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	<title>Aargauer Zeitung | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 20 May 2020 13:04:52 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Petitionsplattformen als Corona-Ventil und lokaler Themenradar</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/05/19/petitionsplattformen-als-corona-ventil-und-lokaler-themenradar/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Classen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2020 18:38:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>
		<category><![CDATA[Campax]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der grösste Schweizer Online-Petitionsdienst verzeichnet einen regelrechten Corona-Boom: Campax verwandelt Unmutsbekundungen zu Unterschriftensammlungen. Auch die «Aargauer Zeitung» bietet mit der Plattform Petitio ein digitales Protestventil. Dort geht es aber nicht um Corona, sondern um Aufreger aus Dorf und Quartier. «Dieses Anliegen ist mir sehr wichtig, bitte mach mit.» So lautete die Nachricht, die mir eine <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/19/petitionsplattformen-als-corona-ventil-und-lokaler-themenradar/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der grösste Schweizer Online-Petitionsdienst verzeichnet einen regelrechten Corona-Boom: Campax verwandelt Unmutsbekundungen zu Unterschriftensammlungen. Auch die «Aargauer Zeitung» bietet mit der Plattform Petitio ein digitales Protestventil. Dort geht es aber nicht um Corona, sondern um Aufreger aus Dorf und Quartier.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-78800" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Petitionen-Boom_20200519-DSCF2196.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Petitionen-Boom_20200519-DSCF2196.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Petitionen-Boom_20200519-DSCF2196-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Petitionen-Boom_20200519-DSCF2196-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Petitionen-Boom_20200519-DSCF2196-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/05/MW-Petitionen-Boom_20200519-DSCF2196-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
«Dieses Anliegen ist mir sehr wichtig, bitte mach mit.» So lautete die Nachricht, die mir eine befreundete Journalistin Anfang Mai auf WhatsApp weitergeleitet hat. Was folgte, war keine Erklärung, sondern ein Link. Und zwar zu einem <a href="https://act.campax.org/petitions/normalbetrieb-in-der-schule-1" target="_blank" rel="noopener">Aufruf zum «Normalbetrieb in der Schule»</a>, der sich gegen die Halbklassen-Strategie zum Corona-Wiedereinstieg wandte. Die Online-Aktion fand nicht nur auf Chat-Plattformen, sondern auch via <a href="https://www.telezueri.ch/zuerinews/petition-fordert-ganze-statt-halbe-klassen-bei-zuercher-schuloeffnung-137796937" target="_blank" rel="noopener">TeleZüri</a> und <a href="https://www.srf.ch/play/tv/schweiz-aktuell/video/schweiz-aktuell-vom-05-05-2020-1900?id=404bc6e8-15ea-41ee-ae30-92f49db2c4f5" target="_blank" rel="noopener">«Schweiz aktuell»</a> schnelle Verbreitung. Innert Wochenfrist kamen über 7500 Unterstützerinnen zusammen.<br />
<br />
Initiiert und konzipiert hat diese «nachdrückliche Bitte an die Zürcher Bildungsdirektion» eine ehemalige Lehrerin. Sabine Fercher ist Mutter von Zwillingen und selbstständige Compliance-Spezialistin. Sie bezeichnet sich als «sonst eher apolitisch» und ihr Engagement in dieser Sache als «spontanes Resultat persönlicher Betroffenheit». Motivationsmässig steht sie damit stellvertretend für all jene, die ihrem Ärger über getroffene oder unterlassene Regierungsmassnahmen gegen die Pandemie und ihre Folgen per Sammelaktion Luft verschaffen. Das beschert der Schweiz und vielen anderen Ländern dieser Tage eine beispiellose Petitionsflut.</p>
<p>Vom Boom dieses lange nur von NGOs genutzten Protestinstruments profitiert primär Campax, die führende Schweizer Plattform für Internet-Petitionen. Und laut Selbstdeklaration zudem «eine Bewegung, bei der sich inzwischen über 100&#8217;000 Engagierte für soziale, wirtschaftliche und ökologische Fairness einsetzen». Die bislang erfolgreichste Corona-Petition aus dieser progressiven Küche vertrat allerdings ein relativ konservatives Anliegen: Die Forderung eines Reisebüro-Inhabers nach <a href="https://act.campax.org/petitions/tausende-kleinbetriebe-von-kurzarbeitsentschadigung-ausgeschlossen-obwohl-sie-alv-beitrage-zahlen" target="_blank" rel="noopener">«Bundeshilfe auch für Selbständige»</a> wurde in bloss drei Tagen fast 100&#8217;000 Mal unterschrieben. Tatsächlich hat der Bundesrat Kleinunternehmern kurz darauf eine Monatspauschale von 3320 Franken zugesprochen. Welche Rolle diese Web-basierten Solidaritätswelle dabei spielte, <a href="https://www.derbund.ch/die-hilfe-kommt-aus-dem-netz-182833799609" target="_blank" rel="noopener">bleibt freilich offen</a>.</p>
<blockquote><p>«Im ersten Quartal dieses Jahres ermöglichten wir über 200 Petitionen, so viele wie im ganzen letzten Jahr nicht»<br />
<small>Andreas Freimüller, Campax</small></p></blockquote>
<p>Fest steht hingegen: Solche Zahlen erreicht man nur mit einem sich selbst verstärkenden Echo, das von Social Media häufig auch auf traditionelle Medien überspringt. Campax-Geschäftsleiter Andreas Freimüller kennt und beherrscht diese Wirkungslogik. «Im ersten Quartal dieses Jahres ermöglichten wir über 200 Petitionen, so viele wie im ganzen letzten Jahr nicht», freut sich der Kampagnenprofi. Freimüller gründete die Plattform 2017 nach Vorbildern wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/MoveOn.org" target="_blank" rel="noopener">MoveOn.org</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Campact" target="_blank" rel="noopener">campact.de</a>. Sein Vorsatz war es, innert fünf Jahren die grösste E-Mail-Reichweite aller Schweizer NGOs zu haben. «Jetzt haben wir sie schon nach drei Jahren, natürlich auch wegen dem Virus.»</p>
<p>Mit Appellen wie jenem des Reiseunternehmers erschliesst sich Campax eine neue, politisch viel breitere Klientel. Beim Erstkontakt wissen Adressaten, die nicht NGO-affin und protestgewohnt sind, aber zumeist nicht, wofür die Organisation steht. «Sobald sie merken, dass wir links-grün unterwegs sind, ignoriert ein Grossteil der Corona-Petitionäre unsere Folgekommunikation», so Freimüller. Für ihn, seine acht Mitarbeitenden und den Vorstand käme auch die SVP als Absender «grundsätzlich in Frage». Allerdings nur, solange es um «eine Strassenberuhigung in Oberwil-Lieli» oder ähnlich unideologische Anliegen geht. Für politische Forderungen aus dem Kerngeschäft von Rechtsaussen bietet Campax keine Plattform.</p>
<blockquote><p>«Unser Ziel ist letztlich die Beeinflussung nationaler Politik.»<br />
<small>Andreas Freimüller</small></p></blockquote>
