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	<title>Unterhaltung | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 23 Aug 2022 07:36:42 +0000</lastBuildDate>
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		<title>TikTok als News-Kanal: Krisennachrichten neben seichter Unterhaltung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/08/23/tiktok-als-news-kanal-krisennachrichten-neben-seichter-unterhaltung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Aug 2022 07:36:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[TikTok]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Naturkatastrophen, Pandemie, Krieg: Über einschneidende Krisen und Katastrophen in der Welt wird längst nicht mehr nur in Zeitungen und dem Fernsehen berichtet. Nachrichten – häufig schlechte – dominieren in Form von Bildern und Videos auch die sozialen Netzwerke und zwar rund um die Uhr. Die Inhalte der Social-Media-Feeds bestehen dann plötzlich nicht mehr nur aus <a href="https://blog.osk.de/tiktok-als-news-kanal">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Naturkatastrophen, Pandemie, Krieg: Über einschneidende Krisen und Katastrophen in der Welt wird längst nicht mehr nur in Zeitungen und dem Fernsehen berichtet. Nachrichten – häufig schlechte – dominieren in Form von Bildern und Videos auch die sozialen Netzwerke und zwar rund um die Uhr. Die Inhalte der Social-Media-Feeds bestehen dann plötzlich nicht mehr nur aus unterhaltsamen Clips, Memes und harmlosen Bildern, sondern zeigen mitunter erschreckende Szenen von Menschen auf der Flucht, von Gefechten und Zerstörung. Vor allem die Kurzvideo-App TikTok bekommt für ihren Umgang mit potenziell kritischen Inhalten Gegenwind. Wir erklären, woran genau das liegt, welchen Drahtseilakt Redaktionen mit ihren Kanälen in den sozialen Medien oft vollführen müssen und wie Nutzer*innen Falschinformationen erkennen können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/23/tiktok-als-news-kanal-krisennachrichten-neben-seichter-unterhaltung/">TikTok als News-Kanal: Krisennachrichten neben seichter Unterhaltung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>SRF-Unterhaltungschef: «Dschungelcamp käme für uns nicht infrage»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/01/28/srf-unterhaltungschef-dschungelcamp-kaeme-fuer-uns-nicht-infrage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jan 2019 14:39:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Stefano Semeria]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er ist der neue einflussreiche Mann bei SRF: Unterhaltungschef Stefano Semeria. Wir haben den 52-Jährigen in seinem Büro am Standort Leutschenbach getroffen. Ein Gespräch über den «Donnschtig-Jass», Duzis mit Politikern und Unterhaltung, die die Zuschauer ernst nimmt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist der neue einflussreiche Mann bei SRF: Unterhaltungschef Stefano Semeria. Wir haben den 52-Jährigen in seinem Büro am Standort Leutschenbach getroffen. Ein Gespräch über den «Donnschtig-Jass», Duzis mit Politikern und Unterhaltung, die die Zuschauer ernst nimmt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/01/28/srf-unterhaltungschef-dschungelcamp-kaeme-fuer-uns-nicht-infrage/">SRF-Unterhaltungschef: «Dschungelcamp käme für uns nicht infrage»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>In 4 Steps zum unbeliebtesten Workaholic unterm Weihnachtsbaum</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/12/18/in-4-steps-zum-unbeliebtesten-workaholic-unterm-weihnachtsbaum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Eliane Stöckli]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2018 05:25:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beruf & Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Work-Life-Balance]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Kununu]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leise rieselt der Schnee – oder in den meisten Fällen eher sehr unangenehmer Regenmatsch. Mit Last Christmas im Ohr und Mandarinen-Geruch in der Nase stolperst du vom Lebkuchenregal in Punschstände und weisst, dass du bald wieder von einer Weihnachtsfeier zur nächsten pilgern musst.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Leise rieselt der Schnee – oder in den meisten Fällen eher sehr unangenehmer Regenmatsch. Mit Last Christmas im Ohr und Mandarinen-Geruch in der Nase stolperst du vom Lebkuchenregal in Punschstände und weisst, dass du bald wieder von einer Weihnachtsfeier zur nächsten pilgern musst.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/12/18/in-4-steps-zum-unbeliebtesten-workaholic-unterm-weihnachtsbaum/">In 4 Steps zum unbeliebtesten Workaholic unterm Weihnachtsbaum</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Nachrichten allein sind kein Service public</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/15/nachrichten-allein-machen-noch-keinen-service-public-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Mar 2018 10:54:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Frage stelle sich gar nicht, ob Unterhaltung und Fiktion zum Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu zählen habe. Drehbuchautor Stefan Stuckmann plädiert in der taz für einen weiten Service-public-Begriff, der nicht nur non-fiktionale Formate umfasst. Unterhaltung von Information trennscharf abgrenzen zu wollen, sei widersinnig. Stuckmann nennt zahlreiche TV-Serien der letzten Jahre, denen er einen stärkeren gesellschaftspolitischen Einfluss zuschreibt als klassischen journalistischem Formaten. In den USA könnten Private solche Sendungen produzieren aufgrund eines globalen Markts. In Deutschland dagegen sei kostspielige Serienproduktion nur mit öffentlichen Mitteln möglich – was auf den noch viel kleineren Schweizer Markt bezogen hiesse, dass hierzulande anspruchsvolle fiktionale Produktion erst recht nur subventioniert möglich ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage stelle sich gar nicht, ob Unterhaltung und Fiktion zum Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu zählen habe. Drehbuchautor Stefan Stuckmann plädiert in der taz für einen weiten Service-public-Begriff, der nicht nur non-fiktionale Formate umfasst. Unterhaltung von Information trennscharf abgrenzen zu wollen, sei widersinnig. Stuckmann nennt zahlreiche TV-Serien der letzten Jahre, denen er einen stärkeren gesellschaftspolitischen Einfluss zuschreibt als klassischen journalistischem Formaten. In den USA könnten Private solche Sendungen produzieren aufgrund eines globalen Markts. In Deutschland dagegen sei kostspielige Serienproduktion nur mit öffentlichen Mitteln möglich – was auf den noch viel kleineren Schweizer Markt bezogen hiesse, dass hierzulande anspruchsvolle fiktionale Produktion erst recht nur subventioniert möglich ist. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/15/nachrichten-allein-machen-noch-keinen-service-public-aus/">Nachrichten allein sind kein Service public</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Le Service public n’existe pas</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/06/13/le-service-public-nexiste-pas-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jun 2015 08:53:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Selbstverständnis und Daseinsberechtigung der SRG gründen stark auf einem sogenannten Service public. Ein Begriff, der in der laufenden Diskussion um das Radio- und Fernsehgesetz weiter an Schärfe verloren hat. Das macht aber nichts. Denn der einzige sinnvolle und wirksame Hebel, um den Umfang des öffentlichen Rundfunks zu regulieren, ist das Geld. Es ist immer der <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/13/le-service-public-nexiste-pas-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Selbstverständnis und Daseinsberechtigung der SRG gründen stark auf einem sogenannten Service public. Ein Begriff, der in der laufenden Diskussion um das Radio- und Fernsehgesetz weiter an Schärfe verloren hat. Das macht aber nichts. Denn der einzige sinnvolle und wirksame Hebel, um den Umfang des öffentlichen Rundfunks zu regulieren, ist das Geld.<br />
<span id="more-24782"></span><br />
Es ist immer der gleiche Stein des Anstosses. Wann immer der Service public der SRG zum Thema wird, führt die Diskussion <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/aebischer-gegen-reimann-zwei-ex-journis-streiten-ueber-rtvg-129224020" target="_blank">nicht an «Glanz &amp; Gloria» vorbei</a>. Ein People-Magazin als Service public? Für die Verantwortlichen von Schweizer Radio und Fernsehen SRF steht das ausser Zweifel. Zurecht? Durchaus. Unterhaltung steht explizit in der Konzession als Teil des Programmauftrags. Wie diese genau auszusehen hat, entscheidet der Sender alleine. Schliesslich garantiert die Verfassung die <a href="https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19995395/index.html#a93" target="_blank">Unabhängigkeit von Radio und Fernsehen</a>.</p>
<p>Wenn man den Buchstaben von Verfassung und Konzession als Richtschnur bemüht, dann dürfte es eigentlich keinen Sport geben. Weder im Radio- und Fernsehartikel, noch im Programmauftrag steht namentlich irgendetwas von Sport. Das sei quasi eine Querschnittskategorie, irgendwo zwischen Unterhaltung, Information, ja sogar Kultur angesiedelt, sagen Fachleute im Bundesamt für Kommunikation. In Deutschland definiert der Rundfunkstaatsvertrag den Sport als Teil der Information. Trotz der regulatorischen Unschärfe verkörpert der Fernsehsport mit seinem Massenpublikum geradezu idealtypisch den medialen Service public.</p>
