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	<title>Online-Journalismus | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 05 Apr 2022 08:58:59 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>Wie sieht junger Investigativjournalismus aus?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/04/05/wie-sieht-junger-investigativjournalismus-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2022 08:58:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Isabell Beer wollte eigentlich «nur» Investigativjournalistin werden – bis sie merkte, wie hoch die Hürden gerade für Frauen sind, die nicht ins klassische Bild passen. Fast gab sie auf. Inzwischen ist sie auch ohne Studium eine der gefragtesten Undercover-Rechercheurinnen in Deutschland und macht auf Missstände, Doppelmoral und Sexismus innerhalb der Branche aufmerksam.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Isabell Beer wollte eigentlich «nur» Investigativjournalistin werden – bis sie merkte, wie hoch die Hürden gerade für Frauen sind, die nicht ins klassische Bild passen. Fast gab sie auf. Inzwischen ist sie auch ohne Studium eine der gefragtesten Undercover-Rechercheurinnen in Deutschland und macht auf Missstände, Doppelmoral und Sexismus innerhalb der Branche aufmerksam.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/04/05/wie-sieht-junger-investigativjournalismus-aus/">Wie sieht junger Investigativjournalismus aus?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>«Der Journalismus muss sein Erscheinungsbild im Internet überdenken»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/06/22/der-journalismus-muss-sein-erscheinungsbild-im-internet-ueberdenken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2020 08:36:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Klassische journalistische Medien beschädigen mit ihren Inhalten in sozialen Netzwerken oft ihre Glaubwürdigkeit. Interview mit Dr. Sascha Hölig, Leibniz-Institut für Medienforschung</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/06/22/der-journalismus-muss-sein-erscheinungsbild-im-internet-ueberdenken/">«Der Journalismus muss sein Erscheinungsbild im Internet überdenken»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Klassische journalistische Medien beschädigen mit ihren Inhalten in sozialen Netzwerken oft ihre Glaubwürdigkeit. Interview mit Dr. Sascha Hölig, Leibniz-Institut für Medienforschung </p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/06/22/der-journalismus-muss-sein-erscheinungsbild-im-internet-ueberdenken/">«Der Journalismus muss sein Erscheinungsbild im Internet überdenken»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie zwei junge Online-Magazine an Geld für ihre Recherchen kommen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/09/28/wie-zwei-junge-online-magazine-an-geld-fuer-ihre-recherchen-kommen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2016 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was tut eine junge Generation von Journalisten, der seit ihren ersten Artikeln der Niedergang der Zeitungs-Verlage prophezeit wird? Ganz einfach: Sie sucht sich neue Wege, um ihr Publikum zu erreichen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/09/28/wie-zwei-junge-online-magazine-an-geld-fuer-ihre-recherchen-kommen/">Wie zwei junge Online-Magazine an Geld für ihre Recherchen kommen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was tut eine junge Generation von Journalisten, der seit ihren ersten Artikeln der Niedergang der Zeitungs-Verlage prophezeit wird? Ganz einfach: Sie sucht sich neue Wege, um ihr Publikum zu erreichen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/09/28/wie-zwei-junge-online-magazine-an-geld-fuer-ihre-recherchen-kommen/">Wie zwei junge Online-Magazine an Geld für ihre Recherchen kommen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Schweizer Medien: Geld für 500 Online-Journalisten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/21/schweizer-medien-geld-fuer-500-online-journalisten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 May 2016 20:05:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Schweizer Markt für Online-Journalismus wächst zwar, doch die Einnahmen sind bis jetzt knapp. Die Online-Werbung bringt rund achtzig Millionen Franken ein.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schweizer Markt für Online-Journalismus wächst zwar, doch die Einnahmen sind bis jetzt knapp. Die Online-Werbung bringt rund achtzig Millionen Franken ein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/21/schweizer-medien-geld-fuer-500-online-journalisten/">Schweizer Medien: Geld für 500 Online-Journalisten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Im Hype-Hamsterrad</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/03/05/im-hype-hamsterrad/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2016/03/05/im-hype-hamsterrad/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Casper Selg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Mar 2016 08:22:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienethik]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsethik]]></category>
		<category><![CDATA[Hype]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer am lautesten und am längsten schreit, hat gewonnen: Ein Journalismus, der sich nur noch an Konkurrenz, Tempo und Quote orientiert, verdrängt zunehmend leisere und differenziertere Töne. Wie Medienhypes den Blick aufs Wesentliche verstellen und gesellschaftlich gefährliche Folgen zeitigen. Casper Selg, langjähriger Radiojournalist, über fehlende Verantwortung und Ethik im Journalismus. «Nach Köln wird nichts mehr <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/05/im-hype-hamsterrad/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/05/im-hype-hamsterrad/">Im Hype-Hamsterrad</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer am lautesten und am längsten schreit, hat gewonnen: Ein Journalismus, der sich nur noch an Konkurrenz, Tempo und Quote orientiert, verdrängt zunehmend leisere und differenziertere Töne. Wie Medienhypes den Blick aufs Wesentliche verstellen und gesellschaftlich gefährliche Folgen zeitigen. Casper Selg, langjähriger Radiojournalist, über fehlende Verantwortung und Ethik im Journalismus.<br />
<span id="more-26862"></span><br />
«Nach Köln wird nichts mehr sein wie es war» lautete der Endzeit-Stimmungs-Titel eines Kommentars im seriösen Deutschlandfunk. «Köln», die sexuellen Übergriffe «begangen von über tausend» (?) maghrebinischen Tätern, führte – einmal mehr – in fast allen Medien zu Super-Superlativen. Die Deutschen Talkshows suchten – einmal mehr – gar nicht mehr nach anderen Themen. Alle machten – einmal mehr – dasselbe. Was denn sonst? Die Online-Zugriffe und die Quoten stimmten schon bestens als noch längst nicht alle Fakten auf dem Tisch lagen.</p>
<p>Es wurde wieder einmal losgezogen, von allen, flächendeckend. Und wer nicht schnell genug mitzog, weil eben noch Fakten fehlten, stand im Verdacht, Schreckliches verschweigen zu wollen. Das Thema: ernst und schwierig. Die Dosis: immens. Wer hoffte, dass erst mal die Fakten geklärt werden bevor man die ganz grossen Keulen schwingt, wurde einmal mehr enttäuscht. Und das mit Grund. Und das nicht erst seit «Köln».</p>
<p>Denn es geht nicht einfach um ein medienethisches Problem. Solche Hypes sind primär ein ökonomisches Phänomen. Kein vollkommen neues, nota bene: Soweit Medien sich über den Markt finanzieren, müssen sie rentieren um zu existieren. Quote, Auflage und – hier kommt der Unterschied zu früher – auch Online-Zugriffe. Der Zwang der Online-Medien, 24 Stunden am Tag berichten , prägt heute die gesamte Berichterstattung.</p>
<p>Wenn ein Thema gut «läuft», dann schiebt man sofort weiteres Material nach, hält die Click-Zahlen hoch, egal ob man wirklich mehr geprüfte und verlässliche Informationen vorliegen hat, egal ob sich das journalistisch rechtfertigt. Und alle übrigen Medien folgen sofort in der gleichen Logik. Das Resultat ist der Hype, eine künstliche, riesige News Blase, die wegen ihrer schieren Grösse mit der Realität, die eine Redaktion abbilden sollte, nicht mehr viel zu tun hat. Und der Hype ist mehr als nur ein ökonomisches und medienethisches Thema. Er ist in seiner Wirkung vor allem ein immer grösseres gesellschaftliches und politisches Problem.</p>
<p>Besonders eindrücklich und ebenso bedenklich zeigt der Umgang der Medien mit der fremdenfeindlichen «Pegida»-Bewegung, wie ein Hype entsteht. Vor eineinhalb Jahren bestand «Pegida» aus einem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lutz_Bachmann" target="_blank">Neo-Nazi-Sympathisanten und Straftäter, Lutz Bachmann</a>, der sich als braver Bürger und Unternehmer darstellte, der vor Überfremdung und Ausländerkriminalität warnte. Plus einigen hundert Verirrten, die das – in grosser Furcht – alles glaubten, obwohl sie in Dresden leben, einer Stadt praktisch ohne Ausländer. Pegida gab es monatelang nur klein und nur in Dresden.</p>
<p>Aber alle nationalen Medien berichteten während Monaten, ohne Pause, wöchentlich von diesen Pegida «Montagsdemonstrationen». Erst später, zu Beginn des Jahres 2015, entstanden nach all diesen Berichten aus Dresden auch Ableger in Duisburg, Düsseldorf, Leipzig und an anderen Orten. Zunächst unbedeutend. Heute nicht mehr. Die Organisation, welche die Medien ständig als «Lügenpresse» beschimpft, verdankt ihren Stellenwert genau diesen Medien.</p>
