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	<title>Ausbildung | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 08 Jul 2022 07:13:03 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Journalismus-Ausbildung ist (nicht) gefragt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/07/journalismus-ausbildung-ist-nicht-gefragt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jul 2022 14:48:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus-Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier Journalistenschule]]></category>
		<category><![CDATA[ZHAW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während Journalismus-Schulen Mühe bekunden, ihre Studiengänge vollzukriegen, sind die Absolvent:innen bei den Verlagen umso begehrter. Bis vor Kurzem galt es als ein Traumlos: Zwei Jahre bezahltes Volontariat auf einer Redaktion, dazu eine Diplomausbildung am MAZ. Die Journalistenschule selbst nennt es den «Königsweg in den Journalismus». Für den nächsten Ausbildungsgang hatte auch der «Landbote» in Winterthur <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/07/journalismus-ausbildung-ist-nicht-gefragt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während Journalismus-Schulen Mühe bekunden, ihre Studiengänge vollzukriegen, sind die Absolvent:innen bei den Verlagen umso begehrter.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-98445" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/07/MW-Stand-Journalistenausbildung-20220707-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Bis vor Kurzem galt es als ein Traumlos: Zwei Jahre bezahltes Volontariat auf einer Redaktion, dazu eine Diplomausbildung am MAZ. Die Journalistenschule selbst nennt es den «Königsweg in den Journalismus». Für den nächsten Ausbildungsgang hatte auch der «Landbote» in Winterthur wieder ein MAZ-Volontariat ausgeschrieben. Doch gefehlt: Es gab kein nennenswertes Interesse, das Volontariat bleibt diesmal verwaist.<br />
 </p>
<p>Wie die Redaktionen Mühe bekunden bei der Suche nach Nachwuchs, so ergeht es auch den Ausbildungsstätten nicht anders. Mit 22 Teilnehmenden verzeichnet <a href="https://www.maz.ch/home" rel="noopener" target="_blank">das MAZ</a> derzeit eine rekordtiefe Belegung der zweijährigen Diplomausbildung. In den vergangenen Jahren waren es jeweils zwischen 40 und 60. «Gewisse Verlage können niemanden schicken, weil sie schlicht keine Leute haben. Oder die Personaldecke ist dermassen dünn, dass sie für die 90 Ausbildungstage bei uns nur noch alle zwei Jahre jemanden entbehren können», sagt MAZ-Direktorin Martina Fehr im Gespräch mit der MEDIENWOCHE. Was Fehr aber auch feststellt: Jene 22, die sich für die Diplomausbildung entschieden haben, seien «sehr motiviert und sehr zielgerichtet». Das mag auch daher rühren, dass sie eine Anstellung auf sicher haben. «Die meisten Leute werden noch während des Studiums angestellt.».</p>
<p>Während das Interesse am zweijährigen Diplomlehrgang sinkt (die Radio- und Video-Lehrgänge in der Grundausbildung sind weiterhin ausgebucht), nehmen die Anfragen zu für spezifische Weiterbildungen. Ein Zeichen, dass Verlage in bestehendes Personal investieren wollen. Das MAZ müsse hier nun eine «Umschichtung managen», erklärt die Direktorin. «Unser oberstes Ziel bleibt es, die Kunden zufriedenzustellen mit gezielten Angeboten für Aus- und Weiterbildung.» Das scheint in dieser Phase des Umbruchs ganz gut zu gelingen. Medien, die das MAZ als Kunden verloren hatte, kommen wieder, und langjährige Kunden, etwa CH Media, buchen im bisherigen Umfang Kurse in Luzern.</p>
<blockquote><p>CH Media nutzt ihr neues Ausbildungsangebot als eine Art Mischung aus Trichter und Staubsauger, um die passenden Leute zu finden.</p></blockquote>
<p>Im Fall von CH Media mag das insofern überraschen, als dass das Unternehmen vor zwei Jahren selbst eine «Academy» gründete als Reaktion auf die Rekrutierungsschwierigkeiten für Medien-Jobs. Die trimediale Ausbildung an der <a href="https://chmedia-academy.ch/" rel="noopener" target="_blank">«CH Media Academy»</a> ist auf die Bedürfnisse der elektronischen Medien TV, Radio und Online ausgerichtet, die CH Media in vier (<a href="https://chmedia.ch/news/ch-media-baut-sein-today-netzwerk-weiter-aus" rel="noopener" target="_blank">und demnächst sechs</a>) Deutschschweizer Städten betreibt. «Wir müssen versuchen, den jungen Leuten etwas Attraktives zu bieten, das über das Standardpraktikum hinausgeht», erklärt Nicola Bomio die Motivation für den eigenen Ausbildungsgang. Als Leiter der Radioprogramme von CH Media hat Bomio die «CH Media Academy» mitentwickelt. Die ersten 15 Teilnehmenden der neuen Ausbildung haben nun nach einem Jahr zwei der insgesamt drei halbjährigen Praktika in den Redaktionen von Radio, TV und Online absolviert. Für ihre Arbeit erhalten sie am Anfang 2500 Franken im Monat, am Ende der Ausbildung 4000.</p>
<p>CH Media nutzt ihr neues Ausbildungsangebot als eine Art Mischung aus Trichter und Staubsauger, um die passenden Leute zu finden. Nach der Ausschreibung primär über die eigenen Kanäle meldeten sich 100 Interessierte. Nach der Sichtung der Dossiers hat CH Media 40 an den sogenannten «Talent Day» eingeladen, wo das Feld in einem eintägigen Assessment mit praxisnahen Aufgaben schliesslich auf die verbleibenden 15 ausgedünnt wurde, die dann die Ausbildung in Angriff nehmen durften. Eine Verpflichtung, danach für eine bestimmte Zeit im Unternehmen zu bleiben, gibt es nicht; aber gute Chancen, fest angestellt zu werden.</p>
<blockquote><p>Zählte die «JouSchu» früher über 200 Bewerbungen, so waren es für den kommenden Lehrgang gerade noch rund 50.</p></blockquote>
<p>Wie CH Media setzt auch Ringier – weiterhin und verstärkt – auf das eigene Ausbildungsangebot. Seit bald 50 Jahren führt das Zürcher Medienhaus an seinem historischen Stammsitz in Zofingen die <a href="https://www.ringierjournalistenschule.ch/schule" rel="noopener" target="_blank">Ringier Journalistenschule</a>, auch bekannt als «Jouschu». Mit Peter Hossli leitet die Schule seit Anfang Mai dieses Jahres ein erfahrener und versierter Reporter und Moderator, der zuletzt bei der «NZZ am Sonntag» und dem Schweizer Fernsehen SRF gearbeitet hatte. Hossli löste den früheren Fernsehmann und «Sonntagsblick»-Chefredaktor Hannes Britschgi ab, der die «Jouschu» zwölf Jahre lang geleitet hatte.<br />
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<p>Auch die Ringier-Ausbildungsstätte spürt den schwächeren Zustrom an interessierten jungen Leuten. Zählte man früher über 200 Bewerbungen, so waren es für den kommenden Lehrgang gerade noch rund 50. Im August beginnen voraussichtlich 14 davon die Ausbildung. «Das hat wohl damit zu tun, dass wir zu wenig rausgehen, dass die Schule nicht mehr überall bekannt ist», sagt Peter Hossli zur MEDIENWOCHE. Das wolle er ändern. Unter den Bewerbungen fand sich anfänglich niemand, der die Ausbildung bei einem Wirtschaftsmedium von Ringier machen wollte, etwa bei «Handelszeitung» oder «Bilanz». Hossli suchte – und ist zuversichtlich, die Position besetzen zu können. Rekrutierungspotenzial für die Ausbildung an der Ringier-Schule sieht Hossli bei Gruppen, die im Journalismus bisher zu wenig vertreten sind: Nicht-Akademiker:innen und die migrantische Bevölkerung. «Es hat weiterhin nur wenige mit einem -ić im Nachnamen auf den Redaktionen. Da möchte ich einen Effort leisten für die nächste Klasse», sagt Hossli. Er schaue darum nach vorne und beginne jetzt schon mit der Rekrutierung für den übernächsten Studiengang, der 2025 beginnt. Ein Instrument, das ihm dabei hilft, ist das <a href="https://www.ringier.com/de/die-blick-gruppe-laedt-zum-mediacamp/" rel="noopener" target="_blank">Mediacamp der «Blick»-Gruppe</a>. Im Juli werden eine Woche lang dreizehn Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 22 auf den «Blick»-Redaktionen mitarbeiten. «Ich hätte die Plätze doppelt belegen können», berichtet Hossli vom grossen Zuspruch. Weiter erfreulich sei zum einen der hohe Frauenanteil. Es habe etwa dreimal so viele Bewerberinnen wie Bewerber gegeben. Zum anderen brächten die jungen Leute einen gut gefüllten Rucksack mit, hätten mitunter schon Erfahrungen bei Lokalzeitungen und -radios gesammelt. Aus diesem Pool kann Hossli nun schöpfen für seine Schule. «Das Interesse am Mediacamp zeigt, dass der Journalismus für junge Menschen nach wie vor eine grosse Attraktivität ausstrahlt.»</p>
<blockquote><p>Im ersten Corona-Jahr während des Lockdowns verzeichnete der Studiengang Kommunikation an der ZHAW rekordviele Anmeldungen.</p></blockquote>
<p>Business as usual meldet derweil die ZHAW in Winterthur. Der <a href="https://www.zhaw.ch/de/linguistik/studium/bachelor-kommunikation/" rel="noopener" target="_blank">Bachelor Kommunikation</a>, der eine Möglichkeit zur Vertiefung in den Journalismus bietet, läuft stabil. Guido Keel von der Leitung des Instituts für Angewandte Medienwissenschaft an der Zürcher Fachhochschule sieht über die letzten Jahre lediglich «Schwankungen, die sich ausgleichen.» Im ersten Corona-Jahr während des Lockdowns verzeichnete der Studiengang rekordviele Anmeldungen. «Wir nehmen an, dass das mehr auf Einschränkungen im Alltag zurückzuführen war als auf eine plötzliche Popularität des Studiengangs – man fing mal ein Studium an, weil man die Weltreise nicht antreten konnte», schreibt Keel auf Anfrage. Im Folgejahr fehlten im Vergleich zum langjährigen Schnitt dann entsprechend ein paar Anmeldungen. Die Stabilität mag in Winterthur auch daher rühren, dass bereits seit 2016 mehrheitlich Leute die Ausbildung besuchen, die sich in Richtung Organisationskommunikation entwickeln wollen. In den vergangenen Jahren lag der Anteil jener, die sich für eine Vertiefung in Journalismus entscheiden, nur noch zwischen 30 und 40 Prozent.</p>
