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	<title>Medienpreis | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Jun 2017 06:52:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die Grössten sind die Besten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/04/16/die-groessten-sind-die-besten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 14:51:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Diamant]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei der bedeutendsten Auszeichnung für Lokaljournalismus in der Schweiz haben die nationalen Medienunternehmen gross abgeräumt. Die Lokalmedien waren, wie schon in früheren  Jahren, die prominenten Abwesenden. Das sieht unschön aus, wird sich aber kaum ändern lassen. Machen Lokalmedien auch Lokaljournalismus? Im Prinzip ja, aber nicht den besten. Frei nach Radio Eriwan kommt zu diesem Schluss, <a href="https://medienwoche.ch/2013/04/16/die-groessten-sind-die-besten/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der bedeutendsten Auszeichnung für Lokaljournalismus in der Schweiz haben die nationalen Medienunternehmen gross abgeräumt. Die Lokalmedien waren, wie schon in früheren  Jahren, die prominenten Abwesenden. Das sieht unschön aus, wird sich aber kaum ändern lassen.<br />
<span id="more-13615"></span><br />
Machen Lokalmedien auch Lokaljournalismus? Im Prinzip ja, aber nicht den besten. Frei nach Radio Eriwan kommt zu diesem Schluss, wer die Liste der Gewinner des <a href="http://www.dermedienpreis.ch/de/content.php?ind=843" target="_blank">3. Schweizer Medienpreises für Lokaljournalismus</a> anschaut. Mit einer einzigen Ausnahme arbeiten die ausgezeichneten Medienschaffenden für die grossen Unternehmen der Branche. Dorfanzeiger, Lokalradio oder Regionalfernsehen? Fehlanzeige. Das ist kein neues Bild. Bereits bei <a href="http://www.dermedienpreis.ch/de/content.php?ind=818" target="_blank">den früheren</a> <a href="http://dermedienpreis.ch/de/content.php?ind=719" target="_blank">Ausgaben des Wettbewerbs</a> dominierten die nationalen Medienhäuser.</p>
<p>In den Kategorien Radio und Fernsehen ging diesmal die «Diamant»-Trophäe und ein Preisgeld von je 20&#8217;000 Franken an Mitarbeiter der SRG, das grösste Rundfunkunternehmen im Land. In der Kategorie Print erhielt die Auszeichnung ein Tamedia-Journalist und bei den Pressebildern schwang ein Fotograf der nationalen Bildagentur Keystone obenaus. Nur Online vermochte sich ein Lokalmedium durchzusetzen. Doch auch die Tageswoche gehört gewissermassen zu den Grossen – unter den Neugründungen gehören die Basler mit ihren Stiftungsmillionen zu den Krösussen. Das Bild sieht nur geringfügig anders aus, wenn man noch nominierten Beiträge hinzuzieht. Ein eigentliches Lokalmedium kam mit Ausnahme von TeleZüri und der <a href="http://storify.com/tageswoche/wahlberichterstattung-the-citizens-agenda-bei-der" target="_blank">späteren Preisträgerin TagesWoche</a> kein Einziges in die Kränze.</p>
<p>Die nahe liegendste Erklärung für die Abwesenheit von Lokalmedien im Kreise der Preisträger sind die fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen. Nur SRG und Grossverlage können es sich überhaupt noch leisten, Journalisten für aufwändige Recherchen freizustellen. Aber auch sie immer weniger. Im Fall des Siegerbeitrags in der Kategorie Print trifft das Ressourcenargument mit Bestimmtheit zu. «Das Magazin» verfügt über die Mittel und Möglichkeiten, seine Leute länger an Geschichten arbeiten zu lassen, als sich das die meisten Redaktionen heute noch leisten können. Doch selbst dieses Budget reichte Rico Czerwinski nicht für seine Recherche über die Missstände in der Betriebskultur der Zürcher Verkehrsbetriebe. Er habe auch einiges an Freizeit investiert, erklärte er bei der Entgegennahme der Auszeichnung.</p>