<p>Die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Hypes zeigen sich in Deutschland an unzähligen weiteren Beispielen von Berichterstattungen, die quantitativ und inhaltlich weit über das journalistische (nicht aber das wirtschaftliche!) Ziel hinausschossen: Etwa dem ohrenbetäubenden Lärm um den angeblichen <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/stern-portraet-ueber-rainer-bruederle-der-herrenwitz-3116542.html" target="_blank">Sexismus-Skandal des FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle</a>, welcher diesen politisch erledigte.</p>
<p>Ähnliches bei Jürgen Trittin, der – kurz vor der letzten Bundestagswahl – praktisch <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-09/trittin-gruene-paedophilie" target="_blank">zum Pädophilen heruntergemacht wurde</a> wegen eines dämlichen Pamphlets, das er gut drei Jahrzehnte zuvor mitunterschrieben hatte. Dieses mediale Geschrei kostete die Grünen in der Folge die Oppositionsführerschaft. Mit Bundespräsident Wulff verlor nach einem halbjährigen Hype bereits der zweite Bundespräsident innert kurzer Zeit seinen Job.</p>
<p>Die Reihe lässt sich verlängern: Alles Fälle von flächendeckender journalistischer Aufregung. Von Hype. Das meiste enthielt zwar legitime Fragestellungen, aber die rechtfertigten nie das Mass und die Aufgeregtheit in der Berichterstattung. Die war nicht inhaltlich, sondern primär wirtschaftlich bedingt. Und sie hatte in jedem einzelnen Fall konkrete politische Auswirkungen.</p>
<p>Ein Faktor, welcher die Tendenz zum Hype heute weiter verstärkt, ist der Einfluss der «sozialen» Medien. Das zeigen all diese Fälle. Speziell die «Stern»-Geschichte zu Brüderle: Noch bevor viel mehr bekannt war als die reine Darstellung seitens des Opfers im besagten «Stern»-Artikel (die betroffene Frau den Artikel selber schreiben zu lassen, war journalistisch allein schon fragwürdig), entstand auf Twitter der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aufschrei" target="_blank">Hashtag #aufschrei</a>. Eine Plattform auf der sich Frauen – verständlicherweise hochemotional – über sexuelle Belästigung beklagten und austauschten. Zu Tausenden. Das wiederum wurde zum regelmässigen Gegenstand der Online Berichterstattung über Brüderle («was sagt das Netz?» Im Sinne von «was sagt das Publikum»? Als ob das gleichgestellt werden könnte). Unter dem Obertitel «Brüderle» entstand so ein gewaltiger monatelang anhaltender Aufschrei, der mit diesem Mann und seinem Verhalten nur noch ganz wenig zu tun hatte, ihn aber schliesslich politisch erdrückte. Und mit ihm die FDP, die flog nicht zuletzt wegen dieser Endlos-Geschichte aus dem Bundestag.</p>
<p>Aufschreie in den «sozialen» Medien sind zur Regel geworden, genauso wie die darauf folgende Wechselwirkung, das Aufschaukeln, das sich im Zusammenspiel mit den Online-Newsseiten ergibt: Diese ziehen Themen zuerst möglichst emotional an. Entsprechend laut geht es dann in den Kommentarspalten los. Und das wird dann wieder zum Gegenstand der Online-Berichterstattung. Und schliesslich auch in der Zeitung. Der Ton auf dieser öffentlichen Bühne steigert sich stetig bis zum lauten Pfeifton. Dem Hype.</p>
<p>Es gibt Beispiele ohne Zahl. Etwa jüngst ein Artikel auf focus.de über tausende von Polizeieinsätzen wegen Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen. Titel: «Diebstahl und Körperverletzung: 78&#8217;000 Polizeieinsätze in Asylunterkünften in NRW in 2015». Der Titel schreit einen Skandal heraus, was im Kommentarbereich und auf Facebook sofort in eine schreckliche Hetze gegen Flüchtlinge und Ausländer mündet.</p>
<p>Das Blog Mobilegeeks.de hat <a href="http://www.mobilegeeks.de/artikel/focus-online-journalistischer-untergang-des-abendlandes/?platform=hootsuite" target="_blank">den Fall etwas genauer angeschaut</a>. Da erfährt man, dass der Sachverhalt sich in der Realiät anders darstellt. Dass die Verhältnisse in diesen Asyl-Unterkünften laut Polizei vergleichsweise harmlos seien und die erwähnten tausende Einsätze vor allem aus Kontrollfahrten bestehen um Gewalt GEGEN Asylbewerber zu verhindern.</p>
<p>Die Schlagzeile soll die Emotion wecken, die zum Anklicken des Artikels führt. In Tat und Wahrheit werden aber häufig Emotionen geschürt und bestätigt, die weit über den Moment hinaus Wirkung haben.</p>
<p>Der Hype ist längst nicht mehr nur ein medienethisches Problem. Er birgt in immer mehr Fällen gesellschaftlichen Sprengstoff.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/05/im-hype-hamsterrad/">Im Hype-Hamsterrad</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Mit Vollgas in die Vertrauenskrise</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/05/21/mit-vollgas-in-die-vertrauenskrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2015 12:46:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Moser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Schnell ist nicht schnell genug: Erstmals berichten Arbeiter in Newsfabriken, wie haarsträubend heute Journalismus produziert wird.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/21/mit-vollgas-in-die-vertrauenskrise/">Mit Vollgas in die Vertrauenskrise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schnell ist nicht schnell genug: Erstmals berichten Arbeiter in Newsfabriken, wie haarsträubend heute Journalismus produziert wird.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/05/21/mit-vollgas-in-die-vertrauenskrise/">Mit Vollgas in die Vertrauenskrise</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schafft den Online-Journalismus ab</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/09/16/schafft-den-online-journalismus-ab/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2014 07:27:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Herbst 1994 gingen die ersten Medien online. Die Leser haben seitdem alles bekommen, was sie sich nie vorgestellt hatten. Jetzt müssen sie lernen, mit dieser Informationsvielfalt richtig umzugehen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/16/schafft-den-online-journalismus-ab/">Schafft den Online-Journalismus ab</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Herbst 1994 gingen die ersten Medien online. Die Leser haben seitdem alles bekommen, was sie sich nie vorgestellt hatten. Jetzt müssen sie lernen, mit dieser Informationsvielfalt richtig umzugehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/09/16/schafft-den-online-journalismus-ab/">Schafft den Online-Journalismus ab</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In ihrem Reich soll die Sonne nie untergehen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/08/14/in-ihrem-reich-soll-die-sonne-nie-untergehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Adrian Lobe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Aug 2013 10:47:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Maghreb]]></category>
		<category><![CDATA[Nordafrika]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Arianna Huffington]]></category>
		<category><![CDATA[Huffington Post]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Huffington Post schickt sich an, eine der grössten Medienmarken auf der Welt zu werden. Kürzlich erfolgte die Gründung eines französischsprachigen Ablegers im Maghreb, im Herbst soll es in Deutschland losgehen. «Marhaba», begrüsste Arianna Huffington in einem Blogeintrag die Leser und informierte über die Gründung der «Al Huffington Post» im Maghreb. «Der Launch kommt in <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/14/in-ihrem-reich-soll-die-sonne-nie-untergehen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Huffington Post schickt sich an, eine der grössten Medienmarken auf der Welt zu werden. Kürzlich erfolgte die Gründung eines französischsprachigen Ablegers im Maghreb, im Herbst soll es in Deutschland losgehen.<br />
<span id="more-15491"></span><br />
«Marhaba», begrüsste Arianna Huffington in einem Blogeintrag die Leser und informierte über die Gründung der <a href="http://www.huffingtonpost.com/arianna-huffington/introducing-al-huffington-post-maghreb_b_3492847.html " target="_blank">«Al Huffington Post» im Maghreb</a>. «Der Launch kommt in einer Zeit, in der die Maghreb-Region (…) eine seismische Transformation vollzieht – sozial, politisch und ökonomisch», schreibt die HuffPo-Gründerin in ihrem Editorial. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arianna_Huffington" target="_blank">Arianna Huffington</a>, gebürtige Griechin, machte sich den 1980er Jahren als konservative Kolumnistin in den USA einen Ruf, ehe sie sich in den 1990er Jahren den Demokraten zuwandte. Ihr Projekt «Huffington Post», das anfangs von der Presse müde belächelt wurde, machte sie zu einem publizistischen Schwergewicht.</p>
