DOSSIER mit 19 Beiträgen

Bücher

Die Geister, die wir riefen

Die stellvertretende Chefredaktorin des «Spiegel» erklärt in dieser Hausmitteilung, warum das Nachrichtenmagazin das Buch «Finis Germania» von der Bestenliste entfernt hat: Man wolle einem Werk, das die Chefredaktion als «rechtsradikal, antisemitisch und geschichtsrevisionistisch» eingestuft hat, keine Plattform bieten – zumal der Verkaufserfolg allein daher rühre, dass ein «Spiegel»-Redaktor zuvor das Werk mit einem Kniff bei Weiterlesen …

Weitere Beiträge aus diesem Dossier

Bibliothek zeigt Buchklassiker als Instagram-Storys

Alt trifft neu: Die New York Public Library bewirbt Buchklassiker mit aufwändig gestalteten Instagram-Storys. Dazu hat sie die Textausgabe mit animierten Grafiken angereichert und online gestellt. Der Nutzer kann so das ganze Buch am Smartphone lesen oder auch nur durch die Grafiken klicken. Zu den ersten Titeln, die als #InstaNovels produziert wurden, gehören «Alice im Wunderland» von Lewis Carroll und «Die Verwandlung» von Franz Kafka. Die Agentur, die das Projekt umgesetzt hat, findet Instagram eine passende Plattform für Bücher: «Instagram schuf unwissentlich das perfekte Bücherregal für diese neue Art von Online-Romanen. Vom Umblättern der Seiten bis hin zur Daumenhaltung beim Lesen ist die Erfahrung bereits unverkennbar wie das Lesen eines Taschenbuchromans.»

Sarrazin auf Kriegsfuss mit den Fakten

Die Süddeutsche Zeitung nennt das neue Buch von Thilo Sarrazin das «verlegerische Unglück» des Jahres. Das meint Rezensentin Sonja Zekri vor allem mit Blick auf den Umgang Sarrazins mit den Fakten. Beispiel: Die islamische Welt kenne bis ins 20. Jahrhundert weder Literatur noch planvollen Städtebau, behauptet Sarrazin: «Eine eigenständige islamische Baukultur hat sich nie entwickelt.» Könnte man für solchen Unsinn ein lebenslanges Zutrittsverbot der Alhambra verhängen, es wäre mehr als verdient, kommentiert Zekri. Das sei vor allem für all jene Leserinnen und Leser ein Problem, die meinen, sich mit dem Buch kritisch informieren zu können.

Ad Content

Bibliotheken tun sich schwer mit dem digitalen Wandel

Klingt eigentlich einfach, erweist sich in der Praxis aber als umständlich und kompliziert: Bibliotheken bieten vermehrt elektronische Bücher zur digitalen Ausleihe an, auch bekannt als «Onleihe». Eine erste Hürde stellt die Software dar. Die Nutzung der e-Books erfordert die Installation einer datenhungrigen Plattform von Adobe. Damit soll sichergestellt werden, dass nur die dazu berechtigten Personen das Buch ausleihen können. Das sei ein Problem, findet Arne Cypionka, der sich das System für Netzpolitik.org genauer angeschaut hat: «Diejenigen, die Bücher rechtmässig ausleihen, werden vor grössere Schwierigkeiten gestellt als solche, die die e-Books unrechtmässig herunterladen.»

Wandel oder Niedergang des Buchmarkts?

Eine Studie des Deutschen Buchhandels sorgt für Aufregung. Auf den ersten Blick sehen die Befunde dramatisch aus: Innert vier Jahren sechs Millionen Käufer weniger! «Waren es 2012 noch 36,9 Millionen, die mindestens ein Buch im Jahr gekauft haben, waren es 2016 nur noch 30,8 Millionen. Im ersten Halbjahr 2017 kauften noch mal 600’000 Personen mehr kein Buch», zitiert Tages-Anzeiger Kulturchef Martin Ebel die zentralen Befunde. Vergleichbare Zahlen für die Schweiz gibt es keine. Doch das Bild ist differenzierter als es die nackten Zahlen vermuten lassen würden, wie Ebel im Gespräch mit den Verlagen erfährt. Grundsätzlich läuft es heute so, dass der allgemeine Rückgang mit einzelnen Spitzentiteln kompensieren kann. «Es geht kontinuierlich zurück, nicht disruptiv wie im Musikgeschäft», wird Jo Lendle vom Münchner Hanser Verlag zitiert.

Roger Schawinskis fanatische Jagd nach dem Bösen in der Welt

«Verschwörung!» – so heisst Roger Schawinskis neues Buch. Es liest sich über weite Strecken als Kampfschrift, als persönliche Abrechnung – und ist weit entfernt von journalistischer Objektivität. Viele werden sich an die SRF-Arena vom 24. Februar 2017 zum Thema «Trumps Krieg» erinnern. Zwischen Moderator Jonas Projer und Historiker Daniele Ganser kam es zum Eklat. Mittendrin: Roger Schawinski. Weiterlesen …

Ad Content

Roger gegen Daniele

Das neue Buch von Roger Schawinski über Verschwörungstheorien liest sich wie eine packende persönliche Auseinandersetzung mit Daniele Ganser. Neue Einsichten über Verschwörungstheorien finden sich allerdings kaum. «Ich hatte die Mail am 26. Januar an SRF Journalist Peter Höllrigl geschickt, den Redakteur der Einstein Sendung, in der er mich ich als «Verschwörungstheoretiker» diffamiert hatte. Ich hatte Weiterlesen …

Die Bibliothek der Zukunft

Früher waren sie Kathedralen des Wissens und Hort der Bildung. Heute fragt man sich, wozu es sie noch braucht, wenn man alles im Internet nachlesen kann. «Kulturplatz» will wissen, wie die Bibliothek der Zukunft aussieht und warum sie auch im digitalen Zeitalter alles andere als überflüssig ist.