<p>Die Service-public-Debatte gleicht dem aussichtslosen Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln. Reihum müht man sich an Definitionsversuchen ab. Zwar weiss jede Fernsehzuschauerin, jeder Politiker und vor allem alle Journalisten, die über Radio und TV schreiben, ganz genau, wo die Grenze zu ziehen wäre und welche Sendungen sicher nicht als Service public durchgehen würde. Als kleinster gemeinsamer Nenner bleibt nur die Leerformel: mein Geschmack ist Service public.</p>
<p>Nicht viel mehr Klarheit herrscht bei der SRG selbst. Wer in offiziellen Dokumenten nach dem konstituierenden Schlüsselbegriff sucht, findet zwar eine Fülle an Erklärungen und Definitionen. Mal griffig und knapp, mal länglich und schwurbelig. Aber ein zentrales Dokument, das die Raison d’être der SRG verbindlich festhält, gibt es keines. Manchmal reichen drei Punkte, ein andermal gibt der Generaldirektor vier Antworten, aber auch Definitionen mit fünf und mehr Elementen finden sich in unzähligen Dokumenten zum Thema.</p>
<p>Die vom früheren Generaldirektor Armin Walpen geprägte Tautologie, was die SRG mache, sei Service public, gilt im Grundsatz auch heute noch. Somit schliesst sich ein Kreis: Die Kakophonie bei Publikum und Politik in Sachen Service public schallt letztlich nur als Echo des definitorischen Defizits bei der SRG selbst zurück.</p>
<p>In einer breit angelegten Übung versucht nun die <a href="http://www.emek.admin.ch/de/themen/service-public/index.html" target="_blank">Eidgenössische Medienkommission Emek</a> das Undefinierbare zu definieren und so die Grundlagen zu liefern für jene Diskussion, die manche schon gerne vor der Abstimmung über das neue Finanzierungsmodell für den öffentlichen Rundfunk geführt hätten. Man kann der Kommission zugute halten, dass sie den ernsthaften Versuch unternimmt, sich dem Service public aus allen Richtung zu nähern.</p>
<p>Die bisher zusammengetragenen <a href="http://www.emek.admin.ch/de/themen/service-public/anhoerungen/index.html" target="_blank">Dokumente und Präsentationen</a> zeigen schon heute eine breite Auslegeordnung mit sich teils diametral entgegenstehenden Positionen. Ob der daraus zu destillierende Schlussbericht es dereinst schaffen wird, die Diskussion in Bahnen zu lenken, die am Ende zu einer konzisen Formel für einen medialen Service public führen, darf schon heute mit Fug und Recht bezweifelt werden. Davon geht auch Doris Leuthard aus, wenn sie sagt: «Ich persönlich glaube nicht, dass wir zu völlig neuen Erkenntnissen gelangen».</p>
<p>Der Aufwand wird sich allerdings auch dann gelohnt haben, wenn dabei herauskommen sollte, dass die geltende (Nicht)-Definition mit den Bestimmungen in Verfassung, Gesetz und Konzession grundsätzlich für die Zukunft taugt. Den Mix zwischen zielgruppenspezifischer Nischenproduktion und massentauglichem Kitt, der das Gesamtpaket zusammenhält, darf nicht die Politik als heimlicher Programmdirektor diktieren. Hierzu braucht die SRG maximale redaktionelle Freiheit, sonst droht sie die Unabhängigkeit als ihr wichtigstes Grundsatz.</p>
<p>Das heisst aber nicht, dass alle Türen und Tore offen stehen sollen. Im Gegenteil. Die SRG braucht Schranken. Und zwar verbindlichere als bisher. Während der letzten zwanzig Jahre wuchs das Angebot unablässig und in alle Richtungen. Mehr von allem, lautete die Devise. In einer ersten Phase unter Generaldirektor Armin Walpen stand der Expansionsdrang vor allem <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/fernsehen/Machtpolitik-statt-Service-Public/story/28890407" target="_blank">im Zeichen der Machtpolitik</a>: lancierten Private ein neues Angebot, zog die SRG sofort nach. Daneben erfolgte der kontinuierliche Auf- und Ausbau «eigenständiger Online-Welten». Heute gilt das breite Angebot als Abwehrdispositiv gegen globale Giganten wie Google, Facebook &amp; Co.</p>
<p>Als wirksames Instrumente, den Aktionsradius des öffentlichen Rundfunks abzustecken, bieten sich die Finanzierung und eine strengere Aufsicht an, mit dem Ziel einer effizienten SRG. Das wiederum würde die Akzeptanz bei Politik und Publikum stärken. Ein schlankes Unternehmen bietet weniger Angriffsflächen als eines, das den Eindruck erweckt, es leide an strukturellem Übergewicht. Konkret könnte das bedeuten, die Finanzierungsbeiträge (unabhängig davon, ob Gebühr oder Abgabe) von Haushalten und Unternehmen substanziell zu reduzieren, zum Beispiel auf 200 Franken pro Haushalt und Jahr und für Unternehmen proportional weniger zur heutigen Bemessung.</p>
<p>Grundsätzlich geniesst die SRG bis heute eine grosse Akzeptanz. Gleichzeitig waren aber noch nie so viele Stimmen zu vernehmen, die tiefere Gebühren verlangen. Interessant in diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse einer Umfrage von tagesanzeiger.ch/Newsnet. Der weitaus am häufigsten genannte Betrag, den die Umfrageteilnehmer bereit wären zu zahlen für die Nutzung von Radio und Fernsehen, lag bei 200 Franken. Während der Nationalrat eine Petition mit genau dieser Forderung vor vier Jahren mit 107 zu 56 Stimmen ablehnte, könnte eine Plafonierung der Gebühren schon bald wieder aufs Tapet kommen, etwa als Gegenvorschlag zur radikalen <a href="http://www.nobillag.ch/index.php/de-DE/" target="_blank">«No Billag»-Initiative</a>, die eine Abschaffung der SRG verlangt.</p>
<p>Als partielle Kompensation für die wegbrechenden Mittel könnte der SRG Online-Werbung erlaubt werden. Ein Schritt, den der Bundesrat in den letzten Jahren bereits mehrfach grundsätzlich gutgeheissen hat, aber noch zuwartet mit dem grünen Licht. Wenig Freude an einer Ausweitung der kommerziellen Aktivitäten hätten selbstverständlich die Verleger. Wegen deren Widerstand befindet sich die SRG mit der Online-Werbung weiterhin in der Warteschleife. Nur: Ein Verbot hiesse auf längere Sicht de facto ein komplettes Werbeverbot für die SRG, weil die Nutzung der linearen TV-Programme kontinuierlich ab- und jene der digitalen Plattformen zunimmt und die Werbegelder diese Bewegung auch mitmachen, wenn auch nicht linear.</p>
<p>Wer den Finanzierungsmix des öffentlichen Rundfunks aus Nutzerabgabe und Werbeeinnahmen grundsätzlich für richtig hält, muss irgendwann Online-Werbung zulassen. Den richtigen Moment dafür gibt es nicht. Für die einen ist es immer zu früh und für die anderen schon jetzt zu spät. Ein medienpolitisch sinnvoller Anlass für diesen Schritt wäre dann, wenn auch andere Elemente der Finanzierungsmodalitäten angepasst würden. Unabhängig davon wie die Abstimmung über den Systemwechsel bei den Radio- und TV-Gebühren ausfällt, bleibt das Thema Rundfunkfinanzierung in den nächsten Jahren ein heisses Eisen.</p>
<p>Für einen effizienteren und letztlich verfasssungsgemässeren Mitteleinsatz (Art. 93, Verpflichtung zur Rücksichtnahme auf andere Medien) könnte sich die SRG auf ihre eigene Maxime besinnen. Sie erbringe Leistungen, stand im Geschäftsbericht 2011, «die der Markt nicht erbringt». In einem dualen Rundfunksystem, wo private und öffentlich finanzierte Medienunternehmen nebeneinander auskommen müssen, erfordert dies die maximal mögliche Rücksichtnahme des privilegierten Akteurs auf die Konkurrenz. Umso mehr in einem kleinen Medienmarkt wie dem schweizerischen, wo den rein kommerziellen Medien klare (Sprach)grenzen gesetzt sind. Da diese Rücksichtnahme nicht von selbst erfolgt, müsste man hier gesetzlich und regulatorisch nachhelfen, damit nicht die SRG allein definiert, welche Leistungen «der Markt nicht erbringt».</p>
<p>Ein kleines, aber symptomatisches Beispiel, das zeigt, wo Sparpotenzial besteht, ohne dass damit die SRG strukturell geschwächt würde. Seit einem Jahr bietet das Schweizer Radio und Fernsehen eine Meteo-App an, kostenlos und werbefrei. Nun gab es bereits zuvor zahlreiche andere, teils kostenpflichtige, aber durchaus vergleichbare Wetterdienste für das Smartphone. Dass die Wetterprognosen ein integraler Bestandteil des Radio- und Fernsehprogramms darstellen, stellt niemand in Frage. Für eine App besteht hingegen null Notwendigkeit. Die Meteo-App sei selbstverständlich konzessionskonform und damit Teil des Service public, versichert SRF. Was auch zeigt: Zur Definition des Angebotsumfangs des öffentlichen Rundfunks taugt der Begriff nicht. Gelegenheit, den Umfang des SRG-Angebots neu zu definieren, biete sich schon bald, wenn 2017 die geltende Konzession ausläuft. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/13/le-service-public-nexiste-pas-2/">Le Service public n’existe pas</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Mühe mit dem Trivialen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2015 08:09:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
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		<category><![CDATA[Dschungelcamp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Entschuldigung, gucken Sie Dschungelcamp? Nein? Ach so, Sie schauen Arte. Nun, ich gebe es zu: ich mag die Maden- und Kakerlakenshow auf RTL. Warum? Weil «Ich bin ein Star – holt mich hier raus» eine saugut gemachte Unterhaltungsshow ist. Mit viel Liebe zum Detail: Moderation, Personal, Dramaturgie Ausstattung &#8211; perfekt in Szene gesetzt. Mehr noch <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/">Die Mühe mit dem Trivialen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Entschuldigung, gucken Sie Dschungelcamp? Nein? Ach so, Sie schauen Arte. Nun, ich gebe es zu: ich mag die Maden- und Kakerlakenshow auf RTL. Warum? Weil «Ich bin ein Star – holt mich hier raus» eine saugut gemachte Unterhaltungsshow ist. Mit viel Liebe zum Detail: Moderation, Personal, Dramaturgie Ausstattung &#8211; perfekt in Szene gesetzt. Mehr noch als die Show liebe ich die Berichterstattung darüber.<br />
