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	<title>Washington Post | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 10 Apr 2019 15:38:50 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Marcus Brauchli: «Bürger verfolgen mit grosser Intensität diese riesige Soap-Opera»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/01/09/marcus-brauchli-buerger-verfolgen-mit-grosser-intensitaet-diese-riesige-soap-opera/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jan 2019 10:10:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Deuter des Trump’schen Medienwahnsinns: Marcus Brauchli, Ex-Chef der «Washington Post», über die Polarisierung seines Landes – und der Medienszene.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Deuter des Trump’schen Medienwahnsinns: Marcus Brauchli, Ex-Chef der «Washington Post», über die Polarisierung seines Landes – und der Medienszene.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/01/09/marcus-brauchli-buerger-verfolgen-mit-grosser-intensitaet-diese-riesige-soap-opera/">Marcus Brauchli: «Bürger verfolgen mit grosser Intensität diese riesige Soap-Opera»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Washington Post: erfolgreiche digitale Transformation</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/09/26/washington-post-erfolgreiche-transformation-print-online/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Sep 2017 08:26:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Washington Post zählt neu mehr als eine Million Kunden, die ausschliesslich ein digitales Produkt der Zeitung abonniert haben. CNN Money sieht darin einen wichtigen Meileinstein auf dem Weg von einer lokalen, gedruckten Zeitung hin zu einer nationalen News-Website. Mit dem neuen Rekordwert liegt die Washington Post, die Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, jedoch weiterhin hinter <a href="http://money.cnn.com/2017/09/26/media/washington-post-digital-subscriptions/index.html">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Washington Post zählt neu mehr als eine Million Kunden, die ausschliesslich ein digitales Produkt der Zeitung abonniert haben. CNN Money sieht darin einen wichtigen Meileinstein auf dem Weg von einer lokalen, gedruckten Zeitung hin zu einer nationalen News-Website. Mit dem neuen Rekordwert liegt die Washington Post, die Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, jedoch weiterhin hinter dem Wall Street Journal (1.27 Mio. Digitalabos) und der New York Times (2.3 Mio.). Ein Grund für das Wachstum ist sicher auch die Preispolitik. Ein digitales Jahresabo der Washington Post gibt es bereits für umgerechnet 20 Franken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/09/26/washington-post-erfolgreiche-transformation-print-online/">Washington Post: erfolgreiche digitale Transformation</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Washington Post auf Deutsch: Wahlkampf auf WhatsApp</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/09/04/washington-post-auf-deutsch-wahlkampf-auf-whatsapp/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Sep 2017 12:13:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Will heute eine Redaktion ihr Zielpublikum erreichen, muss sie dafür all jene Kanäle und Plattformen nutzen, wo sich die Leute aufhalten. Dazu zählen immer mehr auch Messenger-Dienste. Darum hat die Wahsington Post im Hinblick auf die Bundestagswahlen in Deutschland ein Nachrichtenangebot lanciert, das die Zeitung über Whatsapp, Telegram und Facebook Messenger verbreitet. Der bisher in <a href="https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2017/09/04/following-the-german-election-join-us-on-whatsapp-or-messenger-for-updates-and-discussions/?tid=hybrid_collaborative_1_na&#038;utm_term=.4eb2987faa48">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Will heute eine Redaktion ihr Zielpublikum erreichen, muss sie dafür all jene Kanäle und Plattformen nutzen, wo sich die Leute aufhalten. Dazu zählen immer mehr auch Messenger-Dienste. Darum hat die Wahsington Post im Hinblick auf die Bundestagswahlen in Deutschland ein Nachrichtenangebot lanciert, das die Zeitung über Whatsapp, Telegram und Facebook Messenger verbreitet. Der bisher in London stationierte Korrespondent Rick Noack wird