<p>Auch die Gewinnerin des Fernsehpreises profitierte letztlich von einer gut dotierten Redaktion; aber nicht nur. Eine Zeitungsnotiz brachte einen Produzenten von «Schweiz aktuell» auf die Idee, Reporterin Corinne Eisenring loszuschicken. Sie sollte in einer Gemeinde im Kanton Graubünden jene Person finden, die als Einzige von 75 Stimmberechtigten bei einer Abstimmung an die Urne gegangen war. Gesagt, getan. Am Morgen raus, am Abend den Beitrag in der Sendung. Klassischer Tagesjournalismus. Der Produktionsaufwand lag zwar im Rahmen dessen, was auch ein Regionalsender hätte leisten können. Aber eben: Die Notiz muss zuerst jemand lesen, und auf die Idee muss kommen, dass sich daraus etwas machen lässt. Und mehr Köpfe haben mehr Ideen. Aber mehr Köpfe kosten mehr Geld.</p>
<p>Die erdrückende Dominanz von SRG und Grossverlagen widerspiegelt die (Qualitäts)hierarchie in der schweizerischen Medienlandschaft. Lokalmedien erfüllen in vielen Fällen eine wichtige Funktion als Ausbildungsredaktionen. Gerade bei Radio und Fernsehen bieten sie willkommene Einstiegsmöglichkeiten in den praktischen Journalismus. Mit zunehmender Berufserfahrung wechseln viele zur SRG. Nicht viel anders läuft es auch bei der Presse. Bei Dorfblättern, Quartieranzeigern und Regionalzeitungen machen die späteren Journalismus-Preisträger ihre ersten Schritte.</p>
<p>Auf den ersten Blick mag es irritieren, wenn nicht Lokalmedien, sondern nationale Titel für herausragenden Lokaljournalismus ausgezeichnet werden. Gleichzeitig zeigt es aber auch, wie der Begriff des Lokalen im Journalismus noch nie an einen bestimmten Medientyp gebunden war; auch <a href="http://www.nytimes.com/" target="_blank">Weltblätter</a> sind <a href="http://www.nytimes.com/pages/nyregion/index.html" target="_blank">Lokalzeitungen</a>. Für die leer Ausgegangenen mag das ein schwacher Trost sein. Aber Hoffnung besteht durchaus, dass auch die Kleinen in die Kränze kommen. Manchmal reicht eine zündende Idee, um Publikum und Jury zu begeistern, und nicht nur aufwändige und wochenlange Recherche.</p>
<p>Oder vielleicht ist auch alles ganz anders und die Lokalmedien draussen im Lande haben einfach noch nicht mitgekriegt, dass es jedes Jahr ein stolzes Preisgeld zu holen gibt. Dann wäre es höchste Zeit für sie, die Perlen auszugraben und zur Bewertung vorzulegen. Denn die Jury beurteilt nur, was sie eingereicht erhält und spielt nicht selber Trüffelschwein.</p>
<p><small>Der Autor ist <a href="http://www.dermedienpreis.ch/de/content.php?ind=815" target="_blank">Mitglied der Jury</a> für die Online-Kategorie des Medienpreises für Lokaljournalismus.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/04/16/die-groessten-sind-die-besten/">Die Grössten sind die Besten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein guter Online-Jahrgang</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/04/30/ein-guter-online-jahrgang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 13:20:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Diamant]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Fargahi]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ Online]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Preis für Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Journalistenpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals wurde eine Online-Arbeit mit dem Schweizer Preis für Lokaljournalismus ausgezeichnet. Gewinner eines «Diamanten» ist ein Blog von NZZ Online mit einer Langzeitbeobachtung aus einem Aargauer Migrantenquartier. Auffällig: Anders als in den Kategorien Print, Radio und TV zeichneten sich die nominierten Online-Arbeiten durch einen vergleichsweise engen lokalen Fokus aus. Im zweiten Anlauf hat es geklappt: <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/30/ein-guter-online-jahrgang/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/04/diamant.jpg" alt="" width="118" height="83" /> Erstmals wurde eine Online-Arbeit mit dem Schweizer Preis für Lokaljournalismus ausgezeichnet. Gewinner eines «Diamanten» ist ein Blog von NZZ Online mit einer Langzeitbeobachtung aus einem Aargauer Migrantenquartier. Auffällig: Anders als in den Kategorien Print, Radio und TV zeichneten sich die nominierten Online-Arbeiten durch einen vergleichsweise engen lokalen Fokus aus.<br />