<p>Der Erfolg der «HuffPo» gründet auf einer Mischung aus Aggregation fremder Inhalte mittels Verlinkung auf Medienangebote, Blogs bekannter Gastautoren sowie selber produzierten Storys. «Als journalistischer Abnehmer und Blogger-Plattform werden wir die wichtigsten Geschichten der Region erzählen, und gleichzeitig die Leute des Maghreb einladen, ihre Geschichten selbst zu erzählen», verspricht Huffington. «Die Umbrüche in der Region haben eine neue Generation von Bürgern geschaffen, die von den all den neuen Möglichkeiten elektrifiziert sind.» In Tunesien sind im Juni die ersten Redaktionsräume der «Al HuffPo» eröffnet worden. Darin steckt auch eine gewisse Symbolik – in dem nordafrikanischen Land begann 2011 der Arabische Frühling.</p>
<p>Der Launch eines französischsprachigen Ablegers im Maghreb ist folgerichtig. Die Huffington Post expandiert weltweit. In acht Ländern (u.a. Kanada, Spanien, Italien, Frankreich, Grossbritannien) ist die Plattform bereits präsent, weitere sollen folgen. Im Herbst ist der Start einer deutschsprachigen Ausgabe geplant. Im Mai hatte die HuffPo ihre letzte Dependance in Japan eröffnet. Derzeit hat der Internetdienst allein in den USA 46 Millionen Nutzer pro Monat – mehr als die «New York Times». Und in Frankreich liegt die Huffington Post mit knapp zwei Millionen «unique visitors» an der Spitze der reinen Internetzeitungen und übertrifft damit die einheimischen Branchenleader rue89 oder Mediapart.</p>
<p>Nach dem Verkauf der «Huffington Post» an AOL für 315 Millionen Dollar im Jahr 2011 ist die Redaktion kontinuierlich aufgestockt worden. 700 Mitarbeiter arbeiten momentan in der Zentrale der Online-Zeitung an der New Yorker Lower East Side. Die Nachrichtenredaktionen werden von den erfahrenen Zeitungs-Veteranen Tim O’Brian («New York Times») und Peter Goodman («Washington Post») geleitet. Jimmy Maymann, CEO der Huffington Post Media Group, sagte mit Blick auf die neue Redaktion in Tunesien: «Es muss sich rentieren.» Der Maghreb habe 100 Millionen Einwohner, es sei eine eigenständige Region und die kulturelle Affinität zu Frankreich, wo man ja schon präsent ist, hoch. Der Maghreb als Markt. Wenn man Maymann zuhört, könnte man meinen, hier spricht kein Medienmacher, sondern der Manager eines Grosskonzerns. Immer wieder ist von «Synergien» und «Ressourcenbündelung» die Rede «Die Al HuffPo kombiniert traditionelle News und Konversationen hinter den Kulissen und bringt sie an einem Ort zusammen», so Maymann.</p>
<p>Als Chefredakteur für den tunesischen Ableger konnte Kader A. Abderrahim gewonnen werden, ein erfahrener Politikwissenschaftler des Institut de Relations Internationales et Stratégiques (ISRI) in Paris. Seine Stellvertreterin ist die Menschenrechtsaktivistin Houeida Anouar. Die Redaktionsgemeinschaft (die Standorte in Marokko und Algerien sollen Ende des Jahres eröffnet werden) besteht vorerst aus acht bis zehn festangestellten Redakteuren.</p>
<p>Die Al Huffington Post wirkt auf den ersten Blick wie eine abgespeckte Version der Hauptausgabe. Sie wurde auf die Rubriken Politik, Wirtschaft, International, Kultur und Sport reduziert (die HuffPo in den USA hat deutlich mehr Sparten, von Technik und Gesundheit bis hin zu lokalen News in Los Angeles oder Miami). Für eine französischsprachige Seite im Maghreb ist das Angebot dennoch relativ üppig. Es gibt eine Titelgeschichte, laufend aktualisierte Meldungen sowie Meinungsstücke.</p>
<p>Die Themenvielfalt ist wohl das grösste Plus der Al HuffPo. Verglichen mit den französischsprachigen Tageszeitungen im Maghreb (etwa «Le Matin» in Marokko, «El Watan» in Algerien oder «Le Temps» in Tunesien) sind die Beiträge umfassender und ausgewogener. Die Inhalte kommen zudem nicht so verstaubt daher. Ansprechende Bildstrecken (hier profitiert die Al HuffPo eindeutig vom Mutternetzwerk) werden von faits divers (Rotwein im Ramadan) und Videobeiträgen ergänzt.</p>
<p>Herausgeberin und Übermutter Arianna Huffington verkündete hehre Ziele für ihren jüngsten Ableger: «Es gibt eine riesige Chance für die Al Huffington Post Maghreb, einen Teil zur Konsolidierung der jungen Demokratie in der Region beizutragen», schreibt sie. Fraglich ist, ob eine diskursive Veredelung des politischen Prozesses auch zu dessen Stabilität beiträgt. Es wäre vermessen zu sagen, dass eine Online-Zeitung die politischen Gräben im Maghreb zuzuschütten vermag. Zumal die Resonanz mit durchschnittlich 20 Facebook-Likes oder Tweets pro Beitrag relativ gering ist. Ein Massenmedium ist die Al HuffPo (noch) nicht.</p>
<p>Die Titelgeschichte («Ägypten in der Sackgasse») entpuppt sich als AFP-Meldung. Und die reisserisch aufgemachte Überschrift «Spannungen in der Ennahda» (Regierungspartei in Tunesien) erweist sich als Reproduktion einer Pressemeldung der Partei. Von Recherche keine Spur. Es ist oftmals die Hülle, die bei der HuffPo für Furore sorgt. Das war auch schon bei der legendären Überschrift «Wann beginnt der Superbowl?» so, wo im Text lediglich die Anfangszeit stand, die Seitenmacher aber geschickt antizipierten, dass die Internetnutzer das Suchwort «Super Bowl» googelten und so auf die Huffington Post gelenkt würden. Die Stärke der «Al HuffPo» erwächst aus den Gastbeiträgen. Hier findet man tiefschürfende Analysen, etwa über die Datenerhebung bei der Arbeitslosenstatistik in Tunesien oder die Rolle der Frauen unter Staatspräsident Bourguiba.</p>
<p>Doch das ist gleichsam einer der Kritikpunkte. Zum Konzept der HuffPo gehört nämlich, dass sie hauptsächlich von unbezahlten Autoren oder – um es im Managerjargon auszudrücken – «kostenneutralen Content-Produzenten» getragen wird. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier geht auf seinem Blog mit der Onlinezeitung scharf ins Gericht: «Die Huffington Post überrollt andere Medien nicht. Sie beutet sie systematisch aus. Einen Grossteil ihrer Nachrichtenschlagzeilen klaubt Huffingtons Crew einfach aus anderen Medien zusammen – viele davon sind die Online-Ausgaben traditioneller Tageszeitungen.» Springer-Chef Mathias Döpfner sagte, die HuffPo sei das «Anti-Geschäftsmodell des Journalismus». Der Axel Springer Verlag hatte sich wiederholt gegen die Gratiskultur gewandt und gilt in Deutschland als Vorreiter bei der Einführung von Bezahlmodellen.</p>
<p>Die Frage, wie Verlagshäuser Geld im Internet verdienen können, ist nicht zuletzt durch den Verkauf der Washington Post an den Amazon-Gründer Jeff Bezos und die Trennung des Springer-Konzerns von seinen Regionalblättern virulent geworden. Brisant ist auch, dass das Portal von der Burda-Tochter Focus Tomorrow, einem Hauptkonkurrenzen Springers, betrieben wird. Arianna Huffington konterte die Kritik im Handelsblatt: «Das mögen theoretische Bedenken sein, in der Praxis kommt das nicht vor. Wenn Sie eine starke Geschichte haben, wollen Sie, dass wir Sie aggregieren und auf Ihre Geschichte mit einem Link verweisen. Wir verschaffen Ihnen so mehr Klicks. Und jeder Journalist will doch, dass er von so vielen Leuten wie möglich gelesen wird, oder?» In der Welt der Netzwerkerin gibt es nur Win-Win-Situationen.</p>
<p>Ariana Huffington schmiedet Pläne, weitere Redaktionen in Brasilien, Russland, Indien und Australien zu eröffnen. Die HuffPo-Gründerin sei auf dem Weg, «einflussreichste Journalistin des Planeten zu werden, Herrin über ein Medienreich, in dem die Sonne buchstäblich nicht mehr untergeht», schrieb der Spiegel im Mai. Pünktlich zur Bundestagswahl im September soll der deutsche Ableger der HuffPo gestartet werden. Gut möglich, dass Arianna Huffington ihre Leser dann mit einem «Guten Morgen» begrüsst.</p>
<p><small>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/c2mtl/" target="_blank">Flickr/Charles William Pelletier @ C2-MTL</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank">(CC BY 2.0) </a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/14/in-ihrem-reich-soll-die-sonne-nie-untergehen/">In ihrem Reich soll die Sonne nie untergehen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Wir recherchieren gegen unsere politischen Präferenzen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/03/14/wir-recherchieren-gegen-unsere-politischen-praeferenzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marco Metzler]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2013 08:06:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumbien]]></category>
		<category><![CDATA[La Silla vacia]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das unabhängige Nachrichtenportal «La Silla Vacía» (dt. der leere Stuhl) hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Machtverhältnisse in Kolumbien journalistisch zu hinterfragen und tut dies mittels innovativer Erzählformen und hohem Qualitätsbewusstsein. Wer wissen will, was in Kolumbien tatsächlich vor sich geht, muss nicht die klassischen Medien lesen, sondern das Internet-Portal «La Silla Vacía». Was <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/14/wir-recherchieren-gegen-unsere-politischen-praeferenzen/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das unabhängige Nachrichtenportal «La Silla Vacía» (dt. der leere Stuhl) hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Machtverhältnisse in Kolumbien journalistisch zu hinterfragen und tut dies mittels innovativer Erzählformen und hohem Qualitätsbewusstsein.<br />
<span id="more-13114"></span><br />
