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	<title>Privatradio | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Tue, 17 Mar 2020 13:02:38 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Schweizer Privatradios beantragen Soforthilfe von 12 Millionen Franken</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/03/17/schweizer-privatradios-beantragen-soforthilfe-von-12-millionen-franken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2020 10:54:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Schweizer Privatradios schlagen Alarm. Weil ihnen Werbeaufträge wegbrechen, drohen ihnen in allen Landesteilen akute Liquiditätsenpässe und Einkommensverluste. Die Sender sehen sich in der Existenz bedroht. Aus diesem Grund beantragt der Verband Schweizer Privatradios (VSP) beim Bund eine Soforthilfe von 12 Millionen Schweizer Franken.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Schweizer Privatradios schlagen Alarm. Weil ihnen Werbeaufträge wegbrechen, drohen ihnen in allen Landesteilen akute Liquiditätsenpässe und Einkommensverluste. Die Sender sehen sich in der Existenz bedroht. Aus diesem Grund beantragt der Verband Schweizer Privatradios (VSP) beim Bund eine Soforthilfe von 12 Millionen Schweizer Franken.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/03/17/schweizer-privatradios-beantragen-soforthilfe-von-12-millionen-franken/">Schweizer Privatradios beantragen Soforthilfe von 12 Millionen Franken</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Die Vielfalt der Programme nimmt ab, die Meinungsmacht der SRG nimmt zu: Eine Standortbestimmung der Schweizer Radiolandschaft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/12/21/die-vielfalt-der-programme-nimmt-ab-die-meinungsmacht-der-srg-nimmt-zu-eine-standortbestimmung-der-schweizer-radiolandschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Dec 2019 16:54:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Radio SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unbeachtet von der Öffentlichkeit haben sich die Voraussetzungen für privates Radio in der Schweiz grundlegend verändert. Mehrere Radioveranstalter haben ihre Konzessionen zurückgegeben und müssen keinen Programmauftrag mehr erfüllen. Dies schwächt die Informationsvielfalt und nützt vor allem der SRG.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Unbeachtet von der Öffentlichkeit haben sich die Voraussetzungen für privates Radio in der Schweiz grundlegend verändert. Mehrere Radioveranstalter haben ihre Konzessionen zurückgegeben und müssen keinen Programmauftrag mehr erfüllen. Dies schwächt die Informationsvielfalt und nützt vor allem der SRG.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/12/21/die-vielfalt-der-programme-nimmt-ab-die-meinungsmacht-der-srg-nimmt-zu-eine-standortbestimmung-der-schweizer-radiolandschaft/">Die Vielfalt der Programme nimmt ab, die Meinungsmacht der SRG nimmt zu: Eine Standortbestimmung der Schweizer Radiolandschaft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blender-Welt Radio: Alles nur Show?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2019/06/27/blender-welt-radio-alles-nur-show/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2019 07:35:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gefakte Umfragen, ausgedachte Blitzermeldungen und Sensationsgeilheit. Sieht so der Alltag in Redaktionen deutscher Privat-Radiosender aus? Eine ehemalige Praktikantin erzählt von ihren Erfahrungen bei einem Hörfunksender und zeigt auf, wie sehr wir uns eigentlich von der Radiowelt blenden lassen. Ein kritischer Blick hinter die Kulissen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gefakte Umfragen, ausgedachte Blitzermeldungen und Sensationsgeilheit. Sieht so der Alltag in Redaktionen deutscher Privat-Radiosender aus? Eine ehemalige Praktikantin erzählt von ihren Erfahrungen bei einem Hörfunksender und zeigt auf, wie sehr wir uns eigentlich von der Radiowelt blenden lassen. Ein kritischer Blick hinter die Kulissen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2019/06/27/blender-welt-radio-alles-nur-show/">Blender-Welt Radio: Alles nur Show?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Privatradio-Präsident Bachmann: «Die SRG sollte sich mässigen»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/08/24/privatradio-praesident-bachmann-die-srg-sollte-sich-maessigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Aug 2017 10:25:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=46517</guid>

					<description><![CDATA[<p>Jürg Bachmann, Präsident des Verbands Schweizer Privatradios VSP, verteidigt die Informationsleistung der Schweizer Privatradios. Diese hätten eine «demokratierelevante Aufgabe», die sie «gut lösen», an die sie «aber auch immer mal erinnert werden müssen». Von der SRG erwartet der Goldbach-Manager Mässigung im Regionalen und Digitalen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Jürg Bachmann, Präsident des Verbands Schweizer Privatradios VSP, verteidigt die Informationsleistung der Schweizer Privatradios. Diese hätten eine «demokratierelevante Aufgabe», die sie «gut lösen», an die sie «aber auch immer mal erinnert werden müssen». Von der SRG erwartet der Goldbach-Manager Mässigung im Regionalen und Digitalen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/08/24/privatradio-praesident-bachmann-die-srg-sollte-sich-maessigen/">Privatradio-Präsident Bachmann: «Die SRG sollte sich mässigen»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Schweizer Privatradios sägen an ihrer Daseinsberechtigung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/07/04/schweizer-privatradios-saegen-an-ihrer-daseinsberechtigung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jul 2017 11:50:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Deutschschweizer Privatsender kürzen ihren Demokratieservice – die Informationsleistungen – teils massiv. Das zeigt die kürzlich publizierte Programmanalyse von Publicom. Der Verband Schweizer Privatradios (VSP) gibt die Schuld den SRG-Regionaljournalen. Doch diese Argumentation greift zu kurz.