei Firefox und 590 Nutzer bei Chrome. Hat man sich mal an die markierten Journalisten-Namen gewöhnt, will man bald nicht mehr ohne sie surfen. Auch wenn man sich die Verbindungen nicht jedes Mal anschaut &#8211; so schnell vergisst man nicht mehr, dass Journalisten in Wechselbeziehungen stehen. Die Achillesferse des Projekts wird die Glaubwürdigkeit der Datengrundlage sein &#8211; hier hätten die Studenten etwas Unterstützung verdient. Warum nicht von Journalisten?</p>
<p>Und übrigens: «to be in cahoots (with someone)» wird übersetzt mit «(mit jemandem) unter einer Decke stecken», «(mit jemandem) gemeinsame Sache machen», «(mit jemandem) paktieren».</p>
<p><small>* Nachtrag vom 10. September: Petar Marjanovic ist seit Ende August nicht mehr im Vorstand.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/09/blicke-unter-eine-decke/">Blicke unter eine Decke</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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