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	<title>ZHAW | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 02 Dec 2022 11:19:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kommunikation im «Gerichtssaal der Öffentlichkeit»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/11/30/kommunikation-im-gerichtssaal-der-oeffentlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Oliver Classen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Nov 2022 12:52:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Litigation PR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Spannungsfeld zwischen Krisenkommunikation und Reputationsmanagement hat sich mit der sogenannten Litigation PR eine neue Spezialdisziplin der Medienbeeinflussung entwickelt. Einblicke in die Potentiale und Probleme der von Medien und Justiz noch unterschätzten Öffentlichkeitsarbeit im Rechtsstreit lieferte kürzlich eine Veranstaltung in Winterthur. Highlight war ein selbstironischer Auftritt von Ex-«Bild»-Chef Kai Diekmann. Auch der neueste Schrei im <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/30/kommunikation-im-gerichtssaal-der-oeffentlichkeit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Spannungsfeld zwischen Krisenkommunikation und Reputationsmanagement hat sich mit der sogenannten Litigation PR eine neue Spezialdisziplin der Medienbeeinflussung entwickelt. Einblicke in die Potentiale und Probleme der von Medien und Justiz noch unterschätzten Öffentlichkeitsarbeit im Rechtsstreit lieferte kürzlich eine Veranstaltung in Winterthur. Highlight war ein selbstironischer Auftritt von Ex-«Bild»-Chef Kai Diekmann.</strong></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Litigation-PR-20221130.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-101102 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Litigation-PR-20221130.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Litigation-PR-20221130.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Litigation-PR-20221130-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Litigation-PR-20221130-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Litigation-PR-20221130-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/MW-Litigation-PR-20221130-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<p>Auch der neueste Schrei im Kommunikationsgeschäft kommt aus dem Mutterland der Public Relations. «Litigation-PR» heisst die bereits in den 1980ern entstandene Spezialdisziplin, welche aber erst in den letzten Jahren aus den USA via Grossbritannien so richtig nach Kontinentaleuropa geschwappt ist. Der Begriff bedeutet in etwa «strategische Rechtskommunikation» und umfasst die gesamte Öffentlichkeitsarbeit vor, während und nach juristischen Streitigkeiten. Allmählich setzt sich auch bei uns die Erkenntnis durch, dass «Rechtsstreitigkeiten nicht mehr ausschliesslich im Gerichtssaal verhandelt werden, sondern auch im Gerichtssaal der Öffentlichkeit (‹court of public opinion›)». So wird der frühere US-Rechtsberater von Daimler Chrysler, Steven B. Hantler, in einem der Pionierbücher über Litigation-PR zitiert.<br />
</p>
<p>Wie alles, was aus dem Land der unbegrenzten PR-Budgets kommt, ist auch der «Gerichtssaal der Öffentlichkeit» ein Business Case. Böse Zungen sagen gar: vor allem sei es ein gutes Geschäft. So überrascht es nicht, wenn der Organisator der jüngst über die Bühne gegangenen <a href="https://litigation-pr.ch/" target="_blank" rel="noopener">Tagung über «Sustainability, Accountability &amp; Litigation-PR»</a> nicht nur Leiter des <a href="https://www.zhaw.ch/de/sml/institute-zentren/zwc/" target="_blank" rel="noopener">Zentrums für Wettbewerbsrecht und Compliance</a> an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW ist, sondern auch Chef einer unter anderem auf Rechtskommunikation spezialisierten <a href="https://www.agon-partners.ch/de/professionals/patrick-l-krauskopf.html" target="_blank" rel="noopener">Kanzlei</a>. Patrick Krauskopf ist deshalb so etwas wie der Schweizer Litigation-PR-Papst.</p>
<p>https://youtu.be/oNPC7RZsjv0</p>
<p>Das Eingangsreferat hielten Krauskopfs ZHAW-Kollegen Guido Keel und Vinzenz Wyss. Die Journalismus-Professoren mahnten die anwesenden Rechtsberater, Juristinnen und PR-Profis, in ihrer Arbeit «die Eigenlogik der Medien besser zu antizipieren», navigierten aber selbst auch nur auf Sicht im nebulösen Bermudadreieck zwischen Justiz, Redaktionen und Öffentlichkeit. Am Beispiel des Mordverdachts gegen den <a href="https://www.google.com/search?q=fall+ignaz+walker&amp;oq=fall+ignaz+walker&amp;aqs=chrome..69i57j69i60.6086j0j1&amp;sourceid=chrome&amp;ie=UTF-8" target="_blank" rel="noopener">Urner Barbesitzer Ignaz Walker</a>, der von 2010 bis 2018 verschiedene Schweizer Gerichte beschäftigte, <a href="https://www.zhaw.ch/de/forschung/forschungsdatenbank/projektdetail/projektid/3194/" target="_blank" rel="noopener">entwickelten sie die These</a>: «Litigation-PR ist zunächst das Mittel des Davids (Walkers Anwalt) gegen den Goliath (die Justizbehörden)», mit der Betonung auf «zunächst». Denn natürlich organisierten auch die unter Rechtfertigungsdruck geratenen Strafverfolger diskrete Medienbriefings. Im Gegensatz zum medial geschulten Verteidiger vertraten sie Wyss gegenüber allerdings die Ansicht, dass sich «die Aufgabe der Medien darauf beschränken sollte, zu berichten, was im Gerichtssaal gesagt wird». Gegen diese «in juristischen Kreisen immer noch weit verbreitete Naivität bezüglich dem Auftrag und der Arbeitsweise von Journalist*innen» helfen laut Guido Keel nur Kommunikationsfachleute an Gerichten oder bei Staatsanwaltschaften.</p>
<blockquote><p>Die Wirksamkeit der Botschaft hängt auch in der Litigation PR direkt von der Glaubwürdigkeit des Absenders und der gelieferten Information ab.</p></blockquote>
<p>Dass diese bei juristischen Institutionen zumeist Mangelware sind und diese deshalb zu häufig eine zu schlechte Presse haben, meinte auch der per Video zugeschaltete <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Baudenbacher" target="_blank" rel="noopener">Carl Baudenbacher</a>. Als langjähriger Präsident des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/EFTA-Gerichtshof" target="_blank" rel="noopener">EFTA-Gerichtshofs</a> in Luxemburg und Partner einer renommierten Zürcher Wirtschaftskanzlei kennt er Schweizer und internationale Verfahren von beiden Seiten der Gerichtsschranken. Sein Plädoyer für eine professionellere Medienarbeit seiner Kolleg*innen begründete er mit dem Argument, dass auch das Rechtspersonal ein Teil der Öffentlichkeit und deshalb für mediale Meinungsmache erreichbar ist. «Auch Richter haben von jedem Fall ein Vorverständnis, das durch ihre Herkunft, ihre Überzeugungen aber auch durch ihre Zeitungslektüre geprägt wird», sagte Baudenbacher. «Und dieses Vorverständnis kann durch gute Litigation-PR durchaus beeinflusst werden.» Der auch in den USA praktizierende Anwalt wies zudem darauf hin, dass dort für angehende Jurist*innen längst auch <a href="https://www.usnews.com/best-graduate-schools/top-law-schools/trial-advocacy-rankings" target="_blank" rel="noopener">«Trial Advocacy»</a> auf dem Lehrplan steht, wo es um wirksame Rhetorik und taktische Kommunikation im, aber auch ausserhalb des Gerichtssaals geht. «Schweizer Anwälte hingegen lesen immer noch mit monotoner Stimme schriftliche Stellungnahmen ab und kommen gleich aus dem Konzept, wenn sie ein Richter oder Journalist unterbricht.»</p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="margin: 4%; border: 1px; border-style: solid; border-color: #cccccc; padding: 4%; font-size: 16px;">
<h3>«Die Relevanz dieser Schnittstelle ist noch nicht auf den Redaktionen angekommen»</h3>
<p><em>Patrick Krauskopf ist Jurist und Professor an der ZHAW School of Management and Law. Er kürzlich die Litigation-PR-Tagung 2022 mitorganisiert.</em></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/krpa.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignright size-full wp-image-101095" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/krpa.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/krpa.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/krpa-150x150.jpg 150w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/11/krpa-320x320.jpg 320w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a> <div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Trotz prominenter Referent*innen sind viele Stühle in der Aula der ZHAW leer geblieben. Ist das Thema noch nicht in der Schweiz angekommen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Patrick L. Krauskopf:</h4> <p>Es gibt hierzulande sehr wenig Spezialisten auf diesem Gebiet. Auch zur grössten Veranstaltung dazu im deutschsprachigen Raum, die dieses Jahr in Frankfurt stattfand, kamen nur um die 100 Leute. Bis vor fünf Jahren war Litigation PR halt im gesamten DACH-Raum noch völlig unbekannt. Hinzu kommt die Corona-Gewohnheit, solche Tagungen zu Hause zu verfolgen. Deshalb haben wir das Ganze auch live gestreamt. Damit erreichen wir über den Veranstaltungstag hinaus ein grosses Publikum – insbesondere jene Leute, die sich neu für das Thema interessieren.</p>
</div><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Immer mehr Konflikte werden vor Gericht ausgetragen, auch hochpolitische. Trotzdem stösst die Rechtskommunikation bei Medienschaffenden kaum auf Resonanz. Warum?</p>
</div><div class="answer"><h4>Krauskopf:</h4> <p>Das frage ich mich auch. Offenbar ist die massiv gestiegene Relevanz dieser Schnittstelle zwischen Juristerei und Öffentlichkeitsarbeit einfach noch nicht auf den Redaktionen und in den Journalismus-Schulen angekommen.</p>
</div><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Könnte das auch am eher abschreckend wirkenden Anglizismus «Litigation PR» liegen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Krauskopf:</h4> <p>Gut möglich, dass der Begriff etwas sperrig ist. Selbst unsere hausinternen Medienprofessoren dachten ja offenbar, dass sie hier primär zu Jurist*innen sprechen. Vermutlich, weil die Tagung von der Fakultät für «Business Law» organisiert wird (lacht). Das Verbesserungspotential ist aber erkannt: Die für 2024 geplante Weiterbildung, welche wir derzeit konzipieren, wird Rechtskommunikation heissen.</p>
</div><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Potenziale für Litigation PR im angelsächsischen Kulturraum und Rechtssystem bedeutend grösser sind als bei uns.</p>
</div><div class="answer"><h4>Krauskopf:</h4> <p>Nein, das Potential ist in Deutschland, Österreich oder der Schweiz genau gleich gross. Der ganze Kommunikationsprozess lässt sich ja in drei Phasen aufteilen: Vor, während und nach einem Gerichtsverfahren. Davor hat man hier in Europa wie in den USA dieselben Mittel und Möglichkeiten, wenn es darum geht, die eigene Position darzustellen und ein strategisches Narrativ zu etablieren – egal ob das Handelsgericht Zürich oder der District Court of New York zuständig ist. Unterschiede gibt es beim Verfahren selbst, dessen Verlauf in den USA grundsätzlich von grösserem öffentlichem Interesse ist und wo es deshalb häufig mehr um Wirkung als um Inhalte geht als bei uns. Man kennt das von Gerichtsfilmen aus Hollywood, wo das Plädoyer zur schauspielerischen Glanzleistung und rhetorischen Kunstform wird. Vor Schweizer Richtern geht es deutlich nüchterner zu. Aber auch im nachprozessualen Reputationsmanagement gelten dies- und jenseits des Atlantiks die gleichen Regeln und Potenziale.</p>
