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	<title>L'Hebdo | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 10 Nov 2020 16:09:04 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ein bluttes Füdli – ist das gut für den Kopf?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Rothenbühler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jun 2017 09:19:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[L'Hebdo]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Jacques Pilet]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
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		<category><![CDATA[Blattkritik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das neue Westschweizer Online-Magazin «Bon pour la tête» startet verhalten. In der Blattkritik von Peter Rothenbühler schneidet das «widerspenstige» Medium noch zu brav ab, zu beliebig und zu berechenbar. Da hilft auch die Prise Sex nichts, die zur Première eingestreut wurde. «Bon pour la tête» heisst das jüngste Medium der Westschweiz, exakt so wie der <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das neue Westschweizer Online-Magazin «Bon pour la tête» startet verhalten. In der Blattkritik von Peter Rothenbühler schneidet das «widerspenstige» Medium noch zu brav ab, zu beliebig und zu berechenbar. Da hilft auch die Prise Sex nichts, die zur Première eingestreut wurde.<br />
<span id="more-29396"></span><br />
«Bon pour la tête» heisst das jüngste Medium der Westschweiz, exakt so wie der alte Werbeslogan für «L’Hebdo», das Anfang 2017 eingestellte Wochenmagazin des Ringier Verlags. Der Name ist Programm: eine Gruppe von rund dreissig Hebdo-Nostalgikern rund um Hebdo-Gründer Jacques Pilet, hat am 21. Juni die Nullnummer einer Online-Zeitung präsentiert, die «gut für den Kopf» sein soll, so etwas wie der Phönix aus der Asche von L’Hebdo und nicht weniger als «Der Frühling des Journalismus», wie der Film heisst, den der welsche Regisseur Frédéric Gonseth Ende Jahr vorstellen will. (Hoffentlich gibt’s dann die Internetzeitung noch)</p>
<p>«Bon pour la tête» oder kurz BPLT, will täglich mit neuen Storys überraschen und kann für acht Franken im Monat abonniert werden.</p>
<p>Wer davon ausgeht, dass sich Sex im Kopf abspielt, versteht auch, dass ausgerechnet ein wohlgeformtes nacktes Füdli auf dem ersten Bild des neuen Mediums zu sehen ist – und auch, warum sich gleich drei von zwölf Geschichten zum Start um Sex drehen.</p>
<p>Vielleicht hängt es mit dem zweiten Frühling der durchschnittlich doch etwas älteren Mannschaft zusammen? Jedenfalls soll das Medium «indocile» sein, sagen seine Gründer. Man kann «indocile» mit unbrav, undiszipliniert oder gar rebellisch übersetzen. Und sie jubeln ganz optimistisch, dass in nur fünf Wochen ganze 230&#8217;000 Franken Startkapital per Crowdfunding zusammengekommen sind, «ein Rekord für die Westschweiz», wie sie stolz verkünden. Die überwältigende Summe reicht sicher für ein Trinkgeld für die rund dreissig freiwillig mitarbeitenden Journalisten, würde ich mal sagen.</p>
<p>«»Dessen ungeachtet verspricht Jacques Pilet, Mitgründer von L&#8217;Hebdo und späteres Ringier-Direktionsmitglied auf allen Kanälen frohgemut, dass diese Internet-Zeitung mit ihren Reportagen, Kolumnen und Analysen einen originellen, überraschenden Ort der Debatte, der neuen Ideen schaffen werde, wie es ihn seit dem Untergang von L’Hebdo im Welschland leider nicht mehr gebe. Und wie es von einer ungeduldigen, inspirierenden Leserschaft sehnlichst erwartet werde. Mal sehen.</p>
<p>Eine derart ambitiöse Sache hat nur eine Chance, einen ersten Eindruck zu machen: man muss hoffen, dass sich das Trüppchen um Doyen Pilet noch steigern kann. Die ersten veröffentlichten Beiträge enttäuschen nämlich punkto Originalität und Themenwahl. Sie erinnern an eine dieser beliebigen, mässig interessanten, vorproduzierten Hintergrundseiten bestehender Titel, die nicht wirklich von Belang sind.</p>
<p>Da wird zum Beispiel über die 40 Prozent Boote in 70 Häfen des Lac Léman geschrieben, die nie ausfahren (!), oder die schäbigen Tricks gewisser Anbieter von Online-Dating (stand vorher schon in «20 Minutes»). Über offene Fragen nach der Moutier-Abstimmung wird gerätselt, wie das alle Kommentatoren der Westschweiz schon drei Tagen zuvor taten. Man erfährt vom schönen Brauch, in gewissen Cafés der Rhonestadt für ein Kaffee noch ein zweites zu bezahlen, für den mittellosen Gast. Das Schweizer Krankenkassen-Wesen wird als einmalig in Europa geoutet.</p>
<p>Im Bereich Lifestyle stellt eine ältere Journalistin eine junge Modeschöpferin vor, die Kleider für ältere Damen herstellt mit so originellen Aufdrucken wie «Old is the new black». Drohnenaufnahmen von einem riesigen Friedhof im Irak und das Bild einer Moderatorin des nordkoreanischen Fernsehens runden das Bild ab. Wie gesagt, nichts Bewegendes. Nichts zum Abschreiben.</p>
<p>Wenn das sehr erfolgreiche Medienportal «Médiapart» in Frankreich das Vorbild sein sollte, muss sich «Bon pour la tête» sogleich daran machen, gewisse Dinge aufzudecken, die die andern Medien zwingen, den neuen Fisch im Karpfenteich zu zitieren. Und es muss seine Unabhängigkeit vom Verleger- Establishment beweisen, in dem es beispielsweise mit der durchwegs gouvernementalen, auf Harmonie bedachten Haltung der Regionalzeitungen bricht, Missstände aufdeckt, die Politiker kritisiert, wo ss nötig ist, regelmässig in der Westschweiz eine öffentliche Debatte anreisst, aneckt – «indocile» eben.</p>