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/04/schweizer-privatradios-saegen-an-ihrer-daseinsberechtigung/">Schweizer Privatradios sägen an ihrer Daseinsberechtigung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutschschweizer Privatsender kürzen ihren Demokratieservice – die Informationsleistungen – teils massiv. Das zeigt die kürzlich publizierte Programmanalyse von Publicom. Der Verband Schweizer Privatradios (VSP) gibt die Schuld den SRG-Regionaljournalen. Doch diese Argumentation greift zu kurz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/07/04/schweizer-privatradios-saegen-an-ihrer-daseinsberechtigung/">Schweizer Privatradios sägen an ihrer Daseinsberechtigung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lokalradios warnen vor geteilter Radiolandschaft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/05/25/lokalradios-warnen-vor-geteilter-radiolandschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 May 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bund will Privatradios in städtischen Agglomerationen mehr Autonomie gewähren und sie ab 2020 von der Konzessionspflicht befreien. Auf Kritik stossen diese Pläne ausgerechnet bei den Betroffenen selbst. Sie warnen vor gravierenden Folgen für die Radiolandschaft.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bund will Privatradios in städtischen Agglomerationen mehr Autonomie gewähren und sie ab 2020 von der Konzessionspflicht befreien. Auf Kritik stossen diese Pläne ausgerechnet bei den Betroffenen selbst. Sie warnen vor gravierenden Folgen für die Radiolandschaft.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/25/lokalradios-warnen-vor-geteilter-radiolandschaft/">Lokalradios warnen vor geteilter Radiolandschaft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Energy feiert, Radio 24 nimmt’s gelassen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/01/19/energy-feiert-radio-24-nimmts-gelassen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2016 13:05:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von einem «historischen Wechsel an der Spitze der Schweizer Privatradios» spricht Energy Zürich am Dienstag nach Bekanntgabe der Hörerzahlen des zweiten Semesters 2015. Radio 24 konzentriert sich derweilen auf die Vorherrschaft in Zürich.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Von einem «historischen Wechsel an der Spitze der Schweizer Privatradios» spricht Energy Zürich am Dienstag nach Bekanntgabe der Hörerzahlen des zweiten Semesters 2015. Radio 24 konzentriert sich derweilen auf die Vorherrschaft in Zürich.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/19/energy-feiert-radio-24-nimmts-gelassen/">Energy feiert, Radio 24 nimmt’s gelassen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Privatradios fürchten um ihre Zukunft</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/12/28/privatradios-fuerchten-um-ihre-zukunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Dec 2014 08:49:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die UKW-Sender sollen bis 2024 abgeschaltet werden. Damit wollen die Privatradios und die SRG die Hörer zum Umsteigen zwingen. Bald rollt eine Werbekampagne an.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die UKW-Sender sollen bis 2024 abgeschaltet werden. Damit wollen die Privatradios und die SRG die Hörer zum Umsteigen zwingen. Bald rollt eine Werbekampagne an.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/28/privatradios-fuerchten-um-ihre-zukunft/">Privatradios fürchten um ihre Zukunft</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hochgepinnte Mundwinkel</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/11/01/hochgepinnte-mundwinkel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2013 08:38:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 1. November 1983 gingen in der Schweiz die ersten kommerziellen Lokalradios auf Sendung. Der Beitrag der Privaten zu Meinungsbildung und -vielfalt hält sich seither in überschaubaren Grenzen. Dafür dürfen sie auf andere Leistungen stolz sein. 1. Roger Schawinski hat&#8217;s erfunden Und was er erfindet, ist einfach gut. Der Nimbus des Übervaters überstrahlt die Branche <a href="https://medienwoche.ch/2013/11/01/hochgepinnte-mundwinkel/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. November 1983 gingen in der Schweiz die ersten kommerziellen Lokalradios auf Sendung. Der Beitrag der Privaten zu Meinungsbildung und -vielfalt hält sich seither in überschaubaren Grenzen. Dafür dürfen sie auf andere Leistungen stolz sein.<br />
<span id="more-16528"></span><br />
<strong>1. Roger Schawinski hat&#8217;s erfunden</strong><br />
Und was er erfindet, ist einfach gut. Der Nimbus des Übervaters überstrahlt die Branche bis heute und in alle Ewigkeit. Ohne ihn und seine Pioniertat mit der Gründung des Piratensenders Radio 24 befände sich die Schweiz noch heute im radiofonen Dampfzeitalter.</p>
<p><strong>2. Privatradios sind Talentschmieden</strong><br />
Wer bei Schweizer Radio und Fernsehen gross herauskommt, hat sein Rüstzeug in der Regel bei einem Privatradio geholt. Das gilt für einen Sven Epiney (Radio Förderband), wie auch für Sandro Brotz oder Steffi Buchli (beide Radio Zürisee) und Aberdutzende anderer bekannter und weniger bekannter Gesichter und Stimmen. Bei allem Stolz auf ihre Ausbildungsleistung führen die regelmässigen Abgänge in Richtung Leutschenbach den Privaten schonungslos die Grenzen ihrer Attraktivität als Arbeitgeber vor Augen.</p>
<p><strong>3. Gebühren kassieren, ohne als «Staatssender» zu gelten</strong><br />
Seit 1991 erhält ein Teil der Privatradios Empfangsgebühren, die sich heute auf 20 Millionen Franken pro Jahr belaufen. Öffentliche Mittel gibt&#8217;s für kommerzielle Sender in strukturschwachen (Berg)Regionen. Anders als bei der grossen Schwester SRG, wo die Gebührenfinanzierung regelmässig Anlass zu Polemik bietet («Staatssender!»), haben es die Privaten, die so privat gar nicht sind, geschafft, solche Kritik gar nicht erst auf sich zu ziehen.</p>
<p><strong>4. Nirgendwo gibt es mehr gute Laune</strong><br />
Wer um sechs Uhr früh mit einem Dauergrinsen hinter dem Mikrofon steht und es sich zur Aufgabe macht, den morgendlichen Griesgram zu vertreiben, tut zweifellos Gutes für die Menschheit. Wenn man Verkehrsstaus in der Schweiz gelassen erduldet und niemand ausrastet und gar gewalttätig wird, dann ist das auch ein Verdienst der munteren Morgenmoderatorinnen und -moderatoren der Privatsender mit ihren hochgepinnten Mundwinkeln.</p>
<p><strong>5. Die wahren globalisierten Medien</strong><br />
