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	<title>Mischa Hauswirth | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>Sicherheit in Statistiken</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2014 11:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz am Sonntag]]></category>
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		<category><![CDATA[Mischa Hauswirth]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Regieren in der Basler Zeitung die Themen Sicherheit und Kriminalität? Ja, oder auch Nein: Eine Auswertung des Geschriebenen ergibt je nach Forschungsansatz unterschiedliche Ergebnisse. Die Wahrnehmung der Zeitung als Blatt, in dem Angst vor Verbrechen geschürt wird, liegt an der Zuspitzung in einzelnen Artikeln eines Ex-Boulevardreporters. «Die ‹Basler Zeitung› bewirtschaftet wie keine andere vergleichbare Regionalzeitung <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Regieren in der Basler Zeitung die Themen Sicherheit und Kriminalität? Ja, oder auch Nein: Eine Auswertung des Geschriebenen ergibt je nach Forschungsansatz unterschiedliche Ergebnisse. Die Wahrnehmung der Zeitung als Blatt, in dem Angst vor Verbrechen geschürt wird, liegt an der Zuspitzung in einzelnen Artikeln eines Ex-Boulevardreporters.<br />
<span id="more-21943"></span></p>
<div align="right">
<h2>«Die ‹Basler Zeitung› bewirtschaftet wie keine andere vergleichbare Regionalzeitung die Themen ‹Sicherheit› und ‹Kriminalität›.»</p>
<p>Christian Mensch in der «Schweiz am Sonntag» vom 23. September 2012.</h2>
</div>
<p></p>
<p><a href="http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/baselbiet/eine-zeitung-hat-ihr-thema-gefunden-125251344">«Eine Zeitung hat ihr Thema gefunden»</a>, schrieb Christian Mensch am 23. September 2012 in der «Schweiz am Sonntag». «Auf Gewalt und die Ängste der Bevölkerung» setze die Basler Zeitung, hiess es im Artikel, die Themen «Sicherheit» und «Kriminalität» bewirtschafte sie wie «keine andere vergleichbare Regionalzeitung». Dass die BaZ «ihre rechtsbürgerliche Ausrichtung vor allem über das Sicherheitsthema zum Ausdruck» bringe, das sei «mit der Zürcher Auswertung erstmals empirisch belegt».</p>
<p>Dem Urteil zugrunde liegen Untersuchungen des Forschungsbereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft (Foeg) der Universität Zürich, die in den Ressorts Inland und Region von fünf Regionalzeitungen nach diesen beiden Begriffen gesucht hatte und sowohl für «Sicherheit» als auch für «Kriminalität» knapp am meisten Suchergebnisse für die Basler Zeitung gefunden hatte.</p>
<p>MEDIENWOCHE wählt nun einen anderen Weg und vergleicht die vier ersten Jahre unter dem neuen Chefredaktor Markus Somm (30. August 2010 bis 29. August 2014) mit den vier Jahren zuvor (30. August 2006 bis 29. August 2010). Grundlage für die Auswertung sind die Anzahl Ergebnistreffer willkürlich ausgewählter Suchbegriffe in der Schweizer Mediendatenbank (SMD). Eine Einschränkung auf Teilbereiche wurde keine vorgenommen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/11/basler-zeitung_-vergleich-der-anzahl-smd-treffer-basler-zeitung.jpg" alt="" title="Basler Zeitung, Vergleich der Anzahl SMD-Treffer zwischen dem 30. August 2010 bis zum 29. August 2014 (Chefredaktion Somm) und zwischen dem 30. August 2006 bis zum 29. August 2010 (Chefredaktion Vorgänger)." width="450" height="834" class="aligncenter size-full wp-image-21961" /><br />
