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	<title>Der Spiegel | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 02 Aug 2019 15:15:58 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Archivfund zum Reichtagsbrand: «Der Spiegel» schweigt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/07/29/archivfund-zum-reichtagsbrand-der-spiegel-schweigt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jul 2019 10:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alle massgebenden Medien haben inzwischen über das neue Dokument berichtet, das die Nazitäterschaft am Reichstagsbrand belegt. Aber einer schweigt: «Der Spiegel». Aus Gründen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle massgebenden Medien haben inzwischen über das neue Dokument berichtet, das die Nazitäterschaft am Reichstagsbrand belegt. Aber einer schweigt: «Der Spiegel». Aus Gründen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/07/29/archivfund-zum-reichtagsbrand-der-spiegel-schweigt/">Archivfund zum Reichtagsbrand: «Der Spiegel» schweigt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Das Leitmedium, das der Spiegel mal war, kann er gar nicht mehr sein»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/09/12/das-leitmedium-das-der-spiegel-mal-war-kann-er-gar-nicht-mehr-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Sep 2018 13:18:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Klaus Brinkbäumer, noch Spiegel-Chefredakteur, spricht über seine Zeit beim Spiegel, aktuelle Herausforderungen des Journalismus und die USA unter Donald Trump.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/09/12/das-leitmedium-das-der-spiegel-mal-war-kann-er-gar-nicht-mehr-sein/">«Das Leitmedium, das der Spiegel mal war, kann er gar nicht mehr sein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Klaus Brinkbäumer, noch Spiegel-Chefredakteur, spricht über seine Zeit beim Spiegel, aktuelle Herausforderungen des Journalismus und die USA unter Donald Trump.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/09/12/das-leitmedium-das-der-spiegel-mal-war-kann-er-gar-nicht-mehr-sein/">«Das Leitmedium, das der Spiegel mal war, kann er gar nicht mehr sein»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>So funktioniert die neue Online-Bezahlstrategie des «Spiegel»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/05/29/so-funktioniert-die-neue-online-bezahlstrategie-des-spiegel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 May 2018 12:30:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Der Spiegel» und Spiegel Online haben ein neues Online-Bezahlmodell eingeführt. Für 20 Euro im Monat gibt es unter der neuen Marke Spiegel+ Beiträge aus dem gedruckten Nachrichtenmagazin, sowie eigens für das Online-Angebot produzierte Artikel. Produktechef Stefan Plöchinger erklärt im Interview mit Meedia ausführlich die neue Strategie. Wie schon bisher hält Spiegel am sogenannten Freemium-Modell fest: Es gibt einerseits frei zugängliche Artikel im Web und andererseits die kostenpflichtigen Artikel. Das sei gegenüber dem Nutzer einfacher zu kommunizieren: «Es wird deutlich gesagt, für welche Stücke man wirklich bezahlen soll — was Nutzer seltener frustriert.» Den Preis von 20 Euro, genauer: 19,99, hält Plöchinger für angemessen, weil er sich im Rahmen dessen bewege, was die Mitbewerber auch verlangten. Zudem gibt es einen Jugendtarif von 12 Euro/Monat für unter 30-Jährige. Ziel der neuen Strategie ist es, neben der Anzeigenfinanzierung ein zweites Standbein für die Monetarisierung der Online-Inhalte aufzubauen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/29/so-funktioniert-die-neue-online-bezahlstrategie-des-spiegel/">So funktioniert die neue Online-Bezahlstrategie des «Spiegel»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>«Der Spiegel» und Spiegel Online haben ein neues Online-Bezahlmodell eingeführt. Für 20 Euro im Monat gibt es unter der neuen Marke Spiegel+ Beiträge aus dem gedruckten Nachrichtenmagazin, sowie eigens für das Online-Angebot produzierte Artikel. Produktechef Stefan Plöchinger erklärt im Interview mit Meedia ausführlich die neue Strategie. Wie schon bisher hält Spiegel am sogenannten Freemium-Modell fest: Es gibt einerseits frei zugängliche Artikel im Web und andererseits die kostenpflichtigen Artikel. Das sei gegenüber dem Nutzer einfacher zu kommunizieren: «Es wird deutlich gesagt, für welche Stücke man wirklich bezahlen soll — was Nutzer seltener frustriert.» Den Preis von 20 Euro, genauer: 19,99, hält Plöchinger für angemessen, weil er sich im Rahmen dessen bewege, was die Mitbewerber auch verlangten. Zudem gibt es einen Jugendtarif von 12 Euro/Monat für unter 30-Jährige. Ziel der neuen Strategie ist es, neben der Anzeigenfinanzierung ein zweites Standbein für die Monetarisierung der Online-Inhalte aufzubauen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/05/29/so-funktioniert-die-neue-online-bezahlstrategie-des-spiegel/">So funktioniert die neue Online-Bezahlstrategie des «Spiegel»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Der Spiegel» wagt einen Neustart im Digitalgeschäft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/04/24/der-spiegel-wagt-einen-neustart-im-digitalgeschaeft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2018 07:54:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Grossumbau beim «Spiegel»: Das Nachrichtenmagazin aus Hamburg geht einen neuen Weg beim Verkauf seiner Inhalte. Statt kostenpflichtige Einzelartikel, Online-Abo und die digitale Abendzeitung «Spiegel Daily» gibt es neu nur noch ein Angebot unter der Marke «Spiegel+». «Dafür bekommen die Nutzer wirklich alles», schreibt das Entwicklerteam. Also auch die digitale Ausgabe des Magazins. Kostenpunkt für das Gesamtpaket: 20 Euro im Monat, für unter 30-Jährige 12 Euro. Ziel der Übung sei es, «der Spiegel-Gruppe eine nachhaltige wirtschaftliche Perspektive mit mehr als dem traditonellen Print-Geschäft und dem rein anzeigenfinanzierten Online-Geschäft zu geben.»</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/24/der-spiegel-wagt-einen-neustart-im-digitalgeschaeft/">«Der Spiegel» wagt einen Neustart im Digitalgeschäft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Grossumbau beim «Spiegel»: Das Nachrichtenmagazin aus Hamburg geht einen neuen Weg beim Verkauf seiner Inhalte. Statt kostenpflichtige Einzelartikel, Online-Abo und die digitale Abendzeitung «Spiegel Daily» gibt es neu nur noch ein Angebot unter der Marke «Spiegel+». «Dafür bekommen die Nutzer wirklich alles», schreibt das Entwicklerteam. Also auch die digitale Ausgabe des Magazins. Kostenpunkt für das Gesamtpaket: 20 Euro im Monat, für unter 30-Jährige 12 Euro. Ziel der Übung sei es, «der Spiegel-Gruppe eine nachhaltige wirtschaftliche Perspektive mit mehr als dem traditonellen Print-Geschäft und dem rein anzeigenfinanzierten Online-Geschäft zu geben.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/04/24/der-spiegel-wagt-einen-neustart-im-digitalgeschaeft/">«Der Spiegel» wagt einen Neustart im Digitalgeschäft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Grenzwertig: Wie der «Spiegel» sein G-20-Story aufpeppte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/11/27/grenzwertig-wie-der-spiegel-sein-g-20-story-aufpeppte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Nov 2017 00:39:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Szene wirkt authentisch, als Leser ist man nah dran an der Figur – doch die beschriebenen Vorgänge haben sich nie so abgespielt: Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» steht erneut in der Kritik, der Wahrheit etwas nachgeholfen zu haben. Im Rahmen der Berichterstattung über den G-20-Gipfel diesen Sommer in Hamburg erfand der «Spiegel» eine Sequenz mit der ehemaligen italienischen Senatorin Haidi Giuliani. Die Chefredaktion des «Spiegel» kommuniziert in der Angelegenheit sehr zurückhaltend. Ein Sprecher des «Spiegel» nannte das Vorgehen der Redaktion schliesslich «bedauerlich», es handele sich um ein «Missverständnis». In einem weiteren Fall, der auch die G-20-Berichterstattung betrifft, soll «Der Spiegel» einem Interview-Partner nach erfolgter Autorisierung des Gesprächs eine Aussage in den Mund gelegt haben, die er nach eigenen Angaben nie gemacht hatte. Oliver Ness hat die Fälle für das Magazin «Menschen Machen Medien» dokumentiert. Eine ausführliche Stellungnahme des «Spiegel» ist dort ebenfalls zugänglich.