<p>Vorläufig schwimmen die Alt-Hebdoler noch im gleichen Wasser wie das von ihnen sehr betrauerte ehemalige Magazin in den letzten Jahren: Man bringt ein bisschen dies und ein bisschen das und geht langsam aber sicher in Selbstgefälligkeit unter.</p>
<p>Man ist nur bisschen witzig, nur ein bisschen klug, nur ein bisschen unbrav. Aber leider auch ein bisschen unnötig. Aber vielleicht täuscht ja dieser erste Eindruck und es wird noch alles ganz anders, viel besser. Lassen wir uns überraschen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf-2/">Ein bluttes Füdli – ist das gut für den Kopf?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein bluttes Füdli – ist das gut für den Kopf? Blattkritik «Bon pour la tête»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Rothenbühler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jun 2017 08:31:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Romandie]]></category>
		<category><![CDATA[L'Hebdo]]></category>
		<category><![CDATA[Jacques Pilet]]></category>
		<category><![CDATA[Bon pour la tete]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das neue Westschweizer Online-Magazin «Bon pour la tête» startet verhalten. In der Blattkritik von Peter Rothenbühler schneidet das «widerspenstige» Medium noch zu brav ab, zu beliebig und zu berechenbar. Da hilft auch die Prise Sex nichts, die zur Première eingestreut wurde.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf/">Ein bluttes Füdli – ist das gut für den Kopf? Blattkritik «Bon pour la tête»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das neue Westschweizer <a href="https://bonpourlatete.com/" target="_blank" rel="noopener">Online-Magazin «Bon pour la tête»</a> startet verhalten. In der Blattkritik von Peter Rothenbühler schneidet das «widerspenstige» Medium noch zu brav ab, zu beliebig und zu berechenbar. Da hilft auch die Prise Sex nichts, die zur Première eingestreut wurde.</strong></p>

<a href="https://de.123rf.com/profile_kladyk" title="So etwas wie der Phönix aus der Asche von L’Hebdo und nicht weniger als «Der Frühling des Journalismus» Bild: Montage, Urheber: kladyk / 123RF Lizenzfreie Bilder" data-rl_title="So etwas wie der Phönix aus der Asche von L’Hebdo und nicht weniger als «Der Frühling des Journalismus» Bild: Montage, Urheber: kladyk / 123RF Lizenzfreie Bilder" class="rl-gallery-link set-target no-lightbox" data-rl_caption="" data-rel="lightbox-gallery-2" data-magnific_type="gallery" target="_blank"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="800" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-Bon-pour-la-tete_20170622_1200x800px.jpg" class="attachment-full size-full" alt="" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-Bon-pour-la-tete_20170622_1200x800px.jpg 1200w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-Bon-pour-la-tete_20170622_1200x800px-300x200.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-Bon-pour-la-tete_20170622_1200x800px-768x512.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-Bon-pour-la-tete_20170622_1200x800px-1024x683.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2017/06/MW-Bon-pour-la-tete_20170622_1200x800px-728x485.jpg 728w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a>

<p>«Bon pour la tête» heisst das jüngste Medium der Westschweiz, exakt so wie der alte Werbeslogan für «L’Hebdo», das Anfang 2017 eingestellte Wochenmagazin des Ringier Verlags. Der Name ist Programm: eine Gruppe von rund dreissig Hebdo-Nostalgikern rund um Hebdo-Gründer Jacques Pilet, hat am 21. Juni die Nullnummer einer Online-Zeitung präsentiert, die «gut für den Kopf» sein soll, so etwas wie der Phönix aus der Asche von L’Hebdo und nicht weniger als «Der Frühling des Journalismus», wie der Film heisst, den der welsche Regisseur Frédéric Gonseth Ende Jahr vorstellen will. (Hoffentlich gibt’s dann die Internetzeitung noch.) «Bon pour la tête» oder kurz BPLT, will täglich mit neuen Storys überraschen und kann für acht Franken im Monat abonniert werden.</p>
<blockquote><p>Die überwältigende Summe reicht sicher für ein Trinkgeld für die rund dreissig freiwillig mitarbeitenden Journalisten.</p></blockquote>
<p>Wer davon ausgeht, dass sich Sex im Kopf abspielt, versteht auch, dass ausgerechnet ein wohlgeformtes nacktes Füdli auf dem ersten Bild des neuen Mediums zu sehen ist – und auch, warum sich gleich drei von zwölf Geschichten zum Start um Sex drehen. Vielleicht hängt es mit dem zweiten Frühling der durchschnittlich doch etwas älteren Mannschaft zusammen? Jedenfalls soll das Medium «indocile» sein, sagen seine Gründer. Man kann «indocile» mit unbrav, undiszipliniert oder gar rebellisch übersetzen. Und sie jubeln ganz optimistisch, dass in nur fünf Wochen ganze 230’000 Franken Startkapital per Crowdfunding zusammengekommen sind, «ein Rekord für die Westschweiz», wie sie stolz verkünden. Die überwältigende Summe reicht sicher für ein Trinkgeld für die rund dreissig freiwillig mitarbeitenden Journalisten, würde ich mal sagen.</p>