<p>Nach dem gleichen Modell wie in Winterthur gibt es seit diesem Frühjahr an der Fachhochschule Graubünden die Möglichkeit, sich im Rahmen der Bachelor-Ausbildung «Multimedia Production», in Richtung Journalismus zu vertiefen. Die neuen Journalismus-Kurse führt das MAZ. Zwar entschieden sich auch schon bisher Absolvent:innen der Ausbildung in Chur für journalistische Jobs. Mit dem stärkeren Fokus sollte das aber umso mehr der Fall sein. Die Kooperation von MAZ und FH Graubünden stärkt nicht nur die beiden Institutionen. Sie zeigt auch einen erfolgversprechenden Weg auf, die Ausbildung insgesamt zu stärken, wenn sich Schulen vernetzen. Auch zwischen MAZ und CH-Media-Academy laufen Gespräche über eine Zusammenarbeit.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/07/journalismus-ausbildung-ist-nicht-gefragt/">Journalismus-Ausbildung ist (nicht) gefragt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie Schweizer Medien in den Nachwuchs investieren</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/06/16/wie-schweizer-medien-in-den-nachwuchs-investieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jun 2022 08:05:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer in den Journalismus einsteigen will, hat in der Schweiz verschiedene Möglichkeiten. Rund 40 Volontariate laufen aktuell bei CH Media, Tamedia, 20 Minuten, Ringier und NZZ. Schlechter bezahlte Praktika sind mehr als doppelt so viele besetzt. Ein Vergleich der Konditionen für den Nachwuchs.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer in den Journalismus einsteigen will, hat in der Schweiz verschiedene Möglichkeiten. Rund 40 Volontariate laufen aktuell bei CH Media, Tamedia, 20 Minuten, Ringier und NZZ. Schlechter bezahlte Praktika sind mehr als doppelt so viele besetzt. Ein Vergleich der Konditionen für den Nachwuchs.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/06/16/wie-schweizer-medien-in-den-nachwuchs-investieren/">Wie Schweizer Medien in den Nachwuchs investieren</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Martina Fehr: «Ohne Journalismus ist das MAZ tot»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/03/martina-fehr-ohne-journalismus-ist-das-maz-tot/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2022 06:38:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienförderung]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Kontroverse um die Medienförderung kommt kaum zur Sprache: Von einem Ja würde auch das Medienausbildungszentrum MAZ in Luzern profitieren. Direktorin Martina Fehr erklärt im Gespräch, was das Paket finanziell für das MAZ bedeutet. Und wie es um die Branche steht.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/03/martina-fehr-ohne-journalismus-ist-das-maz-tot/">Martina Fehr: «Ohne Journalismus ist das MAZ tot»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Kontroverse um die Medienförderung kommt kaum zur Sprache: Von einem Ja würde auch das Medienausbildungszentrum MAZ in Luzern profitieren. Direktorin Martina Fehr erklärt im Gespräch, was das Paket finanziell für das MAZ bedeutet. Und wie es um die Branche steht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/03/martina-fehr-ohne-journalismus-ist-das-maz-tot/">Martina Fehr: «Ohne Journalismus ist das MAZ tot»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Peter Hossli: «Journalisten sollen sich mit Neugier infizieren»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/20/peter-hossli-journalisten-sollen-sich-mit-neugier-infizieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jan 2022 23:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier Journalistenschule]]></category>
		<category><![CDATA[JouSchu]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang Mai tritt Peter Hossli als neuer Leiter der Ringier-Journalistenschule in die Fussstapfen von Hannes Britschgi. Der 52-Jährige äussert sich zur neuen Aufgabe, zum Abgang bei der NZZ am Sonntag und zu seiner Haltung als Journalist, die er dem Nachwuchs mitgeben will.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang Mai tritt Peter Hossli als neuer Leiter der Ringier-Journalistenschule in die Fussstapfen von Hannes Britschgi. Der 52-Jährige äussert sich zur neuen Aufgabe, zum Abgang bei der NZZ am Sonntag und zu seiner Haltung als Journalist, die er dem Nachwuchs mitgeben will.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/20/peter-hossli-journalisten-sollen-sich-mit-neugier-infizieren/">Peter Hossli: «Journalisten sollen sich mit Neugier infizieren»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bei diesen Medien werden Talente geschmiedet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/12/07/bei-diesen-medien-werden-talente-geschmiedet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2021 10:30:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Praktikum]]></category>
		<category><![CDATA[Stage]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Private Medienhäuser investieren viel in die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Dies zeigt eine persoenlich.com-Umfrage bei CH Media, NZZ, Ringier, Tamedia und 20 Minuten. Auch wenn SRF den Stage bis 2025 aussetzt: An Ausbildungsplätzen mangelt es nicht.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/12/07/bei-diesen-medien-werden-talente-geschmiedet/">Bei diesen Medien werden Talente geschmiedet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Private Medienhäuser investieren viel in die Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Dies zeigt eine persoenlich.com-Umfrage bei CH Media, NZZ, Ringier, Tamedia und 20 Minuten. Auch wenn SRF den Stage bis 2025 aussetzt: An Ausbildungsplätzen mangelt es nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/12/07/bei-diesen-medien-werden-talente-geschmiedet/">Bei diesen Medien werden Talente geschmiedet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Martina Fehr: «Ein sauberes Handwerk ist das Wesentliche im Journalismus»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/05/17/martina-fehr-ein-sauberes-handwerk-ist-das-wesentliche-im-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 May 2021 15:13:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Fehr]]></category>
		<category><![CDATA[Presserat]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=88584</guid>

					<description><![CDATA[<p>Martina Fehr führt die Luzerner Journalistenschule MAZ und ist seit Kurzem Präsidentin des «Schweizer Presserats». Die 47-jährige Bündnerin sagt im Gespräch, warum sie jeden Montagmorgen von Chur nach Luzern fährt, wie das MAZ die Pandemie bewältigte und was ihre grösste Lebensschule war.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/17/martina-fehr-ein-sauberes-handwerk-ist-das-wesentliche-im-journalismus/">Martina Fehr: «Ein sauberes Handwerk ist das Wesentliche im Journalismus»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Martina Fehr führt die Luzerner Journalistenschule MAZ und ist seit Kurzem Präsidentin des «Schweizer Presserats». Die 47-jährige Bündnerin sagt im Gespräch, warum sie jeden Montagmorgen von Chur nach Luzern fährt, wie das MAZ die Pandemie bewältigte und was ihre grösste Lebensschule war.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/17/martina-fehr-ein-sauberes-handwerk-ist-das-wesentliche-im-journalismus/">Martina Fehr: «Ein sauberes Handwerk ist das Wesentliche im Journalismus»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Einer Branche trocknen die Wurzeln aus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/05/01/einer-branche-trocknen-die-wurzeln-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 May 2021 08:26:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=88174</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Probleme der Medienwelt verleiden nicht nur alten Hasen den Job: Immer weniger junge Menschen wollen überhaupt in den Journalismus einsteigen. Wie sich eine neue Krise anbahnt und was dagegen helfen könnte.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/01/einer-branche-trocknen-die-wurzeln-aus/">Einer Branche trocknen die Wurzeln aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Probleme der Medienwelt verleiden nicht nur alten Hasen den Job: Immer weniger junge Menschen wollen überhaupt in den Journalismus einsteigen. Wie sich eine neue Krise anbahnt und was dagegen helfen könnte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/01/einer-branche-trocknen-die-wurzeln-aus/">Einer Branche trocknen die Wurzeln aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Medienkompetenz: Neues Lehrmittel, wenig Koordination</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/02/04/medienkompetenz-neues-lehrmittel-wenig-koordination/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/02/04/medienkompetenz-neues-lehrmittel-wenig-koordination/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sarah Genner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2021 14:57:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=85675</guid>

					<description><![CDATA[<p>Journalismus braucht Medienbildung, damit Qualität erkannt und geschätzt wird. Medienbildung in der Volksschule ist jedoch noch kaum auf publizistische Medienkompetenz ausgerichtet. Das will nun der Verlegerverband mit einem neuen Lehrmittel ändern. Die Medienkompetenz von Jugendlichen fördern: Das ist das Ziel von «Was lese ich?», einem neuen Online-Lehrmittel des Verbands Schweizer Medien (VSM). Jugendliche sollen lernen, <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/04/medienkompetenz-neues-lehrmittel-wenig-koordination/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Journalismus braucht Medienbildung, damit Qualität erkannt und geschätzt wird. Medienbildung in der Volksschule ist jedoch noch kaum auf publizistische Medienkompetenz ausgerichtet. Das will nun der Verlegerverband mit einem neuen Lehrmittel ändern.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-85676" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Medienkompetenz-Lehrmittel-20210204.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Medienkompetenz-Lehrmittel-20210204.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Medienkompetenz-Lehrmittel-20210204-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Medienkompetenz-Lehrmittel-20210204-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Medienkompetenz-Lehrmittel-20210204-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/02/MW-Medienkompetenz-Lehrmittel-20210204-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Die Medienkompetenz von Jugendlichen fördern: Das ist das Ziel von <a href="https://was-lese-ich.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Was lese ich?»</a>, einem neuen Online-Lehrmittel des Verbands Schweizer Medien (VSM). Jugendliche sollen lernen, mit verschiedenen Informationskanälen bewusst umzugehen, Reportagen von Interviews zu unterscheiden und die Qualität von Meldungen einzuschätzen.<br />
</p>
<p>Die Förderung der Medienkompetenz ist im digitalen Zeitalter eine omnipräsente Forderung. Medienkompetenz für einen souveränen Umgang mit Computern und Smartphones. Medienkompetenz, damit sich junge Menschen auf Social Media anständig verhalten. Medienkompetenz als Gegenmittel zu Falschinformationen im Internet. Der Begriff Medienkompetenz hat mit der Popularisierung des Internets und digitaler Technologien an Bedeutung gewonnen – und ist gleichzeitig verwässert worden. So wurde der publizistische Aspekt von Medienkompetenz – das Wissen und Lernen über Journalismus – in den Hintergrund gedrängt.</p>
<p>So stand auch in der Debatte um Falschinformationen nicht der Journalismus im Fokus, sondern Social-Media-Plattformen, deren algorithmische und finanzielle Anreizsysteme die Verbreitung ungeprüfter Falschmeldungen mit Clickbait-Titeln favorisieren. Zwar hat der problematische Begriff «Fake News» in der Trump-Ära einen beispiellosen Aufstieg erlebt. Trump verwendet «Fake News» jedoch als politischen Kampfbegriff gegen etablierte Medienangebote, die unbequeme Wahrheiten aufdecken. Damit diskreditiert er strategisch die Glaubwürdigkeit von seriösem Journalismus, der ihm und seinen Skandalen mit seiner Wachhund-Funktion gefährlich wird.</p>
<blockquote><p>Wer Journalismus für unsere Demokratie für relevant hält, sieht eine düstere Zukunft.</p></blockquote>
<p>Der digitale Wandel hat dem Schweizer Journalismus auf dem Werbemarkt gnadenlose Konkurrenz aus dem Silicon Valley beschert. Inzwischen beherrschen Google und Facebook bereits 75 Prozent des Schweizer Online-Werbemarkts. Die vom Bundesrat geplante Unterstützung von Online-Medien im Umfang von 120 Millionen Franken wird diesem massiven Strukturwandel vermutlich wenig entgegensetzen können.</p>
