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	<title>Digitalswitzerland | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Fri, 07 Jan 2022 11:41:27 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Affäre Walder: Fahrlässige Schützenhilfe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jan 2022 08:39:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalswitzerland]]></category>
		<category><![CDATA[Medienförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Walder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er habe seine Medien angewiesen, mit ihrer Corona-Berichterstattung die Regierung zu unterstützen. Diese Aussage von Marc Walder geriet zum Skandal. Auch wenn der Ringier-CEO relativiert und die Redaktionen auf ihre Unabhängigkeit pochen, leistet Walder den Gegnern einer ausgebauten Medienförderung fahrlässigerweise Schützenhilfe. Das erinnert an einen ähnlichen Vorgang vor einem Jahr. Als Marc Walder am Swiss <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/07/affaere-walder-fahrlaessige-schuetzenhilfe/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Er habe seine Medien angewiesen, mit ihrer Corona-Berichterstattung die Regierung zu unterstützen. Diese Aussage von Marc Walder geriet zum Skandal. Auch wenn der Ringier-CEO relativiert und die Redaktionen auf ihre Unabhängigkeit pochen, leistet Walder den Gegnern einer ausgebauten Medienförderung fahrlässigerweise Schützenhilfe. Das erinnert an einen ähnlichen Vorgang vor einem Jahr.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Facepalm-Marc-Walder-Ringier-20220106b.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-93832" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Facepalm-Marc-Walder-Ringier-20220106b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Facepalm-Marc-Walder-Ringier-20220106b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Facepalm-Marc-Walder-Ringier-20220106b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Facepalm-Marc-Walder-Ringier-20220106b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Facepalm-Marc-Walder-Ringier-20220106b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Als Marc Walder am Swiss Media Forum im vergangenen Oktober während einer Podiumsdiskussion zu einer Standpauke ansetzte, wusste er noch nicht, dass auch er bald ins Visier geraten würde. Walder kritisierte damals mit scharfen Worten die <a href="https://vimeo.com/613599198#t=4m50s" rel="noopener" target="_blank">Ad-hominem-Attacken</a> auf die Verleger Michael Ringier, Peter Wanner und Pietro Supino im anrollenden Abstimmungskampf um das Massnahmenpaket zugunsten der Medien: «Ich schäme mich zutiefst, dass Vertreter dieser Industrie diese primitive Kampagne fahren.»</p>
<p>Die Gegner einer ausgebauten Medienförderung – selbst Journalisten und Verleger – hatten sich frühzeitig darauf eingeschossen, dass auch Grossverlage wie Ringier, Tamedia und CH Media zusätzlich von Subventionen profitieren sollten. Walder störte sich insbesondere daran, dass die privaten Wohn- und Vermögensverhältnisse der Verleger als Argumente gegen das Medienpaket herhalten sollten. «Das ist primitivster Populismus und primitivste Polemik», geisselte der Ringier-Chef die Kampagne. Seit Silvester steht Marc Walder selbst in deren Visier.<br />
</p>
