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	<title>Medienpreise | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 10 May 2022 21:17:00 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Pulitzer-Preis für ukrainische Presse</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/10/pulitzer-preis-fuer-ukrainische-presse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 May 2022 18:16:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Pulitzer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem Jahr erhielten die ukrainischen Journalistinnen und Journalisten den Sonderpreis der Pulitzer-Preis-Jury für ihren Mut, ihre Ausdauer und ihr Engagement.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Jahr erhielten die ukrainischen Journalistinnen und Journalisten den Sonderpreis der Pulitzer-Preis-Jury für ihren Mut, ihre Ausdauer und ihr Engagement.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/10/pulitzer-preis-fuer-ukrainische-presse/">Pulitzer-Preis für ukrainische Presse</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wie ein Programmierer den Pulitzer-Preis gewann</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/08/26/wie-ein-programmierer-den-journalistenpreis-gewann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2021 13:11:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Pulitzer]]></category>
		<category><![CDATA[Programmierer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Christo Buschek sagt von sich, er sei kein Journalist. Dennoch wurde er als Teil eines Dreierteams zum Pulitzer-Preisträger. Wir haben mit ihm gesprochen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Christo Buschek sagt von sich, er sei kein Journalist. Dennoch wurde er als Teil eines Dreierteams zum Pulitzer-Preisträger. Wir haben mit ihm gesprochen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/08/26/wie-ein-programmierer-den-journalistenpreis-gewann/">Wie ein Programmierer den Pulitzer-Preis gewann</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Der Preis der Zürcher Medienhäuser?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/06/01/der-preis-der-zuercher-medienhaeuser/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jun 2021 18:52:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Journalistenpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Letztes Jahr war es nur eine Randnotiz, dass der «Zürcher Journalistenpreis» neu von Tamedia, Ringier und der NZZ getragen wird. Dabei wäre der renommierteste Deutschschweizer Medienpreis fast eingegangen, hätten sich die Medienkonzerne nicht zusammengerauft. Der «Zürcher Journalistenpreis» hat einiges erlebt. Einst feierten Thomas Borer, Lilian Fetscherin und Jörg Kachelmann für seine Finanzen in Nobelhotels. Einst <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/01/der-preis-der-zuercher-medienhaeuser/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Letztes Jahr war es nur eine Randnotiz, dass der «Zürcher Journalistenpreis» neu von Tamedia, Ringier und der NZZ getragen wird. Dabei wäre der renommierteste Deutschschweizer Medienpreis fast eingegangen, hätten sich die Medienkonzerne nicht zusammengerauft.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-88990" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Zuercher-Journalistenpreis-20210602-1.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Zuercher-Journalistenpreis-20210602-1.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Zuercher-Journalistenpreis-20210602-1-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Zuercher-Journalistenpreis-20210602-1-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Zuercher-Journalistenpreis-20210602-1-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/06/MW-Zuercher-Journalistenpreis-20210602-1-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Der <a href="https://www.zh-journalistenpreis.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Zürcher Journalistenpreis»</a> hat einiges erlebt. Einst feierten Thomas Borer, Lilian Fetscherin und Jörg Kachelmann für seine Finanzen in Nobelhotels. Einst erhielt eine Anna-Christina Gabathuler den allerersten Newcomer-Preis, den beinahe beleidigend niedrig dotierten «Sonderpreis von 600 Franken für eine junge Autorin» (SDA). Damals war Bundesratsgatte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_W._Kopp" target="_blank" rel="noopener">Hans W. Kopp</a> Jurypräsident und Aushängeschild. 1988 trat die «Galionsfigur» Kopp dann nach «mehreren Wochen schriftlicher und mündlicher» Bitten zurück «in den Halbschatten», um «negative Auswirkungen» auf den Preis abzuwenden, wie der «Bund» berichtete.</p>
<p>Kopp blieb nicht die einzige Verbindung des Preises zu Skandalen der jüngeren Schweizer Geschichte: Bis 2001, dem Jahr des Grounding, wurde im Rahmen des ZJP auch ein mit 5000 Franken dotierter «Swissairpreis» verliehen. Der ZJP, der seit 40 Jahren verliehen wird, ist der einzige Schweizer Medienpreis, der selbst geschichtsträchtig ist. Und trotzdem hätte seine Geschichte abrupt enden können.<br />
</p>
<p>Vor drei Jahren war das «Finanzierungsleiden am Peak», erinnert sich der amtierende <a href="https://www.zh-journalistenpreis.ch/pages/04_uber_zjp/jury.html" target="_blank" rel="noopener">Jurypräsident</a> Hannes Britschgi. 2017 fand der «Zürcher Presseball» zum letzten Mal statt – und damit stoppten auch die jährlichen Zahlungen des <a href="https://presseverein.ch/" target="_blank" rel="noopener">«Zürcher Pressevereins» ZPV</a> an den Preis. Dabei war der ZJP mal der Preis des Pressevereins; in den ersten Jahren durften sich gar nur ZPV-Mitglieder bewerben. Was ist passiert?</p>
<p>ZPV-Präsident Janosch Tröhler sagt zum Rückzug: «Wir sind ein Berufsverband und benötigen unsere Mittel für die Mitglieder.» Er sehe keine Möglichkeit, Jahr für Jahr 15&#8217;000 Franken für einen Medienpreis zu zahlen. «Die Spenden an den Journalismus fliessen nicht mehr so wie früher. So wurde es für die Agentur, die den Ball organisierte, nur schon zum Problem, genug Preise für die Tombola zu finden.»</p>
<p>Der «Presseball» war eine bonzige Veranstaltung. Journalist:innen konnten «Dinner-Ballkarten» zum «Vorzugspreis» für 490 Franken kaufen. Billiger waren «Champagner-Ballkarten» für 100 Franken – aber nicht in jedem Jahr garantierten die einen Sitzplatz. Solange sich das gehobene Zürich auf so etwas wie eine «Ballsaison» freute, füllte der Presseball während fast 100 Jahren das Sozialfonds und die Spendenkasse des ZPV.</p>
<p>Doch statt auf die Ballsaison freut sich heute auch das gehobene Zürich auf die nächste «Bridgerton»-Staffel und der Sponsoring-Motor stottert nicht nur für Tombola-Lose, folgt man ZJP-Jurypräsident Britschgi:</p>
<blockquote><p>«Wir sind so am Limit gelaufen bei der Sponsorensuche, dass ich Freunde gefragt habe.»</p></blockquote>
<p>Der gesamte <a href="https://www.zh-journalistenpreis.ch/pages/04_uber_zjp/stiftungsrat.html" target="_blank" rel="noopener">Stiftungsrat</a> des «Zürcher Journalistenpreis» habe alles getan, um den Preis weiterhin zu sichern. Die jährlichen Ausgaben der ZJP-Stiftung belaufen sich auf etwa 120&#8217;000 Franken für Preissumme, Verleihungsfeier, Broschüre und die Teilzeit-Geschäftsstelle. Beim Sponsoring hatte die ZJP-Stiftung ohnehin nie Berührungsängste. Die <a href="https://www.zh-journalistenpreis.ch/pages/04_uber_zjp/sponsoren_partner.html" target="_blank" rel="noopener">Sponsorenliste</a> ist jedes Jahr so lang, dass wohl viele nie auf die Idee gekommen wären, dass der ZJP in Geldnot ist. Schweizer Medienhäuser gehören dazu, auch Grossbanken wie die UBS oder Konzerne wie Syngenta oder Google. 2018, zeitgleich mit dem «Finanzierungsleiden», wurde <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/04/jti-%e2%9d%a4%ef%b8%8f-journalismus/">Japan Tobacco International JTI</a> zum «Goldsponsor».</p>
<p>Als Britschgi auf Spendensuche war, wälzte er bereits die Idee, dass der «Zürcher Preis» von den «drei grossen Häuser in der Medienhauptstadt Zürich» getragen werden sollte. Manchen habe er die Idee anvertraut. Aber dass sie dann so schnell zur Umsetzung kam, lag an vielen Zufällen. Bei der Preisverleihung 2019 im Zürcher Klub «Kaufleuten» war Pietro Supino Festredner. In dem Jahr gewannen zwar «NZZ Folio», «SonntagsBlick» und die «Schaffhauser AZ» und Tamedia ging leer aus – aber im Vorjahr erhielt das Recherchedesk von Tamedia den «Zürcher Journalistenpreis» für ihre Aufarbeitung der «Paradise Papers». Ist das der Grund, weshalb sich Supino für das Thema seiner Rede entschied? Womöglich lag es auch einfach daran, dass die Branche im Schock der <a href="https://medienwoche.ch/tag/fall-relotius/">Relotius-Enthüllung</a> Sinn und Kriterien von Medienpreisen grundsätzlich hinterfragte. Jedenfalls sprach Supino über die Wichtigkeit, hervorragenden Journalismus auszuzeichnen.</p>

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<p>«Herr Supino hat eine sehr schöne Rede zu Journalistenpreisen gehalten. Da war mein Moment gekommen», erinnert sich Britschgi. Beim Apéro hat er, der Supino bereits von seiner Zeit als Chefredaktor des Tamedia-Magazin «Facts» kannte, dem Gastredner die Idee geschildert: Tamedia, die NZZ und Ringier sollen Träger werden und damit das Überleben des «Zürcher Preis» garantieren. Supino versprach: Wenn Ringier und die NZZ mitmachen, bin ich auch dabei. Den Zugang zu Ringier-CEO Marc Walder hatte Britschgi als Leiter der Ringier-Journalistenschule, also galt es die NZZ zu überzeugen. Zusammen mit Stiftungsratspräsident Andrea Masüger hat Britschgi also bei deren Chefredaktor Eric Gujer vorgesprochen:</p>
<blockquote><p>«Als die NZZ an Bord war, sind wir an die Werdstrasse. Supino hat ohne Zögern Wort gehalten.»</p></blockquote>
<p>Gujer und Supino gehören nicht gerade zu den beliebtesten Chefs der Medienbranche – doch in der Schilderung von Britschgi klingen sie wie die herzlichsten und leidenschaftlichsten Menschen. «Es war natürlich schön, wie klar die Branchengrössen sagten, wir wollen den Preis. Dafür bin ich wirklich dankbar, denn für uns ging es um Sein oder Nichtsein.»</p>
<p>Nun zahlen Ringier, Tamedia und die NZZ je 30&#8217;000 Franken pro Jahr an die ZJP-Stiftung und entsenden je eine Person in den Stiftungsrat. Für Ringier hat dort Britschgi Einsitz, von der NZZ ist es der stellvertretende Chefredaktor Daniel Wechlin und bei Tamedia der ehemalige «20 Minuten»-Chefredaktor und heutige Geschäftsführer Marco Boselli. Beteiligt ist nicht der Konzern TX Group, sondern deren Unternehmen Tamedia.</p>