<small>Vergleich der Anzahl SMD-Treffer in der Basler Zeitung zwischen dem 30. August 2010 bis zum 29. August 2014 (Chefredaktion Somm, links) und zwischen dem 30. August 2006 bis zum 29. August 2010 (Chefredaktion Vorgänger, rechts).</small></p>
<p>Der Begriff «Kriminalität» wird in der Ära Somm also massiv weniger verwendet als zuvor, und auch der Begriff «Sicherheit» wird weniger gebraucht. Seltsam, dass man davon in der Foeg-Studie nichts erfährt &#8211; Studienresultate sind ganz offensichtlich vom Forschungsansatz abhängig. Die Outputs seiner Vorgänger überflügeln Somms Blatt auch in anderen Fragen: Früher war mehr «Christoph Blocher» (BaZ-Mitbesitzer), mehr «Terror», mehr «Ausländer», mehr «Schweizer» und knapp auch mehr «Einbruch», mehr «Bettler», mehr «Mord» und mehr «Angst».</p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was sind die<br /> <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/"><strong><big>«Blocher-Medien»</big></strong></a><br />
&#8211; und wer gehört dazu? Retten sie den Journalismus oder schaffen sie ihn ab, geht es um <strong>Information oder Propaganda</strong>? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie Persönlichkeiten und Medien, die in einer Beziehung mit dem Politiker und Unternehmer <strong>Christoph Blocher</strong> stehen.</div>
<p>Womöglich war früher generell mehr Text, doch es gibt auch Begriffe, die in der heutigen BaZ öfters vorkommen: «Asylanten», «Scheinasylanten» und «Wirtschaftsflüchtlinge» liegen vorne im neuen BaZ-Sprachgebrauch, mehr Aufmerksamkeit erhalten auch «Freiheit», «Eveline Widmer-Schlumpf» und «Christoph Mörgeli». Wie bei jedem Begriff könnte die Ursache des Mehrs oder Wenigers in der Aktualität zu finden sein, also von Ereignissen getrieben sein.</p>
<p>Ist es denn überhaupt angezeigt, dass sich die Basler Zeitung, je nach Auswertung, verstärkt oder verschwächt um die Themen «Kriminalität» und «Sicherheit» kümmert? Aufschluss ergibt der <a href="http://www.atlas.bfs.admin.ch/maps/13/map/mapIdOnly/16545_de.html">Statistische Atlas der Schweiz</a>: 133 Straftaten pro 1000 Einwohner fanden 2013 in der Stadt Basel statt. Viel, aber in 43 Gemeinden geht es krimineller zu und her, so in Zürich (137.7), Genf (160.1), Bern (167.7), Solothurn (193.2), Lausanne (208.9), Interlaken (224) oder in Frick, dem Spitzenreiter (598.6). Eher sicher ist die Lage in Zürcher Seegemeinden wie Herrliberg (35.3), Küsnacht (43.1) oder Wädenswil (46.5). Äusserst sicher lebt es sich in Andiast, Böbikon, Rümikon oder Wolfisberg &#8211; diese Gemeinden verzeichneten 2013 keine Straftaten. Tatsächlich hat die Kriminalität zugenommen: 2009 gab es nicht nur vier politische Gemeinden in der Schweiz ohne vermeldete Straftaten, sondern noch 125. Die Straftaten pro 1000 Einwohner in Basel entwickelten sich wie folgt: 114.5 (2009), 110.6 (2010), 126.2 (2011), 150 (2012), 133 (2013) (<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2014/11/straftaten-von-2009-bis-2013-gross.png" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><strong>Grafik</strong></a>).</p>
<p>Wie auch immer die Statistiken ausgelegt werden, gewisse in Somms Basler Zeitung erschienene Artikel dazu waren unterirdisch. So beispielsweise der am 29. März 2012 abgedruckte Text «21-Jährige in einer Bar vergewaltigt», in dem (bereits im Titel) munter Vorwürfe als Tatsachen verkauft wurden. Als könne daran kein Zweifel sein, macht das nach eigenen Angaben staatskritische Blatt die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft kurzerhand zur Realität, so in den Zwischentiteln («Opfer betrunken gemacht», «Mit Gewalt zu Sex gezwungen»). Auch wenn der Autor mehrmals erwähnt, es sei die Anklageschrift der Staatswaltschaft, in der das stehe, räumt er dem Beschuldigten «Mohammed*» keinerlei Entlastung ein. Sogar die Anonymisierung (auch der mutmasslichen Opfer) ist ein Witz, zeigt das Foto doch gross den Tatort, und auch im Text ist der Name der fraglichen Bar und dazu ihre Adresse zu lesen.</p>