<span id="more-22863"></span><br />
Kein anderes TV-Format produziert in Deutschland soviel Kritik und Häme, wird von den meinungsstarken Medien derart bissig-böse begleitet. In den letzten Jahren stelle ich eine geradezu wachsende Obsession des Feuilletons für das Trash-Format fest. Sowohl das Geschehen im Camp als auch die Form und das Funktionieren der Sendung werden akribisch filetiert. Was dabei rauskommt, wenn die Redakteure sich so richtig ins Glibberzeug legen, ist ganz grosser Lesespass.</p>
<p>Zugegeben, es mutet etwas sonderbar an, wenn auf Spiegel Online (<a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/dschungelcamp-nur-walter-freiwald-verdient-den-titel-dschungelkoenig-a-1014467.html" target="_blank">«Macht endlich was für Euer Geld, Ihr TV-Schmarotzer»</a>) das <a href="http://www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star.html" target="_blank">Dschungelcamp</a> direkt neben Pegida, der Ukraine und dem Islamischen Staat in der Suchleiste steht. Für die durchschnittlich 7 Millionen Fernsehzuschauer und für alle, die die Show (offiziell) nicht schauen, aber trotzdem mitreden wollen, werden die Vorgänge im Camp minutiös nacherzählt. «Der Ex-Moderator schleifte sich durch die Küche wie ein Butler auf Valium, identifizierte Skorpione als Frösche, suchte nach Sternen statt Schlüsseln, begutachtete in aller Ruhe interessiert einen Mini-Waran.»</p>
<p>Auch Süddeutsche (<a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/glossar-zum-dschungelcamp-tarzan-und-shame-1.2308670" target="_blank">«Mit Schafshoden im Mund Limbo tanzen»</a>) und FAZ (<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/dschungelcamp-3-0-als-naechstes-kommt-die-naturgeburt-13385499.html" target="_blank">«Als nächstes kommt die Naturgeburt»</a>) haben auf ihren Online-Portalen umfangreiche Dschungel-Dossiers («Testen Sie Ihr Dschungel-Wissen») angelegt und berichten täglich über «Ich bin ein Star ». Der «Stern» (<a href="http://www.stern.de/kultur/tv/dschungelcamp/dschungelcamp-walter-freiwald-muss-die-kotzfrucht-schlucken-2167614.html" target="_blank">«Bloss nicht brechen, Walter»</a>) hat gar einen eigenen Reporter nach Australien entsandt, der in einem Video seinen kläglich gescheiterten Versuch dokumentiert, eine Drohne über das Camp fliegen zu lassen. Sehr komisch.</p>
<p>«Ich bin ein Star»- ist Trash-Fernsehen vom Feinsten, ist <a href="http://www.wuv.de/medien/ibes_geadelt_dschungelcamp_fuer_grimme_preis_nominiert" target="_blank">Grimme-Preis-nomminiertes</a> Premium-Reality-TV. Die SZ sieht im Dschungel einen «ironisch überhöhten Spass für das gesättigte Bildungsbürgertum». Und für Schauspieler Ulrich Matthes («Tatort»), der sich kürzlich <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/schauspieler-ulrich-matthes-im-interview-zum-dschungelcamp-13363270.html" target="_blank">im FAZ-Interview</a> zum begeisterten Anhänger der Show erklärte, ist der Dschungel ein Sehnsuchtsort, «eine hochtheatrale Angelegenheit, weil die Teilnehmer gleichzeitig als Individuen und als Rollenträger unterwegs sind.»</p>
<p>«Ich bin ein Star – holt mich hier raus»: 16-tägige Orgie des Banalen, Klassenfahrt für C-Prominente, Ekelshow mit Schleimgetier, enthemmtem Voyeurismus und Lästereien. Ein Fernseh-Format oft jenseits der Grenze des guten Geschmacks. Vom Feuilleton jahrelang verachtet, wagen sich immer mehr Meinungsmacher vor, die auf die Metaebene des Formats verweisen: keine andere deutsche TV-Sendung ist eine so exakte wie bitterböse Persiflage auf unsere Branche.</p>
<p>Während sich die deutschen Medien einen Wettstreit über die ironischste Dschungel-Berichterstattung liefern, herrscht in den Schweizer Medien Kakerlaken-Unterbesetzung. <a href="http://www.blick.ch/people-tv/tv/dschungelcamp/dschungel-rebecca-hat-muskelkater-im-mund-dabei-sieht-das-nach-viel-training-aus-id3433233.html" target="_blank">«Blick»</a>, <a href="http://www.20min.ch/entertainment/tv/story/16366661" target="_blank">20 Minuten</a> und <a href="http://www.watson.ch/People/articles/869151183-IST-DAS-TOLL%21-6-Gr%C3%BCnde-f%C3%BCr-das-neue-Dschungelcamp.-Und-alles-von-Walters-Einlagen-bis-Saras-Schafshoden" target="_blank">Watson</a> berichten seltsam uninspiriert, blut(egel)arm und spassfrei. Für Tages-Anzeiger und NZZ ist der Dschungel in diesem Jahr überhaupt kein Thema, weder digital noch gedruckt.</p>
<p>Das erstaunt. Die Schweizer Leitmedien verpassen die Chance, eine äusserst unterhaltsame Sozialstudie mit eigenen Akzenten medial zu begleiten. Ihre Abwesenheit zeugt auch von der Schwierigkeit, als Redaktion ein Gespür dafür zu entwickeln, wie man zwar populäre, aber schlecht kategorisierbare (Medien)hypes angemessen aufgreifen soll. Macht man einen auf Fanberichterstattung für die #ibes-Community oder wird versucht, das Phänomen den Abstinenten näherzubringen?</p>
<p>Dass man sich über Trash-TV sehr wohl launig-distanziert auslassen kann, beweist etwa Anja Rützel. Auf Spiegel Online beschrieb die Journalistin den Campbewohner Aurelio kürzlich <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/rtl-dschungelcamp-2015-tag-1-von-ich-bin-ein-star-holt-mich-hier-raus-a-1013458.html" target="_blank">als unerwarteten Sympathikus</a>, «der mit seiner abstrusen Tattoofülle an eine vollgekritzelte Dorfbushaltestelle erinnert.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/26/die-muehe-mit-dem-trivialen/">Die Mühe mit dem Trivialen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Zum Ende von «Wetten, dass..?»: Die eilige Familie</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/13/zum-ende-von-wetten-dass-die-eilige-familie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Dec 2014 15:47:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Alfons Kaiser]]></category>
		<category><![CDATA[Wetten dass]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es waren die Samstagabende der Generation Golf: Mit der Familie auf dem Sofa sitzen und «Wetten, dass..?» gucken. Das ist vorbei. Nicht wegen Markus Lanz, sondern weil sich die Zeiten geändert haben. Gedanken zum Abschied.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/13/zum-ende-von-wetten-dass-die-eilige-familie/">Zum Ende von «Wetten, dass..?»: Die eilige Familie</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es waren die Samstagabende der Generation Golf: Mit der Familie auf dem Sofa sitzen und «Wetten, dass..?» gucken. Das ist vorbei. Nicht wegen Markus Lanz, sondern weil sich die Zeiten geändert haben. Gedanken zum Abschied.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/13/zum-ende-von-wetten-dass-die-eilige-familie/">Zum Ende von «Wetten, dass..?»: Die eilige Familie</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Sie wollen doch nur spielen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/08/sie-wollen-doch-nur-spielen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicole Vontobel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2014 19:54:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Eine Fernsehproduktion hat für PR, Aufnahme, Schnitt und so verschiedene Abteilungen. Ich mache alles, was eine Fernsehproduktion macht, alleine» verrät die 19-jährige Melina, ein aufsteigender Stern am Youtube-Himmel. Ein Blick in das Leben und das Erfolgsgeheimnis der Youtube-Stars – und damit in die Zukunft der Unterhaltungsindustrie.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>«Eine Fernsehproduktion hat für PR, Aufnahme, Schnitt und so verschiedene Abteilungen. Ich mache alles, was eine Fernsehproduktion macht, alleine» verrät die 19-jährige Melina, ein aufsteigender Stern am Youtube-Himmel. Ein Blick in das Leben und das Erfolgsgeheimnis der Youtube-Stars – und damit in die Zukunft der Unterhaltungsindustrie.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/08/sie-wollen-doch-nur-spielen/">Sie wollen doch nur spielen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Unterhaltung ist die DNA des Fernsehens»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/03/unterhaltung-ist-die-dna-des-fernsehens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2014 13:41:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gehört die Unterhaltung zum Service public der SRG? «Unbedingt!», lautete der Tenor einhellig an der SRG-Tagung «That&#8217;s Entertainment» vom 26. September im Verkehrshaus Luzern. Rund 300 SRG-Mitglieder aus der ganzen Schweiz unterhielten sich mit SRG-Verantwortlichen, Programmschaffenden und Experten.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/03/unterhaltung-ist-die-dna-des-fernsehens/">«Unterhaltung ist die DNA des Fernsehens»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gehört die Unterhaltung zum Service public der SRG? «Unbedingt!», lautete der Tenor einhellig an der SRG-Tagung «That&#8217;s Entertainment» vom 26. September im Verkehrshaus Luzern. Rund 300 SRG-Mitglieder aus der ganzen Schweiz unterhielten sich mit SRG-Verantwortlichen, Programmschaffenden und Experten.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/03/unterhaltung-ist-die-dna-des-fernsehens/">«Unterhaltung ist die DNA des Fernsehens»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Erfolgreicher Schrotthändler</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/04/18/erfolgreicher-schrotthaendler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 11:40:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Frank A. Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Osteuropa]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Qualipet]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Ticket Corner]]></category>
