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	<title>Fall Rupperswil | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 13 Dec 2018 10:56:39 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>Gemeinde Rupperswil interveniert bei Google wegen Mörderbild</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/12/13/gemeinde-rupperswil-interveniert-bei-google-wegen-moerderbild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Dec 2018 10:56:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Googelt man nach Rupperswil AG, erscheint als Anzeigebild das Haus der Opferfamilie von Vierfachmörder Thomas N. Verhindert Google damit die Aufarbeitung?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Googelt man nach Rupperswil AG, erscheint als Anzeigebild das Haus der Opferfamilie von Vierfachmörder Thomas N. Verhindert Google damit die Aufarbeitung?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/12/13/gemeinde-rupperswil-interveniert-bei-google-wegen-moerderbild/">Gemeinde Rupperswil interveniert bei Google wegen Mörderbild</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Erkenntnisse aus der Berichterstattung zum Fall Rupperswil</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/19/lehren-aus-der-berichterstattung-zum-fall-rupperswil/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2018 10:31:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=55067</guid>

					<description><![CDATA[<p>Maurice Velati, Leiter der SRF-Regionalredaktion in Aarau, wirft in seinem Blog einen kritischen Blick auf die Arbeit der Medien bei ihrer Berichterstattung zum Prozess im Mordfall Rupperswil; seine eigene Tätigkeit für Radio SRF miteingeschlossen. Zentrale Punkte seiner Medienkritik betreffen die problematische Rolle der Newsticker und das falsche Selbstverständnis der Journalisten als Richter. Ganz abgesehen von der bruchstückhaften, kontextlosen Information benennt Velati ein strukturelles Problem er Live-Ticker: Weil der Nutzer sich chronologisch rückwärts durch die Ereignisse bewegt, «fehlt für das Verständnis der gerade gelesenen Ereignisse oder Zitate eigentlich immer das Wissen um das Vorangegangene.» Ein anderer wichtiger Kritikpunkt betrifft die «mediale Vorverurteilung von mutmasslichen Straftätern». Velati gibt zu bedenken, dass sich solche Berichterstattung strafmindernd auswirken kann. Im Fall Rupperswil spielte dieser Faktor angesichts der Schwere des Verbrechens allerdings keine Rolle bei der Urteilsfindung. «Man muss fast sagen: Glück gehabt, lieber Boulevard-Journalismus», schreibt Velati.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/19/lehren-aus-der-berichterstattung-zum-fall-rupperswil/">Erkenntnisse aus der Berichterstattung zum Fall Rupperswil</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Maurice Velati, Leiter der SRF-Regionalredaktion in Aarau, wirft in seinem Blog einen kritischen Blick auf die Arbeit der Medien bei ihrer Berichterstattung zum Prozess im Mordfall Rupperswil; seine eigene Tätigkeit für Radio SRF miteingeschlossen. Zentrale Punkte seiner Medienkritik betreffen die problematische Rolle der Newsticker und das falsche Selbstverständnis der Journalisten als Richter. Ganz abgesehen von der bruchstückhaften, kontextlosen Information benennt Velati ein strukturelles Problem er Live-Ticker: Weil der Nutzer sich chronologisch rückwärts durch die Ereignisse bewegt, «fehlt für das Verständnis der gerade gelesenen Ereignisse oder Zitate eigentlich immer das Wissen um das Vorangegangene.» Ein anderer wichtiger Kritikpunkt betrifft die «mediale Vorverurteilung von mutmasslichen Straftätern». Velati gibt zu bedenken, dass sich solche Berichterstattung strafmindernd auswirken kann. Im Fall Rupperswil spielte dieser Faktor angesichts der Schwere des Verbrechens allerdings keine Rolle bei der Urteilsfindung. «Man muss fast sagen: Glück gehabt, lieber Boulevard-Journalismus», schreibt Velati.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/19/lehren-aus-der-berichterstattung-zum-fall-rupperswil/">Erkenntnisse aus der Berichterstattung zum Fall Rupperswil</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Fall Rupperswil: «Arena» entzieht sich dem Volkszorn</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/18/fall-rupperswil-arena-entzieht-sich-dem-volkszorn/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2018/03/18/fall-rupperswil-arena-entzieht-sich-dem-volkszorn/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Mar 2018 21:22:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die «Arena» vom Schweizer Fernsehen hat mit ihrer Sendung zum Vierfachmord in Rupperswil gezeigt, dass eine sachliche und unaufgeregte Diskussion zu einem emotionsbeladenen Gerichtsfall möglich ist. Davon könnten sich andere Medien eine Scheibe abschneiden – statt weiter den Volkszorn zu befeuern. Der Aufschrei in den sozialen Medien war gross, als «Arena»-Moderator Jonas Projer am Mittwoch <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/18/fall-rupperswil-arena-entzieht-sich-dem-volkszorn/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/18/fall-rupperswil-arena-entzieht-sich-dem-volkszorn/">Fall Rupperswil: «Arena» entzieht sich dem Volkszorn</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die «Arena» vom Schweizer Fernsehen hat mit ihrer <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sendung/arena?id=09784065-687b-4b60-bd23-9ed0d2d43cdc" rel="noopener" target="_blank">Sendung zum Vierfachmord</a> in Rupperswil gezeigt, dass eine sachliche und unaufgeregte Diskussion zu einem emotionsbeladenen Gerichtsfall möglich ist. Davon könnten sich andere Medien eine Scheibe abschneiden – statt weiter den Volkszorn zu befeuern.