<p>Der Beschuldigte sei dann, so meldet die Zeitung nur einen Tag später und so ist es auch heute noch <a href="http://bazonline.ch/basel/stadt/Anklage-wegen-Vergewaltigung-Beschuldigter-freigesprochen/story/22438742?dossier_id=1608">auf Bazonline.ch nachzulesen</a>, «in dubio pro reo» freigesprochen worden, «am letzten Donnerstag», was übersetzt heisst: Am Tag zuvor, am Tag der Publikation des Artikels. Die am Dienstag darauf abgedruckten Leserbriefe lassen keinen Zweifel, dass sowas von einer Regionalzeitung nicht erwartet wird: «Guter Journalismus verzichtet auf solch opferverachtende Methoden», «das ist übelster journalistischer Voyeurismus», «das ist billigster Boulevardjournalismus», so drei der abgedruckten Rückmeldungen. Zuerst und ausführlich aufgerollt hat den Fall <a href="http://www.edito-online.ch/aktuelleausgabe/ergaenzungenzumheft/vorverurteilungeinjournalistischesvergehen.html">Philipp Cueni im «Edito + Klartext»</a>.</p>
<p>Autor des Artikels und vieler weiterer rund um Sicherheit und Kriminalität ist Mischa Hauswirth. Wenn der ehemalige Boulevardreporter feststellen muss, dass die Stadt Basel «im Vergleich zu anderen Sommern» «so gut wie bettlerfrei» sei, so lautet der Untertitel seines Artikels dazu kurzerhand: «Behörden und Polizei könnten allerdings noch konsequenter gegen rumänische Banden vorgehen». Dass die BaZ auf den äusserst fleissigen Mitarbeiter, der fast jeden Tag einen neuen Artikel liefert, nicht verzichten möchte, ist nachvollziehbar. Inzwischen scheint Hauswirths Drang zum harten Boulevard ein wenig gezähmt, aber viele fragen sich nach wie vor, warum er bei der Seriösität beanspruchenden Basler Zeitung angestellt ist, und nicht bei einer Boulevardzeitung. Seine Zeit beim «Blick» von 2001 bis 2006 mit Artikeln wie «Dirnen vergewaltigt &#8211; weil sie kein Geld hatten» oder «Der irre Tierquäler: Wann geht er auf Menschen los?» lässt ihn nicht so leicht los offenbar.</p>
<p><small>Offenlegung: Ronnie Grob hat bisher mehrere Beiträge in der Basler Zeitung und in der Weltwoche veröffentlicht. Sie wurden angemessen vergütet, die Zusammenarbeit war stets erfreulich und verlief ohne jegliche inhaltlich-politische Einflussnahme.<br />
Inputs zur Serie erhalten wir gerne in den Kommentaren oder <a href="https://medienwoche.ch/uber-uns/personen/">per E-Mail</a>.</small></p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/">Serie zu den «Blocher-Medien»</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="medienwoche.ch/2014/10/15/schlachtplan-zufall/">Schlachtplan Zufall</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/22/unter-dem-guru-von-herrliberg/">Unter dem Guru von Herrliberg</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a><br />
4. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a><br />
5. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/politiker-der-redaktion/">Politiker der Redaktion</a><br />
6. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/">Für Partei und Vaterland</a><br />
7. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a><br />
8. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/10/03/auf-dem-weg-in-die-bedeutungslosigkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Baumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Oct 2012 09:57:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
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		<category><![CDATA[Basel]]></category>
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		<category><![CDATA[Auflage]]></category>
		<category><![CDATA[Mischa Hauswirth]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer tiefer sinkt die Basler Zeitung in der Publikumsgunst. Die Auflage befindet sich im freien Fall. Ein Blick in das Blatt zeigt die Gründe für den Absturz: Mit dem Rechtsruck unter Chefredaktor Markus Somm hat die BaZ gleichzeitig das journalistische Niveau gesenkt. Damit gleicht die Traditionszeitung stärker einem Provinzblatt als einem Titel von nationaler Bedeutung. <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/03/auf-dem-weg-in-die-bedeutungslosigkeit/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer tiefer sinkt die Basler Zeitung in der Publikumsgunst. Die Auflage befindet sich im freien Fall. Ein Blick in das Blatt zeigt die Gründe für den Absturz: Mit dem Rechtsruck unter Chefredaktor Markus Somm hat die BaZ gleichzeitig das journalistische Niveau gesenkt. Damit gleicht die Traditionszeitung stärker einem Provinzblatt als einem Titel von nationaler Bedeutung.<br />
<span id="more-30541"></span><br />
Am Anfang war das hehre Wort: Als Markus Somm vor zwei Jahren als neuer Chefredaktor der Basler Zeitung vorgestellt wurde, kündigte er an, er wolle eine überparteiliche Forumszeitung machen. In Basel aber waren die Befürchtungen gross. Somm, so dachten viele, würde die BaZ zu einem rechten Kampfblatt umbauen. Zieht man heute Bilanz, so lässt sich sagen: Die Befürchtungen waren berechtigt. Schlimmer noch: Somm hat die BaZ zu einem schlecht geschriebenen rechten Kampfblatt umgebaut. Was vor zwei Jahren noch eine etwas provinzielle Regionalzeitung war, ist heute, je nach Artikel, fundamentalistisch, kleingeistig oder schlicht irrelevant.</p>
<p>Somm selbst hat sich als genau der orthodoxe Priester herausgestellt, als den ihn Constantin Seibt vor zwei Jahren <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Ein-Prediger-von-Gott-verlassen-/story/27345449" target="_blank">treffend charakterisierte</a>. Seine Kommentare sind hochgradig voraussehbar. Sie handeln von den immer gleichen Feindbildern: EU, Linke, Nette, Umweltschützer, Asylbewerber und so weiter. Zu Stadt und Region Basel hat Somm nach wie vor keinen Bezug gefunden. Wenn er über regionale Themen schreibt, ist seine Ahnungslosigkeit offensichtlich. Kein Wunder: Seine Mission ist eine nationale, keine lokale. «Somm wird sich für Basel neu erfinden müssen», meinte Seibt vor zwei Jahren. Nichts in diese Richtung ist geschehen.</p>
<p>Stattdessen hat Somm die Redaktion seinen Vorstellungen entsprechend umgebaut. Entlassene oder freiwillig gegangene Redaktionsmitglieder wurden durch mehr oder weniger unerfahrene Neulinge von Somms Gnaden ersetzt. Somms Statthalter im Regionalteil sind <a href="http://bazonline.ch/stichwort/autor/mischa-hauswirth/s.html" target="_blank">Mischa Hauswirth</a> und <a href="http://bazonline.ch/stichwort/autor/michael-bahnerth/s.html" target="_blank">Michael Bahnerth</a>: Beide greifen bevorzugt zum verbalen Zweihänder, beide teilen Somms Feindbilder. «Haudrauf-Hauswirth», wie er genannt wird, hat sich dem Aufblasen der