		<category><![CDATA[Digital]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitschriften]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ringier bleibt weiterhin stark im Geschäft mit gedruckten Medien verankert, forciert aber unaufhaltsam den Ausbau des Digital- und Unterhaltungsgeschäfts. Im letzten Jahr erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 32 Mio. Franken bei einem Umsatz von rund 1 Mrd. «Zeitungsjournalisten entlarven das Funkengestiebe des Internets, von bildschirmsüchtigen Kids und Nerds fürs Sternenzelt gehalten, als unendlich viel Meteoritenschrott.» <a href="https://medienwoche.ch/2013/04/18/erfolgreicher-schrotthaendler/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ringier bleibt weiterhin stark im Geschäft mit gedruckten Medien verankert, forciert aber unaufhaltsam den Ausbau des Digital- und Unterhaltungsgeschäfts. Im letzten Jahr erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 32 Mio. Franken bei einem Umsatz von rund 1 Mrd.<br />
<span id="more-13632"></span></p>
<p style="text-align: right;"><small><em>«Zeitungsjournalisten entlarven das Funkengestiebe des Internets, von bildschirmsüchtigen Kids und Nerds fürs Sternenzelt gehalten, als unendlich viel Meteoritenschrott.»</em> Frank A. Meyer, 2013</small></p>
<p>Der Epilog passt zum <a href="http://www.ringier.com/sites/default/files/upload/field_publication_file_de_art/ringier_jahresbericht_2012_d.pdf">Ringier-Jahresbericht</a> wie die Faust aufs Auge. Da geisselt einer das Internet und preist Zeitungen und Zeitschriften als «Salon unserer demokratischen Gesellschaft». Die Illustration mit einem «Lesekabinett» von 1840 zeigt eindrücklich, wonach sich der Autor offenbar sehnt. Die Realität sieht anders aus. Meyers Arbeitgeber Ringier ist längst kein Medienunternehmen mehr im engeren Sinn, sondern ein <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/02/in-einer-anderen-liga/" target="_self">vertikal integrierter Unterhaltungskonzern</a>. Der Autor ist Frank A. Meyer, einst <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/newzzD5EY80EG-12-1.419410" target="_blank">Chefpublizist</a> im Hause Ringier, heute ein <a href="http://blog.persoenlich.com/?p=452" target="_blank">pensionierter Journalist in Berlin</a>. Während sein Arbeitgeber sich konsequent vom Medienunternehmen zum Unterhaltungskonzern wandelt, hält Meyer stramm dagegen. Ein Ritual, das sich Jahr für Jahr wiederholt. Und von Jahr zu Jahr weniger mit der Realität von Ringier zu tun hat.</p>
<p>Vor noch nicht allzu langer Zeit hatte Meyer in Verleger Michael Ringier einen treuen Verbündeten wider das Internet. «Wir brauchen Edelmetall, den Schrott gibt es im Internet», <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/den-schrott-gibt-es-im-internet-296027#.UW_aEytOr3E" target="_blank">sagte der Verleger</a> noch vor zweieinhalb Jahren vor deutschen Branchenkollegen. Nun ist Ringier selbst ein Schrotthändler. Und dazu erst noch ein erfolgreicher, wie die Geschäftszahlen für das letzte Jahr zeigen. Entsprechend stolz zeigt sich Ringier, dass sein Haus zu einem der «aggressivsten Medienunternehmen» zähle bei den Investitionen ins Internet. Damit meint er auch die gewagte Akquisition einer <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/tamedia-und-ringier-uebernehmen-jobsch-1.17596178" target="_blank">50-Prozent-Beteiligung an jobs.ch</a> für knapp 200 Millionen Franken (die andere Hälfte hält Tamedia). Bei Ringier Schweiz trägt das digitale Geschäft bereits mit 28 Prozent <a href="http://www.ringier.com/de/medien/medienmitteilungen/ringier-dank-kerngeschaeft-und-diversifizierung-2012-mit-ergebnis" target="_blank">zum Ergebnis bei</a>.</p>
<p>Doch so gut wie der Verkauf von <a href="http://www.ringier.com/de/medien/medienmitteilungen/qualipet-und-ringier-lancieren-gemeinsame-eshopping-plattform" target="_blank">Tierfutter</a> und <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Ticketcorner-gehoert-nun-auch-zu-Ringier/story/30518949" target="_blank">Tickets</a> im Netz funktioniert, so harzig kommt Ringier mit kostenpflichtigen journalistischen Angeboten voran. Die erst kürzlich angekündigte <a href="http://www.blick.ch/news/wirtschaft/blick-fuehrt-bis-im-herbst-2013-eine-internet-bezahlschranke-ein-id2125212.html" target="_blank">Einführung einer «Blick»-Paywall</a> im kommenden Herbst, wurde <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/verschiebt-einf-hrung-der-paywall-auf-unbestimmte-zeit-305857#.UW_YOStOr3E" target="_blank">auf unbestimmte Zeit verschoben</a>. «Wenn man von den Lesern Geld will, muss man etwas Besonderes bieten», sagte Michael Ringier. Die bestehenden Inhalte taugen offenbar nicht, um sie gegen Geld online anzubieten. Wahrscheinlicher als redaktionelle Beiträge kommen multimediale Zusatzangebote aus dem Geschäftsfeld Entertainment hinter die Paywall. Als Veranstalter und Vermarkter von Sportanlässen und Konzerten bestehen ideale Voraussetzungen, die Wertschöpfungskette auch bis hinter Paywall zu verlängern. Exklusive <a href="https://twitter.com/wolanin1983/status/324526700258025473" target="_blank">Videos der Fussball-Super-League</a>, die Ringier <a href="http://www.infrontringier.ch/projekte/swiss-football-league/" target="_blank">exklusiv vermarktet</a>? Die Bild-Zeitung in Deutschland macht es vor mit der Bundesliga.</p>
<p>Doch vorerst bleibt bei Ringier das klassische Mediengeschäft mit Zeitungen und Zeitschriften und Druckereien das stärkste Standbein. Gerade in Osteuropa, wo Ringier in zwei Ländern alleine und in vier weiteren mit Axel Springer zusammen auftritt, dominiert der Printbereich das Geschäft. So konnte Ringier in Ungarn und Rumänien den Erlös aus den Druckereien sogar massiv steigern. In der Schweiz steuert der Bereich Publishing, massgeblich Zeitungen und Zeitschriften, immer noch deutlich über die Hälfte des Umsatzes zum Gesamtergebnis bei. Doch die Anzeichen des Niedergangs waren auch im vergangenen Jahr nicht zu übersehen. So hat Ringier im letzten Jahr gleich drei Druckereien geschlossen und dabei im grossen Stil Personal abgebaut. Das «gute Ergebnis» sei deshalb nur aufgrund dieser Entlassungen erzielt worden, <a href="http://www.syndicom.ch/de/newsaktivitaeten/news/news-detailansicht/news/ringier-gewinnsteigerung-aufgrund-der-schliessung-dreier-swissprinters-druckereien.html" target="_blank">vermutet die Gewerkschaft</a>.</p>
<p>Als Einziges der grossen Schweizer Medienhäuser scheint Ringier eine Formel gefunden zu haben, seine Geschäfte den veränderten Vorzeichen der digitalen Medien- und Konsumwelt erfolgreich anzupassen. Dass dabei die Unabhängigkeit des Journalismus unter Druck gerät, weil er vermehrt als Erfüllungsgehilfe für Promotion und Bewerbung der lukrativen Geschäftsfelder hinhalten muss, scheint Ringier nicht allzu grosse Sorgen zu bereiten. Ganz neu ist auch das nicht. Denn die bunten Blättli und Heftli standen den Stars und Sternchen aus Showbiz und Sport schon immer sehr nahe. Nun sind sie quasi offizielle Ringier-Mitarbeiter. Auch das ist eine Form von Transparenz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/04/18/erfolgreicher-schrotthaendler/">Erfolgreicher Schrotthändler</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Gewohnheiten verändern sich»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Sep 2012 06:52:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Marco Boselli]]></category>
		<category><![CDATA[20min.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Ermel]]></category>
		<category><![CDATA[Hansi Voigt]]></category>
		<category><![CDATA[Page Impressions]]></category>
		<category><![CDATA[Newsroom]]></category>
		<category><![CDATA[Unique Visitors]]></category>
		<category><![CDATA[Klicks]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Imhof]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hansi Voigt, der Mann mit dem vielleicht grössten Online-Leistungsausweis in einem Schweizer Zeitungsverlag, hat den Machtkampf um die Leitung des konvergenten «20 Minuten» gegen Print-Chefredaktor Marco Boselli verloren. Voigt verlässt Tamedia Ende November. Wir haben Ende August ausführlich mit dem Chefredaktor von 20min.ch gesprochen, als er noch voll und ganz in Diensten seines Arbeitgebers stand: <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/">«Gewohnheiten verändern sich»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hansi Voigt, der Mann mit dem vielleicht grössten Online-Leistungsausweis in einem Schweizer Zeitungsverlag, hat den Machtkampf um die Leitung des konvergenten «20 Minuten» gegen Print-Chefredaktor Marco Boselli verloren. Voigt verlässt Tamedia Ende November. Wir haben Ende August ausführlich mit dem Chefredaktor von 20min.ch gesprochen, als er noch voll und ganz in Diensten seines Arbeitgebers stand: über journalistisches Arbeiten, die Zweigstelle in Hongkong und die Bedeutung von Unique Clients und Page Impressions.<br />
<span id="more-30538"></span><br />
<strong>Aus den Schlagzeilen der Frontpage diese Woche: «Grüsel-Cervelats, Tumor-Junge, Zuhälter-Boss, Zickenkrieg bei den Wetterschmöckern, Nippel auf YouTube». 20min.ch ist ein Boulevardportal, richtig?</strong><br />
Richtig.</p>
<p><strong>Andererseits gibt es auf 20min.ch immer wieder journalistisch saubere Storys, die das Portal unter den Schweizer Portalen einem der Besten machen, Ihr beschäftigt ja auch einige gute Journalisten. Und Ihr seid eines der wenigen Online-Portale, die hintergründiger sind als die Printausgabe.</strong><br />