<p>Vor fast einem Jahr, am 3. Februar 2021, äusserte sich Walder anlässlich eines Online-Talks der Schweizerischen Management Gesellschaft SMG zum publizistischen Rollenverständnis Ringiers während der Corona-Pandemie. Auf die Frage, wie er grundsätzlich die Aufgabe der Medien in der Pandemie sehe, antwortete Walder: «Wir hatten in allen Ländern, wo wir tätig sind – und da wäre ich froh, wenn das in diesem Kreis bleibt – auf meine Initiative hin gesagt: ‹Wir wollen die Regierung unterstützen durch unsere mediale Berichterstattung, dass wir alle gut durch die Krise kommen.›» Walders Bitte um Vertraulichkeit zeigt, dass er sich der Brisanz des Gesagten bewusst war. Und möglicherweise lieferte er mit dem Hinweis gleich selbst den Anstoss, dass seine aufgezeichnete Aussage den begrenzten Kreis der damals Zuhörenden verliess.</p>
<blockquote><p>Die Aussage Walders wäre dann ein Skandal, wenn er tatsächlich eine Stallorder herausgegeben hätte.</p></blockquote>
<p>Auf jeden Fall fand Walders heikle Einlassung den Weg zum Referendumskomitee gegen das <a href="https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/abstimmungen/20220213/bundesgesetz-ueber-ein-massnahmenpaket-zugunsten-der-medien.html" rel="noopener" target="_blank">Massnahmenpaket zugunsten der Medien</a>. An Silvester, fast elf Monate nach der SMG-Diskussionsrunde, veröffentlichte Philipp Gut die kompromittierende Videosequenz auf <a href="https://archive.ph/JOkgs" rel="noopener" target="_blank">nebelspalter.ch</a> in einem Artikel mit dem Titel: «Marc Walder zwang alle Redaktionen der Ringier-Medien weltweit auf Regierungskurs». Dass der Autor dieser Enthüllung als <a href="https://archive.ph/N7Tf2" rel="noopener" target="_blank">Geschäftsführer des Referendumskomitees</a> gegen die ausgebaute Medienförderung amtet, erfährt man nicht.</p>
<p>Nach den Verlegern, die sich mit Subventionen ihren Reichtum finanzieren, nun also ein Medienchef, der seine Redaktionen auf Regierungskurs bringt. Das Referendumskomitee und ihm Gleichgesinnte sehen in der Walder-Aussage einen Beleg für den zweiten zentralen Argumentationsstrang seiner Kampagne gegen die Medienförderung: Medien kungeln mit der Macht und Subventionen würden die Staatshörigkeit nur noch verstärken.</p>

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<p>Die Aussage Walders wäre dann ein Skandal, wenn sie dem entsprächen, was jene flugs hineininterpretierten, die schon immer gewusst haben wollten, dass die Ringier-Redaktionen von oben gelenkt werden; wenn also Walder tatsächlich eine Stallorder herausgegeben hätte, wie die Redaktionen über Corona berichten sollten und die Medienschaffenden nach seiner Anweisung handelten.</p>
<blockquote><p>Wer den «Beobachter» kennt und liest, wird leicht bestätigen können, dass sie nicht auf Geheiss von oben berichten.</p></blockquote>
<p>Dem sei nicht so, betonen nun verschiedene Ringier-Medien in Stellungnahmen, die sie in den letzten Tagen öffentlich machten. <a href="https://archive.ph/YGZaB" rel="noopener" target="_blank">Gemäss «Beobachter»</a>, ein Magazin, das Ringier mitherausgibt, «finden weder Absprachen noch Vorgaben geschweige denn Einflussnahmen von Seiten Verwaltungsrat, Management oder Verlag statt». Das hielt die Redaktion am vergangenen Dienstag in einer Hausmitteilung fest. Der «Beobachter» sei «einzig dem guten Journalismus und seinem Versprechen gegenüber den Leserinnen und Lesern verpflichtet». Wer den «Beobachter» kennt und liest, wird das leicht bestätigen können.</p>
<p>Was Walder meinte, aber nicht so gesagt hatte, erklärte er in einem <a href="https://archive.ph/CS2Dn" rel="noopener" target="_blank">Interview mit der NZZ</a>: «Die Redaktionen von Ringier stützen sinnvolle und wichtige Massnahmen wie Maskentragen, Testen und Impfen», so Walder. Das deckt sich mit dem, was die Behörden im Kampf gegen die Corona-Pandemie empfehlen.</p>
