<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Lokalmedien | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/lokalmedien/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Wed, 25 May 2022 17:50:11 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>
	<item>
		<title>CH Media &#8211; das heimliche Medienimperium</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/07/ch-media-das-heimliche-medienimperium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Apr 2022 10:07:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalmedien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=96296</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wer in der Deutschschweiz Lokalradio hört oder Regional-TV schaut, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit auf einem Sender von CH Media unterwegs. Und wer auf 3+ den «Bachelor» schaut oder «Bauer, ledig, sucht», ebenfalls.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/07/ch-media-das-heimliche-medienimperium/">CH Media – das heimliche Medienimperium</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer in der Deutschschweiz Lokalradio hört oder Regional-TV schaut, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit auf einem Sender von CH Media unterwegs. Und wer auf 3+ den «Bachelor» schaut oder «Bauer, ledig, sucht», ebenfalls. </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/07/ch-media-das-heimliche-medienimperium/">CH Media – das heimliche Medienimperium</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zur Spaziergang-Serie: Das Zentrum ist überall</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/30/zur-spaziergang-serie-das-zentrum-ist-ueberall/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2022 06:34:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Medienlandschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=95981</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die MEDIENWOCHE geht spazieren. Jeden Monat begeben wir uns zu Fuss durch die Peripherie der Schweiz und lassen uns von kundiger Seite die Mechanismen der lokalen Medienlandschaft erklären. Andere reden nur von Medienvielfalt, wir zeigen sie. Alle, ja wirklich alle, sprechen über Lokaljournalismus. Niemand bestreitet, dass es überall Medien braucht. Die sollen möglichst unabhängig und <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/30/zur-spaziergang-serie-das-zentrum-ist-ueberall/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/30/zur-spaziergang-serie-das-zentrum-ist-ueberall/">Zur Spaziergang-Serie: Das Zentrum ist überall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die MEDIENWOCHE geht spazieren. Jeden Monat begeben wir uns zu Fuss durch die Peripherie der Schweiz und lassen uns von kundiger Seite die Mechanismen der lokalen Medienlandschaft erklären. Andere reden nur von Medienvielfalt, wir zeigen sie.</strong></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-96027 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Spaziergang-das-Zentrum-ist-ueberall.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Spaziergang-das-Zentrum-ist-ueberall.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Spaziergang-das-Zentrum-ist-ueberall-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Spaziergang-das-Zentrum-ist-ueberall-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Spaziergang-das-Zentrum-ist-ueberall-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Spaziergang-das-Zentrum-ist-ueberall-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<p>Alle, ja wirklich alle, sprechen über Lokaljournalismus. Niemand bestreitet, dass es überall Medien braucht. Die sollen möglichst unabhängig und lokal verankert sein: Als bekannt wurde, dass die Zürcher (!) Tamedia die «Basler Zeitung» oder den Berner «Bund» übernimmt, war die Empörung jeweils gross. Die vielen Journalist:innen in Basel und Bern sorgten für den öffentlichen Trommelwirbel, der ab und an den Eindruck erweckte, das Problem der Zentralisierung in Zürich sei ein Problem der anderen grossen Städte.<br />
</p>
<p>Mit «Nau» gibt es noch ein nationales News-Medium, das komplett in der Berner Agglo entsteht. Ringier, NZZ, TX Group, SRF, WOZ, «Beobachter», «Republik» – die Liste der schweizweiten Medien mit Zürcher Zentrale ist lang. Wenn ein Zürcher Kulturlokal wie das «Kosmos» vor der Übernahme steht, machen sich Journalist:innen in drei bis fünf nationalen und lokalen Medien an die Recherche. Nationale Medien schleppen also immer auch eine Dosis Zürcher Lokalgeschichten mit. Das ist so sehr Tatsache, dass es gar nicht nennenswert scheint. Wer Zeitungen aus Deutschland liest, erfährt auch mehr über Berlin als über Rostock oder gar Bad Krozingen.</p>
<blockquote><p>Die Schweiz ist, dafür sorgt das föderalistische System, ein Flickenteppich. So sieht auch die Medienlandschaft aus.</p></blockquote>
<p>Eine von drei wöchentlichen «Schweiz-Seiten» der «Zeit» heisst «Alles außer Zürich». Doch auch die «Zeit Schweiz»-Redaktion sitzt mittlerweile in Zürich. Das Problem der zunehmenden Zentralisierung des Journalismus in Zürich ist nicht, dass sich die Journalist:innen, die dort arbeiten, nicht für den Rest des Landes interessieren. Das Problem liegt darin, dass die Perspektive «von Zürich aus» zur Norm wird. Dass Journalismus von Zürich aus gedacht wird, von Journalist:innen, in deren privater Lebenswelt Zürcher Themen wichtiger sind als im Deutschweizer Schnitt.</p>
<p>Dabei, und das ist so wunderbar wie wichtig: Auch wenn die nationalen Medien fast alle in Zürich sitzen, gibt es in diesem kleinräumigen Land zig Perspektiven auf die Medienwelt die vom Zürich- bzw. Anti-Zürich-Fokus planiert werden. Da in der absehbaren Zukunft Medienpolitik relevanter wird, darf das nicht so bleiben. Gleichzeitig kann man es auch nicht CH Media überlassen, sich in der nationalen Debatte als Vertretung der mittelgrossen Städte und der Regionen zu positionieren. Da die regionale Titel-Vielfalt mit ähnlichem Zeitungsinhalt zwar ein erfolgreiches Geschäftsmodell ist, doch der Vielfalt insgesamt vielleicht auch abträglich ist.</p>