<span id="more-30469"></span><br />
Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Nachdem die Jury* vor einem Jahr <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/09/potenzial-noch-nicht-erkannt/">keine Online-Arbeit für preiswürdig gehalten hatte</a>, gab es am vergangenen Freitag erstmals einen <a href="http://www.dermedienpreis.ch/" target="_blank">«Diamanten»</a> für lokalen Online-Journalismus. Gewonnen hat die mit 20&#8217;000 Franken dotierte Auszeichnung <a href="https://twitter.com/#!/nfargahi" target="_blank">Nina Fargahi</a>. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin<a href="http://migration.blog.nzz.ch/" target="_blank"> berichtet für NZZ Online</a> ein Jahr lang aus dem Wyde-Quartier im aargauischen Birr, wo die Autorin selber aufgewachsen war. Im Zentrum stehen die Bewohnerinnen und Bewohner der Hochhaussiedlung, die grösstmehrheitlich über keinen Schweizer Pass verfügen. Mit ihren nüchternen Beobachtungen, die sie multimedial inszeniert, setzt die Autorin einen Kontrapunkt zur oft aufgeregten Medienberichterstattung über Migrationsthemen.</p>
<p>Wie der Gewinnerbeitrag zeichnen sich auch die beiden anderen nominierten Arbeiten in der Online-Kategorie durch einen engen lokalen Fokus aus: Gilles Biéler von 24heures.ch nahm die Eidgenössischen Wahlen im letzten Herbst zum Anlass, in <a href="http://www.24heures.ch/vaud-regions/nord-vaudois-broye/Petit-village-agricole-Molondin-se-bat-pour-sa-survie/story/12602369?dossier_id=1195" target="_blank">verschieden</a> <a href="http://www.24heures.ch/vaud-regions/la-cote/Bursinel-des-villas-cossues-mais-coupees-du-monde/story/18728358?dossier_id=1195" target="_blank">Waadtländer</a> <a href="http://www.24heures.ch/vaud-regions/lausanne-region/Renens-la-ville-que-le-train-a-fondee/story/16648677?dossier_id=1195" target="_blank">Gemeinden</a> nachzufragen, wo der Schuh drückt. Herausgekommen ist eine multimediale (Text, Bild, Video) Reportageserie mit Stimmen und Ansichten von Leuten, die in den Medien sonst nur selten vorkommen. Auch die für den Preis nominierte <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/stichwort/serie/hinter-verschlossenen-tueren/s.html" target="_blank">Artikelserie von Tina Fassbind</a> (Newsnet/tagesanzeiger.ch) blickte dorthin, wo Journalisten sonst nichtsahnend vorbeigehen: hinter verschlossene Türen und Tore in der Stadt Zürich.</p>
<p>Der ausgeprägte Lokalbezug der nominierten Online-Beiträge wäre nicht weiter der Rede wert – schliesslich bewarben sie sich für einen Lokaljournalismus-Preis – wenn nicht in den anderen Kategorien das Lokale offener definiert wurde: Sei es beim <a href="http://www.rts.ch/video/info/journal-19h30/3601578-ils-sont-de-plus-en-plus-nombreux-a-quitter-le-domaine-bancaire-par-choix-ou-parce-que-la-conjoncture-les-y-amene.html" target="_blank">TV-Porträt von drei Ex-Bankern</a>, dem <a href="http://www.radio1.ch/library/mp3/br/Hebammen_am_anderen_Ende_des_Lebens.mp3" target="_blank">Radio-Feature über Sterbebegleitung</a> oder der <a href="http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/input/2672.sh10183272.html" target="_blank">DRS3-«Input»-Sendung</a>, die nach dem Wesen der Welschen suchte.</p>
<p>Das Web als globales Medium par excellence erweist sich ebenso als ideale Plattform für Lokaljournalismus. Allerdings nicht so, wie das die Jury erwartet hätte: Eigenständige lokale Netzmedien hatten gegenüber den grossen Marken das Nachsehen. Alle drei nominierten Beiträge für den Medienpreis wurden von den Online-Ablegern grosser Tageszeitungen veröffentlich (NZZ, 24 Heures und Tages-Anzeiger). Das mag einerseits mit den Ressourcen zu tun haben. Grosse Medien können es sich einfacher leisten, Journalisten für Sonderaufgaben abzustellen. Andererseits auch damit, dass in der Schweiz erst jetzt eine Gründungswelle von <a href="http://www.journal-b.ch/" target="_blank">unabhängigen</a> <a href="http://www.mmv-online.ch/" target="_blank">lokalen</a> <a href="http://www.tageswoche.ch/" target="_blank">Online-Medien</a> am Anrollen ist.</p>