Wir bewegen uns zwischen Informationsbedürfnis und Zeitvertreib. Diese Spannung zwischen Nachrichten und Vergnügen versuchen wir ideal auszubalancieren.</p>
<p><strong>Man könnte Ihnen vorwerfen, dass Sie ein Nutzerpopulist sind und alles machen, was der Nutzer will. Ist das nicht gefährlich?</strong><br />
Ja, wahrscheinlich wäre das gefährlich, doch machen wir nicht alles, was der Nutzer will. Unsere Leser sind aber ausserdem durchaus an ernsthaften Geschichten interessiert. Wenn ich ein Portal mache, das nach Arbeit aussieht, gewinne ich vielleicht 5 Prozent der Leser, die sich gezielt mit einzelnen Themen auseinandersetzen wollen. Doch ich verliere jene 95 Prozent, die per Zufall über eine Geschichte stolpern wollen.</p>
<p><strong>Sie sind seit Januar 2006 bei 20min.ch. Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben in dieser für Internetverhältnisse langen Spanne?</strong><br />
Die Mobilsparte ist dazugekommen, wir erreichen den Leser nun nicht mehr nur im Büro, sondern auch in seiner Privatsphäre, am Morgen, im Pendlerverkehr, am Abend und am Wochenende. Und wir sind wesentlich  grösser geworden, darum empfangen wir viel mehr Input von den Usern: Leserfotos, Kommentare, Inputs. 20min.ch wird von mir konsequent als Mitmachportal ausgerichtet.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist journalistisches Arbeiten bei 20min.ch?</strong><br />
Extrem wichtig, das Wachstum kommt durch das Inhaltsangebot, wir haben uns das durch journalistisches Arbeiten erarbeitet. Wenn wir vor fünf Jahren eine gute Geschichte geschrieben haben, dann fragte man uns gerne etwas herablassend: «Wo habt ihr denn die gestohlen?». Damals war es für uns die einzige Chance, die Schnellsten zu sein, darum haben wir auf Tempo gesetzt. Doch gleichzeitig schnell und richtig zu sein, das ist die journalistische Herausforderung.</p>
<p><strong>Wenn Euch journalistische Sauberkeit wichtig ist, warum übernehmt Ihr denn Storys aus notorisch unzuverlässigen Quellen wie «Daily Mail» oder «Sun»?</strong><br />
Bei fragwürdigen Quellen geben wir eine Einschätzung der Quelle à la «Revolverblatt» mit. Und wir verlinken darauf, damit sich der Leser selbst eine Meinung bilden kann. Wenn etwas berichtenswert ist, wir aber auch nicht einschätzen können, ob es ein Fake ist oder nicht, etwa bei einem Youtube-Video, dann schreiben wir, dass es sich um einen Fake handeln könnte.</p>
<p><strong>Was macht ihr, wenn sich, wie oft, solche Storys nach ein paar Tagen als totaler Quatsch herausstellen?</strong><br />
Dann schreiben wir eine zweite Story, die klar macht, dass sich die Ursprungsmeldung in Luft aufgelöst hat und wie es dazu kommen konnte.</p>
<p><strong>Gibt es Bestrebungen, Inhalte zu verifizieren?</strong><br />
Selbstverständlich. Auch wenn das viele nicht glauben wollen: Wir verzichten auf die Berichterstattung, wenn bei einer Geschichte zu viele Fragen offen bleiben.</p>
<p><strong>Wie korrigiert ihr Fehler?</strong><br />
Wir lassen die Story stehen, bauen aber eine Box darin ein, die auf Fehler und Ungereimtheiten hinweist, so ist das für den Leser transparent. Wir sind offen und stehen dazu, dass wir ab und zu Fehler machen. Und versuchen, diese mit maximaler Transparenz offenzulegen.</p>
<p><strong>Löscht ihr Artikel aufgrund von Protesten oder Klageandrohungen Involvierter?</strong><br />
Wir unterliegen den ganz normalen Regeln, wie gedruckte oder gesendete Publikationen auch. Selbstverständlich gibt&#8217;s da mal Proteste. Und wenn wir einen Fehler gemacht haben, versuchen wir den zu korrigieren.</p>
<p><strong>20min.ch hat mit 13121 Pixel <a href="http://leumund.ch/20min-ch-hat-den-grossten-0016879">die längste Website</a> unter den Schweizer Zeitungsportalen. Je weiter man bei 20min.ch nach unten scrollt, desto <a href="http://www.20min.ch/people/international/story/-Blake-waere-besser-gestorben--10562069">trashiger</a> wird es. Doch geklickt wird gerade auch dort, ja?</strong><br />
Eine Meldung, die ganz oben platziert wird, sollte drei Kriterien erfüllen: Relevanz, Eigenleistung und Aktualität. Die Leute haben sich daran gewöhnt, dass die wichtigen Meldungen eher oben stehen und die Klamauk-Meldungen eher unten, der Leser kann selbst wählen, was ihm gefällt.</p>
<p><strong>Wer hat den schönen Job, für <a href="http://www.20min.ch/videotv/?cid=157">«Beifang aus dem Internetz»</a> den ganzen Tag lustige YouTube-Videos anzusehen und auszuwählen?</strong><br />
Der Titel «Beifang aus dem Internetz» ist Programm, über diese Videos stolpert man einfach. Die Rubrik ist sehr populär, wird von zwei Redaktoren geführt und von der ganzen Redaktion gefüttert. Manchmal gibt ein Internet-Video auch Stoff für eine eigene Geschichte. <a href="http://www.20min.ch/panorama/news/story/Am-Abgrund-mit-den-riskanten-Russen-31278004">Kürzlich</a> haben wir jene Russen kontaktiert, die schwindelerregende Höhenaufnahmen ins Netz gestellt haben. Wir haben dabei versucht, einerseits Hintergründe darüber zu liefern, andererseits diese waghalsigen Aktionen auch nicht zu verherrlichen.</p>
<p><strong>Ihr habt eine Zweigstelle in Hongkong, die arbeitet, wenn in der Schweiz Nacht ist. Wer hatte die Idee dazu?</strong><br />
Mein Stellvertreter Franz Ermel kam mit der Idee und ich hab sie gegen einige ursprüngliche  Widerstände in der Tamedia durchgesetzt. Hongkong ist ein guter kultureller Kompromiss zwischen Old Europe und dem asiatischem Ballungsraum. Wir haben dort ein Büro gemietet im 22. Stock eines Hochhauses mit schöner Aussicht, das alle sechs Wochen von einem neuen Newsdesk-Redaktor besetzt wird.</p>
<p><strong>Warum sechs Wochen?</strong><br />
Damit sich keine Korrespondentenabkapselung ereignet. Der Redaktor muss wissen, was die Schweiz bewegt. Manche Redaktoren nehmen ihre Familie mit, andere verbinden den Aufhalt mit Ferien. Das Echo darauf ist mehrheitlich positiv, unser Dienstplan dafür ist schon bis 2014 ausgebucht. Damit wird auch die anspruchsvolle Position am Newsdesk aufgewertet, dem Herzstück unserer Redaktion.</p>
<p><strong>Wie lauten denn die Aufgaben eines Newsdesk-Redaktors?</strong><br />
Das Wichtigste ist die Wächter-Funktion: Den Überblick über die aktuellen News zu haben, Alarm zu schlagen, wenn etwas Wichtiges passiert, um dann die News sofort in die Fachressorts weiterzuleiten. Es ist eine verantwortungsvolle, aber manchmal undankbare Aufgabe, denn man kann vor allem Fehler machen. Man braucht dafür ein umfassendes Allgemeinwissen.</p>
<p><strong>Sie ärgern sich über das <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Falschaussage-mit-Qualitaetsanspruch/story/17111827">elitäre Medienbild</a> des Soziologen Kurt Imhof, der mit seinem Jahrbuch alljährlich auch Portale wie 20min.ch kritisiert. Gibt es denn auch Punkte, bei denen er richtig liegt?</strong><br />
Es liegt sicher einiges im Argen bei Online-Portalen, da hat Imhof recht. Nur ist die Entwicklung insgesamt positiv: Wir sind sicher nicht schlechter als vor fünf Jahren geworden, denn vor fünf Jahren waren wir ziemlich schlecht. Die positive Entwicklung geht einher mit dem kommerziellen Erfolg, und damit kann sich eben auch die Qualität verbessern.</p>
<p><strong>Ist ein Leser, der nur 20min.ch konsumiert, umfassend informiert?</strong><br />
Wenn er alles liest, ist er wahrscheinlich gar nicht so schlecht dran. Aber was heisst «umfassend informiert»? Ich glaube, das kann gar niemand leisten. Im Web kann ich nicht den Anspruch haben, dass sich jemand ausschliesslich über uns informiert. Die Konkurrenz ist immer nur einen Klick entfernt.</p>
<p><strong>Es sind zwar zwei verschiedene Redaktionen, aber die Zusammenarbeit zwischen 20min.ch und «20 Minuten» ist dennoch ausgeprägt. Wie organisiert Ihr das?</strong><br />
Derzeit ist Print auf einem Stockwerk und Online auf einem Stockwerk, das wird sich mit dem Umzug ändern, da sitzen Print und Online auf einer Ebene. Im Abgleich zwischen Print und Online pflegen wir Transparenz, beide Seiten sind vollumfänglich informiert über die Aktivitäten der anderen. Auf Chefredaktionsebene suchen wir jeden Tag in einer Sitzung Synergien. Bereits heute finden sie täglich in der Print-Ausgabe zahlreiche Inhalte, die von Online-Redaktoren erstellt wurden. Das kommt bei der Konkurrenz, trotz Newsroom, nur in ganz seltenen Fällen vor.</p>
<p><strong>Wie sieht der durchschnittliche Leser von 20min.ch aus?</strong><br />
Wir haben generell ein junges Publikum mit überdurchschnittlichem Ausbildungsgrad. Online gelten wir als Frauenportal, der Mobile-Leser ist eher männlich und jünger. Unser Zielpublikum ist die Altersgruppe zwischen 19 und 35 Jahren, das heisst, wenn ein Walter Roderer stirbt, ist das für uns eher kein Thema, weil der bei dieser Gruppe kaum bekannt ist.</p>
<p><strong>Könnte man nicht 20min.ch und Newsnetz zusammenführen und Boulevard und Qualität stärker voneinander trennen?</strong><br />
Wieso sollte man das eine vom anderen trennen? Die Marke «20 Minuten» hat vielleicht nicht das beste Image bei Journalisten, aber bin ich darüber unglücklich? Nein! Wir befinden uns in einem Branchenumbruch, in dem viel ausprobiert werden muss, und wo man zwangsläufig auch mal scheitern kann. Mit einem Trash-Image kann ich doch viel befreiter Sachen ausprobieren, und wenn sie nicht funktionieren, wieder in die Tonne treten. Wer dauernd einen Ruf zu pflegen hat, muss viel vorsichtiger vorgehen.</p>
<p><strong>Wir haben mal über die <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/">hohe Fluktuation bei Newsnet</a> berichtet. Wie sieht es damit aus bei 20min.ch?</strong><br />