Keine andere Mediengattung setzt so konsequent auf globalisierte Konzepte. Schon vor mehr als zehn Jahren haben US-Berater kleine, erfolglose Schweizer Sender zur gnadenlosen Höreranbiederung gezwängt und auf internationales Erfolgsformat getrimmt. Hätten Zeitungen ihre Newsroom- und Konvergenzprojekte mit gleicher Vehemenz durchgedrückt, sie hätten heute ein paar Probleme (aber auch viele gute Journalisten) weniger.</p>
<p><strong>6. Stehvermögen dank Wandlungsfähigkeit</strong><br />
Nach dreissig Jahren haben sich manche Sender bis zur Unkenntlichkeit von ihrem Ursprung entfernt. Anstatt den Betrieb aufzugeben, zogen es die Sender vor, unter grossen Verrenkungen und mit immer neuen Konzepten und Namen doch noch den kommerziellen Erfolg zu suchen. Paradebeispiel für die Wandlungsfähigkeit und das Stehvermögen ist der Baselbieter Sender, der 1983 als Radio Raurach den Betrieb aufgenommen hatte. Nach zwölf Jahren unter dem Gründungstitel folgten alle paar Jahren Namens- und Strategieänderungen. Als Radio Edelweiss, Radio Basel 1, Radio Basel und nun als Radio Energy Basel suchten immer wieder andere Medienmacher ihr Glück.</p>
<p><strong>7. Benchmark für die SRG</strong><br />
Wie wüsste man die Programme der SRG zu schätzen, wenn es die Privaten nicht gäbe? «Sounds!» von Radio SRF 3 entfaltet seine Pracht erst richtig nach einem Tag eingemittetem und durchhörbarem Top-Neo-Energy-Klangteppich; den Gehalt eines «Echo der Zeit» weiss man erst zu würdigen im Kontrast du den «privaten» News-Häppchen.</p>
<p><strong>8. Service public als Dienst am Publikum</strong><br />
In einem hängigen Postulat fordert FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger vom Bundesrat, er solle den Service public der Medien definieren. Vielleicht müsste Leutenegger einfach mal Privatradio hören. Denn die müssen von Gesetzes wegen einen regionalen Service public bieten. Und das geht so: Journalismus auf die Essenz reduzieren, keine Ausschaltimpulse bieten, gute Laune verbreiten. Wenn das kein Rezept ist für den Dienst am Publikum.</p>
<p><strong>9. Organisch eingebundene Werbung</strong><br />
Alle kommerziellen Medien suchen derzeit verzweifelt nach Werbeformen, die möglichst eng mit den redaktionellen Inhalten verwoben sind; Content Marketing und Native Advertising heissen die Modewörter. Das private Kommerzradio kennt das längst: Die Publireportage aus dem Fitnesszentrum klingt nicht anders als die Reportage von der Neueröffnung des Fitnesszentrums.</p>
<p><strong>10. Gelassener Umgang mit der Digitalisierung</strong><br />
Im Jahr 2013 kann Roger Schawinski, Erfinder des Lokalradios in der Schweiz, unwidersprochen von sich geben, er denke, auf Digitalradio zu verzichten. Einen Zeitungsverleger, der heute erwöge, seiner Webseite den Stecker zu ziehen, würde man für einen Spinner halten. Während die Digitalisierung in der übrigen Medienwelt alles auf den Kopf gestellt hat, bleiben die meisten Privatradios davon weitgehend unberührt. Wieso digital, wenn es auch analog geht?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/11/01/hochgepinnte-mundwinkel/">Hochgepinnte Mundwinkel</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>«Eine Liberalisierung unterstützen wir»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/08/23/eine-liberalisierung-unterstuetzen-wir/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Aug 2013 12:31:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit 30 Jahren gibt es in der Schweiz legales Privatradio. Der Gesetzgeber hat die Branche seither in ein enges Regulierungskorsett gezwängt. In den nächsten Jahren stehen politische Entscheide an, die diesen Rahmen lockern könnten. Doch vorerst gilt noch das alte Kontrollregime. Am Radioday sprach die MEDIENWOCHE mit Nancy Wayland Bigler, Vizedirektorin im Bundesamt für Kommunikation <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/23/eine-liberalisierung-unterstuetzen-wir/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit 30 Jahren gibt es in der Schweiz legales Privatradio. Der Gesetzgeber hat die Branche seither in ein enges Regulierungskorsett gezwängt. In den nächsten Jahren stehen politische Entscheide an, die diesen Rahmen lockern könnten. Doch vorerst gilt noch das alte Kontrollregime. Am Radioday sprach die MEDIENWOCHE mit Nancy Wayland Bigler, Vizedirektorin im Bundesamt für Kommunikation Bakom, und Marcel Regnotto, Leiter Medien der Behörde.</strong></p>
<p><strong>Das BAKOM hat am <a href="http://www.radioday.ch/" target="_blank">Radioday</a> die erste umfassende <a href="http://www.bakom.admin.ch/dokumentation/medieninformationen/00471/index.html?lang=de&amp;msg-id=49927" target="_blank">Privatradiostudie</a> präsentiert. Wenn Sie die Ergebnisse betrachten: Stimmen Aufwand und Ertrag?</strong><br />
Nancy Wayland Bigler: Alles in allem entsprechen die Ergebnisse unserer Vorstellung, welche Rolle die lokalen und regionalen Radios spielen sollen. Acht der zehn Sender, die am meisten lokale Informationen bringen, sind solche, die Empfangsgebühren erhalten. So gesehen stehen Aufwand und Ertrag in einem befriedigenden Verhältnis.</p>
<p><strong>Trotzdem haben Sie am Radioday Wünsche an die Sender geäussert: weniger Musik, mehr Information, weniger Bad News, mehr Hintergrund.</strong><br />
Wayland: Wir haben verschiedene Elemente untersucht. Grundsätzlich zufrieden sind wir mit der Informationsleitung der Sender. Aber natürlich gibt es Verbesserungspotenzial. Da werden wir nun mit den Branchenverbänden und den Radioveranstaltern das Gespräch suchen.</p>
<p><strong>Wie steht es allgemein um die Qualität der Privatradios?</strong><br />
Wayland: Wir müssen unterscheiden zwischen Stadt und Land. Die Sender in den strukturschwachen Berg- und Randregionen, die mit Gebührengeldern unterstützt werden, überflügeln mit ihren Informationsleistungen die SRG-Programme. Etwas anders präsentiert sich die Lage in den städtischen Gebieten. Dort ist es gerade umgekehrt und die SRG leistet den besseren Service public gemäss der aktuellen Studie.</p>
<p><strong>Die Branche begegnet der amtlichen Qualitätsvalidierung seit jeher mit einer gehörigen Portion Skepsis. Wie nehmen Sie die wahr?</strong><br />