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/03/MW-Arena-Fall-Rupperswil_20180318a.jpg" alt="" width="1456" height="976" class="alignnone size-full wp-image-55058" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/03/MW-Arena-Fall-Rupperswil_20180318a.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/03/MW-Arena-Fall-Rupperswil_20180318a-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/03/MW-Arena-Fall-Rupperswil_20180318a-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/03/MW-Arena-Fall-Rupperswil_20180318a-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2018/03/MW-Arena-Fall-Rupperswil_20180318a-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Der Aufschrei in den sozialen Medien war gross, als «Arena»-Moderator Jonas Projer am Mittwoch via Twitter das Thema der nächsten Sendung ankündigte: der Vierfachmord von Rupperswil. Von geschmackloser Quotenbolzerei war schnell die Rede. Zahlreiche Personen riefen zum Boykott der Sendung auf, darunter auch prominente Figuren wie etwa CVP-Präsident Gerhard Pfister.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="500" data-dnt="true">
<p lang="de" dir="ltr">Die Arena ist der falsche Ort für diese Auseinandersetzung. Dieser Freitag der falsche Zeitpunkt.  Die Fragestellung ist für die Angehörigen der Opfer eine Zumutung. Das Einzige, was an dieser Arena ‚stimmen’ wird, ist die Einschaltquote. <a href="https://t.co/ZrrrVRDCVC">https://t.co/ZrrrVRDCVC</a></p>
<p>&mdash; Gerhard Pfister 🤍❤️ 💛💙 (@gerhardpfister) <a href="https://twitter.com/gerhardpfister/status/974335290528722945?ref_src=twsrc%5Etfw">March 15, 2018</a></p></blockquote>
<p><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Auch ich hatte meine Bedenken, wie sinnvoll eine «Arena» zu diesem Thema zu diesem Zeitpunkt sein würde. Nicht, weil ich die Fragestellungen unwichtig, pietätlos oder deplatziert fand, die der Fall in Hinblick auf Themen wie Strafe, Verwahrung, Rechtsstaat. Im Gegenteil: Wann, wenn nicht jetzt sollte man diese Fragen diskutieren – auch auf politischer Ebene? Meine Befürchtung lag vielmehr darin, dass der Volkszorn, der in den Kommentarspalten, in privaten Begegnungen und auf Social Media vorherrschte, auch in die «Arena» übergreifen würde.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="500" data-dnt="true">
<p lang="de" dir="ltr">Vierfachmord von Rupperswil: Hat auch Thomas N. ein Recht auf eine zweite Chance oder sollte man ihn für immer wegsperren? Diskutieren Sie mit im Studio. Mail an arena@srf.ch mit Tel. Nr. <a href="https://twitter.com/hashtag/srfarena?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#srfarena</a> ^red <a href="https://t.co/MrZZxe89hF">pic.twitter.com/MrZZxe89hF</a></p>
<p>&mdash; Jonas Projer (@jonasprojer) <a href="https://twitter.com/jonasprojer/status/973959990858960897?ref_src=twsrc%5Etfw">March 14, 2018</a></p></blockquote>
<p><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Leider hat Jonas Projer diese Befürchtung – im Nachhinein gesehen wahrscheinlich unwillentlich – geschürt. In seinem Kurzvideo auf Twitter stellte er die Frage, ob auch jemand wie Thomas N., der gestanden hatte, einen 13-jährigen Jungen sexuell missbraucht und vier Menschen getötet zu haben, ein Recht auf eine zweite Chance habe. Noch deutlicher war die <a href="http://www.srf.ch/medien/news/arena-wegsperren-fuer-immer/" rel="noopener" target="_blank">Sendungsvorschau auf die Rupperswil-«Arena»</a> mit der Frage «Wieso kann man Thomas N. nicht einfach wegsperren – und den Schlüssel wegwerfen?».</p>
<p>Natürlich waren die Fragen rhetorisch gemeint. Aber sie folgten zu sehr dem Duktus der zornigen Kommentatoren und Usern auf Social Media. Die hatten in ihrer Empörung lautstark gefordert, den Täter für immer wegzusperren – ja gar nach Kastration und Ausblutenlassen und die Todesstrafe wurde hie und da gerufen. Indem die „Arena“-Macher eine dieser Forderungen als Frage aufnahmen, suggerierten sie, dass diese ernsthaft und ohne Weiteres in Betracht gezogen werden könnten..</p>