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/27/grenzwertig-wie-der-spiegel-sein-g-20-story-aufpeppte/">Grenzwertig: Wie der «Spiegel» sein G-20-Story aufpeppte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Szene wirkt authentisch, als Leser ist man nah dran an der Figur – doch die beschriebenen Vorgänge haben sich nie so abgespielt: Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» steht erneut in der Kritik, der Wahrheit etwas nachgeholfen zu haben. Im Rahmen der Berichterstattung über den G-20-Gipfel diesen Sommer in Hamburg erfand der «Spiegel» eine Sequenz mit der ehemaligen italienischen Senatorin Haidi Giuliani. Die Chefredaktion des «Spiegel» kommuniziert in der Angelegenheit sehr zurückhaltend. Ein Sprecher des «Spiegel» nannte das Vorgehen der Redaktion schliesslich «bedauerlich», es handele sich um ein «Missverständnis». In einem weiteren Fall, der auch die G-20-Berichterstattung betrifft, soll «Der Spiegel» einem Interview-Partner nach erfolgter Autorisierung des Gesprächs eine Aussage in den Mund gelegt haben, die er nach eigenen Angaben nie gemacht hatte. Oliver Ness hat die Fälle für das Magazin «Menschen Machen Medien» dokumentiert. Eine ausführliche Stellungnahme des «Spiegel» ist dort ebenfalls zugänglich.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/27/grenzwertig-wie-der-spiegel-sein-g-20-story-aufpeppte/">Grenzwertig: Wie der «Spiegel» sein G-20-Story aufpeppte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Fundstück: Wie Rudolf Augstein freundlich, aber bestimmt die Pressefreiheit verteidigte</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/11/08/fundstueck-wie-rudolf-augstein-freundlich-aber-bestimmt-die-pressefreiheit-verteidigte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Nov 2017 11:01:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf Instagram hat «Spiegel»-Chefredaktor Klaus Brinkbäumer ein historisches Schreiben von «Spiegel»-Gründer Rudolf Augstein an den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker veröffentlicht. Darin verteidigte Augstein den Reporter Cordt Schnibben, der mit seiner Berichterstattung offensichtlich den Unmut des Bundespräsidenten auf sich gezogen hatte. Augstein schrieb am 12. August 1991, dass er «so befähigten Redakteuren keinerlei Zensur auferlegen» <a href="https://www.instagram.com/p/BbNC5LmBCZp/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Instagram hat «Spiegel»-Chefredaktor Klaus Brinkbäumer ein historisches Schreiben von «Spiegel»-Gründer Rudolf Augstein an den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker veröffentlicht. Darin verteidigte Augstein den Reporter Cordt Schnibben, der mit seiner Berichterstattung offensichtlich den Unmut des Bundespräsidenten auf sich gezogen hatte. Augstein schrieb am 12. August 1991, dass er «so befähigten Redakteuren keinerlei Zensur auferlegen» könne. «Wir bekämen sonst in der Zukunft niemals junge und befähigte Journalisten».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/08/fundstueck-wie-rudolf-augstein-freundlich-aber-bestimmt-die-pressefreiheit-verteidigte/">Fundstück: Wie Rudolf Augstein freundlich, aber bestimmt die Pressefreiheit verteidigte</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Entblössungswillige Politiker</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/10/07/entbloessungswillige-politiker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Oct 2017 09:18:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>«Spiegel»-Reporter Markus Feldenkirchen heftete sich dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz mit dessen Einverständnis im Wahlkampf dicht an die Fersen. Es entstand eine Reportage mit intimen Einblicken ins Politikerleben. Nun kritisiert in der taz die Autorin Betina Gaus die Publikation dieses Artikels: «Es wäre schön gewesen, diese Reportage wäre nie erschienen.» Ein hartes Urteil. Gaus kritisiert dabei <a href="http://www.taz.de/!5451033/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/07/entbloessungswillige-politiker/">Entblössungswillige Politiker</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>«Spiegel»-Reporter Markus Feldenkirchen heftete sich dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz mit dessen Einverständnis im Wahlkampf dicht an die Fersen. Es entstand eine Reportage mit intimen Einblicken ins Politikerleben. Nun kritisiert in der taz die Autorin Betina Gaus die Publikation dieses Artikels: «Es wäre schön gewesen, diese Reportage wäre nie erschienen.» Ein hartes Urteil. Gaus kritisiert dabei nicht den Journalisten, sondern den Politiker. Martin Schulz habe «die Grenze zwischen dem geschützten Raum, in dem man auf ein gewisses Mass an Diskretion vertrauen darf, und dem öffentlichen Raum aufgegeben.» Das sei ein «Kulturbruch». </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/07/entbloessungswillige-politiker/">Entblössungswillige Politiker</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>So arbeitet die legendäre «Spiegel»-Dokumentation</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/08/15/so-arbeitet-die-legendaere-spiegel-dokumentation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Aug 2017 09:52:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Digiday bietet einen Einblick in die legendäre Dokumentation des «Spiegel». Das Nachrichtenmagazin beschäftigt 70 Faktenprüfer, die eng mit der Redaktion zusammenarbeiten und sie bei ihren Recherchen begleiten und beraten. Rückgrat der Dokumentation ist ihr Archiv und die Datenbanken. Wöchentlich werden die mit 60&#8217;000 neuen Artikeln aus deutschen und internationalen Medien ergänzt. Um sich darin zurechtzufinden <a href="https://digiday.com/media/inside-spiegels-70-person-fact-checking-team/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/15/so-arbeitet-die-legendaere-spiegel-dokumentation/">So arbeitet die legendäre «Spiegel»-Dokumentation</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Digiday bietet einen Einblick in die legendäre Dokumentation des «Spiegel». Das Nachrichtenmagazin beschäftigt 70 Faktenprüfer, die eng mit der Redaktion zusammenarbeiten und sie bei ihren Recherchen begleiten und beraten. Rückgrat der Dokumentation ist ihr Archiv und die Datenbanken. Wöchentlich werden die mit 60&#8217;000 neuen Artikeln aus deutschen und internationalen Medien ergänzt. Um sich darin zurechtzufinden nutzt, nutzen sie selbst entwickelte Suchinstrumente, welche die Informationen besser ordnen und zugänglich machen als Google dies könne, sagt Hauke Janssen, Leiter der «Spiegel»-Dokumentation. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/15/so-arbeitet-die-legendaere-spiegel-dokumentation/">So arbeitet die legendäre «Spiegel»-Dokumentation</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die fatale Furcht des «Spiegel» vor einer zum gefährlichen Machwerk dämonisierten Notizensammlung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/29/die-fatale-furcht-des-spiegel-vor-einer-zum-gefaehrlichen-machwerk-daemonisierten-notizensammlung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Jul 2017 21:07:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Buch «Finis Germania» rückte in der «Spiegel»-Bestsellerliste auf Platz 6 vor. Dann verschwand es plötzlich. Verkäufe eingebrochen? Nein, es wurde von der Chefreaktion entfernt. Dieser Fall wirft ein bezeichnendes Licht auf die Befindlichkeit des einst führenden Nachrichtenmagazins Deutschlands. «Der Spiegel» hat sich fest vorgenommen, das «Ende der Welt» zu verhindern und den US-Präsidenten Donald <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/29/die-fatale-furcht-des-spiegel-vor-einer-zum-gefaehrlichen-machwerk-daemonisierten-notizensammlung/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/29/die-fatale-furcht-des-spiegel-vor-einer-zum-gefaehrlichen-machwerk-daemonisierten-notizensammlung/">Die fatale Furcht des «Spiegel» vor einer zum gefährlichen Machwerk dämonisierten Notizensammlung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Buch «Finis Germania» rückte in der «Spiegel»-Bestsellerliste auf Platz 6 vor. Dann verschwand es plötzlich. Verkäufe eingebrochen? Nein, es wurde von der Chefreaktion entfernt. Dieser Fall wirft ein bezeichnendes Licht auf die Befindlichkeit des einst führenden Nachrichtenmagazins Deutschlands.</strong></p>