auf Englisch und Deutsch aus Berlin über den Wahlkampf und die Wahlen informieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/09/04/washington-post-auf-deutsch-wahlkampf-auf-whatsapp/">Washington Post auf Deutsch: Wahlkampf auf WhatsApp</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>New York Times vs. Washington Post: Einblick in den Kampf der Titanen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/31/new-york-times-vs-washington-post-einblick-in-den-kampf-der-titanen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Jul 2017 10:19:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Trump-Wahl hat in den USA den Zweikampf der ungleichen Zeitungsgiganten New York Times und Washington Post beflügelt. Hier die familiengeführte Graue Tante, dort das Spielzeug in der Hand des reichsten Manns der Welt. Gegenwärtig ist der Wettbewerb der beiden Blätter primär über die Publizistik getrieben: Wer bringt die nächste Enthüllung aus dem Weissen Haus? Das Magazin Vanity Fair bietet einen tiefen Einblick in die Mechanismen dieses Kampfs der Titanen, der für beide Zeitungen auch ein Kampf ums Überleben in der digitalen Zukunft ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Trump-Wahl hat in den USA den Zweikampf der ungleichen Zeitungsgiganten New York Times und Washington Post beflügelt. Hier die familiengeführte Graue Tante, dort das Spielzeug in der Hand des reichsten Manns der Welt. Gegenwärtig ist der Wettbewerb der beiden Blätter primär über die Publizistik getrieben: Wer bringt die nächste Enthüllung aus dem Weissen Haus? Das Magazin Vanity Fair bietet einen tiefen Einblick in die Mechanismen dieses Kampfs der Titanen, der für beide Zeitungen auch ein Kampf ums Überleben in der digitalen Zukunft ist.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/31/new-york-times-vs-washington-post-einblick-in-den-kampf-der-titanen/">New York Times vs. Washington Post: Einblick in den Kampf der Titanen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Die totale Polarisierung der US-Medien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/04/die-totale-polarisierung-der-us-medien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jul 2017 06:24:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Rosenthal]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Trump ist zu einem der grössten und erfolgreichsten Publizisten der Welt geworden», sagt Robert Rosenthal, der das Center for Investigative Reporting leitet. Den aktuellen Erfolg von New York Times und Washington Post sieht Rosenthal dagegen skeptisch; sie erreichten nur Gleichgesinnte.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/04/die-totale-polarisierung-der-us-medien/">Die totale Polarisierung der US-Medien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>«Trump ist zu einem der grössten und erfolgreichsten Publizisten der Welt geworden», sagt Robert Rosenthal, der das Center for Investigative Reporting leitet. Den aktuellen Erfolg von New York Times und Washington Post sieht Rosenthal dagegen skeptisch; sie erreichten nur Gleichgesinnte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/04/die-totale-polarisierung-der-us-medien/">Die totale Polarisierung der US-Medien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jetzt wäre erst recht Präzision gefragt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/02/26/jetzt-waere-erst-recht-praezision-gefragt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Feb 2017 10:06:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten]]></category>
		<category><![CDATA[Historiker]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Kagan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Realität wäre eigentlich schon düster genug. Doch manche Medien meinen die Verfehlungen des US-Präsidenten umso dramatischer erscheinen zu lassen. Zwei aktuelle Beispiele von Washington Post und Tages-Anzeiger unter der Lupe. «Die Wahrheit ist konkret», sagte Bertolt Brecht ganz richtig. Gerade hat sich die «Washington Post» die Mühe gemacht, alle Aussagen von Donald Trump seit seinem <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/26/jetzt-waere-erst-recht-praezision-gefragt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Realität wäre eigentlich schon düster genug. Doch manche Medien meinen die Verfehlungen des US-Präsidenten umso dramatischer erscheinen zu lassen. Zwei aktuelle Beispiele von Washington Post und Tages-Anzeiger unter der Lupe.</strong><br />