Es gab drei oder vier Wechsel im letzten halben Jahr von Leuten, die schon mehrere Jahre bei uns dabei waren. Ich habe sie unterstützt, etwas Neues zu machen. Eine Zeit lang gab es fast zu wenige Wechsel, das ist auch nicht gut. Der Zusammenhalt auf unserer Redaktion ist aber sehr gross. Aber das muss ich als Chef ja wohl sagen.</p>
<p><strong>Ich habe 2009 mal <a href="http://netzwertig.com/2009/01/30/jagd-nach-page-impressions-die-zehn-klick-garanten/">10 Klick-Garanten</a> notiert: Sex, Promis, Nazis, Tiraden, Breaking News, Teaser, Monster, Sport, Grauen und Übersinnliches. Hab ich etwas vergessen?</strong><br />
Sex läuft gut, richtig. Doch zu viel Sex schlägt direkt auf die Kommerzialisierung. Die Boulevard-Online-Konkurrenz macht einen Bruchteil des Umsatzes, den wir machen &#8211; das hat damit zu tun, dass viele Inserenten nicht in dem Bereich werben wollen.</p>
<p><strong>Über wie viel Umsatz reden wir?</strong><br />
Spartenergebnisse weist die Firma Tamedia nicht aus. Aber «20 Minuten Online» hat seit sieben Jahren sein Wachstum und den Ausbau auf über 65 Mitarbeiter mehr als selbstfinanziert.</p>
<p><strong>Was ist der wichtigste Traffic-Bringer?</strong><br />
Die Aktualität. Die Ereignisse sind die Traffic-Treiber. Ob UBS in Not, Michael Jacksons Ableben oder der Launch des neuen iPhones, wenn etwas geschieht, wollen die Leser mehr darüber erfahren. Das erwarten sie inzwischen von uns.</p>
<p><strong>Was ist im Werbemarkt derzeit wichtig? Page Impressions? Visits? Unique Visitors?</strong><br />
Page Impressions sind der für mich absolut unwichtigste Wert, die sind mir egal. Ich will Stammleser, die jeden Tag zu uns kommen in der Erwartung, auf interessante und lustige Weise bedient zu werden. Darum sind mir die Unique Clients pro Tag am Wichtigsten. Unique Clients pro Monat halte ich für eine unscharfe Währung &#8211; sie schaffen es doch fast nicht, im Netz unterwegs zu sein, ohne einmal pro Monat zufällig auf 20min.ch zu kommen.</p>
<p><strong>Wenn eine Story gut performt, lässt ihr sie auch mal eine Woche stehen oder auch zwei. Was ist der Rekord?</strong><br />
Keine Ahnung was der Rekord ist. Aber eine Woche auf der Front im Internet entspricht gefühlten 30 Hundejahren im wirklichen Leben.</p>
<p><strong>Seit wann ist 20min.ch gewinnbringend? Über wie viel Gewinn sprechen wir?</strong><br />
Seit ich hier bin, haben wir immer Gewinn geschrieben. Kurt W. Zimmermann hat mal eine Rechnung aufgestellt, die nicht völlig falsch ist. [Anmerkung der Redaktion: Kurt W. Zimmermann schrieb im Juni 2012 in der Weltwoche: «Am Schluss bleibt, vor Steuern und Abschreibungen, ein Gewinn von drei Millionen Franken.»]</p>
<p><strong>Sind Adblocker ein Problem für 20min.ch?</strong><br />
Ich glaube nicht. Wenn man weitergemacht hätte wie vor zwei, drei Jahren mit wild animierten Ads, dann hätte das zu einem Thema werden können. Doch der Werbemarkt hat gemerkt, dass Werbung die Aufmerksamkeit der Leser nicht dermassen negativ beanspruchen darf. Am Schluss spricht solche Werbung gegen das eigene Produkt. Aber Werbung gehört doch irgendwie auch dazu. Unsere Leser sind recht tolerant geworden gegenüber Werbung, früher gab es dazu mehr Klagen.</p>
<p><strong>Wie viel Prozent aller Beiträge entstehen nach Input von Leserreportern?</strong><br />
Wir machen pro Tag fünf bis zehn Leserreporter-Storys. Es geht dabei oft um Unfälle. Bei gewissen Naturereignissen werden wir geradezu mit einer Flut von Einsendungen konfrontiert, wie bei dieser <a href="http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/14040741">Windhose über dem Zürichsee</a>. Für uns ist die Hilfe unserer Leser grandios, auch die Inputs durch die Kommentare.</p>
<p><strong>Wird denn auch unter den Kommentarschreibern gewinnbringend diskutiert?</strong><br />
Ich finde schon.</p>
<p><strong>Ihr schliesst immer mal wieder die Kommentarfunktion bei einzelnen Beiträgen. Warum?</strong><br />
Aus Kapazitätsgründen. Es darf nicht vergessen werden, dass wir grundsätzlich für jeden Kommentar juristisch verantwortlich sind. Würden wir das nicht genau prüfen, dann hätten wir schnell mal einen Prozess am Hals. Wir haben jeden Tag 8000 &#8211; 10.000 Kommentare und mussten einen Weg finden, die zu bewältigen. Wir haben Softwarehilfen entwickelt, doch der letzte Entscheid beim Freischalten erfolgt manuell.</p>
<p><strong>Wenn Carl Hirschmann jr. heute vor einer Bar randalieren würde &#8211; wie würde 20min.ch berichten?</strong><br />
Wenn das so wäre, dann würden wir schreiben: «Carl Hirschmann randaliert vor einer Bar» und in Abstimmung mit unserer Rechtsabteilung darüber berichten. Bei Personen, die keinen Schritt ohne PR-Berater und Anwälte machen, muss man sehr vorsichtig sein.</p>
<p><strong>Blick.ch <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/erneute-mea-culpa-von-ringier-1.17496861">verzichtet ja zukünftig</a> auf eine Berichterstattung über Carl Hirschmann.</strong><br />
Für unsere Leser ist Carl Hirschmann keine besonders interessante Figur mehr, aber das kann sich je nach dem ja wieder ändern. Carl Hirschmann ist jedenfalls nach wie vor eine öffentliche Figur, auch wenn er zurzeit wenig Öffentlichkeit sucht.</p>
<p><strong>Warum werden Leserreporter nicht einfach Augenzeugen genannt? Wird nicht so das Journalistische entwertet?</strong><br />
Richtig, man könnte sie «Augenzeugen» nennen, denn sie liefern ja keine eigene journalistische Wertung oder Deutung mit. Die journalistische Arbeit geschieht hier auf der Redaktion, das können sie nicht leisten. Auch wenn es keine Reporter sind: der Name «Leserreporter» hat sich halt durchgesetzt.</p>
<p><strong>Warum seid ihr auf die Idee gekommen, den <a href="http://www.20min.ch/kampusch/">Fall Kampusch</a> nochmals aufzurollen? </strong><br />
Uns wurden aus Österreich Unterlagen zugetragen, was einerseits daran liegt, dass wir im Ausland ein viel besseres Image haben als in der Schweiz und andererseits darin begründet war, dass das Misstrauen gegenüber österreichischen Medien im Zusammenhang mit dem Fall Kampusch sehr gross ist. Wir haben uns die Sachlage angeschaut, und es gab so viele Widersprüche und offene Fragen, dass wir uns entschieden haben, darüber zu schreiben. Interessant fand ich auch, das mit allen multimedialen Mitteln zu machen, die das Netz bietet.</p>
<p><strong>Wo stehen die Server von 20min.ch?</strong><br />
In Schweden.</p>
<p><strong>Ist das nicht ein Risiko?</strong><br />
Vorher standen sie in Glattbrugg, das ist aber auch nicht sicherer, wenn es um die Abwehr von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Denial_of_Service">DDoS</a>-Attacken geht.</p>
<p><strong>Wie schnell könnte man diese Server wieder in die Schweiz bringen, falls sich politische Verhältnisse ändern sollten?</strong><br />
In wenigen Wochen, schätze ich.</p>
<p><strong>Wie hat sich Ihr eigener Medienkonsum verändert?</strong><br />
Ich fange morgens um 7 Uhr an zu lesen, aber zum Briefkasten gehe ich nicht mehr. Ich lese die klassische Schweizer Presse weitestgehend auf dem iPad, dann scanne ich diverse deutsche und internationale Medienportale. Weitere Links ziehe ich weitestgehend aus Twitter. Dann schaue ich noch, was auf 20min.ch zu lesen ist, und um 9:30 Uhr beginnen die Sitzungen. Print lese ich eigentlich nur noch Sonntags, seit längerem bevorzugt die NZZ am Sonntag, den «Sonntag» und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Unter der Woche nur die Weltwoche, oft mit Kopfschütteln.</p>
<p><strong>Es hat sich einiges geändert, Print ist unter Druck.</strong><br />
Es hiess es immer: Online werden nur die kurzen, nicht die langen Texte gelesen. Nur die News, nicht die Hintergründe. Nur das Aktuelle, nicht die Einordnung. Doch das stimmt nicht: Die Gewohnheiten verändern sich, die Leser merken, wer sich Mühe gibt und gute Arbeit abliefert. Ob die Arbeit gedruckt oder elektronisch vertrieben wird, spielt aus Lesersicht je länger je weniger eine Rolle. Das grösste Problem wird der grundsätzliche Erhalt der Marken sein. Mittelfristig stellt sich für uns alle doch die Frage, wer stellt mir ein interessanteres Menü zusammen: Mein Lieblingsmedium oder meine Social Media Community. Aus Verlegersicht lohnt es sich deshalb meiner Meinung nach, jeden Franken in die Marke beziehungsweise in die Journalisten zu investieren. Etwas anderes bleibt nicht.</p>
<p><small>Das Gespräch mit Hansi Voigt wurde am 24. August 2012 in Zürich geführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/28/gewohnheiten-veraendern-sich/">«Gewohnheiten verändern sich»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>In einer anderen Liga</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/09/02/in-einer-anderen-liga/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Sep 2012 09:29:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Ottmar Hitzfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Walder]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Blick-Gruppe]]></category>
		<category><![CDATA[Energy]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ringier geht seinen Weg konsequent weiter: Die Verpflichtung des amtierenden Fussballnationaltrainers Ottmar Hitzfeld als Berater und Kolumnist markiert einen Meilenstein im Umbau zum integrierten Unterhaltungskonzern. Soll man Ringier überhaupt noch als Medienunternehmen betrachten? Wirklich überraschen konnte die Ankündigung niemanden. Seit gestern steht Ottmar Hitzfeld bei Ringier im Solde. Offensichtlich findet der Fussball-Nationaltrainer neben seinem Vollamt <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/02/in-einer-anderen-liga/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ringier geht seinen Weg konsequent weiter: Die Verpflichtung des amtierenden Fussballnationaltrainers Ottmar Hitzfeld als Berater und Kolumnist markiert einen Meilenstein im Umbau zum integrierten Unterhaltungskonzern. Soll man Ringier überhaupt noch als Medienunternehmen betrachten?<br />