Wer wissen will, was in Kolumbien tatsächlich vor sich geht, muss nicht die klassischen Medien lesen, sondern das Internet-Portal <a href="http://www.lasillavacia.com/" target="_blank">«La Silla Vacía»</a>. Was hat es mit dem «leeren Stuhl» auf sich? Ein Blick auf die Website und die Lektüre <a href="http://www.lasillavacia.com/page/26172/preguntas-frecuentes/" target="_blank">von Interviews</a> mit Direktorin und <a href="http://www.lasillavacia.com/users/juana" target="_blank">Gründerin Juanita León</a> zeigen schnell, dass das kleine aber feine Portal nicht nur in Sachen publizistischer Unabhängigkeit, sondern auch was innovative Erzählformate und zeitgemässen Onlinejournalismus betrifft, den grossen Medienhäusern einiges voraushat.</p>
<p><strong>Gegen die eigenen Vorurteile recherchieren</strong><br />
Die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Juanita_Le%C3%B3n" target="_blank">Juristin León</a> hat ihr Internetportal 2009 gegründet. Sie wollte alleine für alles verantwortlich sein, was sie veröffentlicht. «Ich glaube, dass der kolumbianische Journalismus – mit vielen Ausnahmen – sich zu stark auf die Weitergabe der Bekundungen der Mächtigen beschränkt, ohne den Kontext mitzuliefern. Die Journalisten glauben zu stark an das Märchen, das ihnen aufgetischt wird. Sie haben nicht wirklich eine eigene Agenda.» Anders bei ihrem Portal: «Das Ziel von ‚La Silla Vacía‘ ist es von einem journalistischen Standpunkt aus zu erzählen, wie und von wem in Kolumbien Macht ausgeübt wird. Wir können dabei frei und nicht beschönigend über alles berichten, was wir wissen, weil wir weder mächtige Freunde noch ökonomische Interessen haben, die unsere Geschichten beeinträchtigen können.»</p>
<p>Juanita León wollte einen Beitrag leisten, dass die Kolumbianer besser verstehen, wie ihr Land funktioniert. Der «leere Stuhl» ist eine Anspielung auf verschiedene Momente der kolumbianischen Innenpolitik. Gleichzeitig soll der Name bei den Lesern Neugierde wecken: Wer wohl auf dem leeren Stuhl Platz nimmt? «La Silla Vacía» war von León als Informations- und Debattier-Plattform für alle «modernen» Kolumbianer geplant, die an die Werte der Verfassung von 1991 – «unser ideologischer Leuchtturm» – glauben. Ihr Ziel dabei war es, besseren Journalismus als das <a href="http://www.semana.com/" target="_blank">Wochenmagazin «Semana»</a> zu machen, das laut León als Massstab für journalistische Qualität in Kolumbien gilt.</p>
<p>Am meisten Echo lösten laut León Recherchen aus, die  Landkäufe im grossen Stil unter die Lupe nahmen, oder die Auswirkungen von Megaprojekten wie beispielsweise Minen auf Umwelt und Gesellschaft sowie die Machtbeziehung zwischen Medien und Politik. «Diese Scharnierthemen zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor werden in den traditionellen Medien selten aufgenommen», so León.</p>
<p>Das Internet-Portal hat keine Verbindungen zu politischen Parteien. «Die einzelnen Journalisten haben durchaus ihre politischen Präferenzen», sagt León. Dem fügt sie ein nachahmenswertes Prinzip an: «Wir versuchen aber gegen unsere Vorurteile und Präferenzen zu recherchieren, um diese Verzerrung herauszufiltern.» Ein Grundsatz, den sich gerade jene Journalisten zu Herzen nehmen könnten, die vor allem recherchieren und schreiben, um eigene Vorurteile und Präferenzen weiter zu zementieren und zu verbreiten.</p>
<p>Die Techniken, um die Unabhängigkeit zu bewahren, sind laut León diejenigen des guten Journalismus: «Wir haben eine objektive Methode, um Daten zu verifizieren, recherchieren gegen unsere Vorurteile an, machen keine Geschichten aus nur einer Quelle, rufen alle Seiten einer Geschichte an und recherchieren so lange, bis wir von dem überzeugt sind, was geschehen ist. Wir nehmen weder Geschenke noch Einladungen von unseren Quellen an.» Ob León und ihr Team diesen Kodex immer einhalten, kann ich nicht beurteilen. Dennoch sollte sich jeder Journalist immer wieder fragen, inwieweit er solche Prinzipien im Berufsalltag verfolgt oder noch verfolgen kann.</p>
<p>«La Silla Vacía» ist der Regierung gegenüber kritisch. León ist überzeugt, dass der Journalismus ein Gegengewicht zur Macht darstellen muss. «Anstatt der Macht mit Geschichten zu schmeicheln, wollen wir sie in Schach halten.» Eine eigentliche Strategie verfolgt sie dabei nicht. Es gebe nur die Verpflichtung, alles was man wisse, zu erzählen und alles man erzähle, zu wissen.</p>
<p><strong>Erfolgreiche Personendatenbank</strong><br />
Das Portal sei erfolgreich, weil es ein Vakuum gefüllt habe, das im Bereich der politischen Information bestanden habe. «Wir wiederholen nicht einfach, was das Radio oder die grösste Tageszeitung des Landes <a href="http://www.eltiempo.com/" target="_blank">«El Tiempo»</a> sagt, sondern recherchieren und produzieren eigenständige Inhalte.»</p>
<p>León sieht ihr Portal als Laboratorium für Experimente über die Möglichkeiten und die Grenzen des Journalismus im neuen Jahrhundert. «Unsere <a href="http://www.lasillavacia.com/quienesquien" target="_blank">Personendatenbank ‚Quién es quién‘</a> (‚Wer ist Wer‘) beispielsweise ist sehr erfolgreich und hat sich rasch zu einer umfassenden Datenbank über öffentliche Personen Kolumbiens entwickelt.»</p>
<p>Neben klassischen Artikeln und Geschichten, schön gestalteten <a href="http://www.proyectorosa.com/" target="_blank">interaktiven Erzählformaten</a>, gibt es eine Rubrik «La Movida» (Die Bewegung) an dem wochentags die Redaktion eine Frage zu einem aktuellen Thema aufschaltet, die dann von Politikern, Analytikern und  Intellektuellen beantwortet werden. Die Leser können die Antworten «unterstützten» oder «ablehnen».</p>
<p>In den Blogs schreiben Experten, Organisationen und Intellektuelle über Wirtschaft, soziale Verantwortung oder Medien. Über das interaktive Tool <a href="https://urtak.com/" target="_blank">Urtak</a> können die Leser Fragen stellen und diese auch beantworten. Der Redaktion dient das Werkzeug, um Meinungstendenzen auf dem Portal zu messen. Live-Berichterstattung via Twitter nennt die Redaktion «Twitterazos». Der Kurznachrichtendienst ist prominent in die Website integriert.</p>
<p>Bei «Querido diario» (Liebes Tagebuch) wird auf politischen Klatsch und Tratsch fokussiert. In «La Butaca» (Der Sessel) wird «das andere Kolumbien» in teilweise ironischer, ätzender Art oder aus einer unkonventionellen oder amüsanten Perspektive gezeigt. Auch mit <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=i3hnbeVXqsA" target="_blank">interaktiven Video-Chats</a> experimentiert Juanita León.</p>
<p><strong>Der Familie und den Stiftungen sei dank</strong><br />
Die Anschubfinanzierung für «La Silla Vacía» kam aus Leóns Familie und aus einer Spende der Open Society Foundations von Milliardär und Hedge-Funds-Manager George Soros. León hält 53 Prozent am Portal, zusammen mit ihrer Familie sind es 85 Prozent. Pro Monat erreicht «La Silla Vacía» eine Million Seitenansichten und 300‘000 sogenannte Unique Visitors.</p>
<p>Nach einem Jahr machte Werbung etwa 15 Prozent der Einnahmen aus. Der Rest stammt aus Bereichen, die nur indirekt mit der Site verknüpft sind: Workshops für digitale Alphabetisierung, Reden, Seminare, technische Beratung sowie internationale Kooperationen in spezifischen Projekten.</p>
<p>Die Seite ist noch nicht rentabel. Bis jetzt war León stark von Spenden der Nichtregierungsorganisationen abhängig. «Dies hat aber nach vier Jahren oft Grenzen. Dann sagen sie dir, dass sie dir nicht mehr helfen können, oder dass in Afrika ein grosses Problem aufgetaucht ist. All das macht unser Portal verletzlich. Deshalb versuchen wir neue kommerzielle Strategien zu entwickeln», erzählt León jüngst in einem Interview.</p>
<p>León hat acht Vollzeitstellen geschaffen. Neben ihr arbeiten vier Journalisten, eine Kreativ-Redaktorin, ein kaufmännischer Leiter, eine Verwaltungsassistentin und ein Webmaster beim Online-Portal. Hinzu kommt eine freischaffende Designerin. Tatsächlich arbeiten aber laut León rund 70 Personen mit, seien dies Meinungsführer, Blogger oder Leser, die in die Tasten greifen.</p>
<p>Auch finanziell stehen die Leser der Seite bei. Im vergangenen Jahr spendeten Leser 50 Mio. Pesos (rund 26&#8217;000 Franken), was laut León etwa den Kosten für den Betrieb eines Monats entspricht. Mittelfristig sollen – so hofft León – die Nutzer die Seite vollständig finanzieren.</p>
<p>Überhaupt steht bei León das Publikum im Mittelpunkt. Diese werden als Teil der Redaktion gesehen und nehmen am gesamten redaktionellen Prozess teil. Knapp ein Drittel der Geschichten würden von Lesern vorgeschlagen. Die Leser reagierten über die Kommentarfunktion, wenn es Fehler in einer Geschichte gebe oder die Perspektive falsch gewählt sei. Es herrscht Registrationspflicht, dafür erhalten die Leser eine eigene Profilseite.</p>
<p>Leser schreiben gar selbst Texte, die von der Community-Redaktorin redigiert und in der Nutzersektion publiziert werden. Leóns Hoffnung ist, dass die Nutzer ihr Portal in einigen Jahren nicht nur komplett finanzieren, sondern auch noch mehr Inhalte erstellen werden.</p>
<p><strong>Keine flächendeckende Meinungsfreiheit</strong><br />
Journalismus findet in Kolumbien unter härteren Rahmenbedingungen statt als anderswo. Das Land ist zweigeteilt. Ein Teil der Gebiete wird von der staatlichen Macht kontrolliert, in den anderen Teil dringen die Institutionen des Zentralstaats kaum vor. Diese Regionen befinden sich in der Hand von Paramilitärs und Guerillas, die sich beide über den Drogenanbau und -handel finanzieren und sich in ihrer Wesensart abgesehen von ideologischen und historischen Nuancen kaum unterscheiden.</p>