Marcel Regnotto: Es ist absehbar, dass diejenigen, die nun nicht so gut abgeschnitten haben, weniger Freude haben. Aber das soll auch als Ansporn dienen, bei künftigen Untersuchungen besser abzuschneiden. Es ist eine sehr moderate Art, eine Aufsicht zu betreiben. Ausserdem haben sich die Sender in einer Konzession verpflichtet, bestimmte Leistungen zu erbringen. Inzwischen ist auch die Einsicht gewachsen, dass es sich bei der Aufsicht nicht um eine Schikane handelt. Diese Studien sind auch ein Werkzeug für die Sender, mit dem sie sich verbessern können.</p>
<p><strong>Die heutige Gesetzgebung zeichnet sich durch eine starke Regulierung aus – mit teils bizarren Folgen. So sind <a href="http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/etappensieg-fuer-schawinski-im-aargau-1.17414573" target="_blank">in zwei Sendegebieten</a> bis heute die Konzessionen <a href="http://www.persoenlich.com/news/medien/schawinski-geht-vors-bundesverwaltungsgericht-305962#.UhdUgWROqZ8" target="_blank">nicht definitiv erteilt</a>, weil ein Rechtsstreit zwischen zwei Gesuchstellern hängig ist. Wie soll das künftig vermieden werden?</strong><br />
Wayland: Die laufende Revision des Radio- und Fernsehgesetzes beinhaltet einen Vorschlag, wie das verbessert werden könnte. So soll die Prüfung, ob ein Sender zur Medienkonzentration beiträgt, nicht mehr länger als Voraussetzung für die Erteilung einer Konzession dienen. Das könnte allenfalls im Nachhinein geprüft werden. In der kleinräumigen Schweiz lassen sich gewisse Medienmonopole aber manchmal nicht vermeiden. Das braucht nicht zwingend schädlich zu sein. Erst der Missbrauch einer Monopolstellung könnte zur Verweigerung einer Konzession führen. Die zuständige Kommission des Nationalrats unterstützt diese Lockerung.</p>
<p><strong>Auch ein anderer Anti-Konzentrationsartikel ist umstritten und in der Praxis schwer durchzusetzen: die sogenannte 2+2-Regel, wonach ein Unternehmen nur über maximal je zwei Radio- und Fernsehkonzession verfügen darf.</strong><br />
Wayland: Diese Regel soll dahingehend gelockert werden, als dass es künftig möglich sein würde, mehr als zwei Radiokonzessionen zu besitzen, sofern die Programme auf unterschiedlichen Kanälen gesendet werden. So wäre es künftig erlaubt, zwei UKW-Programme und zwei Digitalradio-Programme zu verbreiten.</p>
<p>Regnotto: Bei der letzten Gesetzesrevision verhielt sich das Parlament in dieser Frage widersprüchlich. Auf der einen Seite schuf es eine griffige Klausel gegen die Medienkonzentration mit der 2+2-Regel. Auf der anderen Seite gab es dem Bakom nicht die ausreichenden Mittel, um diese Anti-Konzentrationsbestimmung überprüfen zu können.</p>
<p><strong>Weniger Regulierung, mehr Markt: ist das die generelle Tendenz bei der künftigen Radiogesetzgebung?</strong><br />
Regnotto: Eine solche Liberalisierung unterstützen wir. Mit neuen Verbreitungstechnologien stellen sich sowieso ganz neue Fragen bei der Regulierung, die letztlich der Gesetzgeber beantworten muss.</p>
<p><strong>Sie sprechen Digitalradio an. Wann wird DAB definitiv UKW ablösen? </strong><br />
Regnotto: Seit letztem Herbst gibt es eine Arbeitsgruppe, mit Vertreten von Bakom und Branche, die nach einem Weg sucht, wie die Migration von UKW zu DAB sinnvoll gestaltet werden kann. Dieser Übergang ist aber nur dann erfolgreich, wenn sich die Branche zusammenrauft. Es kann nicht sein, dass wir als Regulator einen Termin festsetzen für die Abschaltung von UKW.</p>
<p><strong>Dennoch: Von welchem Zeitrahmen sprechen wir?</strong><br />
Regnotto: Heute bereits ein Jahr zu nennen, wäre sinnlos. Aber klar ist, dass niemand in der Branche ein Interesse daran hat, möglichst lange doppelt zu zahlen für die gleichzeitige Verbreitung über UKW und DAB.</p>
<p><strong>Auch wenn die Branche das Tempo bestimmen soll, ist es schliesslich der Regulator, der den Abschaltzeitpunkt bestimmt.</strong><br />
Regnotto: Wir haben heute keine vorgefasste Meinung, wie der Prozess ablaufen soll. Das macht das Ganze natürlich etwas komplexer und braucht mehr Zeit. Auf lange Sicht ist das aber die gewinnbringendere Lösung, wenn jede Partei davon überzeugt ist, gemeinsam die richtigen Schritte zu unternehmen. Der Abschaltzeitpunkt von UKW spielt gar keine so grosse Rolle. Im Idealfall ergibt er sich natürlich und ohne Zwang, weil sich die Nutzung entsprechend verlagert. Aber dafür müssen die Sender etwas tun. Nur mit Klagen allein, dass DAB nicht den gewünschten Erfolg bringe, ändert sich nichts.</p>
<p><strong>Gesetze und Regulieren hinken der Entwicklung immer hinterher und können sich mitunter auch hemmend auswirken. Ein grosser Schritt nach vorn wäre mit einem «reinen» dualen System möglich: Gebühren und Werbeverbot für die SRG, freier Markt für die Privaten. Moritz Leuenberger hatte dieses Modell bereits vor 13 Jahren favorisiert. Weshalb denkt man nicht mehr so gross?</strong><br />
Regnotto: Klar wäre ein duales System denkbar. Aber wir haben es mit einer Branche zu tun, die kein sehr grosses Erneuerungspotenzial hat. Ein Radiosender in den Bergen könnte ohne Gebühren schlicht nicht existieren. Und wenn man sieht, dass gerade diese Sender qualitativ ansprechende Programme bieten, wäre es fahrlässig, deren Existenz mutwillig aufs Spiel zu setzen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/08/23/eine-liberalisierung-unterstuetzen-wir/">«Eine Liberalisierung unterstützen wir»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schlechtes Vorbild</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2013/07/26/schlechtes-vorbild/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jul 2013 17:07:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Medienförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was sich die SP unter direkter Medienförderung vorstellt, existiert bereits seit Jahren als Gebührensplitting für Privatradio und -fernsehen. Auch hier werden nach amtlichen Vorgaben Konzessionen und Fördergelder verteilt. Die SP hält das für ein «bewährtes» Modell und will es auf Print und Online ausweiten. Das Gebührensplitting taugt indes schlecht als Vorbild. Die Medienfreiheit am Abgrund, <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/26/schlechtes-vorbild/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/26/schlechtes-vorbild/">Schlechtes Vorbild</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was sich die SP unter direkter Medienförderung vorstellt, existiert bereits seit Jahren als Gebührensplitting für Privatradio und -fernsehen. Auch hier werden nach amtlichen Vorgaben Konzessionen und Fördergelder verteilt. Die SP hält das für ein «bewährtes» Modell und will es auf Print und Online ausweiten. Das Gebührensplitting taugt indes schlecht als Vorbild.<br />