Kriminalitätsproblematik verschrieben. Praktisch täglich erscheint ein Artikel, in dem Basel zum gefährlichen Ghetto hochstilisiert wird. Wie jetzt eine Studie der Universität Zürich zeigt, bewirtschaftet die BaZ die Themen Gewalt und Sicherheit <a href="http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/baselbiet/eine-zeitung-hat-ihr-thema-gefunden-125251344" target="_blank">wie keine andere Schweizer Zeitung</a>. Doch damit schreibt man offensichtlich am Volk vorbei. Eine «Sicherheitsinitiative» der Basler SVP wurde diesen Frühling <a href="http://www.news.ch/Basel+Stadt+lehnt+die+SVP+Sicherheitsinitiative+ab/528133/detail.htm" target="_blank">klar abgelehnt</a>. Nun versucht Hauswirth, die rechtsbürgerlichen Regierungskandidaten zu pushen. Und tatsächlich ist die Sicherheit unterdessen zum Hauptthema der Wahlen aufgestiegen.</p>
<p>Für eine kurze Analyse der journalistischen Methoden von Somm und seinen Gesinnungsgenossen genügt der Blick in drei BaZ-Ausgaben. Vom 20. bis am 22. September bot die BaZ alles, was sie seit dem Rechtsruck ausmacht:</p>
<p>Am 20. September im Regionalteil ein <a href="http://bazonline.ch/basel/stadt/Veganismus-ist-ein-Rueckschritt-in-der-Evolution/story/16539561" target="_blank">Kommentar von Michael Bahnerth</a> zum Streit über die fleischlose Uni-Mensa, welche gewisse Studentenvertreter gefordert haben. Der Artikel ist im Grunde genommen so belanglos wie der Konflikt, den er behandelt. Er ist aber ein gutes Beispiel für die Arbeitsweise der Somm-Adlaten. Kraft seiner Autorität als Fleischkonsument sieht Bahnerth die «pluralistischen Gesellschaft» in Gefahr, sollte die Uni nur noch vegetarisch kochen. In hämischem Tonfall schreibt er über «universitäre Salon-Veganer oder Schickimicki-Vegetarier». «Kein Fleischfresser», so Bahnerth, «käme auf die Idee, Fleischfeinden den Massenverzehr von Salatblättern zu verbieten und ihnen Genozid am Gemüse vorzuwerfen.» Das ist unterstes Stammtischniveau. Wie so etwas in der Redaktion durchkommen kann, ist eigentlich unerklärlich. Am nächsten Tag schreibt übrigens derselbe Bahnerth, Basel sei dabei, «abzugleiten in kleingeistige Sphären und intellektuelle Spiessigkeit». Selbsterkenntnis?</p>
<p>Doch es kommt noch dicker: Bahnerth behauptet, in einer fleischlosen Gesellschaft würden die Menschen hungern, «weil die Erde einfach zu wenig Anbaufläche bietet, um ihre Bewohner vegan satt zu kriegen». Die Tatsache, dass die Fleischproduktion im Vergleich zur Gemüseproduktion ein Vielfaches an Ressourcen braucht, kann auch an Bahnerth kaum vorübergegangen sein. Es ist also davon auszugehen, dass er bewusst Unwahrheiten verbreitet. Häme, Stammtischgepolter, haltlose Behauptungen, das Ganze garniert mit etwas Freiheitsverteidigungsgelaber. Es ist das übliche trostlose Rezept für einen Kommentar in der BaZ, Ausgabe 2012.</p>
<p>Zur Mörgeli-Affäre veröffentlicht die BaZ am 21. und 22. September nicht weniger als fünf Artikel. Vier davon von Beni Gafner, Bundeshausredaktor von Somms Gnaden, Armeespezialist und Schaffhauser. Ganz offensichtlich sind die Artikel über die »politisch hinterhältige Attacke» Teil eines Gegenangriffs zur Entlastung Mörgelis, im Gleichschritt mit der Weltwoche. In Gafners beiden Tageskommentaren wird der SVP-Totentänzer als Opfer einer «erfolgreich arglistig lancierten Aktion» dargestellt. Die Uni Zürich, «das (sic!) Intrigenstadel an der Rämistrasse» ist laut Gafner eine «Wohlfühl-Oase für Heckenschützen», der Rektor überfordert. Mörgelis offensichtliche Verfehlungen werden in einem einzigen Nebensatz erwähnt und von Guido Blumer (der Verleger, dessen Winterthurer <a href="http://www.stadtblatt.ch/" target="_blank">Stadtblatt 2008 Pleite ging</a>) als «These» bezeichnet, die «sich die helvetischen Medienschaffenden gegenseitig» abschreiben. Auch das sind BaZ-typische Methoden: Man schiesst gegen die angebliche Bildungselite und die angeblich linken Journalisten. Anerkannte Tatsachen (so zum Beispiel auch der Klimawandel) werden zu blossen Hypothesen degradiert.</p>