<p>Dessen ungeachtet verspricht Jacques Pilet, Mitgründer von L’Hebdo und späteres Ringier-Direktionsmitglied auf allen Kanälen frohgemut, dass diese Internet-Zeitung mit ihren Reportagen, Kolumnen und Analysen einen originellen, überraschenden Ort der Debatte, der neuen Ideen schaffen werde, wie es ihn seit dem Untergang von L’Hebdo im Welschland leider nicht mehr gebe. Und wie es von einer ungeduldigen, inspirierenden Leserschaft sehnlichst erwartet werde. Mal sehen.</p>
<blockquote><p>Die ersten veröffentlichten Beiträge enttäuschen punkto Originalität und Themenwahl.</p></blockquote>
<p>Eine derart ambitiöse Sache hat nur eine Chance, einen ersten Eindruck zu machen: man muss hoffen, dass sich das Trüppchen um Doyen Pilet noch steigern kann. Sie erinnern an eine dieser beliebigen, mässig interessanten, vorproduzierten Hintergrundseiten bestehender Titel, die nicht wirklich von Belang sind.</p>
<p>Da wird zum Beispiel über die 40 Prozent Boote in 70 Häfen des Lac Léman geschrieben, die nie ausfahren (!), oder die schäbigen Tricks gewisser Anbieter von Online-Dating (stand vorher schon in «20 Minutes»). Über offene Fragen nach der Moutier-Abstimmung wird gerätselt, wie das alle Kommentatoren der Westschweiz schon drei Tagen zuvor taten. Man erfährt vom schönen Brauch, in gewissen Cafés der Rhonestadt für ein Kaffee noch ein zweites zu bezahlen, für den mittellosen Gast. Das Schweizer Krankenkassen-Wesen wird als einmalig in Europa geoutet.</p>
<p>Im Bereich Lifestyle stellt eine ältere Journalistin eine junge Modeschöpferin vor, die Kleider für ältere Damen herstellt mit so originellen Aufdrucken wie «Old is the new black». Drohnenaufnahmen von einem riesigen Friedhof im Irak und das Bild einer Moderatorin des nordkoreanischen Fernsehens runden das Bild ab. Wie gesagt, nichts Bewegendes. Nichts zum Abschreiben.</p>
<blockquote><p>«Bon pour la tête» muss mit der durchwegs gouvernementalen, auf Harmonie bedachten Haltung der Regionalzeitungen brechen.</p></blockquote>
<p>Wenn das sehr erfolgreiche Medienportal «Médiapart» in Frankreich das Vorbild sein sollte, muss sich «Bon pour la tête» sogleich daran machen, gewisse Dinge aufzudecken, die die andern Medien zwingen, den neuen Fisch im Karpfenteich zu zitieren. Und es muss seine Unabhängigkeit vom Verleger-Establishment beweisen, in dem es beispielsweise mit der durchwegs gouvernementalen, auf Harmonie bedachten Haltung der Regionalzeitungen bricht, Missstände aufdeckt, die Politiker kritisiert, wo ss nötig ist, regelmässig in der Westschweiz eine öffentliche Debatte anreisst, aneckt – «indocile» eben.</p>
<p>Vorläufig schwimmen die Alt-Hebdoler noch im gleichen Wasser wie das von ihnen sehr betrauerte ehemalige Magazin in den letzten Jahren: Man bringt ein bisschen dies und ein bisschen das und geht langsam aber sicher in Selbstgefälligkeit unter.</p>
<p>Man ist nur bisschen witzig, nur ein bisschen klug, nur ein bisschen unbrav. Aber leider auch ein bisschen unnötig. Aber vielleicht täuscht ja dieser erste Eindruck und es wird noch alles ganz anders, viel besser. Lassen wir uns überraschen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/22/ein-bluttes-fuedli-ist-das-gut-fuer-den-kopf/">Ein bluttes Füdli – ist das gut für den Kopf? Blattkritik «Bon pour la tête»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Das Wunder dauerte immerhin 36 Jahre</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/01/25/das-wunder-dauerte-immerhin-36-jahre/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Rothenbühler]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2017 09:18:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[L'Hebdo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Westschweizer Magazin «L&#8217;Hebdo» konnte sich deshalb so lange im Markt halten, weil es die Vorstellungen des Verlags in Zürich konsequent unterlief und damit eine Institution für die Romandie schuf. Wirtschaftlich ging die Rechnung nicht auf. Nach einem Jahrzehnt roter Zahlen setzte Ringier-Axel-Springer dem Wochenblatt ein Ende. Der Tageszeitung «Le Temps», die im gleichen Verlag <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/25/das-wunder-dauerte-immerhin-36-jahre/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Westschweizer Magazin «L&#8217;Hebdo» konnte sich deshalb so lange im Markt halten, weil es die Vorstellungen des Verlags in Zürich konsequent unterlief und damit eine Institution für die Romandie schuf. Wirtschaftlich ging die Rechnung nicht auf. Nach einem Jahrzehnt roter Zahlen setzte Ringier-Axel-Springer dem Wochenblatt ein Ende. Der Tageszeitung «Le Temps», die im gleichen Verlag erscheint, könnte bald das gleiche Schicksal drohen.</strong></p>
<p>Das Ende ist zwar traurig, aber nicht so überraschend gekommen, wie es Chefredaktor Alain Jeannet oder Jacques Pilet, der Gründer von «L&#8217;Hebdo», jetzt darstellen: Seit Ringier 2014 die Qualitätszeitung «Le Temps», die je zur Hälfte Ringier und Tamedia gehörte, ganz übernommen hatte, was einige Manager an der Dufourstrasse 23 als fataler Fehlentscheid beurteilten, konnten sich Journalisten, die die Zahlen kannten und die allgemeine Entwicklung der Printmedien kritisch beobachten und nicht irgendwelchen Träumen nachhingen, an den Fingern abzählen, dass Ringier über kurz oder lang im kleinen Westschweizer Markt nicht zwei Qualitätstitel, «L&#8217;Hebdo» und «Le Temps», wird halten können. Interessanterweise sind Journalisten, die immer alles vor allen andern wissen wollen, von einer seltsamen Blindheit und mangelnder Analysekraft geschlagen, wenns ums eigene Geschäft und das eigene Schicksal geht.</p>