<p>Mit dem Erfolg kommt aber auch die Kritik. So sieht sich der US-amerikanische Branchenprimus <a href="https://www.change.org/" target="_blank" rel="noopener">change.org</a> regelmässig mit dem <a href="https://www.huffpost.com/entry/changeorg-corporate-gop-campaigns-internal-documents_n_1987985" target="_blank" rel="noopener">Vorwurf konfrontiert</a>, zur Optimierung seiner Reichweite und Spendeneinnahmen auch konservativen Kräften oder gar Konzernen eine Plattform zu bieten. Veränderung als Selbstwert also, egal in welche Richtung die Reise geht? «Wir kennen keine Tabus, haben aber eine klare Mission, nämlich sozialen und ökologischen Anliegen zum Durchbruch zu verhelfen», sagt Freimüller. «Unser Ziel ist letztlich die Beeinflussung nationaler Politik, wie wir es zuletzt beim Thema <a href="https://campax.org/kampagnen/waffenexporte/" target="_blank" rel="noopener">Waffenexporte</a> und der Korrektur-Initiative geschafft haben.»</p>
<p>Campax ist rechtlich ein Verein und versteht sich eigentlich als NGO, die immer stärker selbst Themen setzen und eigene Interessen vertreten will. Ihre dank Corona explodierende Petitionsplattform liefert dafür nur den Rohstoff, einerseits durch Adressdaten und andererseits durch die mit der Reichweite wachsende Markenbekanntheit. Für <a href="http://www.gamechanger.ch/" target="_blank" rel="noopener">Daniel Graf</a>, den Schweizer Pionier der digitalen Unterschriftensammlung, hat Campax «eine grosse und wichtige Lücke gefüllt». Hätten früher ausschliesslich Parteien und Verbände den politischen Takt angegeben, könnte es heute jede/r mit einem Veränderungswunsch «innert zwei Wochen vom Bierdeckel über Facebook bis auf die Frontseite eines Leitmediums» bringen.</p>
<blockquote><p>«Wer es politisch ernst meint, startet hierzulande gleich ein Referendum oder eine Initiative»<br />
<small>Daniel Graf, Kampagnenspezialist</small></p></blockquote>
<p>Fakt ist: Auch in der direkten Demokratie konnte man Petitionen bislang nur auf Papier unterschreiben. Jetzt lassen sie sich mit ein paar Klicks selbst starten. Ihre Durchschlagskraft steht und fällt jedoch mit der Mobilisierung und den Schlagzeilen, die Thema und Tonalität einer privaten Kampagne generieren. «Wer es politisch ernst meint, startet hierzulande gleich ein Referendum oder eine Initiative», sagt Graf. Denn bis eine Petition bei Behörden oder Regierung auch nur ein bisschen Eindruck macht, braucht es laut dem <a href="https://www.wecollect.ch/" target="_blank" rel="noopener">WeCollect</a>-Macher «schon deutlich über 100‘000 Unterstützende». Dies ist zuletzt ausgerechnet dem Aufruf für eine Senkung der Radio- und Fernsehgebühren gelungen (<a href="https://www.werbewoche.ch/werbung/2011-05-17/petition-gebuehrenmonster-eingereicht" target="_blank" rel="noopener">«Gebührenmonster»</a>), welcher bekanntlich als Testlauf für die «No Billag»-Initiative diente.</p>
<p>Anstatt nur über die Petitionen anderer zu berichtet, bietet die «Aargauer Zeitung» von CH Media seit dreieinhalb Jahren selbst eine redaktionell betreute Online-Plattform zur elektronischen Unterschriftensammlung. Dort geht es beispielsweise gegen die <a href="https://www.petitio.ch/petitions/1mVV1" target="_blank" rel="noopener">«Lärmbelästigung durch Auto-Poser»</a> oder um die <a href="https://www.petitio.ch/petitions/1AqEL" target="_blank" rel="noopener">«Verhinderung von 5G-Antennen»</a> oder für die <a href="https://www.petitio.ch/petitions/1gnGR" target="_blank" rel="noopener">«Liberalisierung von Homeschooling im Kanton Solothurn»</a>. Offiziell wurde <a href="https://www.petitio.ch/" target="_blank" rel="noopener">Petitio</a> «zur Förderung der Bürgerbeteiligung» lanciert. Strategisch dient die <a href="https://www.persoenlich.com/medien/az-medien-starten-mit-google-gefordertem-petitionsportal" target="_blank" rel="noopener">von Google mitfinanzierte</a> Petitionsplattform aber eher der Leserbindung und als Themenradar.</p>
<blockquote><p>«Wir mussten in der letzten Zeit bloss ein paar Verschwörungstheoretiker abblocken, die auf Petitio ihre struben Ideen verbreiten wollten.»<br />
<small>Rolf Cavalli, Aargauer Zeitung</small></p></blockquote>
<p>Das dementiert der fürs Projekt zuständige AZ-Chefredaktor Rolf Cavalli denn auch nur halbherzig. Und präzisiert: «Die Berichterstattung über Anliegen, die eine genügend breite Unterstützung finden, ist ebenso Teil unseres Angebots wie die Petitionseinreichung mit unserem Absender beim zuständigen Amt.» Wobei sich «genügend breit» nach der jeweiligen Gemeindegrösse richte. Dass ein Grossverlag politische Projekte über die Berichterstattung hinaus aktiv unterstützt, ist für die Kampagnenprofis Graf und Freimüller unproblematisch. Dazu seien die Anliegen zu kleinräumig und die verlegerische Risikobereitschaft fürs Projekt zu gering.</p>
<p>Dass die Corona-Krise auf der AZ-Plattform fast keinen Niederschlag findet, liegt wohl am hyperlokalen Fokus der dort artikulierten Anliegen. «Wir mussten in der letzten Zeit bloss ein paar Verschwörungstheoretiker abblocken, die dort ihre struben Ideen verbreiten wollten», so Cavalli.</p>
<p>Was als Nebenprodukt des Relaunchs 2016 begann, könnte bei der anstehenden Überarbeitung der CH Media-Websites diesen Herbst vertieft und auf andere Regionen ausgeweitet werden. Noch sei diesbezüglich aber «nichts entschieden». Vielleicht skalieren Weltwoche oder «Wochenzeitung» dieses Lokalexperiment ja bald auch auf nationales Niveau. Das würde dem häufig bemühten Begriff des Kampagnenjournalismus dann definitiv eine völlig neue Bedeutung und Dimension geben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/05/19/petitionsplattformen-als-corona-ventil-und-lokaler-themenradar/">Petitionsplattformen als Corona-Ventil und lokaler Themenradar</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Er sah 18 Chefredaktoren kommen und gehen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/05/30/er-sah-18-chefredaktoren-kommen-und-gehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 May 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Roman Seiler, Wirtschaftsredaktor der Aargauer Zeitung, wird pensioniert. Er blickt auf 40 Jahre Journalismus zurück – manchmal kam ihm sein Job vor wie Ferien.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Roman Seiler, Wirtschaftsredaktor der Aargauer Zeitung, wird pensioniert. Er blickt auf 40 Jahre Journalismus zurück – manchmal kam ihm sein Job vor wie Ferien.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/30/er-sah-18-chefredaktoren-kommen-und-gehen/">Er sah 18 Chefredaktoren kommen und gehen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>AZ: «Nach der Fusion dachten wir: Jetzt bricht das Goldene Zeitalter an»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/11/04/20-jahre-az-nach-der-fusion-dachten-wir-jetzt-bricht-das-goldene-zeitalter-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1996 wurden die Schweizer Medienbranche und die Öffentlichkeit mit einer besonderen News überrascht: Das Aargauer Tagblatt und das Badener Tagblatt fusionierten zur Aargauer Zeitung. Es war der Start in eine bewegte Zukunft.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/11/04/20-jahre-az-nach-der-fusion-dachten-wir-jetzt-bricht-das-goldene-zeitalter-an/">AZ: «Nach der Fusion dachten wir: Jetzt bricht das Goldene Zeitalter an»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>1996 wurden die Schweizer Medienbranche und die Öffentlichkeit mit einer besonderen News überrascht: Das Aargauer Tagblatt und das Badener Tagblatt fusionierten zur Aargauer Zeitung. Es war der Start in eine bewegte Zukunft.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/11/04/20-jahre-az-nach-der-fusion-dachten-wir-jetzt-bricht-das-goldene-zeitalter-an/">AZ: «Nach der Fusion dachten wir: Jetzt bricht das Goldene Zeitalter an»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn man plötzlich fordern statt liefern muss</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/07/04/wenn-man-ploetzlich-fordern-statt-liefern-muss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2016 10:53:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Gotthard]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsalltag]]></category>
