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	<title>Edward Snowden | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 08 Sep 2020 10:43:52 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von Snowden enthülltes Überwachungsprogramm war illegal</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/09/08/von-snowden-enthuelltes-ueberwachungsprogramm-war-illegal/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Sep 2020 10:43:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Späte Genugtuung für den Whistleblower: Ein Gericht hat entschieden, dass die von ihm enthüllte Telefonüberwachung durch die NSA rechtswidrig war. Es geht dabei um die erste Enthüllung aus seinem Dokumentenfundus.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Späte Genugtuung für den Whistleblower: Ein Gericht hat entschieden, dass die von ihm enthüllte Telefonüberwachung durch die NSA rechtswidrig war. Es geht dabei um die erste Enthüllung aus seinem Dokumentenfundus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/09/08/von-snowden-enthuelltes-ueberwachungsprogramm-war-illegal/">Von Snowden enthülltes Überwachungsprogramm war illegal</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Permanent Record» von Edward Snowden: Zwischen Autobiografie und politischem Plädoyer</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/24/permanent-record-von-edward-snowden-zwischen-autobiografie-und-politischem-plaedoyer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Sep 2019 09:46:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Permanent Record]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben das Buch „Permanent Record“ von Edward Snowden gelesen und finden es empfehlenswert. Es beschreibt seine Enthüllungen als Making of und ist ein lesenswertes Plädoyer für Freiheit und gegen Massenüberwachung.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben das Buch „Permanent Record“ von Edward Snowden gelesen und finden es empfehlenswert. Es beschreibt seine Enthüllungen als Making of und ist ein lesenswertes Plädoyer für Freiheit und gegen Massenüberwachung.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/24/permanent-record-von-edward-snowden-zwischen-autobiografie-und-politischem-plaedoyer/">«Permanent Record» von Edward Snowden: Zwischen Autobiografie und politischem Plädoyer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Permanent Record»: Weil die wissen, was Sie tun</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/09/24/permanent-record-weil-die-wissen-was-sie-tun/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Paszti]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Sep 2019 09:44:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[Permanent Record]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie halten die Angst vor Überwachung für übertrieben? Whistleblower Edward Snowden hat gezeigt: Die Realität ist noch unfassbarer. Nun erscheint seine Autobiografie.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie halten die Angst vor Überwachung für übertrieben? Whistleblower Edward Snowden hat gezeigt: Die Realität ist noch unfassbarer. Nun erscheint seine Autobiografie.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/09/24/permanent-record-weil-die-wissen-was-sie-tun/">«Permanent Record»: Weil die wissen, was Sie tun</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Was macht eigentlich Edward Snowden?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/06/06/was-macht-eigentlich-edward-snowden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jun 2018 08:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch fünf Jahre nach den spektaktulären Enthüllungen der umfassenden Überwachungspraxis des amerikanischen Abhördienstes NSA lebt Edward Snowden irgendwo im Grossraum Moskau. Seine US-Papiere wurden für ungültig erklärt. An eine Rückkehr in sein Heimatland ist unter der Präsidentschaft Trump nicht zu denken, drohte der doch mehrmals im Wahlkampf mit der Todesstrafe für den Whistleblower. Snowden ist ein gefragter Fachmann für Informationssicherheit und Verschlüsselungstechnologie. Ein aktuelles Projekt, das er als Präsident der Nichtregierungsorganisation Freedom of the Press Foundation vorantreibt, sieht etwa vor, dass Whistleblower grössere Kontrolle über ihre Daten behalten können.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch fünf Jahre nach den spektaktulären Enthüllungen der umfassenden Überwachungspraxis des amerikanischen Abhördienstes NSA lebt Edward Snowden irgendwo im Grossraum Moskau. Seine US-Papiere wurden für ungültig erklärt. An eine Rückkehr in sein Heimatland ist unter der Präsidentschaft Trump nicht zu denken, drohte der doch mehrmals im Wahlkampf mit der Todesstrafe für den Whistleblower. Snowden ist ein gefragter Fachmann für Informationssicherheit und Verschlüsselungstechnologie. Ein aktuelles Projekt, das er als Präsident der Nichtregierungsorganisation Freedom of the Press Foundation vorantreibt, sieht etwa vor, dass Whistleblower grössere Kontrolle über ihre Daten behalten können. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/06/06/was-macht-eigentlich-edward-snowden/">Was macht eigentlich Edward Snowden?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Edward Snowden: «Facebook ist eine Überwachungsfirma getarnt als soziales Netzwerk»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/19/edward-snowden-facebook-ist-eine-ueberwachungsfirma-getarnt-als-soziales-netzwerk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicole Vontobel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2018 19:48:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Edward Snowden hat sich per Twitter in die Diskussion um die unerlaubte Auswertung von Facebook-Profilen eingeschaltet. Das soziale Netzwerk agiere wie eine Überwachungsfirma.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Edward Snowden hat sich per Twitter in die Diskussion um die unerlaubte Auswertung von Facebook-Profilen eingeschaltet. Das soziale Netzwerk agiere wie eine Überwachungsfirma.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/19/edward-snowden-facebook-ist-eine-ueberwachungsfirma-getarnt-als-soziales-netzwerk/">Edward Snowden: «Facebook ist eine Überwachungsfirma getarnt als soziales Netzwerk»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein aktustischer Rückblick auf vier Jahre Snowden-Berichterstattung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/11/13/ein-aktustischer-rueckblick-auf-vier-jahre-snowden-berichterstattung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Nov 2017 10:49:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit im Juni 2013 Edward Snowden geheime Dokumente auszubreiten begonnen hatte, die das Ausmass der Massenüberwachung durch US-Geheimdienste bekannt machten, haben Constanze Kurz und Frank Rieger unzählige Artikel in Zeitungen und Büchern zum Thema geschrieben. 