<p>Ob der Kauf von «Le Temps» ein kluger Entscheid war, sei mal dahingestellt. Sicher ist, dass das Prestige der überregionalen Tageszeitung «Le Temps» sowohl im Hause Ringier wie bei den Opinionleader der Westschweizer Politik und Wirtschaft höher liegt als jenes von «L&#8217;Hebdo», und das Magazin sicher vor der Zeitung über die Klinge springen würde, sollte der Ertrag weiter zurückgehen.</p>
<p>«L&#8217;Hebdo» litt in den letzten Jahren nicht nur an einem fatalen Anzeigen- und Abonnentenschwund, sondern auch unter ein paar Abnützungserscheinungen. Die Redaktion suchte das Heil, wie alle Nachrichtenmagazine der Welt, im Ausweichen auf sogenannte Soft-Themen wie Rückenschmerzen, Alpenbeizli oder Schulaufgaben. Politisch lag das Heft als letzte wehrhafte welsche Bastion der überzeugten EU-Fighter auch ein wenig neben dem Zeitgeist. Auch in der Romandie hat sich die EU-Skepsis seit der EWR-Abstimmung von 1992 flächendeckend verbreitet.</p>
<p>Das welsche Ringier-Management unter der Führung von Daniel Pillard hatte den Kauf von «Le Temps» massiv empfohlen und –fast möchte man sagen – durchgestiert, dann aber auch verzweifelt versucht, die Zahlen ins Lot zu bringen. Das geschah vor allem mit drastischen Sparmassnahmen, wozu auch der Umzug der «Le Temps»-Redaktion von Genf nach Lausanne in einen gemeinsamen Newsroom von «L&#8217;Hebdo» und «Le Temps» gehörte, ein Experiment, das viele mit grosser Skepsis verfolgten, weil die zwei Titel doch von sehr unterschiedlicher Ausrichtung und Dynamik sind. «L&#8217;Hebdo» versteht sich nach wie vor eher links, «Le Temps» positioniert sich dagegen viel wirtschaftsfreundlicher.</p>
<p>Doch die Mannschaft versah unter der Leitung von zwei Chefredaktoren, die sich nicht immer grün waren, ihren Job recht gut und bewies, dass man sich von einer Stunde auf die andere sehr wohl vom Magazin- zum Zeitungsjournalisten wandeln kann – wenn man muss. Doch praktisch alle klagten hinter vorgehaltener Hand über die härteren Arbeitsbedingungen. Öffentlich hielt man sich aus Angst vor Entlassungen mit Kritik zurück. Es kam denn auch zu abrupten Personalentscheiden: So wurde die langjährige hervorragende «Hebdo»-Politjournalistin Chantal Tauxe vor zwei Monaten überraschend auf die Strasse gestellt.</p>
<p>Natürlich fehlt «L&#8217;Hebdo» jetzt im Westschweizer Blätterwald, aber wenigstens können sich die Journalisten des Magazins den Erfolg ans Revers heften, viel länger erfolgreichen Magazinjournalismus produziert zu haben als jeder Deutschschweizer Versuch im gleichen Segment. «Facts» hat nicht lange gelebt, das Sonntagsjournal (in den siebziger Jahren) auch nicht; vom Schwesterblatt «Die Woche» gar nicht erst zu reden.</p>
<p>Damit kommen wir zum Anfang von «L&#8217;Hebdo», der viel erfreulicher war, ein echtes verlegerisches Wunder, aber nur, weil die Journalisten das, was der Verleger eigentlich wollte, nicht gemacht haben. Als der Boulevard- und Heftli-Verlag Ringier 1981 endlich den alten Traum seiner eleganten Direktoren erfüllte, endlich mal in der Liga der Qualitätspresse mitzumischen und beschloss, die Schweiz mit einem neuen nationalen Nachrichtenmagazin zu segnen, nämlich mit «Die Woche» für die deutsche Schweiz und «L’Hebdo» fürs Welschland, war man an der Dufourstrasse überzeugt, dass die zu erwartenden stattlichen Gewinne der Deutschschweizer «Woche» über längere Zeit helfen würden, das zu erwartende Defizit in der Romandie auszugleichen, sozusagen als guteidgenössischer Lastenausgleich.</p>
<p>Doch es geschah ein kleines Wunder, gepaart mit einer peinlichen Niederlage: «Die Woche», geführt vom heutigen Südostschweiz-Verleger Hanspeter Lebrument, der den Chefredaktorenposten ohne jede Zeitschriftenerfahrung angetreten hatte, kam nicht vom Fleck und musste binnen Jahresfrist eingestellt werden. «L&#8217;Hebdo» aber, geführt vom besten Nachwuchsjournalisten des Welschlandes, Hobbypilot Jacques Pilet, hob sofort ab und überflügelte schon in den ersten Wochen im Verkauf das grosse Schwesterblatt. Pilet traf den Zeitgeist der jüngeren und weniger jüngeren «Bobos», der Bourgeois-Bohèmes, dieser leicht linken, leicht grünen, leicht gebildeten und leicht einkommensstärkeren Schicht, die in Lausanne und Genf den Ton angaben.</p>
<p>«L&#8217;Hebdo» war euphorisch EU-freundlich, wirtschaftskritisch, politisch links, kulturell up to date, in Gesellschaftsfragen progressiv und hatte vor allem eine Qualität, die es seit Jahren aufgegeben hat: «L&#8217;Hebdo» hat überrascht und neue Themen gesetzt. Es wurde Kult, war frech, mutig, aufregend, manchmal auch– vor allem, wenn es um Europa ging – ein bisschen nervend. Aber es wurde die beste Journalistenschule der Romandie. Fast alle, die heute Rang und Namen haben in den welschen Medien, sind durch die «L&#8217;Hebdo»-Schule von Pilet und die späteren Chefredaktoren Eric Hoesli, Ariane Dayer, Jean-Claude Péclet oder Alain Jeannet gegangen.</p>
<p>Und warum hat «L&#8217;Hebdo» funktioniert und «Die Woche» nicht? Weil Befehlsverweigerer Pilet fast alles anders machte als die Schöpfer der «Woche», der Deutsche Adolph Theobald und der Zürcher Walter Bosch, es vorschrieben. Ihre Schreibtisch-Konzept sah vor, dass die beiden Hefte zwar in verschiedenen Sprachen, aber mit den gleichen Inhalten erscheinen sollten, zwei Drittel der Artikel sollten in Zürich und Bern geschrieben werden, ein Drittel in Lausanne und alles würde dann hin- und her übersetzt. Tönt gut, ist aber eine grosse Illusion, der sich immer wieder verlegerische Schreibtischtäter hingeben, die nichts verstanden haben von den grossen kulturellen Unterschieden zwischen Welschland und Deutschschweiz.</p>