</div><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Der Titel der diesjährigen Veranstaltung lautete «Sustainability, Accountability &amp; Litigation PR», also noch mehr Anglizismen. Wie wirkt sich der politische und gesetzliche Druck in Sachen Nachhaltigkeit und Rechenschaftspflicht von Unternehmen auf Nachfrage und Praxis der Litigation PR aus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Krauskopf:</h4> <p>Es findet grad eine starke Veränderung auf Seiten der Unternehmen statt, die sich ihrer rechtlichen Pflichten und gesellschaftlichen Verantwortung im Bereich der Nachhaltigkeit bewusster werden. Das gilt nicht nur für Konzerne, sondern auch für den Mittelstand. Und dabei geht es längst nicht mehr nur um die Kommunikation im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten, also klassische Litigation PR, sondern um die Begleitung der gesamten Aussenwirkung in diesem immer wichtigeren Themenbereich, sei es gegenüber Journalist*innen, in den sozialen Medien oder bei Kunden und Partnern.</p>
</div><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber nochmals: Wieso sollten sich Schweizer Medienschaffende für diese neue Kommunikationsdisziplin interessieren?</p>
</div><div class="answer"><h4>Krauskopf:</h4> <p>Weil sie sich bewusst sein sollten, dass sie nicht nur Informationsverarbeiter und Geschichtenerzählerinnen, sondern zunehmend auch das Ziel gezielter Beeinflussungsversuche sind. Litigation-PR-Experten wollen ja, dass ihre Mandantinnen im gewünschten Licht präsentiert wird. Die Ausbildung muss deshalb auch die Fähigkeit zur journalistischen Selbstreflexion fördern. In Zeiten mit stetig steigendem Produktionsdruck und Ressourcenmangel müssen Medienmitteilungen noch kritischer hinterfragt werden.</p>
</div></p>
</div>
<p>Die Wirksamkeit der Botschaft hängt auch in der Litigation PR direkt von der Glaubwürdigkeit des Absenders und der gelieferten Information ab. Entsprechend eröffneten Monica Fahmy und Sven Millischer ihren Tagungsbeitrag mit der Feststellung: «Je umfassender und gesicherter die Informationslage, desto zielgerichteter und nachhaltiger die darauf aufbauende Kommunikationsstrategie». Die beiden Ex-Journalist*innen arbeiten heute für die <a href="https://assets-control.com/de/" target="_blank" rel="noopener">Investigativ-Firma «Assets Control»</a>, welche ihrer illustren Klientel aus Wirtschaft und Politik mittels «Open Source Intelligence» (OSINT) und anderer Forensik ein auf «Best-In-Class-Daten» beruhendes «gerichtsfestes Reporting» verspricht. Wie sich Informationsmangel kommunikativ auswirken kann, illustrierten sie am desolaten Auftritt von Heinz Tännler in der SRF-«Rundschau», wo der Zuger Finanzdirektor im März jegliche Zuständigkeit für die Umsetzung der Sanktionen gegen russische Oligarchen bestritt. Das daraus abgeleitete Rezeptbuch für bessere Behördenkommunikation zu Krisenzeiten lautete: Vorgängiges Issue Management, Beschaffung aller relevanten Fakten und dann deren professionelle Vermittlung, aber bitte schön durch Kommunikationsprofis (statt den direkt Verantwortlichen).</p>
<blockquote><p>Ein Verfahren gibt häufig überhaupt erst Anlass zur Berichterstattung – und damit auch zur Ausbreitung von Fakten, die sonst gar nie bekannt würden.</p></blockquote>
<p>Kai Diekmann findet denn auch «einfach so in eine TV-Kamera zu sprechen sei so ungefähr das Dümmste, was man machen kann. Das ist der völlige Kontrollverlust und ein absolutes No-Go.» Der als Stargast verpflichtete Ex-«Bild»-Chefredaktor weiss aus eigener Erfahrung, dass das Meinungsklima im Gerichtssaal der Öffentlichkeit manchmal viel entscheidender ist als der Ausgang des eigentlichen juristischen Verfahrens. «Man kann beim Richter klar gewinnen und trotzdem einen dramatischen Reputationsverlust erleiden.» Exemplarisch dafür steht Diekmanns <a href="https://taz.de/Die-Wahrheit/!5351260/" target="_blank" rel="noopener">legendärer Rechtsstreit</a> um die im Mai 2002 in der Berliner tageszeitung (taz) erschienene Satire «Sex-Schock! Penis kaputt?». Deren Autor dichtete Diekmann eine missglückte Verlängerungsoperation an seinem besten Stück an, wogegen Diekmann zwar erfolgreich klagte. Sein Image als humorloser Presse-Potenzprotz war damit aber in Stein gemeisselt. «Da mich die taz schon jahrelang unter der Gürtellinie piesackte, fragte ich unsere Hausjuristen damals, ob ich diesen Prozess gewinne. Die Antwort war ja – und meine Entscheidung, vor Gericht zu gehen, einer der grössten Fehler meines Berufslebens.»</p>
<p>Womit wir zurück bei der David-Goliath-Logik wären: die kleine, freche taz gegen den grossen, feisten Springer-Konzern. Diekmann gab aber auch zu bedenken, dass ein Verfahren häufig überhaupt erst Anlass zur Berichterstattung gebe – und damit auch zur Ausbreitung von Fakten, die sonst gar nie bekannt würden. Eine strategische Chance/Risiko-Analyse ist folglich die DIE zentrale Aufgabe aller juristischen Berater und PR-Managerinnen. Dass der heutige Berater von Firmen wie Uber oder Palantir aus seinem Rechtskommunikations-GAU gelernt hat, zeigte sich 2009, als ein Relief des Bildhauers Peter Lenk an der Ostwand des gegenüber vom «Bild»-Verlag liegenden taz-Gebäudes montiert wurde. Die provokante Plastik heisst (nach einem Diktum von Friede Springer) <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friede_sei_mit_Dir" target="_blank" rel="noopener">«Friede sei mit Dir»</a>, wird im Volksmund aber «Pimmel über Berlin» genannt und zeigt eine Diekmann-Karikatur mit fünfstöckigem Penis. «Statt dagegen zu klagen habe ich mich diesmal mit breitem Grinsen drunter gestellt und die Bilder auf Instagram publiziert. Das war ein Knüller und hat mir viel mehr genützt als der taz.» Merke: Selbstironie hilft auch in aussichtslosen Lagen. Und manchmal vielleicht ja sogar vor Gericht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/11/30/kommunikation-im-gerichtssaal-der-oeffentlichkeit/">Kommunikation im «Gerichtssaal der Öffentlichkeit»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Abschied aus den Medien: Ich bin froh, dass ich raus bin</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/08/12/abschied-aus-den-medien-ich-bin-froh-dass-ich-raus-bin/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Janosch Tröhler]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Aug 2022 10:57:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Blick-Gruppe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Journalismus war mein Traumberuf seit ich 15 war. Jetzt, mit 31 Jahren, verlasse ich diese Branche, die mir grandiose Erfahrungen, aber auch viel Frust beschert hat. Eine ernüchternde Bilanz über fehlende Führungskultur und andere strukturelle Defizite. Prolog Wenn mich jemand vor fünf Jahren gefragt hätte, ob ich mir einen Job ausserhalb des Journalismus vorstellen könne, <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/12/abschied-aus-den-medien-ich-bin-froh-dass-ich-raus-bin/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Journalismus war mein Traumberuf seit ich 15 war. Jetzt, mit 31 Jahren, verlasse ich diese Branche, die mir grandiose Erfahrungen, aber auch viel Frust beschert hat. Eine ernüchternde Bilanz über fehlende Führungskultur und andere strukturelle Defizite.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Abscheid-Journalismus-20220812.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Abscheid-Journalismus-20220812.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-98753" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Abscheid-Journalismus-20220812.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Abscheid-Journalismus-20220812-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Abscheid-Journalismus-20220812-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Abscheid-Journalismus-20220812-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/08/MW-Abscheid-Journalismus-20220812-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
<strong>Prolog</strong><br />
Wenn mich jemand vor fünf Jahren gefragt hätte, ob ich mir einen Job ausserhalb des Journalismus vorstellen könne, hätte ich ohne zu zögern verneint.</p>
<p>Dabei wusste ich genau, worauf ich mich einlasse. Die Medien sind ein stressiges Berufsfeld, getrieben von Disruption und der tosenden Nachrichtenflut. Und dennoch zog mich dieser Strudel an. Ich wollte Teil der Veränderungen sein und die Zukunft des Journalismus mitprägen.<br />
</p>
<p>Nun, nach etwa zehn Jahren im Journalismus, habe ich ausgeträumt. Obwohl ich in jedem Medienunternehmen aufregende Möglichkeiten hatte, unvergessliche Momente erleben und mit faszinierenden Menschen zusammenarbeiten durfte, lege ich mit den folgenden Zeilen den Finger auf die Wunden.</p>
<p>Denn die Branche leidet unter systemischen Problemen, die vielen bewusst sind, die aber trotzdem niemand offen anspricht. . Zu gross ist die Angst, in der kleinen Medienschweiz als Nestbeschmutzer abgestempelt zu werden. Dabei wäre ein ehrlicher Dialog Grundlage für die dringend benötigte Transformation.</p>
<p><strong>Erster Akt: Aufregende Anfänge</strong><br />
Mein Einstieg in den Journalismus entspricht dem Stereotyp. Ich wusste als Teenager nicht wirklich, was einmal aus mir werden sollte. Nur das Schreiben habe ich immer geliebt. Und es dämmerte mir, als ich bei der <a href="https://www.facebook.com/kuss.kzo/" rel="noopener" target="_blank">Schülerzeitung «kuss»</a> der Kanti Wetzikon die ersten Gehversuche wagte: Journalismus ist ein Job. So hatte ich meine Berufung gefunden.</p>
<p>Gleichzeitig war ich ein fauler Teenager, flog aus dem Gymnasium und fand mit Ach und Krach eine KV-Lehrstelle. Trotzdem habe ich mein Ziel nie aus den Augen verloren: Neben der Ausbildung schrieb ich kurze Bandbiografien für einen Konzertfotografen und Kritiken als freier Reporter für Musikblogs und die Lokalzeitung. 2010 gründete ich mit meinem Bruder das <a href="https://negativewhite.com/" rel="noopener" target="_blank">Online-Magazin «Negative White»</a>.</p>
<blockquote><p>Ich wusste: Für die guten Stellen braucht man ein gutes Netzwerk.</p></blockquote>
<p>Diese frühen Jahre waren geprägt von Neugier, der Faszination für das Unbekannte, vielen Fehlern und «Learning by Doing». Vieles war planlos und experimentell, aber ich hatte Spass, folgte der Passion. Mein Magazin wuchs, erreichte mehr Menschen und beschäftigte zeitweise 30 ehrenamtliche Reporter:innen. Einer der Höhepunkte war das Interview mit Sir Paul McCartney im Jahr 2012. Schon hier lernte ich, wie wertvoll ganzheitliches und produktzentriertes Denken in den Medien ist – von der Idee bis zur Distribution.</p>
<p>Ich wurde Mitglied der Jungen Journalistinnen und Journalisten Schweiz (JJS), die damals noch Junge Medien Schweiz hiessen. Später auch noch beim Berufsverband «Impressum». Ich wusste: Für die guten Stellen braucht man ein gutes Netzwerk.</p>
<p>2013 gings dann richtig los mit dem Journalismus-Studium an der ZHAW in Winterthur. Im Praktikum folgte endlich die erste richtige Redaktionserfahrung beim Schweizer Fernsehen SRF und der <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/10/in-der-kampfzone/">Lokalzeitung «Der Tössthaler»</a>.</p>