<span id="more-33110"></span><br />
«Die Wahrheit ist konkret», sagte Bertolt Brecht ganz richtig. Gerade hat sich die «Washington Post» die Mühe gemacht, alle Aussagen von Donald Trump seit seinem Amtsantritt von Faktencheckern überprüfen zu lassen. Sie kam, Stand 25. Februar, <a href="https://www.washingtonpost.com/graphics/politics/trump-claims/" target="_blank">auf 140 «falsche oder irreführende Behauptungen»</a> (Stand 26.2.). Unbestreitbar eine beeindruckende Zahl, die gerade die Runde macht in vielen Medien. Schauen wir sie uns genauer an: Wenn wir das Kriterium «falsch» nehmen, das in der Auflistung zusätzlich mit vier Pinocchio-Köpfen ausgezeichnet ist, schrumpft die Gesamtzahl bereits auf bescheidene 10 – , Mehrfachzählungen ausgenommen. Dabei wird Trumps Behauptung, er habe bereits Milliarden an Staatsausgaben eingespart, insbesondere bei der Bestellung einer neuen Air Force One, vier Mal gezählt, seine Behauptung, illegale Einwanderer hätten mitgewählt, drei Mal. Bei ganz genauer Betrachtung ist lediglich Trumps Aussage, die Mordrate sei in den USA auf einem neuen Höchststand, einwandfrei falsch. Für alle anderen ihm als Fake unterstellten Aussagen, beispielsweise dass er schon immer gegen den Irak-Krieg gewesen sei, dass er Auszeichnungen für Beiträge zum Umweltschutz bekommen habe, wurden einfach keine ausreichenden Belege gefunden und sie deshalb als falsch qualifiziert.</p>
<p>Damit bleiben 130 «irreführende Behauptungen», also schlichtweg Äusserungen, die innerhalb des breiten Spektrums der Interpretation, dem Zurechtbiegen von Darstellungen der Wirklichkeit sind. Wie es überall Gang und Gebe ist, wenn beispielsweise ein Unternehmen einen Verlust bekanntgeben muss, aber in erster Linie darauf hinweist, dass sein Gewinnrückgang kleiner als bei vergleichbaren Konkurrenten ausgefallen sei und man daher grossartig gewirtschaftet habe. Weil sich aber die meisten Journalisten, die diese Meldung der «Washington Post» weiterverbreiteten, nicht die Mühe genommen haben, die Beweislage genauer anzuschauen, kann sich Trump leider nicht zu Unrecht darüber beschweren, dass Fake News über ihn verbreitet werden. Es ist unbestreitbar, dass er selbst es mit der Wahrheit nicht allzu genau nimmt. Es ist aber genau so unbestreitbar, dass neben unsäglichen Verunglimpfungen als Faschist, Diktator und Wahnsinniger die Medien auf der Faktenebene ebenfalls den Bereich der erlaubten Interpretation verlassen – oder zu wenig kritisch nachfragen, wenn es Experten mit den Fakten nicht so genau nehmen.</p>
<p>Aktuelles Beispiel dafür ist das <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/amerika-ist-unter-trump-nicht-faschistisch-geworden-noch-nicht/story/27834635" target="_blank">Interview des «Tages-Anzeiger»</a></span> mit dem US-Historiker Robert Kagan. Kagan ist eine einflussreiche konservative Stimme, Mitbegründer von Think Tanks und ehemaliges Mitglied der Republikanischen Partei, deren Präsidentschaftskandidaten er lauthals unterstütze, bis er sich gegen Donald Trump aussprach.</p>
<p>Mit der Wahl Trumps ist nun ein «Alptraum» für ihn Realität geworden. Als Begründung führt Historiker Kagan unter anderem an, dass Trump, was die Aussenpolitik betrifft, ignoriere, «dass sich die USA 70 Jahren lang für eine liberale Weltordnung stark gemacht haben». Nicht nur Länder wie Guatemala, Chile oder Vietnam dürften das etwas anders sehen, weil sich hier die USA für eine militärisch-imperialistische Politik im Kampf gegen den Kommunismus und was sie dafür hielten stark gemacht haben, mit schmutzigen Methoden demokratisch gewählte Regierungen stürzten oder im Fall Vietnams zahllose Kriegsverbrechen begangen. Nebenbei Kambodscha in die Steinzeit bombten und in Laos Hunderttausende von Minen zurückliessen, ohne sich bis heute der Verantwortung für begangene Taten zu stellen.</p>