<p>Dass der (lokale) Online-Journalismus weiter an Bedeutung gewinnt, zeigt die Ankündigung des Zürcher Journalistenpreises, dass künftig auch im Web veröffentlichte Arbeiten eingereicht werden dürfen, wie Stiftungspräsident Andrea Masüger <a href="http://www.zh-journalistenpreis.ch/pdf/2012/werbewoche_20120427.pdf" target="_self">gegenüber der «Werbewoche»</a> sagte.</p>
<p>*<small>Der Autor ist Jury-Mitglied der Kategorie Online beim Schweizer Preis für Lokaljournalismus.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/30/ein-guter-online-jahrgang/">Ein guter Online-Jahrgang</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
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		<title>Jury soll nachrecherchieren</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/12/jury-soll-nachrecherchieren/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Egli von Matt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 May 2011 08:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Jury]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Soll die Jury eines Journalistenpreises die eingereichten Beiträge auf Herz und Nieren prüfen, also auch mal nachrecherchieren, um ihre Preiswürdigkeit einwandfrei feststellen zu können? Sylvia Egli von Matt, Direktorin der Journalistenschule MAZ und Jurypräsidentin des Schweizer Meidenpreises für Lokaljournalismus, findet klar: ja, eine Jury muss diesen Aufwand leisten. Den aktuellen Fall der Aberkennung des Henri-Nannen-Preises <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/12/jury-soll-nachrecherchieren/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Soll die Jury eines Journalistenpreises die eingereichten Beiträge auf Herz und Nieren prüfen, also auch mal nachrecherchieren, um ihre Preiswürdigkeit einwandfrei feststellen zu können? Sylvia Egli von Matt, Direktorin der Journalistenschule MAZ und <a href="http://dermedienpreis.ch/de/jury.php" target="_blank">Jurypräsidentin</a> des Schweizer Meidenpreises für Lokaljournalismus, findet klar: ja, eine Jury muss diesen Aufwand leisten. Den aktuellen Fall der <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/hauptjury.php" target="_blank">Aberkennung des Henri-Nannen-Preises</a> für die beste Reportage hält Egli von Matt aber nicht geeignet für eine <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/" target="_self">generelle Kritik</a> an der Arbeit von Jurys.</em><br />
<span id="more-28824"></span><br />
So einfach die Frage, so komplex die Antwort. Juryarbeit ist spannend, lehrreich und komplex. Sie baut auf Vertrauen in die Qualitätsmedien und soll doch sehr kritisch sein. Als Jurorin aber wiederum erhofft man sich, viele Eingaben, viele gute Eingaben, damit im intensiven Diskurs eine herausragende Arbeit gekürt werden kann. Dies ist eine weitere Schwierigkeit, denn Lektüre braucht dann entsprechend viel Zeit. Dabei kommen in der Tat immer wieder Fragen, Zweifel auf. Stimmt das? Sind die Quellen sicher? In Jurys, in denen ich war, haben wir auch immer wieder Rechercheanrufe über Artikel möglicher Preisträger gemacht, haben also nachgeprüft. Das soll jede Jury leisten. Und ich weiss, viele tun das auch.</p>