<p><strong>Zweiter Akt: Kratzer im Lack</strong><br />
Das SRF-Praktikum war ein wilder Ritt mit einem grandiosen Team. Eigentlich interessierte mich Fernsehen überhaupt nicht, aber beim News-Magazin «10 vor 10» lernte ich Video zu schätzen. Gleichzeitig bekam der glänzende Lack des Traumjobs erste Kratzer.</p>
<p>Rückblickend hatte ich üble Aufgaben als Praktikant. Damals befand sich der sogenannte Islamische Staat auf dem Höhepunkt seiner Macht in Syrien und im Irak. Ich musste einen ganzen Tag durch Propagandamaterial ackern, um sendefähiges Material zu finden. Acht Stunden voller Enthauptungen, Massenexekutionen und anderer zelebrierter Gräueltaten.</p>
<p>Trotzdem blieb ich auch nach meinem Praktikum beim «10 vor 10» und arbeitete am Desk als Unterstützung der Produzent:innen. Teil einer Livesendungen sein, das ist reines Adrenalin. Unter Zeitdruck Fakten checken, Schlagzeilen schneiden, Einblender prüfen, die Verbindung zu den Korrespondenten herstellen, Online-Texte schreiben: eine grosse Verantwortung.</p>
<blockquote><p>Als Online-Journalist kämpfte ich stets mit Vorurteilen.</p></blockquote>
<p>Aber es gab viel Fluktuation am Desk, und das wirkte sich natürlich auf die Qualität der Sendung aus. Es waren oft Student:innen oder angehende Journalist:innen, die bei «10 vor 10» ihre Storytelling-Skills verbessern wollten. Leider war es der komplett falsche Job dafür. Also schrieb ich ein Konzept für den Redaktionsleiter, das uns erlauben würde, ein bis zwei eigene Beiträge pro Jahr umzusetzen. Er winkte ab und meinte: «Das ist ein Support-Job und wird immer einer bleiben.»</p>
<p>Es war das erste Mal, dass ich in Kontakt kam mit diesem verstaubten Führungsstil, der sich Veränderungen entgegenstellt, Macht ballt und manchmal gar in grenzwertigem Verhalten mündet.</p>
<p>Als Online-Journalist kämpfte ich stets mit Vorurteilen. Ein älterer Kollege mit leitender Funktion meinte einmal, wir sollten «mehr mit Brüsten machen», damit die Klicks nach oben gehen.</p>
<p>Oder der Chefredaktor einer Lokalzeitung, der mich beim Vorstellungsgespräch nach meiner politischen Einstellung fragte. Nachdem ich der Frage mehrmals auswich, stelle er mich vor die Wahl: «Wenn Sie jetzt einer Partei beitreten müssten oder andernfalls gesteinigt werden, welche Partei wäre es?» – Ich antwortete: «Ich wähle die Steinigung.»</p>
<p>Nach ein paar Jahren als Journalist verspürte ich immer weniger Interesse, über Dinge zu schreiben, die mich nur mässig begeisterten. Hinzu kam das harte Umfeld, das kaum eine gute Life-Balance erlaubt. Viele Medienunternehmen tricksen bei der Zeiterfassung, zu der sie eigentlich verpflichtet wären: Anstatt die geleisteten Stunden sauber einzutragen, füllen die Systeme einfach die minimal notwendigen Stunden ein. Ich kenne kaum jemanden in einer Redaktion, der nicht krass Überstunden produziert.</p>
<blockquote><p>Und trotzdem spürte ich trotz allem weiterhin eine Verbundenheit zur Medienbranche.</p></blockquote>
<p>Der Job wird auch immer komplexer, erfordert ständig neue Fähigkeiten, aber ist weder wirklich gut bezahlt, noch hoch angesehen. Journalist:innen mussten lange nur eines tun: gute Geschichten erzählen. Heute wird erwartet, dass man gleichzeitig noch Fotografin, VJ und Social Media Manager ist. Das einstige Zerrbild der eierlegenden Wollmilchsau wurde zum realen Berufsprofil.</p>
<p>In vielerlei Hinsicht war ich immer fasziniert von diesem Facettenreichtum. Ich sah ihn als Möglichkeit, Neues zu lernen, zu experimentieren und mich zu spezialisieren. Tatsache ist aber auch: Redaktionen sehen aber nur den Zusatzaufwand und die Personaldecke gleicht eh mehr Seidenpapier als einem Daunenduvet.</p>
<p>Und trotzdem spürte ich trotz allem weiterhin eine Verbundenheit zur Medienbranche. Ich suchte nach einer Möglichkeit, eher im Hintergrund konzeptionell und strategisch an der Medienlandschaft zu wirken. Ich bekam das aufregende Angebot vom «Blick», als Projektmanager im Newsroom zu arbeiten. Später wurde ich Head of Community und zuletzt Product Owner.</p>
<p><strong>Dritter Akt: Management, nicht Leadership</strong></p>

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<p>«Nicht der Journalismus ist scheisse, es sind die Arbeitsbedingungen und Perspektiven», <a href="https://www.youtube.com/watch?v=mfw8Wb_GEF4" rel="noopener" target="_blank">sagte Simon Schaffer</a> von JJS kürzlich. Die Aussage ist so brutal wie ehrlich und akkurat.</p>
<p>Besonders die freien Journalist:innen darben am Ende der Nahrungskette. Karin Wenger, eine befreundete Nahost-Reporterin, erzählt mir, dass sie einen erheblichen Teil ihres immer kleiner werdenden Honorars für Spesen hergeben muss. Die Redaktionen haben das Budget für Reisekosten oder Übersetzer:innen schon lange zusammengestrichen. Ein Wahnsinn.</p>
<p>Viel zu oft rede ich mit Reporter:innen, die sagten: «Ja, der Journalismus ist meine Berufung» – und wenige Jahre später denken viele über einen Berufswechsel.</p>
<p>Ich habe schon einmal <a href="https://blog.digitalmind.space/leaderships-role-in-mental-health-2/" rel="noopener" target="_blank">über die Mental-Health-Probleme</a> in der Branche geschrieben. Und ich habe sie selbst erlebt, bei mir und bei anderen. Ohne zu überlegen, kann ich locker zehn Kolleg:innen aufzählen, die <a href="https://www.jjs.ch/mental-health" rel="noopener" target="_blank">um die 30 ein Burnout</a> erlitten oder zumindest professionelle Therapie in Anspruch nahmen. Andere begannen, <a href="https://www.edito.ch/und-es-ist-gut-so-das-protokoll-eines-scheiterns/" rel="noopener" target="_blank">Alkohol zu missbrauchen</a>. </p>
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<p>Wer ist verantwortlich für die Bedingungen, die Menschen krank werden oder sie aus ihrem Traumberuf aussteigen lassen?</p>
<p>Das Management. Und ja, ich benutze hier bewusst diesen Begriff, weil es an echter Führung, an Leadership fehlt. Das ist der Hauptgrund für meinen Abgang.</p>
<p>Ich muss nicht ins Detail meiner Erfahrungen in den verschiedenen Medienhäusern gehen. Es geht nicht um einzelne Personen, sondern um ein systemisches Problem. Wenn ich die Erfahrungen von Freunden, Kolleginnen und Studierenden am an der Journalistenschule MAZ, wo ich unterrichten durften, mit meinen eigenen vergleiche, dann zeigt sich ein klares Bild: Es fehlt dem Management an Vertrauen gegenüber den Angestellten, es fehlt an Visionen und Strategie.</p>
<p>Dies äussert sich unter anderem so:</p>
<p>    • Echte Experimente sind selten.<br />
    • Die Frage, worauf man verzichten könnte, wird nie ernsthaft gestellt.<br />
    • Gute Ideen werden in endlosen Diskussion verwässert.<br />
    • Es gibt keine Strategie, wie man mit neuen Dingen (z.B. mit TikTok) umgehen soll.<br />
    • Die Arbeit von Internen muss von teuren Berater:innen «gechallenged» werden.<br />
    • Berichte dienen dazu, Schuldige zu finden und nicht um aus Fehlern zu lernen.<br />
    • Fachwissen zählt oft weniger als das Bauchgefühl.<br />
    • Macht und Kompetenzen werden selten verteilt und Hierarchien auf- statt abgebaut.</p>
<p>Immer wieder fand ich mich inmitten interner Machtkämpfe wieder. Darauf hatte ich überhaupt keine Lust; es ist pure Zeitverschwendung.</p>
<p>Echte Leadership bedeutet, ein Umfeld zu schaffen, das die Menschen fördert und es ihnen erlaubt, ihr Bestes zu geben. Ein Beispiel: Wenn ein Medienhaus eine UX-Designerin anstellt, sollte man idealerweise auf ihre Inputs hören. Wieso hat man sie sonst überhaupt angestellt?</p>
<blockquote><p>Der Wandel ist die neue Konstante und erfordert ein neues Führungs-Mindset.</p></blockquote>
<p>Natürlich ist mir klar, dass die Medien in einer misslichen Situation sind: Einnahmen sinken, und obwohl alternative Geschäftsmodelle existieren, gibt es kein Schema F. Die breitere Medien- und Informationslandschaft wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder über den Haufen geworfen von neuen Technologien und Plattformen. Der Wandel ist die neue Konstante und erfordert ein neues Führungs-Mindset, neue Strukturen und eine frische Unternehmenskultur. Aber: Verlage werden geführt wie vor 30 Jahren.</p>
<p>Wie wollen diese Medienhäuser, denen nicht nur das Geld, sondern mit dem Vertrauen auch das Fundament ihrer gesellschaftlichen Aufgabe wegbricht, diese Herausforderung meistern, wenn sie es nicht schaffen, das Vertrauen intern aufzubauen?</p>
<p><strong>Epilog</strong><br />
Nach etwas mehr als vier Jahren entschied ich mich im vergangenen Frühjahr, den «Blick» zu verlassen. Ich war allgemein desillusioniert und frustriert von den Medien. Und ich war psychisch und physisch erschöpft, schaffte morgens kaum aus dem Bett und verspürte keine Freude am Beruf mehr. Das Burnout lauerte.</p>
<p>Ich wollte nicht mehr kämpfen. Obwohl ich talentierte und motivierte Menschen im Team hatte, konnte ich nicht mehr das geben, was ich von mir selbst erwartete. Das ist eine traurige Erkenntnis, gleichzeitig gab sie mir eine merkwürdige Ruhe.</p>
<p>Nach meinen Erfahrungen bei drei der grossen Medienunternehmen in der Schweiz, wollte ich nur raus aus dieser Branche, obwohl ich hart gearbeitet hatte um überhaupt reinzukommen. Und ich bin froh, dass ich raus bin, denn meine Leidenschaft für Journalismus und das Schreiben schmolz dahin wie die Gletscher in diesem Sommer.</p>
<p>Ich reihe mich nun ein in die lange Liste der Aussteiger:innen. Letztes Jahr verliess jede Woche jemand die Branche, <a href="https://www.republik.ch/2021/04/29/jede-woche-eine-journalistin-weniger" rel="noopener" target="_blank">wie die «Republik» nachzeichnet</a>. Auf «persoenlich.com» läuft gerade eine <a href="https://www.persoenlich.com/suche/?term=branchenwechsel" rel="noopener" target="_blank">Serie über Berufssussteiger:innen</a>.</p>
<blockquote><p>Das alles sollte ein schriller Weckruf sein für die Unternehmen, dass es ein ernsthaftes Problem gibt.</p></blockquote>
<p>Ja, auch der Braindrain ist eine Herausforderung, die sich nur mit Unternehmenskultur und Vertrauen bewältigen lässt. Denn es wird immer schwieriger, Nachwuchs zu finden. Praktikumsstellen bleiben unbesetzt, und ein kurzer <a href="https://medienjobs.ch/page/4/?fcat=564" rel="noopener" target="_blank">Blick auf medienjobs.ch</a> zeigt, dass attraktive Stellen lange offen bleiben. Als ich noch meinen ersten Vollzeitjob suchte, war das Gegenteil der Fall.</p>
<p>Das alles sollte ein schriller Weckruf sein für die Unternehmen, dass es ein ernsthaftes Problem gibt. Der Autor und Unternehmensberater <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Q-zuTZuYeCg&#038;feature=youtu.be" rel="noopener" target="_blank">Simon Sinek sagte es treffend</a>: «Die sogenannte Great Resignation ist Anklage gegen Jahrzehnte minderwertiger Unternehmenskultur und schwacher Leadership.»</p>
<p>Journalist:in wird ein aufregender Beruf bleiben. Aber das heutige Ökosystem der Medien versagt gegenüber dem Publikum und seinen Angestellten. Vielleicht müssen die grossen Alten verblassen um Raum für Neues zu schaffen, wenn sie sich nicht fundamental transformieren.</p>