<p>«Der Spiegel» hat sich fest vorgenommen, das «Ende der Welt» zu verhindern und den US-Präsidenten Donald Trump wegzuschreiben. Das sei ihm unbenommen, auch wenn es überheblich und lächerlich ist. Nicht nur in seinem Jubiläumsjahr schmückt sich «Der Spiegel» gerne mit dem Satz seines Gründers Rudolf Augstein: «Sagen, was ist.» Ergänzt um den aktuellen Slogan: «Keine Angst vor der Wahrheit.»</p>
<p>«Die Wahrheit ist konkret», sagte Bertolt Brecht, also überprüfen wir mal Anspruch und Wahrheit an einem aktuellen Beispiel. Der deutsche Historiker Rolf Peter Sieferle veröffentlichte das Buch «Finis Germania». Eine Essaysammlung des langjährigen Professors für Geschichte an der Universität St. Gallen; er zog darin pessimistisch und polemisch Bilanz über den Umgang der Deutschen mit dem Holocaust, äusserte sich zur Kollektivschuld im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingsdebatte, bevor er sich letztes Jahr das Leben nahm. Der Inhalt soll hier nicht Thema sein.</p>
<p>Das Buch steht seit Wochen auf Platz 1 der Amazon-Bestsellerliste und schaffte es am 15. Juli auf Platz 6 der «Spiegel»-Sachbuchbestsellerliste. In der darauffolgenden Woche war es hier verschwunden. Zum Verkaufserfolg trug nicht zuletzt bei, dass der «Spiegel»-Redaktor Johannes Salzwedel als Mitglied einer unabhängigen und angesehenen Sachbuchjury das Buch wärmstens empfohlen hatte. Darauf erhob sich grosses Geschrei, weil der Essaysammlung im deutschen Feuilleton «Antisemitismus» vorgeworfen wurde, nicht nur in Deutschland, aber gerade dort das Totschlagargument par exellence. Daraufhin zog sich Salzwedel aus der Jury für das «Sachbuch des Monats» zurück. Sein eigener Chefredaktor Klaus Brinkbäumer trat öffentlich nach, er habe «kein Verständnis» für diese Buchempfehlung und begrüsse den Rücktritt aus der Jury, «wegen des entstandenen Schadens».</p>
<p>Worin dieser Schaden genau besteht, erläuterte Brinkbäumer allerdings nicht. Der von ihm selbst angerichtete lässt sich aber beschreiben: Die Chefredaktion des «Spiegel» entschied kommentarlos, das Buch aus der eigenen Bestsellerliste zu entfernen, ohne dass es eine Lücke hinterliess. Der Nächstplatzierte rückte einfach nach. Das fiel dem Publizisten Henryk M. Broder auf, einem ehemaligen «Spiegel»-Autor, der in der «Welt» den Entscheid kritisierte. Daraufhin fühlte sich der «Spiegel» bemüssigt, seinen wohl historisch einmaligen Eingriff in die eigene Bestsellerliste zu begründen. Und machte es damit noch schlimmer. Die stellvertretende Chefredaktorin Susanne Beyer «erklärt den Vorgang»: In einer Rezension habe der stellvertretende Ressortleiter Kultur das Buch als «völkische Angstfantasie» bezeichnet, sie selbst habe es dann als «rechtsradikal, antisemitisch und geschichtsrevisionistisch» bewertet. Daher sei es so: «Der SPIEGEL, der sich auch bei historischen Themen als Medium der Aufklärung versteht, will den Verkauf eines solchen Buches nicht befördern.»</p>
<p>Dazu ist zu sagen, dass der «Spiegel» offensichtlich sehr wenig vom Zeitalter der Aufklärung verstanden hat. Dem grosse Aufklärer Voltaire (1694 – 1778), dessen Namen wohl auch in «Spiegel»-Kreisen bekannt sein dürfte, wird das Zitat zugeschrieben: «Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äussern dürfen.» Denn genau darin bestand die ungeheuerliche Wirkung der Aufklärung, der wir in Europa unsere moderne Zivilisation verdanken: Nur eine offene Auseinandersetzung über alles Denkbare ohne Tabus befördert den Fortschritt, bringt Erkenntnisgewinn, ermöglicht den Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, wie das Immanuel Kant auf den Punkt brachte. Und zu den geschützten Meinungen im Sinne der Meinungsfreiheit als wichtigste Errungenschaft der Aufklärung zählen auch abgründige, grenzwertige, verschwurbelte – und politisch missliebige sowieso und zuerst.</p>
<p>Fuchteln wir kurz mit der Nazikeule zurück. Wie wäre es, wenn das wirre Buch «Mein Kampf» von Adolf Hitler, im Dritten Reich in Millionenauflage verbreitet, obwohl es schon damals kaum einer gelesen, geschweige denn verstanden hat, ein Revival erlebte und die Bestsellerlisten stürmen würde? Ein theoretisches Beispiel, denn der Freistaat Bayern als Besitzer des Urheberrechts verbietet bis heute seine Publikation in Deutschland. Abgesehen von der knapp 2000 Seiten umfassenden «kritischen Edition» durch das renommierte Münchner Institut für Zeitgeschichte. Diese Ausnahmebewilligung schaffte es sogar bis auf Platz eins der «Spiegel»-Bestsellerliste. Wäre es im Sinne der Aufklärung angebracht, dass der «Spiegel» auch den Verkauf dieses Buchs «nicht befördern» möchte und es deshalb aus seiner Bestsellerliste entfernte? Oder wäre nur eine «kritisch kommentierte» Ausgabe von Sieferles Sammelsurium statthaft? Die Fragen stellen, heisst sie beantworten.</p>
<p>Dem Buch von Sieferle wird zudem sein Verlag vorgeworfen. Es ist im Kleinverlag Antaios erschienen, der der «Neuen Rechten» in Deutschland zugeordnet wird, rund um die Denkfabrik «Institut für Staatspolitik». Hier werde antidemokratisches Gedankengut gepflegt, lautet ein häufiger Vorwurf. Aber weder der Verlag noch das Institut stehen unter Beobachtung des deutschen Verfassungsschutzes, der dafür besorgt ist, dass sich in Deutschland alles auf dem Boden des Grundgesetzes abspielen sollte. Dem Verlag Antaios ist es auch schon widerfahren, dass seine Neuerscheinungen aus der deutschen Webseite von Amazon gekippt wurden. Ist das alles gerechtfertigt, zumindest nachvollziehbar, macht es Sinn?</p>
<p>Die Grenzen zwischen «erlaubt» und «verboten» zieht zunächst das Gesetz. Ein besonders sensibles Gebiet ist dabei die berühmte Meinungsfreiheit. Auch ihr sind, wie jeder Freiheit, Grenzen gesetzt. In den USA sehr weite, dort sind Beschimpfungen, das Äussern jeglicher politischer Meinungen, inklusive rechts- oder linksradikale, faschistische, antisemitische, islamfeindliche, rassistische usw. erlaubt. In Europa, in Deutschland, in der Schweiz ist das anders. Besonders beim Rechtsnachfolger des Dritten Reichs ist alles, was mit Judenfeindlichkeit oder Antisemitismus zu tun hat, aus historischen Gründen höchst heikel. Wer öffentlich sagt «die Juden sind an allem schuld», wird zu recht ausserhalb des erlaubten Diskurses gestellt und sanktioniert. Die andere Seite der Medaille ist, dass der Vorwurf des «Antisemitismus», also das Schwingen der Nazikeule, als Allzweckwaffe missbraucht wird, mit der jede missliebige Meinungsäusserung von den grossinquisitorischen Beherrschern des öffentlichen Diskurses, dem neuen Juste Milieu, totgeschlagen wird. Diese Keule ersetzt jede inhaltliche Auseinandersetzung, auch mit schlicht falschen Meinungen, aber genauso mit diskussionswürdigen.</p>