<p>Im Interview wird Kagan seine Aussage im Präsidentschaftswahlkampf vorgehalten, dass «der Faschismus nach Amerika komme», sollte Trump gewählt werden. Ob das nun der Fall sei, wird Kagan gefragt, und kommt mit der Antwort davon, Originalübersetzung «Tages-Anzeiger»: «Amerika sind nicht faschistisch geworden unter Trump – noch nicht.» Weiter wird Kagan mit seiner damaligen Unterstützung des Einmarschs der USA in den Irak konfrontiert, ob das nicht ein Fehler gewesen sei? Kagans launige Antwort: «Als Historiker weigere ich mich, die Geschichte rückwärts zu schreiben. Tatsächlich hatte der Krieg negative Folgen, er wurde schlecht geführt und basierte auf falschen Annahmen der Geheimdienste. Aber ich bin dankbar, dass Saddam Hussein nicht mehr an der Macht ist.» Warum? «Saddam Hussein war nicht nur ein schrecklicher Diktator, er hatte bereits zwei Nachbarländer angegriffen, den Iran und Kuwait.»</p>
<p>Was Kagan in seiner «alternativen» Geschichtsschreibung zu erwähnen vergisst: den Jahre dauernden und grausamen Krieg gegen den Iran führte Hussein mit Einwilligung und mit militärischer Unterstützung (Stichwort Irangate) durch die USA. Und vor dem Einmarsch Saddams in Kuwait signalisierten ihm die USA, dass sie weder eine Meinung zu innerarabische Streitigkeiten hätten noch ein Verteidigungsabkommen mit Kuwait. Was der Diktator als Carte Blanche für die Invasion nahm. Eine frühe Sternstunde «alternativer Fakten» war dann die sogenannte Brutkastenlüge. Eine junge Kuwaiterin erzählte vor dem US-Kongress unter Tränen, dass sie eine Hilfsschwester in einem kuwaitischen Spital gewesen sei und gesehen habe, wie irakische Soldaten eindrangen und Neugeborene aus den Brutkästen gerissen hätten. Erst nach der «Befreiung» Kuwaits wurde bekannt, dass das Mädchen in Wirklichkeit die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA war und der Propaganda-Coup von der PR-Agentur Hill &amp; Knowlton, bezahlt von der kuwaitischen Exil-Regierung, inszeniert worden war.</p>
<p>Getoppt werden diese «alternativen Fakten» nur noch durch die Erfindung von «Massenvernichtungswaffen» im Besitz des irakischen Diktators, deren Existenz vom damaligen US-Aussenminister Colin Powell vor dem Weltsicherheitsrat der UNO mit höchster Autorität vorgetragen wurde, um die Notwendigkeit einer Invasion des Iraks zu begründen. Eine der grössten Fake-News dieses Jahrtausends. Später bezeichnete Powell diese Lügengeschichte als «Schandfleck» in seiner Karriere.</p>
<p>Natürlich machen diese Beispiele und der zumindest selektive Umgang Kagans mit historischen Tatsachen Trumps Umgang mit der Wahrheit nicht besser. Aber die Erregung darüber, dass er eins ums andere Mal lügt oder zumindest irreführende Behauptungen aufstellt, ist reine Heuchelei. Das war und ist ein normaler Bestandteil der Politik. Dagegen wäre es die Aufgabe der Presse, in diesem konkreten Beispiel Aufgabe des «Tages-Anzeiger», einen einflussreichen Historiker damit zu konfrontieren, dass er tatsächlich die Geschichte rückwärts umschreibt, verantwortungslos die Faschismus-Keule geschwungen hat und sehr «alternative Fakten» bei der Beschreibung historischer Ereignisse verwendet. Aber das stillschweigende Einverständnis zwischen Interviewer und Interviewtem, dass Trump ganz furchtbar ist, verhindert das. Und gibt Trump, sehr bedauerlich, einmal mehr recht, wenn er sich über die Berichterstattung vieler Medien beschwert.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/26/jetzt-waere-erst-recht-praezision-gefragt/">Jetzt wäre erst recht Präzision gefragt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Washington Post: «Wir haben den richtigen Oligarchen geholt»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/07/01/washington-post-wir-haben-den-richtigen-oligarchen-geholt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 09:28:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor drei Jahren hat der Amazon-Chef Jeff Bezos die &#8222;Washington Post&#8220; gekauft. Seitdem hat sie ihre Leserschaft verdoppelt, allen Trends zum Trotz. Wie hat sie das geschafft? Ein Ortstermin.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/01/washington-post-wir-haben-den-richtigen-oligarchen-geholt/">Washington Post: «Wir haben den richtigen Oligarchen geholt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor drei Jahren hat der Amazon-Chef Jeff Bezos die &#8222;Washington Post&#8220; gekauft. Seitdem hat sie ihre Leserschaft verdoppelt, allen Trends zum Trotz. Wie hat sie das geschafft? Ein Ortstermin.