<p>&#8212;<br />
1. Spaziergang (März 2022): <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/30/das-zentrum-ist-ueberall-mit-priska-dellberg-im-oberwallis/">Mit Priska Dellberg im Oberwallis</a><br />
2. Spaziergang (April 2022): <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/29/das-zentrum-ist-ueberall-mit-andreas-moesli-in-winterthur/">Mit Andreas Mösli in Winterthur</a><br />
3. Spaziergang (Mai 2022): <a href="https://medienwoche.ch/2022/05/25/das-zentrum-ist-ueberall-mit-florence-van-hove-in-freiburg/">In Freiburg mit Florence Van Hove</a></p>
<p>Die Schweiz ist, dafür sorgt das föderalistische System, ein Flickenteppich. Das gilt auch für die Medienlandschaft. Doch die medienpolitischen Debatten laufen ab, als gäbe es nur das Intercity-Dreieck Zürich, Basel und Bern, sowie ominöse sogenannte Randregionen.</p>

            <div class="form-block-bg">
                <div class="form-block-wrap">
                    <div id="myDIV" class="form-block">
                        <div class="new-form">
                            <h2 class="h2">Unterstützen Sie unabhängigen und kritischen Medienjournalismus. Werden Sie jetzt Gönner/in.</h2><p>Journalismus braucht Herzblut, Zeit – und Geld. Mit einem Gönner-Abo helfen Sie, unseren unabhängigen Medienjournalismus nachhaltig zu finanzieren. Ihr Beitrag fliesst ausschliesslich in die redaktionelle und journalistische Arbeit der MEDIENWOCHE.</p>

                            <div class="buttons-row">
                                 <button class="new-form__button" type="button" onclick="window.location='https://medienwoche.ch/goenner-abo/wie-viel-ist-ihnen-unabhaengiger-journalismus-wert/'">JETZT GÖNNER/IN WERDEN</button>
                                 <button id="elem" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">login</button>
                                 <button id="hide" data-admin-url="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-admin/admin-ajax.php " data-post-id="95981" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">IM MOMENT NICHT</button>
                            </div>
                        </div>
                    </div>
                </div>
            </div>
            [rml_read_more]
<p>Zeit, die Perspektive umzudrehen. Als Beitrag dazu, begebe ich mich für die MEDIENWOCHE auf Spaziergänge. Mit lokalen, möglichst unabhängigen Medienkenner:innen und lokalen Fotograf:innen mache ich mich auf eine medienjournalistische Schweiz-Reise. Die jeweiligen Einheimischen wählen eine Spazierroute. Sie kann uns entlang von Schauplätzen des regionalen Journalismus führen, aber auch einfach durch Natur-, Kultur- und Wirtschaftschauplätze, die regional archetypisch sind. Wie immer beim Spazieren begegnet uns die Landschaft – und beeinflusst damit unsere Themen. Dabei gibt es aber einige Leitfragen, die uns besonders interessieren: Wie nimmt das Gegenüber den Zustand des Journalismus im Lokalen wahr, wie sehen die Perspektiven aus? Wie zufrieden ist das Publikum? Gibt es Ressourcen? Wird kritisiert, was kritikwürdig ist? War der lokale Journalismus früher besser – oder wird er immer besser? Die Antworten auf diese Fragen sind natürlich subjektiv. Und das ist auch gut so: Je authentischer eine Perspektive, desto mehr bildet sich ab, dass man mit ganz verschiedener Linse auf die Medienschweiz blicken kann.</p>
<blockquote><p>Noch immer gibt es viele Medienzentren in der Schweiz, wo der Journalismus ganz unterschiedlich spriesst. Das Zentrum ist überall.</p></blockquote>
<p>In den Spaziergängen kann grundsätzlich alles zum Thema werden. Aber je nach Ort interessieren gewisse Fragen speziell: Ganze Regionen werden geflutet von Gratis-Zeitungen von Christoph Blocher, die nur dann breiter diskutiert werden, wenn eine Kolumne polarisiert. Doch: Machen diese Blocher-Blätter ernsthaft Journalismus? Wenn ja, welchen? Wie steht es um den Lokaljournalismus in Aarau, seit Jahrzehnten Zentrum der Wanner-Medien? Ist es um die Lokalberichterstattung ruhig wie im Auge des Sturms? Wie funktioniert das zweisprachige Mediensystem in Biel? Was passiert am Arc Lémanique fernab von UNO und Kantonshauptstadt?</p>
<p>Auf den MEDIENWOCHE-Spaziergängen suche ich mehr nach Anregungen und Eindrücken als nach abschliessenden Antworten. Ein föderalistisches Land braucht eine Diskussionsgrundlage, die mehr sieht als den Gegensatz zwischen Zentrum und Peripherie. Denn noch immer gibt es viele Medienzentren, in denen der Journalismus ganz unterschiedlich lebendig ist. Das Zentrum ist überall.</p>
<p><small>Bild: <a href="https://unsplash.com/@s_antonietti" rel="noopener" target="_blank">Sandro Antonietti</a> / <a href="https://unsplash.com/s/photos/bus-switzerland?utm_source=unsplash&#038;utm_medium=referral&#038;utm_content=creditCopyText" rel="noopener" target="_blank">Unsplash</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/30/zur-spaziergang-serie-das-zentrum-ist-ueberall/">Zur Spaziergang-Serie: Das Zentrum ist überall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Zentrum ist überall: Mit Priska Dellberg im Oberwallis</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/30/das-zentrum-ist-ueberall-mit-priska-dellberg-im-oberwallis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2022 06:21:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Medienlandschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=95945</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im Oberwallis gibt es nur noch eine Tageszeitung, ein Lokalradio und einen Fernsehsender. Doch die Bevölkerung nimmt deren Lokaljournalismus dafür umso stärker wahr: Von ihrem Abdeckungsgrad können Medien in anderen Regionen der Schweiz träumen. Der Zug durch den Lötschberg-Basistunnel war voll mit Wandersenior:innen. Doch im Regionalzug zurück die Lötschberg-Südrampe hoch ist das Abteil neben uns <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/30/das-zentrum-ist-ueberall-mit-priska-dellberg-im-oberwallis/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/30/das-zentrum-ist-ueberall-mit-priska-dellberg-im-oberwallis/">Das Zentrum ist überall: Mit Priska Dellberg im Oberwallis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Oberwallis gibt es nur noch eine Tageszeitung, ein Lokalradio und einen Fernsehsender. Doch die Bevölkerung nimmt deren Lokaljournalismus dafür umso stärker wahr: Von ihrem Abdeckungsgrad können Medien in anderen Regionen der Schweiz träumen.</strong></p>