<p>Damit man mich nicht falsch versteht: Was Thomas N. an jenem Tag kurz vor Weihnachten 2015 in Rupperswil getan haben soll, ist abscheulich und in keiner Weise zu entschuldigen. Eine solche Tat macht ohnmächtig und wütend, weil sie sinnlos ist und – das Entscheidende – sich unserem Verständnis komplett entzieht. Niemand wird je verstehen, wie ein Mensch in der Lage sein kann, solch schreckliche Taten zu begehen. Dass Menschen auf diese Ohnmacht mit Wut reagieren, ist verständlich. In einer zivilisierten Gesellschaft darf diese Wut aber nicht so weit gehen, dass sie die Grundsätze unseres Rechtsstaats bedroht. Und die besagen nunmal zu Recht, dass jeder Mensch, unabhängig davon, was er getan hat, ein Recht auf Leben und eine zweite Chance hat.</p>
<p>Würde es der «Arena» gelingen, sich nicht von diesem Volkszorn einnehmen zu lassen? Und wenn ja, würde der Zorn stattdessen auf sie und namentlich Moderator Jonas Projer zurückfallen, wie es Renate Senn, die Verteidigerin von Thomas N. erfahren musste? Ich befürchtete Schlimmes, sah bereits dunkelschwarze Shitstorm-Wolken am Horizont aufziehen, die sich entweder weiter über Thomas N. oder über Projer und seinem Team entleeren würde.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="500" data-dnt="true">
<p lang="de" dir="ltr">Die Pflichtverteidigerin von Thomas N. wird aufs Übelste angefeindet. Weil sie ihren Job im Rahmen unseres Rechtssystems macht. Dasselbe wird morgen mit <a href="https://twitter.com/jonasprojer?ref_src=twsrc%5Etfw">@jonasprojer</a> passieren. So viel zur Lage der Wutnation Schweiz. <a href="https://twitter.com/hashtag/Rupperswil?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Rupperswil</a></p>
<p>&mdash; Carmen Epp 💉💉🦠 🙏 💪🏻 (@CarmenEpp) <a href="https://twitter.com/CarmenEpp/status/974342671924891649?ref_src=twsrc%5Etfw">March 15, 2018</a></p></blockquote>
<p><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Meine Bedenken erwiesen sich glücklicherweise als unbegründet: Zwar galt der Fall Rupperswil – logischerweise – als Ausgangspunkt aller gestellten Fragen in der «Arena». Und mit Voten von Gästen in der zweiten Reihe fand auch der Volkszorn ein Ventil, aber in einem kontrollierten und von Moderator dosierten Mass. Statt sich der Emotionalisierung hinzugeben, diskutierten SVP-Nationalrätin Nathalie Rickli, FDP-Ständerat Andrea Caroni, Psychoanalytiker Peter Schneider und Psychiater Marc Graf jedoch mehrheitlich sachlich und unaufgeregt. So schaffte es die Sendung, Fragen zur Verwahrung und deren Umsetzbarkeit, zur Rolle psychiatrischer Gutachten und zum Opferschutz in einem Rahmen zu debattieren, der dem Thema würdig war.</p>
<p>Damit ist den Machern der «Arena» etwas gelungen, was ich bei den Print- und Onlineartikeln die letzten Tage teilweise schwerlich vermisst habe: auf Distanz zu gehen zum abscheulichen Verbrechen von Rupperswil und den Blick zu öffnen für Strukturen, die dahinter stecken.</p>
<p>Natürlich gehört es auch zum Auftrag von Journalisten, ein Verbrechen einzuordnen, da darf auch mal die Haltung des Journalisten spürbar werden. Man kann es aber auch übertreiben. In Teilen der Prozessberichterstattung schien es bisweilen, als hätten sich die Medienschaffenden mit den empörten Bürgern zu einer Empörungsgemeinschaft verschworen. In vielen Artikeln dominiert der Vorwurfston an Thomas N., seine Tat und seine Emotionslosigkeit vor Gericht. Wie etwa im Artikel zur Urteilsverkündung <a href="https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/wie-moerder-thomas-n-auf-das-urteil-reagierte-gefasst-ohne-emotionen-und-dann-doch-eine-traene-132327224" rel="noopener" target="_blank">in der Aargauer Zeitung</a>. Und «Blick»-Reporterin Lea Hartmann widmete ihre Empfindungen gegenüber dem Täter <a href="https://www.blick.ch/news/schweiz/mittelland/blick-reporterin-lea-hartmann-ueber-ihren-eindruck-von-thomas-n-die-verstoerung-wenn-das-boese-ganz-lieb-scheint-id8122439.html" rel="noopener" target="_blank">einen ganzen Artikel</a>. Angesichts einer Tat wie jener von Rupperswil, bei der ein äusserst breiter Konsens vorausgesetzt werden kann – es lässt sich wohl kaum jemand finden, der das alles «gar nicht so schlimm» findet – wäre dieser permanente Empörungs- und Vorwurfston in den meisten Medienberichten überhaupt nicht nötig gewesen. Dass dabei vornehmlich Experten zu Wort kamen, die ins Empörungslied mit einstimmten, konnte die fehlende Distanz nur bedingt überbrücken.</p>
<p>Am deutlichsten wurde das auf dem Regionalsender TeleM1, der ganze Live-Sendungen zum Fall ausstrahlte. Dabei kam immer wieder der ehemalige Kommissär Markus Melzl zu Wort, der kaum neue Sichtweisen einbrachte, sondern lediglich bestätigte, was die Zuschauer ohnehin schon dachten: dass dieser Thomas N. ein ganz mieser Mörder, Lügner und Heuchler ist. Mein persönlicher Tiefpunkt hingegen war die <a href="https://www.telem1.ch/35-show-aktuell/22377-episode-donnerstag-15-maerz-2018/54474-segment-eine-schrift-so-perfekt-dass-man-angst-bekommt#eine-schrift-so-perfekt-dass-man-angst-bekommt" rel="noopener" target="_blank">Sendung mit der Graphologin</a> Doris Aerne, die Thomas N.‘s Brief an die Angehörigen der Opfer analysierte. Sie steigerte sich dermassen in ihre «Analyse» hinein, dass sie den Eindruck erweckte, als wäre sie bei der Tat dabei gewesen.</p>