		<category><![CDATA[Blattmacher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für eine einzige Zeitungsausgabe übernahm unser Kolumnist eine neue Rolle: Bei ihm liefen die Fäden für eine Sondernummer zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zusammen. Warum er dabei «auf die Welt kam» – und warum ihn stets das schlechte Gewissen begleitete. Bei aller gewünschten Selbstbestimmung als Journalist kann es eine durchaus willkommene Entlastung sein, wenn einem ein <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/04/wenn-man-ploetzlich-fordern-statt-liefern-muss/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Für eine einzige Zeitungsausgabe übernahm unser Kolumnist eine neue Rolle: Bei ihm liefen die Fäden für eine Sondernummer zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zusammen. Warum er dabei «auf die Welt kam» – und warum ihn stets das schlechte Gewissen begleitete.<br />
<span id="more-27689"></span><br />
Bei aller gewünschten Selbstbestimmung als Journalist kann es eine durchaus willkommene Entlastung sein, wenn einem ein Entscheid abgenommen wird. So erging es mir, als ich Anfang April nach einem dreimonatigen <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/18/selbstzensur-aus-angst-vor-der-hexe/">Aufenthalt in Nicaragua</a> wieder in den Redaktionsalltag der Aargauer Zeitung einstieg. Gleich bei der ersten Sitzung wurde mir mitgeteilt, dass wir die Ausgabe vom 28. Mai monothematisch der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels widmen werden. Und vor allem: Dass ich dafür verantwortlich sein soll – sozusagen als Blattmacher für eine Nummer.</p>
<p>Natürlich hätte ich mich dagegen wehren können, aber warum auch? Ganz ohne Bauchschmerzen verliess ich die Sitzung dennoch nicht. Auch wenn es noch weit weg war, ahnte ich: Das wird eine komplett neue und mit vielen Unwägbarkeiten verbundene Aufgabe.</p>
<p>Wie geht man solch ein Projekt an? Ja, wie soll so eine Sondernummer überhaupt aussehen? An dieser Stelle nicht unwichtig zu erwähnen: Es liefen bei mir zwar die Fäden zusammen, aber die grundlegenden Entscheidungen fällte ich nicht in Eigenregie, sondern in Absprache mit dem eisenbahnaffinen Chefredaktor und seinem Stellvertreter, seines Zeichens Blattmacher im normalen Tagesgeschäft. Das letzte Wort war stets bei ihnen.</p>
<p>Wir definierten: Die Mantelbund der Zeitung kommt praktisch monothematisch daher. Das wären inklusive Werbung dann also fast zwanzig Seiten Gotthard. Dafür bringen wir im Vorfeld kaum Artikel zum Thema, wie das andere Zeitungen gemacht haben. Die Aktualität und die notwendigste Vorschau, etwa auf den gleichentags stattfindenden Champions-League-Final, findet auf maximal vier Seiten am Ende des Bundes statt. Die klassische Einteilung nach Ressorts entfällt und die Front- und Backpage müssen so aussehen, dass die Leser zwar merken, ihre angestammte Zeitung in den Händen zu halten, gleichzeitig aber sofort das Sonderkonzept erkennen.</p>
<p>Für die Feinplanung setzten wir auf Basisdemokratie. Eines Montags &#8211; einen guten Monat vor Publikationsdatum &#8211; sassen alle Ressortleiter zusammen und brachten ihre Ideen ein. Ich sammelte, ergänzte und schrieb endlich ein Konzept, das jede Seite mitsamt dazugehörigen Artikeln definierte.</p>
<p>Das alles brauchte Zeit – Zeit, die ich normalerweise im Redaktionsalltag nicht habe. Meine Vorgesetzten haben mich stets ermuntert und es mir ermöglicht, dass ich sie mir auch nehmen konnte. Auch von Seiten meiner Redaktionskollegen kam nie ein negatives Wort. Dennoch begleitete mich ihnen gegenüber an vielen Tagen, an denen ich mich ausschliesslich der Sonderausgabe widmete, ein schlechtes Gewissen. Grundlos, ich weiss. Und dennoch vorhanden. Denn während ich abklärte, ob die Werbung auf Seite 13 vielleicht in den Regionalbund verlegt werden könnte, damit die Kulturredaktorin den «Mythos Gotthard» in angemessener Zeilenzahl erklären konnte, schrieben meine Kollegen wie üblich Inland-Artikel für den Folgetag. «Ich arbeite heute an der Gotthard-Nummer, sorry», geht einem nicht ganz einfach über die Lippen, wenn an der nachmittäglichen Redaktionssitzung noch ein Autor für den Front-Kommentar gesucht wird.</p>
<p>Von solchen Tagen gab es einige. Denn mit dem Konzept alleine wars natürlich noch nicht getan. Was ich sonst immer nur aus umgekehrter Perspektive erlebte, blühte mir jetzt selbst: Plötzlich war es an mir, für die verschiedenen Ideen Autoren zu suchen (sofern sie sich nicht selbst schon gemeldet hatten), mit ihnen die Stossrichtung ihrer Artikel abzusprechen, sie auf die nahende Deadline hinzuweisen, Grafiker zu instruieren, mit der Foto-Redaktion Bilder auszuwählen, Texte gegenzulesen und Anmerkungen anzubringen. Stets musste ich die Gesamtausgabe im Hinterkopf haben, damit keine inhaltlichen und gestalterischen Doubletten entstanden. Kurz: Ich musste fordern und nicht wie üblicherweise einfach nur liefern.</p>
<p>Auch der Web-Auftritt musste besprochen werden. Online können Überthemen naturgemäss weniger gut zurückgehalten und portioniert werden, wenn man sich nicht – mehr noch als bei der Zeitung – den Vorwurf machen will, es zu verpassen. Einige Erzählformen, etwa das Quiz, das im Print auch stattfand und natürlich Bewegtbilder, eignen sich digital besser. Dennoch ist nicht wegzudiskutieren, dass der Fokus auf der gedruckten Ausgabe lag. Nicht zuletzt, weil wir uns erhofften, dass manche Leser die Sonderausgabe zur Seite legen und aufbewahren.</p>
<p>Zum ersten Mal in meinem Berufsleben musste ich überdies finanzielle Überlegungen anstellen: Was kriegt ein altgedienter Historiker für sein Lesestück über die Geschichte der alpenquerenden Eisenbahnverbindungen? Und darf man auf die Forderung eines Fachverlags eingehen, ein Foto gratis verwenden zu dürfen, sofern man das dazugehörige Buch mitsamt Coverbild am Ende des Artikels erwähnt? Fast wäre es mir zum Verhängnis geworden, dass ich neben einem längeren Artikel auch «Beigemüse» wie die Leserservice-Seite oder das Gotthard-Quiz selbst verfassen wollte &#8211; denn die Zeit dafür lief mir davon.</p>