<p>Wer Journalismus für unsere Demokratie für relevant hält, sieht eine düstere Zukunft. Zumal unklar ist, wie viele junge Menschen, die mit Social Media und einer digitalen Gratiskultur aufgewachsen sind, bereit sein werden, für gut recherchierten Journalismus Geld auszugeben. Das <a href="https://gallery.mailchimp.com/2ae26a045acfb8a6188efdec6/files/3f3a51fb-b3b6-42ca-93d9-e616df038cc9/Hauptbefunde_2019_mit_Sperrfrist.pdf" target="_blank" rel="noopener">Jahrbuch «Qualität der Medien»</a> stellt Jahr für Jahr fest, dass der Anteil der «Newsdeprivierten» steigt: junge Menschen, die sich nicht für regionale und nationale News interessieren. Ob sich junge Menschen vor dem digitalen Zeitalter tatsächlich deutlich mehr über das Zeitgeschehen im In- und Ausland informierten, sei dahingestellt. Unbestritten ist, dass Demokratie auf qualitativ guten Journalismus angewiesen ist. Dieser kann nur erkannt werden, wenn Medienbildung auch Journalismusbildung beinhaltet.</p>
<blockquote><p>Die meisten bisherigen Lehrmittel vermitteln in erster Linie ein Grundwissen zu digitalen Medien.</p></blockquote>
<p>Im neuen Lehrplan 21 erhält «Medien und Informatik» einen besonderen Stellenwert in der Volksschule. Daraus entsteht auch ein Markt für Lehrmittel. Ein neues didaktisches Highlight ist das <a href="https://www.mia-heft.ch/" target="_blank" rel="noopener">MIA-Stickerheft</a> für die 1. und 2. Primarklasse aus dem hep-Verlag: Das Sticker-Sammelheft enthält Wimmelbilder und QR-Codes mit altersgerechten Hörbeiträgen und Aufgaben zu Medien- und Digitalthemen. Der Lehrmittelverlag Zürich gibt seit 2009 das Lehrmittel <a href="https://www.lmvz.ch/schule/medienkompass" target="_blank" rel="noopener">«Medienkompass»</a> heraus und seit 2018 das etwas übersichtlichere Lehrmittel <a href="https://www.lmvz.ch/schule/connected" target="_blank" rel="noopener">«connected – Medien und Informatik»</a>. Erschienen sind bereits drei didaktisch gut aufbereitete connected-Bände. Alle erwähnten Lehrmittel sind in erster Linie auf ein Grundwissen zu digitalen Medien ausgerichtet: zum Beispiel Suchmaschinen, erste Schritte im Programmieren, Bildsprache, Umgang mit Social Media und Big Data kurz erklärt. Nützliche Grundlagen, um auch Journalismus im digitalen Zeitalter besser zu verstehen – jedoch weit weg von publizistischer Medienkompetenz.</p>
<p>Die Initiative «PUMAS» bemüht sich seit 2018 genau darum. PUMAS steht für Publizistische Medienkompetenz in Ausbildung und Schule und ist eine Kooperation zwischen dem Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft an der Universität Zürich fög, der Schweizer Journalistenschule MAZ, dem VSM, dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF sowie IQES/schulentwicklung.ch. Ein Pilotprojekt einer Medien-Projektwoche an Gymnasien startet im September 2021. Noch agieren die PUMAS-Kooperationspartner mit Einzelprojekten und ohne gemeinsamen Auftritt: Das fög hat die noch ausbaufähige Plattform <a href="https://www.newsup.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Newsup – Tschäggsch Medie?»</a> lanciert, die Journalistenschule MAZ bietet für Schulen und Lehrpersonen <a href="https://www.maz.ch/journalismus/massgeschneiderte-angebote#schulen-lehrpersonen" target="_blank" rel="noopener">massgeschneiderte Medienkurse</a> an und <a href="https://www.srgd.ch/de/aktuelles/news/2020/10/01/younews-2021-jugendliche-machen-schlagzeilen/" target="_blank" rel="noopener">YouNews</a>, eine Initiative von Verlagen und SRG, ermöglicht Jugendlichen Redaktionsbesuche. Das schon ältere, jedoch weiterhin qualitativ hochstehende VSM-Lehrmittel <a href="https://www.kiknet-medieninstitut.org/lesen-macht-gross/" target="_blank" rel="noopener">«Lesen macht gross»</a> ist zwar online verfügbar, jedoch mit der Ausrichtung auf PDF-Dokumente eher für die Abgabe von Arbeitsblättern geeignet.</p>
<blockquote><p>Das neue Lehrmittel des Verlegerverbands enthält Themen, die man in den Lehrmitteln der schulnahen Verlage fast vergeblich sucht.</p></blockquote>
<p>Ganz neu hat das Medieninstitut des VSM nun das Lehrmittel <a href="https://was-lese-ich.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Was lese ich? Journalismus verstehen»</a> lanciert. «Was lese ich?» ist in Zusammenarbeit mit pädagogischen und journalistischen Fachpersonen entstanden, interaktiv und rein digital. Das kostenlose Online-Lehrmittel wurde für Schülerinnen und Schüler ab der Sekundarstufe I (7. bis 9. Klasse) entwickelt. Es enthält Themen, die man in den Lehrmitteln der schulnahen Verlage fast vergeblich sucht: journalistische Glaubwürdigkeit, Journalismus und Demokratie, journalistische Textsorten, Datenjournalismus und die Einschätzung der Qualität. «Was lese ich?» zeigt auf, was Qualitätsjournalismus ausmacht und warum er wichtig ist.</p>
<p>Selbstverständlich ist «Was lese ich?» im Rahmen der Interessenpolitik des VSM zu verstehen und im Produkt schwingt die Hoffnung mit, junge Menschen künftig an journalistische Bezahlprodukte heranzuführen, die vor allem textbasiert und idealerweise gedruckt sind. Das impliziert auch der Name des Lehrmittels, der in einer multimedialen Medienwelt überraschen mag.</p>
<p>Gleichwohl ist das Angebot für Lehrpersonen attraktiv: Das Lehrmittel ist ohne Login zugänglich und enthält gut gemachte Textinhalte, Erklärvideos, Übungen und Selbsttests. Eine separate Anleitung für Lehrpersonen verschafft Überblick. Diese können zudem direkt Klassensätze von Zeitungen und kostenlose Logins für Online-Medien bestellen. Die ideale Ergänzung ist ein kostenloser persönlicher Klassenbesuch eines Journalisten oder einer Journalistin, der Blicke hinter die Kulissen des Berufs ermöglichen soll.</p>
<p>Im Sinne der publizistischen Medienkompetenz für junge Menschen wäre langfristig eine bessere Kooperation wünschenswert: zwischen pädagogischen Hochschulen, den Lehrmittel-Redaktionen im Fachbereich Medien und Informatik und dem Verband Schweizer Medien. Vielleicht ein Spagat, welcher der PUMAS-Initiative in den nächsten Jahren gelingen könnte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/02/04/medienkompetenz-neues-lehrmittel-wenig-koordination/">Medienkompetenz: Neues Lehrmittel, wenig Koordination</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>MAZ-Direktorin Fehr: «Ich habe nun viel mehr mit Journalismus zu tun»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/11/03/ich-habe-nun-viel-mehr-mit-journalismus-zu-tun/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Nov 2020 10:51:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Martina Fehr]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach mehr als 20 Jahren bei Somedia wechselte Martina Fehr im vergangenen Mai als Direktorin an die Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern. Mit der MEDIENWOCHE sprach sie über das «harte Pflaster» Lokaljournalismus, öffentliche Gelder für die Ausbildung und ihren Start mitten in der Pandemie.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach mehr als 20 Jahren bei Somedia wechselte Martina Fehr im vergangenen Mai als Direktorin an die Schweizer Journalistenschule MAZ in Luzern. Mit der MEDIENWOCHE sprach sie über das «harte Pflaster» Lokaljournalismus, öffentliche Gelder für die Ausbildung und ihren Start mitten in der Pandemie.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-82966" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Interview-Martina-Fehr_MAZ-20201103.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Interview-Martina-Fehr_MAZ-20201103.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Interview-Martina-Fehr_MAZ-20201103-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Interview-Martina-Fehr_MAZ-20201103-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Interview-Martina-Fehr_MAZ-20201103-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/11/MW-Interview-Martina-Fehr_MAZ-20201103-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie traten mitten in der Pandemie Ihre Stelle als MAZ-Direktorin an. Wie war das?</p>
</div><div class="answer"><h4>Martina Fehr:</h4> <p>Als ich am 1. Mai begonnen habe, war die Schule geschlossen. Aber ich wollte vom ersten Tag an hier sein und ein Gespür für das Haus bekommen. Auch wenn es fast leer war. Das allererste Teammeeting fand per Zoom statt, denn natürlich waren 90 Prozent der Leute im Homeoffice. Sonst hält man eine Antrittsrede und bringt etwas zum Knabbern mit – stattdessen waren da etwa 25 Zoom-Fenster. Da spürt man null Reaktion von den Leuten, das ist schwierig. Statt den geplanten Antritts- und Verabschiedungsrunden konnte ich dafür mit dem abtretenden MAZ-Direktor Diego Yanez und den Studienleiterinnen und -leitern sehr sachbezogen arbeiten. Wir konnten das Beste aus der Situation machen und die Zeit nutzen. Um hier anzukommen war das nicht schlecht.</p>
</div>							<h3 style="margin-bottom:20px;display:block;width:100%;margin-top:10px"> </h3>
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						  <h4 class="wpsm_panel-title">
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									Historikerin, Chefredaktorin, Direktorin								</span>
							</a>
						  </h4>
						</div>
						<div id="ac_82971_collapse1" class="wpsm_panel-collapse collapse "  >
						  <div class="wpsm_panel-body">
							Die ausgebildete Historikerin Martina Fehr (46) begann ihre Laufbahn in den Medien 1997. Neben ihrem Studium an der Universität Zürich arbeitete sie als Redaktorin bei Radio Grischa in Chur. 2006 übernahm sie die Leitung des Bündner Lokalsenders. Zwei Jahre später wurde sie zur Programmleiterin von Radio Grischa und Radio Engiadina (heute Radio Südostschweiz) ernannt. Von 2012 bis 2015 arbeitete sie als Projektmanagerin und Leiterin Unternehmensentwicklung bei Somedia, bevor sie Chefredaktorin der «Südostschweiz» wurde. Ihr letzte Führungsaufgabe bei Somedia war die publizistische Leitung sämtlicher Medien des Verlagshauses. Seit Mai 2020 leitet Fehr als Direktorin die Journalistenschule MAZ in Luzern.						  </div>
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					<!-- Inner panel End -->
					