<p>Eine solche Berichterstattung hilft auf lange Sicht nicht weiter, sondern bestätigt den Leser in seiner Wut und lässt ihn gewissermassen darin verharren.</p>
<p>Natürlich gab es auch löbliche Ausnahmen. So empfand ich die Artikel von <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/er-war-auf-dem-weg-zum-serientaeter/story/14689846?track" rel="noopener" target="_blank">Simone Rau</a> und <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/stellen-sie-ihre-frage-zu-rupperswil/story/29600514" rel="noopener" target="_blank">Thomas Hasler</a> im «Tages-Anzeiger», <a href="https://nzzas.nzz.ch/notizen/fall-rupperswil-tag-4-das-urteil-ld.1366612?mktcid=nled&#038;mktcval=118&#038;kid=_2018-3-16" rel="noopener" target="_blank">Christine Brand</a> und <a href="https://www.nzz.ch/meinung/rupperswil-prozess-es-bleibt-enttaeuschte-hoffnung-ld.1366648" rel="noopener" target="_blank">Daniel Gerny</a> in der «NZZ» sowie <a href="https://www.watson.ch/!149288547?utm_source=twitter&#038;utm_medium=social-user&#038;utm_campaign=watson-site-mobile" rel="noopener" target="_blank">Fabian Vonarburg</a> bei «watson» als wohltuend nüchtern und sachlich. Ich bin froh, dass die «Arena» ebenfalls diesen Weg eingeschlagen hat, und hoffe, sie geht den Medienschaffenden für ihre künftige Berichterstattung als Vorbild voraus.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/18/fall-rupperswil-arena-entzieht-sich-dem-volkszorn/">Fall Rupperswil: «Arena» entzieht sich dem Volkszorn</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Rupperswil – oder wenn der Informationsauftrag die Würde bedroht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/03/16/rupperswil-oder-wenn-der-informationsauftrag-die-wuerde-bedroht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Mar 2018 18:31:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie detailliert muss und darf die Berichterstattung über den Prozess eines Jahrhundertverbrechens sein? Wieviel muss die Öffentlichkeit wissen? Und wieviel darf man den Hinterbliebenen und dem Andenken der Opfer zumuten?</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/16/rupperswil-oder-wenn-der-informationsauftrag-die-wuerde-bedroht/">Rupperswil – oder wenn der Informationsauftrag die Würde bedroht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie detailliert muss und darf die Berichterstattung über den Prozess eines Jahrhundertverbrechens sein? Wieviel muss die Öffentlichkeit wissen? Und wieviel darf man den Hinterbliebenen und dem Andenken der Opfer zumuten? </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/03/16/rupperswil-oder-wenn-der-informationsauftrag-die-wuerde-bedroht/">Rupperswil – oder wenn der Informationsauftrag die Würde bedroht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gesunder Menschenverstand statt Experten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/06/06/gesunder-menschenverstand-statt-experten/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2016/06/06/gesunder-menschenverstand-statt-experten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2016 09:29:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=27571</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Vierfachmord von Rupperswil lässt uns unweigerlich fragen: Was ist das für ein Mensch, der zu so einer brutalen Tat fähig ist? So sehr wir gerne eine Antwort darauf hätten: Es gibt sie garantiert nicht auf die Schnelle. Trotzdem lassen Medien dazu Experte um Experte zu Wort kommen. Die bestätigen aber bestenfalls das, was der <a href="https://medienwoche.ch/2016/06/06/gesunder-menschenverstand-statt-experten/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/06/06/gesunder-menschenverstand-statt-experten/">Gesunder Menschenverstand statt Experten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Vierfachmord von Rupperswil lässt uns unweigerlich fragen: Was ist das für ein Mensch, der zu so einer brutalen Tat fähig ist? So sehr wir gerne eine Antwort darauf hätten: Es gibt sie garantiert nicht auf die Schnelle. Trotzdem lassen Medien dazu Experte um Experte zu Wort kommen. Die bestätigen aber bestenfalls das, was der gesunde Menschenverstand uns ohnehin schon vorgibt. Oder sie liegen gar komplett daneben.</strong></p>
<p>Der Mord von Rupperswil hält die Schweiz seit Ende des vergangenen Jahres in Atem. Vier Personen waren getötet und in Brand gesteckt, eines der Opfer, ein 13-jähriger Junge, zuvor sexuell missbraucht worden. Die Polizei fand DNA-Spuren am Tatort, die Täterschaft hingegen schien während Monaten unauffindbar.</p>
<p>Schon bald liessen Medien allerhand Experten zu Wort kommen. Sie sollten der damals noch unbekannten Täterschaft ein Gesicht, ein Profil geben, und damit mögliche Antworten liefern auf die Frage: Wer um Himmels Willen ist zu so einer brutalen Tat fähig? So sehr diese Frage auch unter den Nägeln brannte, so sehr war deren Beantwortung von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Dies zumal das, was die zitierten Experten zum Besten geben konnten, das Publikum wenig zu überraschen vermochte.</p>