<p>Der Zug durch den Lötschberg-Basistunnel war voll mit Wandersenior:innen. Doch im Regionalzug zurück die Lötschberg-Südrampe hoch ist das Abteil neben uns leer. Auch unterwegs begegnen uns kaum Leute. Die goldbraunen Grasbüschel gehen dem Frühling voraus. Es ist idyllisch von Eggerberg Richtung Brigerbad. Doch so richtig eindrücklich ist die Aussicht, wenn man sich umdreht: Oh, diese Chemie! Oh, diese Industrie! Oh, dieses Visp! Das Industriegebiet inmitten der Bergwelt sieht aus wie von einem anderen Planeten.</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-725.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-95949" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-725-865x1024.jpg" alt="" width="600" height="710" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-725-865x1024.jpg 865w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-725-254x300.jpg 254w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-725-768x909.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-725.jpg 1200w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></p>
<p>Priska Dellberg sagt: «Auch ich als Einheimische finde es jedes Mal beeindruckend.» Dellberg startete vor 20 Jahren beim damals noch unabhängigen «Radio Rottu». Nach lehrreichen Jahren wechselte sie zu Radio SRF, war Produzentin, Redaktorin, Moderatorin und von 2015 bis 2021 Wallis-Korrespondentin. Vergangenen Herbst hat sie sich als Kulturmanagerin und Kommunikationsberaterin selbständig gemacht. Zu ihren Mandaten gehört auch die Produktion einer Unterhaltungssendung beim lokalen Fernsehsender «Kanal 9».</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-757.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img decoding="async" class="alignright wp-image-95954" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-757-1024x686.jpg" alt="" width="480" height="322" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-757-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-757-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-757-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-757-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-757.jpg 1456w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></a>Aus der Benzinspaltanlage unten im Tal züngelt eine Flamme – sie gehört zur ehemaligen Lonza-Chemiesparte, die unter dem Namen Arxada als ein eigenes Unternehmen ausgelagert wurde. Die Gebäude, in denen der Covid-19-Impfstoff produziert wird, habe die Lonza, nunmehr ein Biotechkonzern, in «schwindelerregendem Tempo» hochgezogen, erzählt Dellberg. Lonza habe allein im vergangenen Jahr tausend Arbeitsplätze geschaffen. «Die Lonza bringt alles in Bewegung: Es gibt zu wenig Kitaplätze, knappen Wohnraum, kaum mehr Arbeitskräfte. Dazu kommen die Altlasten aus der Vergangenheit – wir haben hier die grösste Deponie der Schweiz», erzählt Priska Dellberg mit einer Verve, die vergessen lassen, dass sie gar nicht mehr als Journalistin arbeitet. Als Dellberg bei Radio SRF Wallis-Korrespondentin war, hätten sie ihre Kolleg:innen immer beneidet. «Denn hier spielen sich so viele gute Geschichten ab!» Auch Umweltereignisse und Klimawandel sorgen für einen steten Strom an Themen.</p>
<p>Diesseits des Bahnhofs von Visp ist fast alles Industrie, Industrie, Industrie. «Siehst du das Haus mit dem roten Punkt da hinten?» Näher an der Tierkadaversammelstelle als an der Lonza-Zentrale sitzt Pomona Media. Hier befindet sich das Medienzentrum des deutschsprachigen Wallis. Hier arbeiten die Redaktionen von Radio Rottu und «Walliser Bote». Und um über deren Arbeit zu sprechen, spazieren Priska Dellberg, die freie Pressefotografin Andrea Soltermann und ich von Eggerberg nach Brigerbad.</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-766.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-95955" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-766-686x1024.jpg" alt="" width="480" height="716" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-766-686x1024.jpg 686w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-766-201x300.jpg 201w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-766-768x1146.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-766.jpg 976w" sizes="auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px" /></a>Vor der Zusammenführung mit dem Lokalradio sass der «Walliser Bote», in Brig an der Furkastrasse. Manche Ältere in der Redaktion klagten laut Priska Dellberg über den Umzug vor vier Jahren. «Wegen dem Kaffee!» ruft Andrea, bevor Priska sagt, dass man unterwegs zur Redaktion ins Visper Industriegebiet halt nicht mehr automatisch so vielen Menschen begegnet wie zuvor. «Am Ende ist es aber egal, wenn es im Juhee draussen ist – im Oberwallis sind wirklich alle mit dem Auto unterwegs.»</p>
<p>Vom Standort in der Peripherie publizieren «Walliser Bote» und Radio Rottu ins Zentrum der Debatte. Der «Walliser Bote» sei in den Cafés oft bereits am Mittag zerfleddert und in Einzelteile zerlegt. Die beiden Lokalmedien erreichen einen Abdeckungsgrad, von dem andere nur träumen können. Gemäss WEMF erreicht die gedruckte Ausgabe über 40&#8217;000 Leser:innen. Gleichzeitig läuft es online gut. «60&#8217;000 registrierte User:innen…» – «Das ist eine unglaubliche Zahl.» «Ja, die Zahl ist unglaublich.» 40&#8217;000 Print-Leser:innen bei 85&#8217;000 Deutschsprachigen im Kanton – daneben hat der Fernsehsender «Kanal 9» 31&#8217;000 Zuschauer:innen pro Tag. Radio Rottu Oberwallis RRO erreicht zwar nicht mehr 91 Prozent der Bevölkerung wie vor 30 Jahren, aber noch immer einen respektablen Anteil. «20 Minuten» gibt es im Oberwallis nicht. Ja, den «Blick» und «Tages-Anzeiger» sehe man in den Beizen auch, aber die Passion gilt der Region. In ihrer ganzen Breite.</p>