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/01/washington-post-wir-haben-den-richtigen-oligarchen-geholt/">Washington Post: «Wir haben den richtigen Oligarchen geholt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie eine Zeitung zum Vertrieb für Software wird</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/28/wie-eine-zeitung-zum-vertrieb-fuer-software-wird/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2015 14:15:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, macht die traditonsreiche «Washington Post» fit für das digitale Zeitalter. An der politischen Ausrichtung ändert sich wenig. An der publizistischen umso mehr.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/28/wie-eine-zeitung-zum-vertrieb-fuer-software-wird/">Wie eine Zeitung zum Vertrieb für Software wird</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, macht die traditonsreiche «Washington Post» fit für das digitale Zeitalter. An der politischen Ausrichtung ändert sich wenig. An der publizistischen umso mehr.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/28/wie-eine-zeitung-zum-vertrieb-fuer-software-wird/">Wie eine Zeitung zum Vertrieb für Software wird</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Washington Post: Ein neuer Startplatz für die Zeitung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/08/washington-post-ein-neuer-startplatz-fuer-die-zeitung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Oct 2014 10:08:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle Fire]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Bezos]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spötter unkten schon, der Amazon-Gründer wisse gar nicht, was er mit der von ihm erworbenen Zeitung anfangen solle. Jetzt wird bekannt: Die App der «Washington Post» kommt auf alle Amazon-Lesegeräte.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/08/washington-post-ein-neuer-startplatz-fuer-die-zeitung/">Washington Post: Ein neuer Startplatz für die Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="Apple-style-span" style="color: #000000;">Spötter unkten schon, der Amazon-Gründer wisse gar nicht, was er mit der von ihm erworbenen Zeitung anfangen solle. Jetzt wird bekannt: Die App der «Washington Post» kommt auf alle Amazon-Lesegeräte.</span></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/08/washington-post-ein-neuer-startplatz-fuer-die-zeitung/">Washington Post: Ein neuer Startplatz für die Zeitung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Jahr &#8222;Washington Post&#8220; mit Jeff Bezos</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/08/04/ein-jahr-washington-post-mit-jeff-bezos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2014 10:31:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Bezos]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einem Jahr überraschte Jeff Bezos die Medienwelt, als er die „Washington Post“ für 250 Millionen Dollar kaufte. Ein Patentrezept zur Rettung der Zeitung hat zwar auch der Amazon-Chef nicht. Die Aufbruchstimmung ist dennoch spürbar.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/04/ein-jahr-washington-post-mit-jeff-bezos/">Ein Jahr „Washington Post“ mit Jeff Bezos</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einem Jahr überraschte Jeff Bezos die Medienwelt, als er die „Washington Post“ für 250 Millionen Dollar kaufte. Ein Patentrezept zur Rettung der Zeitung hat zwar auch der Amazon-Chef nicht. Die Aufbruchstimmung ist dennoch spürbar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/08/04/ein-jahr-washington-post-mit-jeff-bezos/">Ein Jahr „Washington Post“ mit Jeff Bezos</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gegen Journalisten, die der institutionellen Autorität dienen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 May 2014 08:44:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Publikation der Dokumente von Edward Snowden machen Glenn Greenwald zum derzeit bekanntesten Journalisten der Welt. In seinem Buch «Die globale Überwachung» schildert er, wie es zur Publikation der Leaks gekommen ist, er kritisiert die Regierungsfreundlichkeit des etablierten Journalismus und antwortet jenen, die glauben, nichts zu verbergen zu haben. «Unsere führenden Kritiker sind Journalisten, die <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikation der Dokumente von Edward Snowden machen Glenn Greenwald zum derzeit bekanntesten Journalisten der Welt. In seinem Buch «Die globale Überwachung» schildert er, wie es zur Publikation der Leaks gekommen ist, er kritisiert die Regierungsfreundlichkeit des etablierten Journalismus und antwortet jenen, die glauben, nichts zu verbergen zu haben.<br />