<p>Für alle Ignoranten sei es hier einmal mehr gesagt: Die andere Sprache ist mehr als ein simples Google-Werkzeug. Der absolute Clou des Konzepts war die Beschränkung auf die Schweiz: Das Heft darf nur Schweizer Themen behandeln, bestimmte der Deutsche Adolf Theobald. Kein Ausland! Paris kann brennen, Tokio untergehen, Unterlunkhofen und Porrentruy haben Vorrang. Ich denke, so etwas wäre nicht einmal einem SVP-Strategen von heute in den Sinn gekommen.</p>
<p>Jacques Pilet hat seinen Job riskiert, indem er sofort deklarierte, die Romands interessierten sich auch für das Weltgeschehen,die meisten Artikel aus Zürich könne er nicht brauchen, denn sie müssten arg umgeschrieben werden, weil der Blickwinkel in Genf und Lausanne auf fast jedes Ereignis wesentlich anders sei als in Chur und St.Gallen. Er brachte prominent auf dem Titelbild den Ausbruch des Falklandkrieges oder die Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat, was Theobald zur legendär gewordenen Frage trieb: «Herr Pilet, können Sie mir sagen, wieviele Schweizer auf den Fakland-Inseln leben?»</p>
<p>Item, «Die Woche» ging unter, «L&#8217;Hebdo» wurde zum Flaggschiff. Pilet setzte Akzente, «L&#8217;Hebdo» wählte den Unternehmer des Jahres, «L&#8217;Hebdo» setze sich massiv und erfolgreich ein für die Schaffung eines Schweizer Kulturzentrums in Paris, das der Bundesrat abgelehnt hatte. «L&#8217;Hebdo» kreierte Foren, lancierte Debatten und wurde zu einem wichtigen Pfeiler der Westschweizer Medienlandschaft.</p>
<p>Das ist nun vorbei. Wieviele Journalisten noch im Newsroom bleiben und an der verstärkten Samstagsausgabe des überlebenden Schwesterblatts «LeTemposs» mitwirken dürfen, ist noch nicht klar. Erstaunlicherweise hat «Le Temps» seine Qualität trotz massivem Stellenabbau auf gutem Niveau halten können, die Zeitung ist lesenswert, hat aber im Lesermarkt den Nachteil, dass ich sie als Zweitzeitung abonnieren muss, quasi als Luxusprodukt, denn sie erfüllt weder in Genf noch in Lausanne oder Fribourg die Rolle der Lokalzeitung wie es die NZZ oder der Tages-Anzeiger in Zürich tun, mit dem unentbehrlichen lokalen Vereins- und Polit-Kleinkram und den Kalendernews wie Todesanzeigen, Öffnungszeiten, etc. Wer in Lausanne lebt, braucht «24 Heures», in Genf La Tribune de Genève. Aber wer leistet sich heute noch zwei Abos? Selbst die New York Times ist letztlich ein Lokalblatt. «Le Temps» leider nicht.</p>
<p>Aber vielleicht erleben wir ja ein zweites Wunder und «Le Temps» lebt noch lange. Zu wünschen wäre es. Die Frage ist nur, ob es «Le Temps» selbst auch wünscht: Ausgerechnet der Chefredaktor des Blattes spielte in der Ausgabe vom 19. Januar 2017 die Kassandra und titelte ein Editorial auf der ersten Seite mit der Voraussage: «Le dernier journal sera imprimé en 2021.» Die letzte Zeitung werde 2021 gedruckt. Stéphane Benoit-Godet, Chefredaktor von «Le Temps», schockierte damit die gesamte Branche. «Die letzte Zeitung wird 2021 gedruckt» ist die Ankündigung des Todes von «Le Temps», denn allein mit der Digitalversion ist kein Geschäft zu machen, sämtliche Image- und Luxuskampagnen, die Anzeigen von Banken und Versicherungen und grossen Autos präferieren weiterhin den Print. Was ist nur in Benoit-Godet gefahren? Weiss er mehr?</p>
<p>Dass ein Chefredaktor mit der einen Hand Abos und Anzeigen sucht und mit der andern ankündigt, dass es sein Blatt in vier Jahren nicht mehr gibt, ist schon sehr, sehr eigenartig und eigentlich nur noch mit einer Neigung zur japanischen Harakiri-Kultur oder mit blindem (Aber-)Glauben an ein erfolgreiches News-Business im Internet zu erklären. Falls Benoit-Godet dieses Editorial mit seinem Verleger abgesprochen hat, wird es schon bald wieder eine Hiobsbotschaft aus Zürich geben. Und die Westschweiz wird um einen weiteren Zeitungstitel ärmer sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/25/das-wunder-dauerte-immerhin-36-jahre/">Das Wunder dauerte immerhin 36 Jahre</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>L&#8217;Hebdo am Ende: Das Wunder dauerte immerhin 36 Jahre</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/01/25/lhebdo-am-ende-das-wunder-dauerte-immerhin-36-jahre/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[L'Hebdo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Westschweizer Magazin «L’Hebdo» konnte sich deshalb so lange im Markt halten, weil es die Vorstellungen des Verlags in Zürich konsequent unterlief und damit eine Institution für die Romandie schuf. Wirtschaftlich ging die Rechnung nicht auf. Nach einem Jahrzehnt roter Zahlen setzte Ringier-Axel-Springer dem Wochenblatt ein Ende. Der Tageszeitung «Le Temps», die im gleichen Verlag <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/25/das-wunder-dauerte-immerhin-36-jahre/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Westschweizer Magazin «L’Hebdo» konnte sich deshalb so lange im Markt halten, weil es die Vorstellungen des Verlags in Zürich konsequent unterlief und damit eine Institution für die Romandie schuf. Wirtschaftlich ging die Rechnung nicht auf. Nach einem Jahrzehnt roter Zahlen setzte Ringier-Axel-Springer dem Wochenblatt ein Ende. Der Tageszeitung «Le Temps», die im gleichen Verlag erscheint, könnte bald das gleiche Schicksal drohen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/01/25/lhebdo-am-ende-das-wunder-dauerte-immerhin-36-jahre/">L’Hebdo am Ende: Das Wunder dauerte immerhin 36 Jahre</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Weniger Klischees als erwartet</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/03/11/weniger-klischees-als-erwartet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lea Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Mar 2014 11:42:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Romandie]]></category>