<p>Zu viele Beiträge aus dem Rest der Schweiz über das Wallis verbreiten nach Dellbergs Empfinden Klischees: Sie werden garniert mit Bildern von Walliser Politikern, Männern, die mittags schon Fendant trinken. Priska Dellberg hat genug davon. Das Wallis sei mehr als Christian Constantin, Kampfkühe und Raclette.</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/?p=95981&amp;preview=true"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-96029" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mehr-ueber-Spaziergang-Bild2-300x268.jpg" alt="" width="320" height="286" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mehr-ueber-Spaziergang-Bild2-300x268.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mehr-ueber-Spaziergang-Bild2-1024x914.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mehr-ueber-Spaziergang-Bild2-768x686.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Mehr-ueber-Spaziergang-Bild2.jpg 1456w" sizes="auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px" /></a>Viele, die heute hier leben, kommen von anderswo – oder haben einmal anderswo gelebt. Als sie einst in Zürich wohnte, sei am Freitag gegen 16 Uhr das Perron am Zürcher Hauptbahnhof voller «Heimwehwalliser» gewesen – und wenn der Zug bei Goppenstein aus dem Tunnel kam, konnte man das kollektive Aufatmen hören. Eine Freundin von Dellberg arbeitet in der Industrie in einem Team, in dem acht Nationalitäten zusammenkommen. Die regionalen Medien müssen auch all die Menschen mit breiterem Horizont abholen und mit ihren Geschichten aus dem Wallis ansprechen.</p>
<p>Dem «Walliser Bote» gelinge das. «Der WB ist besser geworden, viel diverser, er schreibt über mehr als nur den 50-jährigen Schäfer aus dem Saastal.» Sex im Alter, Tamponsteuer und Regenbogenfamilien seien als Themen beim «Walliser Bote» vor zehn Jahren noch nicht denkbar gewesen. «Der WB hat sich nicht auf einen Schlag geändert.» Als der Kleiderhändler Fredy Bayard vor vier Jahren das Medienunternehmen übernahm, habe er eine Öffnung gestartet. «Er sagt gern, dass der WB alle Glocken läuten lasse.» SVPler:innen und Grüne, Kulturschaffende und Hausfrauen – mangelnde Breite könne man der Zeitung nicht vorwerfen. Mit Nathalie Benelli ist beim «Walliser Boten» seit 2020 eine Frau Mitglied der Chefredaktion. Seit kurzem ist Silvia Graber Chefredaktorin von Radio Rottu. Die langjährige Fernsehjournalistin teilte sich zuvor die Radio-SRF-Korrespondentinnenstelle mit Priska Dellberg. Es sei zwar reichlich spät, aber immerhin: Es gibt nun Frauen in Führungspositionen bei Walliser Medien.</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-750.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-95952 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-750.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-750.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-750-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-750-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-750-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-750-470x315.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<p>Die Strasse ist flach, die Strasse ist ruhig, wir befinden uns nun in den Halden. Mein Blick ist so fokussiert auf die Gesprächspartnerin wie in einem Interview am Tisch und trotzdem stürze ich nicht den Hang hinunter. Priska Dellberg weiss viel zu erzählen. Der «Walliser Bote» bringe einen Haufen schöne Reportagen. Man arbeite an Texten und sei ambitioniert im Redigieren. Im Moment kämen da viele gute Autor:innen zusammen. Dellberg liebt ihre Lokalzeitung. Sie gehört zu denen, die sich den «Walliser Boten» in die Ferien nachschicken lassen.</p>
<p>Doch kürzlich sei ihr fast die Kafitasse aus der Hand gefallen und ihre Mutter habe angerufen. «Auf dem Titel war das Foto eines Kriegstoten mit offener Schädeldecke.» Der «Walliser Bote» gelte momentan bei vielen «als Zeitung der grossen Lettern», boulevardesk, teilweise einseitig, aufs Provozieren aus. Sie selbst müsse ab und an leer schlucken – als Journalistin, die weiss, was man darf und was nicht und als Leserin, die ihre Lokalzeitung eigentlich mag. Ein krasses Beispiel war etwa, als in der ersten Woche des Kriegs in der Ukraine zwei im Wallis lebende «Putin-Verehrerinnen» aus der Donbas-Region ihre Sicht in einem Artikel verbreiten durften. «Da gibt man denen eine Doppelseite.» «Ohne Einordnung?» «Ohne Einordnung!» Das habe viele Kommentare und Leserbriefe ausgelöst. «Eine Frau schrieb, dass darf man so einfach nicht stehen lassen. Und solche Momente erlebte auch ich immer wieder in den letzten Monaten: Ich lese etwas und merke, dass man das so einfach nicht stehen lassen kann.» Man haue etwas raus, es wäre keine schlechte Geschichte – aber irgendeine Kontrollinstanz versagt. «Mit meiner Lokaljournalismuserfahrung denke ich da jeweils: Um unsere Arbeit zu machen, müssen die Leute uns vertrauen.» Wenn man am Vertrauen säge, säge man am eigenen Ast.</p>
<p>Die Leute im Wallis, die reagieren schnell. Als Dellberg auf Radio SRF einmal die Glutnester eines Waldbrands – natürlich, nachdem klar war, dass er unter Kontrolle ist – mit einem Weihnachtsbaum verglichen hatte, kamen bereits fünf Minuten nach der Sendung die ersten verärgerten Anrufe. Diese Aufmerksamkeit ist ein rares Gut. Sie kenne Politiker:innen, die diesem oder jenem Redaktionsmitglied des «Walliser Boten» keine Auskunft mehr erteilen. Das sei hier im Oberwallis eher die Art zu reagieren, man wende sich nicht an den Presserat, sondern reagiere direkt mit Gegendarstellungen und Anrufen auf der Redaktion.</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-743-1024x686.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-95951" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-743-1024x686.jpg" alt="" width="480" height="322" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-743-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-743-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-743-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-743-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-743.jpg 1456w" sizes="auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px" /></a>Die Fehlleistungen ärgern Dellberg gerade, weil sie das Medium schätzt. «Wegen einzelnen Artikeln wird der WB noch immer als einseitig wahrgenommen, obwohl er’s eben nicht mehr ist.» Bei einer Ausgabe «fällt dir die Kinnlade runter», doch wer über die ganze Woche hinweg liest, sieht: Andere Perspektiven kommen vor. «Du merkst, da schreiben Verschiedene in verschiedenen Tönen.»</p>