<p>Ich werde den Journalismus sicher vermissen, aber nicht das System, das ihn heute produziert.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/12/abschied-aus-den-medien-ich-bin-froh-dass-ich-raus-bin/">Abschied aus den Medien: Ich bin froh, dass ich raus bin</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Journalismus-Ausbildung ist (nicht) gefragt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/07/journalismus-ausbildung-ist-nicht-gefragt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jul 2022 14:48:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier Journalistenschule]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus-Ausbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während Journalismus-Schulen Mühe bekunden, ihre Studiengänge vollzukriegen, sind die Absolvent:innen bei den Verlagen umso begehrter. Bis vor Kurzem galt es als ein Traumlos: Zwei Jahre bezahltes Volontariat auf einer Redaktion, dazu eine Diplomausbildung am MAZ. Die Journalistenschule selbst nennt es den «Königsweg in den Journalismus». Für den nächsten Ausbildungsgang hatte auch der «Landbote» in Winterthur <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/07/journalismus-ausbildung-ist-nicht-gefragt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/07/journalismus-ausbildung-ist-nicht-gefragt/">Journalismus-Ausbildung ist (nicht) gefragt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während Journalismus-Schulen Mühe bekunden, ihre Studiengänge vollzukriegen, sind die Absolvent:innen bei den Verlagen umso begehrter.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-98445" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Bis vor Kurzem galt es als ein Traumlos: Zwei Jahre bezahltes Volontariat auf einer Redaktion, dazu eine Diplomausbildung am MAZ. Die Journalistenschule selbst nennt es den «Königsweg in den Journalismus». Für den nächsten Ausbildungsgang hatte auch der «Landbote» in Winterthur wieder ein MAZ-Volontariat ausgeschrieben. Doch gefehlt: Es gab kein nennenswertes Interesse, das Volontariat bleibt diesmal verwaist.<br />
 </p>
<p>Wie die Redaktionen Mühe bekunden bei der Suche nach Nachwuchs, so ergeht es auch den Ausbildungsstätten nicht anders. Mit 22 Teilnehmenden verzeichnet <a href="https://www.maz.ch/home" rel="noopener" target="_blank">das MAZ</a> derzeit eine rekordtiefe Belegung der zweijährigen Diplomausbildung. In den vergangenen Jahren waren es jeweils zwischen 40 und 60. «Gewisse Verlage können niemanden schicken, weil sie schlicht keine Leute haben. Oder die Personaldecke ist dermassen dünn, dass sie für die 90 Ausbildungstage bei uns nur noch alle zwei Jahre jemanden entbehren können», sagt MAZ-Direktorin Martina Fehr im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Was Fehr aber auch feststellt: Jene 22, die sich für die Diplomausbildung entschieden haben, seien «sehr motiviert und sehr zielgerichtet». Das mag auch daher rühren, dass sie eine Anstellung auf sicher haben. «Die meisten Leute werden noch während des Studiums angestellt.».</p>
<p>Während das Interesse am zweijährigen Diplomlehrgang sinkt (die Radio- und Video-Lehrgänge in der Grundausbildung sind weiterhin ausgebucht), nehmen die Anfragen zu für spezifische Weiterbildungen. Ein Zeichen, dass Verlage in bestehendes Personal investieren wollen. Das MAZ müsse hier nun eine «Umschichtung managen», erklärt die Direktorin. «Unser oberstes Ziel bleibt es, die Kunden zufriedenzustellen mit gezielten Angeboten für Aus- und Weiterbildung.» Das scheint in dieser Phase des Umbruchs ganz gut zu gelingen. Medien, die das MAZ als Kunden verloren hatte, kommen wieder, und langjährige Kunden, etwa CH Media, buchen im bisherigen Umfang Kurse in Luzern.</p>
<blockquote><p>CH Media nutzt ihr neues Ausbildungsangebot als eine Art Mischung aus Trichter und Staubsauger, um die passenden Leute zu finden.</p></blockquote>
<p>Im Fall von CH Media mag das insofern überraschen, als dass das Unternehmen vor zwei Jahren selbst eine «Academy» gründete als Reaktion auf die Rekrutierungsschwierigkeiten für Medien-Jobs. Die trimediale Ausbildung an der <a href="https://chmedia-academy.ch/" rel="noopener" target="_blank">«CH Media Academy»</a> ist auf die Bedürfnisse der elektronischen Medien TV, Radio und Online ausgerichtet, die CH Media in vier (<a href="https://chmedia.ch/news/ch-media-baut-sein-today-netzwerk-weiter-aus" rel="noopener" target="_blank">und demnächst sechs</a>) Deutschschweizer Städten betreibt. «Wir müssen versuchen, den jungen Leuten etwas Attraktives zu bieten, das über das Standardpraktikum hinausgeht», erklärt Nicola Bomio die Motivation für den eigenen Ausbildungsgang. Als Leiter der Radioprogramme von CH Media hat Bomio die «CH Media Academy» mitentwickelt. Die ersten 15 Teilnehmenden der neuen Ausbildung haben nun nach einem Jahr zwei der insgesamt drei halbjährigen Praktika in den Redaktionen von Radio, TV und Online absolviert. Für ihre Arbeit erhalten sie am Anfang 2500 Franken im Monat, am Ende der Ausbildung 4000.</p>
<p>CH Media nutzt ihr neues Ausbildungsangebot als eine Art Mischung aus Trichter und Staubsauger, um die passenden Leute zu finden. Nach der Ausschreibung primär über die eigenen Kanäle meldeten sich 100 Interessierte. Nach der Sichtung der Dossiers hat CH Media 40 an den sogenannten «Talent Day» eingeladen, wo das Feld in einem eintägigen Assessment mit praxisnahen Aufgaben schliesslich auf die verbleibenden 15 ausgedünnt wurde, die dann die Ausbildung in Angriff nehmen durften. Eine Verpflichtung, danach für eine bestimmte Zeit im Unternehmen zu bleiben, gibt es nicht; aber gute Chancen, fest angestellt zu werden.</p>
<blockquote><p>Zählte die «JouSchu» früher über 200 Bewerbungen, so waren es für den kommenden Lehrgang gerade noch rund 50.</p></blockquote>
<p>Wie CH Media setzt auch Ringier – weiterhin und verstärkt – auf das eigene Ausbildungsangebot. Seit bald 50 Jahren führt das Zürcher Medienhaus an seinem historischen Stammsitz in Zofingen die <a href="https://www.ringierjournalistenschule.ch/schule" rel="noopener" target="_blank">Ringier Journalistenschule</a>, auch bekannt als «Jouschu». Mit Peter Hossli leitet die Schule seit Anfang Mai dieses Jahres ein erfahrener und versierter Reporter und Moderator, der zuletzt bei der «NZZ am Sonntag» und dem Schweizer Fernsehen SRF gearbeitet hatte. Hossli löste den früheren Fernsehmann und «Sonntagsblick»-Chefredaktor Hannes Britschgi ab, der die «Jouschu» zwölf Jahre lang geleitet hatte.<br />
 <br />

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<p>Auch die Ringier-Ausbildungsstätte spürt den schwächeren Zustrom an interessierten jungen Leuten. Zählte man früher über 200 Bewerbungen, so waren es für den kommenden Lehrgang gerade noch rund 50. Im August beginnen voraussichtlich 14 davon die Ausbildung. «Das hat wohl damit zu tun, dass wir zu wenig rausgehen, dass die Schule nicht mehr überall bekannt ist», sagt Peter Hossli zur MEDIENWOCHE. Das wolle er ändern. Unter den Bewerbungen fand sich anfänglich niemand, der die Ausbildung bei einem Wirtschaftsmedium von Ringier machen wollte, etwa bei «Handelszeitung» oder «Bilanz». Hossli suchte – und ist zuversichtlich, die Position besetzen zu können. Rekrutierungspotenzial für die Ausbildung an der Ringier-Schule sieht Hossli bei Gruppen, die im Journalismus bisher zu wenig vertreten sind: Nicht-Akademiker:innen und die migrantische Bevölkerung. «Es hat weiterhin nur wenige mit einem -ić im Nachnamen auf den Redaktionen. Da möchte ich einen Effort leisten für die nächste Klasse», sagt Hossli. Er schaue darum nach vorne und beginne jetzt schon mit der Rekrutierung für den übernächsten Studiengang, der 2025 beginnt. Ein Instrument, das ihm dabei hilft, ist das <a href="https://www.ringier.com/de/die-blick-gruppe-laedt-zum-mediacamp/" rel="noopener" target="_blank">Mediacamp der «Blick»-Gruppe</a>. Im Juli werden eine Woche lang dreizehn Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 22 auf den «Blick»-Redaktionen mitarbeiten. «Ich hätte die Plätze doppelt belegen können», berichtet Hossli vom grossen Zuspruch. Weiter erfreulich sei zum einen der hohe Frauenanteil. Es habe etwa dreimal so viele Bewerberinnen wie Bewerber gegeben. Zum anderen brächten die jungen Leute einen gut gefüllten Rucksack mit, hätten mitunter schon Erfahrungen bei Lokalzeitungen und -radios gesammelt. Aus diesem Pool kann Hossli nun schöpfen für seine Schule. «Das Interesse am Mediacamp zeigt, dass der Journalismus für junge Menschen nach wie vor eine grosse Attraktivität ausstrahlt.»</p>
<blockquote><p>Im ersten Corona-Jahr während des Lockdowns verzeichnete der Studiengang Kommunikation an der ZHAW rekordviele Anmeldungen.</p></blockquote>
<p>Business as usual meldet derweil die ZHAW in Winterthur. Der <a href="https://www.zhaw.ch/de/linguistik/studium/bachelor-kommunikation/" rel="noopener" target="_blank">Bachelor Kommunikation</a>, der eine Möglichkeit zur Vertiefung in den Journalismus bietet, läuft stabil. Guido Keel von der Leitung des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der Zürcher Fachhochschule sieht über die letzten Jahre lediglich «Schwankungen, die sich ausgleichen.» Im ersten Corona-Jahr während des Lockdowns verzeichnete der Studiengang rekordviele Anmeldungen. «Wir nehmen an, dass das mehr auf Einschränkungen im Alltag zurückzuführen war als auf eine plötzliche Popularität des Studiengangs – man fing mal ein Studium an, weil man die Weltreise nicht antreten konnte», schreibt Keel auf Anfrage. Im Folgejahr fehlten im Vergleich zum langjährigen Schnitt dann entsprechend ein paar Anmeldungen. Die Stabilität mag in Winterthur auch daher rühren, dass bereits seit 2016 mehrheitlich Leute die Ausbildung besuchen, die sich in Richtung Organisationskommunikation entwickeln wollen. In den vergangenen Jahren lag der Anteil jener, die sich für eine Vertiefung in Journalismus entscheiden, nur noch zwischen 30 und 40 Prozent.</p>
<p>Nach dem gleichen Modell wie in Winterthur gibt es seit diesem Frühjahr an der Fachhochschule Graubünden die Möglichkeit, sich im Rahmen der Bachelor-Ausbildung «Multimedia Production», in Richtung Journalismus zu vertiefen. Die neuen Journalismus-Kurse führt das MAZ. Zwar entschieden sich auch schon bisher Absolvent:innen der Ausbildung in Chur für journalistische Jobs. Mit dem stärkeren Fokus sollte das aber umso mehr der Fall sein. Die Kooperation von MAZ und FH Graubünden stärkt nicht nur die beiden Institutionen. Sie zeigt auch einen erfolgversprechenden Weg auf, die Ausbildung insgesamt zu stärken, wenn sich Schulen vernetzen. Auch zwischen MAZ und CH-Media-Academy laufen Gespräche über eine Zusammenarbeit.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/07/journalismus-ausbildung-ist-nicht-gefragt/">Journalismus-Ausbildung ist (nicht) gefragt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Linke SRG-Journalisten»: lange Wirkung einer alten Schlagzeile</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/03/linke-srg-journalisten-lange-wirkung-einer-alten-schlagzeile/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Mar 2022 14:54:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=95259</guid>