50 davon stehen nun als Audiobeiträge zum Anhören bereit. Freiwillige Sprecherinnen und Sprecher haben die Texte gelesen und aufgenommen. Zusammen <a href="http://nowyouknow.eu/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit im Juni 2013 Edward Snowden geheime Dokumente auszubreiten begonnen hatte, die das Ausmass der Massenüberwachung durch US-Geheimdienste bekannt machten, haben Constanze Kurz und Frank Rieger unzählige Artikel in Zeitungen und Büchern zum Thema geschrieben. 50 davon stehen nun als Audiobeiträge zum Anhören bereit. Freiwillige Sprecherinnen und Sprecher haben die Texte gelesen und aufgenommen. Zusammen ergibt das eine Hördauer von fast sechs Stunden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/11/13/ein-aktustischer-rueckblick-auf-vier-jahre-snowden-berichterstattung/">Ein aktustischer Rückblick auf vier Jahre Snowden-Berichterstattung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Harte Gesetze für Überwachung und gegen Whistleblower</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/03/23/harte-gesetze-fuer-ueberwachung-und-gegen-whistleblower/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Stäuber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Mar 2017 13:06:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[Guardian]]></category>
		<category><![CDATA[Grossbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Chelsea Manning]]></category>
		<category><![CDATA[Ian Cobain]]></category>
		<category><![CDATA[UK]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die britische Regierung setzt alles daran, den investigativen Journalismus zu kriminalisieren. Mit dem neuen Überwachungsgesetz und der geplanten Verschärfung der Bestimmungen für Whistleblowing würde der Preis für Enthüllungen, wie jene von Edward Snowden, massiv in die Höhe getrieben, sagt «Guardian»-Journalist und Buchautor Ian Cobain. Kaum ein Staat ist geheimniskrämerischer als Grossbritannien. Bereits 1971 bezeichnete der <a href="https://medienwoche.ch/2017/03/23/harte-gesetze-fuer-ueberwachung-und-gegen-whistleblower/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die britische Regierung setzt alles daran, den investigativen Journalismus zu kriminalisieren. Mit dem neuen Überwachungsgesetz und der geplanten Verschärfung der Bestimmungen für Whistleblowing würde der Preis für Enthüllungen, wie jene von Edward Snowden, massiv in die Höhe getrieben, sagt «Guardian»-Journalist und Buchautor Ian Cobain.<br />
<span id="more-33120"></span><br />
Kaum ein Staat ist geheimniskrämerischer als Grossbritannien. Bereits 1971 bezeichnete der ehemalige Kabinettsminister Richard Crossman Verschwiegenheit als die «englische Krankheit und insbesondere das chronische Leiden des britischen Staates». Daran hat sich nichts geändert, im Gegenteil: Derzeit ist eine Reform des Official Secrets Act von 1989 in Vorbereitung, die auf eine Verschärfung der Geheimhaltung abzielt. Im Zug der Gesetzesrevision hat die Regierung die unabhängige Law Commission beauftragt, die rechtliche Grundlagen zum Schutz von Staatsgeheimnissen zu überprüfen und Vorschläge zu machen, wie sie «mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts Schritt halten» können. Anfang Februar veröffentlichte die Kommission ihre vorläufigen Empfehlungen – und sie haben es in sich.</p>
<p>So soll die Maximalstrafe für die Enthüllung von geheimen Dokumenten von 2 auf 14 Jahre Freiheitsentzug angehoben werden. Zudem soll nicht nur die Weitergabe von empfindlichen Informationen als ein Akt der Spionage eingestuft werden, sondern ebenso das Entgegennehmen dieser Informationen. Ausserdem empfiehlt die Law Commission, dass das öffentliche Interesse nicht als Rechtfertigung für die Weitergabe geheimer Unterlagen dienen darf, und dass bereits dann eine Straftat vorliegt, wenn die Veröffentlichung von Informationen eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen könnte –selbst wenn dies nicht wahrscheinlich ist. Für den Journalismus wäre die Umsetzung dieser Vorschläge verheerend.</p>
<p>«Ich bin mir sicher, dass diese Vorschläge darauf abzielen, eine künftige Chelsea Manning abzuschrecken», sagt Ian Cobain gegenüber der MEDIENWOCHE. Der Investigativjournalist arbeitet für den Guardian und hat mehrere Bücher geschrieben, zuletzt The History Thieves, in dem er sich mit der obsessiven Heimlichtuerei des britischen Staates befasst. Ob der Guardian die Snowden-Leaks publiziert hätte, wenn es die von der Law Commission empfohlenen Regelungen vor vier Jahren gegeben hätte, weiss Cobain nicht. «Fest steht jedoch, dass der Guardian viel leichter hätte strafrechtlich verfolgt werden können.</p>
<p>Aber nicht nur hochkarätige Whistleblower wie Snowden oder Manning wären von der Gesetzesverschärfung betroffen, sondern auch viele Staatsangestellte, Journalisten und Politiker. So könnte sich beispielsweise jemand, der ein Dokument über den wirtschaftlichen Schaden des Brexit veröffentlicht, der Spionage schuldig machen, genauso wie der Journalist, der das Dokument entgegennimmt.</p>
<p>Ebenso bedenklich ist die Empfehlung, dass ein Journalist nicht die Möglichkeit haben soll, sich auf das öffentliche Interesse zu berufen, um die Offenlegung von Staatsgeheimnissen vor Gericht zu verteidigen. In einem prominenten Fall aus den 1980er-Jahren vermochte ein Whistleblower mit dieser Begründung dem Gefängnis zu entkommen. Clive Ponting, damals hochrangiger Mitarbeiter im Verteidigungsministerium, veröffentlichte während des Falklandkriegs 1982 zwei Dokumente, die bewiesen, dass die Thatcher-Regierung über die Bombardierung des argentinischen Kreuzers «Belgrano» gelogen hatte: Anders als diese behauptet hatte, hielt das Kriegsschiff nicht Kurs auf die britischen Streitkräfte, als es von diesen versenkt wurde, sondern in die entgegengesetzte Richtung.</p>
<p>Ponting sagte während der Gerichtsverhandlung, dass die Öffentlichkeit ein handfestes Interesse an dieser Information habe – es ging nicht nur um eine dreiste Unwahrheit der Regierung, sondern auch um den Tod von über dreihundert argentinischen Soldaten. Die Geschworenen stimmten ihm zu: Entgegen der Empfehlung des Richters sprachen sie ihn frei. Geht es nach den Plänen der Law Commission, wäre dies bald nicht mehr möglich. «Es ist ein düsteres Dokument mit einigen drakonischen Vorschlägen», sagt «Guardian»-Journalist Cobain.</p>