<p>Unser Weg passiert Häuser, Ställe und «Gädis». Dazwischen öffnet sich nochmals imposant das Industrietal. Die lodernde Flamme auf dem Lonza-Areal haben wir nun mitten im Blick. Wie ist eigentlich die Recherche des «Tages-Anzeigers» angekommen, die geschildert hatte, dass etwa ein Hundertstel der Schweizer Treibhausgase allein aus der Fabrik da unten stammt? Der Artikel sei wahrgenommen worden, sagt Dellberg diplomatisch. Die Lonza sei enorm wichtig für die Region, aber mit ihren 3000 Arbeitsplätzen «inzwischen halt ein Klumpenrisiko». Man mache politisch und gesellschaftlich viel, damit sie wachsen kann. «Trotzdem ist den Oberwalliserinnen und -wallisern bewusst, dass die Firma auch ihre Schattenseiten hat.» Über die früheren Umweltsünden der Firma berichten «Walliser Bote» und «Kanal 9» «recht intensiv». Man fasse die Lonza nicht mit «Samthandschuhen» an.</p>
<p>Ohnehin – darin liege vielleicht auch die lokale Hingabe zu den Medien begründet – hätten viele Oberwalliser:innen Freude am Streiten, der leidenschaftlichen Debatte. Für Politiker:innen sei das Wallis eine gute Schule, es härte ab. «Das Politisieren im Wallis ist alles andere als Nasenwasser.» Im Wallis, beiderseits der Sprachgrenze, können Politiker:innen gut für die Bundespolitik trainieren.</p>
<p>Die Sprachgrenze sei ein Fakt, aber natürlich kein Graben. Dellberg liest auch täglich «Le Nouvelliste» aus Sion, wo eher über einen Dorfladen in Troistorrents als über die Eisbahn von Saas-Grund berichtet wird. Das einzige Medium, das für beide Regionen da ist, ist der Fernsehsender «Kanal 9», respektive «Canal 9». Obwohl er erst 2009 auf Deutsch startete, hatte er sich wohl auch wegen dem Debattenfokus schnell breit lanciert. Anfangs setzte «Kanal 9» stark auf Diskussionssendungen. Einigen Politiker:innen gelang es sich mit «Kanal 9» überregional zu positionieren. Etwa der heutige Walliser CVP-Ständerat Beat Rieder, der seine Karriere als Talratspräsident im Lötschental anfing, habe «rasch erlickt», dass er es mit dem Sender schafft, «aus seinem Tal rauszukommen». «Alles, wo die Leute einander aufs Dach geben, kommt hier an.» Doch mittlerweile habe der Sender die Debattenformate praktisch gestoppt. Anders als der «Walliser Bote» mache «Kanal 9» relativ wenig von sich reden. «Weder im Guten noch im Schlechten.»</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-754.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft wp-image-95953" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-754-300x201.jpg" alt="" width="480" height="322" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-754-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-754-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-754-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-754-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-754.jpg 1456w" sizes="auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px" /></a>«Nicht, dass du über die eigenen Füsse fällst!», mahnt Dellberg, als ich das Aufnahmegerät in die Tasche packe. Wir verlassen den asphaltierten Weg, fast schon oberhalb von Lalden, und laufen auf einem Pfad, wo Stock und Stein unter den Sohlen spürbar sind. Wir kommen an hohen Eisenbahnbrücken vorbei. In den Windungen des Wegleins vergesse ich die Lonza und die Zivilisation schnell. Doch anders, als wenn ich privat wandere, bin ich nun mit zwei Ortsansässigen unterwegs. Ihre Themen, ihre Vertrautheit mit der Umgebung verschafft einen anderen Bezug zum Weg – wie, wenn ich den lokalen Zungenschlag bloss beim Kaufen der Wanderration an der Volg-Kasse höre. Apropos Dialekt: Gibt es eine Person on air im Radio oder am Fernsehen, die kein Walliserdeutsch spricht? «Ui nein. Das käme nicht gut.» Pause. «Im Gegenteil. Gerade ‹Kanal 9› zeigt die Vielfalt der Region.» Viele Dialekte «von überall aus dem Oberwallis» seien vertreten – auch eine Moderatorin aus dem Lötschental. Dellberg hat sich für den Spaziergang vorbereitet: Gespräche geführt, viele Zahlen recherchiert und Eventualitäten überlegt. Aber mit dieser Frage hatte sie nicht gerechnet.</p>
<p>Über das zweite Pomona-Medium, über Radio Rottu, sprachen wir bis dahin noch gar nicht. Ist das so ein typischer Sender, den man beim Arbeiten im Hintergrund hört? Die relativ lange Hördauer weise daraufhin, antwortet Dellberg. Ob man in Brig in einen Laden tritt oder im Sommer ins Schwimmbad geht – Radio Rottu höre man überall. «Die Leute hören ‹Radio Rottu›, weil Walliserdeutsch gesprochen wird, weil es Wunschkonzerte gibt, Unterhaltung – es ist ein Radio ‹vo iisch für ew›.» Vor Corona habe man das Aussenstudio oft an Anlässen und Ausstellungen gesehen. «Sie schafften das, obwohl sie den Laden mit so wenigen Leuten schmeissen.» Radio Rottu brachte in den letzten Jahren bloss wenige Minuten regionale Nachrichten. Jetzt stemmt die Redaktion zu sechst 20 Minuten Nachrichten mittags und 20 Minuten abends. Das ist aber nur wegen der engen Zusammenarbeit mit der Zeitungsredaktion möglich. «Für die wenigen Mittel, die sie haben, machen sie es sehr gut.» 2,3 Millionen Franken Gebührengelder erhält «Radio Rottu».</p>