<p>Im konkreten Beispiel hat der «Spiegel» nicht nur Zensur ausgeübt, sondern sich mit seinem zunächst kommentarlosen Vorgehen und den nachgeschobenen Erklärungen auch noch lächerlich gemacht. Nicht zuletzt durch sein stümperhaftes Vorgehen. Während der Titel «Finis Germania» im «Spiegel» selbst von einer Woche auf die andere aus der Bestsellerliste verschwand, klaffte bei deren elektronischer Version auf Amazon zunächst auf Platz 6 eine Lücke, die erst am nächsten Tag durch den nachrückenden Platz 7 ersetzt wurde. Dem Publizisten Broder fällt dazu der Vergleich ein, dass genau so auch sowjetischen Zensoren vorgingen: «Der Konterrevolutionär Trotzki wurde von Fotos wegretuschiert und die Spuren der Retusche ebenfalls beseitigt.» Mit solchen Vergleichen ist es immer so eine Sache. Aber unabhängig davon, ob die Essaysammlung von Sieferle nun ein «philosophisches Meisterwerk» oder ein «völkisch-antisemitisches Machwerk» ist: Zensur ist keine Art, mit der damit umgegangen werden darf.</p>
<p>Geradezu absurd ist, dass der «Spiegel» entgegen seiner Absicht nach Kräften alles dafür getan hat, dass das Buch zum Bestseller wurde. Zunächst wird es von einem «Spiegel»-Redaktor wärmstens empfohlen, dadurch stürmt es die Bestsellerlisten. Dann wird es kommentarlos entfernt und der eigene Chefredaktor haut seinem Redaktor öffentlich eins über die Rübe, der sich aus einer angesehenen Jury zurückzieht. Und schliesslich werden Erklärungen nachgeschoben, die das Ganze noch schlimmer machen, als es ohnehin schon ist. Wenn der «Spiegel» tatsächlich keine Angst vor der Wahrheit hat und schreiben würde, was ist, sähe das ungefähr so aus: «In dieser Angelegenheit haben wir uns wirklich wie Stümper und bescheuert verhalten. Wir gehen in uns, lesen das Buch nochmal und empfehlen das auch allen unseren Lesern.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/29/die-fatale-furcht-des-spiegel-vor-einer-zum-gefaehrlichen-machwerk-daemonisierten-notizensammlung/">Die fatale Furcht des «Spiegel» vor einer zum gefährlichen Machwerk dämonisierten Notizensammlung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Geister, die wir riefen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/25/die-geister-die-wir-riefen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jul 2017 16:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die stellvertretende Chefredaktorin des «Spiegel» erklärt in dieser Hausmitteilung, warum das Nachrichtenmagazin das Buch «Finis Germania» von der Bestenliste entfernt hat: Man wolle einem Werk, das die Chefredaktion als «rechtsradikal, antisemitisch und geschichtsrevisionistisch» eingestuft hat, keine Plattform bieten – zumal der Verkaufserfolg allein daher rühre, dass ein «Spiegel»-Redaktor zuvor das Werk mit einem Kniff bei <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/finis-germania-und-die-spiegel-bestsellerliste-in-eigener-sache-a-1159667.html">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die stellvertretende Chefredaktorin des «Spiegel» erklärt in dieser Hausmitteilung, warum das Nachrichtenmagazin das Buch «Finis Germania» von der Bestenliste entfernt hat: Man wolle einem Werk, das die Chefredaktion als «rechtsradikal, antisemitisch und geschichtsrevisionistisch» eingestuft hat, keine Plattform bieten – zumal der Verkaufserfolg allein daher rühre, dass ein «Spiegel»-Redaktor zuvor das Werk mit einem Kniff bei der Punktevergabe in die Sachbuchliste von NDR und Süddeutscher Zeitung gehievt hatte. Mit er Entfernung erreicht der «Spiegel» allerdings genau das Gegenteil: «Finis Germania» verkauft sich nach Angaben des Verlags blendend – ganz ohne Präsenz auf irgendwelchen Listen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/25/die-geister-die-wir-riefen/">Die Geister, die wir riefen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Wird Satire kopflos?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/02/09/wird-satire-kopflos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Feb 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Charlie Hebdo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kopf-ab-Solidaritäts-Satire sollte keine Schule machen. Weil es die Satiriker schwach zeigt und schwach macht.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kopf-ab-Solidaritäts-Satire sollte keine Schule machen. Weil es die Satiriker schwach zeigt und schwach macht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/09/wird-satire-kopflos/">Wird Satire kopflos?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn man das Halszäpfchen sieht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/02/05/wenn-man-das-halszaepfchen-sieht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Feb 2017 15:42:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Trump]]></category>
		<category><![CDATA[Cover]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Joffe]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jakob Augstein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das jüngste «Spiegel»-Cover mit dem US-Präsidenten in der Pose eines IS-Schlächters markiert den vorläufigen Tiefpunkt einer hysterischen Anti-Trump-Manie. Doch das Nachrichtenmagazin steht damit nicht allein. Damit begeben sich diese Medien selbst auf das Niveau, das sie mit ihrem Gezeter anzuprangern vorgeben. Der Träger eines grossen Namens im «Spiegel» kann sich noch steigern. Während das deutsche <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/05/wenn-man-das-halszaepfchen-sieht/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das jüngste «Spiegel»-Cover mit dem US-Präsidenten in der Pose eines IS-Schlächters markiert den vorläufigen Tiefpunkt einer hysterischen Anti-Trump-Manie. Doch das Nachrichtenmagazin steht damit nicht allein. Damit begeben sich diese Medien selbst auf das Niveau, das sie mit ihrem Gezeter anzuprangern vorgeben.<br />
<span id="more-33103"></span><br />
Der Träger eines grossen Namens im «Spiegel» kann sich noch steigern. Während das deutsche Nachrichtenmagazin nach der Wahl Trumps «Das Ende der Welt» kommen sah, behauptete Jakob Augstein, dass in den USA der «Faschismus die Macht ergriffen habe» und begründete es damit, dass Trump «ein Faschist» sei. Viel mehr geht da nicht, ausser noch, nachgelegt von Augstein: «Donald Trump hat damit begonnen, die amerikanische Demokratie in eine Diktatur zu verwandeln.» Passend dazu legt auch der «Spiegel» selbst noch einen drauf. Das aktuelle Titelblatt zeigt eine brüllende Trump-Figur in Dschihadisten-Pose mit blutigem Messer in der Hand, der gerade die Freiheitsstatue geköpft hat und ihr blutendes Haupt triumphierend in der Hand hält. Damit verabschiedet sich das deutsche Nachrichtenmagazin in seinem 70. Jahrgang davon, noch ernst genommen zu werden.</p>
<p>Selbst die «Zeit» steht dem in nichts nach. Dr. Josef Joffe, der Herausgeber des deutschen Blatts der gepflegten Schreibe und des unaufgeregten Nachdenkens, antwortet auf die Frage, wie man Trump aus dem Amt entfernen könne: «Mord im Weissen Haus zum Beispiel.» Wie lässt sich das noch steigern? Das Problem all dieser Trump-Kritiker ist: Wenn man das ganze Vokabular an Beschimpfungen, Kritik, ja selbst an Androhung von Gewalt durch hat, was kann dann noch kommen? Wenn bei der Erwähnung des Namens Trump sofort Gehirnstarre und intellektuelle Schnappatmung einsetzt, wenn man in Äusserungen des Unmuts bereits das Halszäpfchen sieht, weil sie dermassen herausgekräht werden, dann ist kein Platz mehr für Reflexion, Einordnung, Analyse.</p>
<p>Da weder Faschismus noch Diktatur in den USA ausgebrochen sind, da es nicht angehen kann, das Ergebnis demokratischer Wahlen mit Gewalt beantworten zu wollen, geht unsere einzige Methode verloren, mit der wir durch Erkenntnisgewinn eine Verbesserung unserer Lebensumstände bewirken können. Die Methode der Aufklärung, die Realität so gut wie möglich zu analysieren und so vernünftig wie möglich das Voranschreiten zu besseren Zuständen zu befördern. Stattdessen wird nur im wahrsten Sinne des Wortes das konfliktiv-sprunghafte Verhalten des neuen Präsidenten gespiegelt, auf dem gleichen erbärmlichen intellektuellen Niveau, das ihn auszeichnet.</p>