<p>Der aktuelle Fall aber scheint mir – für uns Schweizer Medienschaffende &#8211; nicht unbedingt geeignet für eine generelle Kritik an Jurys. Die Aberkennung des Preises finde ich falsch. Doch sie stellt eine wichtige Frage, und die hat mit journalistischem Handwerk zu tun. Nicht mit dem Reglement des Henri-Nannen-Preises, dieses kann durchaus Kriterien der Kategorie definieren, hier eben die Reportage. Reportage kommt von «reporter», französich für zurücktragen, im Sinn von berichten, aufschreiben. Ist berichten denn tatsächlich ausschliesslich Augenzeugenschaft? Kriege ich als Journalistin nicht mindestens so viel mit, wenn ich erzählen lasse, gut zuhöre, überprüfe und dann anschaulich beschreibe. Gibt die Ohrenzeugenschaft nicht möglicherweise ebenso treffende oder gar differenziertere, weil distanzierte Bilder? Wenn die Definition so eng wird, wie die Jury nun entschieden hat, fallen viele gute Geschichten künftig aus Rang und Traktanden. Es hätten wohl auch viele Reportagen von Egon Erwin Kisch – dem ursprünglichen Namensgeber des Preises – diesem Anspruch nicht genügt. Möglicherweise wirkt aber in diesem konkreten Fall auch noch der Fall Guttenberg nach.</p>
<p>PS: Ich war an der Preisverleihung. Der Preisträger erzählte, dass ihn Horst Seehofer auch nach diesem Artikel sehr respektiere.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/12/jury-soll-nachrecherchieren/">Jury soll nachrecherchieren</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Jury trifft keine Schuld</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/11/jury-trifft-keine-schuld/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fredy Gsteiger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 14:22:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Jury]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Fredy Gsteiger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach der Aberkennung des Henri-Nannen-Preises für die beste Reportage steht auch das Selbstverständnis und die Arbeitsweise von Journalistenpreis-Jurys zur Debatte. Man könne nicht erwarten, dass eine Jury die eingereichten Beiträge nachrecherchiere, findet Fredy Gsteiger, Präsident der Jury des Zürcher Journalistenpreises. Dennoch sollten Preise nicht leichtfertig verliehen werden. Auszeichnungen nur auf Bewährungen zu verleihen, weil nachträglich Mängel auftauchen <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/jury-trifft-keine-schuld/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/jury-trifft-keine-schuld/">Jury trifft keine Schuld</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Nach der <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/hauptjury.php" target="_blank">Aberkennung</a> des Henri-Nannen-Preises für die beste Reportage steht auch das Selbstverständnis und die Arbeitsweise von Journalistenpreis-Jurys <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/" target="_blank">zur Debatte</a>. Man könne nicht erwarten, dass eine Jury die eingereichten Beiträge nachrecherchiere, findet Fredy Gsteiger, Präsident der Jury des <a href="http://www.zh-journalistenpreis.ch/" target="_blank">Zürcher Journalistenpreises</a>. Dennoch sollten Preise nicht leichtfertig verliehen werden. Auszeichnungen nur auf Bewährungen zu verleihen, weil nachträglich Mängel auftauchen könnten, hält Gsteiger für «Unfug»</em>.<br />
<span id="more-28822"></span><br />
Eine Reportage lebt von der Anschauung, vom eigenen Erleben. Soviel ist klar. Schildert also ein Reporter <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">im Detail die Modelleisenbahnanlage</a> eines Politikers, erwartet der Leser, dass er selber im Bastelraum war. «Spiegel»-Journalist René Pfister hat Horst Seehofers Minibahn jedoch nicht gesehen.<br />
Wem sind nun Vorwürfe zu machen? Zunächst dem Reporter selber: Er hat sein Porträt in der Kategorie Reportage eingereicht. Da gehörte es, streng betrachtet, nicht hin. Dann dem «Spiegel»: Dort bestand offenbar von vornherein der Verdacht, der Autor habe in einzelnen Passagen Begebenheiten geschildert, die er nur aus zweiter Hand kannte. Keine Schuld trifft hingegen die Preis-Jury.</p>