<blockquote><p>Zweimal hatte Walder selbst in die Tasten gegriffen, um die Behörden für Mängel bei der Krisenbewältigung zu schelten.</p></blockquote>
<p>Man kann diese Massnahmen natürlich auch für sinnvoll halten, unabhängig davon, was die Regierung tut und lässt. Entsprechend ist die Berichterstattung der «Blick»-Gruppe einzuordnen. In Sachen Corona lag die zwar über weite Strecken auf Regierungslinie, fiel aber regelmässig auch mit Kritik auf. «Wir haben nie verhehlt, dass wir viele der Massnahmen richtig finden und die Impfung für das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Pandemie halten», schreibt die <a href="https://archive.ph/PrvRZ" rel="noopener" target="_blank">Chefredaktion der «Blick»-Gruppe</a> in einer öffentlichen Stellungnahme. Und ja, es treffe zu, «dass sich der Chefredaktor der Blick-Gruppe und der Ringier-CEO regelmässig austauschen. Manchmal ist man gleicher Meinung, manchmal nicht». Weil <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Walder" rel="noopener" target="_blank">Walder</a> mit «Sonntagsblick» und «Schweizer Illustrierte» früher selbst einmal zwei wichtige Ringier-Titel als Chefredaktor geleitet hatte, findet dieser Austausch quasi auf Augenhöhe statt; schliesslich bleibt man sein Leben lang Journalist. Aber heute trägt Walder die unternehmerische und verlegerische Verantwortung.</p>
<p>Zum Verhältnis zwischen Verlag und Redaktion sagte der altgediente Journalist Karl Lüönd, der Ringier sehr gut kennt, einmal treffend: Er habe in seiner langen Zeit als Medienmacher keinen Journalisten getroffen, der nicht in «vorauseilendem Gehorsam» die Interessen des Verlags vertreten habe: «Da braucht es keine Stallorder von oben», so Lüönd 2011 gegenüber der Zeitung «Sonntag».</p>
<blockquote><p>Aber wie kommt Walder überhaupt auf die Idee, Medien müssten die «Regierung unterstützen»?</p></blockquote>
<p>In ihrer Stellungnahme betont die Chefredaktion der «Blick»-Gruppe, dass sie unzählige Male Bundesrat und Kantonsregierungen kritisiert habe. Das tat auch Marc Walder selbst in den «Blick»-Medien. Zweimal hatte der Chef persönlich in die Tasten gegriffen, um die Behörden für Mängel bei der Krisenbewältigung zu schelten. Im Herbst 2020 kritisierte der Ringier-Chef mit scharfen Worten den <a href="https://archive.ph/UuzEJ" rel="noopener" target="_blank">Entscheid des Bundesrats</a>, Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen wieder zuzulassen angesichts einer stark steigenden Infektionsrate. Ein halbes Jahr später problematisierte Walder in einem Kommentar die <a href="https://archive.ph/h2z2H" rel="noopener" target="_blank">Unfähigkeit der Behörden</a> beim Einsatz digitaler Hilfsmittel zur Bewältigung der Pandemie.</p>
<p>Aber wie kommt Walder überhaupt auf die Idee, Medien müssten die «Regierung unterstützen»? Bei der Bewältigung einer anderen gesellschaftlichen Herausforderung unterstützt Walder tatsächlich die Regierung unter tatkräftiger Mithilfe der Ringier-Medien. Mit der von ihm angestossenen Initiative <a href="https://digitalswitzerland.com/de/" rel="noopener" target="_blank">«Digital Switzerland»</a> will er der Schweiz im Allgemeinen und den Behörden im Speziellen digital auf die Sprünge helfen. «Blick» &#038; Co. dienen dabei regelmässig als <a href="https://www.google.com/search?sxsrf=AOaemvIptlbRhbzSj2OMwd0zF7Hd8y9xWA:1641501785740&#038;q=%22Digitalswitzerland%22+site:blick.ch&#038;spell=1&#038;sa=X&#038;ved=2ahUKEwjZvNjW_p31AhU0RuUKHaIBDoIQBSgAegQIARA3&#038;biw=1280&#038;bih=607&#038;dpr=2" rel="noopener" target="_blank">Plattform für Berichte und Beilagen</a> im Sinne ihres CEO. Anders als die Corona-Bekämpfung polarisiert das Thema Digitalisierung nicht wirklich; alle sind irgendwie dafür. Doch vor einem Jahr lief etwas schief.</p>