<p>Die zentrale Macht hat sich mit ihrer dezentralen Ohnmacht arrangiert. Die Verknüpfungen von offizieller Elite und inoffizieller Macht sind komplex. Entsprechend wichtig ist die Rolle der Medien als demokratisches Korrektiv. Doch die grossen Medienhäuser gehören den Eliten des Landes. «Teil des Privilegs, in Kolumbien mächtig zu sein, ist es, dass du auswählen kannst, was über dich gesagt wird und was nicht», erzählt León.</p>
<p>Hinzu kommt, dass die Meinungs- und Pressefreiheit in vielen Dörfern Kolumbiens nicht gewährleistet ist. Während in den staatlich kontrollierten Gebieten die Medienfreiheit funktioniert, stehen Lokaljournalisten in den Regionen immer noch den lokalen Mafias gegenüber, erzählt Juanita León.</p>
<p>In Bogotá fühlt sich León vom Staat beschützt. «Die Inlandsjournalisten aus der Hauptstadt, die nicht alles erzählen, was sie wissen, machen es nicht aus Angst um ihre Sicherheit, sondern weil ihre Chefs verhindern wollen, dass ihre Freunde und Werbekunden angegriffen werden könnten. In Bogotá verschweigen wir Journalisten viele Dinge, weil wir faul und feige sind oder aus der Gewohnheit, dass man gewisse Dinge nicht sagt», kritisiert León.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/03/14/wir-recherchieren-gegen-unsere-politischen-praeferenzen/">«Wir recherchieren gegen unsere politischen Präferenzen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Ein guter Online-Jahrgang</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/04/30/ein-guter-online-jahrgang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 13:20:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Journalistenpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Diamant]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Fargahi]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ Online]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Preis für Lokaljournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals wurde eine Online-Arbeit mit dem Schweizer Preis für Lokaljournalismus ausgezeichnet. Gewinner eines «Diamanten» ist ein Blog von NZZ Online mit einer Langzeitbeobachtung aus einem Aargauer Migrantenquartier. Auffällig: Anders als in den Kategorien Print, Radio und TV zeichneten sich die nominierten Online-Arbeiten durch einen vergleichsweise engen lokalen Fokus aus. Im zweiten Anlauf hat es geklappt: <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/30/ein-guter-online-jahrgang/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/04/diamant.jpg" alt="" width="118" height="83" /> Erstmals wurde eine Online-Arbeit mit dem Schweizer Preis für Lokaljournalismus ausgezeichnet. Gewinner eines «Diamanten» ist ein Blog von NZZ Online mit einer Langzeitbeobachtung aus einem Aargauer Migrantenquartier. Auffällig: Anders als in den Kategorien Print, Radio und TV zeichneten sich die nominierten Online-Arbeiten durch einen vergleichsweise engen lokalen Fokus aus.<br />
<span id="more-30469"></span><br />
Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Nachdem die Jury* vor einem Jahr <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/09/potenzial-noch-nicht-erkannt/">keine Online-Arbeit für preiswürdig gehalten hatte</a>, gab es am vergangenen Freitag erstmals einen <a href="http://www.dermedienpreis.ch/" target="_blank">«Diamanten»</a> für lokalen Online-Journalismus. Gewonnen hat die mit 20&#8217;000 Franken dotierte Auszeichnung <a href="https://twitter.com/#!/nfargahi" target="_blank">Nina Fargahi</a>. Die Journalistin und Politikwissenschaftlerin<a href="http://migration.blog.nzz.ch/" target="_blank"> berichtet für NZZ Online</a> ein Jahr lang aus dem Wyde-Quartier im aargauischen Birr, wo die Autorin selber aufgewachsen war. Im Zentrum stehen die Bewohnerinnen und Bewohner der Hochhaussiedlung, die grösstmehrheitlich über keinen Schweizer Pass verfügen. Mit ihren nüchternen Beobachtungen, die sie multimedial inszeniert, setzt die Autorin einen Kontrapunkt zur oft aufgeregten Medienberichterstattung über Migrationsthemen.</p>
<p>Wie der Gewinnerbeitrag zeichnen sich auch die beiden anderen nominierten Arbeiten in der Online-Kategorie durch einen engen lokalen Fokus aus: Gilles Biéler von 24heures.ch nahm die Eidgenössischen Wahlen im letzten Herbst zum Anlass, in <a href="http://www.24heures.ch/vaud-regions/nord-vaudois-broye/Petit-village-agricole-Molondin-se-bat-pour-sa-survie/story/12602369?dossier_id=1195" target="_blank">verschieden</a> <a href="http://www.24heures.ch/vaud-regions/la-cote/Bursinel-des-villas-cossues-mais-coupees-du-monde/story/18728358?dossier_id=1195" target="_blank">Waadtländer</a> <a href="http://www.24heures.ch/vaud-regions/lausanne-region/Renens-la-ville-que-le-train-a-fondee/story/16648677?dossier_id=1195" target="_blank">Gemeinden</a> nachzufragen, wo der Schuh drückt. Herausgekommen ist eine multimediale (Text, Bild, Video) Reportageserie mit Stimmen und Ansichten von Leuten, die in den Medien sonst nur selten vorkommen. Auch die für den Preis nominierte <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/stichwort/serie/hinter-verschlossenen-tueren/s.html" target="_blank">Artikelserie von Tina Fassbind</a> (Newsnet/tagesanzeiger.ch) blickte dorthin, wo Journalisten sonst nichtsahnend vorbeigehen: hinter verschlossene Türen und Tore in der Stadt Zürich.</p>
<p>Der ausgeprägte Lokalbezug der nominierten Online-Beiträge wäre nicht weiter der Rede wert – schliesslich bewarben sie sich für einen Lokaljournalismus-Preis – wenn nicht in den anderen Kategorien das Lokale offener definiert wurde: Sei es beim <a href="http://www.rts.ch/video/info/journal-19h30/3601578-ils-sont-de-plus-en-plus-nombreux-a-quitter-le-domaine-bancaire-par-choix-ou-parce-que-la-conjoncture-les-y-amene.html" target="_blank">TV-Porträt von drei Ex-Bankern</a>, dem <a href="http://www.radio1.ch/library/mp3/br/Hebammen_am_anderen_Ende_des_Lebens.mp3" target="_blank">Radio-Feature über Sterbebegleitung</a> oder der <a href="http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/input/2672.sh10183272.html" target="_blank">DRS3-«Input»-Sendung</a>, die nach dem Wesen der Welschen suchte.</p>
<p>Das Web als globales Medium par excellence erweist sich ebenso als ideale Plattform für Lokaljournalismus. Allerdings nicht so, wie das die Jury erwartet hätte: Eigenständige lokale Netzmedien hatten gegenüber den grossen Marken das Nachsehen. Alle drei nominierten Beiträge für den Medienpreis wurden von den Online-Ablegern grosser Tageszeitungen veröffentlich (NZZ, 24 Heures und Tages-Anzeiger). Das mag einerseits mit den Ressourcen zu tun haben. Grosse Medien können es sich einfacher leisten, Journalisten für Sonderaufgaben abzustellen. Andererseits auch damit, dass in der Schweiz erst jetzt eine Gründungswelle von <a href="http://www.journal-b.ch/" target="_blank">unabhängigen</a> <a href="http://www.mmv-online.ch/" target="_blank">lokalen</a> <a href="http://www.tageswoche.ch/" target="_blank">Online-Medien</a> am Anrollen ist.</p>
<p>Dass der (lokale) Online-Journalismus weiter an Bedeutung gewinnt, zeigt die Ankündigung des Zürcher Journalistenpreises, dass künftig auch im Web veröffentlichte Arbeiten eingereicht werden dürfen, wie Stiftungspräsident Andrea Masüger <a href="http://www.zh-journalistenpreis.ch/pdf/2012/werbewoche_20120427.pdf" target="_self">gegenüber der «Werbewoche»</a> sagte.</p>
<p>*<small>Der Autor ist Jury-Mitglied der Kategorie Online beim Schweizer Preis für Lokaljournalismus.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/04/30/ein-guter-online-jahrgang/">Ein guter Online-Jahrgang</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
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			</item>
		<item>
		<title>Das Leben der Anderen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/08/das-leben-der-anderen/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/11/08/das-leben-der-anderen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 08:47:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[LINK]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Links]]></category>
		<category><![CDATA[Agenturmeldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Hyperlink]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Stadler]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gatekeeper]]></category>
		<category><![CDATA[Quellen]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Verlinkungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Onlineportale von Schweizer Zeitungen und Zeitschriften machen nicht den Eindruck, als wären sie ein Teil des WWW. Sie verweigern sich der Kommunikation nach aussen und setzen keine Links auf externe Seiten. Die ehemaligen Gatekeeper sollten endlich ihre Tore öffnen und mit dem Rest der Welt reden. Wer von sich überzeugt ist, hat kein Problem, <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/08/das-leben-der-anderen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/08/das-leben-der-anderen/">Das Leben der Anderen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Onlineportale von Schweizer Zeitungen und Zeitschriften machen nicht den Eindruck, als wären sie ein Teil des WWW. Sie verweigern sich der Kommunikation nach aussen und setzen keine Links auf externe Seiten. Die ehemaligen Gatekeeper sollten endlich ihre Tore öffnen und mit dem Rest der Welt reden. Wer von sich überzeugt ist, hat kein Problem, seine Leser anderswo hinzuschicken – er weiss, dass sie wieder zurückkommen.<br />