<p>Journalistenpreisjurys sind fast immer ehrenamtliche Gremien. Die Mitglieder opfern viel Zeit, um oft Dutzende, ja hunderte von Artikeln zu lesen, zu beurteilen, zu diskutieren. Dass sie auch noch die Texte auf Herz und Nieren prüfen, dass sie diese sozusagen nachrecherchieren, das wäre wirklich zu viel verlangt. Der Zusatzaufwand wäre enorm.</p>
<p>Das heisst nicht, dass Jurys leichtfertig irgendetwas auszeichnen dürfen. Zumindest die Frage, ob das Geschilderte plausibel sei, müssen sie sich schon stellen. Fallen bereits vor der Preisvergabe offenkundige Ungereimtheiten auf, bestehen etwa begründete Zweifel an Fakten, Darstellungen, Zitaten – dann verzichtet eine Jury besser auf eine Preisvergabe. Oder versucht, wo das mit vertretbarem Aufwand möglich ist, ihre Zweifel zu entkräften.<br />
Doch in diesem Fall gab es diese begründeten, schweren Zweifel oder eine offensichtliche Unplausibilität gar nicht.</p>
<p>Wie Journalistenpreise nicht leichtfertig verliehen werden sollten, so gilt es auch bei der Aberkennung Zurückhaltung zu üben. Würden selbst kleinere Mängel, die erst nach der Preisverleihung bekannt werden, als Aberkennungsgrund ausreichen, müsste man Journalistenpreise generell bloss noch «auf Bewährung» verleihen. Und konsequenterweise auch Nobelpreise, Kulturstipendien, Friedenspreise, Doktorhüte und Sportmedaillen nur noch «bedingt» zuerkennen. Das ist Unfug. Gewiss, ein gravierender Mangel rechtfertigt eine Sanktion, genauso wie eine nachträgliche positive Dopingprobe im Sport.</p>
<p>In vorliegenden Fall des Henri-Nannen-Preises ist zwar ein Mangel vorhanden, aber wirklich gravierend scheint er nun wirklich nicht zu sein.</p>
<p><em>Der Autor ist Präsident der Jury des Zürcher Journalistenpreises und arbeitet als <a href="http://www.drs.ch/www/de/drs/ueber-uns/team/12395.fredy-gsteiger-information.html" target="_blank">diplomatischer Korrespondent</a> von Radio DRS.</em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/jury-trifft-keine-schuld/">Jury trifft keine Schuld</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn die Jury versagt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2011 07:15:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Essay-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Der Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Jury]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[René Pfister]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Handwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Henri Nannen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Jury des renommierten Henri-Nannen-Preis hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die beste Reportage nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/05/Henri_Nannen_Preis_Logo.jpg" alt="" width="120" height="87" /> Die Jury des renommierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henri-Nannen-Preis" target="_blank">Henri-Nannen-Preis</a> hat dem Spiegel-Reporter René Pfister den am Freitag verliehenen Preis für die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">beste Reportage</a> nach nur zwei Tagen wieder aberkannt. Hätten die Preisrichter ihre Arbeit richtig gemacht, wäre es nie zu dieser peinlichen Situation gekommen. Nicht nur die Oberfläche muss ein Kriterium für die Preiswürdigkeit sein, sondern auch die Machart des Beitrags und die Arbeitsweise des ausgezeichneten Journalisten.<br />
<span id="more-28820"></span><br />
Die Freude währte nicht lange. René Pfister durfte am letzten Freitag den renommierten Henri-Nannen-Preis entgegennehmen für sein <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html" target="_blank">Porträt des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer</a>. Doch schon zwei Tage später stand der Spiegel-Reporter ohne die begehrte Auszeichnung da. Mit einem Mehrheitsentscheid sprach sich die Jury für eine <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/hauptjury.php" target="_blank">Aberkennung des Preises</a> aus. Reporter Pfister leitete sein Seehofer-Porträt mit einer detaillierten Schilderung ein, wie der Politiker mit einer Modelleisenbahn im Keller seines Ferienhauses spielt. Diese Passage sollte dem Spiegel-Journalisten zum Verhängnis werden. Denn Pfister berichtete nur vom Hörensagen und stand selbst nie an der Seite Seehofers vor dem Stellpult der Märklin H0, wie bei der Lektüre der Eindruck entstehen konnte. Pfister gab dies denn auch freimütig und unumwunden zu, als ihn bei der Preisübergabe die Moderatorin darauf ansprach. Eine aktive Täuschungs- oder gar Fälschungsabsicht kann dem Reporter also nicht unterstellt werden. Womit der Ball bei der Jury liegt.</p>