<blockquote><p>Mit seiner unbedachten Äusserung goss Ringier-CEO Walder Wasser auf die Mühlen der Gegner einer ausgebauten Medienförderung.</p></blockquote>
<p>Als «Digital Switzerland» im Vorfeld der Abstimmung über das E-ID-Gesetz in den Ringier-Medien <a href="https://medienwoche.ch/2021/03/12/native-advertising-nach-e-id-abstimmung-entzaubertes-wundermittel/" rel="noopener" target="_blank">mit Propagandaartikeln</a>, die als redaktionelle Beiträge getarnt waren (sogenanntes politisches Native Advertising), für eine Zustimmung warb, <a href="https://twitter.com/dani_graf/status/1350408469896179714" rel="noopener" target="_blank">hagelte</a> es <a href="https://archive.ph/paXQP" rel="noopener" target="_blank">Kritik</a>. Obwohl Walder versicherte, mit der Anzeigen-Kampagne nichts zu tun zu haben, blieb ihm nur die Flucht nach vorn. Persönlich wies er daraufhin Redaktionen und Verlag an, künftig Native Advertising klar erkennbar als bezahlte Beiträge zu bezeichnen. Die Gegner der E-ID-Vorlage versuchten aus dem Fauxpas politisches Kapital zu schlagen, etwa indem sie öffentlichkeitswirksam eine <a href="https://archive.ph/EnF9f" rel="noopener" target="_blank">Sammelbeschwerde an den Presserat</a> einreichten. Auch ohne diesen Aufreger wäre das E-ID-Gesetz deutlich abgelehnt worden. 64 Prozent der Bevölkerung stimmten <a href="https://www.ejpd.admin.ch/ejpd/de/home/themen/abstimmungen/bgeid.html" rel="noopener" target="_blank">gegen die Vorlage</a>.</p>
<p>Bei der anstehenden Abstimmung über die Medienförderung rechnen alle mit einem äusserst knappen Ausgang. Mit seiner unbedachten Äusserung goss Ringier-CEO Walder Wasser auf die Mühlen der Gegner. Sollte das Medienpaket an der Urne scheitern, wird man nach Gründen suchen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/07/affaere-walder-fahrlaessige-schuetzenhilfe/">Affäre Walder: Fahrlässige Schützenhilfe</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Opa Köbi, Lukas Bärfuss, Marc Walder</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/01/16/opa-koebi-lukas-baerfuss-marc-walder/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Jan 2021 09:32:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Walder]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalswitzerland]]></category>
		<category><![CDATA[Lukas Bärfuss]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Opa Köbi sagt es freundlich, aber bestimmt Dafür, dass die Corona-Berichterstattung in einer gewissen Berechenbarkeit und Routine erstarrt ist, können die Redaktionen nichts. Das liegt in der Natur einer ausserordentlichen Lage. Dennoch kann es einem niemanden verübeln, wenn man nach Alternativen sucht. Und sie auch findet. Opa Köbi tauchte aus dem Nichts <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/16/opa-koebi-lukas-baerfuss-marc-walder/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-85007" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210116b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210116b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210116b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210116b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/01/MW-Good-Bad-Ugly-20210116b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Opa Köbi sagt es freundlich, aber bestimmt</h3>
<p>Dafür, dass die Corona-Berichterstattung in einer gewissen Berechenbarkeit und Routine erstarrt ist, können die Redaktionen nichts. Das liegt in der Natur einer ausserordentlichen Lage. Dennoch kann es einem niemanden verübeln, wenn man nach Alternativen sucht. Und sie auch findet.</p>