<p>Wie immer, wenn man eine Deadline hat &#8211; diese Kolumne lässt grüssen! &#8211; geht es am Ende ja dann doch irgendwie. Es ging sogar ziemlich gut, sowohl redaktionsintern wie auch von aussen gab es überwiegend <a href="https://twitter.com/ChristianDorer/status/736514523398557696" target="_blank">positive Rückmeldungen auf die unübliche Samstagsausgabe</a>. In der Nacht auf Sonntag schlief ich wie ein Stein. Ob ich vom Gotthard träumte, weiss ich nicht mehr.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/04/wenn-man-ploetzlich-fordern-statt-liefern-muss/">Wenn man plötzlich fordern statt liefern muss</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hinter den Kulissen von Joiz: Die zwei Gesichter des Jugendsenders</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/07/01/hinter-den-kulissen-von-joiz-die-zwei-gesichter-des-jugendsenders/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2015 11:59:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[joiz]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=5684</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hinter dem jungen TV-Kanal steht ein Risikokapital-Investor der sich nicht für Fernsehen interessiert. Den Geldgebern geht es um die Daten der Joiz-Community und wie man daraus Kapital schlägt.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/01/hinter-den-kulissen-von-joiz-die-zwei-gesichter-des-jugendsenders/">Hinter den Kulissen von Joiz: Die zwei Gesichter des Jugendsenders</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hinter dem jungen TV-Kanal steht ein Risikokapital-Investor der sich nicht für Fernsehen interessiert. Den Geldgebern geht es um die Daten der Joiz-Community und wie man daraus Kapital schlägt. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/07/01/hinter-den-kulissen-von-joiz-die-zwei-gesichter-des-jugendsenders/">Hinter den Kulissen von Joiz: Die zwei Gesichter des Jugendsenders</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tote Flüchtlinge oder FC Aarau?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/06/15/tote-fluechtlinge-oder-fc-aarau/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2015/06/15/tote-fluechtlinge-oder-fc-aarau/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2015 10:16:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Blattmacher]]></category>
		<category><![CDATA[FC Aarau]]></category>
		<category><![CDATA[Titelseite]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Praxis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wovon soll sich ein Blattmacher leiten lassen, wenn er die Frontseite der Zeitung gestaltet? Bei einer Regionalzeitung mit nationalem Anspruch ist diese Frage besonders heikel. Unser Kolumnist schildert das Dilemma anhand eines aktuellen Falles: Todesdrama im Mittelmeer oder Abstiegskandidat FC Aarau? Vor ein paar Wochen hatte ich Sonntagsdienst. Es war der Tag, an dem sich <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/15/tote-fluechtlinge-oder-fc-aarau/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wovon soll sich ein Blattmacher leiten lassen, wenn er die Frontseite der Zeitung gestaltet? Bei einer Regionalzeitung mit nationalem Anspruch ist diese Frage besonders heikel. Unser Kolumnist schildert das Dilemma anhand eines aktuellen Falles: Todesdrama im Mittelmeer oder Abstiegskandidat FC Aarau?<br />
<span id="more-24804"></span><br />
Vor ein paar Wochen hatte ich Sonntagsdienst. Es war der Tag, an dem sich das bisher folgenschwerste Flüchtlingsdrama im Mittelmeer ereignete. Bis zu 900 Menschen kamen ums Leben, die genaue Zahl wird nie jemand wissen. Es war aber auch der Tag, der im Falle einer Niederlage in Vaduz den Abstieg des FC Aarau besiegelt hätte. Im Verlauf des Nachmittags, als sich das Ausmass der Katastrophe immer deutlicher abzeichnete, der kapitale Match in Liechtenstein aber noch nicht mal angepfiffen war, musste sich der Blattmacher der Aargauer Zeitung / «az Nordwestschweiz» eine heikle Frage stellen: Mit welchem der beiden Themen soll man auf der Frontseite aufmachen, welches soll man kommentieren?</p>
<p>Es ist ein Fall, der schwarz-weiss nicht ist. Doch es ist einer, der ein stetig wiederkehrendes Dilemma einer Regionalzeitung mit nationalem Anspruch exemplarisch aufzeigt. Wovon soll sich ein Zeitungsmacher in seinen Entscheidungen leiten lassen? In erster Linie natürlich davon, was seine Konsumenten interessiert. Untersuchungen, etwa die Leserforschung mit der Reader-Scan-Methode, zeigen, dass ein Artikel markant häufiger gelesen wird, wenn sich der Leser persönlich betroffen fühlt. Journalisten können dabei alleine durch die Erzählform und insbesondere die Titelsetzung schon viel herausholen.</p>
<p>Aber natürlich nicht alles. Der FC Aarau dürfte vielen Aargauer Lesern – so gefühlskalt sich das anhört – emotional näher liegen als Flüchtlinge, die einen elenden Tod finden. Kaum ein Thema ist so von persönlicher Abstumpfung gefährdet wie die menschlichen Tragödien, die sich in regelmässigen Abständen im Mittelmeer ereignen. Die 50 Somalier, die in den Fluten ertranken, sind die gleiche Anzahl Personen, wie gestern Abend rund um uns in der vollgestopften Gartenbeiz sassen. Also ziemlich viele. Die 250 Syrer, von denen nur ein paar Dutzend gerettet werden konnten, sind die gleich grosse Gruppe, die beim letzten Konzert im Kulturlokal eine einmalige Stimmung herbeizauberte. In den Nachrichten jedoch finden die toten Flüchtlinge nur dann ernsthafte Beachtung, wenn ein neuer Höchstwert vermeldet wird oder wenn sich auf der Überfahrt bisher unbekannte Schicksale ereignen («Muslime werfen Christen über Bord»). Dann spielt der Sensationsfaktor, der beim Publikum das Interesse weckt.</p>
<p>Also auf den FC Aarau setzen? Nein. Denn die Leser erwarten von der Zeitung nicht nur das, was ihnen persönlich nahe geht. Sie erwarten auch eine Einordnung gemäss bekannten Relevanzkriterien. Dass auf dieser Ebene das Pendel zu den Flüchtlingen ausschlägt, leuchtet ein. Bezeichnenderweise hat sich bei uns noch nie ein Leser darüber beklagt, dass die Zeitung zu seriös sei. Das Gegenteil ist hingegen immer wieder der Fall. Fairerweise muss aber auch gesagt sein, dass die Ausgangslage für ein Printmedium wie die «az Nordwestschweiz», die eine Abonnentenquote von über 99 Prozent aufweist, eine bedeutend andere ist als diejenige einer Publikation, die sich wöchentlich oder gar täglich am Kiosk behaupten muss. Und: Leser, die in ihrer Zeitung über einen längeren Zeitraum nicht mehr das finden, was sie suchen, bestellen das Abo gleich ganz ab – und kehren womöglich nie mehr zurück.</p>
<p>Der Rückschluss, dass das Schicksal von verunglückten Migranten nun bei jedem neuen Fall auf der Frontseite erwähnt sein sollte, wäre falsch. Siehe Abstumpfung, siehe Leserinteresse, siehe Abokündigungen. Die Losung, die unser Chefredaktor in umstrittenen Fällen herausgibt, ist aber nicht falsch: Im Zweifel für die Relevanz.</p>