		<category><![CDATA[L'Hebdo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Westschweizer Leitmedien betonen stärker Trennendes als Verbindendes in ihrer Berichterstattung über die Deutschschweiz. Die Autorin hat Artikel des Nachrichtenmagazins L&#8217;Hebdo aus den Jahren 2010 bis 2012 untersucht. Die Romands waren gekränkt. Von einem Eselstritt, einem «inakzeptablen Affront» sprach die Westschweizer Tageszeitung Le Temps. Und selbst Bundespräsident Didier Burkhalter fühlte sich verpflichtet, an einer Medienkonferenz der Regierung <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/11/weniger-klischees-als-erwartet/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/11/weniger-klischees-als-erwartet/">Weniger Klischees als erwartet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Westschweizer Leitmedien betonen stärker Trennendes als Verbindendes in ihrer Berichterstattung über die Deutschschweiz. Die Autorin hat Artikel des Nachrichtenmagazins L&#8217;Hebdo aus den Jahren 2010 bis 2012 untersucht.</strong></p>
<p>Die Romands waren gekränkt. Von einem Eselstritt, einem <a href="http://www.letemps.ch/Page/Uuid/9ff7f8e2-9413-11e3-a206-e58afd97da78/Laffront_de_Christoph_Blocher_aux_mauvais_patriotes_romands" target="_blank">«inakzeptablen Affront»</a> sprach die Westschweizer Tageszeitung Le Temps. Und selbst Bundespräsident Didier Burkhalter fühlte sich verpflichtet, an einer Medienkonferenz der Regierung gegen die unliebsame Deutschschweiz zu sticheln.</p>
<p>Auslöser der heftigen Reaktionen war ein einziger Satz, gar nur einige Worte – gesprochen vom Übervater der Schweizerischen Volkspartei (SVP), Christoph Blocher. Nach dem hauchdünnen Volks-Ja zur von seiner Partei lancierten Masseneinwanderungs-Initiative bezeichnete er die Landesgenossen aus dem französischsprachigen Teil der Schweiz als Personen mit einem «schwächeren Bewusstsein für die Schweiz». Als «Schweizer zweiter Klasse», so die Interpretation der Betroffenen.</p>
<p>Denn die Westschweizer Kantone hatten die Volksinitiative am 9. Februar geschlossen abgelehnt. Im Gegensatz zu der Mehrheit der Deutschschweizer Kantone, welche schliesslich – nicht zum ersten Mal – mit einem Ja einer Abstimmung zum Sieg verhalfen.</p>
<p>Die Reaktionen spiegeln die in der Schweiz als «Röstigraben» bezeichnete Differenz zwischen den französisch- und deutschsprachigen Landesteilen; eine Beziehung, die von Spannung, gegenseitiger Abneigung und Unwissenheit geprägt ist. Letztere äussert sich nicht selten in weit verbreiteten Klischees über den jeweils anderen. Doch wie gehen die Medien mit solch stereotypen Bildern um? <a href="http://www.linguistik.zhaw.ch/fileadmin/user_upload/linguistik/_Institute_und_Zentren/IAM/PDFS/Ueber_Uns/Auszeichnungen/2013/zhaw_iam_ba_jo_2013_LeaHartmann.pdf" target="_blank">Eine Studie hat untersucht</a>, inwiefern sich der Röstigraben in der medialen Berichterstattung französischsprachiger Schweizer Medien wiederfindet – und so die öffentliche Wahrnehmung der Deutschschweiz und ihrer Bewohner prägt.</p>
<h3 style="text-align: center;">Welche Stereotypen werden angesprochen?</h3>
<p>Als zu untersuchendes Medium wurde exemplarisch das Nachrichtenmagazin L’Hebdo gewählt. Es gehört Ringier, dem in der Westschweiz auch noch die Hälfte der Tageszeitung Le Temps gehört. Seit der Gründung im Jahr 1981 sieht sich L&#8217;Hebdo laut Chefredaktor Alain Jeannet als «Debattenplattform für die Romandie», der langjährige Westschweiz-Korrespondent der NZZ, Christophe Büchi, bezeichnet die wöchentlich erscheinende Zeitschrift gar als «Stimme der Romandie schlechthin».</p>
<p>Anhand einer Inhaltsanalyse sowie einer Textanalyse wurde untersucht, in welchem Rahmen und in welchem Ton L’Hebdo über die Deutschschweiz und ihre Bewohner berichtet. Die rund 200 analysierten Artikel stammen aus den Jahren 2010 bis 2012. Sie wurden einerseits dahingehend analysiert, welche Stereotype angesprochen werden, andererseits wurden Charakterisierung und Konnotation der Deutschschweiz und Deutschschweizer sowie des Verhältnisses zwischen den Landesteilen untersucht.</p>
<p>Angesichts der Tatsache, dass Stereotypen häufig dann auftreten, wenn Wissen und insbesondere persönlicher Kontakt zu einer bestimmten Gruppe von Menschen fehlt, könnte man davon ausgehen, dass die Berichterstattung stark stereotyp geprägt ist. Was die Konnotation betrifft, wurde die Hypothese formuliert, dass diese eher negativ ausfällt. Denn die sozialwissenschaftliche Theorie der «sozialen Identität» besagt unter anderem, dass die «Anderen» eher negativ betrachtet werden, um im gleichen Zug ein positiveres Selbstbild zu generieren.</p>
