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	<title>BBC | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Was hinter den Sparmassnahmen beim BBC World Service steckt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/29/was-hinter-den-sparmassnahmen-beim-bbc-world-service-steckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Oct 2022 08:40:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die BBC spart bei den internationalen Radio- und Fernsehsendern und setzt künftig stärker auf das Internet. Auch aussenpolitische Überlegungen spielen bei der Neuausrichtung eine Rolle, sagt die Schweizer Historikerin Raphaëlle Ruppen Coutaz.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/29/was-hinter-den-sparmassnahmen-beim-bbc-world-service-steckt/">Was hinter den Sparmassnahmen beim BBC World Service steckt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die BBC spart bei den internationalen Radio- und Fernsehsendern und setzt künftig stärker auf das Internet. Auch aussenpolitische Überlegungen spielen bei der Neuausrichtung eine Rolle, sagt die Schweizer Historikerin Raphaëlle Ruppen Coutaz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/29/was-hinter-den-sparmassnahmen-beim-bbc-world-service-steckt/">Was hinter den Sparmassnahmen beim BBC World Service steckt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>100 Jahre BBC: Unabhängig, objektiv, aber nicht ohne Fehler</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/10/18/100-jahre-bbc-unabhaengig-objektiv-aber-nicht-ohne-fehler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Oct 2022 07:27:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gründung der BBC vor 100 Jahren gilt als Geburtsstunde des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die BBC ist von Politik und Wirtschaft unabhängig, berichtet objektiv. Doch in den vergangenen Jahren musste sie sich auch immer wieder eigenen Fehlern stellen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/18/100-jahre-bbc-unabhaengig-objektiv-aber-nicht-ohne-fehler/">100 Jahre BBC: Unabhängig, objektiv, aber nicht ohne Fehler</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gründung der BBC vor 100 Jahren gilt als Geburtsstunde des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die BBC ist von Politik und Wirtschaft unabhängig, berichtet objektiv. Doch in den vergangenen Jahren musste sie sich auch immer wieder eigenen Fehlern stellen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/10/18/100-jahre-bbc-unabhaengig-objektiv-aber-nicht-ohne-fehler/">100 Jahre BBC: Unabhängig, objektiv, aber nicht ohne Fehler</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Eine Rede als Warnruf: Die BBC versagt als Aufklärer im Zeitalter des Populismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/08/29/eine-rede-als-warnruf-die-bbc-versagt-als-aufklaerer-im-zeitalter-des-populismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Aug 2022 20:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
		<category><![CDATA[Populismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die ehemalige Star-Moderatorin des BBC-Magazins «Newsnight» hat den Sender Anfang des Jahres verlassen. In einer aufsehenden Rede hat sie jetzt über den politischen Druck auf die BBC gesprochen &#8211; und wie diese wichtige Institution im vorauseilenden Gehorsam Zuschauer und journalistischen Auftrag verrät.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/29/eine-rede-als-warnruf-die-bbc-versagt-als-aufklaerer-im-zeitalter-des-populismus/">Eine Rede als Warnruf: Die BBC versagt als Aufklärer im Zeitalter des Populismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die ehemalige Star-Moderatorin des BBC-Magazins «Newsnight» hat den Sender Anfang des Jahres verlassen. In einer aufsehenden Rede hat sie jetzt über den politischen Druck auf die BBC gesprochen &#8211; und wie diese wichtige Institution im vorauseilenden Gehorsam Zuschauer und journalistischen Auftrag verrät.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/08/29/eine-rede-als-warnruf-die-bbc-versagt-als-aufklaerer-im-zeitalter-des-populismus/">Eine Rede als Warnruf: Die BBC versagt als Aufklärer im Zeitalter des Populismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>BBC baut ab &#8211; Britische Sendeanstalt streicht siebzig Stellen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/07/16/bbc-baut-ab-britische-sendeanstalt-legt-streicht-siebzig-stellen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jul 2022 08:51:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Stellenabbau]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die BBC hat derzeit so viele Probleme und so viel Ärger, dass man meinen könnte, bei dem Riesenladen käme es auf 70 Stellen, die demnächst wegfallen sollen, gar nicht mehr an. Aber weil es 70 Positionen in zwei Prestigeprojekten des Senders sind, nämlich bei BBC News und BBC World, schlägt die Sache trotzdem hohe Wellen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/16/bbc-baut-ab-britische-sendeanstalt-legt-streicht-siebzig-stellen/">BBC baut ab – Britische Sendeanstalt streicht siebzig Stellen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die BBC hat derzeit so viele Probleme und so viel Ärger, dass man meinen könnte, bei dem Riesenladen käme es auf 70 Stellen, die demnächst wegfallen sollen, gar nicht mehr an. Aber weil es 70 Positionen in zwei Prestigeprojekten des Senders sind, nämlich bei BBC News und BBC World, schlägt die Sache trotzdem hohe Wellen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/07/16/bbc-baut-ab-britische-sendeanstalt-legt-streicht-siebzig-stellen/">BBC baut ab – Britische Sendeanstalt streicht siebzig Stellen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>BBC streicht im Zuge von Digital-Offensive 1000 Jobs</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/31/bbc-streicht-im-zuge-von-digital-offensive-1000-jobs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2022 07:31:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