<p>Wie viele spätere SRF-Journalist:innen startete Dellberg ihre Laufbahn bei «Radio Rottu», als Teil einer «Praktikantinnenhorde». «Es war damals ein total anderes Unternehmen, mit einer recht starken Redaktion. Damals gab es zwei Stimmen, die die kantonale Politik eigenständig kommentierten.» Heute stellt eine Person dem Staatsrat Fragen, die dann in Zeitung und Radio eingehen. Das sei die Schattenseite von Pomona Media. Aber Dellberg sieht die Mediensituation im Wallis nicht dunkelgrau oder schwarz. Auch, dass das Medienpaket bachab ging, verkrafte der regionale Journalismus.</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-777-1024x686.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-95956" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-777-1024x686.jpg" alt="" width="600" height="402" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-777-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-777-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-777-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-777-470x315.jpg 470w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/MW-Priska-Dellberg-777.jpg 1456w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></p>
<p>«Natürlich hat die Vielfalt abgenommen.» Früher seien im Oberwallis zwei unabhängige Wochenzeitungen präsent gewesen und jetzt sind sie weg. Die «Rote Anneliese» gibt es nicht mehr? «Die habe ich nicht mitgerechnet. Das ist vor allem ein Lautsprecher von Peter Bodenmann.» Das Blatt lebt heute höchstens noch vom früheren guten Ruf. Dellberg meinte aber die «Rhonezeitung», die Fredy Bayard übernommen und eingestampft hat und die «Gommer Zeitung», die «sehr lokal, solide Arbeit» gemacht habe. «Solche Dorfblätter braucht es auch. Der WB hat nämlich eine andere Flughöhe.»</p>
<p>Dass der Modeunternehmer Fredy Bayard Titel gekauft und fusioniert hat, sei insgesamt positiv. Dellberg sagt, im Wallis verdanke man dem Quereinsteiger viel. «Der Verlag wäre sonst bei CH Media oder sonstwo. Für die Walliser ist es schlimm, wenn sie Eigenständigkeit verlieren.» Es sind Medien verschwunden. Sie sind in einem Haus konzentriert. Eine lokale Monopolsituation ist entstanden. «Fredy Bayard bestreitet das gar nicht.» Die fehlende Konkurrenz habe jedenfalls nicht zu Beisshemmung geführt. Das könne man den Medien bei bestem Willen nicht vorwerfen. «Vor allem dem WB nicht.»</p>
<p>Ganz zu Ende enttäuscht die Ortskenntnis der Einheimischen: In Brigerbad warten wir am falschen Ort auf das Postauto, müssen winken und rennen. Als wären wir allesamt «Üsserschwiizer», die in Funktionskleidung in einer Altstadt-Bar sitzen und von ihrem Ausflug in die Bergwelt schwärmen.</p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Eggerberg-Wanderweg-ganz2.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-95948 size-full" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Eggerberg-Wanderweg-ganz2.jpg" alt="" width="1565" height="805" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Eggerberg-Wanderweg-ganz2.jpg 1565w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Eggerberg-Wanderweg-ganz2-300x154.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Eggerberg-Wanderweg-ganz2-1024x527.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Eggerberg-Wanderweg-ganz2-768x395.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/03/Eggerberg-Wanderweg-ganz2-1536x790.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1565px) 100vw, 1565px" /></a></p>
<p>Im Zug zurück vergleiche ich Zugriffs- oder Abozahlen von Lokalmedien anderswo mit der jeweiligen Bevölkerung. Lokaljournalismus hat ein Handicap in Zeiten von reichweitenorientiertem Online-Journalismus: Ein Skandal in einer Chemiemülldeponie interessiert landesweit, aber spätestens, wenn es um Zonenpläne geht, ist das schlicht nur lokal relevant. Redaktionen werden zusammengelegt, weil es sich sonst angeblich nicht mehr rechnet und bald werden die Zonenpläne nur noch als Einspalter angeteasert. Das Beispiel des Oberwallis zeigt, dass es auch anders ginge: Medien können wirklich eine ganze Region erreichen.</p>
<p>Dass die «Obwaldner Zeitung», die sich von ihrem Nidwaldner Pendant kaum mehr unterscheidet, nicht die Reichweite eines «Walliser Boten» erreicht, scheint klar. Doch auch unabhängige Lokalmedien mit eigenen, engagierten Redaktionen erreichen nicht annähernd den Abdeckungsgrad eines «Walliser Boten». Natürlich spielen in die Walliser Zahlen auch die Kleinräumigkeit, die starke Lokalidentität und vieles mehr mit rein – doch trotzdem wirkt dieser Medienplatz wie ein Denkzettel für den Journalismus im Rest des Landes: Das, was die erreichen, wäre auch anderswo möglich.</p>
<p>Bilder: <a href="https://www.fotografen-andenmatten-soltermann.ch/wir/" target="_blank" rel="noopener">Andrea Soltermann</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<div style="margin: 4%; border: 1px; border-style: solid; border-color: #cccccc; padding: 4%; font-size: 16px;">
<h3>Die drei dominierenden Medien im Oberwallis</h3>
<p>Wenn sich der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Walliser_Bote" target="_blank" rel="noopener">«Walliser Bote»</a> potenziellen Inserenten als «Hauspostille der Oberwalliser Bevölkerung» anpreist, dann ist das mehr als nur ein Werbespruch. Mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung erreicht die in Visp erscheinende Tageszeitung im Oberwallis. Seine monopolartige Stellung zementierte das Blatt dank dem geschäftlichen und redaktionellen Verbund mit dem Lokalsender <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Rottu_Oberwallis" target="_blank" rel="noopener">«Radio Rottu Oberwallis» RRO</a>, das sein Programm ohne Konkurrenz seit 1990 in die Bergtäler sendet. Vor vier Jahren folgte eine historische Zäsur: Zuerst übernahm der frühere <a href="https://www.modebayard.ch/de/geschichte" target="_blank" rel="noopener">Bekleidungsunternehmer</a> 2018 die Aktienmehrheit der Mengis Druck- und Verlags AG, die den 1840 gegründeten «Walliser Boten» seit 1931 herausgegeben hatte. Ein Jahr später erwarb er auch noch das Lokalradio RRO.</p>