<span id="more-19767"></span></p>
<div align="right">
<h2>«Unsere führenden Kritiker sind Journalisten, die es falsch finden, Geheimnisse der US-Regierung zu veröffentlichen, obwohl genau das die Aufgabe von Journalisten ist.»</p>
<p>Glenn Greenwald <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/glenn-greenwald-im-interview-die-bundesregierung-stellt-die-beziehungen-zu-den-usa-ueber-die-privatsphaere/9755592.html">im April 2014</a></h2>
</div>
<p></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 120px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;"><a href="https://medienwoche.ch/tag/snowden2014/"><strong><big>1 Jahr Snowden-Leaks</big></strong></a><br />
Am 9. Juni 2013 bekannte sich <strong>Edward Snowden</strong> verantwortlich für ein Leak, das die Öffentlichkeit über das Ausmass der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten informiert. MEDIENWOCHE beschäftigt sich ein Jahr später mit der <strong>Beziehung zwischen Journalisten und Whistleblowern</strong>.</div>
<p>Wir leben in seltsamen Zeiten. Denn die wichtigsten Themen unserer Zeit lösen sowohl beim Publikum als auch bei den Journalisten selbst sofort Gähnreflexe aus: Die für viele neuen Gesetze verantwortlichen Mechanismen der europäischen Gesetzgebung, die gigantischen Bailouts für Banken und Staaten, die masslose Überschuldung der Staaten, die grenzen- und unterschiedslose Überwachung durch Geheimdienste. Wie sagt es Homer Simpson so schön: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Fk0To_o6NxE">Gibt&#8217;s den Blödsinn immer noch?</a></p>
<p>Glenn Greenwald kennt das. Wenn Leute ihn fragen, was sie denn Überwachung bitteschön angehe, sie hätten doch gar nichts zu verbergen, dann bittet er sie jeweils um die Passwörter zu ihren E-Mail- und Facebook-Konten, er wolle darin nur etwas lesen und gegebenenfalls daraus etwas veröffentlichen. Noch nicht eine Person, die angeblich nichts zu verbergen hat, hat ihm bislang seine Passwörter zugesandt. Wer wirklich nichts zu verbergen hat, kann doch auch Kameras in Schlaf- und Badezimmer installieren und die Aufnahmen live im Internet veröffentlichen.</p>
<p>Sind die Schweizer Leser gut über Überwachung informiert? Nun ja, vieles von dem, was zu US-Themen und zu internationalen Themen in Schweizer Publikationen steht, haben Schweizer Journalisten und Korrespondenten (vor dem Verpacken in eigene Worte) in US-Leitmedien gelesen, zum Beispiel in der Washington Post. Glenn Greenwald sieht diese Zeitung so:</p>
<blockquote><p>Ich respektiere Gellman*, nicht aber die <em>Washington Post</em>, die in meinen Augen der Inbegriff eines regierungsfreundlichen Presseorgans ist und die schlimmsten Attribute der politischen US-Medien in sich vereint: übermässige Regierungsnähe, Ehrfurcht vor dem Sicherheitsstaat, ständiges Totschweigen abweichender Meinungen.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 84<br />
(*gemeint ist Journalist <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Barton_Gellman">Barton Gellman</a>).</small></p>
<p>Greenwald, dem seinerseits (<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/NSA-Skandal-Wikileaks-und-der-Streit-um-den-Quellenschutz-2193557.html">von Julian Assange</a>) vorgeworfen wird, seine Veröffentlichungen einer «Zensur» zu unterziehen, kritisiert das Verhalten der Zeitung gegenüber Regierungsgeheimnissen:</p>