<p>Kaum ein Leser, Hörer oder Zuschauer hatte wohl ernsthaft vermutet, dass es sich bei der Täterschaft um einen oder mehrere psychisch intakte Affekttäter handelte, der oder die seither von Reue geplagt sich jede Nacht in den Schlaf weinte. Im Gegenteil: Es entspricht dem gesunden Menschenverstand, dass jemand, der vier Menschen kaltblütig ermordet und in Brand steckt, ein gefühlskalter Psychopath ist – dafür brauchte man weder Gerichtspsychiaterin noch Forensiker zu sein.</p>
<p>Doch nicht nur das Publikum wurde mit solchen Experten-Interviews und -Einschätzungen für dumm verkauft. Auch das 40-köpfige Ermittlerteam, das derweil jeder Spur auf nachging, dürfte höchstens ein müdes Lächeln übrig gehabt haben für den kläglichen Versuch der Medien, der Täterschaft ein Gesicht zu geben.<br />
Am 12. Mai waren die Ermittlungen schliesslich erfolgreich. Der mutmassliche Täter wurde gefasst und ist gemäss Aussagen der Staatsanwaltschaft geständig. Je mehr über den Gefassten publik wurde, desto klarer wurde, dass er nicht dem entsprach, was man üblicherweise von einem Mörder erwartete: Der mutmassliche Täter ist weder vorbestraft noch sonst irgendwie aufgefallen – der scheinbar nette Nachbar von nebenan. Dass jemand aus dem vermeintlichen Nichts zur «Bestie» werden konnte («Blick»), trugt wenig zur Klärung bei. Wenig erhellend waren auch die von den Medien befragten Experten. Zum Einen zeigte sich nun, wie willkürlich und letztlich falsch die Mutmassungen gewisser Experten im Vorfeld gewesen waren. So hatte sich der forensische Psychiater Thomas Knecht noch im Dezember überzeugt gezeigt, <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/mittelland/experte-zum-vierfach-mord-von-rupperswil-ein-einzeltaeter-schafft-das-nicht-id4498864.html" target="_blank">dass es sich um mehrere Täter handeln müsse</a>. Zum selben Schluss war auch der forensische Psychiater <a href="http://www.telem1.ch/35-show-aktuell/8009-episode-sonntag-27-dezember-2015/16977-segment-war-es-ein-wiederholungsta-ter" target="_blank">Frank Urbaniok gekommen</a>. Diese Einschätzung wurde daraufhin auch von anderen Medien dankbar aufgenommen, <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/lenzburg/gerichtspsychiater-frank-urbaniok-geht-von-wiederholungs-taetern-aus-129946917" target="_blank">wie zum Beispiel hier</a>, <a href="http://www.20min.ch/schweiz/zuerich/story/16027775" target="_blank">hier</a> oder <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Taeter-sind-nicht-zum-ersten-Mal-auffaellig-geworden/story/17174826" target="_blank">hier</a>. Dass Urbaniok offenbar falsch lag, hat die Redaktionen dann aber nicht mehr interessiert; eine Konfrontation mit der Fehleinschätzung findet sich nirgends. Das wertet nicht nur die Information, sondern auch den Journalismus empfindlich ab.</p>
<p>Immerhin im <a href="(http://www.telem1.ch/50-show-talktaeglich/10291-episode-rupperswil" target="_blank">«Talk Täglich» auf TeleM</a>1 wurde Urbaniok auf die Fehleinschätzung von ihm und seiner Kollegen im In- und Ausland angesprochen. Der Forensiker erklärte sie damit, dass es sich um eine «sehr extreme Ausnahmetat» handelte, die «sehr unwahrscheinlich» sei. Er wies aber auch auf die Problematik hin, an der der Versuch, die unbegreifliche Tat begreiflich zu machen, meiner Meinung nach immer krankt: Dass man sich auf Informationen berufen muss, ohne den Täter zu kennen, was immer verschiedene Interpretationen offen lasse. Jetzt, da der mutmassliche Täter gefasst sei, werde man die Frage nach dem Warum genauer beantworten können als man das zuvor gekonnt habe, so Urbaniok.</p>
<p>Die Botschaft von Urbaniok schien bei Medienschaffenden und auch bei seinen Kollegen jedoch nicht anzukommen. Statt auf das Gutachten zu warten, das ein Psychiater nun nach Gesprächen mit dem mutmasslichen Täter erstellen wird, betreiben die Medien die Expertitis zum Fall Rupperswil munter weiter – mit teilweise skurrilen Zügen. Thomas Knecht betont <a href="http://www.watson.ch/Schweiz/Interview/636233347-Psychiater-zum-Fall-Rupperswil--%C2%ABDass-der-T%C3%A4ter-noch-ein-sexuelles-Bed%C3%BCrfnis-befriedigte--ist-abgebr%C3%BCht%C2%BB" target="_blank">im Interview mit Watson</a>, wie «abgebrüht» der mutmassliche Täter gewesen sein muss und stellt schon mal eine mögliche Diagnose in den Raum. Im «Blick» wird <a href="http://www.blick.ch/news/schweiz/gerichtspsychiater-thomas-knecht-so-krank-ist-die-bestie-von-rupperswil-id5030178.html" target="_blank">derselbe Forsensiker mit Sätzen zitiert</a> wie: «Die Tat deutet auf einen kaltblütigen, vegetativ stabilen und skrupellosen Täter hin. Ihm fehlt es komplett an Empathie, nur seine Gefühle zählen für ihn» oder «Dass sich der Täter in der Hochrisiko-Situation noch sexuell befriedigen konnte, ist sehr erstaunlich und bei Menschen mit ‹normaler› psychischer Konstitution undenkbar.» Kaum ein Medium, das solche oder ähnliche Aussagen nicht schon publiziert hätte.</p>