<p>Mindestens ein <a href="https://www.zh-journalistenpreis.ch/pages/04_uber_zjp/jury.html" target="_blank" rel="noopener">Jurymitglied</a> hat wohl wegen Boselli grosse Augen gemacht: Der Stiftungsrat sitzt bei den Jurysitzungen mit im Raum. Aber durch die neue Trägerschaft besteht kein Risiko, dass der «Zürcher Journalistenpreis» nur unter den grossen Häusern ausgemacht wird, versichert Britschgi.</p>
<blockquote><p>Einzig beim Lebenswerk-Preis hat der Stiftungsrat ein Vorschlagsrecht. Es entscheidet aber immer die Jury.</p></blockquote>
<p>Für diese heisse es «vor allem im Frühling: Lesen! Lesen! Lesen!» Die Jury, die «zu Gottes Lohn» – also gratis – arbeitet, teilt sich die über 150 Beiträge auf Zweierteams auf. Gesiebt wird also schon vor der grossen Sitzung. Bei der Verteilung achte Britschgi unter anderem darauf, dass Ringier-Beiträge nicht an ihn gehen, um den Anschein von Befangenheit zu vermeiden. Generell sei es für die Würde der Juryarbeit entscheidend, ein Gespür zu entwickeln, wann man wegen persönlicher oder beruflicher Nähe in Ausstand treten muss.</p>
<p>Das Letzte, was der «Zürcher Journalistenpreis» werden wolle, sei «eine geschlossene Gesellschaft, wo die grossen Reporterseelen hie und da eine Streicheleinheit bekommen.» Im Gegenteil habe man ja in seinen bisher fünf Jahren Jurypräsidium den Preis für die gesamte Deutschschweiz geöffnet. Bereits bei der Juryzusammensetzung achte man darauf, dass sich in ihr keine Leute versammeln, die sowieso immer «Das Magazin»- und «NZZ Folio»-Reportagen auszeichnen wollen. Intern gebe es mittlerweile ein breites Bewusstsein, dass nicht alle Journalist:innen unter denselben Bedingungen arbeiten. «Man merkt es Texten an, wenn an ihnen lange geschrieben, redigiert und Postproduction betrieben worden ist», so Britschgi. Deshalb nominiere man bewusst auch Arbeiten, die vielleicht weniger Betreuung erhielten. «Es gibt auch keine unsichtbare Barriere à la «Ab 10&#8217;000 Zeichen kommst du erst in Preisnähe», sagt Britschgi. 7400 Zeichen zählte der kürzeste Text, der in seiner Zeit ausgezeichnet worden ist.</p>
<p>Christina Neuhaus, Stefan von Bergen, Nina Jecker, Lisa Feldmann, Hansi Voigt und Britschgi tagten auch 2021 Anfang Mai. Aus 160 eingereichten Arbeiten <a href="https://www.dropbox.com/s/ca79lapudavnudf/210516_MM_ZJP%20die%20Nominierten.pdf?dl=0" target="_blank" rel="noopener">nominierten</a> sie deren zehn für den Haupt- und drei für den Newcomerpreis. Es sind grosse und kleine Medienhäuser vertreten. Was auf den ersten Blick auffällt: Fast alle Beiträge stammen von Männern. Bei den Nominierten für die drei mit 10&#8217;000 Franken dotierten Hauptpreise findet sich kein einziger Beitrag, bei dem nicht zumindest der Co-Autor ein Mann ist. Wie kommt das? Britschgi erklärt sich: «Wir haben das diskutiert. Diversity ist ein Kriterium, aber wenn die Ausgangslage der Arbeiten so ist, kann es nicht der einzig ausschlaggebende Punkt sein.» Es sei nicht so, dass sich fast nur Männer um den Preis bewerben. Eltern, Geschwister, auch Leser:innen reichen Artikel ein.</p>
<blockquote><p>«Und die Liste zeigt ja bloss die Nominierten und nicht, wer den Preis auch bekommt.»</p></blockquote>
<p>Ist das bereits ein Hinweis für die Preisverleihung im September? Man ist gespannt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/06/01/der-preis-der-zuercher-medienhaeuser/">Der Preis der Zürcher Medienhäuser?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In eigener Sache: Unzweifelhafte Verleihung des Reporterpreises</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/12/19/in-eigener-sache-unzweifelhafte-verleihung-des-reporterpreises/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Dec 2020 09:40:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reporterpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit haltlosen Argumenten kritisierte Michael Wolffsohn die Verleihung des Reporterpreises an das «Handelsblatt»-Team. Eine Richtigstellung.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/19/in-eigener-sache-unzweifelhafte-verleihung-des-reporterpreises/">In eigener Sache: Unzweifelhafte Verleihung des Reporterpreises</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit haltlosen Argumenten kritisierte Michael Wolffsohn die Verleihung des Reporterpreises an das «Handelsblatt»-Team. Eine Richtigstellung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/19/in-eigener-sache-unzweifelhafte-verleihung-des-reporterpreises/">In eigener Sache: Unzweifelhafte Verleihung des Reporterpreises</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auch Journalistenpreis-Jurys müssen historische Fakten prüfen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/12/14/auch-journalistenpreis-jurys-muessen-historische-fakten-pruefen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2020 14:12:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reporterpreis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=84298</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschlands wohl bekanntester Unternehmensberater, Roland Berger, soll die Rolle seines Vaters in der NS-Zeit verharmlost haben. Die Recherche, die das aufgedeckt haben will, wurde nun mit dem Reporterpreis ausgezeichnet. Zu Unrecht, sagt Michael Wolffsohn.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/14/auch-journalistenpreis-jurys-muessen-historische-fakten-pruefen/">Auch Journalistenpreis-Jurys müssen historische Fakten prüfen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschlands wohl bekanntester Unternehmensberater, Roland Berger, soll die Rolle seines Vaters in der NS-Zeit verharmlost haben. Die Recherche, die das aufgedeckt haben will, wurde nun mit dem Reporterpreis ausgezeichnet. Zu Unrecht, sagt Michael Wolffsohn.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/12/14/auch-journalistenpreis-jurys-muessen-historische-fakten-pruefen/">Auch Journalistenpreis-Jurys müssen historische Fakten prüfen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nannen-Preis für Rezo: «Man sollte ihm dankbar dafür sein»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/05/05/nannen-preis-fuer-rezo-man-sollte-ihm-dankbar-dafuer-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2020 10:12:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Youtuber]]></category>
		<category><![CDATA[Rezo]]></category>
		<category><![CDATA[Henri-Nannen-Preis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=78286</guid>

					<description><![CDATA[<p>Den Staub, den Rezo so vielen Politikern, aber auch manchem etablierten Journalisten ins Gesicht geblasen hat, sollte man nicht so einfach abklopfen. Man sollte ihm dankbar dafür sein: Die Jury-Mitglieder Steffen Klusmann und Richard David Precht rechtfertigen die Vergabe des Nannen-Preises an den Youtuber Rezo.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/05/nannen-preis-fuer-rezo-man-sollte-ihm-dankbar-dafuer-sein/">Nannen-Preis für Rezo: «Man sollte ihm dankbar dafür sein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Den Staub, den Rezo so vielen Politikern, aber auch manchem etablierten Journalisten ins Gesicht geblasen hat, sollte man nicht so einfach abklopfen. Man sollte ihm dankbar dafür sein: Die Jury-Mitglieder Steffen Klusmann und Richard David Precht rechtfertigen die Vergabe des Nannen-Preises an den Youtuber Rezo.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/05/nannen-preis-fuer-rezo-man-sollte-ihm-dankbar-dafuer-sein/">Nannen-Preis für Rezo: «Man sollte ihm dankbar dafür sein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum der Nannen-Preis für den Youtuber Rezo ein Fehler ist</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/05/05/warum-der-nannen-preis-fuer-den-youtuber-rezo-ein-fehler-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2020 10:09:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Henri-Nannen-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Youtuber]]></category>
		<category><![CDATA[Rezo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit «Die Zerstörung der CDU» wurde Rezo über Nacht zur politischen Stimme der Generation Youtube. Dafür wurde er zu Recht mit Preisen ausgezeichnet. Dass er nun allerdings den «Nannen Preis», also den renommiertesten deutschen Journalistenpreis, erhalten hat, ist ein Fehler. Die Jury hätte die Reissleine ziehen müssen. Ein Kommentar.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/05/warum-der-nannen-preis-fuer-den-youtuber-rezo-ein-fehler-ist/">Warum der Nannen-Preis für den Youtuber Rezo ein Fehler ist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit «Die Zerstörung der CDU» wurde Rezo über Nacht zur politischen Stimme der Generation Youtube. Dafür wurde er zu Recht mit Preisen ausgezeichnet. Dass er nun allerdings den «Nannen Preis», also den renommiertesten deutschen Journalistenpreis, erhalten hat, ist ein Fehler. Die Jury hätte die Reissleine ziehen müssen. Ein Kommentar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/05/warum-der-nannen-preis-fuer-den-youtuber-rezo-ein-fehler-ist/">Warum der Nannen-Preis für den Youtuber Rezo ein Fehler ist</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ostschweizer Medienpreis: Ein Prestige-Anlass wird liquidiert</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/04/07/ostschweizer-medienpreis-ein-prestige-anlass-wird-liquidiert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2020 18:11:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ostschweizer Medienpreis]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=77674</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Ostschweizer Medienpreis ist am Ende. Kritiker werfen der Stiftung Untätigkeit vor. Der Stiftungsrat weist die Vorwürfe zurück.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Ostschweizer Medienpreis ist am Ende. Kritiker werfen der Stiftung Untätigkeit vor. Der Stiftungsrat weist die Vorwürfe zurück.