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</script>	<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wir sprechen am 21. Oktober miteinander. Momentan verschlechtert sich die Pandemie-Situation frappant. Konnten Sie in Ihrer bisherigen Zeit am MAZ denn überhaupt je eine gewisse Normalität erleben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Im Sommer war der Betrieb sehr normal. Abstände können wir gut einhalten, die Verpflegung fand draussen statt. Ich spürte bei Studierenden, Dozierenden, den Studienleitern wieder eine gewisse Normalität … und das hat sich nun total verändert.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Eigentlich sollte das Interview bereits einige Tage früher stattfinden, aber haben das Gespräch dann verschoben.</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Nun zeigt sich bereits wieder ein komplett anderes Bild! In den letzten fünf Tagen haben sich viele verunsicherte Leute gemeldet: Studierende, Menschen aus der Kommunikationsbranche, aber auch viele Dozierende aus Österreich und Deutschland. Die Quarantänesituation verunmöglicht es ihnen, nach Luzern zu kommen. Manchen untersagt der Arbeitgeber das Reisen. Nun stellen wir halt wieder auf virtuell um. Wir streamen, was möglich ist. Teilweise gibt es auch Hybridmodelle, in denen nur ein Teil der Klasse vor Ort ist. Es klappt relativ gut, aber hängt auch vom Thema ab: Kurse, in denen es um Auftrittskompetenz geht, kann man schlecht ins Virtuelle verschieben.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Werden die verschoben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Das entscheiden die Kunden. Unser Sicherheitskonzept ist sehr streng. Aber es ist mir natürlich klar, dass es Leute gibt, die sich die Reise nach Luzern und einen Gruppenkurs momentan lieber ersparen. Das betrifft vor allem Kurse der Kommunikationsbranche. Im Journalismus sind Absagen aber weniger ein Thema. Die Journalisten sind irgendwie krisenresistenter, suchen virtuelle Lösungen oder bleiben beim Präsenzunterricht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Also Sie merken dem Journalismus eine gewisse Abhärtung an?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Vielleicht ist der Umgang mit der Situation grundsätzlich anders, weil Journalistinnen und Journalisten auch über die Pandemie berichten müssen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ihr Vorgänger hat selbst auch unterrichtet. Werden Sie das auch tun?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Im Zuge der Pandemie gibt es so viel zu tun, dass ich nächstens wohl kaum dazu komme, aber später auf jeden Fall. Darauf freue ich mich sehr – und es ist auch wichtig. Doch ich war bereits bei einigen Angeboten dabei: Im Rollenspiel des Führungskräfte-Seminars zu Redaktionsmanagement habe ich den blöden Chef gespielt, anderswo war ich dabei, um Dozierenden Feedback zu geben. Beim MAZ-Digitaltag habe ich als Moderatorin auch Erfahrung darin gewonnen, wie Moderieren per Zoom funktionieren kann. Sobald ich dazu komme, möchte ich in der Journalismus-Diplomausbildung unterrichten. Ob ich wie mein Vorgänger Diego Yanez Medienethik unterrichte, müssen wir anschauen. Das Fach ist momentan bei Dominique Strebel, der uns verlassen wird und als Chefredaktor zum «Beobachter» geht. Was ich unterrichte, werde ich mit den Studienleitungen absprechen, aber ich finde es wichtig, Präsenz zu zeigen – und es macht viel Freude, den Nachwuchs zu erleben: Die Fragen, die sie haben und auch die Freude am Journalismus. Das gibt mir auch sehr viel zurück.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ist es so, dass junge Journalistinnen, Journalisten idealistischer und motivierter sind als erfahrenere?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Sie sind noch nicht so verbraucht! Wohl auch, weil sie erst wenig Schlechtes erlebt haben. Aber natürlich kann man das so generell nicht sagen. Die Studierenden bringen sehr gute Fragestellungen ein und fordern uns heraus, indem sie bei uns Gelerntes im Berufsalltag anwenden und uns dann die gemachten Erfahrungen wieder zurückspielen, etwa in der Interviewtechnik. Es ist natürlich auch schön zu sehen, dass sie anwenden, was sie am MAZ lernen. Dabei kommen spannende Fragen auf.</p>
</div><br />
<br />
<div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Christian Mensch, der bei CH Media unter anderem für die Ausbildung verantwortlich ist, sagte der WOZ vor etwa einem Jahr, die heutige Generation sei «die am besten ausgebildete». Sehen Sie das auch so?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Als ich selbst anfing, hiess es: Mach mal! Das ist heute ganz anders. Dafür wird auch sehr viel gefordert, der Anspruch an die Jungen ist hoch. Im Online-Journalismus gehen die Anforderungen fast ins Programmieren – und gleichzeitig werden Storytelling-Kenntnisse erwartet.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie selbst haben die MAZ-Diplomausbildung nicht absolviert. Welchen MAZ-Kurs hätten Sie rückblickend gerne an den Anfang ihrer Laufbahn als Journalistin gestellt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>An meinen ersten MAZ-Kurs mag ich mich noch erinnern! Das war 1997, damals noch in Kastanienbaum ausserhalb von Luzern. Ich war da aber bereits drei Monate als Nachrichtenredaktorin bei Radio Grischa. Am MAZ habe ich dann bei Thomas Kropf von Radio DRS gelernt: In der Kürze liegt die Würze – so hiess auch der Kurs. Der zweite Kurs war übers Nachrichtenschreiben, wo ich ein Aha-Erlebnis hatte: Ah, es gibt eine systematische Logik, wie man Nachrichten aufbaut. Vor den Kursen habe ich einfach gemacht, die Kolleginnen kopiert. Aber das ist natürlich 23 Jahre her.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Soll denn am Anfang jeder Berufslaufbahn eine journalistische Ausbildung stehen? Wäre das wünschenswert?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Das Schulische für sich nicht. Im Journalismus lernt man extrem viel durchs Anwenden. Das ist, was unsere Ausbildung eben so wertvoll macht: Hier wendet man Wissen – anders an der Uni – immer an. Die Kombi von Beruf und Ausbildung ist ideal. Es ist natürlich von Vorteil, wenn man ein wenig Vorlaufzeit und Vorbereitung hat, bevor man ein allererstes Mal auf Sendung geht. Deshalb stellen wir der Diplomausbildung nun zweiwöchige Kompaktkurse voran. Aktuell spüren wir, dass die Begleitung unserer Studierenden, gerade im Homeoffice, weniger Raum bekommt. Wir bekamen auch gespiegelt, dass es für den Nachwuchs da teilweise schwierig ist, Feedback auf Artikel und Ideen für Geschichten zu bekommen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Den Studierenden fehlt in der Pandemie Feedback innerhalb ihrer Redaktionen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Auf einer Redaktion spricht man sonst miteinander, kann eine Geschichte auch mal im Türrahmen entwickeln. Das fällt im Homeoffice weg. Jetzt geben Studierende einen Artikel ab, bekommen irgendwann, ein paar Tage später erst, Feedback dafür. Das ist unbefriedigend. Es fehlt, dass jemand mal schnell einen Text gegenlesen kann. Im Unterricht konnten wir diese aktuellen Fragen einbinden und Strategien besprechen: Wie findet man alleine die gute Geschichte, die mehr ist als die 08/15-Variante, die einem spontan in den Sinn kommt? Eine Alternative wäre, klar abzumachen, wann die Studierenden ihre betreuenden Redaktoren anrufen dürfen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ich nehme an, die Studierenden haben auch Respekt davor, ihren Mentorinnen, Mentoren auf die Nerven zu gehen.</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Absolut. Aber die Kreativität ist nicht nur bei den Jungen angeschlagen: Die Chefs sind momentan sehr gefordert. Darum haben wir für Führungskräfte kurze, in den Alltag integrierbare Sessions über Zoom eingeführt. Thema ist dabei eben gerade die Kommunikation über Zoom: Wie führt man über Zoom? Wie bewahrt man bei Redaktionssitzungen per Zoom Kreativität? Da sehen wir, was wir aktuell, auf die Pandemie zugespitzt, beisteuern können. In diese Führungsseminare fliessen dann wieder die Feedbacks der Studierenden aus der Diplomausbildung.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Und was empfehlen Sie ganz konkret einer Praktikantin, einem Praktikanten, irgendwo in der Schweiz im Homeoffice: Feedback aktiv verlangen oder nicht?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Auch unter unseren Studierenden herrscht teils Verunsicherung darüber, ob ihnen das zusteht. Wir sagen: Ihr dürft das einfordern.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Bevor sie im Frühjahr als MAZ-Direktorin gestartet haben, waren Sie bei der Bündner Somedia in vielen verschiedenen Funktionen tätig. Was vermissen Sie nun nach mehr als 20 Jahren im selben Medienhaus?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Äh … eigentlich nichts.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Gar nichts?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Nein. Viele warnten mich, mir werde es ausserhalb des Tagesgeschäfts, also am MAZ, langweilig. Wenn du im Tagesjournalismus bist, gibt es keine Lücken und immer etwas zu tun. Aber im Moment würde ich mir ein wenig Langeweile wünschen! Das ist aber auch geprägt von der Pandemie. Ich muss so viele Entscheidungen treffen, wir probieren so viele – digitale – Formate aus, die sehr viel Spass machen. Also von daher… Momentan fehlt mir das Tagesaktuelle überhaupt nicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie leben weiterhin sehr im Moment.</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Ja. Ich konnte mich schon lange nicht mehr so um den Journalismus kümmern wie jetzt. Vorher hatte ich als Leiterin Publizistik so viele Managementaufgaben und Sitzungen – da war ich weiter weg vom Journalismus. Jetzt bin ich so nah dran und das ist sehr schön: im Austausch mit den Studierenden, mit den Studienleitern, Kurse oder Prüfungen vorbesprechen. Ich muss sagen: Ich habe nun viel, viel mehr mit dem Journalismus zu tun.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Dabei besteht das MAZ ja selbst nicht bloss aus Journalismus: 2018 zum Beispiel waren zwei Fünftel der Kurstage Angebote für die PR- und Kommunikationsbranche. Diese Kommunikationskurse sorgten für 55 Prozent des Umsatzes. Nur drei von fünf Kurstagen und 45 Prozent des Umsatzes steuerten Journalismuskurse bei.</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Dieses Verhältnis wird sich dieses Jahr massiv verschieben. In anderen Jahren war es häufig 50/50, aber nun ist eben der Journalismus stabil und die Kommunikationskurstage fallen sehr viel häufiger aus. Exakt kann ich das aber noch nicht sagen. In der Regel macht der Bereich Kommunikation einen Gewinn.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Auch dieses Jahr?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Ja. 2020 können wir das Defizit des MAZ aus dem Journalismus mit dem Gewinn aus der Kommunikation aber nicht auffangen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ist es ein Problem, dass das MAZ als Journalismus-Schule von der Kommunikationsbranche abhängig ist?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Um diese Querfinanzierung bin ich sehr froh. Nur deshalb können wir die Journalismus-Kurse zu viel tieferen Preisen anbieten als die der Kommunikation. Oft höre ich, dass Redaktionen bei Aus- und Weiterbildung sparen. Würden wir die Preise nach oben anpassen oder unser Angebot ausdünnen, verzichteten wohl einige. Das würde dem Journalismus schaden. Wir haben auch klar definiert, welche Art Kommunikationskurse wir anbieten und welche nicht: Wir machen keinerlei Beratungen oder Kommunikationskonzepte, sondern bieten Kurse, die das Verständnis für Journalismus, die das Verständnis für unsere Arbeit vergrössern. Was sich damit nicht vereinen lässt, machen wir nicht.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Also sind es handwerkliche Kurse, die das MAZ bietet?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Genau. Wenn in Kommunikationsabteilungen klar ist, worauf es bei guten Medienmitteilungen ankommt, ist das auch ein Dienst an die Journalisten. In fast jedem Kommunikationskurs, den wir anbieten, braucht es auch die journalistische Sichtweise.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wenn die Kommunikation momentan im Pandemiejahr mehr einbringt, ist es wohl kein akutes Risiko, aber trotzdem. Könnte es irgendwann zu viel Kommunikation werden?