<blockquote><p>Ausserdem wusste ich, dass die <em>Washington Post</em> sich pflichtschuldig an die ungeschriebenen Regeln halten würde, wie die Medien des Establishments mit Regierungsgeheimnissen umzugehen haben. Gemäss diesen Regeln, die es der Regierung ermöglichen, Enthüllungen selbst zu steuern und ihre Auswirkungen zu minimieren oder gar zu neutralisieren, wendet sich die Redaktion zuerst an die Behörden und informiert sie darüber, was sie zu veröffentlichen gedenkt. Sicherheitsbeamte der Regierung erklären den Redakteuren dann lang und breit, wie die nationale Sicherheit durch diese Veröffentlichungen angeblich bedroht werden würde. Man verhandelt darüber, was veröffentlicht wird und was nicht. Im besten Fall ergibt sich dadurch zumindest eine erhebliche Verzögerung. Häufig werden dabei absolut berichtenswerte Informationen zurückgehalten. Das bewog die <em>Post</em> beispielsweise 2005, als sie über die Existenz von Geheimgefängnissen der CIA berichtete, die Namen der Länder, in denen es solche Gefängnisse gab, nicht preiszugeben; auf diese Weise trug sie sogar zum Fortbestehen dieser gesetzeswidrigen CIA-Folterstätten bei.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 85/86.</small></p>
<p>Auch Greenwald und der Guardian kamen der gesetzlichen Verpflichtung nach, die Behörden vorab über die Veröffentlichung zu informieren, werteten die dagegen vorgebrachten Einwände aber sehr schnell als irrelevant ab. Und veröffentlichten.</p>
<p>Während Wikileaks sich als Leaking-Plattform zur Verfügung stellte, selbst prüfte und (unter Beizug etablierter Medien) veröffentlichte, leakte Snowden nur und überliess die komplette Verantwortung, was veröffentlicht wird, den Journalisten. Dass er sich Greenwald ausgesucht hatte, ist kein Zufall:</p>
<blockquote><p>Snowden erklärte mehrere Male, er habe mich und Laura von Anfang an bei den Veröfffentlichungen dabeihaben wollen, weil er wusste, dass wir offensiv berichten und uns von Drohungen seitens der Regierung nicht einschüchtern lassen würden. Häufig erwähnte er die <em>New York Times</em> und andere grosse Medien, die brisante Storys auf Verlangen der Regierung gestoppt hatten.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 83.</small></p>
<p>Was die Beurteilung des Überwachung-Skandals betrifft, müssen sich die etablierten Journalisten Fragen gefallen lassen. Waren nicht sie es, die US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Barack Obama (zumindest im Wahlkampf 2008) zu einem Mann hochgeschrieben haben, dem eigentlich nur noch Jesus, Buddha oder Mohammed das Wasser reichen konnte? Wie gehen sie damit um, ihn jetzt kritisieren zu müssen? «Der Krieg der Regierung gegen Geheimnisenthüllungen und andere Massnahmen zur Nachrichtenkontrolle sind die aggressivsten seit der Amtszeit Nixons», schrieb Leonard Downie jr., ein Ex-Chefredaktor der Washington Post über die Regierung Obama, in einem <a href="https://www.cpj.org/reports/2013/10/obama-and-the-press-us-leaks-surveillance-post-911.php">Report</a> für das internationale «Committee to Protect Journalists». Sechs beim Staat und zwei bei staatlichen Auftragnehmern Angestellte wurden von der Regierung Obama seit 2009 wegen an die Presse übermittelter vertraulicher Informationen unter dem <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Espionage_Act_of_1917#21st_century">Spionagegesetz von 1917</a> angeklagt. Unter allen Regierungen zuvor wurden deswegen lediglich drei Personen angeklagt.</p>
<p>Der «Zeit»-Podiumsdiskussion vergangenen Sonntag im Deutschen Theater in Berlin folgte ein langer, Glenn Greenwald geltender Beifall, die Rolle des Journalismus wurde leider nicht angesprochen. Greenwald sagte, sei sei eine Klischeevorstellung von Journalisten, wenn sie Snowden dazu auffordern, doch bitte seinen Mann zu stehen («to man-up») und sich in den USA zu stellen. Greenwald erinnert im Buch daran, dass das Bild, das die Öffentlichkeit von Snowden gewinnen konnte, nämlich das eines «eigenverantwortlich handelnden, sich klar äussernden Menschen, der seine Ansichten verteidigen und erklären kann, was er getan hat und warum», keineswegs selbstverständlich sei und durchaus auch «das eines Häftlings im orangefarbenen Overall und mit Fussfesseln» sein könnte. Die Präsentation von Whistleblowern als leicht irre und höchst narzisstische Wesen mit krimineller Energie sei Absicht der Regierung &#8211; ganz offensichtlich wird diese von den Medien in vielen Fällen unreflektiert weitergetragen.</p>