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/04/07/ostschweizer-medienpreis-ein-prestige-anlass-wird-liquidiert/">Ostschweizer Medienpreis: Ein Prestige-Anlass wird liquidiert</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Keine unabhängigen Medien beim «grössten Jounalismuspreis der Welt»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/01/23/keine-unabhaengigen-medien-beim-groessten-jounalismuspreis-der-welt/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2020/01/23/keine-unabhaengigen-medien-beim-groessten-jounalismuspreis-der-welt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2020 12:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Fetisov Journalism Awards]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=75838</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am Mittwochabend wurden in Luzern erstmals die «Fetisov Journalism Awards» vergeben. Berichterstattung war nicht willkommen, dafür GLP-Nationalrat Martin Bäumle. In Luzern fand gestern Historisches statt. «Die Fetisov Journalism Awards sind ohne Zweifel einer der herausragendsten Anlässe der letzten Jahre», sagte GLP-Nationalrat Martin Bäumle in seiner Rede bei der Preisverleihung am Mittwochabend. Das Zitat stammt nicht <a href="https://medienwoche.ch/2020/01/23/keine-unabhaengigen-medien-beim-groessten-jounalismuspreis-der-welt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am Mittwochabend wurden in Luzern erstmals die <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/ein-russischer-milliardaer-stiftet-sich-den-groessten-journalismuspreis-der-welt/">«Fetisov Journalism Awards»</a> vergeben. Berichterstattung war nicht willkommen, dafür GLP-Nationalrat Martin Bäumle. </strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-75840" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/01/MW-Fetissow-Journalism-Awards_20200123.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/01/MW-Fetissow-Journalism-Awards_20200123.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/01/MW-Fetissow-Journalism-Awards_20200123-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/01/MW-Fetissow-Journalism-Awards_20200123-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/01/MW-Fetissow-Journalism-Awards_20200123-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/01/MW-Fetissow-Journalism-Awards_20200123-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
In Luzern fand gestern Historisches statt. «Die Fetisov Journalism Awards sind ohne Zweifel einer der herausragendsten Anlässe der letzten Jahre», sagte GLP-Nationalrat Martin Bäumle in seiner Rede bei der <a href="https://fjawards.com/events/awards-ceremony-22-01-2020" target="_blank" rel="noopener">Preisverleihung am Mittwochabend</a>. Das Zitat stammt nicht vom eigenen Aufnahmegerät, sondern aus einer Medienmitteilung. Bei der Verleihung der Fetisov Journalism Awards, die der russische Milliardär Gleb Fetisov gestiftet hat, waren keine unabhängigen Berichterstatter willkommen. Dem Vernehmen nach seien die geladenen Gäste durch die Tiefgarage ins Luzerner Hotel Schweizerhof geschleust worden. Schweizer Journalist*innen waren – soweit bekannt – keine darunter.</p>
<p>Auch ich war ursprünglich akkreditiert für die Preisverleihung. Dann folgte Ende letzter Woche der Rückzieher – angeblich aus Platzgründen: Die Medienanfragen seien zu viele geworden, weshalb man nun allen abgesagt habe. «Wir wollen keine Präferenzen machen», hiess es in der Mail, die zufälligerweise in derselben Woche kam, in der kritische Berichte in der <a href="https://www.luzernerzeitung.ch/schweiz/oligarch-stiftet-obskuren-medienpreis-in-luzern-ld.1185467" target="_blank" rel="noopener">«Luzerner Zeitung»</a> und auf <a href="https://www.zentralplus.ch/oligarch-ehrt-journalisten-in-luzern-die-juso-findets-voll-daneben-1695631/" target="_blank" rel="noopener">«Zentralplus»</a> erschienen sind. Trotz mehrfachem Nachhaken schriftlich und per Telefon blieb es bei der Absage. Der «grösste Journalismuspreis der Welt» scheint Kritik zu fürchten. Versteht die Fetisov-Stiftung schlicht nicht, dass sich eine Feier des unabhängigen Journalismus unter Ausschluss der Öffentlichkeit selbst unterläuft?</p>
<blockquote><p>Unter den Preisträgern sind bekannte Namen, etwa der argentinische Journalist Diego Cabot der für «Los Cuadernos» ausgezeichnet wird.</p></blockquote>
<p>Unter den Preisträger*innen sind bekannte Namen, etwa der argentinische Journalist Diego Cabot, der für «Los Cuadernos» ausgezeichnet wird. Jene Korruptionsrecherche, die zahlreiche hohe argentinische Politiker*innen und Beamte vor Gericht und teilweise <a href="https://es.wikipedia.org/wiki/Causa_de_los_cuadernos#Las_defensas" target="_blank" rel="noopener">auch hinter Gitter brachte</a>. Gemäss Medienmitteilung sind aber 150’000 von 520’000 Franken Preissumme gar nicht verliehen worden. Bloss 168 Beiträge aus 33 Ländern haben sich um eine Prämierung beworben.</p>
<p>Diese Zahl liegt deutlich unter den 924 Beiträgen aus 98 Ländern, die letztes Jahr beim ersten «True Story Award» eingegangen sind, dem anderen Schweizer Preis, der Reporter*innen in aller Welt anspricht.</p>
<p></p>
<p>Warum waren es bei den Fetisov-Awards weniger? Wollten sich nur wenige Journalist*innen im Namen eines Milliardärs ehren lassen? Wirkten Jurymitglieder wie eine ehemalige Pressesprecherin von Silvio Berlusconi und ein russophiler Pensionär aus Genf abschreckend? Oder lag es schlicht an überhasteter Organisation? Die Stiftung hinter den Fetisov Journalism Awards ist erst im Spätsommer 2019 gegründet worden.</p>
<blockquote><p>«In der Schweiz dürfen Journalisten auch über Reiche und Mächtige kritisch berichten.»<br />
<small>Martin Bäumle, Nationalrat Grünliberale</small></p></blockquote>
<p>Der russische Milliardär liess sich gestern Abend mit einigen Gewinner*innen des ersten «Fetisov Journalism Award» auf der Bühne ablichten. Danach spielte der zehnfache Grammy-Gewinner Arturo Sandoval für die Jury, die Gewinnerinnen, Verlierer und die anderen exklusiven Gäste wie Nationalrat Martin Bäumle.</p>
<p>«Mit Gleb Fetisov bin ich schon länger bekannt», sagt der Grünliberale am Telefon. Diese Bekanntschaft sei dann auch der Grund gewesen, weshalb er der Einladung zur Preisverleihung nachgekommen ist. Er sei froh, dass die «Fetisov Journalism Awards» in der Schweiz stattfinden. «Sie ist eines der freisten Länder für die Medien. In der Schweiz dürfen Journalisten auch über Reiche und Mächtige kritisch berichten.» Wie sehr anderswo Journalist*innen tagtäglich bedroht sind, habe er auch an der Preisverleihung erlebt.</p>
<p>Bäumle ist kein Journalist. Jurymitglied Ricardo Gutierrez hingegen schon: Der Generalsekretär der Europäischen Journalismus Föderation EFJ kam in seiner Ansprache gar nicht aus den Dankesbekundungen raus. Eine Ehre sei es hier zu sein, eine grosse Freude. Die Awards würden nicht nur einzelne Journalist*innen prämieren: Die wahre Leistung der Awards sei die Unterstützung von Journalismus «als Weg zu verlässlicher Information» und die Unterstützung «von Journalisten bei der Verteidigung von Demokratie und Rechtsstaat».</p>
<p>So sprach der internationale Journalismusfunktionär über den Anlass, bei dem unabhängige Berichterstattung ausgesperrt worden war.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/01/23/keine-unabhaengigen-medien-beim-groessten-jounalismuspreis-der-welt/">Keine unabhängigen Medien beim «grössten Jounalismuspreis der Welt»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Journalist des Jahres 2019 – Gewinner, Platzierungen, Kommentare</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/12/11/journalist-des-jahres-2019-gewinner-platzierungen-kommentare/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Dec 2019 13:28:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Journalist]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Branchen-Magazin «Schweizer Journalist» ermittelt jedes Jahr in einem Publikums-Voting die besten Journalistinnen und Journalisten des Landes. Nicoletta Cimmino vom «Echo der Zeit» gewinnt die Hauptkategorie, Watson mit Maurice Thiriet die Kategorie «Chefredaktor».</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Branchen-Magazin «Schweizer Journalist» ermittelt jedes Jahr in einem Publikums-Voting die besten Journalistinnen und Journalisten des Landes. Nicoletta Cimmino vom «Echo der Zeit» gewinnt die Hauptkategorie, Watson mit Maurice Thiriet die Kategorie «Chefredaktor».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/12/11/journalist-des-jahres-2019-gewinner-platzierungen-kommentare/">Journalist des Jahres 2019 – Gewinner, Platzierungen, Kommentare</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Ein russischer Milliardär stiftet sich den grössten Journalismuspreis der Welt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/10/17/ein-russischer-milliardaer-stiftet-sich-den-groessten-journalismuspreis-der-welt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Herwig G. Höller, Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2019 15:46:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Gleb Fetissow]]></category>
		<category><![CDATA[Fetisov Journalism Awards]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit einer halben Million Franken Preisgeld sind die «Fetisov Journalism Awards» der weltweit am höchsten dotierte Medienpreis. Gestiftet wird er vom russischen Milliardär Gleb Fetissow. Die Verleihung soll im Januar in Luzern stattfinden. In der Jury sitzen neben anerkannten Medienschaffenden auch eine Berlusconi-Vertraute und ein Kämpfer wider die «Russophobie» aus Genf. Was beschleunigt eine Journalistenkarriere <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/ein-russischer-milliardaer-stiftet-sich-den-groessten-journalismuspreis-der-welt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit einer halben Million Franken Preisgeld sind die «Fetisov Journalism Awards» der weltweit am höchsten dotierte Medienpreis. Gestiftet wird er vom russischen Milliardär Gleb Fetissow. Die Verleihung soll im Januar in Luzern stattfinden. In der Jury sitzen neben anerkannten Medienschaffenden auch eine Berlusconi-Vertraute und ein Kämpfer wider die «Russophobie» aus Genf.</strong><br />
<img decoding="async" class="alignnone wp-image-73466 size-large" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-Fetisov-Journalism-Awards_20191017d-1024x686.jpg" alt="" width="1024" height="686" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-Fetisov-Journalism-Awards_20191017d-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-Fetisov-Journalism-Awards_20191017d-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-Fetisov-Journalism-Awards_20191017d-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-Fetisov-Journalism-Awards_20191017d-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/10/MW-Fetisov-Journalism-Awards_20191017d.jpg 1456w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><br />