<p><a href="https://opakoebi.medium.com/" target="_blank" rel="noopener">Opa Köbi</a> tauchte aus dem Nichts auf. Und war immer wieder in meiner Twitter-Timeline. Der Anonymus (oder ist es eine Anonyma?) positioniert sich als Massnahmenbefürworter, aber genauso als Behörden- und Medienkritiker. Was ihn zuerst auszeichnet: Opa Köbi pflegt in seinem Blog einen gesitteten Ton, und hält nicht alle für Trottel, die nicht seiner Meinung sind.</p>
<p>Seit Mitte November notiert Opa Köbi auf Medium.com und Twitter seine Beobachtungen zur Pandemiebewältigung. Anlass zu seiner publizistischen Aktivität gab vermutlich der <a href="https://opakoebi.medium.com/unerh%C3%B6rt-ja-unerh%C3%B6rt-irref%C3%BChrend-79a7d1206fab" target="_blank" rel="noopener">Dokumentarfilm «Unerhört!»</a> des ehemaligen SRF-Moderators Reto Brennwald. In seinem ersten Beitrag listet Opa Köbi zehn «faktische Aussagen» aus dem Film auf, «die klar irreführend sind».</p>
<p>Und kürzlich ging es wieder um <a href="https://opakoebi.medium.com/was-unterdessen-jeder-%C3%BCber-covid-19-wissen-sollte-5c7bb7061155" target="_blank" rel="noopener">Reto Brennwald</a>, diesmal in dessen Rolle als Moderator einer Diskussionsrunde am Fernsehen. Wo andere auf der Inkompetenz der Teilnehmenden herumgeritten wären, nimmt Opa Köbi die Sendung zum Anlass, ein paar gesicherte Fakten zu Covid-19 zu wiederholen.</p>
<p>Mit seinem sachlichen Stil wird Opa Köbi in seiner Blog-Nische bleiben. Aber er zeigt auch, dass es Alternativen zu den selbsternannten «Alternativmedien» gibt.</p>
<h3>The Bad – Bärfuss und die Sargnägel</h3>
<p>Vom Sturm aufs Kapitol bis zu den letzten Sargnägeln für die SRG dauert es bei der Lektüre von Lukas Bärfuss nur zwei Minuten. Im <a href="https://www.blick.ch/meinung/kolumnen/lukas-baerfuss-ueber-den-sturm-aufs-kapitol-das-falsche-staunen-id16283071.html" target="_blank" rel="noopener">«Sonntagsblick»</a> veröffentlichte der Schriftsteller einen Essay zu den erschütternden Vorgängen in Washington. Darin betont Bärfuss die Bedeutung von unabhängigen Medien für eine funktionierende Demokratie, ob in den USA oder in der Schweiz.</p>
<p>Soweit so richtig (und wichtig). Doch was folgt, zeugt von einem eigenartigen Verständnis der schweizerischen Medienpolitik. So will Bärfuss beobachtet haben, dass das Parlament in Bern «eifrig die letzten Sargnägel» für den öffentlichen Rundfunk schmiede.</p>
<p>Wenn es in den letzten Jahren einen Sargnagel gegeben hatte, dann war das die «No Billag»-Initiative. Dass sie abgeschmettert wurde, wissen alle. Dass die SRG den Rückenwind nicht genutzt hat, den ihr das starke Votum der Stimmberechtigten mitgegeben hatte, liegt nicht an der Politik, sondern an der SRG selbst.</p>
<p>Wenn Bärfuss in einer <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20204671" target="_blank" rel="noopener">Motion</a>, die die SRG einer regelmässigen Prüfung durch die Eidgenössische Finanzkontrolle unterstellen will, einen Sargnagel erkennt, verkennt er die medienpolitische Realität. Es ist gerade im Sinne eines starken Service public, dass die öffentlichen Mittel, welche die SRG milliardenweise erhält, nicht in überdimensionierte Immobilien- und Software-Projekte verlocht werden. Sie sollen ins Programm, also in den Journalismus, fliessen. Auch und gerade darum haben linke Politikerinnen die Motion mitunterzeichnet. Und nicht, weil sie nützliche Idioten der SRG-Abschaffer sind, wie es Bärfuss darstellt.</p>
<h3>The Ugly – Ringier im Abstimmungskampf</h3>