<p>Aber der britische Staat versucht nicht nur, möglichst wenig Informationen über seine Arbeit vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen, sondern will umgekehrt so tief wie möglich in das Privatleben der Bürger eindringen. Im vergangenen November verabschiedete das britische Parlament trotz der heftigen Kritik von Bürgerrechtsgruppen, Anwälten und sogar der UNO ein Überwachungsgesetz, das die staatlichen Eingriffe in Grossbritannien stark ausweitet. Laut Edward Snowden legalisierte Grossbritannien mit diesem Investigatory Powers Act «die extremste Überwachung in der Geschichte der westlichen Demokratie».</p>
<p>Gemäss den neuen Regelungen müssen Internetanbieter die Browserdaten ihrer Kunden für bis zu einem Jahr speichern – auch jene aus Apps auf Mobiltelefonen – und den Behörden zugänglich machen, ohne dass dazu ein gerichtlicher Beschluss nötig ist. Ausserdem dürfen sich die Sicherheitsbehörden in bestimmten Fällen in Computer und Telefone einhacken, um Gespräche abzuhören oder SMS zu lesen.</p>
<p>Konkrete Auswirkungen dieser Verschärfung hat Cobain bislang noch keine gespürt, und er geht auch nicht davon aus, dass er seine Arbeitsweise als Investigativjournalist drastisch ändern wird. Der Grund ist einfach: Er geht schon seit langer Zeit davon aus, dass die Sicherheitsbehörden ihn überwachen: «Der Investigatory Powers Act gibt ihnen lediglich die formelle Befugnis, das zu tun, was sie sowieso schon tun. Wenn jemand beispielsweise meine Telefondaten oder SMS einsehen will, dann macht er das einfach. Und ich verhalte mich entsprechend.» Das heisst: Arbeitstelefone und -Email sollten nie für heikle Informationen verwendet werden, und wichtige Kommunikation soll nicht per Email erfolgen, sondern durch den direkten persönlichen Kontakt.</p>
<p>Aber selbst dieses Vorgehen ist nicht immer sicher. Dominic Ponsford, langjähriger Journalist für englische Regionalzeitungen und heute Redaktionsleiter des Branchenmagazins Press Gazette, nennt das Beispiel von «Plebgate»: Als der konservative Abgeordnete und Fraktionschef Andrew Mitchell im September 2012 das bewachte Tor seines Arbeitsplatzes in der Downing Street verlassen wollte, kam es zu einem kurzen Streit mit den Polizisten, die ihn mit seinem Fahrrad nicht durch den gewohnten Ausgang passieren liessen. Eine Polizeiquelle kontaktierte die Boulevardzeitung The Sun und behauptete, Mitchell habe die Beamten «Plebs» genannt, eine abschätzige Bezeichnung für Leute aus unteren sozialen Schichten. Ein Skandal brach aus, der zum Rücktritt des Fraktionschefs führte. Die Polizei untersuchte den Vorfall und verschaffte sich dabei Zugang zu den Telefondaten der Sun-Journalisten. «Durch Triangulation der Standortdaten konnten sie feststellen, wohin die Journalisten gingen, und so vermochten sie die Polizeiquelle zu identifizieren», sagt Ponsford. «Das war ein Warnsignal. Wenn die Behörden für eine relativ triviale Angelegenheit wie ‚Plebgate‘ auf solche Überwachungsmethoden zurückgreifen, dann sollten wir uns wirklich Sorgen machen.»</p>
<p>Die britische Regierung verstehe grundsätzlich nicht, wie wichtig Whistleblower für den Journalismus seien, sagt Ponsford. «Digitale Information sollte genauso geschützt sein wie ein Notizblock und anderes Material eines Journalisten. Ich finde das ein recht einfaches Prinzip, aber die Regierung scheint es nicht zu kapieren.»</p>
<p>Laut Rachel Oldroyd, Chefredakteurin des Bureau of Investigative Journalism in London, wird es zunehmend schwieriger, Informanten ihre Anonymität zu garantieren – besonders seit das Ausmass der Überwachung mit den Snowden-Enthüllungen weitherum bekannt geworden ist: «Man fragt sich ständig, ob die Sicherheit der Quelle gefährdet ist – wird sie ihren Job verlieren, weil sie mit mir spricht? Dabei geht es nicht nur um staatliche Überwachung: Auch grosse Konzerne wollen verhindern, dass ihre Mitarbeiter mit Journalisten sprechen, und auch sie können Kommunikationen zurückverfolgen.» Für Whistleblower wie Snowden, deren Leaks wochenlang die Schlagzeilen beherrschen, kann Publizität ein Schutz sein: Seine Bekanntheit macht ihn weniger verwundbar. «Aber für weniger bedeutende Quellen, etwa im lokalen Gesundheits- oder Nahrungsmittelsektor, würde diese Strategie nicht funktionieren», sagt Oldroyd.</p>
<p>Gut möglich, dass das «goldene Zeitalter der Whistleblower» durch die geplante Gesetzesverschärfung zu Ende geht. Das Internet hat es Informanten einerseits ermöglicht, riesige Datenmengen zu kopieren und weiterzugeben, aber andererseits macht es auch die Überwachung einfacher. «Und vergessen wir nicht, dass Snowdens Informationen den Stand der Überwachung vor fünf Jahren betreffen», sagt Oldroyd. «Wer weiss, was die Sicherheitsdienste heute alles machen.»</p>
<p>Nebst der Verwendung von verschlüsselten Plattformen zur Übermittlung sensibler Daten, die Publikationen wie der Guardian auf ihren Webseiten anbieten, ist die sicherste Methode gleichzeitig die simpelste: «Die beste Möglichkeit, anonym zu bleiben, besteht darin, die altmodische Post zu benutzen», sagt Oldroyd. «Man sichert die Informationen auf einem USB-Stick und steckt ihn in einen Umschlag.»</p>
<p>Doch Ian Cobain meint trocken, dass auch das zu einem Risiko werden könnte: «Ehe man sich versieht, wird die Regierung wieder damit anfangen, Umschläge mit Wasserdampf zu öffnen» &#8211; bis vor wenigen Jahrzehnten die beliebteste Methode der staatlichen Schnüffler, Korrespondenz verdächtiger Individuen auszuspionieren.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/03/23/harte-gesetze-fuer-ueberwachung-und-gegen-whistleblower/">Harte Gesetze für Überwachung und gegen Whistleblower</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dieses Programm zeigt Ihnen, was Facebook über Sie weiss</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/02/13/dieses-programm-zeigt-ihnen-was-facebook-ueber-sie-weiss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicole Vontobel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jeder Link-Klick, Kommentar, jedes «Gefällt mir» schärft unser Daten-Profil in den sozialen Medien. Und je mehr wir interagieren oder auch nur auf für uns interessanten Beiträgen verweilen, desto stärker ähnelt uns mit der Zeit unser maschineller Doppelgänger, der auf den Servern von Facebook &#38; Co. erstellt wird. Wie gering die Unterschiede sind, zeigt das Programm «Data Selfie».</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder Link-Klick, Kommentar, jedes «Gefällt mir» schärft unser Daten-Profil in den sozialen Medien. Und je mehr wir interagieren oder auch nur auf für uns interessanten Beiträgen verweilen, desto stärker ähnelt uns mit der Zeit unser maschineller Doppelgänger, der auf den Servern von Facebook &amp; Co. erstellt wird. Wie gering die Unterschiede sind, zeigt das Programm «Data Selfie».