<p>Bayard, obwohl ohne Erfahrung in der Medienbranche, sollte sich schnell als gewiefter Verleger erweisen. Er unternahm wegweisende Schritte für das Unternehmen, das neu <a href="https://www.pomona-geschichte.ch/" target="_blank" rel="noopener">Pomona Media</a> heisst. Seit 2021 bezieht der «Walliser Bote» Artikel von CH Media und übernimmt am Samstag den Mantelteil der «Schweiz am Wochenende». Geschäftlich setzt Bayard ganz auf Bezahlinhalte und liess eine harte Paywall hochziehen. Das sorgte zuerst für ein Murren beim Publikum, aber als Monopolist kann man einen solchen Schritt einfacher durchsetzen, weil es keine Konkurrenz gibt, die einen mit Gratis-Inhalten bedrängt.</p>
<p>Das jüngste reichweitenstarke Lokalmedium ist «Kanal 9» aus Siders. Der Regionalsender begann ab 2009 als Ableger des französischsprachigen <a href="https://fr.wikipedia.org/wiki/Canal_9_(Suisse)" target="_blank" rel="noopener">«Canal 9»</a> ein Programm fürs Oberwallis auszustrahlen. Finanziert wird der von einem Verein getragene Sender massgeblich aus der Haushaltabgabe für Radio und Fernsehen.</p>
<p><em><small>Nick Lüthi</small></em>
</div><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/30/das-zentrum-ist-ueberall-mit-priska-dellberg-im-oberwallis/">Das Zentrum ist überall: Mit Priska Dellberg im Oberwallis</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>So geschäften sechs wackere «Leidgenossen» im Verlagsbusiness</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/02/23/so-geschaeften-sechs-wackere-leidgenossen-im-verlagsbusiness/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2018 14:23:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalmedien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=54022</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie sich sechs kleine Zeitungsverlage neben Admeira, Tamedia/Goldbach und NZZ/AZ Medien zu behaupten versuchen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/02/23/so-geschaeften-sechs-wackere-leidgenossen-im-verlagsbusiness/">So geschäften sechs wackere «Leidgenossen» im Verlagsbusiness</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie sich sechs kleine Zeitungsverlage neben Admeira, Tamedia/Goldbach und NZZ/AZ Medien zu behaupten versuchen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/02/23/so-geschaeften-sechs-wackere-leidgenossen-im-verlagsbusiness/">So geschäften sechs wackere «Leidgenossen» im Verlagsbusiness</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Profitieren lokale Medien vom aktuellen Umbau des Facebook-Newsfeeds?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/01/30/profitieren-lokale-medien-vom-aktuellen-umbau-des-facebook-newsfeeds/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jan 2018 09:47:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalmedien]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=52847</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gemäss jüngsten Ankündigungen von Facebook sollen im Newsfeed, also in der Hauptspalte, die ein Nutzer sieht, künftig Meldungen von «Freunden» priorisiert und solche von Medien und anderen Institutionen zurückgestuft werden. Inzwischen hat Mark Zuckerberg präzisiert, wie dieser Umbau vonstatten geht. So sollen News aus lokalen Quellen eine grössere Sichtbarkeit erhalten. «Sollte also ein Freund eine Story einer entsprechenden lokalen Quellen teilen oder sollte eine entsprechende lokale Quelle, dessen Seite man geliked hat, etwas posten, dann würden jene Postings höher im News Feed angezeigt», erklärt Martin Giesler im Social Media Watchblog. Was auf den ersten Blick nach einer guten Botschaft für Lokalmedien aussieht, hat dann noch noch ein paar Haken. Ungeklärt sei etwa die Frage, so Giesler, ob und wie Facebook unterscheiden könne zwischen echten lokalen News und News, die von einem lokalen Anbieter aggregiert wurden.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/30/profitieren-lokale-medien-vom-aktuellen-umbau-des-facebook-newsfeeds/">Profitieren lokale Medien vom aktuellen Umbau des Facebook-Newsfeeds?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gemäss jüngsten Ankündigungen von Facebook sollen im Newsfeed, also in der Hauptspalte, die ein Nutzer sieht, künftig Meldungen von «Freunden» priorisiert und solche von Medien und anderen Institutionen zurückgestuft werden. Inzwischen hat Mark Zuckerberg präzisiert, wie dieser Umbau vonstatten geht. So sollen News aus lokalen Quellen eine grössere Sichtbarkeit erhalten. «Sollte also ein Freund eine Story einer entsprechenden lokalen Quellen teilen oder sollte eine entsprechende lokale Quelle, dessen Seite man geliked hat, etwas posten, dann würden jene Postings höher im News Feed angezeigt», erklärt Martin Giesler im Social Media Watchblog. Was auf den ersten Blick nach einer guten Botschaft für Lokalmedien aussieht, hat dann noch noch ein paar Haken. Ungeklärt sei etwa die Frage, so Giesler, ob und wie Facebook unterscheiden könne zwischen echten lokalen News und News, die von einem lokalen Anbieter aggregiert wurden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/30/profitieren-lokale-medien-vom-aktuellen-umbau-des-facebook-newsfeeds/">Profitieren lokale Medien vom aktuellen Umbau des Facebook-Newsfeeds?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Den Systemwechsel zu Ende denken</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/11/23/systemwechsel-zu-ende-denken/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/11/23/systemwechsel-zu-ende-denken/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Nov 2012 12:39:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsender]]></category>
		<category><![CDATA[Medienabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[SP]]></category>
		<category><![CDATA[Empfangsgebühren]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalradio]]></category>