<span id="more-15201"></span><br />
Die Medienfreiheit am Abgrund, die SP-Forderungen ein Affront für die unabhängigen Medien. Seit die Sozialdemokraten am letzten Dienstag ihr <a href="http://www.sp-ps.ch/ger/Medien/Medienkonferenzen/2013/Medienkonferenz-und-Diskussion-zum-Positionspapier-Medienpolitik" target="_blank">Modell für die direkte Medienförderung</a> vorgestellt haben, gibt es eigentlich nur eine Reaktion: Ablehnung. Ausser der Partei selbst, sowie Vertreter von Wissenschaft und Gewerkschaften, scheint sonst niemand etwas mit den Vorschlägen anfangen zu können.</p>
<p>Doch jene Verleger, <a href="http://www.finanzen.ch/nachrichten/aktien/Medien--Verleger-Praesident-kontert-SP-Medien-Plan-2560606" target="_blank">die nun die Freiheit des freien Markts</a> bedroht sehen, sollten das Maul nicht allzu weit aufreissen. Waren es doch auch die Verleger, die staatlich definierte Sendegebiete, Leistungsaufträge – und vor allem: Gebührengelder für ihre defizitären Radio- und TV-Sender erfolgreich herbeilobbyiert hatten. Regionalfernsehen und Lokalradios sind seither ebenso «Staatsmedien», wie man dies der SRG gerne polemisch nachsagt. Eine ähnliche Empörungswelle, wie sie nun der SP entgegenschlägt, wäre nicht überliefert aus der Zeit als mit einem neuen Radio- und Fernsehgesetz gleich ganze Mediengattungen der staatlichen Regulierung unterworfen wurden.</p>
<p>Wenn die SP nun fordert, das Radio- und TV-Modell sei auf Zeitungen und Online-Medien auszuweiten, dann ist das infolge der technologischen und medienpolitischen Entwicklung zuerst einmal konsequent. Denn mit der geplanten Einführung einer allgemeinen Medienabgabe anstelle der geräteabhängigen Gebühren stellt sich automatisch die Frage, wer künftig zum bezugsberechtigten Kreis öffentlicher Gelder zählt. Wenn die Politik am Gebührensplitting festhält, dann wäre es nur folgerichtig, wenn auch Print und Online unterstützt würde. Die finanzielle Privilegierung von Privatradio und -fernsehen liesse sich unter den veränderten Vorzeichen nicht mehr legitimieren.</p>
<p>Eine Krux bleiben aber Verteilschlüssel und Vergabeprozedere. Wer kriegt weshalb wieviel Geld und was muss er dafür leisten? Die SP nennt in ihrem Papier die heute übliche Unterstützungspraxis bei Radio und Fernsehen ein «bewährtes Prinzip». Dieses Modell taugt aber nur beschränkt als Vorbild für eine weiterreichende direkte Medienförderung:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>Die Gebührenmillionen für Privatradio- und TV erzielen bestenfalls die Wirkung von lebenserhaltenden Massnahmen. Die meisten Regionalsender könnte <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/14/anpassung-an-die-realitaet/" target="_self">ohne Subventionen nicht überleben</a>. Entsprechend hält sich das publizistische Potenzial der Sender in Grenzen; sie haben zu viel Geld zum Sterben und zu wenig, um grosse Sprünge zu machen. Dass dies nicht automatische in die Forderung nach noch mehr Geld münden muss, zeigen zahlreiche Privatsender, die auch ohne Gebührenmillionen ansprechende Service-public-Leistungen bieten. So etwa der Branchenleader Tele Züri, der bei der Konzessionsvergabe leer ausging, oder am anderen Ende der Skala die zahlreichen Kleinstsender, wo mit wenig Geld, dafür umso mehr Engagement, Lokaljournalismus gepflegt wird, der sich vor der subventionierten Berichterstattung nicht verstecken muss.</li>
</ul>
<ul>
<li>Das Medienförderung schafft Rechtsunsicherheit. Mehr als sechs Jahre nach Inkrafttreten des Radio- und Fernsehgesetzes sind bei den Privatradios weiterhin zwei Konzessionsverfahren vor Gericht hängig. In den Regionen Aargau und Südostschweiz werden die bisherigen Radio-Konzessionsinhaber von Roger Schawinski herausgefordert und können sich nur auf eine provisorische Konzession abstützen. Für die Sender bedeutet dies eine grosse Unsicherheit; sie wissen nicht, ob es nach der nächsten Instanz heisst: fertig gesendet. Das ist für die Unternehmen ein unhaltbarer Zustand. Investitionen können nicht getätigt werden. Das schadet letztlich auch der Qualität, die ja eigentlich gefördert werden sollte mit dem Gebührengeld.</li>
</ul>
</blockquote>
<p>Für die weitere Diskussion über die direkte Medienförderung erweist sich das Gebührensplitting insofern als Glücksfall, als dass es deutlich aufzeigt, wo die Schwächen eines solches Systems liegen. Eine Weiterführung, respektive Ausweitung, im bisherigen Rahmen kann sicher nicht das Ziel sein. Sollte die Politik daran festhalten, auch private Medien mit Gebührengeldern zu alimentieren, kommt sie nicht darum herum, die Förderkriterien und -modalitäten grundlegend zu überdenken. Die Mängel an der bisherigen Praxis sind zu gravierend, als dass man damit das hehre Ziel der Qualitätsförderung anvisieren dürfte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2013/07/26/schlechtes-vorbild/">Schlechtes Vorbild</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>«Anpassung an die Realität»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/05/14/anpassung-an-die-realitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 May 2012 17:12:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Telesuisse]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Privatfernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Privatradio]]></category>
		<category><![CDATA[André Moesch]]></category>
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		<category><![CDATA[Regionalfernsehen]]></category>