<p>Obwohl der Erkenntnisgewinn gering ist. Nicht nur, weil es sich erneut um Ferndiagnosen handelt, sondern weil der Inhalt wenig überrascht. Der Mörder von Rupperswil, ein kaltblütiger, skrupelloser Mensch ohne Mitgefühl, psychisch krank? Geschenkt. Dass damit etliche Zeilen und Sendeminuten gefüllt werden, kann also wenig damit zu tun haben, dem Leser, Hörer oder Zuschauer etwas zu vermitteln, das er noch nicht weiss. Vielmehr geht es darum, den Fall Rupperswil, der nach wie vor Klicks und Leserzahlen generiert, weiter zu bewirtschaften. Dass es Forensiker gibt, die bereitwillig Auskunft geben, obwohl sie wissen, wie willkürlich ihre Aussagen sind, entschuldigt nicht die Tatsache, dass damit das Publikum für dumm verkauft wird. Gesunder Menschenverstand – das zumindest sollten Medienschaffende ihren Lesern zutrauen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/06/06/gesunder-menschenverstand-statt-experten/">Gesunder Menschenverstand statt Experten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Der nette Franz und der böse «Blick»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/25/der-nette-franz-und-der-boese-blick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2016 08:33:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der «Medienclub» auf SRF hat sein Gesicht noch nicht gefunden. Auch die gestrige Sendung zum Fall Rupperswil wollte viel und erreichte wenig.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der «Medienclub» auf SRF hat sein Gesicht noch nicht gefunden. Auch die gestrige Sendung zum Fall Rupperswil wollte viel und erreichte wenig.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/25/der-nette-franz-und-der-boese-blick/">Der nette Franz und der böse «Blick»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Mordfall Rupperswil: Journalismus oder Voyeurismus?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/24/mordfall-rupperswil-journalismus-oder-voyeurismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2016 20:25:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schlagzeilen zum Vierfachmord überschlagen sich: Da ist die Rede von der «Bestie von Rupperswil», vom «Gesicht des Bösen». Die Journalisten durchleuchten das Privatleben des mutmasslichen Mörders, der Opfer und Angehörigen. Grenzenloser Voyeurismus oder legitimer Anspruch der Medienkonsumenten?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schlagzeilen zum Vierfachmord überschlagen sich: Da ist die Rede von der «Bestie von Rupperswil», vom «Gesicht des Bösen». Die Journalisten durchleuchten das Privatleben des mutmasslichen Mörders, der Opfer und Angehörigen. Grenzenloser Voyeurismus oder legitimer Anspruch der Medienkonsumenten?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/24/mordfall-rupperswil-journalismus-oder-voyeurismus/">Mordfall Rupperswil: Journalismus oder Voyeurismus?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>«Mit dem Mordfall Rupperswil wird Voyeurismus betrieben!»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/24/mit-dem-mordfall-rupperswil-wird-voyeurismus-betrieben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2016 10:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei der «Seetal Selection» hatte der mutmassliche Vierfachmörder von Rupperswil Jugendliche trainiert. Einen Tag vor der Verhaftung stand Roland Wenger noch mit ihm am Spielfeldrand. Seit der Verhaftung amtiert Roland Wenger als Mediensprecher der Fussballclubs.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/24/mit-dem-mordfall-rupperswil-wird-voyeurismus-betrieben/">«Mit dem Mordfall Rupperswil wird Voyeurismus betrieben!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der «Seetal Selection» hatte der mutmassliche Vierfachmörder von Rupperswil Jugendliche trainiert. Einen Tag vor der Verhaftung stand Roland Wenger noch mit ihm am Spielfeldrand. Seit der Verhaftung amtiert Roland Wenger als Mediensprecher der Fussballclubs.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/24/mit-dem-mordfall-rupperswil-wird-voyeurismus-betrieben/">«Mit dem Mordfall Rupperswil wird Voyeurismus betrieben!»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Das unangenehme Gefühl, wildfremde Menschen zu behelligen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/23/das-unangenehme-gefuehl-wildfremde-menschen-zu-behelligen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 May 2016 12:55:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus Zufall wurde unser Kolumnist für die Berichterstattung über den Vierfachmord von Rupperswil abberufen und stand unverhofft mitten im Geschehen. Im Journalistenpulk suchte er vor Ort nach verwertbarem Material. Einblick in einen ungewöhnlichen Arbeitstag. Der Freitag vor zehn Tagen begann, wie Freitage auf der Bundeshausredaktion der Aargauer Zeitung in Bern so beginnen. Wir warfen einen <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/23/das-unangenehme-gefuehl-wildfremde-menschen-zu-behelligen-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aus Zufall wurde unser Kolumnist für die Berichterstattung über den Vierfachmord von Rupperswil abberufen und stand unverhofft mitten im Geschehen. Im Journalistenpulk suchte er vor Ort nach verwertbarem Material. Einblick in einen ungewöhnlichen Arbeitstag.</strong></p>