Was beschleunigt eine Journalistenkarriere stärker als die Auszeichnung durch eine internationale Top-Jury, in der der globale Direktor von Reporter ohne Grenzen und die Direktorin des International Press Institutes sitzen? Die Auszeichnung durch diese Top-Jury plus 100&#8217;000 Franken obendrauf.</p>
<p>Insgesamt 520&#8217;000 Franken, aufgeteilt auf <a href="https://fjawards.com/categories" target="_blank" rel="noopener">vier Kategorien</a> mit jeweils drei Preisrängen, sollen bei den <a href="https://fjawards.com/" target="_blank" rel="noopener">«Fetisov Journalism Awards»</a> Anfang 2020 erstmals verteilt werden. Die Kategorien, für die sich Journalist*innen aus der ganzen Welt bis Anfang Oktober bewerben konnten, tragen schillernde Bezeichnungen, etwa «Aussergewöhnlicher Beitrag zum Frieden» oder «Exzellenz in Umweltjournalismus». Das tönt fast nach einem kleinen Geschwister des Friedensnobelpreises.</p>
<p>Der Preis werde «die Rolle von Journalismus in der Gesellschaft stärken», heisst es unbescheiden in einem programmatischen Text mit dem Titel «Making A World of Difference». Explizit gehe es dem <a href="https://fjawards.com/steering-committee" target="_blank" rel="noopener">«Steering Comittee»</a> hinter den Preis auch darum, jene zu stärken, welche die «Macht zur Rechenschaft ziehen». In der Jury und dem Expertenkomitee sind mehrheitlich international renommierte Journalist*innen sowie Menschenrechts- und Pressefreiheitsverteidiger*innen. Der Stifter und Gründer des Preises, der russische Milliardär Gleb Fetissow hält offenbar viel vom Journalismus, seit er in Russland inhaftiert war. Journalistinnen und Journalisten seien damals die einzigen gewesen, die versucht hätten, die Wahrheit aufzudecken, berichten Vertraute über ihn.</p>
<blockquote><p>Eine massgebliche Nebenrolle spielte Fetissow bei den harten Auseinandersetzungen um die Kontrolle der sibirischen Aluminiumindustrie.</p></blockquote>
<p>Fetissow wurde 1966 im Moskauer Umland geboren. Er gehört zu jenen Superreichen, die im spätsowjetischen Wissenschaftsbetrieb sozialisiert wurden. Nach einem Wirtschaftsstudium arbeitete er vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion in einem einschlägigen Forschungsinstitut. Anschliessend wechselte er in den damals neuen privaten Bankensektor. Zwischen 1996 und 2000 spielte Fetissow für die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Alfa_Group" target="_blank" rel="noopener">«Alfa-Gruppe»</a> eine massgebliche Nebenrolle bei den harten Auseinandersetzungen um die Kontrolle der sibirischen Aluminiumindustrie, die unter dem Begriff «Aluminiumkriege» in die Wirtschafts- und Kriminalgeschichte Russlands eingingen. Konkret fungierte er damals für «Alfa» als Konkursverwalter im Altschinsker Tonerden-Kombinat AGK, wo etwa ein spektakulärer Polizeieinsatz im September 1999 auch für landesweite Schlagzeilen sorgte. Freilich fehlt diese Alumium-Vergangenheit heute in seiner <a href="https://glebfetisov.com/biography/" target="_blank" rel="noopener">englischsprachigen Biografie</a>.</p>
<p></p>
<p>Fetissows Sibirieneinsatz war erfolgreich. Dies gilt auch für den anschliessenden Verkauf von Anteilen in der Aluminiumindustrie und die Investition von Erlösen in die deutlich sauberere Telekommunikationsbranche, die damals Fetissow laut russischen Medien seinen Arbeitgebern bei der «Alfa-Gruppe» vorgeschlagen haben soll. Letzteres dürfte in der Folge zu Fetissows eigener Beteiligung am entsprechenden Portfolio der «Alfa-Gruppe» geführt haben.</p>
<p>Fetissow verfolgte auch eine mässig erfolgreiche Karriere in der russischen Politik. Von 2001 bis 2009 vertrat er als Senator die Region Woronesch im Rat der Föderation, der zweiten Kammer des russischen Parlaments. Anschliessend versuchte er sich als Parteipolitiker und war Mitgründer einer zwischenzeitlich wieder aufgelösten Grünen-Partei.</p>
<blockquote><p>Der Milliardär verbrachte anderthalb Jahren in Untersuchungshaft im berüchtigten Lefortowo-Gefängnis in Moskau.</p></blockquote>
<p>Parallel zu seiner politischen Tätigkeit hatte sich Fetissow seiner beruflichen Wurzeln besonnen und eine Bank erworben. Doch obwohl er einst Lehrbücher über Bankenstabilität verfasst hatte und im Rat der Föderation für die Branche zuständig gewesen war, lief es mit seiner «Moj Bank» nicht optimal: Zwei Monate nachdem Fetissow diese verkauft hatte, wurde der Bank Ende Januar 2014 die Lizenz entzogen. Ursache dafür waren Liquiditätsprobleme.</p>
<p>Kurze Zeit später klickten bei Fetissow die Handschellen: Der Milliardär verbrachte anderthalb Jahren in Untersuchungshaft im berüchtigten Lefortowo-Gefängnis in Moskau. Der Verdacht: Veruntreuung. Ein renommierter russischer Politjournalist und ein ehemaliger Weggefährte Fetissows orteten gegenüber der MEDIENWOCHE keine politische Motive als Hintergrund dieser Strafverfolgung, sondern ehemalige Kunden der Bank, die ihren Einfluss spielen liessen und so versuchten, den Verlust ihres Vermögens abzuwenden.</p>
<p>Zu einer rechtskräftigen Anklage gegen Fetissow ist es bislang nicht gekommen und dürfte es wohl auch nicht mehr kommen. Obwohl er noch in Untersuchungshaft alle Schulden seiner ehemaligen Bank beglich und dafür umgerechnet 200 Millionen Schweizer Franken zahlte, sorgten die Ermittlungen für nachhaltiges Ungemach. Doch der Geschäftsmann, der sich zuletzt mit eher bescheidenem wirtschaftlichen Erfolg als Produzent von Action- und Historienfilmen betätigte, konnte seinen Reichtum bewahren. Die russische Forbes-Ausgabe bewertet sein Vermögen seit 2015 konstant mit 1,2 Milliarden Dollar.</p>
<p>Nun steckt der «Geschäftsmann, Produzent, Wissenschaftler und Philantrop», wie er sich selbst nennt, einen Teil seines Vermögens in die «Fetisov Journalism Awards», ein für Branchenverhältnisse unüblich hoch dotierter Preis für investigativen und engagierten Journalismus. Fetissow selbst war für die MEDIENWOCHE nicht zu erreichen. Sein Assistent, der bei der persönlichen Mobilnummer des Milliardärs abhob, versprach einen Rückruf, zu dem es jedoch nicht kam.</p>
<blockquote><p>Wer will sich schon im Namen eines Milliardärs ehren lassen, der bisher mit Journalismus nicht eben viel zu tun hatte?</p></blockquote>
<p>Es gibt zahlreiche internationale Journalismuspreise, die nach Männern benannt sind. Bei ihnen handelte es sich jedoch um Kriegsreporter (<a href="http://www.ksmfund.org/about-awards" target="_blank" rel="noopener">Kurt Schork</a>), Journalismusprofessoren (<a href="https://www.ire.org/awards/philip-meyer-awards" target="_blank" rel="noopener">Philip Meyer</a>), Verleger (<a href="https://www.pulitzer.org/" target="_blank" rel="noopener">Joseph Pulitzer</a>) oder Pulitzerpreis-Gewinner (<a href="https://businessjournalism.org/barlett-steele-awards/" target="_blank" rel="noopener">Donald Barlett und James Steele</a>). Meist sind die Namenspatrons bei der ersten Ausschreibung bereits tot.</p>
<p>Vor knapp zehn Jahren versuchte Fetissow <a href="https://www.bloomberg.com/news/articles/2010-06-22/le-monde-says-it-won-t-consider-any-bid-from-russian-billionaire-fetisov" target="_blank" rel="noopener">vergeblich «Le Monde» zu kaufen</a>, zeitweise <a href="https://www.forbes.ru/person/323243-fetisov-gleb" target="_blank" rel="noopener">schrieb er Kolumnen</a> und sporadisch verklagte er in Moskau russische Medien wegen seines Erachtens nicht korrekter Berichterstattung über ihn. Das ist kein ungewöhnliches Verhältnis zwischen Superreichen und den Medien. Aber eines, das zeigt, weshalb lebende Superreiche als Stifter und Namenspatrons von Journalismuspreisen kaum geeignet sind. Wer will sich schon im Namen eines Milliardärs ehren lassen, der bisher mit Journalismus nicht eben viel zu tun hatte?</p>
<blockquote><p>Jury-Mitglied Deborah Bergamini war Journalistin für Bloomberg, bevor sie als persönliche Assistentin ins PR-Team von Silvio Berlusconi wechselte.</p></blockquote>
<p>Superreiche mischen bereits als Besitzer, Verleger und Herausgeber von Medien mit. Ein Superreicher, der sowohl in der Politik als auch im Mediengeschäft ungleich erfolgreicher war als Fetissow, ist indirekt in der Preis-Jury präsent: Silvio Berlusconi.</p>
<p>Die Integrität von sechs der acht Jury-Mitglieder steht ausser Frage. Zwei sind zweifelhafte Gewährsträger von journalistischem Ethos.</p>
<p>Bis heute sitzt das Jurymitglied <a href="https://www.camera.it/leg18/29?shadow_deputato=302867&amp;idLegislatura=18" target="_blank" rel="noopener">Deborah Bergamini</a> für Berlusconis Mitte-Rechts-Partei Forza Italia in der italienischen Abgeordnetenkammer. Sie arbeitete bis 1999 als Journalistin für Bloomberg in Grossbritannien und kam dann als persönliche Assistentin ins PR-Team des oppositionellen Medientycoons Silvio Berlusconi. 2002, kurz nach Berlusconis zweiter Wahl zum italienischen Premier, wechselte Bergamini zum öffentlich-rechtlichen Fernsehsender RAI, wo sie erst als Vize-Marketingchefin und dann als Marketingchefin amtete. Ihr Abgang bei RAI wurde begleitet von einer Kontroverse über einen <a href="https://www.derstandard.at/story/3132842/erste-strafmassnahmen-wegen-geheimpakts-zwischen-rai-und-mediaset" target="_blank" rel="noopener">«angeblichen Geheimpakt»</a> zwischen Bergamini und den Verantwortlichen bei den Berlusconi-Sendern von Mediaset. Nach einer anfänglichen Suspendierung und einer schnell eingestellten Untersuchung der Staatsanwaltschaft von Mailand erfolgte Bergaminis Abgang bei RAI <a href="https://www.ilpost.it/2011/07/05/bergamini-rai-raiset-struttura-delta/2/" target="_blank" rel="noopener">schliesslich einvernehmlich</a>. Im April 2008 verliess Bergamini, die die Anschuldigungen zu jedem Zeitpunkt bestritten hat, RAI mit einer Abgangsentschädigung von 390‘000 Euro. Nur Tage danach wurde sie für Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis ins italienische Parlament gewählt. Seither ist sie Abgeordnete. Von 2013 bis 2016 amtete sie zusätzlich als Sprecherin des italienischen Medienmoguls und Politikers. Deborah Bergamini äusserte sich auf mehrfache Anfrage der MEDIENWOCHE nicht.</p>