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		<category><![CDATA[St. Galler Tablatt]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die wirtschaftliche Situation von Privatradio und Regionalfernsehen in der Schweiz habe sich in den letzten fünf Jahren «klar verbessert». Das sagt eine aktuelle Studie der Firma Publicom. Doch insgesamt bewegt sich der private Rundfunk finanziell weiterhin auf bescheidenem Niveau. Die Branchenvertreter haben sich damit abgefunden, dass ihre Sender grossmehrheitlich nur dank öffentlichen Geldern überleben. André <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/14/anpassung-an-die-realitaet/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/14/anpassung-an-die-realitaet/">«Anpassung an die Realität»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/02/dose.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" /> Die wirtschaftliche Situation von Privatradio und Regionalfernsehen in der Schweiz habe sich in den letzten fünf Jahren «klar verbessert». Das sagt eine aktuelle Studie der Firma Publicom. Doch insgesamt bewegt sich der private Rundfunk finanziell weiterhin auf bescheidenem Niveau. Die Branchenvertreter haben sich damit abgefunden, dass ihre Sender grossmehrheitlich nur dank öffentlichen Geldern überleben. André Moesch vom Regionalfernsehverband Telesuisse nimmt Stellung zur Studie und den Aussichten auf gelockerte Rahmenbedingungen.<br />
<span id="more-30479"></span><br />
Zuerst die gute Nachricht: Die Privatradios in der Schweiz stehen mehrheitlich auf gesunden Beinen. Als Indikatoren dafür gelten eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 42 Prozent sowie Cash Flows von 15 Prozent und mehr. Diese Zahlen hat die Firma Publicom im Auftrag der Branchenverbände und des Bakom zusammengetragen. Heute morgen wurde die <a href="http://www.publicom.ch/2012/05/14/wirtschaftliche-situation-im-schweizer-privatrundfunk/" target="_blank">Studie zur wirtschaftlichen Situation von Privatradio und Regionalfernsehen</a> in Bern der Öffentlichkeit vorgestellt.</p>
<p>Dann die weniger gute Nachricht: Der positive Gesamteindruck bei den Privatradios täuscht. Neben acht Sendern, die gemäss Studie als «hochrentabel» gelten, gibt es auch welche, die in argen Geldnöten stecken. Ein Muster für diese grossen Unterschiede konnten die Autoren der Studie keines erkennen. Weder spielt die Grösse des Senders für den wirtschaftlichen Erfolg eine Rolle – es gibt auch kleine die rentabel arbeiten –, noch dient die Einbindung in einen Medienverbund als Erklärung für gesunde Finanzen.</p>
<p>Und schliesslich die schlechte Nachricht: Für Regionalfernsehen gibt es in der Schweiz keinen Markt. Oder wie es André Moesch vom Branchenverband Telesuisse sagt: «Ohne Gebühren geht es überhaupt nicht.» Im Werbemarkt ist das einheimische Privatfernsehen mit einem mickrigen Gesamtumsatz von 36 Millionen Franken nahezu bedeutungslos. Zum Vergleich: Die Privatradios haben 2010 auf dem Werbemarkt 153 Millionen erwirtschaftet.</p>
<p>Was tun? Die Autoren der Studie schreiben in ihrem Fazit: «Die Eigenwirtschaftlichkeit der gesamten Branche bei gleichem Leistungsumfang dürfte aber ohne massive Änderungen der politischen Rahmenbedingungen ein kaum erreichbares Ziel bleiben.» Doch was heisst das in einem Markt, der keiner ist und politisch gewollt keiner sein soll? In der heutigen Medienordnung schliessen sich «Eigenwirtschaftlichkeit» und «politische Rahmenbedingungen» gegenseitig aus.</p>
<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://www.tvo-online.ch//files/moesch_andr__256x144.jpg" alt="" width="256" height="144" /> Für André Moesch, <a href="http://www.tvo-online.ch/index.php?article_id=18" target="_blank">Geschäftsleiter TVO</a> und Vize-Präsident von <a href="http://www.telesuisse.ch/de" target="_blank">Telesuisse</a>, ist das kein Widerspruch, sondern die Realität an die sich auch künftige Regulierung anpassen muss.</p>
<p><strong>Herr Moesch, haben Sie die Ergebnisse der Publicom-Studie überrascht?</strong><br />
In keiner Weise. Für mich hat die Studie sehr viel bestätigt, was ich eigentlich schon wusste. Am erstaunlichsten waren die deutlichen Unterschiede zwischen Radio und Fernsehen. Für mich hat das gezeigt: Fernseh machen ist doppelt so schwierig, wie Radio machen.</p>
<p><strong>Welche Schlüsse ziehen Sie aus der Studie?</strong><br />
Was jetzt schon klar ist, dass die Rahmenbedingungen für das Regionalfernsehen noch stärker ein Thema werden. Es geht letztlich um die Frage, wie man es in der Schweiz schafft, gesetzlich und finanziell die Regionalsender so aufzustellen, dass sie wirtschaftlich auf sicherem Boden stehen.</p>
<p><strong>Da sind ja schon ein paar Sachen angedacht. So soll mit der Revision der Radio- und Fernsehverordnung die Eigenfinanzierungsquote auf 30 Prozent gesenkt werden. Was bringt das?</strong><br />
Die geltende Regelung führt heute zu Problemen, wenn es Sender nicht schaffen, 50 Prozent ihrer Mittel auf dem Werbemarkt zu beschaffen. Dann erhalten sie nicht den vollen Gebührenanteil, der für den Sender vorgesehen wäre. Neu sollen sie nur noch 30 Prozent aus eigener Kraft erwirtschaften müssen, damit sie den vollen Gebührenbetrag erhalten. Wirtschaftlich wird sich das natürlich positiv auswirken. Allerdings sind davon nur wenige Sender betroffen. Mehr Geld in absoluten Zahlen wird es mit der neuen Regelung nicht geben. Es hilft aber besser auszuschöpfen, was den Sendern eigentlich zusteht. Es ist eine Anpassung an die Realität.</p>
<p><strong>Eine andere vorgesehene Erleichterung: Künftig sollen Regionalsender ihr Programm auch ausserhalb ihres Versorgungsgebiets ausstrahlen dürfen.</strong><br />
Das wird sicherlich einen positiven Effekt haben, weil die künstlichen Grenzen der Versorgungsgebiete aufgehoben werden. Das bringt ein bisschen mehr Zuschauer und etwas höhere Werbeerträge. Insgesamt ist das sicher der richtige Weg. Doch das Kerngeschäft der Regionalsender bleibt auch in Zukunft ihre Region. Dazu verpflichtet sie weiterhin der Leistungsauftrag für einen regionalen Service public.</p>
<p><strong>Aktuell gibt es 13 Versorgungsgebiete. Ist das auch in Zukunft eine sinnvolle Einteilung?</strong><br />
Wirtschaftlich würden kleinräumigere Strukturen, also zusätzliche Versorgungsgebiete, nicht funktionieren und grössere sind nicht mehr notwendig, wenn die Grenzen der Verbreitung aufgehoben werden. Damit werden sich die Sender automatisch so weit ausbreiten, wie sie es für sinnvoll halten.</p>
<p><strong>Anders gefragt: Sind 13 gebührenfinanzierte Regionalsender nicht ein paar zu viel?</strong><br />
Der Entscheid, in wie viele Versorgungsgebiete die Schweiz eingeteilt wird, hängt für mich davon ab, welche Kommunikationsräume es tatsächlich gibt. Nur so kann Regionalfernsehen seinen Zweck erfüllen. Als sprachregionale oder nationale Sender haben die Privaten keine Chance. Dieses Grundgesetz wird bleiben.</p>