					<description><![CDATA[<p>SRG-Kritiker zitieren gerne eine Umfrage über die politische Einstellung von Journalisten. Und überschätzen die Resultate.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/03/linke-srg-journalisten-lange-wirkung-einer-alten-schlagzeile/">«Linke SRG-Journalisten»: lange Wirkung einer alten Schlagzeile</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>SRG-Kritiker zitieren gerne eine Umfrage über die politische Einstellung von Journalisten. Und überschätzen die Resultate.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/03/linke-srg-journalisten-lange-wirkung-einer-alten-schlagzeile/">«Linke SRG-Journalisten»: lange Wirkung einer alten Schlagzeile</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über ein Drittel erkennt nicht, dass es sich um Werbung handelt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/12/02/ueber-ein-drittel-erkennt-nicht-dass-es-sich-um-werbung-handelt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 13:06:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Keel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=93249</guid>

					<description><![CDATA[<p>Viele Leserinnen und Leser erkennen bezahlte Inhalte nicht als solche. In einzelnen Fällen stuften die Testpersonen gesponserte Beiträge sogar als glaubwürdiger ein.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/12/02/ueber-ein-drittel-erkennt-nicht-dass-es-sich-um-werbung-handelt/">Über ein Drittel erkennt nicht, dass es sich um Werbung handelt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Leserinnen und Leser erkennen bezahlte Inhalte nicht als solche. In einzelnen Fällen stuften die Testpersonen gesponserte Beiträge sogar als glaubwürdiger ein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/12/02/ueber-ein-drittel-erkennt-nicht-dass-es-sich-um-werbung-handelt/">Über ein Drittel erkennt nicht, dass es sich um Werbung handelt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nachrufe, Medienschelte, Femizide</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Bettina Büsser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Oct 2021 06:53:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Jacqueline Badran]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Guggenbühl]]></category>
		<category><![CDATA[Femizid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Nachrufe, ungewöhnlich Am 26. Mai dieses Jahres starb Hanspeter Guggenbühl im Alter von 72 Jahren. Er war in der Waadt mit dem Velo unterwegs, als ihn ein Motorradfahrer, der überholte, frontal erfasste und tödlich verletzte. Guggenbühl war Energie-, Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschaftsspezialist, Buchautor und ein Urgestein des freien Journalismus: «Jede PR ist <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-91549" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211002b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Nachrufe, ungewöhnlich</h3>
<p>Am 26. Mai dieses Jahres starb Hanspeter Guggenbühl im Alter von 72 Jahren. Er war in der Waadt mit dem Velo unterwegs, als ihn ein Motorradfahrer, der überholte, frontal erfasste und tödlich verletzte. Guggenbühl war Energie-, Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschaftsspezialist, Buchautor und ein Urgestein des freien Journalismus: «Jede PR ist ausgeschlossen», sagte er mir 2012 in einem <a href="http://www.edito-online.ch/archiv/editoklartext0112/editoklartext0112d/dererfolgreichefreie.html" rel="noopener" target="_blank">Interview</a>. </p>
<p>Zuletzt schrieb er vor allem für den «Infosperber». Die Plattform hat ihm nach seinem Tod ein ungewöhnliches und deshalb passendes Dossier gewidmet: Unter <a href="https://www.infosperber.ch/dossier/in-memoriam-hpg/" rel="noopener" target="_blank">«in memoriam hpg»</a> publizieren dort Autor*innen Texte «mit der Vorgabe, dass Hanspeter sie gerne gelesen hätte». Und, so heisst es im Beschreibungstext zum Dossier: «‹Gerne gelesen› heisst nicht, dass er nicht widersprochen hätte – war ihm die argumentative Auseinandersetzung doch ebenso wichtig wie das Schreiben.»</p>
<p>Viele der Artikel weichen vom Nachruf-Muster ab, nach dem sich die Nachrufenden in mehr oder weniger eitler Art in eine Beziehung zum Verstorbenen setzen. Klimaforscher Reto Knutti etwa schrieb über die Schwierigkeiten einer Verständigung zwischen Wissenschaft und Bevölkerung, Journalist Marcel Hänggi über die Entwicklung des Autodesigns. Der Beitrag des Journalisten <a href="https://www.infosperber.ch/umwelt/boden-raum-verkehr/in-memoriam-hpg-die-grammatik-der-verharmlosung/" rel="noopener" target="_blank">Felix Schindler</a> von dieser Woche schlägt einen sehr speziellen Bogen zu Guggenbühls Tod: Es geht um die Berichterstattung, nicht zuletzt der Polizei, über Verkehrsunfälle. Die Berichte, so Schindlers Fazit, entstellten häufig den Sachverhalt. Während die Unfallopfer erwähnt werden, werden Unfallverursacher*innen häufig nicht genannt, nicht als Verantwortliche gezeigt oder passiv dargestellt, etwa, indem nur ihr Fahrzeug vorkommt. Folgt man dem Muster von Schindlers Analyse, wäre der Tod von hpg mit «Radfahrer von Motorrad angefahren» beschrieben worden.</p>
<h3>The Bad – Medienschelte, heftig</h3>
<p>«Das Resultat ist keine Ohrfeige an euch, sondern an das respektlose Versagen der Medien, eine faktenbasierte ebenso relevante Debatte zu führen», schrieb die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran nach dem Scheitern der 99%-Initiative auf Twitter an die Initiant*innen, die Juso.</p>
<p>«Die Medien» als Schuldige? Die MEDIENWOCHE hat nachgefragt. Die Respektlosigkeit fast aller (Reichweiten-)Medien gegenüber den Juso sei bemerkenswert gewesen, schrieb Badran in ihrer sehr ausführlichen Antwort unter anderem: «Fakten wurden entweder (meist) ignoriert oder mit einer despektierlichen Tonalität gebracht (populistisch, unsorgfältig, klassenkämpferisch, ahnungslos).» Dabei sei eine Volksinitiative «Arbeit pur»; dem gebühre Respekt und Ernsthaftigkeit. </p>
<p>Die Berichterstattung sei fast nur negativ geprägt gewesen, die Gewichtung «jenseits», so Badran weiter: «Die Hornkuhinitiative generierte mehr Artikel als die 99%.» Dabei gehe es um eines der ganz grossen globalen Probleme, «die Verteilungsfrage, das mobile Kapital, die Konzentration der Vermögen auch bei Institutionellen, die Entmachtung der Demokratien durch das Kapital». Langsam reiche es ihr, wenn Redaktionen «absichtlich Vorlagen runterschreiben, statt sie sachlich zu beleuchten».</p>
<p>Uff. Aha. Ok.</p>
<p>Auch nach so viel geballter Medienkritik fällt es schwer, daran zu glauben, dass Medien Abstimmungsergebnisse so stark beeinflussen und mit einer anderen Berichterstattung ein «Ja» resultiert hätte. Zu hoffen bleibt einfach, dass nicht eintritt, was «Die Mitte»-Präsident Gerhard Pfister auf den Tweet antwortete: «Badran liefert damit den Gegnern des Mediengesetzes ein schönes Zitat für den Abstimmungskampf.»</p>
<h3>The Ugly – Femizid, verharmlost</h3>
<p>In der Schweiz geschieht etwa alle zwei Wochen ein Femizid: Eine Frau wird ermordet. Täter sind meist Ehemänner, Lebensgefährten oder Ex-Partner.</p>
<p>Wenn «blick.ch», «nzz.ch» und «tagesanzeiger.ch» über Femizide berichten, tun sie es nicht angemessen: 2020 waren über 80 Prozent ihrer Beiträge über solche Morde verharmlosend. Zu diesem Schluss kommt Emma-Louise Steiner, Journalistin beim Online-Magazin «Das Lamm». Sie wertete für ihre <a href="https://drive.google.com/file/d/1MtWD6pxVdC47vBcbjEBw4Dr_YGb1buS3/view" rel="noopener" target="_blank">Bachelorarbeit</a> an der ZHAW die Berichterstattung der drei Medien zum Thema – 103 Artikel – mittels qualitativer Inhaltsanalyse aus.</p>
<p>Untersucht hat sie etwa, wie Opfer, Täter und Tat dargestellt werden. In rund der Hälfte der Artikel fand sie Victim-Blaming-Elemente, also Aussagen, die dem Opfer eine Mitschuld am eigenen Tod zuschreiben. Zum Beispiel, weil es zwischen Täter und Opfer Streit gab, sich das Opfer vom Täter trennen wollte oder weil es frühere Gewalt des Täters nicht angezeigt hatte. «In weniger als einem Viertel der Beiträge wird deutlich, dass die Täterschaft die alleinige Verantwortung für den Femizid trägt», so Steiner.</p>
<p>Bisher gibt es in der Schweiz noch keine Studie zum Thema. Steiner würde weitere Forschung begrüssen. «Es ist sehr wichtig, dass man darüber spricht, denn die Medien haben eine grosse Verantwortung», sagt sie, «Ich möchte nie mehr von einem ‹ Beziehungsdrama› lesen. Denn mit solchen Formulierungen werden Femizide als tragische Einzelfälle dargestellt – und nicht als das gesellschaftliche Problem, das sie sind.»</p>
<p>Journalist*innen, die es besser machen wollen, finden Tipps für die Berichterstattung bei «Stop Femizid».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/02/nachrufe-medienschelte-femizide/">Nachrufe, Medienschelte, Femizide</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>22 Erkenntnisse zum Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/12/17/22-erkenntnisse-zum-medienumgang-von-jugendlichen-in-der-schweiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2020 23:34:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Swisscom]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Mediennutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Internetnutzung verlagert sich aufs Smartphone, wo am häufigsten gechattet, gesurft und Soziale Netzwerke genutzt werden. Die beliebtesten Netzwerke sind Instagram, Snapchat und TikTok. Mädchen kommunizieren, die Jungs gamen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der James-Studie von ZHAW und Swisscom mit 1000 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/17/22-erkenntnisse-zum-medienumgang-von-jugendlichen-in-der-schweiz/">22 Erkenntnisse zum Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Internetnutzung verlagert sich aufs Smartphone, wo am häufigsten gechattet, gesurft und Soziale Netzwerke genutzt werden. Die beliebtesten Netzwerke sind Instagram, Snapchat und TikTok. Mädchen kommunizieren, die Jungs gamen.  Die wichtigsten Erkenntnisse aus der James-Studie von ZHAW und Swisscom mit 1000 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/17/22-erkenntnisse-zum-medienumgang-von-jugendlichen-in-der-schweiz/">22 Erkenntnisse zum Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Journalisten am eigenen Ast sägen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/09/wenn-journalisten-am-eigenen-ast-saegen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 May 2016 08:16:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[EPA]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Novak]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Farago]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Bornhauser]]></category>
		<category><![CDATA[Jürg Rüttimann]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Luzerner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[VBJ]]></category>
		<category><![CDATA[SDA]]></category>
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		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Bernard Wuthrich]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[BFS]]></category>
		<category><![CDATA[Le Temps]]></category>
		<category><![CDATA[EDA]]></category>
		<category><![CDATA[IAM]]></category>