<p>Als aktuelles Beispiel dafür eignet sich sein Dekret, die Einreise von Bürgern von sieben moslemisch geprägten Staaten zeitweise zu untersagen. Es war ein Schnellschuss, sorgte für Chaos und Unsicherheit und wurde von den durchaus funktionieren Organen des US-Rechtsstaats zuerst teilweise, dann durch einen republikanischen Bundesrichter vorläufig total kassiert. Trump und seine Berater haben offenbar vor der Aufgabe versagt, eine «executive order», mit der ein US-Präsident regieren darf, so zu formulieren, dass sie umsetzbar ist und einer juristischen Überprüfung standhält. Das ist die Realität, und sie zeigt auch, dass das System von «checks and balances», also die fein austarierte gegenseitige Kontrolle der Staatsorgane in den USA, funktioniert.</p>
<p>Der Erfolg der Präsidentschaft Trumps, die zudem erst wenige Tage alt ist, hängt davon ab, ob er seine Wahlversprechen, seinen Slogan «Make America Great Again» einlösen kann. Den US-Wähler interessiert dabei das Geschrei der Medien oder die kritischen Einwürfe europäischer Politiker schlichtweg einen Dreck. Der von Existenzangst und Arbeitsplatzverlust bedrohte US-Mittelstand ist nur daran interessiert, ob es ihm unter Trump spürbar besser geht, er seinen amerikanischen Traum, oder eine Nummer kleiner sein Streben nach seinem individuellen kleinen Glück, mithilfe Trumps realisieren kann oder nicht.</p>
<p>Die Berichterstatterpflicht unserer Medien müsste darin bestehen, diese Frage zu beantworten. Zumindest Analysen und Einordnungen zu liefern, ob Trumps Massnahmen dazu beitragen werden oder nicht. Stattdessen Trump als blutrünstiger Schlächter, Amok, psychisch Gestörter, wie namhafte Psychiater per Ferndiagnose sich nicht entblöden zu konstatieren. Das ist wahrlich Analyse auf Trump-Niveau. Es ist schlimmer: erbärmlich, dumm, verlogen, falsch und tödlich für die Bedeutung der sogenannten Vierten Gewalt. Die grössten Triumphe Trumps erzielt er bislang im Lager seiner Gegner.</p>
<p>Die bisherigen Äusserungen und Handlungen von Präsident Trump erwecken den Anschein, dass er ein intellektueller Tiefflieger und jemand ist, der schneller spricht und handelt als denkt. Aber er schafft es, die versammelte Intelligenzia, die Meinungsführer, grossen Denker und auch viele Politiker auf sein Niveau runterzuziehen. Und auf diesem Niveau ist er ihnen allen einwandfrei überlegen. Einfach unfassbar.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/05/wenn-man-das-halszaepfchen-sieht/">Wenn man das Halszäpfchen sieht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Wie mache ich mir ein Feindbild?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/01/11/wie-mache-ich-mir-ein-feindbild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jan 2017 21:32:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Norddeutscher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Köppel]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>
		<category><![CDATA[ZAPP]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Porträt ist eine der anspruchsvollsten Formen im Journalismus. «Die Zeit», die «Süddeutsche Zeitung», der Norddeutsche Rundfunk, «Der Spiegel» und zuletzt der «Blick» versuchten sich im Laufe der letzten Jahre am grossen Köppel-Porträt. Doch kommt auch Köppel raus, wo Köppel drauf steht? Der Vergleichstest ergibt einen überraschenden Sieger. Es gibt nur einen richtigen Ansatz für <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/11/wie-mache-ich-mir-ein-feindbild/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Porträt ist eine der anspruchsvollsten Formen im Journalismus. «Die Zeit», die «Süddeutsche Zeitung», der Norddeutsche Rundfunk, «Der Spiegel» und zuletzt der «Blick» versuchten sich im Laufe der letzten Jahre am grossen Köppel-Porträt. Doch kommt auch Köppel raus, wo Köppel drauf steht? Der Vergleichstest ergibt einen überraschenden Sieger.<br />
<span id="more-33098"></span><br />
Es gibt nur einen richtigen Ansatz für Literaturkritik: Das besprochene Werk muss aus sich selbst heraus verstanden und kritisiert werden. Es macht keinen Sinn, einem Roman vorzuwerfen, dass er weder ein Gedicht noch ein Sachbuch sei. Ähnlich verhält es sich mit Porträts, vor allem über eine Person wie Roger Köppel, der – gelinde gesagt – polarisiert. Erschwerend kommt hinzu, dass er selbst Journalist ist, wie der Porträtist. Dessen Aufgabe wäre es, dem Porträtierten gerecht zu werden und dem Publikum ein Bild abzuliefern, in dem man den Porträtierten wiedererkennt. Das Porträt kann realistisch, abstrakt, kubistisch, klassisch oder als Karikatur geschrieben sein. Aber wenn ein Porträt Kunst sein soll, dann kommt die immer noch von können. Eine Überprüfung in fünf Akten.</p>
<p><strong><a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Roger-Koeppel-Seine-Dreifaltigkeit,koeppel116.html" target="_blank">1. NDR-Medienmagazin «Zapp»: Nachgefragt und nachgetreten</a></strong><br />
Ein TV-Porträt in sechs Minuten ist anspruchsvoll. Es entsteht aus mehreren Stunden Aufnahmen, die anschliessend zusammengeschnitten werden müssen. Also Szenen und Interview-Passagen mit dem Porträtierten. Dem werden Fragen gestellt, wie zum Beispiel: «Sind Sie Chefredakteur oder Verleger?» Köppel repliziert, dass er einfach sich selbst sei, ein «wandelndes Multifunktionsgebilde». Darauf wird im Kommentar nachgetreten: «Er hat die ‹Weltwoche› umgekrempelt von einem liberalen Blatt zu einem rechtspopulistischen Magazin.» Nächste Frage der «Zapp»-Reporterin: «Sind Sie eine rechte Kampfpresse?» Köppel repliziert, dass alle Medien Kampfblätter seien, wobei die Frage einen «despektierlichen Beigeschmack» habe. Nachtreten im Kommentar: «Ein Kampfblatt. Wo gibt es denn das, dass der Chefredakteur im Parlament sitzt?» Man erkennt das Muster, letztes Beispiel: «Politiker und Chefredakteur, sind Sie da nicht ein Beispiel für die Lügenpresse?» Köppel repliziert, dass die «Weltwoche» keine Lügen verbreite. Nachtreten im Kommentar: «Als einzige, alle anderen verbreiten Lügen. Da liegt Köppel nahe bei der AfD. Vereinfachung sieht er bei anderen als Problem, nicht bei sich.»</p>
<p>Mit Fug und Recht kann man analysieren, dass die Hersteller dieses TV-Porträts das gleiche Problem nicht bei sich selbst erkannt haben. Insofern ist das Kriterium erfüllt, werkimmanent zu porträtieren. Denn Köppel neigt unbestreitbar zu Vereinfachungen im Dienst der Unterscheidung, was für ihn richtig, was falsch ist. Allerdings besteht doch zumindest ein Widerspruch darin, ihm das zum Vorwurf zu machen, was man selbst anwendet. Zudem öffnet Köppel in seinem Blatt immer wieder auch ihm widersprechenden Meinungen die Spalten. Ohne nach jedem Absatz der gegnerischen Meinung einen kritischen Kommentar einzufügen. Also ist dieses Porträt zumindest unvollständig. Hinzu kommt: Bei allem Verständnis für die Reduzierung auf sechs Minuten Sendezeit: Kritische Fragen stellen, Antworten abholen, dann nachtreten, das ist keine Art. Gesamtnote: 2,5 (wobei 6 die beste wäre).</p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/schweizer-rechtspopulist-alles-roger-1.3212531" target="_blank"><strong>2. «Süddeutsche Zeitung»: Das Porträt als Karikatur</strong></a><br />