<p>Auch das zweite kontroverse Jury-Mitglied bewegt sich im Unschärfebereich zwischen Politik und Journalismus. Der <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Guy_Mettan" target="_blank" rel="noopener">Genfer Guy Mettan</a> wirkte einst als Chefredaktor der «Tribune de Genève», war lange Jahre CVP-Politiker, sitzt seit seinem Austritt als Parteiloser im Genfer Grossrat und ist noch bis Ende 2019 Direktor des Genfer Presseclubs. Daneben veröffentlichte Mettan Bücher wie <a href="https://books.google.ch/books?id=v4pXDwAAQBAJ&amp;pg=PT21&amp;lpg=PT21&amp;dq=creating+russophobia&amp;source=bl&amp;ots=c9z5GFVQVn&amp;sig=ACfU3U2NVKztnr6mgeJWCFp-EXfmt4yJKQ&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwim-Pmpje7kAhXKfFAKHZn7DnAQ6AEwB3oECAoQAQ#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank" rel="noopener">«Creating Russophobia»</a>. Darin zeigt er sich überzeugt, dass der mediale und diplomatische Diskurs im Westen Wladimir Putin als «Bad Guy» konstruiert habe. Für Mettan zeigt der Krieg in der Ukraine, den er nicht «Krieg» nennt, «wie der Westen all seine Soft Power mobilisiert, um das Märchen vom bösen Russland zu erzählen, das davon träumt, das pure, unschuldige Europa zu verschlingen». Auch in einer Gastkolumne für die staatliche <a href="https://fr.sputniknews.com/analyse/201506091016474535/" target="_blank" rel="noopener">russische Medienagentur Sputnik News</a> hat Mettan offenbart, wie er über die journalistische Arbeit seiner Kolleg*innen in der Schweiz und Westeuropa allgemein denkt: Der Journalismus sei komplett eingebettet; die grossen Medien gehörten Milliardenunternehmern oder «Waffenhändlern».</p>
<blockquote><p>Mettan teilte mit, dass er wegen dem «hohen Grad an Russophobie und Russland-Bashing in den Schweizer Medien keine Fragen beantworten» wolle.</p></blockquote>
<p>Als Direktor des Genfer Presseclubs, einer Institution, die der Kanton Genf bezuschusst, wurde Mettan immer wieder von NGOs und Menschenrechtsorganisationen für seine prorussischen Tätigkeiten und Haltungen kritisiert, etwa als er den <a href="https://www.rts.ch/info/regions/geneve/8346870-la-medaille-russe-qui-embarrasse-le-depute-genevois-guy-mettan.html" target="_blank" rel="noopener">Freundschaftsorden des russischen Staates</a> entgegengenommen hat.</p>
<p>Ihren Höhepunkt erreichte die Kritik vor knapp zwei Jahren, als Mettan und der Genfer Presseclub in einer Pressekonferenz die «White Helmets» diskreditierten. Die «White Helmets» oder Syria Civil Defence sind eine private Zivilschutzorganisation, die in syrischen Rebellengebieten humanitäre Hilfe leisten. Die Organisation wird beinahe täglich von russischen Staatsmedien und ihren Freunden in Ost und West mit Fake-News eingedeckt, wie <a href="https://euvsdisinfo.eu/disinformation-cases/?text=douma&amp;disinfo_issue=&amp;date=&amp;offset=0" target="_blank" rel="noopener">eine Auflistung zeigt</a>. An der Pressekonferenz des Genfer Presseclubs behaupteten Mettan und die Sputniknews-Journalistin an seiner Seite unter anderem, dass es den «White Helmets» nur um Geld gehe und sie an Exekutionen beteiligt seien. Daraufhin sistierte die Schweizer Sektion von Reporter ohne Grenzen ihre <a href="https://rsf-ch.ch/wp-content/uploads/2018/02/lettre-Club-Suisse-de-la-Presse.pdf" target="_blank" rel="noopener">Mitgliedschaft im Presseclub</a>.</p>
<p>Nun sitzt Mettan bei den «Fetisov Journalism Awards» mit dem internationalen Direktor von Reporter ohne Grenzen, Christophe Deloire, in derselben Jury. Deloire war trotz mehrfacher Nachfrage der MEDIENWOCHE für keinen Kommentar verfügbar. Mettan wiederum teilte via Twitter mit, dass er wegen dem «hohen Grad an Russophobie und Russland-Bashing in den Schweizer Medien keine Fragen beantworten» wolle.</p>
<blockquote><p>Ihren Sitz hat die Stiftung hinter dem Preis bei einer Vermögensverwaltung, die einst in den Football Leaks Erwähnung fand.</p></blockquote>
<p>Die Stiftung hinter dem Preis, die <a href="https://stiftungschweiz.ch/organisation/fondation-caritative-fetisov" target="_blank" rel="noopener">«Fondation Caritative Fetisov»</a>, hat ihren Sitz in Genf an einer c/o-Adresse bei einer <a href="https://www.whitmill.com/" target="_blank" rel="noopener">britischen Vermögensverwaltungsfirma</a> mit Büros unter anderem in Zypern, Malta und auf der Kanalinsel Jersey. Als Zweck gibt sie an, «menschliche Werte wie Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Mut und Würde am Beispiel herausragender Journalisten, Maler, Wissenschaftler und Künstler, Interpreten und Sportler aus der ganzen Welt zu fördern, die zur Verbesserung der Welt beitragen.» Neben Fetissow selbst und einer Drittperson ist auch eine Kaderfrau jener Vermögensverwaltung Mitglied des Stiftungsrats. Dieselbe Firma verwaltete im Steuerparadies Jersey eine Briefkastenfirma, welche die Markenrechte des französischen Spitzenfussballers Paul Pogba besass. Bekannt wurde dieses Konstrukt <a href="https://theblacksea.eu/stories/football-leaks/football-leaks-how-paul-pogba-finances-became-lost-inside-an-offshore-maze/" target="_blank" rel="noopener">durch die Football Leaks</a>.</p>
<p>Es gibt einen einfachen und logischen Grund, weshalb Fetissow seine Stiftung in der Schweiz gegründet hat: In der Schweiz sind die Bedingungen, um steuerrechtlich als gemeinnützige Stiftung anerkannt zu werden, in einigen Kantonen besonders niedrig. Die Erstausgabe der «Fetisov Journalism Awards» ist wohl sehr kurzfristig organisiert worden. Interesse an Projekten in der Schweiz tönte Fetissow zwar bereits in einem Interview mit der «Weltwoche» im Juni 2018 an, der bisher einzigen Erwähnung des Russen in Schweizer Medien. Nachdem ihn «Weltwoche»-Vize Philipp Gut im Gespräch «herzlich eingeladen» hatte, in der Schweiz zu investieren, erklärte der Milliardär, er prüfe gegenwärtig verschiedene Projekte im Land.</p>
<blockquote><p>Das «Steering Comittee» des Medienpreises dankte für die «nette Anfrage», aber Fragen würde man erst zu einem späteren Zeitpunkt beantworten.</p></blockquote>
<p>Am 2. Oktober 2018 wurde die Internetadresse <a href="https://fjawards.com" target="_blank" rel="noopener">fjawards.com</a> registriert. Die Stiftung wurde erst am 5. August dieses Jahres gegründet. Bereits ab dem 10. August um Mitternacht konnten Journalist*innen ihre Beiträge einreichen. Am 22. Januar 2020 sollen die «Fetisov Journalism Awards» <a href="https://fjawards.com/award-ceremony" target="_blank" rel="noopener">in Luzern verliehen werden</a> – wo genau ist noch nicht bekannt. Die Frage blieb wie der gesamte Fragenkatalog der MEDIENWOCHE, in dem alles hier aufgeführte thematisiert worden ist, unbeantwortet. Das «Steering Comittee» dankte für die «nette Anfrage», aber Fragen würde man erst zu einem späteren Zeitpunkt beantworten.</p>
<p>Vorsitzende des «Steering Committee» ist die russische Journalistin Jewa Merkatschowa, die gleichzeitig auch in der Jury mitwirkt. Merkatschowa arbeitet als Autorin der liberalen Boulevardezeitung «Moskowski Komsomolez» und berichtete als solche auch wiederholt über Gleb Fetissow. Zuletzt etwa, dass der Milliardär Russland seit dem Spätsommer <a href="https://www.mk.ru/culture/2019/09/12/ugolovno-presleduemyy-gleb-fetisov-sprodyusiruet-film-o-berlinskom-manyake.html" target="_blank" rel="noopener">wieder verlassen kann</a>. In einem kurzen Telefonat mit der MEDIENWOCHE am 16. Oktober betonte Jewa Merkatschowa ihre Unabhängigkeit und nannte auch die Motive Fetissovs für die Stiftung eines Medienpreises.</p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Sie haben relativ viel über Fetissow in der Tageszeitung «Moskowski Komsomolez» geschrieben. Sehen sie da keinen Interessenskonflikt, dass sie gleichzeitig über ihn schreiben und eine Funktion beim von ihm gestifteten Journalismuspreis haben?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jewa Merkatschowa:</h4> <p>Für die «Fetisov Journalism Awards» arbeiten wir ehrenamtlich. Einen Interessenskonflikt könnte es bloss geben, wenn wir bezahlt würden. Fetissow hat einst gesagt, dass Journalistinnen und Journalisten die einzigen waren, die in seinem Fall versuchten, die Wahrheit aufzudecken. Ich denke, dass der Preis Ausdruck seiner Dankbarkeit ist, um echte, wirkliche Journalisten zu unterstützen. Wir sehen sie als Helden. Der Preis ist ein zivilgesellschaftliches Projekt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Gleb Fetissow stiftet diesen Preis also aufgrund seiner Erfahrungen in U-Haft?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jewa Merkatschowa:</h4> <p>Ja. Er erachtete, dass Journalisten die einzigen sind, welche die Situation verändern können und für die Wahrheit kämpfen. Ich bin derselben Meinung. Journalismus ist eine grosse Sache, die Vierte Gewalt, wie man sagt.</p>
</div></p>
<p><div class="question"><h4>MEDIENWOCHE:</h4> <p>Aber warum in der Schweiz?</p>
</div><div class="answer"><h4>Jewa Merkatschowa:</h4> <p>Damit der Preis maximal unabhängig und nicht an Russland gebunden ist. Wir wollen möglichst die internationale Dimension betonen. Deshalb gibt es auch eine internationale Jury. Ich halte jedes Jurymitglied für eine grosse journalistische Persönlichkeit.</p>
</div></p>
<p>Nur eines der angefragten Jurymitglieder hat auf Anfrage der MEDIENWOCHE offiziell Stellung genommen. <a href="https://ipi.media/about/staff/" target="_blank" rel="noopener">Barbara Trionfi</a> ist Direktorin des International Press Institutes IPI in Wien. Sie fühle sich geehrt, bei den «Fetisov Journalism Awards» in der Jury mitzuwirken. Das IPI sei der Verbreitung von unabhängigem, qualitativen Journalismus verpflichtet. Dieser Verpflichtung komme man auf viele Arten nach: Anwaltschaft für Journalist*innen und gegen Beschränkungen der Pressefreiheit, Weiterbildungsprogramme und Einsatz dafür, dass Qualitäts- und Investigativjournalismus mit den nötigen Ressourcen ausgestattet wird. Die «Fetisov Journalism Awards» steigern laut Trionfi das Bewusstsein für qualitativen Investigativjournalismus und statte Journalist*innen, mit finanziellen Mitteln aus, «die bewiesen haben, dass sie fähig und willig sind, wichtige journalistische Recherchen zu stemmen».</p>
<blockquote><p>Die personelle Zusammensetzung sei eine Garantie für Qualität und Unabhängigkeit, findet Jury-Mitglied Barbara Trionfi.</p></blockquote>