</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/02/13/dieses-programm-zeigt-ihnen-was-facebook-ueber-sie-weiss/">Dieses Programm zeigt Ihnen, was Facebook über Sie weiss</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zukunft von Medien und Politik: Was wir dürfen, was wir müssen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/08/23/zukunft-von-medien-und-politik-was-wir-duerfen-was-wir-muessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Aug 2015 11:51:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienethik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Warum es keinen patriotischen Journalismus geben darf, sondern nur einen unabhängigen: vier Thesen zum verantwortungsvollen Umgang mit Staatsgeheimnissen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/23/zukunft-von-medien-und-politik-was-wir-duerfen-was-wir-muessen/">Zukunft von Medien und Politik: Was wir dürfen, was wir müssen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum es keinen patriotischen Journalismus geben darf, sondern nur einen unabhängigen: vier Thesen zum verantwortungsvollen Umgang mit Staatsgeheimnissen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/08/23/zukunft-von-medien-und-politik-was-wir-duerfen-was-wir-muessen/">Zukunft von Medien und Politik: Was wir dürfen, was wir müssen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Regierungsquellen im Konjunktiv</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/06/15/regierungsquellen-im-konjunktiv/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2015 21:19:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=24808</guid>

					<description><![CDATA[<p>Russland und China sollen an die Daten von US-Whistleblower Edward Snowden gelangt sein. Das berichtet die britische Sunday Times. Das ist offenbar auch eine Geschichte für die Neue Zürcher Zeitung: «Snowdens Daten in falscher Hand» übertitelt die NZZ eine Spalte in der Montagsausgabe. Aber dann folgen nur noch Konjunktive. In der Spalte «Snowdens Daten in <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/15/regierungsquellen-im-konjunktiv/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/15/regierungsquellen-im-konjunktiv/">Regierungsquellen im Konjunktiv</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Russland und China sollen an die Daten von US-Whistleblower Edward Snowden gelangt sein. Das berichtet die britische Sunday Times. Das ist offenbar auch eine Geschichte für die Neue Zürcher Zeitung: «Snowdens Daten in falscher Hand» übertitelt die NZZ eine Spalte in der Montagsausgabe. Aber dann folgen nur noch Konjunktive.<br />
<span id="more-24808"></span><br />
In der Spalte <a href="http://www.nzz.ch/international/europa/snowdens-daten-in-falscher-hand-1.18562179">«Snowdens Daten in falscher Hand»</a> (auf Seite 3 in der NZZ vom 15. Juni 2015) geht es um einen <a href="http://www.thesundaytimes.co.uk/sto/news/uk_news/National/article1568673.ece">Artikel</a> der britischen Sunday Times. Darin behaupten ungenannt bleibende Personen der britischen Regierung, britische Spione hätten aus dem Feindesland abgezogen worden müssen, weil Russland und China in den Besitz von Dokumenten gelangt seien, die Edward Snowden gestohlen hatte. 2013 entwendete der Whistleblower geschätzte 1,7 Millionen Dokumente, um die Öffentlichkeit auf die anlasslose Massenüberwachung durch die britische und US-amerikanische Geheimdienste aufmerksam zu machen (mehr dazu in der <a href="https://medienwoche.ch/tag/snowden2014/">MEDIENWOCHE-Serie von 2014</a>).</p>
<p>Nach einem eindeutigen Titel («Snowdens Daten in falscher Hand») wimmelt es im Text des Zeitung lesenden London-Korrespondenten Peter Rásonyi nur so von Konjunktiven <em>(auf der Seite rechts sind in der Möglichkeitsform formulierte Sätze schwarz hinterlegt)</em>:</p>
<blockquote><p>«<strong>könnten</strong> in falsche Hände geraten sein»</p>
<p>«<strong>könnten</strong> in die Hände russischer und chinesischer Geheimdienste geraten sein»</p>
<p>«die Russen und die Chinesen <strong>seien</strong> im Besitz der Dokumente»</p>
<p>«Die Geheimdienste <strong>hätten</strong> deshalb Agenten in Sicherheit bringen müssen. Wichtige Informationsflüsse <strong>seien</strong> unterbrochen worden. Allerdings <strong>sei</strong> bisher keine Person zu Schaden gekommen»</p>
<p>«Doch gemäss dem Zeitungsbericht <strong>soll</strong> es russischen und chinesischen Geheimdiensten gelungen sein, die angewendeten Verschlüsselungen zu knacken. <strong>Darauf schliessen</strong> zumindest zitierte Quellen aus dem Geheimdienst und dem Innenministerium Grossbritanniens, die <strong>angeblich</strong> berichten, britische Agenten <strong>seien</strong> zu Zielen geworden. Ob Snowden die Dokumente freiwillig an die ausländischen Regierungsstellen übergeben haben <strong>könnte</strong> oder ob sie ihm entwendet worden sein <strong>könnten</strong>, <strong>blieb offen</strong>»</p></blockquote>
<p>Immerhin bleibt der letzte Satz, ebenfalls in der Möglichkeitsform, berichtenswert:</p>
<blockquote><p>Die gezielten Lecks an die Sonntagspresse <strong>könnten</strong> auch bloss, wie britische Bürgerrechtler <strong>vermuteten</strong>, der Schaffung öffentlichen Goodwills dienen.</p></blockquote>
<p>Um Aufschluss zu erhalten über das in der Sunday Times erschienene Stück, liest man jedenfalls besser Glenn Greenwalds Text <a href="https://firstlook.org/theintercept/2015/06/14/sunday-times-report-snowden-files-journalism-worst-also-filled-falsehoods/">«The Sunday Times’ Snowden Story is Journalism at its Worst — and Filled with Falsehoods»</a>:</p>
<blockquote><p>Der ganze Artikel macht buchstäblich nichts anderes als namenlose britische Offizielle zu zitieren. Er verleiht die Stimme banalen aber aufrührerischen Beschuldigungen, die über jeden Whistleblower von Daniel Ellsberg bis Chelsea Manning gemacht werden. Er bietet null Beweise oder Bestätigungen für irgendeine seiner Behauptungen. Die «Journalisten», die ihn verfassten, stellten weder irgendeine der offiziellen Aussagen in Frage noch zitierten sie jemanden, die diese bestreitet.</p></blockquote>
<p>Wurde etwa die «Sunday Times» benutzt, um Zweifel an der Sicherheit der Snowden-Leaks-Dokumente zu schüren? Ein <a href="http://gawker.com/author-of-that-horrible-snowden-article-has-even-worse-1711406342">CNN-Interview mit «Sunday-Times»-Journalist Tom Harper</a>, der den betreffenden Artikel verfasst hat, lässt jedenfalls darauf schliessen. Weil Harper auf fast jede Frage mit «We don&#8217;t know» antwortet, wirkt das Gespräch etwas wie ein Beitrag aus einer Satire-Sendung.</p>
<p>Harpers Aussagen gemäss kommt die Story aus Regierungskreisen zur Zeitung &#8211; um sie zu prüfen, kontaktierte die Zeitung Regierungskreise. Weiter sagt er erstaunliche Sätze wie «Wir publizieren nur, was wir glauben, es sei die Position der britischen Regierung derzeit» oder «Es ist sehr schwierig, etwas mit Sicherheit zu sagen».</p>