		<category><![CDATA[Sparmassnahmen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Zuge von Einsparungen und einer Stärkung ihrer digitalen Kanäle streicht die öffentlich-rechtliche britische Sendergruppe BBC tausend Stellen. Wie die BBC am Donnerstag mitteilte, wird sie in eine Sendergruppe mit einem Schwerpunkt auf digitale Angebote umgebaut.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/31/bbc-streicht-im-zuge-von-digital-offensive-1000-jobs/">BBC streicht im Zuge von Digital-Offensive 1000 Jobs</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge von Einsparungen und einer Stärkung ihrer digitalen Kanäle streicht die öffentlich-rechtliche britische Sendergruppe BBC tausend Stellen. Wie die BBC am Donnerstag mitteilte, wird sie in eine Sendergruppe mit einem Schwerpunkt auf digitale Angebote umgebaut.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/31/bbc-streicht-im-zuge-von-digital-offensive-1000-jobs/">BBC streicht im Zuge von Digital-Offensive 1000 Jobs</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Service public: Man weiss erst, was man hatte, wenn man es nicht mehr hat</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/05/05/service-public-man-weiss-erst-was-man-hatte-wenn-man-es-nicht-mehr-hat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 May 2022 19:24:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Experiment in Grossbritannien zeigt: Das Angebot der BBC lernt erst so richtig schätzen, wer darauf verzichten muss. Eine wichtige Erkenntnis auch für die Mediendebatte hierzulande. Was wäre, wenn … Ja, was wäre, wenn es kein öffentliches Radio und Fernsehen gäbe, also in der Schweiz keine SRG mehr? Diese Frage stellte sich 2018 im Zusammenhang <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/05/service-public-man-weiss-erst-was-man-hatte-wenn-man-es-nicht-mehr-hat/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Experiment in Grossbritannien zeigt: Das Angebot der BBC lernt erst so richtig schätzen, wer darauf verzichten muss. Eine wichtige Erkenntnis auch für die Mediendebatte hierzulande.</strong><br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-9-Tage-ohne-BBC-20220505a-1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-9-Tage-ohne-BBC-20220505a-1.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="aligncenter size-full wp-image-97007" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-9-Tage-ohne-BBC-20220505a-1.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-9-Tage-ohne-BBC-20220505a-1-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-9-Tage-ohne-BBC-20220505a-1-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-9-Tage-ohne-BBC-20220505a-1-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/05/MW-9-Tage-ohne-BBC-20220505a-1-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a><br />
Was wäre, wenn … Ja, was wäre, wenn es kein öffentliches Radio und Fernsehen gäbe, also in der Schweiz keine SRG mehr? Diese Frage stellte sich 2018 im Zusammenhang mit der «No Billag»-Initiative nicht nur hypothetisch, sondern ganz konkret. Die Folgen einer Schweiz ohne SRG blieben damals reine Spekulation. Während die eine Seite blühende Medienlandschaften vorhersagte ohne Gebührenmedien, sah man auf der anderen die Demokratie in Gefahr ohne öffentlich finanzierten Rundfunk. Bekanntlich ist keines der beiden Szenarien eingetroffen. Die Abschaffungsinitiative fand keine Mehrheit beim Stimmvolk. In abgeschwächter Form stellt sich die Frage demnächst wieder. Was wäre, wenn die SRG nur noch halb so viel Geld erhielte? Und wieder wird man hüben und drüben vorauszusagen versuchen, was wäre, wenn.</p>
<blockquote><p>Da 90 Prozent der britischen Bevölkerung die Angebote der BBC nutzen, können sie deren Bedeutung nur schwerlich einzuschätzen.</p></blockquote>
<p>Die Auswirkungen auf Gesellschaft, Medienlandschaft und Demokratie lassen sich nicht simulieren. Einfach mal drei Monate den Betrieb einstellen, um zu sehen, was dann allenfalls fehlt, geht natürlich nicht. Was sich hingegen bewerkstelligen lässt, ist der vorübergehende Entzug aller Angebote eines öffentlichen Rundfunkanbieters für einzelne Personen, respektive Haushalte. In Grossbritannien hat die BBC dieses Experiment <a href="https://www.bbc.co.uk/mediacentre/latestnews/2015/life-without-the-bbc" rel="noopener" target="_blank">nach 2015</a> kürzlich <a href="https://www.bbc.co.uk/mediacentre/2022/deprivation-study/" rel="noopener" target="_blank">zum zweiten Mal</a> durchführen lassen.</p>
<p>Und das ging so: 80 Haushalte durften während neun Tagen keine einzige Radio- oder TV-Sendung, keine Online-Angebote und auch keine Social-Media-Dienste der BBC nutzen. Solche Deprivationsstudien dienen dazu, den Nutzen von Produkten und Dienstleistungen aufzudecken, die Menschen gewohnheitsmässig verwenden, ohne sich über ihren Wert bewusst zu sein. Da 90 Prozent der britischen Bevölkerung die Angebote der BBC in der einen oder anderen Form nutzen und weil die BBC für die überwiegende Mehrheit schon immer da war, können sie deren Bedeutung nur schwerlich einzuschätzen. Die Studie soll hierzu Erkenntnisse liefern.</p>
<p>Der Zeitpunkt kommt natürlich nicht zufällig. Wie in vielen Ländern Europas sieht sich in Grossbritannien der öffentliche Rundfunk <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/13/wie-sich-die-bbc-in-die-ecke-draengen-laesst/">unter politischem Druck</a>. Im Fokus steht – wie auch in der Schweiz – die Finanzierung über gesetzlich verordnete Gebühren oder Abgaben.</p>
<p>Das Experiment zeigt nun, dass jene Haushalte, welche die Rundfunkgebühr abschaffen oder senken wollten, ihre Haltung revidieren. 42 der 60 gebührenkritischen Haushalte (70 Prozent) zeigten sich nach neun Tagen BBC-Entzug bereit, die volle Gebühr oder sogar mehr zu zahlen, um weiterhin BBC-Inhalte und -Dienste zu erhalten. Dieses Ergebnis deckt sich mit jenem einer identischen Studie von 2015. Man weiss also erst, was man hatte, wenn man es nicht mehr hat.</p>
<blockquote><p>Wenn die Leute eine Dienstleistung erst dann schätzen, wenn man sie ihnen entzieht, dann heisst das auch, dass etwas mit der Markenpflege nicht stimmt.</p></blockquote>
<p>Eine wichtige Rolle beim Gesinnungswandel spielte das Radioangebot der BBC. Zum einen realisierten viele Haushalte erst beim Entzug, wie intensiv sie diese Sender eigentlich nutzen. Zum anderen störte sie die Werbung in den privaten Programmen, die sie während des Experiments nutzen mussten. Ähnlich verhielt es sich mit den Online-Diensten der BBC, die im Alltag vieler Britinnen und Briten eine wichtige Rolle spielen, sei das für die Wettervorhersage oder Sportresultate.</p>