<p>Aber Trionfi geht in ihrer langen schriftlichen Antwort auch auf Kritik ein: «Wie Sie angemerkt haben, besteht die Jury mehrheitlich aus Leuten, die ein tiefgründiges Verständnis von unabhängigem Qualitätsjournalismus haben. Die Jury-Mitglieder seien entweder selbst im Journalismus oder haben enge Verbindungen zur journalistischen Gemeinschaft.» So sei gesichert, dass jedes Fehlverhalten oder jeder äussere Druck, die Jury zu beeinflussen – «den ich nicht erwarte» –, sofort aufgedeckt würde. Sie vertraue darauf, dass die Jury-Zusammensetzung eine Garantie für Qualität und Unabhängigkeit ist. Trionfi ist sich sicher, dass bei der Kommunikation der Gewinner*innen die Preisträger*innen im Fokus stehen. «Gewinner werden auch die Möglichkeit haben, den Preis abzulehnen oder ihn in ihrem Lebenslauf nicht zu erwähnen, falls sie befürchten, dass der Award ihrem Image schaden könnte.»</p>
<p>Damit hat Trionfi recht. Aber aus demselben Grund haben manche Journalist*innen womöglich gar nicht erst einen Beitrag eingereicht: Weil sie nicht im Namen eines Milliardärs ausgezeichnet werden wollen oder weil sie ihre journalistische Arbeit nicht von einer Vertrauten von Silvio Berlusconi beurteilen lassen wollen. Aber trotz dem hohen Preisgeld, das den Gewinner*innen winkt, gab es auch einen materiellen Grund, auf die Teilnahme bei den «Fetisov Journalism Awards» zu verzichten. Die Awards forderten sämtliche Beiträge in Englisch oder mit englischer Übersetzung: «Die Übersetzung muss von einem professionellen Übersetzer ausgeführt worden und von hoher Qualität sein», heisst es in den <a href="https://fjawards.com/how-to-enter" target="_blank" rel="noopener">Eingabebedingungen</a>. Für unabhängige Journalist*innen bedeutet das einen beträchtlichen finanziellen Aufwand. Dafür verfügen sie über das, was sich Philantropen zu erkaufen hoffen: Integrität und einen besseren Ruf.</p>
<p>Gemäss Leuten, die ihn gut kennen, ist internationale Reputation für Fetissows Aktivitäten eine entscheidende Triebkraft. «Seine Berater sagen ihm, dass er schnell Anerkennung im Westen braucht», erklärte ein ehemaliger Weggefährte gegenüber der MEDIENWOCHE. Wie sehr ihn Fragen des Rufs beschäftigen, machte Fetissow bereits 1999 deutlich: Noch während den sibirischen «Aluminiumkriegen» schrieb er ein wirtschaftswissenschaftliches Werk über Bankenstabilität. Er widmete das Buch seiner Mutter und zitierte als Epigraph aus Theodore Dreisers Roman «Der Finanzier»: «Nothing was so precious as reputation and standing» – Nichts war so wertvoll wie Ruf und Ansehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/10/17/ein-russischer-milliardaer-stiftet-sich-den-groessten-journalismuspreis-der-welt/">Ein russischer Milliardär stiftet sich den grössten Journalismuspreis der Welt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Auf der Suche nach der besten Reportage der Welt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/12/auf-der-suche-nach-der-besten-reportage-der-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Daniel Puntas Bernet]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2019 13:31:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[True Story Award]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>924 Texte aus 98 Ländern in 21 Sprachen nahmen an der ersten Austragung des True Story Award teil. Ende August kämpfte eine siebenköpfige Jury in Bern während sieben Stunden mit Argumenten und kürte die drei besten Reportagen. Einblicke in den Entscheidungsprozess von Daniel Puntas Bernet, Initiator des True Story Award. Es ist morgens um neun, <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/12/auf-der-suche-nach-der-besten-reportage-der-welt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>924 Texte aus 98 Ländern in 21 Sprachen nahmen an der ersten Austragung des True Story Award teil. Ende August kämpfte eine siebenköpfige Jury in Bern während sieben Stunden mit Argumenten und kürte die drei besten Reportagen. Einblicke in den Entscheidungsprozess von Daniel Puntas Bernet, Initiator des <a href="https://truestoryaward.org/" target="_blank" rel="noopener">True Story Award</a>.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-72425" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-True_Story_Award_Jury_201909.jpg" alt="" width="1456" height="970" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-True_Story_Award_Jury_201909.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-True_Story_Award_Jury_201909-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-True_Story_Award_Jury_201909-768x512.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-True_Story_Award_Jury_201909-1024x682.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-True_Story_Award_Jury_201909-728x485.jpg 728w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Es ist morgens um neun, noch kühlt die Morgenfrische des Spätsommertages den Sitzungsraum im Herzen Berns. Im historischen Haus wird sich gleich Historisches ereignen: <a href="https://truestoryaward.org/jury" target="_blank" rel="noopener">Sieben Jurorinnen und Juroren aus aller Welt</a> sind Tausende von Kilometern angereist, um an diesem 30. August die drei besten der 39 nominierten Reportagen zu bestimmen.</p>
<p>Die meisten Jurorinnen und Juroren kannten sich vorher nur aus dem Internet: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Margrit_Sprecher" target="_blank" rel="noopener">Margrit Sprecher</a> (Schweiz), <a href="https://www.derbund.ch/ausland/amerika/ich-riskiere-es-dass-auf-mich-geschossen-wird/story/27590846" target="_blank" rel="noopener">Jon Lee Anderson</a> (USA), <a href="https://www.nzz.ch/feuilleton/die-lehren-eines-gescheiterten-mediengruenders-ld.1405294" target="_blank" rel="noopener">Patrick de Saint-Exupéry</a> (Frankreich), <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Guo_Xiaolu" target="_blank" rel="noopener">Xiaolu Guo</a> (China/UK), <a href="https://de.qantara.de/inhalt/rania-abouzeid-sachbuch-no-turning-back-einblicke-in-ein-kriegsgebeuteltes-land" target="_blank" rel="noopener">Rania Abouzeid</a> (Libanon/AUS), <a href="http://www.literaturhaus.ch/literaturhaus/veranstaltungen/die-wirklichkeit-schreibt-die-besten-geschichten-leila-guerriero-und" target="_blank" rel="noopener">Leila Guerriero</a> (Argentinien) und <a href="https://reportagenfestival.ch/event/2019-40" target="_blank" rel="noopener">Suthichai Yoon</a> (Thailand). Aber auch für uns von der Organisation war es ein Abenteuer. Konnten so viele verschiedenartige Menschen aus so verschiedenen Kulturkreisen wirklich auf Anhieb zusammenarbeiten? Zwar hatten wir die Preis-Kriterien vorgegeben – ausgiebige Recherche, handwerkliches Können, gesellschaftliche Relevanz. Aber versteht man in Südamerika wirklich das Gleiche unter einer gelungenen Reportage wie in Indien oder China?</p>
<p>Ein Jurystuhl freilich bleibt leer. Wenige Tage vor dem Festival hatte mich der Schriftsteller <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nuruddin_Farah" target="_blank" rel="noopener">Nuruddin Farah</a> aus dem Sudan angerufen und in formvollendeter afrikanischer Höflichkeit gefragt, ob er wohl statt ans Berner Festival nach Südkorea reisen dürfe, um einen hochdotierten Buchpreis entgegenzunehmen. Er bleibt trotzdem präsent. Seine Meinung hatte er mir schriftlich und in langen Telefongesprächen zukommen lassen.</p>
<blockquote><p>Keine Chance hatten Geschichten, deren minutiöser investigativer Wert zwar kaum zu übertreffen war, denen aber der erzählerische Schwung fehlte.</p></blockquote>
<p>Während der Sommermonate hatten die Jurymitglieder die 39 nominierten Reportagen entweder auf Englisch oder in ihrer Muttersprache gelesen – der gesamte Textumfang entsprach rund zehn Büchern. Anfangs August bat ich sie um eine Vorauswahl ihrer sieben Favoriten. Es blieben 19 Texte im Rennen. Keine Chance hatten Geschichten, deren minutiöser investigativer Wert zwar kaum zu übertreffen war, denen aber der erzählerische Schwung fehlte, der die Leserin über den im Vordergrund stehenden Faktenreichtum trägt und fesselt. Andere Geschichten blieben zu sehr im konventionellen Mainstream gefangen. Gerade Umweltthemen, über die derzeit viel geschrieben wird, sollten besser und überzeugender erzählt werden, um das anfängliche Desinteresse des Lesers – «Nicht schon wieder!» – zu durchbrechen.</p>
<p>Als Sitzungsleiter ohne Stimmrecht stand ich vor einer Wandtafel und machte Striche. Jedes Jurymitglied durfte fünf Beiträge nennen, die seine Favoriten waren und fünf, die es, umgekehrt, keinesfalls unter den Gewinnern sehen wollte. Bei dieser Runde wurden die Urteile gnadenloser. Auf einmal waren es nur noch zwölf Texte.</p>
<blockquote><p>Die gestellten Kriterien – geleisteter Rechercheaufwand, handwerkliches Können und globale Relevanz – reichten zur Beurteilung nicht aus. Viel wichtiger ist die Kraft der Erzählung.</p></blockquote>
<p>Alle anfänglichen Bedenken hatten sich als grundlos erwiesen. Was eine gute Reportage war, darüber herrscht von Europa über Asien bis Amerika Einigkeit. Aber es zeigten sich auch mit jeder Stunde deutlicher: Die gestellten Kriterien – geleisteter Rechercheaufwand, handwerkliches Können und globale Relevanz – reichen zur Beurteilung nicht aus. Viel wichtiger ist die Kraft der Erzählung, die Zeitlosigkeit der Geschichte, der ungewöhnliche Zugang und die globale Relevanz. Hat die Story auch etwas mit mir als Leser und unserer Zeit zu tun? Bleibt sie in Kopf und Herzen zurück?</p>
<p></p>
<p>Bislang hatte sich die Jury mehr oder weniger friedfertig verhalten. Zu schön das Wetter, zu angenehm das Picknick in einem nahen Park. Am Nachmittag verschärfte sich der Tenor. <a href="https://truestoryaward.org/story/76" target="_blank" rel="noopener">«The rise and fall of the most bizarre Art Club in the world»</a> war für die einen ein hervorragendes Porträt russischer Kunst-Aktivisten. Für die andern bestand die Leistung der Reporterin lediglich im Nacherzählen skurriler Schandtaten. <a href="https://truestoryaward.org/story/12" target="_blank" rel="noopener">«Dry, the beloved Country»</a>: «Dieser Text aus Südafrika hat etwas Kolonialistisches. Hier wird die Mikro-Bewegung einiger weissen Gutmenschen zum Ende der Apartheid heraufstilisiert.» – «Ach was! Ein stark geschriebener, hoffnungsvoller und positiver Text mit einer überraschenden Wendung. Hinterlässt bei mir ein ausgezeichnetes Gefühl und lässt mich an das Gute im Menschen glauben.»</p>