Unter dem Titel «Alles Roger» nimmt die SZ für ein Porträt zum Anlass, dass der «Rechtspopulist Köppel» seit «einem Jahr im Schweizer Parlament sitzt». So wie es im TV auf den Schnitt des Materials ankommt, ist es in einem geschriebenen Porträt die Entscheidung des Autors, welche Elemente seiner Reportage er zu einem Text verdichtet. Welche Beobachtungen, welche Szenen wählt der Journalist aus, um vorangehende Recherche und persönliches Erleben, dazu Gespräche mit dem Porträtierten, zu einem Artikel zusammenzufügen? Ein Element für die SZ ist das traditionelle Sommerfest, das die «Weltwoche» veranstaltet: «Dafür ist Jörg Kachelmann erschienen. Sein Outfit für den Abend: rote Hosenträger mit Schweizer Kreuzen. Sepp Blatter trägt Sechstagebart, SVP-Patriarch Christoph Blocher hat seine Ehefrau dabei. Roger Köppel spricht Hochdeutsch. Immer mehr deutsche Autoren schreiben für das Magazin. Sie sind es auch, die Köppel im Blick hat, wenn er seinen Gästen zuruft, heute Abend dürfe man ‹alles denken› und auch ‹alles sagen›, was man wolle.» Helfen die Hosenträger, der Sechstagebart oder die Bemerkung, dass Christoph Blocher von seiner Ehefrau begleitet wurde, Köppel zu porträtieren? Wohl kaum. Aber dann die Beobachtung, dass er «eine Rolex trägt»? Das Zitat vom Hörensagen: «Weggefährten sagen, Köppel habe im SVP-Patriarchen Christoph Blocher ‹den Vater gefunden, den er nie hatte› Vermutlich ist auch das nur ein Versuch, den Mann aus den Talkshows fassbar zu machen.»? Oder die Behauptung der Autorin: «Wenn er jemanden haben will, kann Köppel unerbittlich charmant sein. Wer die Weltwoche verlässt, bekommt das Gegenteil zu spüren. Außenseiter wie er brauchen uneingeschränkte Loyalität.»?</p>
<p>Letzte Frage: Kommt man der Person Köppels näher, wenn ihr Werdegang so dargestellt wird: «Vor kaum etwas graute es den Redaktionen so wie vor den selbsternannten Volksverstehern. Jenen, die die Welt in Gut und Böse teilen, ungeniert mit Angst, Unsicherheit und Unwissenheit ihrer Zuhörer jonglieren. Die etablierten Medien schrieben, zunehmend verzweifelt, so einfach dürfe man es sich nicht machen. Roger Köppel, leidenschaftlicher Historiker, oft bis in die Nacht in heroische Schlachten vertieft, sah, dass hier seine Zukunft liegen könnte: Die Dinge ganz einfach machen. So einfach, dass man sie als Schlachtparole in die Nacht rufen könnte.»? Oder indem die Person Köppel am Schluss des Porträts an den Reaktionen einer Schulklasse, die ihn im Bundeshaus besuchen durfte, gespiegelt wird: «So ganz können die Schüler nicht fassen, was passiert ist. ‹Am Anfang war er mir sympathisch, aber dann hat er absurde Beispiele gebracht und uns nicht mehr drangenommen›, sagt einer. Wer noch dieser Meinung ist? 20 von 25 Händen gehen nach oben. ‹Für uns war es total frustrierend, und er genießt es so richtig›, fasst eine Schülerin zusammen. ‹Du findest einfach, er ist ein Arschloch, und jetzt bist du sauer, weil er dich fertiggemacht hat›, tönt es aus der letzten Reihe. Ob es jemanden gibt, der Köppel-Gegner war und überzeugt wurde? Niemand meldet sich.»?</p>
<p>Dieses Porträt zeichnet das Bild eines Rechtspopulisten, der durch die Begegnung mit einem Ersatzvater vom Journalisten zum terrible simplificateur geworden ist, aber damit nicht einmal Schüler überzeugen kann. Umgeben von merkwürdigen Gestalten wie Kachelmann, Blatter und deutschen Autoren, die loyal seine Meinung vertreten. Also das Porträt als Karikatur, nicht wirklich gelungen. Gesamtnote 3.</p>
<p><a href="http://www.lu-wahlen.ch/uploads/media/spi_20160213_10853_1_1.pdf" target="_blank"><strong>3. «Der Spiegel»: Ein berechenbares Bemühen</strong></a><br />
Auf über fünf Seiten will das deutsche Nachrichtenmagazin seinen Lesern erklären, «wie aus dem begabtesten Blattmacher Zürichs ein Rechtspopulist wurde, der sein Land verändern will.» Schon der launige Titel lässt erahnen, was der Autor davon hält: «Köppel aus dem Sack», lautet er, und mit leichtem Bedauern schildert der «Spiegel», wie es mit dem Begabten abwärts ging: «Früher stand Köppel für einen unkonventionellen Blick auf die Welt. Er ließ ihn zu einem angesehenen Journalisten werden, neugierig, eloquent. Und in diesen Tagen schreibt er Sätze wie: ‹Dass in Deutschland die Asylheime brennen, hat mit der Weigerung der Regierung und der Medien zu tun, die berechtigten Sorgen der Leute aufzunehmen.›» Falls der Leser nicht wissen sollte, was er davon zu halten hat, der «Spiegel» ordnet ein: «Das ist hinterhältig und falsch, und trotzdem ist Köppel kein stumpfer Spießer wie das freakhaft wirkende Personal der AfD. Mit roten Wangen und der Unbeirrbarkeit eines Marathonläufers spult Köppel in deutschen Talkshows seine Thesen herunter. Für Schwarzgeld, für Sepp Blatter, aussichtsloses Zeug. Ein Verrückter?»</p>
<p>Der «Spiegel» zeichnet den Werdegang Köppels nach und gibt drei Köppel-Kennern die Möglichkeit zur Ferndiagnose. Dem Autor Martin Suter: «‹Ich bin nicht sicher, ob der Roger rechts ist. Er ist mehr rechthaberisch als rechts. Man kennt solche Leute aus dem Konfirmationsunterricht. Die steigern sich in irgendetwas rein aus reiner Debattiersucht.›» Dem Radiopionier Roger Schawinski: «‹Köppel ist sehr gefährlich. Es fehlt ihm ein gewisses moralisches Fundament.› Köppel, sagt Schawinski, sei ein traumatisierter Mensch. Aufgewachsen in Kloten, der Einflugschneise von Zürich, die Eltern seien früh gestorben, die Mutter, als Köppel 13 Jahre alt war, durch Selbstmord. In dem Waisen hätte sich das Gefühl ausgebreitet: ‹Entweder ich gehe unter, oder ich gehe ganz nach oben.›» Und dem ehemaligen Mitarbeiter Bruno Ziauddin, der über seine Erlebnisse ein Werk geschrieben hat: «Ziauddin sitzt in einem Café am Zürichsee, er wirkt bedrückt. Natürlich sagt Ziauddin, ‹Bad News› sei ein fiktiver Schlüsselroman, aber er gibt zu, dass viele Parallelen zu Köppel existieren. Er spricht vom Verlust der ‹Diskurshoheit der Linken›, wie sich das ‹Provokationspotenzial nach rechts gewandt› habe und wie es bei den Rechtspopulisten einen höheren Drang gebe, die Dinge zu ändern.» Dann nimmt sich der «Spiegel» den «Weltwoche»-Titel mit den kriminellen Ausländern zur Brust: «In Deutschland würde man sich mit solch einem Cover in der Tradition des ‹Stürmer› aus der seriösen Welt verabschieden.»</p>
<p>Aber in der Schweiz ist alles offenbar ein wenig anders, besonders, wenn sich SVP-Mitglieder mit Köppel vor dem Bundeshaus versammeln: «Es ist politisches Theater von der groben Sorte, das da betrieben wird. Es passt zu Brunner, der Bauer ist und immer gut für einen Schenkelklopfer, und es passt auch zu den wenigen Parteimitgliedern, die mit Goldkettchen, trübem Blick und Zigarette um ihn herumstehen und aussehen, als könnten sie bei der Mafiaserie ‹The Sopranos› mitspielen.» Und der Pate ist natürlich Christoph Blocher, dessen «politisches Engagement liest sich wie eine Top-Ten-Liste gegen die Vernunft des späten 20. Jahrhunderts». Dem aber Köppel verfallen ist: «Köppel ist kein Mensch, den man einfach kaufen kann. Man muss ihn füttern und ihm die Möglichkeit zur Selbsthypnose geben. So ähnlich muss es Blocher angestellt haben.» Und falls noch jemand Zweifel haben sollte, wo das hinführt, dem hilft das «Spiegel»-Porträt mit seiner Schlusspointe: «Das Anything-Goes seiner früheren Blattmacherjahre hat er umgewandelt: Alles geht, ohne Tempolimit, aber nur auf der rechten Spur. Für einen Intellektuellen wie ihn gibt es dort viel Raum. Wenn man ihn aber von früher kennt, wirkt der Roger Köppel von heute wie ein Geisterfahrer.»</p>
<p>Aber immerhin, eine lange Strecke im «Spiegel», und das Bemühen des Autors ist erkennbar, die Gründe für den Werdegang Köppels nachzuzeichnen. Allerdings ist es sonnenklar, dass es vom früheren Köppel zum aktuellen ein Weg nach unten ist, vom begabten Blattmacher zum Geisterfahrer auf der rechten Spur. Gesamtnote: 3,5.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2015/43/schweiz-roger-koeppel-parlament" target="_blank"><strong>4. «Die Zeit»: Die pointillistische Version</strong></a><br />