<h3 style="text-align: center;">Differenzierter als angenommen</h3>
<p>Doch weit gefehlt. Das Bild der Westschweiz von der Deutschschweiz ist differenzierter als angenommen. Die Verwendung von expliziten Stereotypen kann an einer Hand abgezählt werden. Nur selten wird die Deutschschweiz als Kollektiv mit klischeehaften Eigenschaften umrissen. Geht es jedoch nicht um den Landesteil als Ganzes, sondern um die einzelnen Deutschschweizer Akteure, fällt die Charakterisierung dann doch auffallend stereotyp aus.</p>
<p>Ob es an einer bewussten Auswahl der Personen liegt oder schlicht auf Zufall beruht: Die Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer werden in den Artikeln – sei es Porträt, Interview oder Bericht – überdurchschnittlich häufig mit Eigenschaften wie Fleiss, Pragmatismus und Ehrgeiz charakterisiert. Ausserdem wird durch die Erzählweise das stereotype Bild der Deutschschweizer zementiert – zum Beispiel durch einen Texteinstieg, der beschreibt, wie überpünktlich eine Versammlung der Grünliberalen der Sektion Zürich vonstattenging.</p>
<p>Auch die Konnotation fällt weit weniger negativ aus als angenommen. Meist wird relativ neutral über die Deutschschweiz geschrieben; Personen aus der deutschsprachigen Schweiz werden sogar in einer deutlichen Mehrzahl positiv assoziiert. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass es ganz auf den Themenbereich ankommt, dem eine Person angehört. Akteure der Politik werden häufiger negativ dargestellt, Akteure der Kultur jedoch überwiegend positiv.</p>
<h3 style="text-align: center;">Ungleichgewicht wird betont</h3>
<p>Lässt die Berichterstattung also darauf schliessen, dass der Röstigraben also nur Einbildung, das Verhältnis zwischen den Landesteilen gar nicht so zerrüttet ist, wie dies gemeinhin angenommen wird? Nein. Betrachtet man, wie L’Hebdo die Beziehung zwischen der Romandie und der Deutschschweiz charakterisiert, wird deutlich: Wäre die Deutschschweiz ein souveräner Staat, wären Ihre Bewohner vielleicht ganz sympathisch. In Beziehung zur Romandie stehend, kann von Freundschaft jedoch nicht die Rede sein. Ausgesprochen häufig wird das Ungleichgewicht zwischen den Landesteilen angesprochen, ebenso die Unterschiede zwischen den Deutsch- und Französischsprachigen, das Minoritäts- beziehungsweise Majoritäts-Verhältnis sowie das Desinteresse der Deutschschweiz an der Romandie.</p>
<p>Nur sehr selten werden Gemeinsamkeiten der deutschen und französischen Schweiz thematisiert. Stattdessen werden zur Beschreibung der Beziehung nicht selten Formulierungen aus der Kriegsmetaphorik verwendet. Die Deutschschweizer würden gegen die Romands «kämpfen, es herrsche «Krieg» und «erbitterte Schlachten» würden geführt. Eine deutliche Mehrheit der Verhältnis-Charakterisierungen lässt wenig Gutes an der Deutschschweiz.</p>
<p>Dies zeigt sich auch in der aktuellen Berichterstattung der französischsprachigen Medien über die zu Beginn angesprochene Masseneinwanderungs-Initiative der SVP. Angesichts des Abstimmungsresultats schreibt  Le Temps von einer «Niederlage» für die Romandie. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen betonte Bundespräsident Didier Burkhalter wenige Tage nach der Abstimmung, dass zum jetzigen Zeitpunkt besonders eines zentral sei: nationale Einheit. Und mahnte: Wenn man jedoch gewisse «Schweizer als schweizerischer betrachtet als andere», könne man dies nur schwerlich erreichen.</p>
<p><small>Dieser Artikel wurde zuerst auf der Plattform ejo-online.eu des European Journalism Observatory veröffentlicht.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/03/11/weniger-klischees-als-erwartet/">Weniger Klischees als erwartet</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Osterlektüre: Tablets, Tamedia &#038; Teufel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 20:42:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie erfindet sich die Presse neu? Die Frage stellt das Nachrichtenmagazin L&#8217;Hébdo in seiner aktuellen Ausgabe. Chefredaktor Alain Jeannet eröffnet das Mediendossier mit einer Breitseite gegen SRG und Wissenschaft: Die Bakom-Studien zur Medienzukunft bezeichnet er als einen «Skandal, 700 Seiten voller Fehler und Unwahrheiten». Der SRG wirft Jeannet widerrechtliches Handeln vor, das bekämpft werden müsse. <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/hebdo.jpg" alt="" width="170" height="230" /> Wie erfindet sich die Presse neu? Die Frage stellt das Nachrichtenmagazin <a href="http://www.hebdo.ch/" target="_blank">L&#8217;Hébdo</a> in seiner aktuellen Ausgabe. Chefredaktor <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Alain_Jeannet" target="_blank">Alain Jeannet</a> eröffnet das Mediendossier mit einer <a href="http://www.hebdo.ch/pas_de_journaux_sans_journalistes_99303_.html" target="_blank">Breitseite gegen SRG und Wissenschaft</a>: Die <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01153/01156/03479/index.html?lang=de" target="_blank">Bakom-Studien</a> zur Medienzukunft bezeichnet er als einen «Skandal, 700 Seiten voller Fehler und Unwahrheiten». Der SRG wirft Jeannet widerrechtliches Handeln vor, das bekämpft werden müsse. Nicht ganz so harsch geht es im weiteren Verlauf des Schwerpunkts weiter.</p>
<p><span id="more-28801"></span></p>