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Die Frage, wann es kippen würde, beschäftigt uns am MAZ immer wieder. Meine Befürchtungen sind da nicht so gross, denn Aus- und Weiterbildung ist wichtig – und das wird hoffentlich im neuen Mediengesetz anerkannt. Wir hoffen darauf, dass der Staat anerkennt, wie wichtig es ist, dass Journalistinnen und Journalisten ihr Handwerk wirklich beherrschen. Wenn wir viele Kurse danach bis zu 80 Prozent günstiger anbieten könnten, wäre der gesamten Gesellschaft geholfen. Ich finde es extrem wichtig, dass Journalisten – trotz Multimedialität, trotz Zeitnöten – die Grundlagen wirklich kennen: Das sind eure Rechte, das sind eure Pflichten. So können wir ein Bollwerk bleiben.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ein Bollwerk wofür soll der Journalismus sein?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Journalismus ist für unsere direkte Demokratie extrem wichtig. Wir sehen nun, welche Verschiebungen passieren: Wie PR-Abteilungen bei Privaten und Ämtern stark aufstocken. Manche dieser PR-Leute kämpfen mit harten Bandagen, drohen schnell mit Anwälten … Wenn ich teilweise höre, wie Interviews beim Gegenlesen komplett umgeschrieben werden – das geht doch einfach nicht. Darum ist es umso wichtiger, dass die jungen Journalisten schon früh wissen: Das musst du beachten, das sind eure Pflichten – aber ihr habt auch Rechte. Und wenn ihr eure Pflichten einhaltet, müsst ihr nicht einfach alles akzeptieren. Je besser und je mehr Journalisten wir darin fit machen können, je früher sie dieses Selbstbewusstsein haben, desto schneller können sie journalistisch Haltungen einnehmen. Und dann – das ist meine Grundüberzeugung – hilft das allen in der Gesellschaft. Dazu gehört ebenfalls, dass wir Leute mittleren Alters fit machen, etwa mit Kursen für Datenjournalismus, so dass sie bis zur Pensionierung mithalten und im Journalismus bleiben können. Auch Älteren hilft es, wenn wir die Kurse stark vergünstigt anbieten könnten.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Dass nun eine breite öffentliche Medienförderung diskutiert wird, ist ja die Folge einer Entwicklung, die die Medienbranche seit 20 Jahren erlebt. Sprechen Sie denn vom Medienwandel oder von einer Medienkrise?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Von einer Transformation. Das alte Geschäftsmodell ist am Sterben, aber noch immer matchentscheidend. Gleichzeitig weiss man im Digitalen noch nicht, wie das neue erfolgreiche Geschäftsmodell aussieht. Das ist der Übergang, in dem wir uns befinden. Aber eine Krise würde ich es nicht nennen: Wir sind auf sehr vielen Ebenen in einer schwierigen Transformation. Der Weg, den man gehen will, ist einfach noch nicht sehr klar, weil man diese Digitalisierung noch immer nicht komplett verstanden hat.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Verfolgen Sie als MAZ-Direktorin in dieser Transformation ein Prinzip oder konkrete Projekte, die die Journalismusschule prägen sollen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Auch bei mir: Digitalisierung! Einerseits geht es darum, dass wir uns intern von mühsamen Excel-Tabellen lösen und auf zeitgemässe Plattformen wechseln. Andererseits sollen wir auch agiler auf die Problematik am Markt reagieren können. Das heisst: neue Unterrichtsformen schaffen. Denn auch die Zeit ist ein Kostenfaktor, der Leute von Aus- und Weiterbildungen abhält. Sie müssen anfahren, brauchen je nachdem eine Vorübernachtung. Das sind grosse Kostentreiber.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie wollen die Schwellen so niedrig wie möglich setzen?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Ja, dass wir uns die Frage bewusst stellen: Was bieten wir vor Ort im Präsenzunterricht und was lagern wir ins Virtuelle aus? Gerade für Kaderleute ist es schwierig, sich einen ganzen Tag für einen Kurs freizuhalten, weshalb wir nun anderthalb- bis zweistündige Blöcke bieten. Dazu kommen neue Formate wie unser Digitalinput, wo wir die ersten drei Folgen mal <a href="https://www.maz.ch/veranstaltung/maz-digitalinput-audio-lebt" target="_blank" rel="noopener">kostenlos anbieten</a>.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Wie viele Arbeitgeber zahlen den Volontärinnen, Volontären tatsächlich noch den Diplomlehrgang?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Grundsätzlich ist es so, dass je länger je mehr Studierende ihre Ausbildung selbst zahlen. Bei gebührenfinanzierten Lokalradio- und Fernsehstationen übernimmt das Bakom bis zu 80 Prozent der Kosten, gewisse Kantone beteiligen sich ebenfalls an den Ausbildungskosten. Wie genau die Anteile sind, weiss ich nicht aus dem Kopf. Aber von Seiten Arbeitgeber wird die Finanzierung, die früher selbstverständlich war, häufiger nicht mehr übernommen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Hoffen Sie auch in Bezug auf das Schulgeld der Diplomstudierenden auf einen Ausbau der öffentlichen Beiträge an die Finanzierung?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Ja.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Vorhin haben Sie gesagt, sie vermissen nichts an Ihrem früheren Beruf. Aber trotzdem nochmals, mehr auf die Region bezogen: Was lernt man in Graubünden über Journalismus, das man sonst nirgends lernt?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Einige Dinge! Lokaljournalismus ist ein hartes Pflaster. Man ist Teil der Gesellschaft, über die man berichtet. Wer böse über den Nachbarn schreibt, spürt das direkt. Das andere, wovon ich sehr profitiert habe, ist, dass man bei Somedia sehr generalistisch unterwegs ist. Es ist kein Riesen-Medienhaus, wo es tausende Ressorts voller Spezialisten gibt. Dadurch erhält man eine Riesenspielwiese: Wer wollte, dem sind die Türen in sehr verschiedene Richtungen offen gewesen. Wenn zum Beispiel Zeitungsmenschen Lust hatten, im Radio zu arbeiten, war das möglich.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie selbst kommen ja vom Radio.</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Genau, es ist meine Homebase, meine erste Liebe und das, was ich am längsten gemacht hab. Aber ich konnte eben sehr viel mehr tun. Das hilft mir jetzt: Ich stand bereits in früherer Funktion im Austausch mit dem Bakom und kenne die verschiedenen Mediengattungen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Fällt Ihnen etwas ein, was Sie erzählen können dazu, wie hart Lokaljournalismus im Bündnerland manchmal sein kann?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Am Beispiel der Engadin-Korrespondentin der Südostschweiz. Sie hat gesagt, wenn sich jemand nicht fair behandelt fühlt, hast du einfach verloren. Die Macht, die man dann zu spüren bekommt, besteht darin, dass dir keine Informationen mehr weitergegeben werden und du nicht mehr eingeladen wirst. Dann bist du sofort vom Informationsstrom abgeschnitten. Wenn die Leute nicht mehr mit dir sprechen, kannst du deinen Job nicht mehr sinnvoll machen. Es ist darum als Lokaljournalistin immer ein Balanceakt, bei dem es darum geht, gegenüber allen fair zu sein und alle gleich zu behandeln. Im Lokaljournalismus hast du auch keine Ferien. Denn wenn du Einladungen ausfallen lässt, heisst es schnell, du seist nachlässig. In kleinräumigen Gebieten kommt es auch immer wieder vor, dass man über drei Ecken verwandt oder bekannt ist. Wenn jemand was geschrieben hat, das jemandem in den falschen Hals ist, habe ich als Südostschweiz-Chefredaktorin unmittelbar einen Anruf erhalten. Das würde im Raum Zürich, denke ich, wohl so nicht passieren.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Vor etwa zehn Jahren, als Chefredaktorin von Radio Grischa, mussten Sie sich einem wütenden Leserbriefschreiber gegenüber rechtfertigen, weil der Preis in einem Wettbewerb aus einem Aufenthalt in einem österreichischen Skigebiet bestanden hat.</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Ja, genau! Auch – bezahlte – Inserate für Ferien im Südtirol sorgten immer für Ärger. Dabei kann man ja Werbekunden auch nicht einfach diskriminieren. Das sind Befindlichkeiten in der Bevölkerung, die schnell hochkochen. Wenn man über Trump herzieht, erhält man keine Reaktion, aber wenn man die Gemeindepräsidentin der Wohngemeinde kritisiert, ist die Ausgangslage anders. Das ist natürlich manchmal heavy.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie waren bei Somedia – als Programmleiterin von Radio Grischa, Chefredaktorin der Zeitung Südostschweiz und zuletzt Leiterin Publizistik – in vielen Funktionen die erste Frau. Das ist in der Medienbranche leider noch immer die Ausnahme: Die Führungspositionen sind grossmehrheitlich von weissen, studierten Männern besetzt. Kann oder soll das MAZ etwas tun, damit dies ausgeglichener wird und die Medienbranche näher an die Gesellschaft rückt, die sie repräsentiert?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Wir zeigen den Frauen am MAZ: Du kannst das. Oft, als ich Frauen in Führungspositionen nehmen wollte, reagierten sie sehr zurückhaltend. Deshalb geht es für uns in der MAZ-Ausbildung von Anfang an darum, jungen Frauen das Selbstbewusstsein zu geben: Glaub an dich, mach das. Wir sorgen auch bei Podiumsdiskussionen und Vorträgen dafür, dass wir ausgewogen sind. Die Frage, was unsere Rolle gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund ist, diskutieren wir aktuell intensiv, angeregt durch verschiedene Umfragen zur Diversität am MAZ. Hindernisse wie Sprache und lokales Netzwerk sind auch oft der Grund, weshalb es im Lokaljournalismus weniger Secondas und Secondos gibt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie haben das Gefühl, Sprachkompetenz sei in der zweiten Generation zu wenig vorhanden, um im Journalismus zu arbeiten?</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Bei Radio Grischa hatten wir lange Zeit die Vorgabe, dass man einen Bündnerdialekt hat. Es gibt halt Kriterien, nach denen Leute in der Branche wirklich ausgeschlossen werden. Beim Radio ist das mit der Sprache wohl noch krasser – aber es gibt ja heute andere Wege, ausserhalb des Lokaljournalismus, zu publizieren, etwa via Social Media. Das MAZ thematisiert transkulturelle Kompetenz und Berichterstattung in unseren Kursen, zum Beispiel in Führungs- oder Medienethikkursen. Es ist ein wichtiges Thema, aber im Diplomlehrgang haben wir nur ganz wenige Studierende mit einem Hintergrund aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland. Was die Gründe sind, ist schwierig zu sagen. Wir diskutieren aber, ob es unsere Aufgabe ist oder nicht, hier Veränderung anzustossen.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Ihr Vorgänger in der MAZ-Direktion, Diego Yanez, ist ja selbst Erstgenerationsmigrant.</p>
</div><div class="answer"><h4>Fehr:</h4> <p>Ja. Er ist ja auch nicht der einzige. Es ist nicht unmöglich, dass man es schafft. Es ist einfach eher schwierig.</p>