Das gepflegte Organ nachdenklicher Schreibe, personifiziert im Elder Statesman und Herausgeber Helmut Schmidt selig, nahm sich unter dem Titel «Die Wut der Worte» des «Schweizer Publizisten Roger Köppel» an, der «gegen Flüchtlinge polemisiert» und nun «im Parlament sitzt». Da dieses Porträt kurz nach Köppels Wahl in den Nationalrat geschrieben wurde, zeichnet es nur das Erweckungserlebnis des Neupolitikers nach: «Am Anfang dieser Karriere stand ein Interview mit Christoph Blocher, dem Multimilliardär und Volkstribun. Im Jahr 2000 diskutierten die beiden über militärische Führungstechniken. Köppel, Sohn einer Sekretärin und eines Bauunternehmers, hat ein Faible für erfolgreiche alte Männer. Da wird der sonst so laute Köppel leise, regelrecht unterwürfig. Typen wie Putin und Berlusconi faszinieren ihn.» Die «Zeit» konzediert Köppel rhetorische Brillanz, indem sie einen Auftritt in der «Arena» beschreibt: «Was als nette Plauderei gedacht ist, menscheln sollte, nutzt Köppel. Er reißt das Ruder an sich. Greift den Sozialdemokraten Guldimann an, rattert seine Parolen herunter. In der direkten Konfrontation lebt Köppel auf. Dabei beweist er oft Humor, manchmal auch Selbstironie – immer wieder untermalt von diesem Lachen, das ihn spontan überfällt. Vor allem aber schafft es Köppel, seine Argumentation mit Werten zu verbinden, die viele teilen, im Grunde auch die meisten seiner Gegner: Selbstbestimmungsrecht der Völker, Asyltradition der Schweiz, Europa der Nationen, Demokratie, Unabhängigkeit und ein Schuss Anarchie. Köppel dreht das einfach anders. Er spricht bildhaft, in giftigen Wortkonstrukten. Die deutsche Bundeskanzlerin wird bei ihm zur ‹Schlepperkönigin Merkel›. Er sagt: ‹Wir können nicht ganz Afrika in Europa aufnehmen.› Über das Bild eines überfüllten Flüchtlingsbootes, das als Symbolbild für Europas Versagen durch die Medien ging, setzt er in seinem Blatt die Schlagzeile: ‹Afrikas Schuld›.»</p>
<p>Es ist nicht wirklich ein Porträt von Mensch und Werk, sozusagen die pointillistische Version mit einigen hingehauchten Tupfern. Dafür gibt es Abzug in der Inhaltsnote, aber dennoch die Gesamtnote 4,5.</p>
<p><a href="http://www.blick.ch/storytelling/2017/koeppel/" target="_blank"><strong>5. «Blick»: Klischeefreie Annäherung</strong></a><br />
Unter dem Titel «Der Köppel» tut der «Blick» etwas Unerhörtes: Er produziert ein üppig bebildertes und ausgestattetes Lesestück, das er in seiner Print-Ausgabe auf vollen zwei Seiten ausrollt und im Internet als Longform laufen lässt. Genügend Platz, um Biographie, Werdegang und aktuelles Wirken zu porträtieren: «Vom Journalisten zum Politiker, der auch eine Zeitschrift herausgibt.» Hier dürfen sogar namentlich genannte Mitarbeiter der «Weltwoche» ihren Chef kritisieren, dem auch die Möglichkeit eingeräumt wird, darauf zu replizieren. Beschreibungen wie «ohne intellektuelles Blutvergiessen geht es nicht» oder «Köppel mag es aggressiv, spitz und fulminant» sind durchaus akzeptabel, die Häme des Ringier-Verlags gegen seinen Konkurrenten hält sich in Grenzen: «Für Köppel ist das Parlament eher Bühne denn Wirkungsort. Er nächtigt während der Session oft im Fünfsternehotel Bellevue, dem besten Haus am Platz. First Class politique.»</p>
<p>Richtig spitz wird der «Blick» nur an einer Stelle: «Seine Weltsicht hat sich verengt, die Provokationen werden plumper. Anfang 2016 verharmloste Köppel in einem Editorial Reichsfeldmarschall Hermann Göring, die Nummer 2 in Nazi-Deutschland. Er zitierte leicht bewundernd aus einer 40 Jahre alten Biografie, ohne Görings Befehle zur «Endlösung der Judenfrage» zu erwähnen. Diese Huldigung war kein «Soufflieren des intelligenten Tischgesprächs», wie er den Anspruch der «Weltwoche» gern anpreist. Seine Abneigung gegenüber dem sogenannten «Mainstream» führte da den einstigen Studenten der Politischen Philosophie in die Sackgasse der Geschichtsvergessenheit.» Aber: Im umfangreichen «Blick»-Lesestück, moderner als «Storytelling» verkauft, fehlen drei Begriffe, die sonst untrennbar mit Köppel-Porträts verbunden sind: Rechtspopulist, Hetzer, Fremdenfeind. Hier wurde offensichtlich versucht, dem Porträtierten näherzukommen, ihn facettenreich darzustellen oder ganz einfach: ihm gerecht zu werden und das Urteil dem Leser zu überlassen. Wird kritisiert, bekommt Köppel fast immer Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Wird auf Widersprüche bei ihm hingewiesen, darf er widersprechen.</p>
<p>So ist durchaus auch die abschliessende Bilanz des Artikels erlaubt: «Würde der Journalist Köppel von einst über den Politiker Köppel von heute ein Porträt schreiben – er könnte es sich nicht verkneifen, den Begriff des «politischen Aktivdienstes» an sein Ende zu formulieren: Auf dem Schlachtfeld der Ideologien werden auch die klugen Köpfe zu Soldaten. Roger Köppel war der verheissungsvollste von ihnen.» Das reicht immer noch für eine Gesamtnote von 5,5. Begleitet vom Wunsch, dass die Autoren des Artikels ihn im Hause Ringier mit seinem Vordenker und Strippenzieher Frank A. Meyer, der Roger Köppel fast so sehr verabscheut wie den «Führer aus Herrliberg», überleben mögen.</p>
<p><strong>Epilog</strong><br />
Der Autor dieses Meta-Porträts veröffentlicht ab und an Artikel in der «Weltwoche». Ich schätze an Roger Köppel, dass er mir diese Plattform bietet. Zumal ich ihn mehrfach öffentlich auf das schärfste kritisierte und im Zusammenhang mit der Hildebrand-Affäre seinen Rücktritt forderte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/11/wie-mache-ich-mir-ein-feindbild/">Wie mache ich mir ein Feindbild?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Tragt dem Nachrichtenmagazin Sorge!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/01/03/tragt-dem-nachrichtenmagazin-sorge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[René Zeyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jan 2017 08:20:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Rudolf Augstein]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jakob Augstein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das «Sturmgeschütz der Demokratie», wie es sein Gründer Rudolf Augstein nannte, ist in die Jahre gekommen. Es feiert seinen 70. Geburtstag, feiern wir mit. «Der Spiegel» ist weiterhin unverzichtbar, aber beim Rückblick kommt Nostalgie auf. Montag war «Spiegel»-Tag. Das galt für die deutsche Politik, das galt für ach so viele Leser, die sich für Politik, <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/03/tragt-dem-nachrichtenmagazin-sorge/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das «Sturmgeschütz der Demokratie», wie es sein Gründer Rudolf Augstein nannte, ist in die Jahre gekommen. Es feiert seinen 70. Geburtstag, feiern wir mit. «Der Spiegel» ist weiterhin unverzichtbar, aber beim Rückblick kommt Nostalgie auf.<br />
<span id="more-33093"></span><br />
Montag war «Spiegel»-Tag. Das galt für die deutsche Politik, das galt für ach so viele Leser, die sich für Politik, Kultur, Gesellschaft und einen informierten Blick in die Welt interessierten. Dazu für gnadenlos gut geschriebene Artikel und immer wieder journalistische Sternstunden in Form von Reportagen. Vor einigen Jahren, nach immer lustloserem Durchblättern, fand ich heraus, dass es auch ein Leben ohne «Spiegel» gibt. Daran änderte auch die Verlegung auf den Erscheinungstermin Samstag nichts. Warum? Wohl weil das Sturmgeschütz Ladehemmung bekam, vieles beliebig wurde, vorhersehbar, repetitiv. Meinung, Kommentar und Rechthaberei immer mehr ersetzten, zu «schreiben, was ist» (auch von Augstein).</p>
<p>Welche Skandale hat der «Spiegel» in den 70 Jahren seiner Geschichte aufgedeckt: Den Fall Flick und die gekaufte Demokratie mit Parteispenden, die Affäre um die «Neue Heimat», welche dicken Bretter bohrte er in der Finanzkrise eins, wie intelligent vermied er, sich an der Ausschlachtung irgendwelcher «Leaks» zu beteiligen, die das Image des Investigativjournalismus ruinierten. Neuerdings ist er auch auf diesen Zug aufgesprungen und verwertet die sogenannten «Fussball-Leaks», die ihm von einer eher obskuren Quelle zugespielt wurden. Dafür war er bei Snowden und der NSA vorne dabei, und, und, und.</p>