<p>Tablets, Tamedia und Teufel – drei T ein Thema: Wie weiter mit der Presse in der Schweiz? Der Hébdo liefert natürlich keine endgültigen Antworten, sondern zeigt Spannungsfelder auf und präsentiert zwei Medienmacher der Stunde.</p>
<p>Im Grundsatzartikel, <a href="http://www.hebdo.ch/comment_les_journaux_un_futur_99351_.html" target="_blank">«Comment les journaux s’inventent un futur.»</a>, wie sich die Zeitungen eine Zukunft erfinden, erteilen Luc Debraine, Christophe Schenk dem Tablet-Computer eine Absage und fragen ketzerisch: «Et si l’avenir des journaux et des magazines reposait aussi sur le bon vieux papier?» Und wenn die Zukunft von Zeitungen und Magazinen im guten alten Papier zu finden ist? Als Beleg für die Retro-These bringen sie Die Zeit und nrc.next in Stellung.</p>
<p>Die Gegenthese zur iPad-Absage liefert Tamedia-CEO Martin Kall im Gespräch mit Tasha Rumley. Kall, der Zahlenmann, vermag sich vor allem wegen der unbegrenzten Geschäftsmöglichkeiten für das Tablet zu begeistern: «Les modèles sont infinis.»</p>
<p>Und schliesslich tritt noch der Leibhaftige in Erscheinung. «Hersant, un diable sur la muraille?» Hersant, der Teufel an der Wand? Ein in der Deutschschweiz wenig bekanntes Kapitel <a href="http://www.hebdo.ch/hersant_un_diable_sur_la_muraille_99383_.html" target="_blank">heimischer Mediengeschichte</a>. Philippe Hersant, der äusserst diskret auftretende Sohn von «Papivore» <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Hersant" target="_blank">Robert Hersant</a>. Auch der Junior macht der Titulierung als Zeitungsfresser alle Ehre. Von Nyon bis La Chaux-de-Fonds, von Sion bis Delémont reicht das Schweizer Hersant-Reich bereits. Und der Hunger ist nicht gestillt. Auf der Speisekarte stehen zuoberst zwei der letzten unabhängigen Zeitungen in der Romandie: La Liberté (Freiburg), und Le Quotidien Jurassien (Delsberg).</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2/">Osterlektüre: Tablets, Tamedia & Teufel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Osterlektüre: Tablets, Tamedia &#038; Teufel</title>
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<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2-2/">Osterlektüre: Tablets, Tamedia & Teufel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/hebdo.jpg" alt="" width="170" height="230" /> Wie erfindet sich die Presse neu? Die Frage stellt das Nachrichtenmagazin <a href="http://www.hebdo.ch/" target="_blank">L&#8217;Hébdo</a> in seiner aktuellen Ausgabe. Chefredaktor <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Alain_Jeannet" target="_blank">Alain Jeannet</a> eröffnet das Mediendossier mit einer <a href="http://www.hebdo.ch/pas_de_journaux_sans_journalistes_99303_.html" target="_blank">Breitseite gegen SRG und Wissenschaft</a>: Die <a href="http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01153/01156/03479/index.html?lang=de" target="_blank">Bakom-Studien</a> zur Medienzukunft bezeichnet er als einen «Skandal, 700 Seiten voller Fehler und Unwahrheiten». Der SRG wirft Jeannet widerrechtliches Handeln vor, das bekämpft werden müsse. Nicht ganz so harsch geht es im weiteren Verlauf des Schwerpunkts weiter.</p>
<p><span id="more-24930"></span></p>
<p>Tablets, Tamedia und Teufel – drei T ein Thema: Wie weiter mit der Presse in der Schweiz? Der Hébdo liefert natürlich keine endgültigen Antworten, sondern zeigt Spannungsfelder auf und präsentiert zwei Medienmacher der Stunde.</p>
<p>Im Grundsatzartikel, <a href="http://www.hebdo.ch/comment_les_journaux_un_futur_99351_.html" target="_blank">«Comment les journaux s’inventent un futur.»</a>, wie sich die Zeitungen eine Zukunft erfinden, erteilen Luc Debraine, Christophe Schenk dem Tablet-Computer eine Absage und fragen ketzerisch: «Et si l’avenir des journaux et des magazines reposait aussi sur le bon vieux papier?» Und wenn die Zukunft von Zeitungen und Magazinen im guten alten Papier zu finden ist? Als Beleg für die Retro-These bringen sie Die Zeit und nrc.next in Stellung.</p>
<p>Die Gegenthese zur iPad-Absage liefert Tamedia-CEO Martin Kall im Gespräch mit Tasha Rumley. Kall, der Zahlenmann, vermag sich vor allem wegen der unbegrenzten Geschäftsmöglichkeiten für das Tablet zu begeistern: «Les modèles sont infinis.»</p>
<p>Und schliesslich tritt noch der Leibhaftige in Erscheinung. «Hersant, un diable sur la muraille?» Hersant, der Teufel an der Wand? Ein in der Deutschschweiz wenig bekanntes Kapitel <a href="http://www.hebdo.ch/hersant_un_diable_sur_la_muraille_99383_.html" target="_blank">heimischer Mediengeschichte</a>. Philippe Hersant, der äusserst diskret auftretende Sohn von «Papivore» <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Hersant" target="_blank">Robert Hersant</a>. Auch der Junior macht der Titulierung als Zeitungsfresser alle Ehre. Von Nyon bis La Chaux-de-Fonds, von Sion bis Delémont reicht das Schweizer Hersant-Reich bereits. Und der Hunger ist nicht gestillt. Auf der Speisekarte stehen zuoberst zwei der letzten unabhängigen Zeitungen in der Romandie: La Liberté (Freiburg), und Le Quotidien Jurassien (Delsberg).</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/22/osterlekture-tablets-tamedia-teufel-2-2/">Osterlektüre: Tablets, Tamedia & Teufel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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