</div></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/11/03/ich-habe-nun-viel-mehr-mit-journalismus-zu-tun/">MAZ-Direktorin Fehr: «Ich habe nun viel mehr mit Journalismus zu tun»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Reportagen-Lehrbuch: Rettungsversuche für eine Textgattung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/09/10/reportagen-lehrbuch-rettungsversuche-fuer-eine-textgattung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lothar Struck]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2020 15:17:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Haller]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=81298</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der frühere «Spiegel»-Reporter und emeritierte Journalismusprofessor Michael Haller hat seinen Lehrbuch-Klassiker «Die Reportage – Theorie und Praxis des Erzähljournalimus» komplett überarbeitet. Die 7. Auflage ist unter dem Eindruck der Relotius-Affäre entstanden. Würden sich Journalistinnen und Reporter an Hallers Idealen orientieren, wäre schon viel gewonnen. Vor wenigen Tagen erschien die 7. Auflage des Lehrbuch-Klassikers «Die Reportage». <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/10/reportagen-lehrbuch-rettungsversuche-fuer-eine-textgattung/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der frühere «Spiegel»-Reporter und emeritierte Journalismusprofessor Michael Haller hat seinen Lehrbuch-Klassiker «Die Reportage – Theorie und Praxis des Erzähljournalimus» komplett überarbeitet. Die 7. Auflage ist unter dem Eindruck der Relotius-Affäre entstanden. Würden sich Journalistinnen und Reporter an Hallers Idealen orientieren, wäre schon viel gewonnen.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-81299" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/09/MW-Kritik-Die-Reportage-Haller-20200910-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Vor wenigen Tagen erschien die 7. Auflage des <a href="https://www.halem-verlag.de/die-reportage/" target="_blank" rel="noopener">Lehrbuch-Klassikers «Die Reportage»</a>. Im Vorwort beklagt der Autor die nach dem <a href="https://medienwoche.ch/tag/fall-relotius/">Fall Relotius</a> grassierende Verunsicherung auch gestandener Reporter, weil im Journalismus das «subjektiv erlebte Erzählen zur Diskussion gestellt» würde. «Die erlebnisstarken Reportagen» der Vergangenheit könnten mit den heute gültigen, neuen Regeln nicht mehr veröffentlicht werden. Die aktuellen Texte läsen sich «verklemmt und verzagt».</p>
<p>Reporter würden «lieber fakten- als empfindungsreich, lieber berichtend als erzählend, lieber distanziert als engagiert» schreiben – nicht zuletzt, weil dies von ihnen unter dem Eindruck der Relotius-Affäre verlangt würde. Der «Erzähljournalismus» sei in die Krise geraten. Dieses zu Beginn des Buchs mächtige Lamento klingt ein bisschen so, als ob sich ein Sportfunktionär darüber beklagte, dass mit stärkeren Dopingkontrollen keine Rekorde mehr möglich seien.<br />
<br />
Der Autor: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Haller_(Medienwissenschaftler)" target="_blank" rel="noopener">Michael Haller</a>, Jahrgang 1945, Journalist, Publizist und bis 2010 Professor für Allgemeine und Spezielle Journalistik am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Er mag keine faktenstrotzenden Berichte oder Texte, die Konzentration verlangen; für ihn ist das «hartes Schwarzbrot». Er will Stimmungen, Emotionen, über welche die Sachverhalte, die der Reporter schildert (gerne auch unterhaltsam), transportiert werden.</p>
<blockquote><p>Überraschenderweise vermeidet Haller die Selbstcharakterisierung der Branche als «Vierte Gewalt».</p></blockquote>
<p>Mutet Michael Hallers Mission nicht ein bisschen wie die Quadratur des Kreises an, wenn er «oberflächliches Faktizieren» zu Gunsten der Wiederbelebung der «grossartigen Kunstform» Reportage ersetzen und damit dem Journalismus zu einem besseren Ruf verhelfen möchte? Und welche Zeiten werden da heraufbeschworen?</p>
<p>Ausführlich widmet sich Haller den 1920er-Jahren, den Zeiten der Sozialreportagen einer Larissa Reissner oder eines Max Winter, dem Pionier der Wissenschaftsreportage ­– und natürlich dem «rasenden Reporter» Egon Erwin Kisch, der trotz seiner einseitigen politischen Ausrichtung von Haller verblüffend positiv geschildert wird. Der Neuanfang nach der Katastrophe des Nationalsozialismus kommentiert Haller lakonisch: «Beim Wiederaufbau des westdeutschen Pressesystems Ende der 1940er-Jahre stand der faktengläubige Nachrichtenjournalismus der angelsächsischen Länder Pate.»</p>
<blockquote><p>Mit der Neuauflage seines Reportagen-Lehrbuchs geht Haller in die Offensive, tritt leidenschaftlich für «seine» Reportage als «Kunstform» ein.</p></blockquote>
<p>Haller ist aber auch klar, dass es kein Zurück zu den «analogen Zeiten» gibt. Der Journalismus sei wie die Gesellschaft geprägt vom Wandel und längst auch selber Gegenstand der (journalistischen) Kritik. An der «Kernaufgabe» des Journalisten habe sich allerdings nichts geändert: Er soll «das Publikum über das aktuelle Geschehen in der Welt zutreffend ins Bild setzen und insofern als Moderator gesellschaftlicher Selbstaufklärung fungieren». Überraschenderweise vermeidet Haller die Selbstcharakterisierung der Branche als «Vierte Gewalt».</p>
<p>Mit der Neuauflage seines Reportagen-Lehrbuchs (die 1. Auflage erschien 1987) geht Haller in die Offensive, tritt leidenschaftlich für «seine» Reportage als «Kunstform» ein und möchte den «Panikreaktion[en]» der Blattmacher und Redakteure etwas entgegensetzen. Hierfür hat er gegenüber der vorherigen Auflage von 2008 einiges umgebaut.</p>
<p>Die Geschichte der Reportage von der Antike mit den Reisereportagen beziehungsweise Augenzeugenberichten von Herodot und Plinius (rund 500 v. Chr.) bis hinein ins 19. Jahrhundert rekapituliert Haller im Vergleich zur 6. Auflage weitgehend unverändert. Mit der Formulierung der Kriterien für eine gelungene Reportage und den Abgrenzungen zum Fiktionalen kommen Erkenntnisse aus der Affäre um «Spiegel»-Redaktor Claas Relotius ins Spiel.</p>
<blockquote><p>Die gravierendste Änderung in der neuen Auflage ist der Wegfall der Porträts bekannter Reporter.</p></blockquote>
<p>Das Kapitel «Die Angst, der Dschungel und das Weltdorf», das in der vorherigen Auflage die die soziologischen, gesellschaftlichen und medialen Veränderungen der 1990er und 2000er-Jahre abhandelte, hat Haller gestrichen, respektive einzelne Elemente daraus aktualisiert und in andere Kapitel der neuen Ausgabe eingearbeitet. Gleichzeitig fanden beispielhaft für bestimmte Reportage-Verfahren oder -Szenarien aktuelle Texte aus den 2010er Jahren zusätzlich Einzug.</p>
<p>Die gravierendste Änderung ist der Wegfall des kompletten dritten Teils der 6. Auflage, in denen bekannte Reporter ihre Arbeit als Porträt-, Sport- oder Politikreporter darstellten. Möglicherweise sollte damit dem «Star-Kult» um einzelne Journalisten Einhalt geboten werden. Dieser wird als eine der Ursachen für den «Fall Relotius» ausgemacht.</p>
<p>Scharf benennt Haller die Gründe für die Krise des Erzähljournalismus:</p>
<p><em>Entgrenzung der Form, Entpolitisierung der Inhalte, Selfie-Subjektivismus als bunte Schminke des hedonistisch auftretenden Zeitgeists – und zugleich die Angst vor Langeweile, die nach grandios getexteten Abenteuergeschichten verlangt über bizarre Leute und krasse Episoden von irgendwo auf der Welt: Für diese (hier überspitzt formulierten) Tendenzen steht – neben anderen – das damalige Gesellschaftsressort des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.</em></p>
<p>Mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cordt_Schnibben" target="_blank" rel="noopener">Cordt Schnibben</a>, der von 2001 bis 2013 das Gesellschaftsressort beim «Spiegel» leitete, wird der (moralische) Hauptschuldige für diese Krise ausgemacht. In der 6. Auflage wurde er noch als «ein Meister» der «Stoffgliederung» von Reportagen apostrophiert. Die Stelle ist in der Neuauflage gestrichen. Schnibben habe, so Haller, nach dem ökonomisch gescheiterten «Spiegel-Reporter»-Magazin mit seinem Gesellschaftsressort praktisch wie ein «Staat im Spiegel-Staat», «protegiert von der Chefredaktion», ohne irgendwelche Kontrollen durch Rechercheure, agieren dürfen. Schliesslich habe er (zusammen mit anderen) noch einen Verein namens <a href="http://www.reporter-forum.de/" target="_blank" rel="noopener">«Reporter-Forum»</a> ins Leben gerufen, der die vom «Zeitgeist durchwirkten Vorstellungen über guten Erzähljournalismus» zusätzlich förderte und prämierte.</p>
<p>Haller ist bemüht, das Genre der Reportage von anderen Textsorten abzugrenzen und mit den Anforderungen der modernen Zeit aus der Geschichte heraus weiterzuführen. Seine Definition – die er schon seinem Buch wie ein Gesetz voranstellt – lautet:</p>
<p><em>Die moderne Reportage ist vom journalistischen Anliegen getragen, soziale Distanzen und institutionelle Barrieren zu überwinden, um hinter die Fassaden zu blicken. Sie wird durch die Findigkeit und die subjektive Sicht des Reporters bestimmt: Sein Zugang zum Thema, seine Protagonisten und seine authentischen Erlebnisse sind ausschlaggebend. Diese bringt er dramaturgisch strukturiert in einer teils erzählenden, teils beschreibenden, teils schildernden Sprache zum Ausdruck.</em></p>
<p>Dabei ist die oberste Priorität, dass die Reportage auf wahren, also tatsächlich gemachten Beobachtungen beruht. Hinzu kommt das, was Haller als «Exotik» bezeichnet: Das Thema muss den Rezipienten neugierig machen, weil es noch nie derart behandelt wurde. Als Beispiel kann man unter anderem einen Ausschnitt aus einer Reportage über die Probleme bei der Mülltrennung in Shanghai lesen. Exotisch ist dieses Thema zweifellos, aber ob es auch wirklich Interesse hervorruft?</p>
<p>Haller nennt und übernimmt die Kriterien, nach denen der Pulitzer-Preis vergeben wird:</p>
<p><em>Zusätzlich zum Realismus (nonfiction) und zur Sachrichtigkeit (accuracy) müsse der Reporter seinen Stoff szenisch entwickeln, die Individualität der Akteure herausarbeiten, dabei eine Story (oft im erzähllogischen Nacheinander) erzählen, zudem die subjektive Sicht des Erzählers zum Ausdruck bringen, dabei zum Lesepublikum in Beziehung treten und die Leser zur Quintessenz, zum Erzählziel leiten.</em></p>
<p>Als Synonym für «Quintessenz» nennt Haller «Botschaft». Eine Reportage soll also, so die These, eine Botschaft haben. Haller geht sogar noch weiter: Der Reporter sollte «erst zu schreiben beginnen, wenn er weiss, was die Botschaft, die Quintessenz der Geschichte sein soll.» Unklar bleibt der anschliessende Satz in Klammern: «Die Absicht, mit einem Erzählstück gute Unterhaltung anzubieten, ist im Übrigen auch legitim.» Reicht im Zweifel schon «Unterhaltung» als «Quintessenz»? Und wie verträgt sich dies mit der Abgrenzung der Reportage von Texten mit «bunte[r] Vielfalt: Berichte, Essays, Betrachtungen und Erzählungen – geistreich formulierte Texte, die je nach Thema mal im Politikteil, im Feuilleton, in Büchern und Magazinen zu lesen waren», die aber nicht alle Kriterien einer Reportage erfüllen?</p>
<blockquote><p>Liegt in diesem Gebot zu einer Botschaft nicht vielleicht der Kern für die Krise des Erzähljournalismus?</p></blockquote>
<p>Botschaft bedeutet, dass der Reporter einen wie auch immer gearteten Imperativ, eine Präferenz für eine bestimmte Norm, in den Text «als Subtext» (Haller) einarbeitet. Dass es ein – und nur ein! – «Ergebnis» gibt. Gleichzeitig wird im Lehrbuch jedoch laufend die Notwendigkeit der Unvoreingenommenheit des Reporters betont. Er soll «quasi phänomenologische Beschreibung[en]» vornehmen, die dann allerdings nicht «berichtend», sondern «sinnlich» formuliert werden. Natürlich ist Haller der Widerspruch dieses Anspruches klar, wenn er einen «Hang zur Vorurteils- oder Thesenbestätigung» bei Journalisten feststellt.</p>