<p>Für die BBC mag das Ergebnis auf den ersten Blick erfreulich erscheinen. Aber es weist auch auf ein Problem hin, das alle öffentlichen Rundfunkanbieter betrifft, die ihr Angebot inzwischen auf den unterschiedlichsten Kanälen und Plattformen verbreiten. Wenn die Leute eine Dienstleistung erst dann schätzen, wenn man sie ihnen entzieht, dann heisst das auch, dass etwas mit der Markenpflege nicht stimmt. So lässt sich auch erklären, dass jene Haushalte mit dem geringsten Wissen über das BBC-Angebot ausserhalb des Fernsehens – einschliesslich Radio und BBC-Online – am ehesten für eine Abschaffung der Gebühr sind. Ganz generell hängt die Haltung zur Rundfunkgebühr in erster Linie davon ab, wie zufrieden die Menschen mit dem Fernsehangebot der BBC sind. In der Schweiz dürfte das kaum anders sein. Auch hier steht das Fernsehen in der öffentlichen Diskussion stellvertretend für die ganze SRG.</p>
<blockquote><p>Eine vergleichbare Studie in der Schweiz könnte wertvolle Daten für die Servie-public-Debatte liefern.</p></blockquote>
<p>Ob auch Schweizer Haushalte, welche die Medienabgabe am liebsten abschaffen würden, ihre Haltung änderten, wenn sie erst merkten, was die SRG alles bietet, fände man natürlich erst mit einer eigenen Studie heraus. Mit Blick auf die anstehende <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/01/srg-initiative-diesmal-geht-es-nicht-ohne-einen-plan-b/">Halbierungsinitiative</a> wäre das sicher keine dumme Investition – eine solche Studie könnte wertvolle Daten für die Servie-public-Debatte liefern. Und während in Grossbritannien dem Experiment der Makel der Auftragsforschung anhaftet, könnte die Forschung in der Schweiz ganz ohne SRG-Auftrag ans Werk gehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/05/service-public-man-weiss-erst-was-man-hatte-wenn-man-es-nicht-mehr-hat/">Service public: Man weiss erst, was man hatte, wenn man es nicht mehr hat</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Britische Regierung beendet Kampf gegen die BBC</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/07/britische-regierung-beendet-kampf-gegen-die-bbc/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2022 11:55:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kulturministerin Nadine Dorries umarmt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wegen seiner Ukraine-Berichterstattung. Vor Kurzem wollte sie ihm noch die Finanzierung entziehen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/07/britische-regierung-beendet-kampf-gegen-die-bbc/">Britische Regierung beendet Kampf gegen die BBC</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kulturministerin Nadine Dorries umarmt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wegen seiner Ukraine-Berichterstattung. Vor Kurzem wollte sie ihm noch die Finanzierung entziehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/07/britische-regierung-beendet-kampf-gegen-die-bbc/">Britische Regierung beendet Kampf gegen die BBC</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>BBC, CNN und Bloomberg stellen Arbeit in Russland ein</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/05/bbc-cnn-und-bloomberg-stellen-arbeit-in-russland-ein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Mar 2022 08:38:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[CNN]]></category>
		<category><![CDATA[Bloomberg]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach dem Erlass eines neuen Mediengesetzes in Russlands stellen mehrere internationale Sender und Agenturen ihre Arbeit in dem Land ganz oder teilweise ein.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/05/bbc-cnn-und-bloomberg-stellen-arbeit-in-russland-ein/">BBC, CNN und Bloomberg stellen Arbeit in Russland ein</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Erlass eines neuen Mediengesetzes in Russlands stellen mehrere internationale Sender und Agenturen ihre Arbeit in dem Land ganz oder teilweise ein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/05/bbc-cnn-und-bloomberg-stellen-arbeit-in-russland-ein/">BBC, CNN und Bloomberg stellen Arbeit in Russland ein</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Öffentlich-rechtliche Medien stehen unter Druck – weltweit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/21/oeffentlich-rechtliche-medien-stehen-unter-druck-weltweit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Feb 2022 15:04:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dem Flaggschiff BBC droht der Kahlschlag – doch nicht nur ihr: Überall steht der mediale Service Public unter Druck.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/21/oeffentlich-rechtliche-medien-stehen-unter-druck-weltweit/">Öffentlich-rechtliche Medien stehen unter Druck – weltweit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dem Flaggschiff BBC droht der Kahlschlag – doch nicht nur ihr: Überall steht der mediale Service Public unter Druck.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/21/oeffentlich-rechtliche-medien-stehen-unter-druck-weltweit/">Öffentlich-rechtliche Medien stehen unter Druck – weltweit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Studie: Starker Service public heisst gesunde Demokratie</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/02/03/studie-starker-service-public-heisst-gesunde-demokratie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian Lobe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2022 19:45:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hat ein Land einen starken öffentlichen Rundfunk, steht es gut um die Demokratie. Diesen Zusammenhang belegt eine aktuelle Studie. Umgekehrt gilt: Wer die Gebührenfinanzierung abschaffen will, sägt an den Grundfesten der Demokratie. Der BBC droht gröberes Ungemach. Die britische Regierung hat angekündigt, die Rundfunkgebühr 2027 auslaufen zu lassen. Von den 13,13 Pfund (gut 16 Schweizer <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/03/studie-starker-service-public-heisst-gesunde-demokratie/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/03/studie-starker-service-public-heisst-gesunde-demokratie/">Studie: Starker Service public heisst gesunde Demokratie</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hat ein Land einen starken öffentlichen Rundfunk, steht es gut um die Demokratie. Diesen Zusammenhang belegt eine aktuelle Studie. Umgekehrt gilt: Wer die Gebührenfinanzierung abschaffen will, sägt an den Grundfesten der Demokratie.