		<category><![CDATA[EJPD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Medien beklagen sich regelmässig und völlig zurecht über die Kommunikationsverhinderung durch Verwaltung und Behörden. Nur: Das Know-How der Staatsangestellten stammt mehrheitlich von praktizierenden und ehemaligen Journalistinnen und Journalisten, welche die Gegenseite schulen. Wie die Recherche zeigt, ist das ein florierendes Geschäft. Ist es berufsethisch vertretbar, wenn Journalisten neben ihrer Hauptbeschäftigung Staatsangestellte trainieren, damit sie gegenüber <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/09/wenn-journalisten-am-eigenen-ast-saegen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Medien beklagen sich regelmässig und völlig zurecht über die Kommunikationsverhinderung durch Verwaltung und Behörden. Nur: Das Know-How der Staatsangestellten stammt mehrheitlich von praktizierenden und ehemaligen Journalistinnen und Journalisten, welche die Gegenseite schulen. Wie die Recherche zeigt, ist das ein florierendes Geschäft.<br />
<span id="more-27254"></span><br />
Ist es berufsethisch vertretbar, wenn Journalisten neben ihrer Hauptbeschäftigung Staatsangestellte trainieren, damit sie gegenüber den kritischen Fragen der Medien besser dastehen? Kein Problem, findet zum Beispiel Eva Novak, die Leiterin der Bundeshausredaktionen der Neuen Luzerner Zeitung und der Zentralschweiz am Sonntag. 2013 und 2014 liess sie sich vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) für zwei Medienseminare sowie einen Grundkurs Medienarbeit bezahlen (<a href="https://medienwoche.ch/2015/11/27/hoechste-bundeshausjournalistin-staerkt-behoerdenkommunikation/">die MEDIENWOCHE berichtete</a>). Das Ziel der Kurse war es, mit Kamera- und Interview-Trainings die Kommunikations- und Auftrittskompetenz der Verwaltungsangestellten zu verbessern sowie deren Verständnis für die Arbeitsweise und Bedürfnisse von Medienschaffenden zu fördern.</p>
<p>Kein Problem, findet auch ihr langjähriger Chef, der per Ende April zurückgetretene NLZ-Chefredaktor Thomas Bornhauser. Er wies auf die 80-Prozent-Teilzeitarbeit seiner Kadermitarbeiterin hin: «Frau Novak arbeitet bei uns als redaktionelle Teilzeitangestellte. Sie ist damit arbeitsrechtlich grundsätzlich frei in der Gestaltung ihrer weiteren beruflichen Tätigkeiten, soweit diese die Interessen ihres Arbeitgebers LZ Medien nicht tangieren.» Kein Problem, findet auch EDA-Sprecher Georg Farago: «Wir wollen betonen, dass Journalistinnen und Journalisten, die solche Mandate übernehmen, keinesfalls ihre Unabhängigkeit und Kritikfähigkeit gegenüber dem EDA oder der Bundesverwaltung verlieren. Weder verlangt das EDA von Ihnen Wohlwollen in der Berichterstattung noch erwartet es diese indirekt.»</p>
<p>Aber ist es wirklich kein Problem? Novak unterstützt die Verwaltung, die sie mit den Fragen der Öffentlichkeit konfrontieren sollte, darin, sich geschickter diesen Fragen zu widersetzen. Kann journalistisch glaubwürdig bleiben, wer der Gegenseite beibringt, wie man die Anfragen der eigenen Zunft am Besten ins Leere laufen lässt? Können die Leser von der NLZ und der ZaS kritischen Journalismus über die Behörden erwarten, wenn die Bundeshauschefin einen Teil ihres Einkommens von ihnen finanzieren lässt? Sehen die Journalisten in der Vereinigung der Bundeshaus-Journalisten (VBJ), der Novak als Präsidentin vorsteht, in ihr weiterhin eine Vertreterin der eigenen Interessen gegenüber der Bundesverwaltung? Und wenn diese Tätigkeiten so problemlos und unverfänglich sind, wie sie dargestellt werden, warum gibt es nur sehr wenige Journalisten, die mit dem Thema offen umgehen? Einer der wenigen ist Jacques Briod, der auf seiner Website <a href="http://jbcomm.ch/" target="_blank">jbcomm.ch</a> Journalismus, Kommunikation, Beratung und Medientraining anbietet – als gäbe es keinen grundlegenden Unterschied zwischen journalistischen und werblichen Tätigkeiten. 2012 schulte er zusammen mit der ehemaligen Radio- und Fernsehjournalistin Elisabeth Weyermann das Bundesamt für Polizei fedpol – das EJPD verbuchte den Betrag von 22&#8217;872 Franken.</p>
<p>Neben Novak war auch der Verantwortliche der Bundeshausredaktion der Tageszeitung «Le Temps», Bernard Wuthrich, für die Behörden tätig. 2013 erklärte er für 1000 Franken Honorar Mitarbeitern des BFS, was ein Journalist von einer Medienmitteilung erwartet. Ausserdem führte er für das EDA an fünf halben Tagen einen jeweils mit 700 Franken vergüteten Grundkurs Medienarbeit durch. Er wäre, so schreibt er auf Anfrage, für seinen Aufwand gerne nur mit einer Schachtel Pralinen oder einer Flasche Wein kompensiert worden, aber das sei leider nicht Usus bei der Bundesverwaltung: «Mein Ziel war, die Kursteilnehmer zu ermutigen, Fragen von Journalisten zu beantworten und nicht zu verweigern. Diese Engagements wurden im Einvernehmen mit meiner Chefredaktion durchgeführt und haben immer ein einziges Ziel verfolgt: die Interessen der Journalisten zu verteidigen.»</p>
<p>Jürg Rüttimann vom Tages-Anzeiger war 2013 Leiter der Wirtschaftsredaktion bei der SDA. Für 4500 Franken brutto unterrichtete er drei Kurstage über Medienarbeit und schulte Fachmitarbeiter des Bundesamts für Kultur (BAK) im Verfassen von Medienmitteilungen. Einen Interessenskonflikt mit seiner Arbeit als Journalist sieht Rüttimann deshalb keinen, weil die Behördenmitarbeiter in einem anderen Bereich tätig waren als er (Kultur statt Wirtschaft) – wäre das anders gewesen, hätte er das Angebot abgelehnt. Vermittelt wurde er über einen Bekannten eines Bekannten, weil noch deutschsprachige Kursleiter gesucht wurden. Im Budget des BAK tauchen die Kurstage mit 9000 Franken auf, verrechnet an die Weiterbildungsstelle der Universität Fribourg.</p>
<p>Das SRF hat die Problematik von Medientrainings durch Journalisten erkannt und gehandelt. Seit einem Geschäftsleitungsentscheid im Sommer 2012 dürfen SRF-Mitarbeiter keine Medientrainings mehr anbieten. Im entsprechenden Reglement heisst es: «Eine Tätigkeit als Medientrainer/in (Training von Interviews, Medienauftritten, Tipps für Medienarbeit) ist für Mitarbeitende von SRF aus Glaubwürdigkeitsgründen problematisch und mit ihrer beruflichen Funktion grundsätzlich nicht zu vereinbaren.» Der inzwischen pensionierte SRF-Journalist Thomas Kropf führte im Auftrag des MAZ ab 2012 jedes Jahr Kurse für Personen aus dem EJPD durch – das Departement listet einen Betrag von 14&#8217;000 Franken auf. Keine Medientrainings, vielmehr schulte Kropf EJPD-Juristen in einer regelmässig stattfindenden Schreibwerkstatt, die zu besser verständlichen Manuskripten für Reden von Bundesrätin Sommaruga führen sollte. Problematisch findet er das aus mehreren Gründen nicht: die Kursteilnehmer waren nicht im Kontakt mit Journalisten, er selbst hatte als Radio-Nachrichtenredaktor keinen Kontakt zu den Kursteilnehmern und vermittelt wurde nicht, wie man sich gegenüber Journalisten verhält, sondern nur die Erstellung eines verständlichen Redetextes. SRF-Mediensprecherin Andrea Wenger bestätigt seine Tätigkeiten für die Behörden: «Thomas Kropf war bis 2015 Teilzeit bei SRF in der Ausbildung und in der Chefredaktion Radio tätig und durfte damit Nebenbeschäftigungen nachgehen.»</p>
<p>Viele der Staatsbediensteten-Trainer sind ehemalige Journalisten: Noch letztes Jahr bildeten Christian Müller und Andreas Stutz die Chefredaktion der Zürcher Oberland Medien (ZOB) und verantworteten die Tageszeitungen «Zürcher Oberländer» und «Anzeiger von Uster». Jetzt sitzen sie in einer Villa in Uster und bieten speziell auf Behörden und Organisationen zugeschnittene Medientrainings an. Zum Pauschalpreis von 4400 Franken können staatliche Stellen bei der <a href="http://dimedio.ch/#seminare" target="_blank">Dimedio GmbH</a> für maximal 12 Personen ein Tagesseminar inklusive Vorbesprechung, Kursunterlagen und Zertifikat buchen. Daniel Deicher (Ex-Sonntagsblick) und Simon Kopp (Ex-SRF) im luzernischen Buchrain werben damit, besonders praxisnah zu sein: «<a href="http://www.deicherkopp.ch/de" target="_blank">Deicher | Kopp Kommunikation</a> arbeitet mit Fallbeispielen aus dem Umfeld Ihrer Organisation oder mit realen Medienmitteilungen und Kampagnen.» Die <a href="http://www.metacom.ch/" target="_blank">metacom GmbH</a> in Aarau wird geführt vom ehemaligen Kriegsreporter Beat Krättli und von der Ex-Videojournalistin Anna Muser und beschäftigt auch SRF-Journalisten, wie die SRF-Mediensprecherin auf Anfrage bestätigt: «Henriette Engbersen arbeitet 60 Prozent als Journalistin für die Tagesschau und darf damit Nebenbeschäftigungen nachgehen. Dasselbe gilt für Thomas Pressmann, der 80 Prozent für das Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis tätig ist. Beide gehen einer Nebenbeschäftigung in Nachdiplom- und Diplomstudiengängen in Krisenkommunikation nach. Die SRF-Journalisten unterstützen dort die Übungsleitung während Krisensimulationen. Hierbei geht es primär darum, den Studierenden aufzuzeigen, wie die Medien arbeiten und welche Bedürfnisse sie haben.» Für Dimedio, Deicher/Kopp und Metacom verbuchte das Staatssekretariat für Migration SEM im Zeitraum von 2013 bis 2015 62&#8217;800 Franken. Der Gesamtbetrag aller Medientrainings für den Staat ist natürlich viel höher, kann aber nicht offiziell beziffert werden.</p>
<p>Aufgrund der Integration der Medientrainingskurse der Zollverwaltung in das Kursangebot des Ausbildungszentrums der Bundesverwaltung (AZB) musste das Eidgenössische Personalamt (EPA) Ende März erstmals eine Ausschreibung auf Simap.ch publizieren (Projekt-ID 138216), denn der im Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen Art. 6b festgesetzte Schwellenwert von 230&#8217;000 Franken für Dienstleistungen wurde überschritten. Wie im Aufgabenbeschrieb der Ausschreibung ersichtlich ist, geht es bei den (allen Mitarbeitern der Bundesverwaltung offenstehenden) Medientrainings um das Erlernen des Umgangs mit Journalisten: «Die Kurse zum Umgang mit Medien bereiten Mitarbeitende und Kader auf die Kommunikation mit den Medien in unterschiedlichen Situationen vor.» Wichtig scheint die Pflege des Images der Bundesangestellten zu sein: «Der professionelle Auftritt der Mitarbeitenden der Bundesverwaltung vor den Medien beinhaltet immer auch die Komponente der Imagepflege der Bundesverwaltung.» Noch bis zum 13. Mai 2016 können sich Medientrainer bewerben, die dem Anforderungsprofil entsprechen – darunter werden natürlich auch Journalisten sein. Das EPA rechnet von 2017 bis 2024 mit 144 Kurstagen auf Deutsch und 48 Kurstagen auf Französisch. Rechnet man mit dem Behördentraining-Tagessatz der Dimedio von 4400 Franken, so wären es rund 120&#8217;000 Franken pro Jahr, die das EPA einsetzen will, um Journalisten zu verstehen und um den eigenen Glanz zu pflegen.</p>
<p>Anders als beispielsweise in Deutschland, wo sich renommierte Journalistenschulen klar von der PR abgrenzen, wird Journalismus und PR in der Schweiz bereits in der Ausbildung vermischt. Im Institut für angewandte Medienwissenschaften IAM in Winterthur studieren künftige Journalisten und PR-Leute im modular aufgebauten Studium «Bachelor Kommunikation» Seite an Seite. Bereits hier werden Beziehungen aufgebaut, die danach für den kritischen Journalismus zum Problem werden können. Denn welcher Journalist möchte schon einem netten ehemaligen Schulkamerad mit einer Story ein grosses Problem einhandeln? Im PR-Sprech auf der Website des IAM klingt das freilich anders: «In der Ausbildung trainieren Sie von Anfang an, die Perspektiven nicht zu vermischen, sondern einander entgegen zu setzen und im Verlauf des Studiums zu profilieren.» Die Journalistenschule MAZ führt regelmässig Medientrainings durch und unterrichtet dabei auch Behörden. Die Kursleiter werden aus einem Pool von Medientrainern ausgewählt, die nach Angaben des MAZ allesamt keine aktive Journalistenfunktion inne haben. Umsätze gibt das MAZ keine bekannt, aber die «Kunden Kommunikation | Rhetorik» sind im Jahresbericht nachzulesen. 2015 waren zum Beispiel dabei: die Eidgenössischen Departemente EDA, WBF, VBS, EFD, die Bundesämter BLV, BBL, BFE, BAG, BSV, BFS, BAV, BABS, ARE, Baspo, Bafu, Astra, Swisstopo, Armasuisse, die Finma, Präsenz Schweiz, die Zollverwaltung. Weiter aufgeführt sind sechs Universitäten, fünf Stadtverwaltungen, fünf IV-Stellen, vier Gemeindeverwaltungen, vier Kantonspolizeien, zwei Stadtpolizeien, zwei Fachstellen. Und selbst die Medien brauchen Medientrainings: Die SRG ist genau so unter den Kunden wie die NZZ, die AZ Medien AG oder die BauernZeitung. Insgesamt nahm das MAZ 4,8 Millionen Franken netto durch Kursgelder ein; die Abteilung Kommunikation erwirtschaftete dabei erstmals mehr Umsatz als die Abteilung Journalismus.</p>