<p>Liegt in diesem Gebot zu einer Botschaft nicht vielleicht der Kern für die Krise des Erzähljournalismus? Und vielleicht sogar für den Journalismus insgesamt, in dem der Leser die unterschwellige Botschaft zwar zur Kenntnis nimmt, sie aber als übergriffige Bevormundung empfindet?</p>
<blockquote><p>Der moderne Reporter emanzipiert sich vom angeblich nicht mehr zeitgemässen «Spiegel»-Motto («Sagen, was ist») zu Gunsten eines «Verändere die Fakten nicht!».</p></blockquote>
<p>Haller weist im umfangreichen zweiten Teil seines Buches mit Tipps für den potentiellen Reporter unter anderem darauf hin, dass man wertende Aussagen wie beispielsweise «sympathisch» in Bezug auf eine Person nicht tätigen sollte. Stattdessen solle man lieber eine Beschreibung äusserer Merkmale vornehmen, die dem Rezipienten das Urteil «sympathisch» ermöglichen. Aber wie schnell sind wertende Adjektive gesetzt, zumal, was Haller immer wieder anklingen lässt, auch Lesbarkeit und Kürze eine grosse Rolle spielen? Wie gross ist die Gefahr, sozusagen unbeabsichtigt einem Klischee oder dem allgemeinen Muster nachzugeben? Und damit der «Meute» zu entsprechen? Denn Journalisten, das weiss auch Haller, neigen zur «Oberflächlichkeit».</p>
<p>Der moderne Reporter, so der Leitspruch des Buches, emanzipiert sich vom angeblich nicht mehr zeitgemässen «Spiegel»-Motto («Sagen, was ist») zu Gunsten eines «Verändere die Fakten nicht!». Abgesehen davon war der «Spiegel» in seinen politischen Berichten nie neutral oder «objektiv», was Haller auch genüsslich an einigen Schlagzeilen-Beispielen aus der unmittelbaren Gegenwart aufführt.</p>
<p>Die Problematik subjektiv-objektiv wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, aber es gelingt Haller nicht immer, eindeutige Kriterien herauszuarbeiten. Schliesslich findet sich folgende Definition, was der Reporter kann, soll und darf:</p>
<p><em>Zum einen beschreibt der Reporter seine Beobachtungen und Erlebnisse nicht nur als subjektive Eindrücke und Empfindungen, sondern auch als Sachverhalte (wer, was, wann, wo, wie). Auch in der Story müssen diese Aussagen zutreffend und überprüfbar sein. Das Subjektive des Reporters tritt durch seine persönliche, selektiv wirkende Perspektive hervor. Dass auch die (nicht überprüfbaren) Empfindungen zur Sprache kommen, ändert nichts daran, vorausgesetzt, der Reporter macht diese Unterschiede transparent (etwa, indem er Kolportagen nicht im Indikativ referiert, seine Einseitigkeit anspricht, seine subjektiven Eindrücke als solche offenlegt, Verdichtungen erklärt und auktoriale Formulierungen vermeidet).</em></p>
<p>Transparenz ist für Haller das Reportergebot der Stunde. Er betont selbstkritisch, dass er hier umgelernt hat. Früher hatte er keine Probleme mit Figurenverschmelzungen oder Komprimierung von Ereignissen. Zwar vertritt er die Haltung, wonach Verdichtung nicht gleichzusetzen sei mit Erfindung. Aber inzwischen beharrt er darauf, dass solche Verfahren unbedingt öffentlich gemacht werden müssen. Die Frage lautet dann allerdings: Warum sollte man es machen? Schliesslich betont Haller auch, dass Lesefluss und Unterhaltungswert von Reportagen wichtig seien. Der Reporter habe jedoch zu erklären, was er ausgewertet und was er weggelassen habe. Aber vielleicht weiss der Reporter auch nicht immer, was er weggelassen hat, denn er ist ja fast immer ein «Laie». Und würden da allzu viele Erläuterungen nicht nur stören, sondern auch die Frage nach der Wahrhaftigkeit stellen?</p>
<blockquote><p>Haller weist darauf hin, dass der Reporter zumeist Teilnehmer und Beobachter gleichzeitig ist und diese Balance im Text zu berücksichtigen sei.</p></blockquote>
<p>Neben der Abgrenzung der Reportage zur Literatur bemüht sich Haller um den Unterschied zwischen Reportage und Feature – eine Diskussion, die sicherlich den Journalisten interessieren muss, den Rezipienten jedoch kaum. Kurz zusammengefasst: Das Feature referiert über das Allgemeingültige, die Reportage widmet sich dem Einzelschicksal. Als «Zwitter» wird kurz auf die «Nachrichtenmagazingeschichte» hingewiesen.</p>
<p>Im zweiten Teil des Buches gibt es ausgiebig Praxistipps für den potentiellen Reporter. Hier finden sich «20 Sprachtipps», Anleitungen wie man recherchiert (wobei auffällt, dass Haller nur die Internetrecherche behandelt; ein Buch als Vorbereitung erwähnt er nicht) oder wie man das Handy als «Notiz- und Diktiergerät» verwendet. Auch grundsätzliche Erwägungen zu Stil und Form thematisiert Haller. Soll die Reportage in der Ich-Form geschrieben werden oder nicht? Wie wäre es mit einer Multimedia-Reportage – auch hierzu gibt es Vorbilder und Hinweise.</p>
<p>Haller weist darauf hin, dass der Reporter zumeist Teilnehmer und Beobachter gleichzeitig ist und diese Balance im Text zu berücksichtigen sei. Wichtig auch der Hinweis auf die Notwendigkeit von gleichzeitiger Nähe und Distanz zum Subjekt der Reportage. Manche Journalistenweisheit, die Haller von sich gibt, hätte man gerne ausgiebiger gewürdigt gesehen. Zum Beispiel diese:</p>
<p><em>Je aufregender, skandalöser, schockierender die Sachverhalte, desto zurückhaltender und nüchterner die Sprache.</em></p>
<p>Haller hat seine Neuauflage in vielen Punkten verändert, was ihm hoch anzurechnen ist. Unverändert blieben leider die sogenannten Übungsreportagen. Es handelt sich um zehn Texte (fast immer um die 6000 Zeichen; nur einmal wesentlich mehr), die «in Volontärskursen, Lehrredaktionen und Inhouse-Workshops im Raum Hamburg» entstanden sind und exemplarisch für unterschiedliche Typen von Reportagen stehen sollen. Mit den Kriterien Attraktion, Augenschein, Quintessenz und Dramaturgie werden die Texte klassifiziert.</p>
<blockquote><p>Manchmal wirken Hallers Versuche, die Reportage wieder journalistisch satisfaktionsfähig zu machen, geradezu rührend.</p></blockquote>
<p>Dabei handelt es sich jedoch ausnahmslos um Reportagen, die in den 1980er Jahren entstanden sind! Das merkt man bisweilen deutlich, etwa bei einem Porträt aus dem Jahr 1985 über «Tattoo-Theo», einen ganzkörpertätowierten Mann aus Hamburg, der 2004 verstorben ist. Insgesamt wirken die Themen der Reportagen (Stichwort: «Exotik») arg angestaubt. Als Kontrapunkt werden am Schluss dreizehn, meist preisgekrönte Reportagen verlinkt, die bis auf eine Ausnahme zwischen 2017 und 2020 entstanden sind. Tiefergehende Analysen zu diesen jüngeren Texten gibt es jedoch nicht.</p>
<p>Manchmal wirken Hallers Versuche, die Reportage wieder journalistisch satisfaktionsfähig zu machen, geradezu rührend. Etwa dann, wenn er immer wieder betont, wie der Journalist den Leser an einem für ihn ansonsten vollkommen unzugänglichen Geschehen teilhaben lässt.</p>
<p>Dass das Genre in der Krise steckt, ist nicht alleine auf den Fall Relotius zurückzuführen. Der Glaubwürdigkeitsverlust des Journalismus geht tiefer, als auch Haller dies wahrhaben möchte. Neben Claas Relotius werden noch nebensächlich Dirk Gieselmann und der Fall der Bloggerin Marie Sophie Hingst erwähnt. Aber der vom Journalismus selbst verantwortete Vertrauensverlust speist sich aus vielen <a href="https://medienwoche.ch/2016/10/18/luegen-luecken-und-mediendiaet">anderen Aspekten</a> wie Versäumnissen, einseitigen Berichterstattungen oder ungenauen oder fahrlässig falschen Recherchen.</p>
<p>Auffällig ist die weitgehende Beschränkung des Lehrbuchs auf die Reportage im Printjournalismus. Allenfalls das Radio-Feature bekommt noch ein wenig Aufmerksamkeit. Über die inzwischen inflationären Reportageformate im Fernsehen findet sich gar nichts. Bisweilen treibt Haller die Idealisierung der Reporter, die er eigentlich skeptisch sieht, selber voran, etwa wenn er von den Leistungen der Kriegsreporter berichtet (auch derjenigen, die «embedded» sind) und die These aufstellt, dass die Berichterstattung in den 1970er Jahren wesentlich zum Ende des Vietnamkrieges beigetragen hätte. Eine Annahme, die längst <a href="https://www.fluter.de/war-is-coming-home" target="_blank" rel="noopener">nicht mehr ungeteilte Zustimmung</a> findet.</p>
<p>Die Lektüre des Reportage-Lehrbuchs bietet auch für den Medienrezipienten bisweilen erhellende Momente, etwa wenn Haller auf ein journalistisches Ethos jenseits von Oberflächlichkeiten beharrt. Dabei liegen die Schwierigkeiten, mehreren Parteien – Lesern, Blattmachern, Protagonisten – zu dienen und dies auszubalancieren, auf der Hand. Würden sich Journalisten und Reporter an Hallers Idealen orientieren, wäre schon viel gewonnen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/10/reportagen-lehrbuch-rettungsversuche-fuer-eine-textgattung/">Reportagen-Lehrbuch: Rettungsversuche für eine Textgattung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>MAZ-Chef Diego Yanez über Journalismus in der Krise</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/04/16/maz-chef-diego-yanez-ueber-journalismus-in-der-krise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Apr 2020 14:24:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=77850</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Leben für die Medien: Der Luzerner Diego Yanez war Reporter, dann Chefredaktor beim SRF, im Mai tritt er als Direktor des Medienausbildungszentrums MAZ ab. Wie erlebt er den Journalismus in der Corona-Krise?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/04/16/maz-chef-diego-yanez-ueber-journalismus-in-der-krise/">MAZ-Chef Diego Yanez über Journalismus in der Krise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Leben für die Medien: Der Luzerner Diego Yanez war Reporter, dann Chefredaktor beim SRF, im Mai tritt er als Direktor des Medienausbildungszentrums MAZ ab. Wie erlebt er den Journalismus in der Corona-Krise?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/04/16/maz-chef-diego-yanez-ueber-journalismus-in-der-krise/">MAZ-Chef Diego Yanez über Journalismus in der Krise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wie Jugendliche lernen, zwischen Fakt und Fake zu unterscheiden</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/07/16/wie-jugendliche-lernen-zwischen-fakt-und-fake-zu-unterscheiden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jul 2019 07:54:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=71151</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jugendliche greifen immer stärker auf Quellen zurück, die sie selbst als unglaubwürdig einstufen. Die Schulen verstärken die Bemühungen, die Informationskompetenz zu erhöhen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/16/wie-jugendliche-lernen-zwischen-fakt-und-fake-zu-unterscheiden/">Wie Jugendliche lernen, zwischen Fakt und Fake zu unterscheiden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jugendliche greifen immer stärker auf Quellen zurück, die sie selbst als unglaubwürdig einstufen. Die Schulen verstärken die Bemühungen, die Informationskompetenz zu erhöhen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/16/wie-jugendliche-lernen-zwischen-fakt-und-fake-zu-unterscheiden/">Wie Jugendliche lernen, zwischen Fakt und Fake zu unterscheiden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Bloss nichts mit Medien machen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/04/11/bloss-nichts-mit-medien-machen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2019 12:53:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenschulen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bewerberzahlen bei Journalistenschulen gehen immer weiter zurück. Und abseits der Metropolen sieht es noch schlimmer aus: Viele Zeitungen können ihre Volontärstellen kaum noch besetzen. Ist Journalismus out?