		<category><![CDATA[Medienförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Regionalfernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=11595</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die SP will die Diskussion um die Presseförderung beleben mit dem Vorschlag für eine Werbeabgabe und eine «Google-Steuer». Ein unnötig kompliziertes Unterfangen. Mit den Empfangsgebühren existiert bereits ein gut eingeführtes und breit akzeptiertes Fördersystem. Nach dem Systemwechsel zu einer Medienabgsbe, könnten neben Radio und TV auch weitere Mediengattungen unterstützt werden. Medienförderung mit öffentlichen Mitteln ist <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/23/systemwechsel-zu-ende-denken/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/23/systemwechsel-zu-ende-denken/">Den Systemwechsel zu Ende denken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SP will die Diskussion um die Presseförderung beleben mit dem Vorschlag für eine Werbeabgabe und eine «Google-Steuer». Ein unnötig kompliziertes Unterfangen. Mit den Empfangsgebühren existiert bereits ein gut eingeführtes und breit akzeptiertes Fördersystem. Nach dem Systemwechsel zu einer Medienabgsbe, könnten neben Radio und TV auch weitere Mediengattungen unterstützt werden.</p>
<p><span id="more-30565"></span></p>
<p>Medienförderung mit öffentlichen Mitteln ist in der Schweiz im Grundsatz unbestritten. Während sich die Finanzierung von Radio und Fernsehen mittels Nutzergebühren seit Jahrzehnten bewährt hat, gehen bei der Presseförderung die Meinungen auseinander. Das aktuelle System mit vergünstigten Posttaxen für bestimmte Zeitungstypen, mag niemanden richtig zu befriedigen. Nun will die SP mit neuen Vorschlägen die Debatte beleben.</p>
<p>Nationalrat Hans-Jürg Fehr erläutert die Eckpunkte des Positionspapiers, das im nächsten Jahr veröffentlicht werden soll, <a href="http://www.edito-online.ch/aktuelleausgabe/ergaenzungenzumheft/220632a1130977801.html" target="_blank">gegenüber dem Magazin Edito&amp;Klartext</a>: Mit einem Aufschlag auf den Inseratetarifen, sowie einer Abgabe auf den Datenverkehr, den Suchmaschinen erzeugen, sollen rund hundert Millionen Franken generiert werden. Medien könnten Fördergelder beantragen, wenn sie bereit sind, dafür gewisse Leistungen zu erbringen, wie etwa die Verpflichtung zur Ausbildung des Personals oder bestimmte publizistische Service-public-Angebote im Programm.</p>
<p>Der Vorschlag hat zwei Haken:</p>
<ul>
<li>Eine Werbeabgabe droht zum Bumerang zu verkommen. Ein Aufschlag auf erodierende Tarife würde zur Abwanderung der Werbekunden auf Kanäle ausserhalb der traditionellen Medien führen, die nicht besteuert werden. Damit verpufft der beabsichtige Effekt. Ausserdem ist davon auszugehen, dass Medienunternehmen, die auf dem Werbemarkt erfolgreich sind und damit mehr Geld abliefern müssten, sich mit Klauen und Nägeln gegen eine Werbesteuer wehren würden.</li>
<li>Die vorgeschlagene Google-Steuer krankt an der gleichen Kurzsicht, wie die Forderung der Verleger nach einem Leistungsschutzrecht: Google profitiere von «journalistischen Leistungen, zu denen sie nichts beigetragen haben», begründet SP-Nationalrat Hans-Jürg Fehr den Vorschlag. Das ist höchstens die halbe Wahrheit. Jede Suchmaschine hilft, wie der Name sagt, beim Suchen und vor allem Auffinden von Presseartikeln. Das ist zwar keine journalistische, aber sonst eine wichtige Leistung, die Google gratis erbringt. Und gegen den Giganten aus Kalifornien Gesetze durchsetzen zu wollen, dürfte sich als nervenaufreibendes und langwieriges Vorhaben herausstellen. Dazu käme ein Abgrenzungsproblem: Eine «Lex Google» wäre nicht haltbar, doch welche anderen Dienste würden noch unter die neue Abgabepflicht fallen?</li>
</ul>
<p>Die SP-Vorschläge wirken reichlich unrealistisch, zumal damit ein komplett neues Fördersystem mit der dazugehörigen Bürokratie aufgebaut werden müsste. Ein einfacherer Weg ist bereits vorgespurt: Mit dem geplanten Systemwechsel von den Radio- und Fernsehgebühren zu einer allgemeinen Medienabgabe, wäre es nur folgerichtig, auch den Kreis der förderungsberechtigten Medien zu öffnen. Angesichts der Konvergenz von bisher linear ausgestrahlten Programmen hin zu multimedialen Plattformen, kann Radio und TV nicht mehr trennscharf von anderen Medien unterschieden werden.</p>
<p>Nur Lokalradio und Regionalfernsehen mit Gebühren zu unterstützen, wie das heute der Fall ist, erscheint zunehmend anachronistisch und letztlich nicht mehr haltbar in einer konvergenten Medienlandschaft. Kommt dazu, dass der publizistische Service public, den die Privatsender zu leisten verpflichtet sind, nicht über alle Zweifel erhaben ist. Auch unter diesen Vorzeichen wäre es angezeigt, die Leistungsaufträge unabhängig von bestimmten Gattungstypen zu vergeben. An lokalen und regionalen Medien, die schon heute ohne öffentliche Gelder einen Service public erbringen, fehlt es nicht. Sie zu unterstützen, könnte sich wirtschaftlich stabilisierend und publizistisch qualitätssichernd auswirken. Die Öffentlichkeit würde eine solche Medienförderung keinen einzigen zusätzlichen Rappen kosten. Im Gegenteil: Die Medienabgabe soll gegenüber der Empfangsgebühr sogar billiger zu stehen kommen für den einzelnen Haushalt.</p>
<p>Für die Umsetzung des hier skizzierten Modells wäre eine Anpassung der Verfassung erforderlich; die kennt heute nur Radio und TV. Bakom-Direktor Martin Dumermuth hält eine solche Änderung nicht für unmöglich, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass es im bisherigen Revisionsprozess <a href="https://medienwoche.ch/2012/07/04/der-lange-weg-zur-medienabgabe/" target="_blank">keine Bestrebungen</a> in diese Richtung gebe. Noch bleibt Zeit, das zu ändern.</p>
<p><small>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/mauricevelati/" target="_blank">Flickr/Maurice Velati</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank">(CC BY 2.0)</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/11/23/systemwechsel-zu-ende-denken/">Den Systemwechsel zu Ende denken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2012/11/23/systemwechsel-zu-ende-denken/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