<p>Übrigens: Der FC Aarau hat damals das Spiel gegen Vaduz gewonnen und damit den Kopf nochmals, allerdings nur vorübergehend, aus der Schlinge ziehen können. Die Sportgötter können von Zeit zu Zeit auch die Freunde der Blattmacher sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/15/tote-fluechtlinge-oder-fc-aarau/">Tote Flüchtlinge oder FC Aarau?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ausgerechnet Public-Affairs-Profi Markwalder tappt in die Lobby-Falle</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/06/ausgerechnet-public-affairs-profi-markwalder-tappt-in-die-lobby-falle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 May 2015 12:09:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre Markwalder]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Fuchs]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die 39-jährige Berner FDP-Nationalrätin und Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission stolpert über einen diktierten Vorstoss aus dem autokratischen Kasachstan. Sie sei zu gutgläubig gewesen, sagt Christa Markwalder.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die 39-jährige Berner FDP-Nationalrätin und Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission stolpert über einen diktierten Vorstoss aus dem autokratischen Kasachstan. Sie sei zu gutgläubig gewesen, sagt Christa Markwalder.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/06/ausgerechnet-public-affairs-profi-markwalder-tappt-in-die-lobby-falle/">Ausgerechnet Public-Affairs-Profi Markwalder tappt in die Lobby-Falle</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Private Fernseh-Macher wollen Staatsfernsehen zu Leibe rücken</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/16/private-fernseh-macher-wollen-staatsfernsehen-zu-leibe-ruecken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Apr 2015 12:42:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Privatfernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor der Abstimmung über das neue Radio- und Fernsehgesetz dreht sich die Debatte vor allem darum, was die SRG künftig nicht mehr soll. Vor allem im Bereich der Unterhaltung gibt es Diskussionsbedarf.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/16/private-fernseh-macher-wollen-staatsfernsehen-zu-leibe-ruecken/">Private Fernseh-Macher wollen Staatsfernsehen zu Leibe rücken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor der Abstimmung über das neue Radio- und Fernsehgesetz dreht sich die Debatte vor allem darum, was die SRG künftig nicht mehr soll. Vor allem im Bereich der Unterhaltung gibt es Diskussionsbedarf. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/16/private-fernseh-macher-wollen-staatsfernsehen-zu-leibe-ruecken/">Private Fernseh-Macher wollen Staatsfernsehen zu Leibe rücken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Satire: Schweizer Presselandschaft wird radikal umgebaut</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/07/satire-schweizer-presselandschaft-wird-radikal-umgebaut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2015 13:08:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Nebelspalter]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schweizer Verleger haben sich am Rande ihrer gestrigen Dreikönigstagung auf eine umfassende Neugestaltung der Medienlandschaft verständigt. Noch in diesem Jahr soll der Umbau hin zu drei klaren Meinungsblättern und einem Internetportal für die apolitische Mehrheit abgeschlossen sein.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweizer Verleger haben sich am Rande ihrer gestrigen Dreikönigstagung auf eine umfassende Neugestaltung der Medienlandschaft verständigt. Noch in diesem Jahr soll der Umbau hin zu drei klaren Meinungsblättern und einem Internetportal für die apolitische Mehrheit abgeschlossen sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/07/satire-schweizer-presselandschaft-wird-radikal-umgebaut/">Satire: Schweizer Presselandschaft wird radikal umgebaut</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Diese neun Köpfe bestimmen das Schicksal der «alten Tante»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/15/diese-neun-koepfe-bestimmen-das-schicksal-der-alten-tante/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2014 06:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltungsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Zürcher Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schlittler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unabhängig davon, wer am Ende neuer «NZZ»-Chefredaktor wird: Der Verwaltungsrat steht im Kampf um die künftige Ausrichtung der «alten Tante» bereits als Verlierer fest.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unabhängig davon, wer am Ende neuer «NZZ»-Chefredaktor wird: Der Verwaltungsrat steht im Kampf um die künftige Ausrichtung der «alten Tante» bereits als Verlierer fest.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/15/diese-neun-koepfe-bestimmen-das-schicksal-der-alten-tante/">Diese neun Köpfe bestimmen das Schicksal der «alten Tante»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hat es Blocher auf die «alte Tante» abgesehen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/12/hat-es-blocher-auf-die-alte-tante-abgesehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2014 05:40:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Chefredaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Bühler]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Spillmann]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Somm]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Zürcher Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Schmid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der NZZ-Verwaltungsrat will einen «dezidiert bürgerlichen Kurs». Und er braucht Geld um die Online- und Österreich-Strategie zu forcieren. Ein Deal mit Christoph Blocher könnte die Lösung sein.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der NZZ-Verwaltungsrat will einen «dezidiert bürgerlichen Kurs». Und er braucht Geld um die Online- und Österreich-Strategie zu forcieren. Ein Deal mit Christoph Blocher könnte die Lösung sein. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/12/hat-es-blocher-auf-die-alte-tante-abgesehen/">Hat es Blocher auf die «alte Tante» abgesehen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Es braucht wieder Fakten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2014 11:59:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Bündner Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Fahrländer]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Bühler]]></category>
		<category><![CDATA[Nadja Maurer]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Francesco Benini]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Capus]]></category>
		<category><![CDATA[Blocher-Medien 2014]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wünscht Christoph Blocher dem Bundesrat «ais ad Schnure», diesen «Siechen», wie das Francesco Benini in der NZZ am Sonntag und Alex Capus in der Aargauer Zeitung schreiben? Eine Untersuchung des Falls zeigt, woran die Beziehung zwischen Journalisten und Blocher krankt: An Unschärfe, verbunden mit der Lust an der Empörung. «Dene Sieche da obe ghört emol <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wünscht Christoph Blocher dem Bundesrat «ais ad Schnure», diesen «Siechen», wie das Francesco Benini in der NZZ am Sonntag und Alex Capus in der Aargauer Zeitung schreiben? Eine Untersuchung des Falls zeigt, woran die Beziehung zwischen Journalisten und Blocher krankt: An Unschärfe, verbunden mit der Lust an der Empörung.<br />