<p>Ob andere Zeitungen auf einen ausführlicheren Bericht verzichtet haben, weil sie die Story als pure Spekulation aus ungenannten Regierungskreisen ohne jegliche Beweise erkannt haben oder ob ihnen das Thema Snowden-Leaks nicht wichtig genug ist, sei dahingestellt.</p>
<p>Der NZZ hätte es jedenfalls gut gestanden, abzuwarten, bis handfeste Beweise auftauchen – das tut sie doch bei anderen aufmerksamkeitsheischenden Sonntagszeitungsberichten auch. Dass sie über das Thema berichtet, ist nicht falsch. Sie hat auch nichts so formuliert, als dass es nicht stimmen würde. Nur der (mutmasslich von der Produktion gesetzte) Titel des Texts ist spekulativ und hätte anders heissen müssen: «Regierungsquellen beschuldigen Snowden» zum Beispiel, oder «Britische Zeitung portiert Vorwürfe ohne Beweise».</p>
<p><small>Markierungen in den Zitaten, Übersetzungen: Ronnie Grob</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/06/15/regierungsquellen-im-konjunktiv/">Regierungsquellen im Konjunktiv</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Britischer Geheimdienst GCHQ spähte Mails von Journalisten aus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/01/20/britischer-geheimdienst-gchq-spaehte-mails-von-journalisten-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jan 2015 13:21:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienst]]></category>
		<category><![CDATA[GCHQ]]></category>
		<category><![CDATA[Clemens Voigt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3288</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zwischen der britischen Presse und der Regierung um Premierminister Cameron herrscht Eiszeit. Nun wurde publik, dass der Geheimdienst GCHQ in den Korrespondenzen internationaler Journalisten herumschnüffelte.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen der britischen Presse und der Regierung um Premierminister Cameron herrscht Eiszeit. Nun wurde publik, dass der Geheimdienst GCHQ in den Korrespondenzen internationaler Journalisten herumschnüffelte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/01/20/britischer-geheimdienst-gchq-spaehte-mails-von-journalisten-aus/">Britischer Geheimdienst GCHQ spähte Mails von Journalisten aus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Mister Greenwald, wie gefährlich ist Ihr Job?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/03/mister-greenwald-wie-gefaehrlich-ist-ihr-job/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 08:40:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Merkur Online]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Glenn Greenwald]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=2602</guid>

					<description><![CDATA[<p>Für seinen Mut erhielt er in München jetzt den Geschwister-Scholl-Preis: Der US-Journalist Glenn Greenwald hütet die geheimen Snowden-Dokumente und berichtet darüber. Im Merkur-Interview erzählt er von diesem Job.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/mister-greenwald-wie-gefaehrlich-ist-ihr-job/">Mister Greenwald, wie gefährlich ist Ihr Job?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für seinen Mut erhielt er in München jetzt den Geschwister-Scholl-Preis: Der US-Journalist Glenn Greenwald hütet die geheimen Snowden-Dokumente und berichtet darüber. Im Merkur-Interview erzählt er von diesem Job.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/mister-greenwald-wie-gefaehrlich-ist-ihr-job/">Mister Greenwald, wie gefährlich ist Ihr Job?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gegen Journalisten, die der institutionellen Autorität dienen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 May 2014 08:44:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Glenn Greenwald]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Leak]]></category>
		<category><![CDATA[Washington Post]]></category>
		<category><![CDATA[snowden2014]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
		<category><![CDATA[Dean Baquet]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=19767</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Publikation der Dokumente von Edward Snowden machen Glenn Greenwald zum derzeit bekanntesten Journalisten der Welt. In seinem Buch «Die globale Überwachung» schildert er, wie es zur Publikation der Leaks gekommen ist, er kritisiert die Regierungsfreundlichkeit des etablierten Journalismus und antwortet jenen, die glauben, nichts zu verbergen zu haben. «Unsere führenden Kritiker sind Journalisten, die <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikation der Dokumente von Edward Snowden machen Glenn Greenwald zum derzeit bekanntesten Journalisten der Welt. In seinem Buch «Die globale Überwachung» schildert er, wie es zur Publikation der Leaks gekommen ist, er kritisiert die Regierungsfreundlichkeit des etablierten Journalismus und antwortet jenen, die glauben, nichts zu verbergen zu haben.<br />
<span id="more-19767"></span></p>
<div align="right">
<h2>«Unsere führenden Kritiker sind Journalisten, die es falsch finden, Geheimnisse der US-Regierung zu veröffentlichen, obwohl genau das die Aufgabe von Journalisten ist.»</p>
<p>Glenn Greenwald <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/glenn-greenwald-im-interview-die-bundesregierung-stellt-die-beziehungen-zu-den-usa-ueber-die-privatsphaere/9755592.html">im April 2014</a></h2>
</div>
<p></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 120px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;"><a href="https://medienwoche.ch/tag/snowden2014/"><strong><big>1 Jahr Snowden-Leaks</big></strong></a><br />
Am 9. Juni 2013 bekannte sich <strong>Edward Snowden</strong> verantwortlich für ein Leak, das die Öffentlichkeit über das Ausmass der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten informiert. MEDIENWOCHE beschäftigt sich ein Jahr später mit der <strong>Beziehung zwischen Journalisten und Whistleblowern</strong>.</div>
<p>Wir leben in seltsamen Zeiten. Denn die wichtigsten Themen unserer Zeit lösen sowohl beim Publikum als auch bei den Journalisten selbst sofort Gähnreflexe aus: Die für viele neuen Gesetze verantwortlichen Mechanismen der europäischen Gesetzgebung, die gigantischen Bailouts für Banken und Staaten, die masslose Überschuldung der Staaten, die grenzen- und unterschiedslose Überwachung durch Geheimdienste. Wie sagt es Homer Simpson so schön: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Fk0To_o6NxE">Gibt&#8217;s den Blödsinn immer noch?</a></p>
<p>Glenn Greenwald kennt das. Wenn Leute ihn fragen, was sie denn Überwachung bitteschön angehe, sie hätten doch gar nichts zu verbergen, dann bittet er sie jeweils um die Passwörter zu ihren E-Mail- und Facebook-Konten, er wolle darin nur etwas lesen und gegebenenfalls daraus etwas veröffentlichen. Noch nicht eine Person, die angeblich nichts zu verbergen hat, hat ihm bislang seine Passwörter zugesandt. Wer wirklich nichts zu verbergen hat, kann doch auch Kameras in Schlaf- und Badezimmer installieren und die Aufnahmen live im Internet veröffentlichen.</p>