<p>Das hochdekorierte Gremium hatte es offensichtlich versäumt, die preiswürdigen Texte vorgängig auf handwerkliche Mängel abzuklopfen. Ein solcher Aufwand wäre den 14 Jurymitgliedern und der <a href="http://www.henri-nannen-preis.de/vorjury.php" target="_blank">22-köpfigen Vorjury</a>, allesamt erfahrene Medienmacher, zuzumuten gewesen. Nicht, dass sie jede der fast 800 eingereichten Arbeiten hätten durchleuchten müssen, aber wenigstens die <a href="http://reporter-forum.de/fileadmin/pdf/Egon-Erwin-Kisch-Preis/Kisch_Preis_2011/HNP2011Reader.pdf">rund 30 auf der Shortlist</a>. Damit wäre der Jury die Peinlichkeit einer Preisaberkennung erspart geblieben. Es mutet geradezu bizarr an, wenn ein professionelles Preisgericht die Spielregeln nicht einhält, die es von den Kandidaten erwartet. Die Arbeit von Medienpreisjurys beschränkt sich offenbar auf eine Beurteilung der Oberfläche. Wenn die funkelt und glänzt, dann gibts einen Preis. Gerade so, als wenn bei einer Berufsolympiade die Richter nur die äussere Beschaffenheit des fertigen Werkstücks bewerten würden und nicht auch den Entstehungsprozess und das Innenleben, die verborgene Mechanik etwa. Journalismus ist auch ein Handwerk. Auszeichnungen, die das unberücksichtigt lassen und sich primär auf ein Geschmacksurteil abstützen, erweisen dem Journalismus einen Bärendienst.</p>
<p>Die Hamburger Posse ist kein Einzelfall. Erst kürzlich hielt eine Jury im Auftrag der Berner Tageszeitung «Der Bund» einen Essay für preiswürdig, der bei einer näheren Betrachtung nicht hielt, was er auf den ersten Blick zu versprechen schien. Leicht nachweisbare <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/11/abrechnung-nachgerechnet/" target="_self">Faktenfehler und offensichtliche Mängel</a> in der Argumentation gaben jedoch keinen Anlass, den Text aus der engeren Auswahl für die Auszeichnung zu entfernen. Nicht sehr souverän agierte die Jury des Zürcher Journalistenpreises, als 2007 Zweifel an der Preiswürdigkeit eines ausgezeichneten Beitrags laut wurden. Zwei Mitarbeitende der NZZ am Sonntag erhielten damals den Preis für ihre Recherchen zur Fusion der Banken Bellevue und Swissfirst. Nachträglich stellte sich heraus, dass die Zeitung in einzelnen Punkten daneben lag und sich später sogar öffentlich dafür entschuldigen musste. Für die Jury war das kein Grund für eine <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=81563" target="_blank">nachträgliche Aberkennung</a> des Preises. Man müsse sich auf das verlassen können, was man zum Zeitpunkt der Verleihung wisse. Auch in diesem Fall hätte die Jury mit eigenen Recherchen den Gehalt der Artikelserie überprüfen und sie rechtzeitig aus dem Preisrennen nehmen können.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/05/11/wenn-die-jury-versagt/">Wenn die Jury versagt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Potenzial noch nicht erkannt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/09/potenzial-noch-nicht-erkannt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jodok Kobelt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 08:55:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhardt]]></category>