</strong></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-starker-Service-public-gesunde-Demokratie-20220203b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="Bild: mark phillips / Alamy Stock Foto" data-rl_caption="" title="Bild: mark phillips / Alamy Stock Foto"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-94556 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-starker-Service-public-gesunde-Demokratie-20220203b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-starker-Service-public-gesunde-Demokratie-20220203b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-starker-Service-public-gesunde-Demokratie-20220203b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-starker-Service-public-gesunde-Demokratie-20220203b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-starker-Service-public-gesunde-Demokratie-20220203b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/02/MW-starker-Service-public-gesunde-Demokratie-20220203b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<p>Der BBC droht gröberes Ungemach. Die britische Regierung hat angekündigt, die Rundfunkgebühr 2027 <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/boris-johnson-will-gebuehren-streichen-98e5cf22-257a-4ad8-93a6-8ad2c7a8e6dd-ff22556f-100.html" target="_blank" rel="noopener">auslaufen zu lassen</a>. Von den 13,13 Pfund (gut 16 Schweizer Franken), die die britischen Haushalte im Monat an Gebühren zahlen, fliessen 6,42 Pfund in den TV-Bereich, 2,29 Pfund ans Radio. Der Rest wird unter anderem für Online-Aktivitäten und Lizenzgebühren eingesetzt. Wie der Sendeapparat mit einem Budget von zuletzt knapp vier Milliarden Pfund und gut 20’000 Mitarbeitenden ohne Gebühren überleben soll, ist noch völlig unklar.</p>
<blockquote><p>Die Abschaffung der BBC in ihrer bestehenden Form würde nicht nur die britische Medienlandschaft verändern, sondern hätte politisch und gesellschaftlich weitreichende Folgen.</p></blockquote>
<p>Die BBC, die bereits einige Sparrunden hinter sich hat, war in den vergangenen Jahren ins Kreuzfeuer der Kritik geraten: Rechte Boulevard-Medien und Politiker warfen dem Sender ein linkslastiges Programm und parteipolitisch motivierte Ideologisierung vor; die Brexit-nahe Organisation <a href="https://www.defundbbc.uk/" target="_blank" rel="noopener">«Defund the BBC»</a> trommelte zusammen mit dem Steuerzahlerbund Taxpayers Association gegen die Gebührenfinanzierung. Die konservative Kulturministerin <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nadine_Dorries" target="_blank" rel="noopener">Nadine Dorries</a>, die in der BBC eine staatliche alimentierte Aussenstelle von Labour wittert, jubilierte <a href="https://twitter.com/nadinedorries/status/1482622722228240387" target="_blank" rel="noopener">auf Twitter</a> nach dem Entscheid: «Die Zeiten, in denen alte Menschen mit Gefängnisstrafen bedroht werden und Gerichtsvollzieher vor der Türe stehen, sind vorüber.»<br />
</p>
<p>Die Abschaffung der BBC in ihrer bestehenden Form würde nicht nur die britische Medienlandschaft verändern, sondern hätte politisch und gesellschaftlich weitreichende Folgen. Das zeigt eine aktuelle Studie der US-Medienwissenschaftler <a href="https://victorpickard.com/" target="_blank" rel="noopener">Victor Pickard</a> und <a href="https://cyber.harvard.edu/people/timothy-neff" target="_blank" rel="noopener">Timothy Neff</a>. Sie haben den Zusammenhang zwischen öffentlichen Medien wie der BBC und dem Zustand der Demokratie untersucht (<a href="https://www.academia.edu/68443455/Funding_Democracy_Public_Media_and_Democratic_Health_in_33_Countries" target="_blank" rel="noopener">«Funding Democracy: Public Media and Democratic Health in 33 Countries»</a>).<br />
Es gibt einen robusten Zusammenhang zwischen öffentlicher Medienfinanzierung und dem Demokratisierung eines Landes.<br />
Die Forscher sammelten zunächst Daten zu der Finanzausstattung öffentlich-rechtlicher Sender und dem Pro-Kopf-Kosten in 33 Ländern auf verschiedenen Kontinenten. Während in Grossbritannien die Öffentlich-Rechtlichen mit durchschnittlich 129 Dollar pro Kopf finanziert werden (der licence fee), sind es in den USA nur 3,16 Dollar, die dort an <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/National_Public_Radio" target="_blank" rel="noopener">Radio NPR</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Public_Broadcasting_Service" target="_blank" rel="noopener">Fernsehen PBS</a> fliessen. Diese Pro-Kopf-Ausgaben für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk setzten die Wissenschaftler in ein Verhältnis mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex" target="_blank" rel="noopener">Demokratie-Index EIU</a> des <a href="https://www.eiu.com/n/campaigns/democracy-index-2020/" target="_blank" rel="noopener">«Economist»</a>, einem Mass, das anhand verschiedener Kriterien wie faire und freie Wahlen oder Grundfreiheiten die Demokratisierung eines Landes angibt.</p>
<p>Ergebnis: Es gibt einen robusten Zusammenhang zwischen öffentlicher Medienfinanzierung und der Demokratisierungsgrad eines Landes, der sogar noch stärker ist als jener zwischen dem Bruttoinlandsprodukt und der Demokratie. Skandinavische Länder wie Dänemark, Norwegen und Schweden bewegen sich auf einer Linie mit Deutschland und Grossbritannien. Ausreisser sind unter anderem Indien, Chile und die USA, die seit der Wahl von Donald Trump 2016 in dem Index als «fehlerhafte Demokratie» eingestuft werden.</p>
<blockquote><p>Allein die Existenz eines öffentlichen Mediensystems ist noch kein Garant für eine funktionierende Demokratie.</p></blockquote>
<p>Neben den grossen Kabel-TV-Netzwerken wie «Fox News», CNN und CNBC und den reichweitenstarken privaten Talk-Radios spielen die öffentlich-rechtlichen Anbieter in den USA allenfalls die zweite Geige. Der Sender National Public Radio (NPR) finanziert sich grösstenteils aus Spenden und Beiträgen lokaler Radiostationen, nur ein geringer Anteil (30 Millionen Dollar) kommt aus Steuermitteln. Dabei geniesst der öffentlich-rechtliche Rundfunk in den USA hohes Ansehen – laut einer Umfrage ist der «Public Broadcasting Service» PBS die Institution <a href="https://www.pbs.org/about/about-pbs/blogs/news/pbs-and-member-stations-voted-most-trusted-institution-for-18-consecutive-years/" target="_blank" rel="noopener">mit dem grössten Vertrauen der Bürger</a>. Das will schon etwas heissen in einem Land, das manche Beobachter auf einen Bürgerkrieg zusteuern sehen.</p>
<p>Der Befund bestätigt einschlägige empirische Analysen. Danach bauen öffentlich-rechtliche Medien Wissensbarrieren und Vorurteile ab, weil ihr Programm erstens mehr Minderheiten anspricht und zweitens weniger sensationslüstern ist. Studien belegen, dass negative Ansichten über Migranten besonderes in Milieus ausgeprägt sind, in denen viel Privatfernsehen konsumiert wird. Insofern beugt bereits die schiere Präsenz öffentlich-rechtlicher Medien Populismen und Ausländerhass vor.</p>