<span id="more-30524"></span><br />
Wirklich überraschen konnte die Ankündigung niemanden. Seit gestern steht Ottmar Hitzfeld <a href="http://www.ringier.com/de/media/press-releases/ringier-nimmt-ottmar-hitzfeld-unter-vertrag" target="_blank">bei Ringier im Solde</a>. Offensichtlich findet der Fussball-Nationaltrainer neben seinem Vollamt genügend Zeit für eine lukrative Nebenbeschäftigung. Nicht ganz so überraschend kam die Mitteilung deshalb, weil sich Hitzfeld in eine bereits reich bestückte Galerie mit Promis einreiht, für die Ringier das persönliche Marketing und Management besorgt.</p>
<p>Der Unterschied und damit die neue Qualität von Hitzfelds Engagement liegt in seiner Bedeutung für die Berichterstattung. Bei keiner anderen Charge des Schweizer Sports legt sich das Ringier-Flaggschiff «Blick» so stark ins Zeug, wie beim Fussball-Nationaltrainer. Hier fühlt sich die Redaktion besonders kompetent, in Personalfragen mitzureden. Entsprechend gross ist die Genugtuung, wenn der Fussballverband so entscheidet, wie es der «Blick» empfohlen hat. Als Artur Jorge 1996 sein Traineramt los wurde, triumphierte «Blick»-Sportchef Rainer Meier: «Am Schluss bleibt die Wahrheit. Und die hat &#8218;Blick&#8216; im Fall Jorge von Anfang an geschrieben.»</p>
<p>Nun steht ausgerechnet jene Figur bei Ringier unter Vertrag, an der sich der «Blick»-Sport wie an keiner zweiten reibt. Die einhellige Kritik in den Kommentaren der Konkurrenz – von 20 Minuten bis NZZ – war so gewiss, wie auch zutreffend: Ein Medienunternehmen, das unabhängig berichten will, kann sich einen solchen Deal mit einem der wichtigsten Protagonisten der Berichterstattung schlicht nicht leisten. Da hilft auch die Beschwichtigung von <a href="http://www.blick.ch/sport/fussball/nati/kein-freipass-fuer-hitzfeld-id2017914.html" target="_blank">«Blick»—Sportchef Felix Bingesser</a> nichts: «Hitzfeld wird nicht in Watte gepackt.» Sogar wenn das zutreffen und sich die Redaktion alle Mühe geben wird, den Eindruck der Kumpanei und Bevorteilung zu vermeiden, bleibt der Makel haften.</p>
<p>Ein Makel, den auch Konzernchef Marc Walder nicht zu beseitigen vermag. Denn er tut dies mit einem untauglichen Argument. Er garantiere für die Unabhängigkeit seiner Medien, sagte er <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=874c7ac6-42c1-4c1f-a083-acc0aecb636c" target="_blank">bei anderer Gelegenheit</a>, weil er sich selbst immer noch als Journalist fühle. Das ist natürlich geflunkert: Walder ist Geschäftsmann. Wäre er wirklich Journalist, hätte er es nie zugelassen, dass seine Medien auch nur in den Verdacht geraten, nicht mehr unabhängig über Hitzfeld und all die anderen Sportler und Promis berichten zu können, die bei Ringier unter Vertrag stehen.</p>
<p>Man mag diese Entwicklung für problematisch, bedenklich oder gar skandalös halten, Ringier wird diese Kritik keinen Millimeter vom eingeschlagenen Weg abbringen, schliesslich führt er zum geschäftlichen Erfolg. Den Verlust der journalistischen Glaubwürdigkeit nimmt man dabei bewusst in Kauf. Ja, er ist die Bedingung, damit das Modell funktioniert. Ringier ist heute ein vertikal integrierter Unterhaltungskonzern. Medienplattformen wie Blick (Print und Online) und Energy (Radio und Events) sind eng verzahnt mit den übrigen Geschäftstätigkeiten im Bereich Sport und Unterhaltung.</p>
<p>Nun sind bekanntlich auch andere Medienhäuser nicht immer Musterschüler, was die Trennung von redaktionellen und kommerziellen Aktivitäten angeht. Auch eine Neue Zürcher Zeitung begibt sich mit dem <a href="http://www.nzzmediengruppe.ch/2012/08/17/50-top-referenten-am-kapitalmarkt-forum-der-neuen-zuercher-zeitung/" target="_blank">Einstieg</a> ins <a href="http://www.nzzcapitalmarketforum.com/" target="_blank">Konferenzgeschäft</a> auf eine Gratwanderung. Allerdings geht kein Unternehmen so weit wie Ringier und degradiert seine Medien zu Erfüllungsgehilfen für seine forcierte Unterhaltungsstrategie. Die Verpflichtung von Ottmar Hitzfeld setzt hier eine neue Wegmarke.</p>
<p>Bei der Konkurrenz um den Publikumszuspruch steht Ringier zwar weiterhin in direkter Konkurrenz mit den Angeboten anderer Medienhäuser. Aber was den publizistischen Anspruch angeht, spielt Ringier definitiv in einer anderen Liga. Deshalb lassen sich Blick, Energy und geschenkidee.ch auch nicht an journalistischen Massstäben messen. Wenn es um die «Chinesische Mauer» zwischen Verlag und Redaktion geht oder den Kodex der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten, ist Ringier raus aus dem Spiel. Das erleichtert die künftige Verständigung über das Unternehmen: Journalismus war gestern, Unterhaltung ist heute.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/09/02/in-einer-anderen-liga/">In einer anderen Liga</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Schlagerschunkelmedley</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/08/10/schlagerschunkelmedley/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Aug 2012 09:29:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Reto Scherrer]]></category>
		<category><![CDATA[Roman Kilchsperger]]></category>
		<category><![CDATA[Volkskultur]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Donnschtig-Jass]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach so viel Olympia zu etwas ganz Anderem: Dem Donnschtig-Jass aus Huttwil. Zwei Teams aus dem Kanton Schaffhausen spielen gegeneinander, Roman Kilchsperger moderiert, zwei Peter Reber müssen einen Brand löschen. Es ist gar nicht zu unterschätzen, welche Bedeutung es für kleine Gemeinden hat, mal gross im Fernsehen zu kommen. Entsprechend begeistert hört sich der Vorbericht <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/10/schlagerschunkelmedley/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/10/schlagerschunkelmedley/">Schlagerschunkelmedley</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach so viel Olympia zu etwas ganz Anderem: Dem Donnschtig-Jass aus Huttwil. Zwei Teams aus dem Kanton Schaffhausen spielen gegeneinander, Roman Kilchsperger moderiert, zwei Peter Reber müssen einen Brand löschen.<br />
<span id="more-30520"></span><br />
Es ist gar nicht zu unterschätzen, welche Bedeutung es für kleine Gemeinden hat, mal gross im Fernsehen zu kommen. Entsprechend begeistert hört sich der Vorbericht <a href="http://www.huttwil.ch/de/verwaltung/politik/gemratmain/politikinformationen/?action=showinfo&#038;info_id=183132">auf huttwil.ch</a> an. Grenzenloser Jubel sei aufgebrandet, nachdem sich die Huttwiler in gegen die Jasser aus Langenthal knapp durchsetzten: «In Extremis schaffte es Huttwil im zweiten Anlauf: Vor 26 Jahren verlor Huttwil das Jassduell gegen Sumiswald». Extrem war nicht nur der knappe Entscheidung beim Jassen, sondern auch das Wetter. Nachdem heftiger Regen eingesetzt hatte, setzte die Technik aus und die Übertragung war für 15 Minuten unterbrochen (<a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=8876b6a1-e6b3-4d5f-9f17-68d329afeeeb;DCSext.zugang=videoportal_sendungsuebersicht">Video</a>, Unterbruch ab Minute 53).</p>
<p>Doch schnell zur <a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=b573c0fb-5f68-4141-8a55-b15930727ee4">gestrigen Ausgabe</a> aus Huttwil im Kanton Bern:</p>
<p><object data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/b573c0fb-5f68-4141-8a55-b15930727ee4" type="application/x-shockwave-flash" style="width:460px;height:286px"><param name="movie" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/b573c0fb-5f68-4141-8a55-b15930727ee4"/><param name="quality" value="high" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=b573c0fb-5f68-4141-8a55-b15930727ee4" alt="zum Videoportal des Schweizer Fernsehens">Donnschtig-Jass vom 09.08.2012</a></object></p>
<p>Die Produktion ist pleiten- und pannenfrei, die Sendung ist unter der Moderation von Roman Kilchsperger überraschend rasant, auch natürlich, weil Kilchsperger wie immer viel und schnell redet. Seine jugendlich-freche Art tut der Sendung gut. Ob es tatsächlich wahr ist, wenn er behauptet, das erste Mal verliebt gewesen zu sein zu Songs von Peter Reber? Wie auch immer, es ist eine schöne Hommage an den Gast der Sendung, der kein ganzes Lied vortragen darf, sondern nur ein «Hit-Medley». Es kommt unweigerlich Schunkelstimmung auf, als Reber durch die Holzbänke zieht. Die Neigung des Fernsehens, jede unterhaltende Musik ausserhalb eines Konzertsaals in ein Schlagerschunkelmedley zu verwursten, kann einen nur depressiv machen.</p>
<p>Dann soll das Publikum mit einem kostenpflichtigen Anfruf auf eine 0901-Nummer (<a href="https://medienwoche.ch/2012/07/02/tricksen-mit-waperlapapp/">oder per WAP</a>) entscheiden, ob es Sänger Peter Reber mit der Assistenz von Feuerwehrmann Peter Reber schafft, einen vom Fernsehen gelegten Brand in 20 Sekunden zu löschen. Es gelingt ihm, auch wenn er sich dabei den Schnauzbart ansengt und auf den Knien aus dem Container herauskommt. Zu gewinnen gibt es einen Aufenthalt in einem St. Moritzer Hotel, das, wie transparent eingeblendet wird, eine schöne Produktplatzierung erhält.</p>