		<category><![CDATA[von Graffenried]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zum ersten Mal wurden gestern Abend in Bern die mit je 20&#8217;000 Franken dotierten Preise für Lokaljournalismus der Stiftung Reinhardt von Graffenried vergeben. Der Medienpreis ist die Weiterführung des früheren BZ-Journalistenpreises. In der neu geschaffenen Kategorie Online hat sich die Jury entschieden, keine der eingereichten Arbeiten auszuzeichnen. Jurypräsident Jodok Kobelt erklärt weshalb. Mit seinem Beitrag führen <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/09/potenzial-noch-nicht-erkannt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum ersten Mal wurden gestern Abend in Bern die mit je 20&#8217;000 Franken dotierten <a href="http://dermedienpreis.ch/de/content.php?ind=719" target="_blank">Preise für Lokaljournalismus</a> der Stiftung Reinhardt von Graffenried vergeben. Der Medienpreis ist die Weiterführung des <a href="http://www.bzjournalistenpreis.ch/swisspress/journalistenpreis.php?navanchor=1310002" target="_blank">früheren BZ-Journalistenpreises</a>. In der neu geschaffenen Kategorie Online hat sich die Jury entschieden, keine der eingereichten Arbeiten auszuzeichnen. Jurypräsident Jodok Kobelt erklärt weshalb. Mit seinem Beitrag führen wir die Debatte weiter zum Zustand des Lokaljournalismus im Netz, die wir <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/08/das-lokale-kommt-zu-kurz/" target="_self">gestern an dieser Stelle</a> begonnen haben.</p>
<p><span id="more-1751"></span><br />
Der Entschluss des Verwaltungsrates der Fondation Reinhardt – von Graffenried auch den Online-Journalisten im Bereich Lokaljournalismus einen eigenen Preis auszurichten ist mutig und verdient Respekt. Mit dem Entscheid haben die Verantwortlichen erkannt, dass die Arbeit mit den digitalen und multimedialen Möglichkeiten des Internets neue Formen der Berichterstattung, der Informationsvermittlung und der Diskussion mit den Leserinnen und Lesern ermöglicht. Sie haben auch erkannt, dass die Vermittlung von Wissen und Meinungsbildung nicht mehr ausschliesslich in der Hand der Journalisten liegt. Der Informationsaustausch im Internet bietet den Leserinnen, Verlegern und Journalisten die einmalige Chance, Geschichten auf neue Art zu erzählen, oder mit einem Einwand, einer Ergänzung reagieren zu können. Kein anderes Medium ist so kommunikativ.</p>
<p>Die Erwartung, die Hoffnung auf überraschende, multimediale und interaktive journalistische Arbeiten wurde von der Realität vorerst ausgebremst. Die Eingaben zum Online-Preis im Lokaljournalismus zeigen ein anderes Bild und führten die Jury schlussendlich dazu, keine Nomination auszusprechen. Wir beschäftigten uns nicht nur mit einer sehr geringen Anzahl von Eingaben, die keine wirkliche Auswahl zuliess, sondern stellten uns auch weiter reichende Fragen: Wo bleibt der kreative Umgang mit dem neuen Medium? Welche Rolle spielt das geografisch Lokale in einem global zugänglichen Medium? Ist es noch zu früh für einen eigenen Online-Medienpreis für Lokaljournalismus?</p>
<p>Die letzte Frage kann klar mit «Nein» beantwortet werden. Die diesjährige Nichtvergabe des Preises soll vielmehr eine zusätzliche Aufforderung an alle Journalistinnen, Verleger, aber auch Leserinnen und Web-Surfer sein, sich aktiver mit den vielseitigen Ausdrucksformen des noch jungen journalistischen Umfelds zu beschäftigen. Das Web bietet Möglichkeiten, die von den Machern und Usern erst zögerlich genutzt werden. Wir sind überzeugt, dass der nächste Jahrgang zeigen wird, wie kreativ, spannend und selbstsicher die Macher geworden sind.</p>
<p><em>Der Autor hat diesen Beitrag für das <a href="http://www.persoenlich.com" target="_blank">Persoenlich</a>-Sonderheft zum Medienpreis verfasst. Medienwoche-Redaktor Nick Lüthi ist Mitglied der Online-Jury des Medienpreises und trägt den Entscheid zur Nichtvergabe mit.</em></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/09/potenzial-noch-nicht-erkannt/">Potenzial noch nicht erkannt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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