<blockquote><p>Die Studienergebnisse nehmen auch jenen Kritikern den Wind aus den Segeln, die meinen, sie müssten die «Zwangsgebühren» nicht bezahlen, weil sie die Inhalte ohnehin nicht nutzen.</p></blockquote>
<p>Doch allein die Existenz eines öffentlichen Mediensystems ist noch kein Garant für eine funktionierende Demokratie. Es kommt stark auf die institutionelle Ausgestaltung an. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, fügten die Forscher fünf regulatorische Variablen (Rundfunkgebühr, mehrjährige Finanzierungsgarantie, unabhängige Institution, separate Aufsicht sowie pluralistische Zusammensetzung der Gremien) ein und setzten diese mit den Variablen des Demokratie-Index in Beziehung. Ergebnis: Der Demokratie-Index hat einen hohen Einfluss auf die institutionelle Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Weitaus überraschender: der enge Zusammenhang zwischen dem Funktionieren der Regierung und der Rundfunkgebühr.</p>
<p>«Unsere Forschung zeigt, dass Länder, die im EIU-Demokratieindex weit oben rangieren, solide finanzierte öffentliche Medien haben», resümieren Pickard und Neff in ihrer Analyse. Finanziell gut ausgestattete und institutionell stark abgesicherte öffentlich-rechtliche Medien könnten das «öffentliche Engagement mit politischen Prozessen vergrössern». Mit anderen Worten: Medienförderung ist die beste Demokratieförderung. Ein interessanter Befund, auch im Hinblick auf die anstehende Volksabstimmung zum Medienpaket in der Schweiz.</p>
<p>Die Studienergebnisse nehmen auch jenen Kritikern den Wind aus den Segeln, die meinen, sie müssten die «Zwangsgebühren» nicht bezahlen, weil sie die Inhalte ohnehin nicht nutzen. Pickard und Neff arbeiten in ihrer Untersuchung heraus, dass es weder um den individuellen Nutzen noch um die Nutzung an sich geht, sondern um den Nutzen für Demokratie und Gesellschaft insgesamt. Die Bezeichnung «Demokratieabgabe» trifft es daher gut, weil die gemeinschaftliche Finanzierung verlässlicher Informationen das «Rohmaterial» liefert für einen deliberativen Diskurs in einem demokratischen System.</p>

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<p>Mit Blick auf Grossbritannien steht zu befürchten, dass durch eine allfällige Abschaffung bei der BBC nicht nur Nachrichtenwüsten und kulturelle Brachen, sondern auch Flurschäden in der demokratischen Landschaft entstehen. Wenn für den Reporter in Schottland oder Nordirland kein Geld mehr da ist, schwindet nicht nur die lokale Öffentlichkeit – es fehlt dann auch ein Korrektiv für politische Entscheidungsprozesse vor Ort. Laut einer <a href="https://pressgazette.co.uk/uk-local-newspaper-closures-at-least-265-local-newspaper-titles-gone-since-2005-but-pace-of-decline-has-slowed/" target="_blank" rel="noopener">Analyse der «Press Gazette»</a> mussten im Vereinigten Königreich 265 Lokalzeitungen seit 2005 den Betrieb einstellen. Das Siechtum der Presse bedroht die Demokratie. Gerade deshalb ist ein breit und stabil aufgestellter öffentlich-rechtlicher Rundfunk wichtig.</p>
<blockquote><p>Wieso legt man an eine solche Institution die Axt an? Weil die Inhalte politisch nicht opportun sind?</p></blockquote>
<p>Die Abschaffung der Rundfunkgebühr, wie sie die Regierung von Boris Johnson anstrebt, wird nicht das Ende der BBC bedeuten und auch nicht das Ende der Demokratie. Es gibt andere Einnahmequellen, etwa eine Steuerfinanzierung. Das birgt aber das Risiko einer Politisierung, wenn das Parlament regelmässig über die Höhe der Rundfunkfinanzierung befinden kann. Die Strategen der BBC werden sich über kurz oder lang mit anderen Erlösquellen auseinandersetzen müssen, etwa einem Abomodell oder einer stärkeren Werbefinanzierung.</p>
<p>Aus der Ferne staunt man über den Furor auf der Insel, die Wollust, mit der die Konservativen auf die BBC eindreschen. Der Journalismus der BBC gehört mit zum Besten, was es auf der Welt gibt, die BBC war Vorbild für die Gründung von ARD und ZDF. Und er kostet, pro Kopf gerechnet, bedeutend weniger als etwa die SRG. Wieso legt man an eine solche Institution die Axt an? Weil die Inhalte politisch nicht opportun sind? Weil die Öffentlich-Rechtlichen genau das nicht machen, was man ihnen auf Corona-Demos vorwirft, nämlich staatliche Propaganda?</p>
<blockquote><p>Eine offene Streit- und Debattenkultur, derer sich die Briten zu Recht rühmen, kann die BBC allein nicht schaffen; eine geschwächte BBC kann es aber umso weniger.</p></blockquote>
<p>Die BBC war in der Brexit-Diskussion eine Brandmauer gegen die Lügen, mit denen die Leave-Kampagne um ihre Anführer Nigel Farage und Boris Johnson ihr Land aus der EU führte – und ist mit ein Grund, warum auf der Insel noch keine Zustände wie in den USA herrschen.</p>
<p>Denkt man die Studie von Pickard und Neff weiter, dann ist die Abschaffung der Rundfunkgebühr auch ein Zeichen für eine Schwächung der Demokratie. Ein stabiler öffentlich-rechtlicher Rundfunk hängt ja nicht nur von institutionellen Garantien wie der Gebührenfinanzierung oder der Unabhängigkeit seiner Gremien ab, sondern auch von einer demokratischen Kultur, in der Medien nicht ständig unter Beschuss der Regierung geraten. Eine offene Streit- und Debattenkultur, derer sich die Briten zu Recht rühmen, kann die BBC allein nicht schaffen; eine geschwächte BBC kann es aber umso weniger. Wer den gebührenfinanzierten Rundfunk abschaffen will, sägt letztlich auch am Fundament der Demokratie.</p>
<p><em>Bild:</em> mark phillips / Alamy Stock Foto</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/02/03/studie-starker-service-public-heisst-gesunde-demokratie/">Studie: Starker Service public heisst gesunde Demokratie</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Will Boris Johnson die BBC kaputtsparen?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/18/will-boris-johnson-die-bbc-kaputtsparen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jan 2022 08:18:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Boris Johnson]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die BBC bangt um ihre Zukunft. Denn die Regierung Johnson hat angekündigt, die Gebührenfinanzierung für den öffentlich-rechtlichen Sender für zwei Jahre einzufrieren und längerfristig sogar abzuschaffen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die BBC bangt um ihre Zukunft. Denn die Regierung Johnson hat angekündigt, die Gebührenfinanzierung für den öffentlich-rechtlichen Sender für zwei Jahre einzufrieren und längerfristig sogar abzuschaffen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/18/will-boris-johnson-die-bbc-kaputtsparen/">Will Boris Johnson die BBC kaputtsparen?