<p>Sind die Schweizer Leser gut über Überwachung informiert? Nun ja, vieles von dem, was zu US-Themen und zu internationalen Themen in Schweizer Publikationen steht, haben Schweizer Journalisten und Korrespondenten (vor dem Verpacken in eigene Worte) in US-Leitmedien gelesen, zum Beispiel in der Washington Post. Glenn Greenwald sieht diese Zeitung so:</p>
<blockquote><p>Ich respektiere Gellman*, nicht aber die <em>Washington Post</em>, die in meinen Augen der Inbegriff eines regierungsfreundlichen Presseorgans ist und die schlimmsten Attribute der politischen US-Medien in sich vereint: übermässige Regierungsnähe, Ehrfurcht vor dem Sicherheitsstaat, ständiges Totschweigen abweichender Meinungen.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 84<br />
(*gemeint ist Journalist <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Barton_Gellman">Barton Gellman</a>).</small></p>
<p>Greenwald, dem seinerseits (<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/NSA-Skandal-Wikileaks-und-der-Streit-um-den-Quellenschutz-2193557.html">von Julian Assange</a>) vorgeworfen wird, seine Veröffentlichungen einer «Zensur» zu unterziehen, kritisiert das Verhalten der Zeitung gegenüber Regierungsgeheimnissen:</p>
<blockquote><p>Ausserdem wusste ich, dass die <em>Washington Post</em> sich pflichtschuldig an die ungeschriebenen Regeln halten würde, wie die Medien des Establishments mit Regierungsgeheimnissen umzugehen haben. Gemäss diesen Regeln, die es der Regierung ermöglichen, Enthüllungen selbst zu steuern und ihre Auswirkungen zu minimieren oder gar zu neutralisieren, wendet sich die Redaktion zuerst an die Behörden und informiert sie darüber, was sie zu veröffentlichen gedenkt. Sicherheitsbeamte der Regierung erklären den Redakteuren dann lang und breit, wie die nationale Sicherheit durch diese Veröffentlichungen angeblich bedroht werden würde. Man verhandelt darüber, was veröffentlicht wird und was nicht. Im besten Fall ergibt sich dadurch zumindest eine erhebliche Verzögerung. Häufig werden dabei absolut berichtenswerte Informationen zurückgehalten. Das bewog die <em>Post</em> beispielsweise 2005, als sie über die Existenz von Geheimgefängnissen der CIA berichtete, die Namen der Länder, in denen es solche Gefängnisse gab, nicht preiszugeben; auf diese Weise trug sie sogar zum Fortbestehen dieser gesetzeswidrigen CIA-Folterstätten bei.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 85/86.</small></p>
<p>Auch Greenwald und der Guardian kamen der gesetzlichen Verpflichtung nach, die Behörden vorab über die Veröffentlichung zu informieren, werteten die dagegen vorgebrachten Einwände aber sehr schnell als irrelevant ab. Und veröffentlichten.</p>
<p>Während Wikileaks sich als Leaking-Plattform zur Verfügung stellte, selbst prüfte und (unter Beizug etablierter Medien) veröffentlichte, leakte Snowden nur und überliess die komplette Verantwortung, was veröffentlicht wird, den Journalisten. Dass er sich Greenwald ausgesucht hatte, ist kein Zufall:</p>
<blockquote><p>Snowden erklärte mehrere Male, er habe mich und Laura von Anfang an bei den Veröfffentlichungen dabeihaben wollen, weil er wusste, dass wir offensiv berichten und uns von Drohungen seitens der Regierung nicht einschüchtern lassen würden. Häufig erwähnte er die <em>New York Times</em> und andere grosse Medien, die brisante Storys auf Verlangen der Regierung gestoppt hatten.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 83.</small></p>
<p>Was die Beurteilung des Überwachung-Skandals betrifft, müssen sich die etablierten Journalisten Fragen gefallen lassen. Waren nicht sie es, die US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Barack Obama (zumindest im Wahlkampf 2008) zu einem Mann hochgeschrieben haben, dem eigentlich nur noch Jesus, Buddha oder Mohammed das Wasser reichen konnte? Wie gehen sie damit um, ihn jetzt kritisieren zu müssen? «Der Krieg der Regierung gegen Geheimnisenthüllungen und andere Massnahmen zur Nachrichtenkontrolle sind die aggressivsten seit der Amtszeit Nixons», schrieb Leonard Downie jr., ein Ex-Chefredaktor der Washington Post über die Regierung Obama, in einem <a href="https://www.cpj.org/reports/2013/10/obama-and-the-press-us-leaks-surveillance-post-911.php">Report</a> für das internationale «Committee to Protect Journalists». Sechs beim Staat und zwei bei staatlichen Auftragnehmern Angestellte wurden von der Regierung Obama seit 2009 wegen an die Presse übermittelter vertraulicher Informationen unter dem <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Espionage_Act_of_1917#21st_century">Spionagegesetz von 1917</a> angeklagt. Unter allen Regierungen zuvor wurden deswegen lediglich drei Personen angeklagt.</p>
<p>Der «Zeit»-Podiumsdiskussion vergangenen Sonntag im Deutschen Theater in Berlin folgte ein langer, Glenn Greenwald geltender Beifall, die Rolle des Journalismus wurde leider nicht angesprochen. Greenwald sagte, sei sei eine Klischeevorstellung von Journalisten, wenn sie Snowden dazu auffordern, doch bitte seinen Mann zu stehen («to man-up») und sich in den USA zu stellen. Greenwald erinnert im Buch daran, dass das Bild, das die Öffentlichkeit von Snowden gewinnen konnte, nämlich das eines «eigenverantwortlich handelnden, sich klar äussernden Menschen, der seine Ansichten verteidigen und erklären kann, was er getan hat und warum», keineswegs selbstverständlich sei und durchaus auch «das eines Häftlings im orangefarbenen Overall und mit Fussfesseln» sein könnte. Die Präsentation von Whistleblowern als leicht irre und höchst narzisstische Wesen mit krimineller Energie sei Absicht der Regierung &#8211; ganz offensichtlich wird diese von den Medien in vielen Fällen unreflektiert weitergetragen.</p>
<blockquote><p>Natürlich haben pflichtbewusste, treue Anhänger des Präsidenten und seiner Politik, brave Bürger also, die nichts tun, was die Aufmerksamkeit der Mächtigen auf sie lenkt, keinerlei Grund, sich vor dem Überwachungsstaat zu fürchten. Das gilt für jede Gesellschaft: Wer den Mächtigen keine Probleme bereitet, wird selten das Ziel von Unterdrückungsmassnahmen. So jemand kann leicht zu dem Schluss kommen, dass es gar keine Unterdrückung gibt. Aber die Freiheit einer Gesellschaft misst sich eben daran, wie sie mit Abweichlern und Randgruppen umgeht, nicht daran, wie sie ihre loyalen Mitglieder behandelt.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 278.</small></p>