<p><strong>Nun gibt es mit TeleZüri einen Sender, der ganz ohne Gebühren und ohne Konzession wirtschaftlich bestehen kann. Ist das die Ausnahme, die die Regel bestätigt?</strong><br />
TeleZüri funktioniert im Grossraum Zürich so gut, weil dies der grösste Wirtschaftsraum mit einem grossen Fernsehpublikum ist. In anderen Regionen würde das nicht funktionieren. In dem Sinn ist TeleZüri ein Einzelfall.</p>
<p><strong>Was können die Gebührensender von TeleZüri lernen?</strong><br />
Ich finde interessant zu beobachten, dass sich das Programm von TeleZüri nicht gross von denjenigen der gebührenfinanzierten Sendern unterscheidet: News und Talks in einer Stundenschlaufe, vielleicht ein bisschen mehr Unterhaltung, aber nicht in einem Mass, dass man sagen müsste, die spielen in einer anderen Fernsehkategorie. Das zeigt mir auch, dass dieses Konzept so falsch nicht sein kann, ob mit oder ohne Konzession.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/14/anpassung-an-die-realitaet/">«Anpassung an die Realität»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Angriff auf Privatradio und -fernsehen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/06/21/angriff-auf-privatradio-und-fernsehen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 14:26:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nun kommt sie also doch, die Initiative zur Abschaffung der Radio- und TV-Gebühren. Ein entsprechendes Begehren liegt bei der Bundeskanzlei zur Vorprüfung. So weit will nicht einmal Natalie Rickli gehen. Sie verlangt «nur» die Halbierung der Empfangsgebühren. Was bis jetzt wenig beachtet wurde: Die radikalen Forderungen würden mindestens ebenso hart wie die SRG auch die <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/21/angriff-auf-privatradio-und-fernsehen/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/21/angriff-auf-privatradio-und-fernsehen/">Angriff auf Privatradio und -fernsehen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/06/radio_alt.jpg" alt="" width="120" height="139" /> Nun kommt sie also doch, die Initiative zur Abschaffung der Radio- und TV-Gebühren. Ein entsprechendes Begehren liegt bei der Bundeskanzlei zur Vorprüfung. So weit will nicht einmal Natalie Rickli gehen. Sie verlangt «nur» die Halbierung der Empfangsgebühren. Was bis jetzt wenig beachtet wurde: Die radikalen Forderungen würden mindestens ebenso hart wie die SRG auch die privaten Radio- und Fernsehveranstalter treffen. Ihnen wollen Bürge und Rickli den Gebührenhahn komplett zudrehen. Die Betroffenen reagieren vorderhand gelassen auf den Angriff.<br />
<span id="more-28866"></span><br />
Je simpler eine politische Forderung, desto grösser das Risiko für Kollateralschäden. So auch im Fall der <a href="http://www.solidarische.ch/de/301/archives" target="_blank">Gebührenabschaffungsinitiative</a>, die mit gerade mal fünf Worten auskommt: «Der Bund erhebt keine Empfangsgebühren.» Der Thurgauer Informatiker This Bürge und seine Kleinstpartei «Solidarische Schweiz» wollen <a href="http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a93.html" target="_blank">Artikel 93</a> der schweizerischen Bundesverfassung um diesen Absatz ergänzen. Ein entsprechender Initiativtext liegt derzeit bei der Bundeskanzlei zur Vorprüfung, <a href="http://www.20min.ch/news/schweiz/story/20288818" target="_blank">wie 20 Minuten berichtete</a>. Bürge will den öffentlichen Rundfunk in seiner heutigen abschaffen. Was aber auch heisst: Nicht nur die SRG würde ihre Haupteinnahmequelle verlieren. Ebenso müsste der Grossteil der privaten Radio- und Fernsehveranstalter massiv Federn lassen und gar um seine Existenz bangen.</p>
<p>Sämtliche 13 Regionalfernsehen und ein Grossteil der Lokalradios erhalten zusammen <a href="http://www.ofcom.admin.ch/dokumentation/zahlen/03208/03215/index.html?lang=de" target="_blank">50 Millionen Franken</a> pro Jahr aus dem Gebührentopf. Der Betrag mag im Vergleich zu den 1,1 Milliarden für die SRG zwar als Bagatelle erscheinen. Doch im Einzelfall decken die 2 bis 3 Mio. Franken, die ein Sender erhält, bis zu 60 Prozent des Betriebsaufwands. Das gleiche Geld auf dem Werbemarkt zu erwirtschaften, wäre für die meisten Sender ein Ding der Unmöglichkeit.</p>
<p>Gebührenabschaffer Bürge ist sich der Folgen seiner Forderung bewusst und propagiert einen Neuanfang: «Wenn die Einnahmen aus Gebühren wegfallen, sind alle Radio- und TV-Stationen gleichgestellt», teilt Bürge auf Anfrage der MEDIENWOCHE mit. Zuerst habe er sich überlegt, ob die Empfangsgebühren einfach anders verteilt werden sollten, sei dann aber zum Schluss gekommen, dass dies in ein kompliziertes Subventionsverfahren münde; also Tabula rasa. Auf dem grünen Rasen soll eine neue Medienordnung entstehen – so denn die Initiative zustande kommen und in der Abstimmung angenommen würde. Zwei hohe Hürden, die bei aller vordergründigen Popularität des Anliegens kaum überwunden werden dürften, zumal die radikale Forderung von keiner relevanten politischen Kraft in der Schweiz geteilt wird.</p>
<p>Nicht einmal die SVP geht so weit, die Abschaffung des gebührenfinanzierten Rundfunks zu verlangen. Denn die Partei weiss nur zu gut, was sie der SRG zu verdanken hat. Nicht trotz, sondern wegen den öffentlichen Medien ist die Partei zu dem geworden ist, wie sie heute ist. Die von SVP-Nationalrätin Natalie Rickli mitlancierte <a href="http://www.gebuehrenmonster.ch/" target="_blank">Petition «Gebührenmonster»</a> fordert eine Festsetzung der Empfangsgebühren auf 200 Franken pro Haushalt und Jahr.</p>
<p>Während Rickli und ihre Mitstreiter für die SRG eine drastische Reduktion der Gebühren fordern, wollen sie den Privaten den Hahn komplett zudrehen. «Ich finde das Gebührensplitting grundsätzlich falsch: Die Privaten sollen gute Rahmenbedingungen haben, um wirtschaftlich zu arbeiten und sich nicht auch aus dem Gebührentopf bedienen», schreibt Rickli auf Anfrage der MEDIENWOCHE. Das heisst: keine 50 Millionen mehr pro Jahr für Regionalfernsehen und Lokalradios.</p>