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Die allzu häufigen Skandale der BBC</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/05/27/die-allzu-haeufigen-skandale-der-bbc/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 May 2021 18:33:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie ein Schleim legen sich Skandale über die jüngere Geschichte der BBC. Ein gefundenes Fressen für deren Gegner.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie ein Schleim legen sich Skandale über die jüngere Geschichte der BBC. Ein gefundenes Fressen für deren Gegner.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/27/die-allzu-haeufigen-skandale-der-bbc/">Die allzu häufigen Skandale der BBC</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Diana-Interview in der BBC: Kulturminister kündigt Konsequenzen an</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/05/21/diana-interview-in-der-bbc-kulturminister-kuendigt-konsequenzen-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 May 2021 16:32:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem ein Untersuchungsbericht zweifelhafte Vorgänge rund um das berühmte BBC-Interview mit Diana vor 26 Jahren offenlegt, äußert sich ihr Sohn William in seltener Deutlichkeit &#8211; und der Kulturminister kündigt Konsequenzen an.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/21/diana-interview-in-der-bbc-kulturminister-kuendigt-konsequenzen-an/">Diana-Interview in der BBC: Kulturminister kündigt Konsequenzen an</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ein Untersuchungsbericht zweifelhafte Vorgänge rund um das berühmte BBC-Interview mit Diana vor 26 Jahren offenlegt, äußert sich ihr Sohn William in seltener Deutlichkeit &#8211; und der Kulturminister kündigt Konsequenzen an.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/21/diana-interview-in-der-bbc-kulturminister-kuendigt-konsequenzen-an/">Diana-Interview in der BBC: Kulturminister kündigt Konsequenzen an</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie sich die BBC in die Ecke drängen lässt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/13/wie-sich-die-bbc-in-die-ecke-draengen-laesst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Stäuber]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2021 05:43:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=87600</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Covid-Pandemie zeigte es einmal mehr: Die BBC geniesst weiterhin eine grosse Glaubwürdigkeit beim breiten Publikum in Grossbritannien. Trotzdem steht die Medieninstitution im Königreich unter starkem Beschuss – von rechts, von der Regierung und von der Konkurrenz. Mit dem Druck kann die BBC nicht wirklich umgehen. Solche Kontroversen will die BBC eigentlich um alles in <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/13/wie-sich-die-bbc-in-die-ecke-draengen-laesst/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/13/wie-sich-die-bbc-in-die-ecke-draengen-laesst/">Wie sich die BBC in die Ecke drängen lässt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Covid-Pandemie zeigte es einmal mehr: Die BBC geniesst weiterhin eine grosse Glaubwürdigkeit beim breiten Publikum in Grossbritannien. Trotzdem steht die Medieninstitution im Königreich unter starkem Beschuss – von rechts, von der Regierung und von der Konkurrenz. Mit dem Druck kann die BBC nicht wirklich umgehen.</strong><br />
<img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-BBC-20210413a.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-87601" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-BBC-20210413a.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-BBC-20210413a-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-BBC-20210413a-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-BBC-20210413a-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-BBC-20210413a-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Solche Kontroversen will die BBC eigentlich um alles in der Welt vermeiden. Als Robert Jenrick, britischer Minister für Wohnungsbau, vor einigen Wochen in der Frühstückssendung BBC Breakfast per Videolink interviewt wurde, machte sich der Moderator lustig über den grossen und prominent platzierten Union Jack im Hintergrund des Ministers. «Ich finde, Ihre Flagge entspricht nicht den Grössenanforderungen für Interviews mit Regierungsvertretern», sagte er. «Sie ist einfach ein bisschen klein.» Mitmoderatorin Naga Munchetty versuchte gar nicht, sich das Lachen zu verkneifen. Kurz danach machte sie das Ganze noch schlimmer, als sie ein Tweet, der über «Flaggen-Ficker» spottete, mit einem «Like» versah. Die Empörung der konservativen Kommentatoren war genauso unausweichlich wie die darauffolgende Entschuldigung von Munchetty. «Die BBC vergisst zuweilen, wofür das erste ‹B› steht», schrieb etwa Andrew Neil, einer der prominentesten konservativen Journalisten, der bis vor kurzem selbst ein BBC-Fernsehprogramm moderierte. Munchetty musste Abbitte leisten, sie entfernte das «Like» und sagte, dass der «beleidigende» Tweet «weder meine Ansichten noch jene der BBC wiedergibt».<br />
</p>
<p>Episoden dieser Art werden von den Feinden des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit Gusto ausgeschlachtet. Jeder Vorfall scheint ihre Behauptung zu bestätigen: Die BBC sei unpatriotisch, linksliberal, auf London fokussiert, pro-europäisch und deshalb unfähig, die Mehrheitsmeinung der Britinnen und Briten wiederzugeben – «abgehobene Champagner-Sozialisten», wie es das Revolverblatt <a href="https://www.thesun.co.uk/news/12677291/bbcs-rich-list-salary-pay-zoe-ball/" rel="noopener" target="_blank">«The Sun»</a> formuliert.</p>
<p>In den vergangenen Jahren haben diese Angriffe einen neuen Höhepunkt erreicht: Noch nie stand die BBC so stark unter Beschuss von rechts wie heute.</p>
<blockquote><p>Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein zentraler Schauplatz des Kulturkampfs, der in Grossbritannien seit dem Brexit-Votum verstärkt ausgefochten wird.</p></blockquote>
<p>Dabei geht es um einen Streit zwischen Vertretern traditioneller Werte – Familie, Nation, Armee – und jenen, die für die Rechte sexueller Minderheiten einstehen, die gegen Rassismus auf die Strasse gehen oder einen ungeschönten Umgang mit der imperialen Vergangenheit Grossbritanniens fordern. Laut ihren Kritikern zählt die BBC zu dieser Seite. </p>