<p>Der Bringer des Donnschtig-Jass ist aber natürlich das Jassen! Die Idee, öffentlich zu jassen (und zwei Dörfer gegeneinander antreten zu lassen), hat seit Erfindung nicht an Attraktivität eingebüsst. Wer die <a href="http://www.sendungen.sf.tv/samschtig-jass/Nachrichten/Archiv/2009/02/17/samschtigjassmanual/Differenzler-Tipps">Regeln des Spiels</a> versteht, und das tun erstaunlich viele Schweizer, wird der Sendung etwas abgewinnen können. Und es ist nicht etwa nur ein Spiel: Bei der Bedenkzeit zum dritten Spiel setzen “Hopp Beringe!”-Rufe ein. Der Jubel am Ende des Spiels, als Beringen gegen Schaffhausen mit 74 gegen 75 Differenzpunkte unterliegt, also gewinnt, ist, nun ja, grenzenlos.</p>
<p>Um genau 21 Uhr setzt die Huttwiler Kirchenglocke ein und übertönt fast den Moderator. Würde die Sendung nicht wie ein Musikantenstadl daherkommen und in den Schlagerschunkelstumpfsinn abgleiten, sie wäre beste, schönste Schweizer Volkskultur am Fernsehen.</p>
<p><small>Der «Donnschtig-Jass» aus Huttwil wurde am 9. August 2012, um 20:05 Uhr ausgestrahlt. Die Sendung erreichte 351.000 Zuschauer und 28,6 Prozent Marktanteil.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/08/10/schlagerschunkelmedley/">Schlagerschunkelmedley</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Der grosse Neid der Kleingeister</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/05/31/der-grosse-neid-der-kleingeister/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 May 2012 09:52:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Felix]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[SF]]></category>
		<category><![CDATA[Verstehen Sie Spass?]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Roderer]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Unterhaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die grossen Namen werden in der Schweiz beargwöhnt. Wer die gemeinen Pfade verlässt, mit Fleiss und Können etwas wagt oder bewegt, gar Erfolg hat, muss mit Neid und Häme rechnen. Unter den Journalisten herrscht Angst vor dem Ausbruch aus der Konformität. Als Samstagabendshow war «Verstehen Sie Spass?» nur sieben Jahre im Programm der ARD, in <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/31/der-grosse-neid-der-kleingeister/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/31/der-grosse-neid-der-kleingeister/">Der grosse Neid der Kleingeister</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die grossen Namen werden in der Schweiz beargwöhnt. Wer die gemeinen Pfade verlässt, mit Fleiss und Können etwas wagt oder bewegt, gar Erfolg hat, muss mit Neid und Häme rechnen. Unter den Journalisten herrscht Angst vor dem Ausbruch aus der Konformität.<br />
<span id="more-30486"></span><br />
Als Samstagabendshow war «Verstehen Sie Spass?» nur sieben Jahre im Programm der ARD, in den goldenen Jahren dieses Formats, von 1983 bis 1990. 22 Jahre nach dem Abschied wird die Meldung vom Tod von Kurt Felix zum <a href="http://www.presseverein.ch/2012/05/abschied-von-kurt-felix/">Aufmacher</a> gleich dreier grosser deutscher Boulevardzeitungen: B.Z., Berliner Kurier und Express.</p>
<p>Und in der Schweiz? Wird der Fall ordnungsgemäss mit einem Artikel oder zwei abgehandelt, nur die Ringier-Presse liefert etwas mehr. Ein Blick zurück zeigt, dass es nie anders war. Über Kurt Felix und «Verstehen Sie Spass?» berichteten in den 1980er-Jahren fast ausschliesslich die Blick-Titel, Tele und Heftli wie die Glückspost und die Schweizer Woche. Von den Zeitungen kam kaum etwas und wenn, dann ein Daumen nach unten. Ein Artikel der Luzerner Neusten Nachrichten beispielsweise sammelte 1985 unter dem Titel «Biederes, saftloses Geplausche» folgendes: Kurt Felix «stört nur», «ist zu steif», ist «steif wie ein frisch gebügelter Hemdkragen» und geht «je länger, desto mehr mit seinen prominenten Opfern zu weit». Dem St. Galler Tagblatt war 1987 für Felix nur sein bestes Personal gut genug, ihm wurde <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/583/versprochener-sex-mit-paola-und-andere-erinnerungen-an-kurt-felix/">ein 21-jähriger Volontär</a> namens Constantin Seibt vorbeigeschickt. Wie sich Kurt W. Zimmermann <a href="http://www.weltwoche.ch/index.php?id=544953">erinnert</a>, war damals ein Lob für Kurt Felix «so etwas wie ein journalistischer Kami­kaze».</p>
<p>Ohne in die Dümmlichkeit abzugleiten, hat Felix Unterhaltung für die breite Masse gemacht. Doch das ist offenbar nichts, wofür man gelobt wird. Erfolgreiche Kulturschaffende, die sich nicht intellektuell geben, werden in beschriftete Schubladen gesteckt und vergessen: Volksschauspieler (Ruedi Walter), Blödler (Peach Weber), Geldmaschine (DJ Bobo) oder Buchhalter (Walter Roderer). Kulturschaffende dagegen, die sich intellektuell geben, werden von den Journalisten als grosse Geister hofiert und immer wieder hervorgeholt: Max Frisch, Adolf Muschg, Martin Walser. Auf den Inhalt kommt es nicht an: Wenn es ein Gedicht ist und von Günter Grass, dann kann es noch so dumm sein, um nicht breit verhandelt zu werden.</p>
<p>Der biedere Walter Roderer war wohlgelitten, aber als er 1992 in Lokalzeitungen Inserate gegen den EWR-Beitritt schaltete, konnte die Kulturelite plötzlich nicht mehr über ihn lachen. «Rechtsextremer Kabarettist und trauriger Spassmacher» wurde er von Niklaus Meienberg im «Spiegel» genannt. Der Sonntagsblick schrieb von «Rodis EWR-Hetze». Und Felix E. Müller sprach Roderer in der Weltwoche jegliche schauspielerische Fähigkeiten ab: «Walter Roderer ist, was er spielt, und seine Programme können nicht länger zur Hinterfragung, sondern bloss noch als Bestätigung dieser Schweizer Realität gelten.» Über die ausbleibenden Zuschauer seiner Tournee titelte der «Blick» am 19. Februar 1993 dann riesengross: «Roderer: Bitterer Abschied» («Hat ‹Rodi Ratlos› den richtigen Zeitpunkt für den Abgang verpasst?»).</p>
<p>Jeder, der publiziert, hat das zu erwartende Echo im Hinterkopf, gerade auch das der Kollegen. Wer keinen Ärger möchte, verbreitet keine neuen Ideen, sondern das, was die Vorgesetzten, die Mitarbeiter und die Leser von ihm erwarten. Das erzeugt einen «besorgniserregenden Hang zum Gleichklang» in den Medien, wie selbst ein Giovanni di Lorenzo <a href="http://www.zeit.de/2012/22/DOS-Interview-Schirrmacher/komplettansicht">erkennt</a>, «Zeit»-Chefredaktor und sowas wie ein Hohepriester der Mitte:</p>
<blockquote><p>«Das Merkwürdige dabei ist, dass der Konformitätsdruck nicht von bösen Regierungen oder finsteren Wirtschaftsmächten ausgeübt wird. Vielmehr kommt er aus unserer eigenen Mitte, er geht von den Journalisten, Lesern und Zuschauern aus.»</p></blockquote>
<p>Es herrscht das Prinzip der Gleichmacherei: Jene, die hinausragen, werden immer wieder auf das Mittelmass zurück gestutzt. Einerseits ist das heilsam, weil so keine kopflose Herde auf die Idee kommt, blind dem grossen Führer zu folgen (Schweizer Journalisten könnte sowas nur bei Roger Federer passieren). Andererseits ist es furchtbar kleingeistig, keine Grösse zuzulassen. Doch um kritisch beäugt zu werden, reicht es schon aus, im Kleinen vom gemeinhin begangenen Pfad abzuweichen: Als ich ankündigte, auf gut Glück nach Berlin zu ziehen, brach niemand in Begeisterung aus. Stattdessen wurde ich (korrektermassen) auf Fragen zu meiner Altersvorsorge aufmerksam gemacht.</p>
<p>Wenn Roger Köppel erzählt, er habe sich hoch verschuldet, um die Weltwoche zu kaufen, glaubt ihm das niemand. Stattdessen wird seine Unabhängigkeit in Frage gestellt.</p>
<p>Wenn Urs Gossweiler seine Mikrozeitungs-Pläne in Zürich zurückzieht, weil das Risiko zu gross ist, dann grinst man hämisch über diese Grossspurigkeit.</p>
<p>Wenn es Roger Schawinski nur jede zweite oder dritte Woche schafft, die wichtigste Person der Woche in seiner Sendung zu haben, dann machen sich die Twitterer gerne darüber lustig.</p>
<p>Wenn Peter Hogenkamp eine Firma gründet, die versucht, mit Blogs Geld zu verdienen, dann kommt gleich mal <a href="http://www.blogwerk.com/2006/08/20/mit-blogs-auf-die-grosse-kasse-hoffen-artikel-in-der-sonntagszeitung/">die Sonntagszeitung</a>, <a href="http://www.blogwerk.com/2006/08/20/peter-hogenkamp-hat-es-sich-nicht-wirklich-einfacher-vorgestellt/">um sich zur Lohnpolitik zu äussern</a>.</p>
<p>Wir leben in Zeiten eines grossen informationstechnischen, wirtschaftlichen und staatspolitischen Umbruchs. Wer bloss soll die Welt voranbringen, wenn nicht die Klügsten etwas wagen? Auch wenn es sich die Miesmacher nicht eingestehen wollen: es sind die Pioniere, die die Welt neu gestalten. Und nicht die konservative Mehrheit, die irgendwann nicht mehr anders kann, als die neue Realität zu akzeptieren und dann auch noch so tut, als hätte sie die Veränderung schon immer bejaht &#8211; siehe dazu den zeitlos glänzenden Text <a href="http://www.eurozine.com/articles/2009-12-01-passig-de.html">«Standardsituationen der Technologiekritik»</a> von Kathrin Passig.</p>
<p>Ob Schawinski, Köppel, Felix oder auch Blocher und Ziegler: Sie sterben als grosse Pioniere, Publizisten, Unterhalter und Politiker. Vor allem aber als Menschen, die selbst nachgedacht, eigenständig gehandelt und sich auch durch Kritik nicht vom Kurs abbringen liessen. Sogar die zu Lebzeiten vielgehassten Niklaus Meienberg und Peter Uebersax sind posthum zu Legenden geworden. An geistlose Miesmacher, die selbst nie etwas neu gedacht oder gar gewagt haben, wird sich dagegen zurecht niemand erinnern. Gegen Neid auf andere gibt es übrigens ein Allheilmittel: eigener, verdienter Erfolg.</p>
<p><small>Offenlegung: Als Medienkritiker ist Ronnie Grob seit 2006 ein Miesmacher. Und eine Firma hat er auch noch nie eine gegründet.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/31/der-grosse-neid-der-kleingeister/">Der grosse Neid der Kleingeister</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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