<span id="more-21817"></span></p>
<div align="right">
<h2>«Dene Sieche da obe ghört emol eini ad Schnure.»</p>
<p>(unbekannt)</h2>
</div>
<p></p>
<p>Auf Einladung der SVP Chur redete Christoph Blocher am 16. Oktober 2014 im Churer Hotel Drei Könige. Francesco Benini von der NZZ am Sonntag war dabei und <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/schlacht-um-europa-1.18406809">beobachtete unter anderem diese Szene</a>:</p>
<blockquote><p>Nach seinem Vortrag steht in Chur ein älterer Besucher auf und sagt, wenn man wirklich etwas unternehmen wolle gegen die Zuwanderung in die Schweiz, müsse man der Ecopop-Initiative zustimmen. Blocher erwidert, das sei nicht seine Position, er empfehle ein Nein. Gleichzeitig äussert er Verständnis für die Haltung des Mannes: Die Mitglieder des Bundesrats, welche die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative verschleppten, hätten «ais a d Schnure» verdient, diese «Sieche».</p></blockquote>
<p>In der <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/kommentare/gastkommentar/es-braucht-wieder-empoerung-128517818">Aargauer Zeitung diesen Montag</a> hörte sich das bereits dramatischer an. Alex Capus widmete dem Vorfall ganze zwei Absätze, hier ein Ausschnitt:</p>
<blockquote><p>An einer öffentlichen Veranstaltung zur Ecopop-Initiative verkündet ein demokratisch gewählter und abgewählter alt Bundesrat fäusteschüttelnd, die heute amtierenden Bundesräte verdienten «ais a d Schnure», diese «Sieche». Das ist kein Schulbub und auch kein besoffener Fuhrknecht, der so spricht, sondern ein altgedienter Nationalrat und Minister, einflussreicher Unternehmer und Oberst der Schweizer Armee. (&#8230;) Da kann einer öffentlich unserer demokratisch gewählten Landesregierung Prügel androhen – und niemand regt sich auf. Die eine oder andere Zeitung mokiert sich zwar über die hemdsärmelige Art des selbst ernannten Volkstribuns – aber wirklich aufregen tut sich niemand. Kaum jemand sieht eine Gefahr darin, wenn eine autoritäre Führerfigur Demokraten mit Gewalt droht.</p></blockquote>
<p>Auf Anfrage streitet Christoph Blocher ab, dem Bundesrat so etwas gewünscht zu haben. Es sei zwar richtig, dass er diese Worte verwendet habe, aber klar deklariert als Zitat. Zitiert habe er Wortmeldungen von «rechtschaffenen, soliden Gewerblern», die sich bei einem früheren Anlass zur Abzockeriniative zu Wort gemeldet hatten: «Herr Blocher, sie möget rächt ha, aber jetzt isch gnueg Heu dune. Dene Sieche da obe ghört emol eini ad Schnure», hätten diese gesagt. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=oDaud1ouwEg">So erklärte</a> er es auch in der <a href="http://www.teleblocher.ch/archives/3140">«Tele-Blocher»-Ausgabe vom 24. Oktober</a>:</p>
<p><iframe width="450" height="253" src="//www.youtube.com/embed/oDaud1ouwEg?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Zurück also zu Francesco Benini, der unsere Bitte um Klarstellung wie folgt beantwortet: «Ich halte an meiner Darstellung fest, eine Korrektur ist nicht geplant, Herr Blocher ist mit keinem Begehren an die NZZ am Sonntag gelangt. Blocher sagte am Vortrag in Chur, er habe Verständnis für die Haltung, dass die ‹Siechen› im Bundesrat ‹ais ad Schnure› verdient hätten. Und zwar dafür, dass sie bei der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative nicht schnell genug ans Werk gingen. Was er nun sagt – er zitiere jemanden, mit dem er im Abstimmungskampf über die Abzocker-Initiative geredet habe – daran habe ich keine Erinnerung, und ich finde in meinen Notizen nichts dazu.»</p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was sind die<br /> <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/"><strong><big>«Blocher-Medien»</big></strong></a><br />
&#8211; und wer gehört dazu? Retten sie den Journalismus oder schaffen sie ihn ab, geht es um <strong>Information oder Propaganda</strong>? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie Persönlichkeiten und Medien, die in einer Beziehung mit dem Politiker und Unternehmer <strong>Christoph Blocher</strong> stehen.</div>
<p>Als ich Dennis Bühler von der «Südostschweiz» und Nadja Maurer vom «Bündner Tagblatt» kontaktiere, die dem Vortrag ebenfalls als Berichterstatter beigewohnt haben, haben sie beide bereits mit Francesco Benini telefoniert; sie bestätigen mehrheitlich dessen Sichtweise. Blocher habe etwa 85 bis 90 Minuten geredet, erzählt Bühler. Im Anschluss an den Vortrag habe sich ein älterer Herr aus den hinteren Reihen zu Wort gemeldet und verkündet, dass er, anders als von Blocher empfohlen, die Ecopop-Initiative annehmen werde. Daraufhin dann habe Blocher zuerst die Formulierung gewählt, so erinnert sich auch Maurer, vielleicht sei es ja dann nur recht, wenn der Bundesrat mal «ais ad Schnure» kriege. Dass Blocher seine Aussage als Zitat verwendet hat, daran können sich beide nicht erinnern.</p>
<p>Wir fragen auch bei der Aargauer Zeitung nach. Hans Fahrländer, der die täglich erscheinende Meinungsseite verantwortet, meldet sich zu Wort und gibt zu bedenken, dass es für die Redaktion unmöglich sei, «alle Aussagen, die in einer persönlichen Kolumne stehen, auf allfällige Fehlzitierungen hin abzuklopfen»: «Nach Angaben unseres stellvertretenden Chefredaktors Gieri Cavelty hat sich Christoph Blocher über eine unpräzise Zitierung beschwert. Sollte es sich weisen, dass seine Beschwerde berechtigt ist, dass die Aussage durch Herrn Capus tatsächlich falsch oder irreführend oder aus dem Zusammenhang gerissen dargestellt wurde, erhält Herr Blocher selbstverständlich eine Plattform, um die Sache präzis ins richtige Licht zu rücken.»</p>
<p>Blocher sagt aus, exakt zu wissen, wie es sich zugetragen hat, Benini hält an seiner Darstellung fest, es steht Aussage gegen Aussage. Und die anderen beiden Journalisten im Saal können sich &#8211; was jetzt nicht unverständlich ist, wenn man nicht darauf achtet &#8211; nicht genau erinnern. Die an exakten Fakten interessierte Öffentlichkeit bleibt somit ratlos, während sich die Medien und Blocher gegenseitig hochschaukeln. Denn Bild- oder Tonaufnahmen des Vorfalls wurden offenbar keine gemacht, und die scheint es trotz der Anwesenheit dreier Journalisten zu brauchen, um zweifelsfrei die Wahrheit zu erfahren. Was die eine Seite als Propaganda einstuft, ist der anderen Seite Wahrheitsverdrehung. Es bleibt die Empörung und ihre Bewirtschaftung.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong> vom 10. November 2014: Die Aargauer Zeitung veröffentlicht eine Replik von Christoph Blocher: <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/ein-vortrag-und-seine-kritiker-blochers-antwort-auf-capus-kolumne-128540526">«Ein Vortrag und seine Kritiker – Blochers Antwort auf Capus&#8216; Kolumne»</a>.</p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/">Serie zu den «Blocher-Medien»</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="medienwoche.ch/2014/10/15/schlachtplan-zufall/">Schlachtplan Zufall</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/22/unter-dem-guru-von-herrliberg/">Unter dem Guru von Herrliberg</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a><br />
4. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a><br />
5. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/politiker-der-redaktion/">Politiker der Redaktion</a><br />
6. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/">Für Partei und Vaterland</a><br />
7. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a><br />
8. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Mobil nur bedingt einsatzbereit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/10/21/mobil-nur-bedingt-einsatzbereit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Oct 2014 13:37:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Rolf Cavalli]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Relaunch]]></category>
		<category><![CDATA[luzernerzeitung.ch]]></category>
		<category><![CDATA[NLZ]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ-Mediengruppe]]></category>
		<category><![CDATA[responsive]]></category>
		<category><![CDATA[St. Galler Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit ihrem Mediennutzungsverhalten zählt die Schweizer Bevölkerung zur mobilen Weltelite. Doch viel Zeitungsverlage hinken hinter dieser Entwicklung her. Ihre Webseiten sind nicht geeignet sind für den Abruf mit dem Smartphone. Eine Mängelliste. Was jedem noch so kleinen Blog recht ist, sollte einer Zeitung billig sein – ist es aber nicht. Obwohl heute ein beträchtlicher Teil <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/21/mobil-nur-bedingt-einsatzbereit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit ihrem Mediennutzungsverhalten zählt die Schweizer Bevölkerung zur mobilen Weltelite. Doch viel Zeitungsverlage hinken hinter dieser Entwicklung her. Ihre Webseiten sind nicht geeignet sind für den Abruf mit dem Smartphone. Eine Mängelliste.<br />
<span id="more-21667"></span><br />
Was jedem noch so kleinen Blog recht ist, sollte einer Zeitung billig sein – ist es aber nicht. Obwohl heute ein beträchtlicher Teil der Online-Nutzung <a href="http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/16/04/key/approche_globale.indicator.30106.301.html?open=311#311" target="_blank">mit mobilen Geräten stattfindet</a>, präsentieren sich immer noch überraschend viele Medien im Netz, als sei das Smartphone noch nicht erfunden. Dass es durchaus anders geht, zeigen die zahlreichen gelungenen Beispiele mobiler Websites. Ob NZZ, Blick, 20 Minuten, Tages-Anzeiger oder auch SRF präsentieren ihr Angebot dem Ausgabemedium angemessen. Es sind vor allem kleinere und mittelgrosse Zeitungen, die mit der Aufbereitung ihres Angebots dem aktuellen Nutzungsverhalten hinterherhinken. Aber auch ein paar Grosse sind nicht mängelfrei.</p>
<p>Fragt man nach den Gründen für die Versäumnisse, heisst es: wenig Geld, wenig Zeit. Darum hat es beispielsweise die Aargauer Zeitung bei der jüngsten Überarbeitung ihrer Website nicht geschafft, die Darstellung für die mobile Nutzung zu optimieren. Man bittet um Geduld, alles folge zu seiner Zeit. «Das Projekt ist aufgegleist, ein konkretes Datum kann ich noch nicht nennen», teilt Rolf Cavalli, Chef Digitale Medien der Aargauer Zeitung, auf Anfrage mit.</p>
<p>Wer bis zu diesem unbekannten Zeitpunkt mit seinem Smartphone einen Link zu einem Artikel der viertgrössten Schweizer Bezahlzeitung ansteuert, sieht eine Miniaturansicht der gesamten Website auf seinen Telefonbildschirm. Erst mit Daumen- und Zeigfingerakrobatik erhält man eine lesbare Darstellung und riskiert nicht mehr, sich zu vertippen. «Klarer» und «leserfreundlicher», wie die <a href="http://azmedien.ch/newsletter/medien/2014/2014-09-30_aznordwestschweiz_websites_klarer_leserfreundlicher_mehr_inhalt.php" target="_blank">AZ-Medien den Relaunch angepriesen haben</a>, sehen anders aus.</p>
<p>Ein Verlag, der seine Website im Jahr sieben nach iPhone nur für die Nutzung mit stationären Rechnern und Grossbildschirm auslegt, hat entweder seine Hausaufgaben nicht gemacht oder setzt andere Prioritäten, wie im vorliegenden Fall die AZ Medien. Mit dem millionenschweren Engagement beim neu gegründeten Nachrichten- und Unterhaltungsportal Watson verfügt der Verlag über ein Standbein in den Online-Medien, das den Bedürfnissen der mobilen Nutzung vollumfänglich gerecht wird. Gleichzeitig haben die AZ Medien jüngst viel Geld für eine neue Druckmaschine ausgeben. Neben diesen kostspieligen Projekten geniesst das Update der Zeitungswebsite offensichtlich nicht die höchste Priorität.</p>
<p>Auch nicht ganz auf der Höhe des Nutzungsverhaltens befinden sich die Websites der beiden NZZ-Regionaltitel Neue Luzerner Zeitung und St. Galler Tagblatt. Während sich das Mutterblatt mit digitalen Plattformen einigermassen erfolgreich ein zweites Standbein neben der gedruckten Zeitung aufbaut, müssen sich die Töchter noch etwas gedulden, bis auch sie in den Genuss zeitgemässer Netzlösungen kommen.</p>
<p>Wer auf seinem Mobiltelefon einen Link auf tagblatt.ch oder luzernerzeitung.ch anklickt, wird zuerst gefragt, ob man den Text nun in der Smartphone-Ansicht, der klassischen Ansicht oder nicht doch lieber auf der iOS-App lesen möchte. Was auf den ersten Blick nach einer Dienstleistung aussieht, ist das Gegenteil davon: eine unnötige Hürde und ein unerwünschter Zeitfresser. Diese Weiche sollte eigentlich nur beim ersten Besuch aufscheinen und den einmal getroffenen Entscheid des Lesers speichern. Langjährige Nutzungserfahrung zeigt aber ein anderes Bild. Die lästige Frage, wie man den gerne Text serviert haben möchte, taucht – zumindest gefühlt – jedes Mal auf.</p>
<p>Natürlich hat sich auch hier jemand etwas überlegt. Die Weiche sei eingebaut worden, um den Leser auf die App der Zeitungen aufmerksam zu machen, weiss ein Online-Redaktor; hier kommt also Marketing vor Nutzerfreundlichkeit. Doch noch in diesem Jahr soll alles besser werden und die Weiche möglicherweise verschwinden.</p>
<p>Bereits gehandelt hat die Sonntagszeitung und seine Webseite für die Nutzung mit allen Gerätetypen optimiert. Aber nicht unbedingt zum besseren. Seit April trifft auf eine sogenannte Webapp, wer sonntagszeitung.ch ansteuert. Bevor der gesuchte Artikel auftaucht, darf man einen blauen Statusbalken bei seinen Hin- und Her-Bewegungen bewundern. Das war früher nicht so. Da ging es direkt zur Sache. Ungeachtet der Verschlimmbesserung verkündet das Blatt stolz: «Erstmals kann unsere Zeitung auf allen digitalen Kanälen gelesen werden». Schön für den Verlag, wenn er eine Responsive-Lösung hingekriegt hat, weniger schön für den Leser, wenn er unnötig warten muss.</p>
<p>Die Liste könnte nahezu beliebig verlängert werden. Und selbst wenn die Darstellung auf mobilen Geräten einwandfrei funktioniert, wie etwa beim Newsnet von Tamedia, gibt es bestimmt irgendeine andere Macke, die den Online-Lesegenuss schmälert. So werden die Newsnet-URLs von der Struktur mobile2.tagesanzeiger.ch auch auf dem Desktop als mobile Websites angezeigt. Die Folge: aufgeblasene Bildern und überlange Zeilen.</p>