<p><small>Der Text erschien zuerst in gekürzter Form in der Zeitschrift «Schweizer Journalist».</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/09/wenn-journalisten-am-eigenen-ast-saegen/">Wenn Journalisten am eigenen Ast sägen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Publikumsdialog bringt Inputs, Nähe und manchmal Ärger</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/11/publikumsdialog-bringt-inputs-naehe-und-manchmal-aerger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik Allemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2015 12:41:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Bernet PR]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Web]]></category>
		<category><![CDATA[IAM]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=24502</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die neueste IAM-Bernet-Studie beleuchtet die Nutzung des Internet – und allen voran der Social Media Kanäle – durch Medienschaffende. Beim Recherchieren, Publizieren und Diskutieren: Die Kanäle bringen mehr Tempo, Vielfalt aber auch Aufwand. Im Austausch mit dem Publikum sehen die Befragten Nutzen, aber auch Potenzial für Ärger. Bereits seit 2002 untersuchen das Institut für Angewandte <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/11/publikumsdialog-bringt-inputs-naehe-und-manchmal-aerger/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die neueste IAM-Bernet-Studie beleuchtet die Nutzung des Internet – und allen voran der Social Media Kanäle – durch Medienschaffende. Beim Recherchieren, Publizieren und Diskutieren: Die Kanäle bringen mehr Tempo, Vielfalt aber auch Aufwand. Im Austausch mit dem Publikum sehen die Befragten Nutzen, aber auch Potenzial für Ärger.<br />
<span id="more-24502"></span><br />
Bereits seit 2002 untersuchen das Institut für Angewandte Medienwissenschaften und Bernet_PR die Webnutzung von Journalistinnen und Journalisten. Erstmals liegen dieser Arbeit 18 ausführliche Interviews mit Exponenten verschiedener Journalismus-Gattungen zu Grunde. In den letzten Monaten entstanden, sind die Portraits <a href="http://bernetblog.ch/tag/jstudie/" target="_blank">regelmässig im bernetblog erschienen</a>. Die ganze Studie ist <a href="http://bernet.ch/journalistenimweb/" target="_blank">als Buch und E-Book erhältlich</a>.</p>
<p>Das Web ist im Medienalltag angekommen. Man sieht und nutzt seine Chancen, ortet aber auch Risiken und Mehraufwände. <a href="http://bernetblog.ch/2015/04/09/journalisten-im-web-rechechieren-mit-social-media/" target="_blank">In der Recherche</a> hat es die Wege zu Auskunftsquellen drastisch verkürzt. Allen voran Facebook und Twitter dienen als Seismographen für die Themenfindung und zur Inspiration für Geschichten abseits von Muss-Schlagzeilen. Zurückhaltung ist spürbar beim Publizieren durch Medienschaffende und Redaktionen: Nur wenige Journalistinnen oder Journalisten bauen sich ihre eigene «Online-Marke» auf.</p>
<p>Die Zeiten sind vorbei, wo sich das Engagement der Medien auf das Aussenden beschränkte. Formate mit Publikums-Einbezug, Feedback- und Input-Möglichkeiten bringen Nähe zum Publikum. Einige der Befragten sehen darin Chancen für mehr Qualität durch Korrekturen aus dem Publikum. Gerade Journalisten mit sehr spezifischem Themenbezug (Fachjournalisten, Special Interest) erhalten durch Aufbau und Pflege ihrer Community wertvolle Inputs, Anregungen oder auch Krititk. Hier liegen auch Befürchtungen einiger Befragten: Durch den einfachen, schnellen Austausch sei die Hürde für notorische Nörgler nochmals gesunken, im Vergleich zum Briefverkehr oder Telefonanruf von früher.</p>
<p>Die gewonnene Nähe zum Publikum kann aber trügerisch sein, so äussert sich ein Befragter. Die Offenheit auf Social Media höre meist dann auf, wenn Menschen aus dem Publikum mal persönlich auf der Redaktion vorbeischauen möchten. Hier wurde zuvor möglicherweise eine Nähe suggeriert, die dann in der Realität enttäuscht wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/11/publikumsdialog-bringt-inputs-naehe-und-manchmal-aerger/">Publikumsdialog bringt Inputs, Nähe und manchmal Ärger</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Zukunft des Journalismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/06/zukunft-des-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Nov 2014 16:21:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienmonitor]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus Tag]]></category>
		<category><![CDATA[Winterthur]]></category>
		<category><![CDATA[IAM]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=21875</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Journalismus-Tag ist das wichtigste Stelldichein der Medienschaffenden in der Schweiz. Am 5. November ging es in Winterthur in einer Mischung aus Rückblick und Ausblick um die Zukunft einer Profession, an die selbst manche ihrer Protagonisten nicht mehr richtig glauben wollen. Der MEDIENMONITOR-Schwerpunkt dieser Woche widmet sich aus aktuellem Anlass der Zukunft des Journalismus. Das <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/06/zukunft-des-journalismus/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Journalismus-Tag ist das wichtigste Stelldichein der Medienschaffenden in der Schweiz. Am 5. November ging es in Winterthur in einer Mischung aus Rückblick und Ausblick um die Zukunft einer Profession, an die selbst manche ihrer Protagonisten nicht mehr richtig glauben wollen. Der MEDIENMONITOR-Schwerpunkt dieser Woche widmet sich aus aktuellem Anlass der Zukunft des Journalismus.<br />
<span id="more-21875"></span><br />
<strong><a href="http://jourtag14blog.wordpress.com/" target="_blank">Das war der Journalismus-Tag 2014</a></strong><br />
Das IAM-Reporterteam ist am Journalismustag 2014 unterwegs und sucht spannende Statements, provokative Behauptungen, knackige Tweets und starke Bilder. Die Studierenden des ersten Semesters Journalismus und Organisationskommunikation testen am #JourTag14 ihre Reporterfähigkeiten und bringen aus allen Tagungen Material mit, aus denen Berichte für diesen Liveblog entstehen sollen.</p>
<p><strong><a href="http://www.2110.ch/qualitaet-durch-umbruch/" target="_blank">Qualität durch Umbruch</a></strong><br />
Am JournalismusTag.14 wurde ein ganzer Tag über die Qualität im Journalismus debattiert. Abgesehen von wenigen Ausnahmen kam die Innovation in den Workshops zu kurz. Ein Problembeschrieb.</p>
<p><strong><a href="http://landbote.ch/detail/article/wie-geht-es-dem-journalismus/gnews/99289588/" target="_blank">Wie geht es dem Journalismus?</a></strong><br />
Das sagen sechs führende Journalisten, die in Winterthur leben oder über die Region berichten.</p>
<p><strong><a href="http://www.landbote.ch/detail/article/die-redaktionen-sind-wie-irre-am-ueberreagieren/gnews/99289578/" target="_blank">«Die Redaktionen sind wie irre am Überreagieren»</a></strong><br />
Rund 200 Journalisten treffen sich morgen in Winterthur. Der Mitorganisator und ZHAW-Dozent Vinzenz Wyss übt Kritik an der Branche.</p>
<p>Weitere Artikel zum Thema:<br />
<a href="http://medienmonitor.ch/post-dossier/zukunft-des-journalismus/"><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/10/monitor.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-21783" title="monitor" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/10/monitor.jpg" alt="" width="460" height="107" /></a></a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/06/zukunft-des-journalismus/">Zukunft des Journalismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Das war der Journalismus-Tag 2014</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/06/dokumentation-journalismus-tag-2014/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Nov 2014 09:29:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[IAM]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Winterthur]]></category>
		<category><![CDATA[Journralismus-Tag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das IAM-Reporterteam ist am Journalismustag 2014 unterwegs und sucht spannende Statements, provokative Behauptungen, knackige Tweets und starke Bilder. Die Studierenden des ersten Semesters Journalismus und Organisationskommunikation testen am #JourTag14 ihre Reporterfähigkeiten und bringen aus allen Tagungen Material mit, aus denen Berichte für diesen Liveblog entstehen sollen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das IAM-Reporterteam ist am Journalismustag 2014 unterwegs und sucht spannende Statements, provokative Behauptungen, knackige Tweets und starke Bilder. Die Studierenden des ersten Semesters Journalismus und Organisationskommunikation testen am #JourTag14 ihre Reporterfähigkeiten und bringen aus allen Tagungen Material mit, aus denen Berichte für diesen Liveblog entstehen sollen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/06/dokumentation-journalismus-tag-2014/">Das war der Journalismus-Tag 2014</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Die Redaktionen sind wie irre am Überreagieren»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/04/die-redaktionen-sind-wie-irre-am-ueberreagieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2014 09:30:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vinzenz Wyss]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus Tag]]></category>
		<category><![CDATA[IAM]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Landbote]]></category>
		<category><![CDATA[Jigme Garne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=2089</guid>

					<description><![CDATA[<p>Rund 200 Journalisten treffen sich morgen in Winterthur. Der Mitorganisator und ZHAW-Dozent Vinzenz Wyss übt Kritik an der Branche.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/die-redaktionen-sind-wie-irre-am-ueberreagieren/">«Die Redaktionen sind wie irre am Überreagieren»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rund 200 Journalisten treffen sich morgen in Winterthur. Der Mitorganisator und ZHAW-Dozent Vinzenz Wyss übt Kritik an der Branche.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/die-redaktionen-sind-wie-irre-am-ueberreagieren/">«Die Redaktionen sind wie irre am Überreagieren»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Alle Wege führen… wohin und wieso?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/05/23/alle-wege-fuehren-wohin-und-wieso/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2013/05/23/alle-wege-fuehren-wohin-und-wieso/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[MW Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2013 22:36:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