<p>Im ersten Drittel erzählt «Die globale Überwachung» (im Original «No Place to Hide») auf packende Weise die Details der Veröffentlichung der Snowden-Leaks. Der mit vielen geleakten und veröffentlichen Grafiken der Geheimdienste NSA und GCHQ gespickte Mittelteil macht klar, weshalb die grenzenlose Überwachung ein Skandal ist &#8211; und ein echtes Problem, das uns auch in Zukunft noch ausgiebig beschäftigen wird.</p>
<p>Das letzte Kapitel, «Die vierte Gewalt», ist ganz dem Journalismus gewidmet. Greenwald klagt darin jene Journalisten an, die Edward Snowden ohne genauere Kenntnisse des Falls zu einem Spion Chinas oder Russlands (vgl. <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/07/guter-whistleblower-boeser-whistleblower/">«Guter Whistleblower, böser Whistleblower»</a>) machen wollten, zu einer labilen Unperson, zu einem «geltungssüchtigen Narzissten». In Tat und Wahrheit lehnte Snowden die täglich mehrfach eingehenden Interviewanfragen der Medien ab. Weil er den Fokus nicht auf sich, sondern auf den Inhalt der Leaks lenken wollte.</p>
<p>Auch Greenwald selbst musste bemerken, von anderen Journalisten plötzlich nicht mehr «Journalist», sondern «Aktivist» oder «Polemiker» genannt zu werden und durfte Zeuge werden, wie sie öffentlich darüber debattierten, ob er eine Gefängnisstrafe verdiene oder nicht. Ihm drohe eine Strafverfolgung wegen Spionage, <a href="http://www.taz.de/!139216/">sagte er der Taz</a>, wenn er als Informationsverteiler auftrete oder Dokumente an die Regierung eines anderen Staates weitergebe.</p>
<blockquote><p>Früher galten echte Journalisten als die Aussenseiter schlechthin. Viele, die diesen Beruf ergriffen, wollten sich eher den Mächtigen widersetzen als ihnen dienen, und nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern auch mit ihrer ganzen Person. Die Wahl des Journalistenberufs war praktisch eine Garantie dafür, das Dasein eines Aussenseiters zu führen: Reporter verdienten wenig, hatten kein hohes gesellschaftliches Ansehen und galten meist als zwielichtig.<br />
Das ist heute ganz anders. Mit dem Aufkauf von Medienunternehmen durch die grössten Konzerne der Welt wurden die meisten Medienstars zu hochbezahlten Angestellten, die sich nicht von anderen Mitarbeitern gleichen Ranges unterscheiden. Sie offerieren der Öffentlichkeit Medienerzeugnisse im Namen ihres Unternehmens, als handelte es sich um Bankdienstleistungen oder Finanzprodukte. Ihre berufliche Laufbahn wird von den Parametern bestimmt, die nun einmal in einem solchen Umfeld zum Erfolg führen, also davon, inwiefern sie die Konzernchefs zufriedenstellen und den Interessen des Unternehmens dienen.<br />
Wer innerhalb der Strukturen grosser Unternehmen Karriere macht, hat sich meist daran gewöhnt, im Sinne der institutionellen Macht zu handeln, statt sie zu untergraben. Daher eignen sich die Erfolgreichen des Unternehmensjournalismus gut als Zuarbeiter der Macht. Sie identifizieren sich mit der institutionellen Autorität und sind darauf trainiert, ihr zu dienen.</p></blockquote>
<p><small>Glenn Greenwald, «Die globale Überwachung», Seite 330/331</small></p>
<p>Die New York Times, so schreibt Glenn Greenwald weiter, war 2004 bereit, auf Anweisung der Behörden die Aufdeckung des illegalen Abhörprogramms der NSA durch den damaligen Public Editor James Risen zu unterdrücken. Ähnliches sei 2006 bei der Los Angeles Times geschehen. Dessen damaliger Chefredaktor, <a href="http://topics.nytimes.com/top/reference/timestopics/people/b/dean_baquet/index.html">Dean Baquet</a>, ist seit dem 14. Mai der neue Chefredaktor der New York Times.</p>
<p><small>«Die globale Überwachung», Verlag Droemer/Knaur 2014, 365 Seiten, 31,90 Franken.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/28/gegen-journalisten-die-der-institutionellen-autoritaet-dienen/">Gegen Journalisten, die der institutionellen Autorität dienen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>«Hast Du es getan?»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/05/14/hast-du-es-getan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 May 2014 07:28:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Stoll]]></category>
		<category><![CDATA[Otto Hostettler]]></category>
		<category><![CDATA[snowden2014]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Verschlüsselung]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Glenn Greenwald]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Guardian-Buch «The Snowden Files» zeigt auf, dass Journalisten gar nicht vorbereitet sind auf einen Whistleblower vom Schlage eines Edward Snowden. Um solche Quellen adäquat behandeln zu können, müssen sich Journalisten beschäftigen mit Fragen zur Verschlüsselungssicherheit. Ob Schweizer Whistleblowing-Plattformen geschützt sind vor Angriffen von Geheimdiensten, bleibt unklar. «Have you done it?» Edward Snowden 1 Jahr <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/14/hast-du-es-getan/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/14/hast-du-es-getan/">«Hast Du es getan?»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Guardian-Buch «The Snowden Files» zeigt auf, dass Journalisten gar nicht vorbereitet sind auf einen Whistleblower vom Schlage eines Edward Snowden. Um solche Quellen adäquat behandeln zu können, müssen sich Journalisten beschäftigen mit Fragen zur Verschlüsselungssicherheit. Ob Schweizer Whistleblowing-Plattformen geschützt sind vor Angriffen von Geheimdiensten, bleibt unklar.<br />
<span id="more-19303"></span></p>
<div align="right">
<h2>«Have you done it?»</p>
<p>Edward Snowden</h2>
</div>
<p></p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 120px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;"><a href="https://medienwoche.ch/tag/snowden2014/"><strong><big>1 Jahr Snowden-Leaks</big></strong></a><br />
Am 9. Juni 2013 bekannte sich <strong>Edward Snowden</strong> verantwortlich für ein Leak, das die Öffentlichkeit über das Ausmass der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von Geheimdiensten informiert. MEDIENWOCHE beschäftigt sich ein Jahr später mit der <strong>Beziehung zwischen Journalisten und Whistleblowern</strong>.</div>
<p>Im Dezember 2012 schrieb ein Leser eine E-Mail an Glenn Greenwald. Nichts aussergewöhnliches, ein Journalist vom Ruf eines Glenn Greenwald erhält täglich mehrere solcher E-Mails. Der anonym bleibende Absender schrieb: «Ich habe ein paar Sachen, die Sie interessieren könnten», und bat ihn darum, die Verschlüsselungssoftware PGP (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pretty_Good_Privacy">Pretty Good Privacy</a>) zu installieren, so dass man miteinander verschlüsselt kommunizieren könne. Greenwald fand den Wunsch zwar etwas seltsam, hätte das aber durchaus gemacht, wenn er denn genau gewusst hätte, wie. Er vergass die Sache wieder. Doch der Leser fragte ein paar Tage später nach: «Have you done it?» Und einige Tage später wieder: «Have you done it?»</p>