<p>Die Konsequenzen wären absehbar: Ohne das Geld, das heute fliesst, kann die föderalistische Radiolandschaft, die das Parlament so gewollt hat, nicht aufrecht erhalten werden. Das sagt Martin Muerner, <a href="http://www.radiobeo.ch/team/programm.htm" target="_blank">Sendeleiter von Radio BeO</a> und Leiter der Gebührenradiogruppe Schweiz, ein Zusammenschluss aller Lokalradios mit Gebührenanteil. Dennoch hat Muerner keine Angst vor der radikalen Forderung: «Ich gehe davon aus, dass bei einer Teilrevision des Radio- und Fernsehgesetzes das föderalistische Modell mit dem Gebührensplitting als Marktausgleich nicht angetastet wird.» Das hätten ihm auch SVP-Exponenten versichert. Schliesslich befinde sich ein Grossteil der Gebührenradios in ländlichen Regionen, wo die Partei stark sei.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/21/angriff-auf-privatradio-und-fernsehen/">Angriff auf Privatradio und -fernsehen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Senderlos glücklich</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 22:01:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Tamedia hat gestern bekanntgegeben, seine vier Radio- und Fernsehsender verkaufen zu wollen. Gerüchteweise war davon bereits im Februar die Rede. Als möglicher Käufer für TeleZüri kommt allenfalls Ringier in Frage. Mit dem Abschied von Lokalradio und Regional-TV beendet Tamedia-Chef Martin Kall ein Kapitel, das seine Vorgänger mit viel Geld in der Hand aufgeschlagen hatten. Aufschlussreich ist <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tamedia hat gestern bekanntgegeben, seine vier Radio- und Fernsehsender verkaufen zu wollen. Gerüchteweise war davon bereits <a href="http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/ende-einer-television" target="_blank">im Februar die Rede</a>. Als möglicher Käufer für TeleZüri kommt allenfalls Ringier in Frage. Mit dem Abschied von Lokalradio und Regional-TV beendet Tamedia-Chef Martin Kall ein Kapitel, das seine Vorgänger mit viel Geld in der Hand aufgeschlagen hatten.<br />
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Aufschlussreich ist nicht nur, was jemand sagt, sondern auch, was er verschweigt. Wie im Fall von Tamedia-Unternehmensleiter Martin Kall. In seinem <a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/04/kall_2010.pdf" target="_blank">Kommentar zum vergangenen Geschäftsjahr</a> spricht Kall viel von Zeitungen und Onlinemedien. Radio und TV erwähnt er mit keinem Wort. Kein Wunder: Tamedia will seine vier <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Gemeinsame%20Unternehmensstrategie%20nach%20Zusammenschluss%20mit%20Edipresse%20Schweiz.aspx" target="_blank">Sender loswerden</a>, gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Kall hat sich wohl schon beim Verfassen des Geschäftsberichts mental von Telezüri, Telebärn, Radio 24 und Capital FM getrennt.</p>
<p>Der Abschied von der Rundfunksparte erscheint im Licht der Geschäftspolitik von Tamedia der letzten Jahre nur folgerichtig. Eine auf Gewinnoptimierung getrimmte <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Tamedia%20waechst%202010%20dank%20Z%C3%BCrcher%20Regionalzeitungen%20und%20Onlinemedien.aspx" target="_blank">Geldmaschine</a> (Gewinn 2010: 110 Mio. Fr.) verträgt keine Unternehmensteile, deren kommerzielles Entwicklungspotenzial beschränkt ist. Mit Radio und TV lässt sich in der Schweiz nicht das grosse Geschäft machen. Das hat zum einen mit dem vergleichsweise kleinen Markt in der Deutschschweiz zu tun und der gesetzlichen Reglementierung, die den Unternehmen klare kommerzielle und publizistische Leitplanken setzt. Zum anderen kostet die Fernsehproduktion mit ihrer aufwendigen Technik eine ganze Stange Geld. Davon kann Tamedia ein Lied singen: Vor zehn Jahren setzte der Konzern mit TV3 <a href="http://www.blick.ch/news/mit-flop-tv-112-millionen-verpulvert-aid4119" target="_blank">über 100 Millionen Franken in den Sand</a> und warf 90 Millionen auf für den Kauf von Telezüri und Radio 24.  Die Verantwortung für diese Entscheide trug Michel Favre als Konzernleiter. Unter der Führung von Martin Kall handelt Tamedia schnell und konsequent, wenn es auf der Habenseite mal nicht mehr ganz so rosig aussieht, wie sich Aktionariat und Besitzerfamilie das vorstellen. Das zeigte der Konzern in der Vergangenheit mehrmals mit Massenentlassungen bei seinen Zeitungen.</p>
<p>Wenn Tamedia nun bekanntgibt, seine vier Sender verkaufen zu wollen, hat das Signalwirkung für die ganze Branche. Denn es ist nicht ganz unerheblich, wenn das grösste private schweizerische Medienunternehmen Radio und Fernsehen als strategisch bedeutungslose Geschäftsfelder sieht. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein weiterer Grund, den Tamedia für seine Verkaufsabsichten nennt: Das Medienhaus will sich nicht ein weiteres Mal dem Konzessionsverfahren stellen, wenn die Sendebewilligungen für Schweizer Privatsender in acht Jahren neu vergeben werden. Seine Sender könnten dabei leer ausgehen, fürchtet Tamedia bereits heute.</p>
<p>Zumindest für Telezüri dürfte es kein Problem sein, einen Käufer zu finden. So hat Ringier das Interesse an einem eigenen TV-Sender angemeldet und Telezüri als potenziellen Kaufkandidaten genannt. Gut möglich, dass die beiden Unternehmen bereits hinter den Kulissen verhandeln. Schwieriger sieht es für die anderen drei Sender aus. Besonders für die beiden Berner Lokalmedien Telebärn und Radio Capital FM <a href="http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/TeleBaern-und-Capital-FM-hoffen-auf-einen-Kaeufer/story/29448093" target="_blank">dürfte es nicht einfach werden</a>, einen neuen Besitzer zu finden. Erst vor zwei Jahren wurden die Sender zusammen mit der Berner Zeitung BZ in das <a href="http://www.espacemedia.ch/em_de/aktuelles/meldungen/2008/2008_11_06_multimediahaus.php" target="_blank">neue Multimediahaus</a> in Bern integriert. Seither arbeiten die drei Medien eng zusammen, wobei Radio und Fernsehen vom journalistischen Know-how der BZ profitieren und die Zeitung Ton und Bild auf ihrer Website verwerten darf. Mit einem neuen Besitzer würden solche Kooperationen komplizierter, wenn nicht gar unmöglich. Ein Verkaufserfolg ist also alles andere als gewiss. Wenn Tamedia keine Käufer findet, müsste wohl mit der Schliessung des einen oder anderen Senders gerechnet werden.</p>
<p>Ob das ein Verlust für die Deutschschweizer Medien und die Meinungsvielfalt bedeuten würde, steht freilich auf einem anderen Blatt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/13/senderlos-glucklich/">Senderlos glücklich</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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