		<category><![CDATA[Nick Lüthi]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Stark]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Weber]]></category>
		<category><![CDATA[Yves Kilchör]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Journalismus bleibt ein begehrtes Berufsziel. Das schlechte Image der Medien tut der Beliebtheit keinen Abbruch. Untrüglicher Hinweis darauf sind die immer reichhaltigeren Ausbildungsangebote. Doch wozu ein Studium für einen Beruf, der ganz bewusst kein geschützter ist? Ein Gespräch. Aus der Perspektive von Ausbildung und Praxis diskutieren vier Fachleute über das Wie und Wieso und Wozu <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/23/alle-wege-fuehren-wohin-und-wieso/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/23/alle-wege-fuehren-wohin-und-wieso/">Alle Wege führen… wohin und wieso?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Journalismus bleibt ein begehrtes Berufsziel. Das schlechte Image der Medien tut der Beliebtheit keinen Abbruch. Untrüglicher Hinweis darauf sind die immer reichhaltigeren Ausbildungsangebote. Doch wozu ein Studium für einen Beruf, der ganz bewusst kein geschützter ist? Ein Gespräch.<br />
<span id="more-14192"></span><br />
Aus der Perspektive von Ausbildung und Praxis diskutieren vier Fachleute über das Wie und Wieso und Wozu der Journalismus-Ausbildung. Es sind dies: <a href="http://www.maz.ch/aktuell/news/402.asp" target="_blank">MAZ-Studienleiterin</a> <a href="http://www.journalism-reloaded.ch/" target="_blank">Alexandra Stark</a>, ZHAW-Dozent Nick Lüthi und <a href="http://konradweber.ch/" target="_blank">Konrad Weber</a>, Multimedia-Redaktor und Journalismus-Student. Geleitet wird das Gespräch (in Schweizer Dialekt) von Yves Kilchör, <a href="http://www.radioblindpower.ch/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=34&amp;Itemid=35" target="_blank">Radiomoderator</a> und <a href="http://campus.nzz.ch/studium/blind-durchs-studium" target="_blank">Student</a>.</p>
<p><iframe loading="lazy" width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F93365480&amp;color=ff6600&amp;auto_play=false&amp;show_artwork=false"></iframe></p>
<p>Dieses Gespräch ist Teil der Bachelor-Arbeit von Yves Kilchör. Er schliesst damit sein Journalismus-Studium an der ZHAW in Winterthur ab. Weitere Folgen der noch namenlosen Sendung zu Medien und ihren Machern sind geplant. Anregungen und Namensvorschläge gerne unten als Kommentar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/05/23/alle-wege-fuehren-wohin-und-wieso/">Alle Wege führen… wohin und wieso?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>…und wo sollen die alle arbeiten?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/12/15/und-wo-sollen-die-alle-arbeiten/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/12/15/und-wo-sollen-die-alle-arbeiten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 13:20:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenschulen]]></category>
		<category><![CDATA[MNS]]></category>
		<category><![CDATA[Radio 1]]></category>
		<category><![CDATA[SAL]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Schawinski]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[IAM]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt viele Journalistenschulen in der Schweiz, die theoretische Grundlagen ausbilden. Das Problem: Die Schüler treffen auf völlig andere Realitäten in den Redaktionen. Erfolgreiche Journalisten werden in der täglichen Praxis und in der Zusammenarbeit mit Vorbildern erzeugt. Während journalistisch arbeitende Medien die letzten Jahre in finanzielle Bedrängnis gekommen sind, Leistungen abbauen mussten und es überhaupt <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/15/und-wo-sollen-die-alle-arbeiten/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/15/und-wo-sollen-die-alle-arbeiten/">…und wo sollen die alle arbeiten?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Journalistenschulen in der Schweiz, die theoretische Grundlagen ausbilden. Das Problem: Die Schüler treffen auf völlig andere Realitäten in den Redaktionen. Erfolgreiche Journalisten werden in der täglichen Praxis und in der Zusammenarbeit mit Vorbildern erzeugt.<br />
<span id="more-28956"></span><br />
Während journalistisch arbeitende Medien die letzten Jahre in finanzielle Bedrängnis gekommen sind, Leistungen abbauen mussten und es überhaupt ständig weniger rein journalistische Arbeitsplätze gibt, werden immer mehr Journalisten ausgebildet​. Junge, teilweise orientierungslose Menschen, die «etwas mit Medien» machen wollen, bilden eine Nachfrage, die Journalistenschulen mit einem Angebot befriedigen  &#8211; <a href="http://www.linguistik.zhaw.ch/de/linguistik/iam/studium/bachelorstudium-journalismus-organisationskommunikation-jo/kosten.html">hier etwa der Kostenkatalog des IAM</a>. Auch das Publizistikstudium ist seit vielen Jahren ein Renner unter Studenten.</p>
<p>Wir haben dazu bei den Journalistenschulen nachgefragt, wie viele Absolventen sie denn durchschnittlich in den letzten Jahren ausgebildet haben. Genaue Zahlen konnten die <a href="http://www.ringier.ch/index.cfm?rub=718">Ringier-Journalistenschule</a> und das <a href="http://maz.ch/">MAZ</a> liefern, ungefähre Schätzungen erhalten haben wir von der <a href="http://www.medienkurse.ch/">Medienschule Nordwestschweiz</a> (MNS), dem <a href="http://www.linguistik.zhaw.ch/de/linguistik/iam.html">Institut für Angewandte Medienwissenschaft</a> (IAM) und der <a href="http://www.sal.ch/">Schule für angewandte Linguistik</a> (SAL). Zusammengezählt ergibt sich trotzdem ein klares Bild, siehe unsere Grafik hier:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/11/Absolventen-journalistischer-Ausbildungen-an-fünf-Schweizer-Journalistenschulen-Grafik-Ronnie-Grob-medienwoche.jpg" alt="Absolventen journalistischer Ausbildungen an fünf Schweizer Journalistenschulen - Grafik: Ronnie Grob, medienwoche.ch" title="Absolventen journalistischer Ausbildungen an fünf Schweizer Journalistenschulen - Grafik: Ronnie Grob, medienwoche.ch" width="460" height="306" class="alignnone size-full wp-image-5939" /></p>
<p>Praxisorientierte Studiengänge bieten auch Hochschulen an, zum Beispiel die Abteilung <a href="http://www.unifr.ch/mukw/mukw07/index.php?page=hauptfach-90-ects">Medien- und Kommunikationswissenschaft der Uni Fribourg</a>.</p>
<p>Nicht wenige Lehrer an den Journalistenschulen (auch den sogenannt praxisbezogenen) dozieren aus einer Zeit und für eine Zeit, die vorbei ist. Von den Möglichkeiten des Onlinejournalismus, von Links und sozialen Netzwerken haben viele oft keine blasse Ahnung. Journalistenschüler beklagen, in dieser Hinsicht <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/01/das-frischfleisch-bilanziert/">nichts gelernt zu haben</a>, zum Beispiel Moritz Kaufmann, inzwischen Mitarbeiter der «Basellandschaftlichen Zeitung»: «Ich hätte gerne gelernt, wie man Infografiken programmiert und Websites bearbeitet.»</p>
<p>Es ist eine untergegangene Zeit, in der die gedruckte «New York Times» das leuchtendste Vorbild am Horizont, der Pulitzer-Preis das höchste Ziel, Diskussionen über die Abgrenzung verschiedener Textformen die schönste Theorie sind. Aus theoretischen und historischen Gründen ist es sicher nicht falsch, das mal zu hören. Für die zeitgenössische journalistische Praxis kann das aber nur etwa jeder zehnte oder hundertste Abgänger gebrauchen.</p>
<p>In der Newsnetz-Online-Redaktion zum Beispiel muss ein Neuling schon recht bald mal <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/02/unter-dem-content-diktator/">zwei oder drei Storys täglich</a> raushauen. Journalismus ist da nicht das Ziel der Arbeit, sondern vielmehr das Mittel zum Erreichen der Klickperformance, mit der die Werbegelder stehen und fallen. Recherchen zu betreiben, aus denen vielleicht nichts wird, liegt nicht drin &#8211; dafür ist der Tag zu kurz (das gilt auch für viele Zeitungen). Abwehren muss der Neujournalist zudem das Bombardement der PR-Leute, die den Auftrag haben, ihn zu vereinnahmen. Einfach ist das nicht, hat er doch mit einigen von ihnen, zum Beispiel an der ZHAW, noch vor Kurzem freundschaftlich die Schulbank geteilt. Wie verschlungen die Zusammenarbeit zwischen Werbung und Journalismus in den Schweizer Medien sein kann, auch, vielleicht vor allem auf Chefredaktor-Ebene, hat Lukas Egli kürzlich in seiner <a href="http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/27071760">Gripen-Werbung-Story</a> aufgezeigt.</p>
<p>Doch Schulen und Lehrgänge hin oder her &#8211; die Praxis scheint immer noch die allerbeste Journalistenschule überhaupt zu sein. Denn wenn es darum geht, anhand von bekannten Journalisten eine Liste zu erstellen, welche Ausbildung denn nun die erfolgreichste ist, dann ragt ganz klar ein Name obenaus: Roger Schawinski.</p>
<p>Hier eine sicher unvollständige Liste von durchaus wohlbekannten Schülern der Schule Schawinski: Matthias Ackeret, Markus Gilli, Eva Wannenmacher, Hugo Bigi, Reto Brennwald, Frank Baumann, Katja Stauber, Florian Inhauser, Urs Leuthard, Röbi Koller, Ursi Spaltenstein, Dani Wyler, Daniela Lager, Nik Hartmann, Mario Torriani, Anna Maier, Nik Niethammer, Daniel Pünter, Claudio Zuccolini, Pascal Scherrer, Roman Kilchsperger, Jörg Kachelmann, Peter Wick, Marc Giriet, Daniel Ammann, Andi Büchi.</p>
<p>Nicht nur viele Radio-1-Leute, auch ein guter Teil des journalistischen Personals des Schweizer Fernsehens sind Schüler der Praxisschule Schawinski &#8211;  man fragt man sich: wo sind die SRF-Vorbilder, welche Talente ziehen sie nach, welche Talente haben sie nachgezogen? Ist die Ausbildung bewusst ausgelagert an private Medienunternehmen?</p>
<p>Es ist Zeit, Schawinski öffentlich zu danken. Seine erfolgreiche Arbeit in der Ausbildung hat er auf eigenes Risiko durchgeführt &#8211; und das ohne Studiengebühren oder Subventionen zu kassieren. Wenn auch nicht in Worten, so ist das in Taten bereits geschehen &#8211; die Montagabendsendung &#8222;Schawinski&#8220; wurde exakt auf seine Bedürfnisse zugeschnitten.</p>
<p>Dank im Namen des Schweizer Journalismus gebührt auch allen anderen, die jungen Talenten den Mut mitgegeben haben, etwas zu wagen und sie ab und zu auf den richtigen Weg zurückgeschubst haben. Für unerfahrene Journalisten ist es ein Glück, wenn sie mit den / für die Herausragenden der Branche arbeiten dürfen. Für ihre journalistische Laufbahn profitieren sie dadurch offenbar mehr als von jeder Schule.</p>
<p><strong>Nachtrag, 16. Januar 2012:</strong> Im Konzessionsgesuch<br />
für Radio 1 sind Radio- und Fernsehmitarbeiter aufgelistet, die Roger Schawinski seit 1979 ausgebildet hat:</p>
<p><a href='https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/12/Schüler-von-Roger-Schawinski.pdf'>Schüler von Roger Schawinski</a> (PDF-Datei)</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/12/15/und-wo-sollen-die-alle-arbeiten/">…und wo sollen die alle arbeiten?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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