<p>Der Freitag vor zehn Tagen begann, wie Freitage auf der Bundeshausredaktion der Aargauer Zeitung in Bern so beginnen. Wir warfen einen Blick in die Zeitungen der Konkurrenz und diskutierten in der 9-Uhr-Sitzung die Themen für den nächsten Tag. Eine Kollegin nahm sich einem Abstimmungs-Leitartikel an, ein anderer sprach mit dem jammernden Bauernverbandspräsidenten und ein dritter kümmerte sich um die Wirrungen der Bodluv-Sistierung im Verteidigungsdepartement. Ich fing an, ein am Vorabend geführtes Interview zu transkribieren und war damit der Einzige, der nicht tagesaktuell eingebunden war. </p>
<p>Kurz vor 11 Uhr kam ein Anruf von der Hauptredaktion in Aarau: Es sei eine Einladung für eine Pressekonferenz der Aargauer Staatsanwaltschaft und der Kantonspolizei für den Nachmittag eingegangen, die neue Erkenntnisse zum Vierfachmord von Rupperswil verspreche. Was dies genau heisse, wisse er auch nicht, sagte mir der Blattmacher am Telefon jedenfalls soll ich bitte gelegentlich meine Sachen packen und nach Aarau kommen, da die Redaktion vor Ort knapp besetzt sei.</p>
<p>Natürlich erinnerte ich mich noch an das mysteriöse Verbrechen, das kurz vor Weihnachten die Schweiz erschütterte. Ich hatte mich aber nie eingehend mit dem Fall befasst und keine einzige Zeile darüber geschrieben. Und plötzlich war ich mittendrin: Um 13 Uhr war ich in Aarau, um 15 Uhr an der Pressekonferenz und ab 15.05 Uhr hörte ich aus wenigen Metern Entfernung die Worte des Polizeichefs, die wohl jeden Zuhörer bis in Mark erschütterten: Nicht nur habe der Täter seinen Opfern die Kehle durchgeschnitten, zuvor habe er sich auch noch am 13-jährigen Sohn der Familie vergangen. Es war totenstill im Saal.</p>
<p>Nach der Pressekonferenz besprachen wir das weitere Vorgehen. Es war klar, dass jemand nach Rupperswil gehen musste, wo die Opfer und wie neuerdings bekannt auch der Täter wohnten. Als eingeplanter Springer war das ich, begleitet von einem Fotografen. Denn die Fragen waren weiterhin zahlreich: Wie reagiert die Bevölkerung des 4000-Seelen-Dorfes auf die schrecklichen Neuigkeiten? Und vor allem natürlich: Wer war der Täter? Aufgrund der Polizeiinformationen war nur bekannt, dass er Schweizer, 33 Jahre alt und in Rupperswil wohnhaft war.</p>
<p>Während meiner Zeit als Reporter bei «20 Minuten» war ich bei grösseren Ereignissen immer wieder mal «im Feld». Seither beschäftige ich mich in der Regel aber eher mit Kommissionen als mit Kommissaren, eher mit Angehörigen von Parteien als mit Angehörigen von Opfern. Entsprechend ungewohnt war im ersten Moment die Situation vor Ort in Rupperswil: Wohl auch wegen des garstigen Wetters hatte man zeitweise das Gefühl, an den «neuralgischen» Punkten wie Bahnhof oder Volg-Filiale tummelten sich mehr Journalisten als Anwohner. Einmal wollte mich gar ein Reporter eines lokalen TV-Senders befragen, bevor er dann den Notizblock in meiner Hand erblickte. Auch die Rupperswiler erwiesen sich nicht als sonderlich auskunftsfreudig.</p>
<p>Dank eines Hinweises der Zentralredaktion hatten wir dann plötzlich eine Adresse, wo der Täter offenbar gewohnt habe. Tatsächlich war die Türe des entsprechenden Hauses von der Polizei versiegelt und vor allem strichen schon andere Journalisten darum herum. Damit begann der wirklich gewöhnungsbedürftige Teil der Arbeit: Wir klingelten bei Nachbarn, um etwas über Thomas N. mittlerweile wussten wir seinen Namen zu erfahren. Wir sprachen mit Fussgängern, die zufällig vorbeispazierten. Interessant war dabei, dass sich unter den Journalisten eigentliche Schicksalsgemeinschaften bildeten: Obwohl wir für Konkurrenzmedien arbeiteten, sassen wir ja alle im gleichen Boot. So zog ich zeitweise mit einer «20-Minuten»-Reporterin, zeitweise mit dem Polizeireporter des Tages-Anzeigers um die Häuser. Andere Journalisten wiederum gingen bewusst auf Distanz.</p>
<p>Gewöhnungsbedürftig war das für mich vor allem darum, weil es mir nur beschränkt Spass macht, mir unbekannte Leute zu behelligen. Die meisten Angesprochenen wollten zuerst einmal gar nichts sagen und es braucht einiges Fingerspitzengefühl, um wildfremde Menschen nicht zu überrumpeln und dennoch etwas von ihnen zu erfahren. Man könnte ja meinen, dass die Nachbarn über einen der brutalsten Mörder, den die Schweiz je kannte, ausgiebig herziehen wollen – doch weit gefehlt. Der Schock, dass der Mann gleich neben ihnen lebte und mit seinen Huskies täglich an ihrem Haus vorbeispazierte, war in jenem Moment grösser als die Erleichterung über die Verhaftung.</p>