<p>Allerdings basiert die Kampagne gegen die BBC weitgehend auf dubiosen Behauptungen. In ihrem Buch <a href="https://www.penguin.co.uk/books/311/311439/the-war-against-the-bbc/9780141989402.html" rel="noopener" target="_blank">«The War Against the BBC»</a> (November 2020), zitieren <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Patrick_Barwise" rel="noopener" target="_blank">Patrick Barwise</a> und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Peter_York" rel="noopener" target="_blank">Peter York</a> unzählige Studien und Statistiken, die ein anderes Bild zeichnen:</p>
<blockquote><p>«Die Briten halten die BBC bei Weitem für die vertrauenswürdigste Medienorganisation», sagt Barwise, emeritierter Professor für Management und Marketing an der London Business School, gegenüber der MEDIENWOCHE.</p></blockquote>
<p>Dass die BBC eine linke Schlagseite hat, stimmt schlichtweg nicht: Die Angestellten mögen in gesellschaftlichen Fragen eher dem linksliberalen Spektrum angehören, aber gemäss einer <a href="https://theconversation.com/hard-evidence-how-biased-is-the-bbc-17028" rel="noopener" target="_blank">Studie der Universität Cardiff</a> aus dem Jahr 2013 tendieren die BBC-Nachrichten dazu, «eine konservative, EU-skeptische und unternehmensfreundliche Weltsicht darzulegen, nicht eine linke, unternehmensfeindliche». Daran habe sich seither nichts geändert, sagt Barwise. Der neue Vorsitzende der BBC, Richard Sharp, ist ein Geldgeber der Tory-Partei, und der Generaldirektor Tim Davie, der sein Amt im September antrat, war früher ein Tory-Gemeinderat. </p>
<p>Dennoch dürfte der Druck von den rechten Medien bald noch einmal zunehmen: Mit <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/GB_News" rel="noopener" target="_blank">«GB News»</a> wird in den kommenden Monaten ein neuer Fernsehkanal auf Sendung gehen, der laut Kritikern eine Art «Fox News» für Grossbritannien werden soll. Das letzte Mal, als ein neuer Nachrichtensender von dieser Grösse lanciert wurde, war das der Start von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sky_News" rel="noopener" target="_blank">«Sky News»</a> vor über dreissig Jahren. Vorsitzender von «GB News» ist der bereits erwähnte Andrew Neil, ehemaliger BBC-Moderater und konservativer Journalist. Zudem sind mehrere erfahrene und bekannte Moderatoren und Nachrichtensprecher von anderen Organisationen rekrutiert worden, darunter auch von der BBC. </p>
<blockquote><p>Zielgruppe von «GB News» sei «die riesige Zahl von Briten, die das Gefühl haben, von ihren Medien nicht gehört zu werden», sagte Andrew Neil.</p></blockquote>
<p>Was das konkret bedeutet, darüber sind sich Medienexperten einig: «Es ist offensichtlich, dass die Absicht hinter ‹GB News› eine Verschiebung der Fernsehnachrichten nach rechts ist», sagt Patrick Barwise. Er verweist auf die Personalien hinter GB News, unter denen sich viele bekannte Feinde der BBC finden. Einer der Mitgründer ist Andrew Cole, der die BBC als «die parteiischste Propagandamaschine der Welt» <a href="https://www.wired.co.uk/article/british-fox-news" rel="noopener" target="_blank">bezeichnet hat</a>. «Allein die Tatsache, dass er einer der Figuren hinter dem Projekt ist, ist ein Hinweis darauf, dass der Zweck ein politischer ist», sagt Barwise. Zu den Geldgebern zählt die <a href="https://www.pressgazette.co.uk/what-is-gb-news-everything-you-need-to-know/" rel="noopener" target="_blank">Investment-Gruppe Legatum</a>, die das konservative Legatum Institute in London finanziert, sowie Hedgefonds-Manager Paul Marshall, der die Brexit-Kampagne finanziell unterstützt hat.</p>
<p>Die verbreitete Angst, dass «GB News» zu einer «Foxifizierung» des britischen Fernsehens führen wird, hält Barwise jedoch weitgehend für unbegründet. Denn anders als in den USA müssen Rundfunk-Nachrichten in Grossbritannien unparteiisch sein – sowohl öffentlich-rechtliche wie auch private. Die Regulierungsbehörde Ofcom überprüft, ob sich die Sender an diese Vorgabe halten; tun sie es nicht, werden sie gebüsst und können im Extremfall ihre Lizenz verlieren. «Dass es in Grossbritannien bislang keinen hyper-parteiischen Sender wie ‹Fox News› gibt, ist zu einem guten Teil diesen Regulierungsvorschriften geschuldet», sagt Barwise. «Langjährige Journalisten wie Neil wissen, was im britischen Fernsehen möglich ist und was nicht.» Die <a href="https://www.ofcom.org.uk/tv-radio-and-on-demand/broadcast-codes/broadcast-code/section-five-due-impartiality-accuracy" rel="noopener" target="_blank">Ofcom-Regeln</a> schreiben beispielsweise vor, dass Moderatoren in Debattensendungen zwar ihre eigene Meinung einbringen dürfen, dass aber «alternative Ansichten entweder in der Sendung oder in einer Reihe von Sendungen insgesamt repräsentiert werden müssen.» Zudem dürfen Moderatoren «den Vorteil ihrer regelmässigen Auftritte nicht nutzen, um ihre Meinung auf eine Art zu verbreiten, die der Pflicht zur Unparteilichkeit zuwiderläuft.» Barwise geht davon aus, dass «GB News» auf die Probe stellen wird, wie weit diese Regeln gedehnt werden können. </p>
<p>Gefährlicher für die Zukunft der BBC ist die Tatsache, dass die Tory-Regierung selbst immer wieder Attacken fährt:</p>
<blockquote><p>«Noch nie hatten wir einen Premierminister, der gegenüber der BBC so feindselig eingestellt ist wie Boris Johnson», sagt Barwise.</p></blockquote>
<p>Nach ihrem Erdrutschsieg im Dezember 2019 begannen die Tories, Radio-Programme der BBC wegen angeblich linker Voreingenommenheit <a href="https://www.theguardian.com/media/2019/dec/15/boris-johnson-threatens-bbc-with-two-pronged-attack" rel="noopener" target="_blank">zu boykottieren</a>. Auch kündigten sie an, das Finanzierungsmodell des Senders zu überprüfen.</p>
<p>Diese Angriffe folgen teilweise dem Rezept von Dominic Cummings, der bis November Johnsons Chefberater war. Bereits 2004 umriss er in einigen Blogposts eine <a href="https://www.theguardian.com/politics/2020/jan/21/mortal-enemy-what-cummings-thinktank-said-about-bbc" rel="noopener" target="_blank">Medienstrategie für die Konservativen</a>. Sie müssten alles daran setzen, dem «Todfeind» BBC die Glaubwürdigkeit zu nehmen, schrieb er, etwa indem sie die BBC-Berichterstattung «Minute um Minute auseinandernehmen». Cummings habe «nicht einmal so getan, als lägen diese Vorschläge im öffentlichen Interesse – es ging allein um den parteipolitischen Vorteil», sagt Barwise. Selbst bei manchen Tories löste die Offensive gegen den Sender nach dem Wahlsieg von 2019 Bedenken aus: Der konservative Abgeordnete Huw Merriman <a href="https://www.independent.co.uk/news/uk/politics/dominic-cummings-bbc-conservatives-criticism-huw-merriman-a9348426.html" rel="noopener" target="_blank">verurteilte den «ideologischen Grabenkampf»</a> gegen die BBC und die «brutalen Methoden» der Regierung.</p>