<blockquote><p>«A Template of Hate» und «Prisoners of the Fourth Floor» bleiben bei aller Zuneigung auf der Strecke – die anderen sind schlicht noch besser geschrieben.</p></blockquote>
<p>Top-Favorit bis zum Schluss bleibt <a href="https://truestoryaward.org/story/18" target="_blank" rel="noopener">«A Template of Hate»</a>, eine Reportage über Indiens Religionskonflikte. «Dieser wichtige Text zeigt an einem vermeintlich ‹nur› religiös motivierten Mordfall auf, zu was ein rechtsnationalistischer Mob fähig ist – und damit auch noch davonkommt. Wenn ich in diese indischen Hinterhöfe blicke, merke ich, dass dies leider auch mein Hinterhof sein könnte.» Auch <a href="https://truestoryaward.org/story/43" target="_blank" rel="noopener">«Prisoners of the Fourth Floor»</a>, bleibt bis zum Schluss bei den Überfliegern. Dies auch, weil die Geschichte den Mainstream der Umwelt- und Flüchtlingskatastrophen meidet und eine ganz alltägliche, nicht minder katastrophale Geschichte erzählt: die Geschichte Hunderttausender von alten Polinnen und Polen, die aufgrund fehlender Lifte ihre Wohnung nicht mehr verlassen können. «Ein wunderbar geschriebenes, feinfühliges Stück über etwas, das uns zunehmend alle angeht.» Beide Texte bleiben bei aller Zuneigung auf der Strecke – die anderen sind schlicht noch besser geschrieben.</p>
<p>Am meisten zu reden und zu streiten gab <a href="https://truestoryaward.org/story/7" target="_blank" rel="noopener">«A Kingdom from Dust»</a>. Eine umfassende Erzählung über den wohl grössten Pistazienbauern der Welt aus Kalifornien und gleichzeitig «ein Portrait des menschlichen Zustandes selbst». Die Reportage erschien anfangs 2018 erst im «California Sunday Magazin» und ein Jahr später als Kapitel in einem Buch. «Das können wir nicht zulassen», so ein Teil der Jury: «Der Autor hatte viel mehr Zeit für die Recherche zur Verfügung als der Durchschnittsreporter.» – «Ja schon. Aber aufgrund prekärer ökonomischer Bedingungen der Medien arbeiten weltweit immer mehr Journalisten an Buchprojekten und veröffentlichen vorab Teile davon in Magazinen.» – «Wäre es nicht angebrachter, wenn wir die ‹Lonely Wolfs› belohnen würden, die keine Publikationsmaschinerie im Rücken haben und auf eigenes Risiko monatelang in unwirtlichen und mitunter gefährlichen Gegenden recherchieren?» – «Woher wissen Sie, dass der Autor nicht genau so viel Entbehrungen auf sich nimmt? Nur weil er Amerikaner ist?» Am Schluss siegt schlicht die Qualität des Textes: «Ein grossartiges Gemälde mit allen Zutaten der Zeit, in der wir leben; und erst noch aufgeschrieben im Stile von John Steinbeck.» Mit deutlicher Mehrheit der Jury landet «A Kingdom from Dust» auf dem zweiten Platz.</p>
<blockquote><p>Am Ende siegt das Ungewohnte, Überraschende im Text über Chinas Tagelöhner knapp gegenüber dem vielleicht eine Spur zu oft gelesenen Schicksal afrikanischer Migranten.</p></blockquote>
<p>Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich die Migrationsreportage <a href="https://truestoryaward.org/story/59" target="_blank" rel="noopener">«The Missing»</a>, eine Rekonstruktion der Flüchtlingsroute von Westafrika nach Italien anhand einer Handynummer, und die Undercover-Reportage <a href="https://truestoryaward.org/story/57" target="_blank" rel="noopener">«The Vagabond Club»</a>, dem Porträt einer rebellischen und nihilistischen Subkultur am Rande eines chinesischen Industriegürtels. Am Ende siegt das Ungewohnte, Überraschende im Text über Chinas Tagelöhner knapp gegenüber dem vielleicht eine Spur zu oft gelesenen Schicksal afrikanischer Migranten.</p>
<p>Letztlich klarer und bei allen Juroren unumstrittener Gewinner ist <a href="https://truestoryaward.org/story/63" target="_blank" rel="noopener">«Monitor 1»</a>: «Auf unerwartete und überraschende Weise versammelt der Autor Shura Burtin eine schier unendliche Vielfalt an Stimmen und zeichnet so ein feinfühliges Porträt des tschetschenischen Menschenrechtsaktivisten Oyub Titiev. Die Reportage ist in vielerlei Hinsicht äusserst mutig. Der Autor schafft es, ein Licht auf einen vergessenen Krieg der Postsowjetunion zu werfen.» Sein plädoyerartiger Text hat dazu beigetragen, dass Titiev im Juni 2019 aus dem Gefängnis entlassen wurde.</p>
<blockquote><p>Es gab auch keine Trostpreise. Es siegten die drei Besten. Dem unerschrockenen Gewinner verschlug es bei der Preisübergabe buchstäblich die Sprache.</p></blockquote>
<p>Wer schon an einer Jurysitzung teilgenommen hat, weiss: Nach dem Entscheid folgt oft der Zweifel. Sind alle Geschlechter, Sprachen und Regionen berücksichtigt? Hat man jemanden übergangen, der es doch besonders verdient hätte? Bei der ersten Vergabe des True Story Award gab es kein nachträgliches Korrigieren. Es gab auch keine Trostpreise. Es siegten die drei Besten. Dem unerschrockenen Shura Burtin verschlug es anderntags bei der <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/03/aufwaendiger-journalismus-im-scheinwerferlicht-reportagenfestival-und-true-story-award/">Preisübergabe im Berner Stadttheater</a> buchstäblich die Sprache, als er von seinem 1. Platz erfuhr. Wortlos und glücklich nahm er seine Auszeichnung entgegen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/12/auf-der-suche-nach-der-besten-reportage-der-welt/">Auf der Suche nach der besten Reportage der Welt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aufwändiger Journalismus im Scheinwerferlicht: Reportagenfestival und True Story Award</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/03/aufwaendiger-journalismus-im-scheinwerferlicht-reportagenfestival-und-true-story-award/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Eva Hirschi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2019 15:06:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[True Story Award]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagenfestival]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In intimen Lokalen in der Berner Altstadt ging am ersten internationalen Reportagenfestival vom letzten Wochenende das Publikum mit Medienschaffenden aus aller Welt auf Tuchfühlung, bevor dann auf der grossen Theaterbühne erstmals der True Story Award verliehen wurde. Wäre man in der Schweiz nicht so höflich und zurückhaltend, man hätte sich die Nase platt gedrückt an <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/03/aufwaendiger-journalismus-im-scheinwerferlicht-reportagenfestival-und-true-story-award/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/03/aufwaendiger-journalismus-im-scheinwerferlicht-reportagenfestival-und-true-story-award/">Aufwändiger Journalismus im Scheinwerferlicht: Reportagenfestival und True Story Award</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In intimen Lokalen in der Berner Altstadt ging am ersten internationalen <a href="https://reportagenfestival.ch/" target="_blank" rel="noopener">Reportagenfestival</a> vom letzten Wochenende das Publikum mit Medienschaffenden aus aller Welt auf Tuchfühlung, bevor dann auf der grossen Theaterbühne erstmals der <a href="https://truestoryaward.org/" target="_blank" rel="noopener">True Story Award</a> verliehen wurde.</strong><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-72136" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-Reportagefestival-Bern_20190903.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-Reportagefestival-Bern_20190903.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-Reportagefestival-Bern_20190903-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-Reportagefestival-Bern_20190903-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-Reportagefestival-Bern_20190903-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/MW-Reportagefestival-Bern_20190903-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Wäre man in der Schweiz nicht so höflich und zurückhaltend, man hätte sich die Nase platt gedrückt an den frisch geputzten Fensterscheiben an der Gerechtigkeitsgasse in Bern, um das ungewöhnliche Bild dahinter genauer zu studieren. Stattdessen bleiben die Passantinnen und Passanten an diesem sonnigen Spätsommertag höchstens kurz stehen und spähen verstohlen durch die grossflächigen Schaufenster: In einem Inneneinrichtungsfachgeschäft in der Berner Altstadt sitzen 85 Personen auf zusammengewürfelten Designmöbelstücken und nackten Treppenstufen, die Blicke gebannt auf zwei Frauen gerichtet.</p>
<p>Hätten die Passantinnen und Passanten die Diskussion auf der anderen Seite der Scheibe gehört, ihre Gesichter wären wohl noch verwirrter gewesen, sprechen doch die indische Reporterin und die Schweizer Radioproduzentin von heiligen Kühen, genauer der gesellschaftspolitischen Bedeutung von Rindfleisch im Gliedstaat Uttar Pradesh, und Tatmotiv eines von Hindus verübten Totschlags an einem Muslimen. Als wäre die Stimmung zwischen Seidenkissenbezügen und Herrenlederstiefeln umrahmt von modularen USM-Möbelbausystemen nicht schon bizarr genug, zieht just in diesem Moment draussen in der Gasse eine hinduistische Prozession anlässlich des Wagenfestivals Ratha Yatra mit lauten Trommeln und Glocken vorbei.<br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-72137" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/Reportage-Festival-Bern-2019_DSC4092.jpg" alt="" width="1534" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/Reportage-Festival-Bern-2019_DSC4092.jpg 1534w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/Reportage-Festival-Bern-2019_DSC4092-300x191.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/Reportage-Festival-Bern-2019_DSC4092-768x489.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2019/09/Reportage-Festival-Bern-2019_DSC4092-1024x652.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1534px) 100vw, 1534px" /><br />
Die grosse Welt im kleinen Bern. Genau das hatte Daniel Puntas, Chefredaktor des <a href="https://reportagen.com/" target="_blank" rel="noopener">Magazins «Reportagen»</a>, versprochen, als er im letzten November das erste Reportagenfestival im deutschsprachigen Raum unter dem Titel «Erzählte Welt» ankündigte. Am vergangenen Wochenende reisten 60 Reporterinnen und Reporter aus der ganzen Welt in die Bundesstadt, um zu erzählen, was die Menschen in ihren Herkunftsländern bewegt: Exorzismus in Polen, Social Media in Thailand, Zigarettenschmuggel in Ägypten, Rohstoffabbau im Kongo und in Kolumbien, Menschenhandel in Mauretanien.</p>