<p>In der Samstagsausgabe meldet sich schliesslich auch noch der grosse Zampano selbst zu Wort: Dieses Mal <a href="http://bazonline.ch/ausland/amerika/Das-Streben-nach-Glueck/story/25962540" target="_blank">verteidigt er Mitt Romneys Aussage</a> von den Obama-Wählern als 47 Prozent Sozialschmarotzern. Das Sozialsystem, so Somm, führt dazu «dass eine Minderheit der Besitzenden und Reichen von einer Mehrheit auf demokratischem Weg nach und nach enteignet wird». Die Reichen, so Somm, werden übervorteilt und erpresst, das Monster Sozialstaat zerreisst den Zusammenhalt der Gesellschaft. Einmal mehr scheint das verquere Weltbild des Markus Somm durch: Wer nicht reich ist, ist für ihn ein Sozialschmarotzer. Auf krasse Weise betreibt Somm Klassenkampf von oben. Seine Botschaft ist klar: Die Reichen sind die rechtmässige Elite, eigentliche Heilsbringer, welche durch den demokratischen Pöbel bedroht werden. Pflichten gegenüber der Gesellschaft scheinen nur die Armen zu haben. Der Milliardärsgünstling Somm stellt demokratische Prinzipien offen in Frage.</p>
<p>Natürlich gibt es bei der BaZ auch weiterhin Journalisten, welche nicht die Sommsche Ideologie vertreten: Linke Politiker kommen in Kolumnen zu Wort und im Regionalteil arbeiten durchaus noch einige SVP-kritische Leute. Diese lässt man aber hauptsächlich über das Tagesgeschehen schreiben, um so eine Meinungsvielfalt innerhalb der Zeitung vorzugaukeln: eine Feigenblattpolitik, wie man sie von der «Weltwoche» her bereits kennt. Die für Somm wichtigen Themen werden durch Linientreue beackert: Hauswirth schreibt über Gewalt, Bahnerth über Freiheit, Gafner über die Armee und der Chefredaktor fasst in seiner samstäglichen Predigt noch einmal alles zusammen. Durch ständige Wiederholung derselben Litaneien sollen die Leser auf Kurs gebracht werden.</p>
<p>Seit Anfang Jahr erscheint die BaZ zudem auch am Sonntag, ohne dass dafür zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden wären: ein Abfallverwertungsprodukt voller Belanglosigkeiten, welches allein dem Aufblasen der Auflage dient. In Wirklichkeit verliert die BaZ weiterhin <a href="http://www.werbewoche.ch/baz-auflage-im-freien-fall" target="_blank">Abonnenten und Auflage</a>. Immer häufiger trifft man auch politisch interessierte Basler, welche die einstige Monopolzeitung gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Gleichzeitig scheint auch Somms nationaler Plan nicht aufzugehen. Die BaZ hat es nicht zur landesweit gelesenen Rechtszeitung gebracht. Wer diese Art von Journalismus will, bevorzugt die Weltwoche, wo die Journalisten fähiger sind und das Blatt mit einer gefälligen Aufmachung zur Lektüre animiert. Die BaZ dagegen serbelt in Basel vor sich hin und befindet sich auf dem besten Weg in die Bedeutungslosigkeit.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/10/03/auf-dem-weg-in-die-bedeutungslosigkeit/">Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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