<p>Zu diesen Methoden gehört auch die Drohung, den Geldhahn stärker zuzudrehen. «Das ist der wirkliche Killer», sagt Barwise. Im vergangenen Jahrzehnt ist das Budget bereits drastisch geschrumpft: Inflationsbereinigt muss die BBC heute <a href="https://www.vlv.org.uk/news/vlv-research-shows-a-30-decline-in-bbc-public-funding-since-2010/" rel="noopener" target="_blank">mit 30 Prozent weniger Geld auskommen</a> als 2010. Das liegt etwa daran, dass die Regierung die Höhe der Rundfunkgebühr – rund 200 Franken pro Jahr und Haushalt – mehrere Jahre lang beibehielt, anstatt sie gemäss Inflation heraufzusetzen. Auch muss die BBC den World Service, der früher vom Aussenministerium finanziert wurde, seit 2014 selbst bezahlen.</p>
<p>In den kommenden Jahren könnte der Kostendruck weiter zunehmen. Die Regierung verhandelt derzeit mit der BBC über die Höhe der Rundfunkgebühr von 2022 bis 2027. Kultusminister Oliver Dowden sagte zum Auftakt der Verhandlungen im November, er wolle dafür sorgen, dass die BBC «das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für die Gebührenzahler biete». Zudem spielt die Regierung mit der Idee, die Nicht-Bezahlung der Rundfunkgebühr nicht mehr als Straftat einzustufen. Das hätte unweigerlich zur Konsequenz, dass sich ein grösserer Teil der Briten das Geld für die Gebühr lieber sparen – was den Ertrag der BBC um <a href="https://blogs.lse.ac.uk/medialse/2020/10/05/decriminalising-tv-licence-fee-evasion-will-cut-bbc-funding-without-helping-the-poorest/" rel="noopener" target="_blank">geschätzte 300 Millionen Pfund</a> pro Jahr schmälern würde, fast 10 Prozent des Ertrags aus der Rundfunkgebühr. Nach einer öffentlichen Konsultation liess das Kultur- und Medienministerium im März verlauten, dass es zwar derzeit von einer Entkriminalisierung absehe, den Plan aber weiterhin in Betracht ziehe.</p>
<p>Die Sparkur fällt in eine Zeit, in der die Kosten für die Produktion bestimmter Inhalte stark ansteigen. «Insbesondere anspruchsvolles Fernsehdrama, qualitätsvolles Drama, das einen globalen Markt hat, ist teurer geworden», sagt Barwise. Das liegt vor allem an der Konkurrenz von grossen US-amerikanischen Streaming-Plattformen wie Netflix oder Amazon.<br />
«Netflix finanziert sich Jahr um Jahr mit Schulden. Die BBC kann so etwas schlichtweg nicht.» Dazu komme, dass auch die Vertriebskosten für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk laufend zunehmen:</p>
<blockquote><p>«Die BBC muss noch immer das traditionelle Fernsehen finanzieren – und gleichzeitig in den Online-Vertrieb investieren. Die BBC muss immer mehr leisten, und gleichzeitig hat sie immer weniger Geld dafür.»</p></blockquote>
<p>Dennoch hört man immer wieder, dass <a href="https://www.dailystar.co.uk/news/bbc-waste-350k-unused-taxis-23047894" rel="noopener" target="_blank">die BBC verschwenderisch umgehe</a> mit dem Geld der Steuerzahler – auch dieser Vorwurf zählt zum festen Inventar der BBC-Kritik. Und erneut fehlt ihm weitgehend die Grundlage: «Erstens verschwenden alle kreativen Organisationen einen Teil ihres Geldes – das liegt in der Natur der Innovation», sagt Barwise. «Aber wenn man sich genau anschaut, wie viel Geld in BBC-Programme fliesst – Programme von hoher Qualität und mit grosser inhaltlicher Breite ­–, dann ist die BBC höchst effizient.» Laut seiner Analyse gehen konservativ geschätzt über 80 Prozent der Einnahmen in Inhalte – weit mehr, als Kritiker behaupten.</p>
<p>Das Paradoxon besteht jedoch darin: Obwohl die BBC nach wie vor das grosse Vertrauen der Bevölkerung geniesst, und obwohl die Anfeindungen von rechts mehr ideologisch motiviert sind als auf Fakten beruhen und die Hörerinnen und Zuschauer weitgehend unbeeindruckt sind, lässt sich die BBC einschüchtern. Aus Angst vor Sparmassnahmen gibt sie sich alle Mühe, der Regierung keine Probleme zu bereiten. «Die BBC war diesbezüglich schon immer vorsichtig, und die endlosen Angriffe haben sie noch vorsichtiger gemacht», sagt Barwise.</p>
<p>So hat Generaldirektor Tim Davie versichert, künftig mehr Wert auf «die Verpflichtung zur Unparteilichkeit» zu legen – ein implizites Eingeständnis, dass die BBC bislang parteiisch war. Der Generaldirektor hat die BBC-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter kurz nach seinem Amtsantritt angewiesen, ihre persönlichen Ansichten nicht mehr in den sozialen Medien zu verbreiten. Auch wurde die beliebte Comedy-Sendung «The Mash Report», die immer wieder scharf gegen die Regierung geschossen hat, kürzlich gestrichen – sehr zur Freude der konservativen Boulevardzeitung «Sun», die die Sendung als «moralisierend, selbstgerecht und links» beschrieben hat. Als Davie im März ankündigte, die Produktion von manchen BBC-Programmen von London in andere Regionen zu verlagern, wollte er offensichtlich dem Vorwurf entgegenwirken, die BBC sei zu London-zentrisch – «dabei wird bereits heute rund die Hälfte der Fernsehsendungen ausserhalb der Hauptstadt produziert», sagt Barwise.</p>
<p>Die Zurückhaltung war auch während der Corona-Pandemie zu spüren. «Die Berichterstattung war umfassend, aber selten kritisch», schrieb der <a href="https://www.newstatesman.com/politics/media/2021/02/bbc-and-battle-truth" rel="noopener" target="_blank">«New Statesman»</a> im Februar. Die BBC-Website habe ein «exzellentes Level an extrem elementaren Analyse geboten»; doch selten wurden die Fakten analysiert oder in einen breiten Zusammenhang gestellt. Mit einer Einschätzung, wie wirksam die Krisenbewältigung der Regierung war, hielt sich die BBC zurück – dabei hätten deren Reporter durchaus die Fähigkeit zu kritischer Analyse, wie ihre Kommentare auf Twitter zeigen.</p>
<p>Wenn Fürsprecher der BBC wie Barwise eine Kritik haben, dann ist es diese: «Die BBC ist viel zu zurückhaltend, wenn es darum geht, sich selbst gegen die Vorwürfe zu verteidigen.» Denn die «Beeb» ist weit einflussreicher, als sie selbst denkt: Als Covid-19 in Grossbritannien einschlug, verdoppelte sich die Zahl der Zuschauer der Abend-Nachrichten. In einer Umfrage im März 2020 nannten 61 Prozent der Befragten die BBC als vertrauenswürdigste Nachrichtenquelle zur Pandemie – doppelt so viele wie den Zweitplatzierten Sky News.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/13/wie-sich-die-bbc-in-die-ecke-draengen-laesst/">Wie sich die BBC in die Ecke drängen lässt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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