<span id="more-28938"></span><br />
Die zahlreichen Sozialen Netzwerke im Netz wüssten nicht mehr, über was sie reden und was sie verlinken sollen, wenn es die etablierten Medien nicht mehr gäbe, schreibt Rainer Stadler (ras.), Medienredaktor der NZZ in einem <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002959.html#comment-88397">Kommentar auf Medienspiegel.ch</a>:</p>
<blockquote><p>Es gäbe ein schönes Experiment, das ich leider nicht durchführen darf: die Agenturen SDA, AP und Reuters während einer Woche kidnappen und dann schauen, was geschieht. Erweitern wir das virtuelle Experiment noch um das Kidnapping von NZZ, Tages-Anzeiger, Blick, SRG-Sendern, BaZ, AZ, St.Galler Tagblatt, Le Temps, Corriere del Ticino. Was geschähe dann? Es würde zappenduster auf den SM-Plattformen. Man könnte dort noch Gefühle, Föteli und Meinungen austauschen, aber fast ohne jeden Bezug zum aktuellen (zumindest Schweizer) Geschehen, praktisch ohne Faktenbasierung.</p></blockquote>
<p>Das ist falsch: Die Diskussion würde sich einfach vermehrt auf Primärquellen verlagern. Nicht nur die ehemaligen <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Gatekeeper_%28Nachrichtenforschung%29">Gatekeeper</a> sind heute im Web, sondern alle: Parlamente, Parteien, Departemente, Gerichte, die Polizei, Firmen, Universitäten, Stiftungen, Organisationen, Verbände, Gruppen, Gewerkschaften, Kirchen. Politiker, Künstler, Blogger, Kleinunternehmer. Und wer keine eigene Website pflegt, ist womöglich aktiv auf einer der unüberschaubar vielen Unterseiten sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter oder YouTube. Alle diese Primärquellen sind kleine oder grosse Veröffentlichungen.</p>
<p>Nicht alle dieser Veröffentlichungen sind journalistisch &#8211; aber vom Tweet einer Privatperson bis zur Medienmitteilung der Nationalbank sind sie alle verlinkbar. Und doch werden diese Quellen nicht verlinkt, sondern lediglich erwähnt. Statt einen Link in den Text einzubauen, damit sich der Leser bei Interesse dort näher informieren kann – ein Service, der auch der kleinste Blogger oder Twitterer seinem Publikum bietet – wird ihm alles umständlich nacherzählt. Als würde der Leser, wenn er einmal entdeckt hat, dass es im Internet auch noch andere Websites gibt, nie mehr wiederkommen.</p>
<p>Um es deutlich zu sagen: Im Netz ist die allgemeine Angabe der Quelle nicht genug. Erst der direkte Verweis  auf die betreffende Story ist eine ordentliche Quellenangabe. Angaben wie &#8222;Internet&#8220;, &#8222;YouTube&#8220;, &#8222;Twitter&#8220; oder auch &#8222;Newsnet&#8220;, die alles und nichts heissen können, sind schlicht unjournalistisch. Wir brauchen genaue Angaben der Fundstellen. Und es sind nun mal Links, die die Eigenschaft haben, an die korrekte Fundstelle zu verweisen. Gründe, einen Link zu verweigern, kann es geben, etwa dann, wenn man einem zweifelhaften Angebot nicht zu zusätzlicher Prominenz verhelfen will. Das kommt allerdings nur selten vor.</p>
<p>Sascha Lobo <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,782065,00.html">schreibt sehr richtig</a>: &#8222;Verlinkung ist digitales Leben, der Rest ist Konsum.&#8220; Warum bloss wagt es niemand, sich in dieses digitale Leben einzufügen? Ein Link auf eine andere Website ist oft der Beginn einer Kommunikation: Man nimmt den Anderen, und sei es der Konkurrent, als Gesprächspartner wahr, und würdigt ihn als Quelle. Immerhin: einige Redaktoren bei 20 Minuten Online und NZZ Online scheinen das begriffen haben, auch im Newsnet wurden schon <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Hans-Grunder-pokert-hoch/story/13133653">vereinzelt Links</a> gesichtet.</p>
<p>Auf den anderen Schweizer Portalen sucht man in aller Regel vergebens nach Links auf  Angebote ausserhalb der eigenen Domäne. Es ist fast wie in (untergegangenen) sozialistischen Systemen wie Nordkorea oder der DDR. Das Zentralkomitee versucht die Kommunikation mit den Anderen von oben her zu steuern. Kommuniziert bloss nicht mit den Kindern ennet der Grenze, sonst kommt ihr noch auf dumme Gedanken oder lernt etwas dazu! Dabei ist es doch immer das Leben der Anderen, das einen inspiriert und von dem man lernt. Das gilt nicht nur für Links, sondern auch für Soziale Netzwerke, Bücher, Filme, Blogs oder die Kaffeepause.</p>
<p>Kommunikation, das sei den Ängstlichen und Vorsichtigen gesagt, ist an sich nur mal Kommunikation. Wer das digitale Leben der Anderen aufnimmt, verarbeitet, beantwortet, verlinkt, gibt sich selbst nicht etwa auf. Nein, er bietet seinen Lesern eine Ergänzung zum eigenen Produkt. Was andere besser können, sollte man nicht schlechter zusammenfassen. Es reicht, darauf zu verweisen.</p>
<p>Als Grundlage braucht es dazu Online-Journalismus mit Substanz. Also mehr als umformulierte Agenturmeldungen und Pressemitteilungen, mehr als aus dem Printprodukt übernommene Artikel, mehr als neu zusammengefasste Artikel aus anderen Zeitungen, mehr als aus dem Web heruntergeladene und im eigenen Angebot wieder hochgeladene Videos.</p>
<p>Liebe Medienmanager, liebe Chefredaktoren ehemaliger Gatekeeper: Verweist per Link, per Hyperlink auf andere Websites. Nehmt teil am digitalen Leben. Schottet Euch nicht ab. Macht Euren Redaktoren keine Linkverbote. Setzt Quellenangaben, die nachvollziehbar sind.</p>
<p>Oder, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=WjWDrTXMgF8">um es mit Ronald Reagan zu sagen</a>:</p>
<p>Open This Gate! <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Tear_down_this_wall">Tear Down This Wall!</a></p>
<p><iframe width="450" height="335" src="https://www.youtube.com/embed/WjWDrTXMgF8" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><strong>Nachtrag, 12:20 Uhr:</strong> Auch David Bauer schreibt auf tageswoche.ch zum Thema: <a href="http://blogs.tageswoche.ch/de/blogs/pageimpression/109936/Die-falsche-Angst-vor-dem-Link-zur-Konkurrenz.htm">&#8222;Die falsche Angst vor dem Link zur Konkurrenz&#8220;</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/08/das-leben-der-anderen/">Das Leben der Anderen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein Hybrid auf Identitätssuche</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/10/31/ein-hybrid-auf-identitatssuche/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 16:30:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Tageswoche]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Krebs]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Layout]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Viel Aufhebens um den jüngsten Spross im Schweizer Blätterwald: Die Basler Tageswoche bewegt Branche und Publikum gleichermassen. Nun muss der stiftungsfinanzierte Online/Papier-Hybrid die hohen Erwartungen erfüllen. Vier Tage nach dem Start mag vor allem die Website zu überzeugen. Die gedruckte Zeitung dagegen macht einen unfertigen Eindruck. Die Zahlen sind rekordverdächtig. Noch bevor die Tageswoche ihren <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/31/ein-hybrid-auf-identitatssuche/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/31/ein-hybrid-auf-identitatssuche/">Ein Hybrid auf Identitätssuche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/10/276763_232592346760322_1258902463_n.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" /> Viel Aufhebens um den jüngsten Spross im Schweizer Blätterwald: Die Basler Tageswoche bewegt Branche und Publikum gleichermassen. Nun muss der stiftungsfinanzierte Online/Papier-Hybrid die hohen Erwartungen erfüllen. Vier Tage nach dem Start mag vor allem die Website zu überzeugen. Die gedruckte Zeitung dagegen macht einen unfertigen Eindruck.<br />
<span id="more-28935"></span><br />
Die Zahlen sind rekordverdächtig. Noch bevor die Tageswoche ihren ersten Artikel veröffentlicht hatte, zählte die Abo-Verwaltung bereits 5000 Einträge in ihrer Kartei. Dieser Wert erstaunt umso mehr, als dass die Anhängerschaft auf <a href="https://twitter.com/#!/tageswoche" target="_blank">Twitter</a> und Facebook, die ja nichts kostet ausser einen Klick, gerade mal die Hälfte der zahlenden Abonnenten ausmachte. Erklären lässt sich der fulminante Start mit den Gründungsumständen der Zeitung.</p>
<p>Der Missmut in der Öffentlichkeit über die verlegerische und publizistische Entwicklung der Basler Zeitung BaZ trugen wesentlich zu den Erwartungen bei, die das Publikum nun an die Tageswoche stellt. Obwohl die Redaktion nicht müde wird zu betonen, man mache keine Anti-BaZ (was schon von den Ressourcen her gar nicht möglich wäre), weiss sie genau, dass zumindest ein Teil der Basler Leser genau das von der neuen Zeitung erwartet. In der Plakatkampagne zum Start der Tageswoche waren denn die Spitzen gegen die BaZ nicht zu überlesen. Wenn da steht: «Werde heimlicher Financier der Tageswoche», wissen alle, wer und was damit gemeint ist. Offensichtlich hat die Werbebotschaft ihre Wirkung nicht verfehlt.</p>