<p>Über welche Ressourcen verfügt der «Spiegel» bis heute: Seine Journalisten dürfen noch recherchieren, vor Ort sein, Teams bilden, unterstützt von einer Dokumentationsabteilung, die alleine schon grösser ist als die gesamte Belegschaft einer gehobenen Tageszeitung. Mit berechtigtem Stolz führt er die 14 Stationen vor, vom Manuskript des Autors bis zum Druck, die jeder Artikel durchläuft. Welch andere Welt im Vergleich zu allen übrigen deutschsprachigen Medienerzeugnissen. Wo der Redaktor nur mit Hilfe eines Korrekturprogramms sein Werk direkt ins vorgegebene Layout fliessen lässt, oberhalb von telefonieren, skypen, googeln und viel Copy-and-paste nicht recherchiert, ein überforderter Tageschef entscheidet, welche News mit wie vielen Zeilen auf engem Raum ins Blatt kommen, und der Chefredaktor lediglich überprüft, ob die Inhalte Kosten verursachenden juristischen Ärger geben oder ob einer der wenigen verbleibenden Grossinserenten sauer werden könnte. Und über allem schwebt die Klickrate im Internet auf Grossbildschirmen im Newsroom.</p>
<p>Der «Spiegel» kann es sich noch leisten, Mächtigen und Wichtigen auf die Füsse zu treten, ohne Furcht vor den wohlbestückten Legal Departments von Banken, Grosskonzernen und ohne Rücksichten auf politische Befindlichkeiten. Er kann sich immer noch an seinen ewigen Vorbildern messen, «Time», «New York Times» und gelegentlich sogar am «New Yorker». Ab und an auch am «Wall Street Journal», der «Financial Times» und dem «Economist». Vom englischsprachigen Journalismus hat er auch den Sound übernommen, der ihm seinen einmaligen Ton gab, weshalb lange Jahre die meisten Artikel nicht gezeichnet waren. Die Message stand im Vordergrund, nicht der Autor. Mit ganz wenigen Ausnahmen wie Gerhard Mauz, dem Übervater der Gerichtsberichterstattung, bis heute das unerreichte Vorbild für alle. Hier lässt sich der Niedergang personifizieren. Seine Nachfolgerin Gisela Friedrichsen erwies sich nicht nur im Fall Kachelmann als eitle Selbstdarstellerin, die sich in Talkshows und unzähligen Medienauftritten selbst für wichtiger hält als die von ihr zu beschreibenden Rechtsfälle.</p>
<p>Die Abwege, auf die der «Spiegel» geraten ist, lassen sich an zwei Titelblättern festmachen. «Stoppt Putin» fordert das eine, das andere rief «Das Ende der Welt» aus, illustriert mit einer Supernova in Form einer Trump-Fratze, die die Erde verschlingt. Und während Rudolf Augstein in seinen späten Jahren immer kantigere, aber gleichbleibend intelligente Kommentare schrieb, darf inzwischen sein Adoptivsohn Jakob Augstein davon faseln, dass in den USA der Faschismus an die Macht gekommen wäre, weil Trump ein Faschist sei. Auch im seit einiger Zeit eingeführten Leitartikel geht es in der Jubiläumsausgabe um alles: «Unsere Art zu leben, die Pressefreiheit, viele andere Freiheiten und die Demokratie des Westens stehen auf dem Spiel.» Als ob das seit 1947 jemals anders gewesen wäre. Bei allem trotzigen Aufbegehren gegen Vorwürfe wie «Lügenpresse» und die Troll-Armeen des Internets, die Journalismus zu einer Leistung ohne Wert machen, die in Blogs, Foren und Social Media meist auch nichts wert ist: Es herrscht Verunsicherung im «Spiegel». Auch wenn «Spiegel online» eine der ganz wenigen News-Webseiten ist, für die viele Leser auch bezahlen würden (und es auch tun): Wo soll die Reise hingehen? Längst ist jeder Tag «Spiegel-Tag», seit vielen Jahren hat das Nachrichtenmagazin sein Alleinstellungsmerkmal verloren, seit es die von ihm anfänglich überheblich unterschätzte Konkurrenz «Focus» gibt. Längst sind die «Spiegel»-Interviews mit dem ewigen Schlusssatz «wir danken Ihnen für dieses Gespräch» nicht mehr immer Kabinettsstückchen eines redigierten und konzentrierten Dialogs, immer seltener werden die grossen Reportagen, immer mehr verdrängen Fotos und Kurzfutter längere Lesestücke.</p>
<p>Natürlich, der Zeitgeist, das Wisch-und-Weg-Konsumverhalten gegenüber Welterklärungsversuchen, die naturgemäss komplizierte Sachverhalte nicht auf wenige Schlagwörter reduzieren können. Die ewige Suche nach einem den Kioskverkauf steigernden Titel, wo Sex, Gesundheit, Schlankheitskuren, Glück oder Liebe das Pièce de Resistance, Hitler und das Dritte Reich, einrahmen. Das anhaltende Nachhecheln hinter jedem Earthshaker, Krieg, Katastrophe, Unfall, Mordfall, ohne zu beachten, dass fast alles, was am Schluss gedruckt im Blatt steht, schon längst von den elektronischen Medien im Internet abgetrocknet wurde. Und, fatal, die Teilhabe am Mainstream, am Justemilieu, wo aus Unsicherheit und Verwirrung geborene Rechthaberei, missionarischer Eifer, das Behaupten des vermeintlich Richtigen und das Verurteilen des angeblich Falschen, also die apodiktische Meinung immer mehr die Nachricht, Analyse, Einordnung, Argumentationshilfe ersetzt.</p>
<p>Im grossen Jubiläumsstück setzt eine der wenigen verbliebenen Edelfedern, der «Senior Writer» wie es auf seiner Visitenkarte so schön heisst, Ullrich Fichtner, zur grossen Abrechnung mit den aktuellen Zeiten an. Er raunt von einer möglicherweise bevorstehenden Revolution, räumt selbstkritisch ein, dass der Vorwurf «im Einzelfall» durchaus berechtigt sei, dass ein «pflichtvergessener Politik- und Medienbetrieb» die Sorgen und Nöte der Bürger allzu lange ignoriert habe und nun «die Quittung dafür» bekomme. Dann teilt er aber kräftig aus und beklagt das unkontrollierte Wirken von Google, YouTube, Facebook, Twitter und Apple, das Versagen der Politik, das ungerechtfertigt schlechte Abschneiden von Medien in Sachen Glaubwürdigkeit, um die es im Übrigen, man muss nur die richtigen Statistiken hernehmen, gar nicht so übel stünde. Und malt das Idealbild an die Wand: «Der klassische Journalismus verknüpft den Akt der Publikation mit der Prüfung von Faktizität und Relevanz. Er liefert ein Wertgerüst für das öffentliche Sprechen.» Eine schöne Definition des Medienwissenschaftler Pörksen, die Fichtner da zitiert. Aber wird ihr der «Spiegel» selbst denn gerecht? Ist das nicht mehr Ausdruck von Nostalgie als eine taugliche Handlungsanleitung für heute? Ist es nicht symbolisch, dass sich in dieser Serie anlässlich des 70. Geburtstags im nächsten Heft Hans Magnus Enzensberger zu Wort melden wird? Der letzte grosse deutsche Feuilletonist und Denker, aber immerhin auch schon 88 Jahre alt. Also wo soll’s denn hingehen in den nächsten 70 Jahren «Spiegel»? Aus der Vergangenheit in die Zukunft, aber wie?</p>
<p>Wo es mit der Welt hingeht, weiss Fichtner: «So viel Argwohn, so viel Hass gegen die Macht und die Mächtigen war nach dem Krieg kaum je, höchstens Ende der Sechzigerjahre. Damals endete eine Epoche. Und eine neue begann.» Das mag ja so sein, aber wie will der «Spiegel» diese Epochenwende, gar das mögliche «Ende der Welt», widerspiegeln? Vielleicht war ja ein Spritzer Selbstkritik in der Unterzeile unter dieser unsäglichen Reaktion auf den Sieg Trumps, denn sie lautete: «wie wir sie kennen». Oder stellen wir die Frage anders: Was ist das für eine Welt, zumindest eine Medienwelt, in der «Der Spiegel» immer mehr Recherche und Reportage durch Rechthaberei ersetzt, Aufdeckung, Einordnung und Analyse durch Handlungsanleitung und Ratschläge – und dennoch unverzichtbar bleibt? Eigentlich gelesen (und gekauft!) werden muss, weil sein mögliches Verschwinden eine Lücke hinterliesse, die im deutschen Sprachraum bislang durch nichts Gleichwertiges, geschweige denn Besseres ersetzt werden könnte. Weil ohne ihn die Mächtigen ruhiger schlafen würden, so viele Schweinereien unaufgedeckt blieben. Man ist versucht, seinen Mitarbeitern, die ja auch Mehrheitsbesitzer sind, zuzurufen: Tragt dem Nachrichtenmagazin Sorge. Spielt wieder mehr den alten Rock’n’Roll des Journalismus: hinschauen, hingehen, recherchieren, beschreiben. Die Welt widerspiegeln, nicht die eigene Befindlichkeit. Und im Hinterkopf immer die wohl beste Definition des Handwerks von George Orwell: «Journalismus heisst, etwas zu drucken, von dem jemand will, dass es nicht gedruckt wird. Alles andere ist Public Relations.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/03/tragt-dem-nachrichtenmagazin-sorge/">Tragt dem Nachrichtenmagazin Sorge!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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