<p>Ob es mir gelungen ist, das nötige Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen, weiss ich nicht. Mehr als einmal wurde mir die Türe vor der Nase zugeschlagen. Andere wiederum nahmen sich Zeit, konnten abgesehen von ein paar Äusserlichkeiten aber dennoch kaum etwas über den geständigen Mörder sagen. Zu zurückgezogen lebte er, zu wenig wusste man über sein Privatleben. Bei solchen Vor-Ort-Recherchen muss man sich immer auch vergegenwärtigen, was diese bei Angehörigen von Opfern und Täter auslösen könnten wobei es nicht nur um die Frage geht, ob man das Foto von N. verpixeln sollte. Darf man etwa das Haus des Täters, in dem auch seine Mutter wohnte, zeigen?  </p>
<p>Gleichzeitig hat die Öffentlichkeit ein enormes – die Klickzahlen belegen es – und durchaus legitimes Interesse an Informationen über ein derart skrupelloses Verbrechen und auch über den Täter selbst. Dieses zu befriedigen, ist ein Teil des Auftrages der Medien sonst schreiben sie an ihren Konsumenten vorbei. Das heisst freilich nicht, dass alles, was man als Journalist weiss, auch veröffentlicht gehört. Die Gratwanderung zwischen einer Berichterstattung, aus der die breite Öffentlichkeit Erkenntnisse gewinnt und die ihr bei der Verarbeitung eines Verbrechens hilft, und einer, die der reinen Befriedigung einer wohl urmenschlichen Sensationslust dient, ist schmal. </p>
<p>Mir bleibt der 13. Mai 2016 als Arbeitstag der anderen Art in Erinnerung nicht nur, weil er erst um 21.30 Uhr zu Ende war. Ich glaube, dass es gerade Journalisten, die ihre Tage mehrheitlich hinter Computerbildschirmen und Dokumenten verbringen, durchaus mal guttut, etwas «Gras zu fressen» und sich die Schuhe dreckig zu machen. Und doch bin ich froh, dies nicht jeden Tag tun zu müssen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/23/das-unangenehme-gefuehl-wildfremde-menschen-zu-behelligen-2/">Das unangenehme Gefühl, wildfremde Menschen zu behelligen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Über den Umgang mit Gewalt und Verbrechen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/21/ueber-den-umgang-mit-gewalt-und-verbrechen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 May 2016 08:36:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Darstellung von Gewalt ist zur Unterhaltung geworden und Kriegsspiele sind gesellschaftlich akzeptiert. Was aber bei echten Morden?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Darstellung von Gewalt ist zur Unterhaltung geworden und Kriegsspiele sind gesellschaftlich akzeptiert. Was aber bei echten Morden?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/21/ueber-den-umgang-mit-gewalt-und-verbrechen/">Über den Umgang mit Gewalt und Verbrechen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Als News getarnter Voyeurismus</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/17/als-news-getarnter-voyeurismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2016 08:39:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei der Berichterstattung über den Mörder von Rupperswil nahmen es Medien in Kauf, dass das familiäre Umfeld blossgestellt wird. Das ist unzulässig.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/17/als-news-getarnter-voyeurismus/">Als News getarnter Voyeurismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Berichterstattung über den Mörder von Rupperswil nahmen es Medien in Kauf, dass das familiäre Umfeld blossgestellt wird. Das ist unzulässig.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/17/als-news-getarnter-voyeurismus/">Als News getarnter Voyeurismus</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Rambojournalisten in Town</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/16/rambojournalisten-in-town/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 May 2016 08:21:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fall Rupperswil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Willkür, Pranger und Würdeverletzungen. Ich gehöre nicht zu denen die pauschal den Boulevardjournalismus in die Schmuddelecke verorten, doch muss es möglich sein, auch wenn es um Verbrecher geht, moralische Leitlinien zu wahren.&#8220; Journalist Elia Blülle zur Boulevard-Berichterstattung nach der Aufklärung des Vierfachmordes von Rupperswil.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/16/rambojournalisten-in-town/">Rambojournalisten in Town</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Willkür, Pranger und Würdeverletzungen. Ich gehöre nicht zu denen die pauschal den Boulevardjournalismus in die Schmuddelecke verorten, doch muss es möglich sein, auch wenn es um Verbrecher geht, moralische Leitlinien zu wahren.&#8220; Journalist Elia Blülle zur Boulevard-Berichterstattung nach der Aufklärung des Vierfachmordes von Rupperswil.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/16/rambojournalisten-in-town/">Rambojournalisten in Town</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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