<p>Und jetzt gilt es ernst. Seit vier Tagen gibt es die Tageswoche als Zeitung und als Webplattform. Im Zentrum des (Medien)interesses stand bisher vor allem die Zeitung. Zur <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2011_43/basel/96960/Die-TagesWoche-ist-da!.htm" target="_blank">Launch-Party</a> am Donnerstagabend kamen die meisten Leute, um ein Exemplar des 64 Seiten starken Tabloidblatts abzuholen.</p>
<p>Begeisterungsstürme löste die Erstausgabe keine aus, vielmehr bestätigte sie die nicht eben neue Erkenntnis, dass eine Zeitung eine Zeitung ist. Wer sich ein bisschen Mühe gibt, kann nicht viel falsch machen. Die erste Tageswoche auf Papier präsentiert sich handwerklich solid umgesetzt, aber nicht herausragend. Mit der Titelseite lässt sich kein Designpreis gewinnen. Insgesamt kommt die Zeitung klassisch und textlastig daher, verzichtet auf gestalterische Experimente, abgesehen von einer aufwändigen, aber überladenen Infografik zu den Auswirkungen der Frankenstärke auf die KMU.</p>
<p>Der Titelgeschichte zu den eidgenössischen Wahlen fehlen Dringlichkeit und Prägnanz, die sie zu solcher Prominenz berechtigen. Unterstrichen wird die Zurückhaltung mit einer unscheinbaren Illustration mit zerknülltem Papier und Pappmaché-Objekten. Doch eines macht der Aufmacher klar: Mit der fünfseitigen Wahlbilanz, sowie dem dazugehörigen Interview mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf signalisiert die Redaktion deutlich, dass die Tageswoche auch für Nicht-Basler berichtet. Überhaupt befasst sich der Grossteil der Artikel mit überregionalen Themen. Entsprechend gab es Stimmen an der Launch-Party, die sich mehr Basel im Blatt wünschen. Den richtigen Mix zu finden um Publika in Basel und ausserhalb anzusprechen, dürfte nicht ganz einfach sein.</p>
<p>So unentschieden und unfertig die erste Zeitungsausgabe daherkommt, so gelungen wirkt der Start der Online-Plattform. Abgesehen von technischen Macken und Mängeln, wie sie bei Projekten ab einem gewissen Komplexitätsgrad nicht zu vermeiden sind, hält tageswoche.ch weitgehend, was die Redaktion versprochen hat. Bereits in den ersten Tagen nutzte die Redaktion die multimedialen Möglichkeiten des Web, wie man es auf anderen Nachrichtenportalen nur selten sieht.</p>
<p>Etwa bei der Aufbereitung des <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2011_43/kultur/96930/" target="_blank">Videointerviews mit Marianne Faithfull</a>. Die Antworten der Sängerin sind mit dem Zeitstempel der Videospur versehen, so dass man sich bei Interesse einzelne Aussagen auch in Bild und Ton zu Gemüte führen kann, ohne das ganze Video abspulen zu müssen. Das ist keine Revolution, aber eine sinnvolle Verknüpfung von Text und Bewegtbild, die mit wenig Aufwand einen Mehrwert bietet.</p>
<p>Ein Format, das Schweizer Online-Medien ebenfalls selten einsetzen, ist die Audio-Slideshow. Die Tageswoche bietet eine solche Web-Diaschau als multimediale Ergänzung zum <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2011_43/basel/97670/Der-Mann-der-die-H%C3%B6lle-von-Schweizerhalle-fotografierte.htm" target="_blank">Porträt des ehemaligen Fotografen Silvio Mettler</a>, der vor 25 Jahren als erster Reporter den Brand des Chemiewerks in Schweizerhalle vor der Linse hatte. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=HcIymHH1NME" target="_blank">Mettler kommentiert</a> während sechs Minuten eine Auswahl seiner Bilder von der Katastrophe, ergänzt mit Sequenzen aus der damaligen Live-Berichtersattung von Radio Basilisk. Auch die Audio-Slideshow ist nicht der letzte Schrei im Online-Journalismus, aber ein ebenso attraktives wie auch unterschätztes Multimedia-Format.</p>
<p>Für den gelungenen Start im Netz sorgt nicht nur die Redaktion, sondern auch das Publikum, das sich als Community um die neue Plattform gruppiert und auf den dafür vorgesehenen Kanälen einbringt. Zwar hält sich die Zahl der Kommentare zu einzelnen Artikeln noch in überschaubaren Grenzen. Was aber auffällt, ist einerseits der sachliche Ton der Nutzerbeiträge und andererseits die Bereitschaft der Redaktion, auf die Kommentare und die darin geäusserte Kritik zu reagieren. Zum Beispiel Kulturredaktor Marc Krebs, der sich für seine Nervosität und das fehlerhafte Englisch im Faithfull-Interview entschuldigt, nachdem ihm dies ein Leser ziemlich unverblümt vorgehalten hat. Mit der Fähigkeit zur öffentlichen Selbstkritik und der sichtbaren Präsenz der Redaktion in den Diskussionen der Community legt die Tageswoche einen wichtigen Grundstein zur Qualitätssicherung. Wer es in der Frühphase nicht schafft, klare Spielregeln zu etablieren, hat später grösste Mühe dies nachzuholen. Nach den ersten vier Tagen im Netz scheint die Tageswoche auf guten Wegen unterwegs zu sein. Aber wie Redaktor Marc Krebs schreibt: «Nur die Praxis hilft, Fortschritte zu erzielen.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/10/31/ein-hybrid-auf-identitatssuche/">Ein Hybrid auf Identitätssuche</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Grösser! Schneller! Newsnetz!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/15/grosser-schneller-newsnetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 14:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tages-Anzeiger]]></category>
		<category><![CDATA[bernerzeitung.ch]]></category>
		<category><![CDATA[Romandie]]></category>
		<category><![CDATA[Edipresse]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann L. Gremliza]]></category>
		<category><![CDATA[Berner Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Newsnetz]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Gärtner]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[tagesanzeiger.ch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia baut sein Newsnetz aus. Ab dem kommenden Jahr werden die Online-Ausgaben der drei Tageszeitungen von Edipresse in die Nachrichtenplattform integriert. Damit soll «das reichweitenstärkste Nachrichtennetzwerk der Schweiz» entstehen, schreibt Tamedia. Den «schnellsten Qualitätsjournalismus im Netz» hat man sich schon bisher auf die Fahne geschrieben. Wobei die Betonunng stärker auf «schnell» und weniger auf «Qualität» <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/15/grosser-schneller-newsnetz/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/15/grosser-schneller-newsnetz/">Grösser! Schneller! Newsnetz!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/logo_newsnetz.jpg" class="alignleft" width="120" height="115" /> Tamedia baut sein Newsnetz aus. Ab dem kommenden Jahr werden die Online-Ausgaben der drei Tageszeitungen von Edipresse in die Nachrichtenplattform integriert. Damit soll «das reichweitenstärkste Nachrichtennetzwerk der Schweiz» entstehen, schreibt Tamedia. Den  «schnellsten Qualitätsjournalismus im Netz» hat man sich schon bisher auf die Fahne geschrieben. Wobei die Betonunng stärker auf «schnell» und weniger auf «Qualität» liegt. Dem Geschäft ist das nicht abträglich. Im Gegenteil.<br />
<span id="more-28893"></span><br />
Sieben Schweizer Tageszeitungen werden ab Anfang 2012 ihre Online-Aktivitäten unter dem Dach des Newsnetz von Tamedia gemeinsam bestreiten. <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Newsnetz%20wird%20national%20Nachrichtennetzwerk%20ab%202012%20mit%2024heures%20tdg%20und%20lematin%20auch%20in%20der%20Romandie.aspx" target="_blank">Das Newsnetz wird national</a>, teilte Tamedia gestern mit. Neben den vier Gründungstiteln Tages-Anzeiger, Bund, Berner Zeitung und Basler Zeitung stossen neu die französischsprachigen Zeitungen Tribune de Genève, 24 Heures und Le Matin dazu. Im Laufe des nächsten halben Jahres werden die drei Edipresse-Titel die Plattform des Newsnetz übernehmen.</p>
<p>Auf der Basis der Juni-Zahlen von <a href="http://netreport.net-metrix.ch/suche_alpha.html" target="_blank">Net Metrix</a> wird dieser Verbund mit 3.2 Millionen Unique Clients pro Monat zur rechweitenstärksten Nachrichtenplattform. Eine Zahl, die vor allem Werbekunden interessieren dürfte. Mit dem vergrösserten Newsnetz schafft Tamedia bereits die zweite Online-Plattform mit einer nationalen Abdeckung. 20 Minuten ist seit fünf Jahren in Deutsch- und Westschweiz präsent und wird mit der kürzlich angekündigten Expansion ins Tessin als erste Medienmarke drei Sprachregionen der Schweiz abdecken. Kein anderes Schweizer Medienunternehmen kann online Werbefläche in vergleichbarem Ausmass anbieten. Kein Zweifel: Kommerziell hat Tamedia die Nase vorn.</p>