<blockquote><p>Natürlich haben pflichtbewusste, treue Anhänger des Präsidenten und seiner Politik, brave Bürger also, die nichts tun, was die Aufmerksamkeit der Mächtigen auf sie lenkt, keinerlei Grund, sich vor dem Überwachungsstaat zu fürchten. Das gilt für jede Gesellschaft: Wer den Mächtigen keine Probleme bereitet, wird selten das Ziel von Unterdrückungsmassnahmen. So jemand kann leicht zu dem Schluss kommen, dass es gar keine Unterdrückung gibt. Aber die Freiheit einer Gesellschaft misst sich eben daran, wie sie mit Abweichlern und Randgruppen umgeht, nicht daran, wie sie ihre loyalen Mitglieder behandelt.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 278.</small></p>
<p>Im ersten Drittel erzählt «Die globale Überwachung» (im Original «No Place to Hide») auf packende Weise die Details der Veröffentlichung der Snowden-Leaks. Der mit vielen geleakten und veröffentlichen Grafiken der Geheimdienste NSA und GCHQ gespickte Mittelteil macht klar, weshalb die grenzenlose Überwachung ein Skandal ist &#8211; und ein echtes Problem, das uns auch in Zukunft noch ausgiebig beschäftigen wird.</p>
<p>Das letzte Kapitel, «Die vierte Gewalt», ist ganz dem Journalismus gewidmet. Greenwald klagt darin jene Journalisten an, die Edward Snowden ohne genauere Kenntnisse des Falls zu einem Spion Chinas oder Russlands (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/07/guter-whistleblower-boeser-whistleblower/">«Guter Whistleblower, böser Whistleblower»</a>) machen wollten, zu einer labilen Unperson, zu einem «geltungssüchtigen Narzissten». In Tat und Wahrheit lehnte Snowden die täglich mehrfach eingehenden Interviewanfragen der Medien ab. Weil er den Fokus nicht auf sich, sondern auf den Inhalt der Leaks lenken wollte.</p>
<p>Auch Greenwald selbst musste bemerken, von anderen Journalisten plötzlich nicht mehr «Journalist», sondern «Aktivist» oder «Polemiker» genannt zu werden und durfte Zeuge werden, wie sie öffentlich darüber debattierten, ob er eine Gefängnisstrafe verdiene oder nicht. Ihm drohe eine Strafverfolgung wegen Spionage, <a href="http://www.taz.de/!139216/">sagte er der Taz</a>, wenn er als Informationsverteiler auftrete oder Dokumente an die Regierung eines anderen Staates weitergebe.</p>
<blockquote><p>Früher galten echte Journalisten als die Aussenseiter schlechthin. Viele, die diesen Beruf ergriffen, wollten sich eher den Mächtigen widersetzen als ihnen dienen, und nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern auch mit ihrer ganzen Person. Die Wahl des Journalistenberufs war praktisch eine Garantie dafür, das Dasein eines Aussenseiters zu führen: Reporter verdienten wenig, hatten kein hohes gesellschaftliches Ansehen und galten meist als zwielichtig.<br />
Das ist heute ganz anders. Mit dem Aufkauf von Medienunternehmen durch die grössten Konzerne der Welt wurden die meisten Medienstars zu hochbezahlten Angestellten, die sich nicht von anderen Mitarbeitern gleichen Ranges unterscheiden. Sie offerieren der Öffentlichkeit Medienerzeugnisse im Namen ihres Unternehmens, als handelte es sich um Bankdienstleistungen oder Finanzprodukte. Ihre berufliche Laufbahn wird von den Parametern bestimmt, die nun einmal in einem solchen Umfeld zum Erfolg führen, also davon, inwiefern sie die Konzernchefs zufriedenstellen und den Interessen des Unternehmens dienen.<br />
Wer innerhalb der Strukturen grosser Unternehmen Karriere macht, hat sich meist daran gewöhnt, im Sinne der institutionellen Macht zu handeln, statt sie zu untergraben. Daher eignen sich die Erfolgreichen des Unternehmensjournalismus gut als Zuarbeiter der Macht. Sie identifizieren sich mit der institutionellen Autorität und sind darauf trainiert, ihr zu dienen.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 330/331</small></p>
<p>Die New York Times, so schreibt Glenn Greenwald weiter, war 2004 bereit, auf Anweisung der Behörden die Aufdeckung des illegalen Abhörprogramms der NSA durch den damaligen Public Editor James Risen zu unterdrücken. Ähnliches sei 2006 bei der Los Angeles Times geschehen. Dessen damaliger Chefredaktor, <a href="http://topics.nytimes.com/top/reference/timestopics/people/b/dean_baquet/index.html">Dean Baquet</a>, ist seit dem 14. Mai der neue Chefredaktor der New York Times.</p>
<p><small>«Die globale Überwachung», Verlag Droemer/Knaur 2014, 365 Seiten, 31,90 Franken.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/">Gegen Journalisten, die der institutionellen Autorität dienen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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