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bewerberzahlen bei Journalistenschulen gehen immer weiter zurück. Und abseits der Metropolen sieht es noch schlimmer aus: Viele Zeitungen können ihre Volontärstellen kaum noch besetzen. Ist Journalismus out?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/04/11/bloss-nichts-mit-medien-machen/">Bloss nichts mit Medien machen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Berufseinstieg in der Abstiegsgesellschaft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/03/28/berufseinstieg-in-der-abstiegsgesellschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Mar 2019 20:30:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=67676</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein gesamter Jahrgang von SRF-Stagiaires hat einen Masterabschluss, aber keine Berufspraxis – und auch sonst wurde der Ruf nach mehr Akademikern im Nachwuchsjournalismus wieder laut. Gerade praxisorientierte Ausbildungen sollten Nicht-Studierten eine Chance geben. Ein Kommentar. Er will sie, SRF hat sie. Christian Mensch, Ausbildungsleiter des AZ-Zeitungsverbunds, bedauert in der neuen WOZ, dass nur noch wenige <a href="https://medienwoche.ch/2019/03/28/berufseinstieg-in-der-abstiegsgesellschaft/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein gesamter Jahrgang von SRF-Stagiaires hat einen Masterabschluss, aber keine Berufspraxis – und auch sonst wurde der Ruf nach mehr Akademikern im Nachwuchsjournalismus wieder laut. Gerade praxisorientierte Ausbildungen sollten Nicht-Studierten eine Chance geben.<br />
Ein Kommentar.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-67682" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Akademiker-SRF_20190328a.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Akademiker-SRF_20190328a.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Akademiker-SRF_20190328a-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Akademiker-SRF_20190328a-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Akademiker-SRF_20190328a-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/03/MW-Akademiker-SRF_20190328a-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Er will sie, SRF hat sie. Christian Mensch, Ausbildungsleiter des AZ-Zeitungsverbunds, bedauert in der neuen WOZ, dass nur noch wenige mit Uniabschluss in den Journalismus einsteigen: «Juristen, Soziologen, Ökonomen und Naturwissenschaftler» würden «Wirtschaft und Behörden» in der Sache auf Augenhöhe begegnen. <a href="https://www.xing.com/profile/BarbaraB_Peter" target="_blank" rel="noopener">Barbara B. Peter</a>, publizistische Leiterin des journalistischen Stage von SRF, präsentierte zwei Tage davor die Neuen für die trimediale Stage-Ausbildung: 13 Leute, 7 Frauen, 6 Männer. <a href="https://www.persoenlich.com/medien/alle-neuen-stagiaires-sind-akademiker" target="_blank" rel="noopener">Alle haben einen Masterabschluss</a> – drei von ihnen sind bereits in einem Doktorat. Die «jungen Berufsleute» sollen noch nie journalistisch gearbeitet haben. Sie lernen die Berufspraxis erst kennen. .</p>
<blockquote><p>Ältere Kollegen erteilen dem Nachwuchs gerne Ratschläge. Sie romantisieren ihr abgebrochenes Studium und feiern jene jungen Kolleg*innen, die ohne Studium in den Beruf eingestiegen sind.</p></blockquote>
<p>Ich habe studiert. Bei mir zuhause liegt ein Dokument, das belegt, dass ich drei Jahre meines Lebens sinnvoll verbracht habe. Bachelor of Arts steht da drauf. Und genau deshalb wechsle ich an diesem Punkt zum «Ich». Ältere Kollegen erteilen Nachwuchsjournalist*innen gerne Ratschläge. Sie romantisieren ihr abgebrochenes Studium und feiern jene Reporter*innen, die ohne Matura, ohne Studium, ohne elterliche Klassikerbibliothek in den Beruf eingestiegen sind. Die Losung: Es gebe nicht den einen Weg in den Beruf. Da Journalismus den Anspruch vertrete die Gesellschaft zu spiegeln, brauche es ganz verschiedene Leute. Diversität eben: ehemalige Polizistinnen genauso wie gelernte Zigarrenverkäufer und dissertierte Ökonominnen.</p>
<p>Der Studentenalltag ist ideal, um daneben in einer Branche tätig zu sein, wo es viel zu tun, aber kaum Jobs gibt: Die Präsenzzeit im Studium ist niedrig. Kommt ein Auftrag rein, reicht ein Entschuldigungsmail. Praktika packt man in die ewig langen Semesterferien. Und wenn dann der letzte Praktikumstag gekommen ist, müssen die Vorgesetzten keine traurigen Hundeaugen machen: Die Studentin hat ab morgen wieder Alltag und Struktur – vielleicht kommt sie nächstes Jahr ja nochmals. Grosser Output, 1500 Franken pro Monat. Und bis zum Abschluss des Studiums wird sicher eine Vertretungsstelle frei. So ziehen die Jahre dahin. Wer sich dieses Leben leisten kann und wirklich in den Journalismus will, findet früher oder später einen Einstieg in den Beruf.</p>
<blockquote><p>Wer Praktikum nach Praktikum absolviert, erlebt zwar viel, hat aber noch immer keine sichere Stelle oder ein anständiges Einkommen.</p></blockquote>
<p>Anders bei weniger Privilegierten: Sie müssen schneller verdienen. Anders bei Nicht-Studierten: Wer nach der Lehre ein Praktikum macht und nach dem Praktikum noch ein Praktikum, bekommt zwar viel Einblick, hat aber noch immer keine sichere Stelle oder ein anständiges Einkommen. Erst recht nicht, solange eher Stellen abgebaut werden. Studierende können ein paar freie Aufträge pro Jahr in ihren Alltag integrieren – und so Redaktionen regelmässig an ihre Existenz erinnern. (Brot-)Berufstätige können das nicht.</p>
<p></p>
<p>SRF bevorzugte in diesem Stagiaire-Jahrgang gemäss Ausschreibung Fachspezialist*innen aus Naturwissenschaften, Mathematik, Orientalistik und Regie. Und tatsächlich wurden SRFs sehr spezifischen Wünsche erhört: Die neuen Stagiaires haben unter anderem Abschlüsse in Physik, Biologie, Mathematik, Islam- und Theaterwissenschaft. Dass diese alle über einen Master-Abschluss verfügen ist <a href="https://twitter.com/SRF/status/1111310683096920066" target="_blank" rel="noopener">laut SRF «reiner Zufall»</a>. Dass sie alle Akademiker*innen sind aber wohl eher nicht. «Für diesen einen Jahrgang wünschte sich die Geschäftsleitung Fachwissen in bestimmten Richtungen. Entsprechend wurden die Leute ausgewählt», so Barbara B. Peter von SRF auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Immerhin: Gemäss Peter ist eine Fachspezialistin ohne akademischen Hintergrund denkbar.</p>
<blockquote><p>Die Vielfalt, welche die neuen SRF-Stagiaires mitbringen, ist die Vielfalt von Hochschulen und Universitäten auf verschiedenen Kontinenten.</p></blockquote>
<p>Weiter wünschte sich die SRF-Geschäftsleitung bei der Auswahl «Diversität». Kann ein reiner Akademikerjahrgang diesem Anspruch gerecht werden? In der Ausschreibung hiess es: «Internationaler Hintergrund und kulturelle Vielfalt erwünscht». Die Diversität bildet sich laut Peter folgendermassen ab: «Die Stagiaires kommen aus verschiedenen Lebenswelten, sie verfügen über sehr unterschiedliche Ausbildungen und haben diese auf verschiedenen Orten auf der Welt absolviert». Eine Vielfalt von Hochschulen und Universitäten auf verschiedenen Kontinenten ist es also. Auf Nachhaken der MEDIENWOCHE, was unter «verschiedene Lebenswelten» genau zu verstehen sei, bittet sie darum, diese schwammige Formulierung beizubehalten.</p>
<p>Hoffentlich ist es mehr als eine Worthülse: Es braucht mehr Medienprofis mit postmigrantischen Hintergründen oder auch Migrationsvordergründen. Damit in der Berichterstattung (post)migrantische Realitäten weniger oft als blosses «Anderes» von der SRF-bi-de-Lüt-Welt abgesondert werden. Falls nicht, bedeutet Diversität nur eines: einen Lebenslauf, den man sich auch erst mal leisten können muss.</p>
<blockquote><p>Der Einstieg in den Journalismus ist auch für jene, die ihn von der Universität her wagen, nicht leicht.</p></blockquote>
<p>Klar kann man von einem Abschluss nicht auf einen Menschen schliessen. Und der Berufseinstieg in den Journalismus ist auch für jene, die ihn von der Universität her wagen, nicht leicht. Der romantisierte ungerade Lebensweg bringt Studierende dazu, sich jahrelang von Redaktionen warm halten zu lassen, bis sie vielleicht mal eine Vertretungsstelle übernehmen dürfen.</p>
<p>Die Frage, ob man eher Chancen auf eine Stelle oder eine berufliche Zukunft hat, wenn man nach dem Bachelor aufhört oder weiterstudiert, diskutiert mein Freundeskreis regelmässig. Wenn Christian Mensch, Ausbildungsleiter der AZ Medien, unter seinen Stagiaires, wie er es sich wünscht, eine Soziologin hätte, könnte sie ihm <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/oliver-nachtwey-ueber-die-abstiegsgesellschaft-wenn-die-leiter-wankt-ld.778590" target="_blank" rel="noopener">«Die Abstiegsgesellschaft»</a> näherbringen. Das Hauptwerk <a href="https://soziologie.philhist.unibas.ch/de/personen/oliver-nachtwey/" target="_blank" rel="noopener">des Basler Starprofessors</a> <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Nachtwey" target="_blank" rel="noopener">Oliver Nachtwey</a> skizziert, dass die Kinder der Babyboomer-Generation weniger Sicherheiten und schlechtere Aussichten haben als ihre Eltern. Da brauchts nicht mal eine Branche in der Dauerkrise.</p>
<p>Mensch glaubt, dass Akademiker*innen mit Wirtschaftsvertretern eher auf Augenhöhe sprechen können &#8211; ihrer Fachkompetenz wegen. Er nennt in der WOZ eine konkrete Fähigkeit: Bilanzen lesen können. Ich denke, das kann man sich auch selbst beibringen. Akademiker*innen können Akademiker*innen auf Augenhöhe begegnen – das stimmt wohl. Das hat aber hauptsächlich mit Habitus-Fragen zu tun: Wie man sich verhält, welches Vokabular man verwendet, was man namedroppt. Elitäre Oberflächlichkeiten, die nichts mit Kompetenz zu tun haben. Journalist*innen sollten aber allen auf Augenhöhe begegnen können – denn Journalismus hat den Anspruch die Gesellschaft zu spiegeln.</p>
<blockquote><p>Ein Berufseinstieg ohne Ausbildung ist im Journalismus momentan praktisch unmöglich. Man braucht Abschlüsse oder Diplome.</p></blockquote>
<p>Empathie lernt man nicht an der Uni, Gespür für Geschichten ebensowenig. Auch Barbara B. Peter von SRF verneint gegenüber der MEDIENWOCHE, dass Akademiker*innen generell die besseren Journalist*innen seien.</p>
<p>Aber ohne Ausbildung ist der Berufseinstieg momentan praktisch unmöglich. Ohne Diplom oder Abschluss geht nix. Es sind eben gerade praxisorientierte Ausbildungen wie die SRF-Stages, die Nicht-Studierten den Berufseinstieg ermöglichen könnten. Wenn die SRF-Geschäftsleitung nur wollte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/03/28/berufseinstieg-in-der-abstiegsgesellschaft/">Berufseinstieg in der Abstiegsgesellschaft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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