<p>Nicht in sterilen Konferenzräumen und anonymen Hörsälen fanden die 52 Veranstaltungen statt, sondern im Ladenlokal, im Kellertheater, in einem Kulturzentrum oder in einem Zunftgesellschaftssaal. Und so kam es, dass unter goldgerahmten Gemälden ehrwürdiger Patrizier vier Journalistinnen über Frauen im Reporterberuf diskutierten, im Bernischen Historischen Museum auf Farsi die Zukunft des Irans besprochen wurde, und hoch oben im Käfigturm, dem ehemaligen Stadtgefängnis, hinter vergitterten Fenstern zwei Autoren vom Schreiben im Exil erzählten.</p>
<blockquote><p>Das Reportagenfestival wollte bewusst keine Nischenveranstaltung sein und nicht in erster Linie Medienschaffende ansprechen.</p></blockquote>
<p>Ganz ohne Ablenkung durch digitales Rauschen, ohne Bildschirme mit Botschaften oder Tablets mit Tweets: Im Zentrum stand das Wort. Die Räumlichkeiten fassten in der Regel nur um die 80 Besuchende. Kein Wunder, bildete sich vor der Veranstaltung mit der <a href="https://truestoryaward.org/jury/member/jon-lee-anderson" target="_blank" rel="noopener">Reporterlegende Jon Lee Anderson</a> eine lange Schlange auf der Kramgasse; nicht alle erhielten Einlass. Das Reportagenfestival wollte bewusst keine Nischenveranstaltung sein und nicht in erster Linie Medienschaffende ansprechen, und so trafen an den Diskussionen und Workshops wissbegierige Reporterinnen und Reporter auf neugierige Betriebsanleitungsschreiber und Gymnasiallehrerinnen.</p>
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<p>Anlässlich von individuellen Speed Dates konnte ein interessiertes Publikum gar im tête-à-tête preisgekrönte Medienleute zu ihrer Arbeit ausfragen. Auf Bänken und an Bistrotischen draussen in der Sonne entstanden so 15-minütige Gespräche: Der iranische Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan erzählte etwa vom Alltagsleben in Teheran, die Reporterin Margrit Sprecher von den guten alten Zeiten im Journalismus.</p>
<p>Ein junges Paar aus dem Festivalpublikum – sie mit Wurzeln in Ägypten, er mit Wurzeln in Kolumbien – hatte sich entschieden, Veranstaltungen mit Medienschaffenden aus den beiden Ländern zu besuchen. «Wir verschlingen das Magazin ‹Reportagen› regelrecht. Nun auch mal die andere Seite zu sehen, also wie solche Texte überhaupt entstehen und die Reporterinnen und Reporter dahinter kennenzulernen, hat uns sehr gereizt.» Ein Beruf, der fasziniert – vor allem, wenn er in anderen Ländern unter schwierigen Arbeitsbedingungen ausgeübt wird.</p>
<blockquote><p>Lügenpresse, Fake News, Fact Checking waren denn auch Themen, die am Festival immer wieder auftauchten, wie auch der ehemalige «Spiegel»-Redaktor Claas Relotius und seine gefälschten Reportagen.</p></blockquote>
<p>Es gab aber auch kritische Stimmen. So meinte ein Grafiker nach der Veranstaltung über Tschetschenien: «Ich fühlte mich nicht richtig abgeholt. Ich hatte den Eindruck, ich hätte die entsprechende Reportage vorher lesen müssen.» Dass diejenige wie auch andere Reportagen von den Referentinnen und Referenten online auf der Website zu lesen waren, hatten in der Tat die wenigsten Besuchenden mitgekriegt. Überhaupt erst von der Veranstaltung erfahren hatte eine ältere Psychotherapeutin, als sie das <a href="https://www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/daniel-puntas-bernet-das-festival-ist-ein-transparenz-angebot" target="_blank" rel="noopener">«Tagesgespräch» mit Daniel Puntas</a> auf Radio SRF hörte. Spontan habe sie beschlossen, das Reportagenfestival zu besuchen. «Gerade in Zeiten von Fake News ist es wichtig, gutem und seriösem Journalismus eine Plattform zu geben», sagte sie.</p>
<p>Lügenpresse, Fake News, Fact Checking waren denn auch Themen, die am Festival immer wieder auftauchten, wie auch der ehemalige «Spiegel»-Redaktor Claas Relotius und seine gefälschten Reportagen. An einer der vielen Diskussionen fragte SRF-Journalist Franz Fischlin die Anwesenden, wer überhaupt vom Fall Relotius gehört hatte. Alle Hände gingen in die Höhe. Und wer von ihnen im Medienbereich arbeitete, wollte Fischlin weiter wissen. Nur vereinzelte Arme wurden hochgestreckt. Das Thema war also definitiv nicht in der Journalistenbubble steckengeblieben. Solche Veranstaltungen hätten denn auch zum Ziel, das Vertrauen in den Journalismus zu stärken – auch wenn es nie eine hundertprozentige Wahrheitsgarantie gebe, sagte Fischlin. Dass so viele Nicht-Journalisten sich für eine Veranstaltung wie diese interessierten, rührten ihn sichtlich.</p>
<blockquote><p>«Den feinen Unterschied machten die Geschichten, die einem im Herzen blieben, an die man sich auch noch nächste Woche, in einem Jahr oder vielleicht sein ganzes Leben lang erinnern wird.»<br />
<small>Margrit Sprecher, Reporterin</small></p></blockquote>
<p>Zusammen mit der Reporterikone Margrit Sprecher bot Fernsehmann Fischlin an dieser Veranstaltung Einblick, was guten Journalismus überhaupt ausmacht. Sie beide waren Mitglieder der Jury, die den ersten True Story Award verleihen würden. Auch darum waren so viele Reporterinnen und Reporter nach Bern gereist. Von über 900 eingereichten Artikeln aus 98 Ländern und in 21 Sprachen nominierte die Jury 39 Arbeiten für drei mit insgesamt 60&#8217;000 Franken dotierten Preise.</p>
<p>Wie man aus so einer Menge die besten Geschichten auswählt? Ausführlich recherchiert, gesellschaftlich relevant, handwerklich gut geschrieben seien schliesslich alle Reportagen gewesen. «Doch den feinen Unterschied machten die Geschichten, die einem im Herzen blieben, an die man sich auch noch nächste Woche, in einem Jahr oder vielleicht sein ganzes Leben lang erinnern wird», sagte Jury-Präsidentin Margrit Sprecher.</p>
<blockquote><p>Shura Burtin, Reporter aus Russland, der eben den ersten Preis des True Story Awards überreicht erhalten hatte, schien der ganze Rummel etwas zu viel zu sein.</p></blockquote>
<p>Von den mit rotem Samt bezogenen Stühlen blickten die Gäste am Samstagabend im Berner Stadttheater denn auch gespannt auf die Bühne, wo Schauspielschüler Szenen aus den nominierten Texten inszenierten. Den Inhalt so zu vermitteln, gelang zwar nicht wirklich, doch die erzeugte Stimmung und die Dramatik verliehen der Preisverleihung des True Story Award etwas Würdevolles.</p>
<p>Ganz im Kontrast dazu stand die Figur des grossen Gewinners: Auf die hohe Bühne unter den goldenen Stuckverzierungen trat ein hagerer, glatzköpfiger Mann in dunkelgrauen Funktionshosen und weissem T-Shirt mit hellgrünem Aufdruck, und schaute die SRF-Moderatorin Susanne Wille etwas verdutzt an, während er seine zitternden Hände in den Hosentaschen versteckte. Shura Burtin, Reporter aus Russland, der eben den ersten Preis des True Story Awards überreicht erhalten hatte, schien der ganze Rummel etwas zu viel zu sein – ob aus Überraschung, aus mangelnder Sprachkenntnis, oder beidem.<br />
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Zwar eilte schnell ein russischer Journalist für die Übersetzung herbei, doch der Gewinner, der <a href="https://truestoryaward.org/story/63" target="_blank" rel="noopener">auf 75&#8217;000 Zeichen ein feinfühliges Porträt</a> eines im Gefängnis sitzenden Menschenrechtsaktivisten aus Tschetschenien geschrieben hatte, blieb dann doch erstaunlich wortkarg und taute erst später etwas auf, als ihn Daniel Puntas ein zweites Mal auf die Bühne bat, nachdem drei Schauspieler Auszüge seines Textes szenisch vorgelesen hatten.</p>
<blockquote><p>Das Reportagenfestival hinterlässt ein Gefühl von Dringlichkeit, auch weil es zeigte, dass Journalismus mehr ist, als nur schöne Geschichten zu erzählen.</p></blockquote>
<p>Das Experiment, Journalismus auf die Bühne zu bringen, funktionierte am Folgetag dann doch etwas besser. Zum Abschluss des Festivals gab es im Theater am Käfigturm «Reportagen live» zu sehen und hören. Sieben Journalistinnen und Journalisten berichteten von der Arbeit an einer ihrer Reportagen. Etwa Urszula Jabłońska aus Polen, die von einem Chefredaktor angefragt wurde, ob sie für einen Artikel über Exorzismus sich den inneren Satan austreiben lassen könnte, oder der Grieche Daniel Howden, der sich in Fukushima plötzlich mit einem nicht japanisch-sprechenden Fixer an der Grenze der Kontaminationszone befand und sich fragte, was er hier eigentlich mache.</p>
<p>Diese Anekdoten vermochten die Stimmung etwas aufzulockern, denn ansonsten waren die meisten Themen des Reportagenfestivals doch eher düster; von Kriminalität über Repression bis hin zu Gewalt und Mord. Insbesondere der investigative Journalismus war prominent vertreten; Ansätze von konstruktivem Journalismus waren, mit wenigen Ausnahmen, nicht viel zu hören. Das Reportagenfestival hinterlässt aber ein Gefühl von Dringlichkeit. Doch, und vielleicht war dies den Organisatoren ein Anliegen, sollte damit unterstrichen werden, dass Journalismus eben mehr ist, als nur schöne Geschichten zu erzählen.</p>
<p><small>Bilder: zvg und Eva Hirschi</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/03/aufwaendiger-journalismus-im-scheinwerferlicht-reportagenfestival-und-true-story-award/">Aufwändiger Journalismus im Scheinwerferlicht: Reportagenfestival und True Story Award</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Reporter-Preis macht russischen Journalisten sprachlos</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/01/reporter-preis-macht-russischen-journalisten-sprachlos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2019 09:54:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[True Story Award]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Reportagen Festival erlebte mit der Preisverleihung am Samstagabend seinen Höhepunkt. Der russische Journalist Shura Burtin gewann den True Story Award mit einem langen Text über einen «guten Tschetschenen».</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Reportagen Festival erlebte mit der Preisverleihung am Samstagabend seinen Höhepunkt. Der russische Journalist Shura Burtin gewann den True Story Award mit einem langen Text über einen «guten Tschetschenen».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/01/reporter-preis-macht-russischen-journalisten-sprachlos/">Reporter-Preis macht russischen Journalisten sprachlos</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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