<p>Besondere Umstände erfordern besondere Massnahmen. Da die geplante Einführung einer elektronischen Identität auf politischen <a href="https://www.e-id-referendum.ch/" target="_blank" rel="noopener">Widerstand stösst</a>, ziehen die Fürsprecher des neuen Gesetzes im Vorfeld der Abstimmung vom 7. März 2021 alle Register. Dazu gehört auch politisches Native Advertising; also Abstimmungspropaganda, im Kleid eines redaktionellen Beitrags.</p>
<p>Auf <a href="https://www.blick.ch/digital/abstimmung-zum-e-id-gesetz-darum-brauchen-wir-eine-elektronische-identitaet-id16253275.html" target="_blank" rel="noopener">blick.ch</a>, <a href="https://www.schweizer-illustrierte.ch/people/native-advertising/e-id-darum-brauchen-wir-eine-elektronische-identitat" target="_blank" rel="noopener">schweizer-illustrierte.ch</a> und <a href="https://www.bluewin.ch/de/campaign/darum-brauchen-wir-eine-elektronische-identitaet-531038.html" target="_blank" rel="noopener">bluewin.ch</a> steht seit gestern ein Artikel mit dem unverfänglichen Titel «Darum brauchen wir eine elektronische Identität», der die Vorzüge einer E-ID anpreist. Um den Schein redaktioneller Berichterstattung zu wahren, steht die Abstimmungsempfehlung in einer Textbox innerhalb des Artikels. Anstelle der Autorinnenzeile heisst es: «In Kooperation mit digitalswitzerland». Eine weitere Kennzeichnung als Polit-Werbung fehlt.</p>
<p>Dass das grenzwertige Werbeformat in Publikationen von Ringier und Swisscom auftaucht, ist kein Zufall. Sind doch die beiden Unternehmen Teil der Allianz <a href="https://digitalswitzerland.com/" target="_blank" rel="noopener">digitalswitzerland</a>, die Ringier-Chef Marc Walder 2013 ins Leben gerufen hatte und die sich jetzt für die umstrittene E-ID stark macht.</p>
<p>Wenn es um ein politisches Anliegen geht, dem der eigene Chef zum Durchbruch verhelfen will, werden auch mal die Spielregeln neu geschrieben. Anfang 2020 <a href="https://medienwoche.ch/2020/01/21/native-advertising-bei-tamedia-politwerbung-mit-taeuschungspotenzial/">hiess es bei Ringier</a> noch: «Politisches Native Advertising entspricht nicht der Policy der ‹Blick›-Gruppe.» Das gilt offenbar nicht mehr. Auf erneute Anfrage konnte die Sprecherin aber nicht erklären, warum jetzt plötzlich geht, was eigentlich nicht geht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/16/opa-koebi-lukas-baerfuss-marc-walder/">Opa Köbi, Lukas Bärfuss, Marc Walder</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ringier-Chef Walder will die digitale Schweiz voranbringen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/05/16/ringier-chef-walder-will-die-digitale-schweiz-voranbringen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalswitzerland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Marc Walder, der Chef des Schweizer Medienunternehmens Ringier, hat die Initiative &#8222;Digitalswitzerland&#8220; ins Leben gerufen. Er erklärt, warum es wichtig ist, programmieren zu können.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/16/ringier-chef-walder-will-die-digitale-schweiz-voranbringen/">Ringier-Chef Walder will die digitale Schweiz voranbringen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Marc Walder, der Chef des Schweizer Medienunternehmens Ringier, hat die Initiative &#8222;Digitalswitzerland&#8220; ins Leben gerufen. Er erklärt, warum es wichtig ist, programmieren zu können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/16/ringier-chef-walder-will-die-digitale-schweiz-voranbringen/">Ringier-Chef Walder will die digitale Schweiz voranbringen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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