<p>Natürlich steckt der Teufel immer im Detail. Wo der Laie einen simplen Eingriff vermutet, der schnell Abhilfe schaffen würde, sieht der Profi den Aufwand schnell ins Unermessliche wachsen. Am Ende bleibt es ein Abwägen zwischen Aufwand und Ertrag. Und mit Letzteren hapert es bekanntlich im Zeitungsgeschäft. Solange Online ein Verlustgeschäft ist, hält sich die Bereitschaft in Grenzen, grosse Beträge zu investieren. Nur merkt der Nutzer sehr schnell, wenn etwas nicht funktioniert. Der Vergleich mit der perfekten Lösung liegt immer nur ein Daumendruck entfernt. Der Markenbindung sind selbst kleine Versäumnisse abträglich. Es ist immer einfacher, das Publikum zu vergraulen, als es langfristig an sich zu binden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/21/mobil-nur-bedingt-einsatzbereit/">Mobil nur bedingt einsatzbereit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wie ich zum «verdammten, huren Landesverräter» wurde</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/05/26/wie-ich-zum-verdammten-huren-landesverraeter-wurde/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2014 09:14:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
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		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>
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		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was man in Online-Kommentaren an Unflat zu Gesicht kriegt, ist nur die Spitze des Müllbergs. Die übelsten Absonderungen werden schliesslich herausgefiltert. Doch der besonders erregte Wutleser greift zum Telefonhörer und beschimpft den Journalisten höchstpersönlich. Ein irritierender Moment, wie unser Kolumnist kürzlich selbst erfahren musste. Kaum war ich am vergangenen Freitag im Büro, klingelte das Telefon. <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/26/wie-ich-zum-verdammten-huren-landesverraeter-wurde/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was man in Online-Kommentaren an Unflat zu Gesicht kriegt, ist nur die Spitze des Müllbergs. Die übelsten Absonderungen werden schliesslich herausgefiltert. Doch der besonders erregte Wutleser greift zum Telefonhörer und beschimpft den Journalisten höchstpersönlich. Ein irritierender Moment, wie unser Kolumnist kürzlich selbst erfahren musste.<br />
<span id="more-19819"></span><br />
Kaum war ich am vergangenen Freitag im Büro, klingelte das Telefon. Dass der Herr am anderen Ende der Leitung nicht guter Laune war, verriet schon sein Tonfall. «Jetzt muss ich Sie mal etwas fragen, Herr Fumagalli», brüllte er in den Hörer. «Haben Sie in Ihrem Leben auch schon mal gearbeitet?» Ich wusste nicht recht, ob ich lachen sollte – schliesslich hielt er ja ganz offensichtlich das Produkt meiner Arbeit in den Händen.</p>
<p>Das Produkt war in diesem Fall eine Reportage über die Al Husnis, eine achtköpfige syrische Flüchtlingsfamilie aus der Bürgerkriegshölle Homs. Sie entschlossen sich, die Heimat zu verlassen, als die Regierungstruppen dem Vater Leichenteile seiner vermeintlichen Schwester präsentierten. Über Umwege gelangten sie in die libanesische Hauptstadt Beirut und mithilfe des Roten Kreuzes schliesslich ins Bernische Schwarzenburg. Zusammen mit einer Übersetzerin habe ich sie dort besucht und <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/der-buergerkriegs-hoelle-entkommen-wir-waren-weniger-wert-als-tiere-127984181" target="_blank">ein Porträt geschrieben</a>.</p>
<p>Den älteren Herr aus Dietikon, der seine Rufnummer unterdrückte, schien es emotional ziemlich aufgewühlt zu haben. Aber nicht in der Weise, die ich erwartet hatte. «Wissen Sie, was Sie sind?», fragte er. Die Antwort lieferte er gleich selbst nach: «Ein verdammter, huren Landesverräter». Spätestens dann wusste ich, dass ich es mit einem dieser Zeitgenossen zu tun hatte, die wir unter Journis gerne als Amok betiteln. Was er mir an den Kopf warf, war so grotesk, dass ich tatsächlich etwas schmunzeln musste.</p>
<p>Doch Mister Hass hatte es nicht in erster Linie auf mich abgesehen. Die nächsten zwei Minuten fluchte er in schlicht nicht zitierbaren Worten über die Familie Al Husni, die er selbstverständlich nicht kannte und über die «Schweinerei», dass wir sie in der Schweiz «durchfüttern». Irgendwann mochte ich der Schimpftirade nicht mehr zuhören und legte auf.</p>
<p>Gibt es doch schwachsinnige Menschen, dachte ich und erzählte meinen Bürokollegen, die die Szenerie so halb miterlebt hatten, die Details des Anrufs. Ich versuchte mir den Herrn vorzustellen und irgendwie tat er mir fast ein bisschen leid. Ich tat es als Einzelfall ab &#8211; in dieser Heftigkeit ist mir dies schliesslich noch nie passiert &#8211; und liess einen Kaffee aus der Maschine.</p>
<p>Eine halbe Stunde später klingelte das Telefon erneut. Diesmal war es die Lokalredaktion aus dem Limmattal, die sich erkundigte, ob ich auch schon Anrufe von empörten Lesern erhalten habe. Bei ihnen hätten sich seit dem Morgen schon mehrere Personen gemeldet und sich in unflätiger Weise über den Artikel beklagt. Es kam mir bekannt vor.</p>
<p>Ich verstand die Welt nicht mehr. Weder hatte ich ein Plädoyer für die bedingungslose Aufnahme sämtlicher Flüchtlinge verfasst, noch die Schweizer Politik angeschwärzt &#8211; auch wenn es angesichts der katastrophalen Lage in Syrien durchaus Gründe dafür gäbe. Woher also der Hass? Klar ist Migration ein Reizthema. Aber wer sollen &#8222;echtere&#8220; Flüchtlinge sein als eine Familie aus dem zerbombten Homs, deren Haus in Schutt und Asche liegt?</p>
<p>Ich fühlte mich an meine Zeit als Redaktor bei 20 Minuten Online erinnert. Da habe ich manchen Kommentar freigeschaltet &#8211; und dabei die Illusion eines einigermassen gepflegten Umgangs zwischen den Lesern schnell verloren. Ein beträchtlicher Teil wird gar nie erst veröffentlicht. Denn was da beleidigt, geflucht und orthographisch misshandelt wird, präsentiert man dem Publikum besser nicht, will man sich nicht strafbar machen. Es gibt auch unter den freigeschalteten Kommentaren noch genügend, die die Grenzen des Anstands strapazieren.</p>
<p>Dass das Verfassen eines Online-Kommentars sowohl kinderleicht wie auch in vielen Fällen anonym erfolgt, animiert ganz offensichtlich viele User überhaupt zu einer Reaktion. Das ist ja an und für sich erfreulich und &#8211; wie es beispielsweise 20 Minuten bei vieldiskutierten Themen macht &#8211; immer wieder auch Ursprung eines Folgeartikels, der den Tenor der Leser aufnimmt. Im Idealfall nimmt die Geschichte aufgrund eines Leserhinweises gar einen ganz neuen Dreh.</p>
<p>Doch bis anhin bin ich davon ausgegangen, dass es genau die Einfachheit des Onlinekommentars ist, die eine emotionale &#8211; und oftmals grobschlächtige &#8211; Reaktion überhaupt ermöglicht. Nicht, dass der traditionelle Zeitungsleser sich nicht empören würde, aber es kostet ihn mehr Aufwand und Überwindung, das Mailprogramm zu öffnen oder gar zum Telefonhörer zu greifen, um seinen Unmut (oder auch seine Freude) zu äussern. Ein Aufwand, der auch als Filter funktioniert. In der Tendenz gilt das wohl weiterhin. Wie mir der vergangene Freitag zeigte, aber nur in der Tendenz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/26/wie-ich-zum-verdammten-huren-landesverraeter-wurde/">Wie ich zum «verdammten, huren Landesverräter» wurde</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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