<p>Das ist nachzulesen im Buch «The Snowden Files» von Luke Harding (Guardian Books) ab Seite 66. Weiter ging es wie folgt:</p>
<blockquote><p>Frustriert versuchte Greenwalds unbekannter Kommunikationspartner nun eine andere Strategie. Er erstellte ein privates YouTube-Tutorial, das Schritt für Schritt aufzeigt, wie man die korrekte Verschlüsselungs-Software herunterlädt &#8211; ein «How-to»-Leitfaden für Dummies. (&#8230;)</p>
<p>Der freie Journalist schaute es sich an. Aber &#8211; von anderer Arbeit absorbiert &#8211; schaffte er es nicht, den Anweisungen zu folgen. Er vergass es. «Ich wollte es tun. Ich arbeite viel mit Hacker-Typen», sagt Greenwald. Aber letztlich: «Er hat nicht genug getan, um auf meiner Prioritätenliste vorzurücken.»</p>
<p>Fünf Monate später, während ihrer Begegnung in Hong Kong, realisiert Greenwald, dass seine Möchtegern-Quelle Ende 2012 niemand anders als Edward Snowden gewesen war.</p></blockquote>
<p>Ist es nicht ein Wahnsinn? Da meldet sich ein Informant mit Informationen aus einem Leak, das so gigantisch ist, dass es alle bisherigen in den Schatten stellt &#8211; und der Journalist hat keine Zeit, sich richtig für ihn zu interessieren. Hinzu kommt, dass sich Edward Snowden mit seiner unverschlüsselten Anfrage per E-Mail exponiert hat. Hätte die NSA Verdacht geschöpft und Snowden und/oder Greenwald als Target identifiziert und aktiv überwacht, so wäre wohl Snowden sehr rasch verhaftet worden.</p>
<p>Was für ein Einschnitt Snowdens Enthüllungen im Wissen der Öffentlichkeit über die globale Überwachung durch Geheimdienste sind, zeigen zwei Artikel in der englischsprachigen Wikipedia: die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Global_surveillance_disclosures_%281970%E2%80%932013%29">Enthüllungen von 1970 bis 2013</a> sind mit aktuell 8436 Zeichen umschrieben, die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Global_surveillance_disclosures_%282013%E2%80%93present%29">Enthüllungen seit 2013</a> fassen aktuell 170 656 Zeichen, also rund 20 Mal mehr. Von völlig anderen Ausmassen als bisherige Fälle von Whistleblowing ist der Fall Snowden nicht nur, was den Umfang des Geheimnisverrats angeht, sondern auch, was dessen Geheimhaltungsstufe angeht. Von den 251 287 im Jahr 2010 von Chelsea Manning und Wikileaks geleakten diplomatischen Berichten (<a href="http://www.wikileaks.org/cablegate.html">«Cablegate»</a>) waren lediglich 15 652 als «geheim» eingestuft und 101 748 als «vertraulich». Bei den Snowden-Enthüllungen dagegen geht es um Dokumente mit der Geheimhaltungsstufe «streng geheim» und höher. Alle bisher veröffentlichten Dokumente sind öffentlich zugänglich, die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU hat dazu ein durchsuchbares <a href="https://www.aclu.org/nsa-documents-search">NSA-Archiv</a> bereitgestellt.</p>
<p>Wie viele gute Geschichten sind wohl schon verloren gegangen, weil sich ein Journalist nicht für Sicherheitsfragen interessiert hat? Wohl viele, denn gute Journalisten, an die sich Informanten bedenkenlos wenden können, sind leider weiterhin rar &#8211; sie können sich unmöglich um jede potentielle Quelle mit der gleichen Sorgfalt widmen. Und viele gute Journalisten sind zwar gute Journalisten, aber nicht auch noch Technik-Freaks und Verschlüsselungsexperten. Ich schätze, 98 Prozent aller Journalisten, mich inklusive, hätten sich wie Greenwald verhalten, denn das Installieren einer PGP-Verschlüsselung ist zwar nicht besonders kompliziert, aber auch nicht in einer Minute gemacht. Ich schätze sogar, dass die Mehrheit aller Journalisten, obwohl ihnen Sicherheit durchaus ein Anliegen ist, nicht mal Passwörter gewählt haben, die besonders schwierig zu knacken sind.</p>
<p>«Die Verantwortung liegt bei den Journalisten, dass sie sichere Wege anbieten, über die man ohne Gefahr Kontakt aufnehmen kann. Also zum Beispiel einen sicheren Briefkasten einrichten, der technisch jede Überwachung ausschliesst», <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/glenn-greenwald-im-interview-ein-universum-von-informationen-ist-den-ermittlern-noch-unbekannt/9755592-2.html">sagte</a> Glenn Greenwald Mitte April, der dazugelernt, sich weiter entwickelt hat. Die «Welt» bietet einen <a href="http://investigativ.welt.de/anonymer-briefkasten/">anonymen Briefkasten</a> an, und der «Spiegel» einen <a href="http://www.spiegel.de/extra/spiegel/so-nehmen-informanten-sicheren-kontakt-zum-spiegel-auf-a-919921.html">öffentlichen PGP-Schlüssel</a>.</p>
<p>Auch einige Schweizer Medien bieten Online-Briefkästen an, aber ist die Kontaktaufnahme darüber wirklich sicher? Die <a href="https://www.oeffentlichkeitsgesetz.ch/deutsch/whistle-blower-line/">«Whistleblower-Line» auf Oeffentlichkeitsgesetz.ch</a> stellt einen SSL-gesicherten Datenverkehr zur Website an. Aber ist diese Kommunikation vor dem Zugriff der Geheimdienste geschützt? «Keine Ahnung», antwortet Martin Stoll, Präsident des Vereins Oeffentlichkeitsgesetz.ch, spontan &#8211; eine nachvollziehbare Antwort, wie sie ehrlicherweise jeder Techniklaie liefern muss. Das Tool werde bisher praktisch nicht benutzt und in der aktuellen Form voraussichtlich abgeschafft. Für solche Einsendungen sei die Plattform wohl einfach nicht die Richtige.</p>
<p>Die Frage, ob die Plattform <a href="https://www.sichermelden.ch/">Sichermelden.ch</a> des «Beobachters» vor der Überwachung durch Geheimdienste wie NSA oder GCHQ geschützt ist, kann Redaktor Otto Hostettler auch nicht beantworten. Jedoch könne man durchaus ausschliessen, «dass der Schweizer Staat Einsendungen über Sichermelden.ch abfangen kann», die Übermittlungskommunikation erfolge mehrfach verschlüsselt. Vor der NSA sei man vermutlich «etwa gleich sicher wie vor einem Lauschangriff der chinesischen Mafia». Die konkreten Sicherheitsbemühungen des Portals, das wöchentlich um die zehn Einsendungen erhält, «wovon allerdings längst nicht alle Whistleblower-Charakter haben», sind in einem <a href="http://www.beobachter.ch/dossiers/whistleblowing/artikel/wwwsichermeldench_keine-sicherheitsluecke-beim-beobachter/">Beitrag auf Sichermelden.ch</a> nachzulesen.</p>
<p>Und wie verschlüsselt man nun konkret seine Daten? Der Beitrag <a href="https://pressfreedomfoundation.org/encryption-works">«Encryption Works: How to Protect Your Privacy in the Age of NSA Surveillance»</a> auf pressfreedomfoundation.org gibt darüber Auskunft. Mehr erfahren Sie auch in den nächsten Folgen <a href="https://medienwoche.ch/tag/snowden2014/">unserer Serie</a>.</p>
<p><small>Übersetzungen: Ronnie Grob</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/05/14/hast-du-es-getan/">«Hast Du es getan?»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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