<p>Mit der Expansion des Newsnetz gibt es auch Veränderungen bei den redaktionellen Abläufen. Wie Tamedia gestern mitteilte, arbeiten die Bundeshaus-Korrespondenten der sieben Newsnetz-Titel künftig an einem gemeinsamen Newsdesk und die Mantelredaktion in Zürich wird die neu dazugestossenen Westschweizer Zeitungen mit Nachrichten beliefern. Ausserdem werden die Online-Redaktionen personell verstärkt. Ein vergleichbarer Ausbau (Tamedia will in den nächsten Jahren 200 neue Stellen für seine Online-Medien schaffen) der Zeitungsredaktionen steht nicht an. Damit nehmen die Leserinnen und Leser die Traditionsmarken der Zeitungen immer stärker über ihre Ableger im Newsnetz wahr: tagesanzeiger.ch gleich Tages-Anzeiger, bernerzeitung.ch gleich Berner Zeitung und bald gilt das ebenso für die Zeitungen in der Romandie. Was auch heisst: der schnellere, lautere, knalligere und bisweilen auch flüchtigere Online-Journalismus wird zum Nennwert dessen, was das Publikum als Journalismus versteht. In der Eigenwerbung spricht Tamedia vom «schnellsten Qualitätsjournalismus im Netz», den das Newsnetz biete. Dem «schnellsten» mag man gerne zustimmen, der behaupteten Qualität dann doch eher weniger. Häufig zielen tagesanzeiger.ch &amp; Co. <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Die-kann-ja-reinbeissen/story/12333937" target="_blank">unter die Gürtellinie</a> (wenn auch <a href="http://www.tagesanzeiger.ch//community/rating/?ratingid=126" target="_blank">dezenter</a> als der <a href="http://www.blick.ch/people/royals/auch-pippa-hat-problemzonen-176821" target="_blank">traditionelle Boulevard</a>), <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/07/tagesanzeiger.ch-Screenshot.jpg" target="_blank" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">bedienen Voyeurismus</a>, oder <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Das-explosive-Papier-der-CVP/story/20348189" target="_blank">forcieren Reizthemen</a>, im Wissen darum, dass diese Art der Berichterstattung Publikumskommentare en masse und damit kommerziell verwertbare Zugriffe generiert.</p>
<p>Weshalb das mit der Qualität im Netz nicht so recht will (und auch gar nicht muss), analysierte unlängst <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_G%C3%A4rtner" target="_blank">Stefan Gärtner</a> für einmal ganz unsatirisch <a href="http://www.titanic-magazin.de/stefan-gaertner-leitmedium.html" target="_blank">in der Titanic</a>: «Denn Netzjournalismus, sofern er aus wirtschaftlichen Gründen und mit Blick auf Breitestwirkung betrieben wird, ist nicht irgendein Abfallprodukt für die Generation Smartphone, für das ihn der soignierte Qualitätszeitungsleser immer noch halten mag: Er ist, ganz im Gegenteil, Destillat, die Essenz von Journalismus als Geschäft, dessen Prinzip Hermann L. Gremliza vor dreissig Jahren so beschrieben hat: &#8218;Der Wettbewerb um die Gunst der Konsumenten zwingt die privatwirtschaftlichen Medien, alles zu unterlassen, was die Instinkte und Vorurteile der Leser, Hörer und Seher stören könnte.&#8217;» Vor dreissig Jahren war das auf Zeitungen gemünzt, heute trifft es genauso auf Online-Medien zu.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/15/grosser-schneller-newsnetz/">Grösser! Schneller! Newsnetz!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Jeden Tag Krawall</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/06/16/jeden-tag-krawall/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Torsten Haeffner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jun 2011 09:11:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ Online]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Talkback]]></category>
		<category><![CDATA[süddeutsche.de]]></category>
		<category><![CDATA[Urs Holderegger]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Feedback]]></category>
		<category><![CDATA[Giacobbo/Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Leserbriefe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für viele Redaktionen werden die Online-Kommentere ihrer Leser zunehmend zur Belastung: Sie bringen oft keinen publizistischen Mehrwert und verursachen viel Aufwand bei der Moderation. Der häufig verletzende Ton und Inhalt motivieren Redaktoren nicht eben, sich selbst an den Online-Diskussionen zu ihren Artikeln zu beteiligen. Erster Teil einer Serie zu Gegenwart und Zukunft der Online-Kommentare. Früher <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/16/jeden-tag-krawall/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/16/jeden-tag-krawall/">Jeden Tag Krawall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/06/megafon.jpg" class="alignleft" width="120" height="114" /> Für viele Redaktionen werden die Online-Kommentere ihrer Leser zunehmend zur Belastung: Sie bringen oft keinen publizistischen Mehrwert und verursachen viel Aufwand bei der Moderation. Der häufig verletzende Ton und Inhalt motivieren Redaktoren nicht eben, sich selbst an den Online-Diskussionen zu ihren Artikeln zu beteiligen.</p>
<p>Erster Teil einer Serie zu Gegenwart und Zukunft der Online-Kommentare.<br />
<span id="more-28860"></span><br />
Früher gab es in eigens dafür ausgewiesenen Spalten der Tages- und Wochenzeitungen einige wenige Leserbriefe. Deren Qualität wurde von der jeweiligen Redaktion geprüft. Der Autor des Leserbriefes wurde mit Namen und Wohnort genannt. Eifrige Leserbriefschreiber, deren Traktate regelmässig veröffentlicht wurden, durften sich in einem gewissen Sinne geadelt fühlen. Und: Die Zuschriften wurden gelesen und manchmal entwickelte sich daraus eine gepflegte Debatte; ein gesittetes Hin und Her der Argumente.<br />
Mit dem Aufkommen der Online-Kommentare wurde alles anders: Jeder Leser kann sofort nach Aufschaltung eines Artikels zu diesem seine Meinung kundtun, sich mit anderen austauschen und neue Informationen hinzufügen.</p>
<p>Eigentlich müssten die Redaktionen, Verlage und die Kommentatoren der Online-News-Plattformen zufriedener denn je sein: Die Leser können sich äussern, kritisieren und ihr Sendungsbewusstsein ad hoc befriedigen, und die Verlage profitieren von zusätzlichem Traffic, einer hohen Dynamik auf ihrer Online-Ausgabe und von neuen Möglichkeiten der Leserbindung.<br />
Doch von Zufriedenheit ist allerorten nur wenig zu spüren. Statt den seriösen Meinungsaustausch zu pflegen, hagelt es häufig übelste Beschimpfungen, immer wieder kommt es zu verbalen Schlägereien unter den Online-Kommentartoren. An den Haaren herbeigezogene Argumentationslogiken und Beschimpfungen sind an der Tagesordnung. Sowas mögen weder Journalisten noch die hinsichtlich Stilempfinden und Inhaltsqualität mehr oder minder anspruchsvollen Leser.</p>
<p>Manchem Redaktor mag beim Ansehen des Sketches «Talkback-Nerds» (Giacobbo/Müller) das Lachen buchstäblich im Halse steckenbleiben.</p>
<p><object style="width: 460px; height: 277px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100" height="100" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="data" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/eef09796-57db-447c-bb30-4e1fc6d16b9a" /><param name="quality" value="high" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/eef09796-57db-447c-bb30-4e1fc6d16b9a" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed style="width: 460px; height: 277px;" type="application/x-shockwave-flash" width="100" height="100" src="https://www.sf.tv/videoplayer/embed/eef09796-57db-447c-bb30-4e1fc6d16b9a" allowfullscreen="true" quality="high" data="http://www.sf.tv/videoplayer/embed/eef09796-57db-447c-bb30-4e1fc6d16b9a"></embed></object></p>
<p>Denn was Giacobbo/Müller da zeigen, ist der Realität näher, als einem lieb sein kann. Immerhin nimmt die Zahl der zu beanstandenden Kommentaren laut den Verantwortlichen von Blick, NZZ, Tages-Anzeiger, Bild-Online und sueddeutsche.de nicht mehr zu, was vor allem den administrativen und technischen Massnahmen geschuldet sein dürfte.</p>
<p>Neu ist das Problem der entgleisten Online-Kommentare nicht: Stefan Niggemeier, langjähriger Medienredaktor der «Frankfurter Allgemeinen am Sonntag» sowie Gründer und Autor des BILDblog.de beschrieb bereits im März 2008 in seiner klugen Analyse (<a href="http://www.faz.net/artikel/C31013/online-kommentare-wie-sag-ich-s-meinem-randalierer-30126247.html" target="_blank">«Wie sag ich’s meinem Randalierer?»</a>), mit welchen Schwierigkeiten die Redaktionen in ihren Online-Kommentaren kämpfen und bezeichnete die ganze Entwicklung als «mühsamen Lernprozess».<br />
Seitdem nimmt der Druck zu. Denn innerhalb der Redaktionsleitungen wird längst darüber geklagt, dass sich die Talkbacks enthemmter Kommentatoren schädlich auf das Image der jeweiligen News-Plattform auswirken und anspruchsvolle Leser die besorgte Frage stellen: «Was muss das für eine Zeitung sein, die solche Leser hat?»</p>
<p>Stefan Plöchinger, Chefredaktor von sueddeutsche.de und Urs Holderegger von NZZ-Online sind sich durchaus bewusst, dass sich ihre Titel ein Image-Problem einhandeln, wenn sich die Qualität der Online-Kommentare nicht verbessert. In beiden Redaktionen werden deshalb eifrig mögliche Problemlösungen diskutiert. Im Fokus ihrer Bemühungen stehen dabei nicht nur die Leser und Kommentatoren, sondern auch die eigenen Redaktoren. Stefan Plöchinger: «Denn der scharfe Ton in den Kommentaren und auch persönliche Angriffe führen dazu, dass wir weniger Lust haben, uns an Diskussionen zu beteiligen.»<br />
Der Stachel sitzt tief: Nicht nur bei der Online-Ausgabe der «Süddeutschen», auch bei Spiegel-Online halten sich mittlerweile einzelne Redaktionsmitglieder damit zurück, ihre Artikel auch online zu publizieren, weil sie die geharnischten und persönlich oft verletzenden Kommentare der Leser fürchten. «Der Aufwand beim Community Management», resümiert Urs Holderegger von NZZ-Online, «nimmt zu. Auf Dauer wird man das nicht mehr nebenher managen können.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/16/jeden-tag-krawall/">Jeden Tag Krawall</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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