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	<title>Republik | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Sep 2022 10:05:13 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Klimajournalismus, Elektroschrott, Lobbyplattform</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Sep 2022 08:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
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		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Klimajournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Schub für Klimajournalismus Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht er? Die «Republik» schafft ein Klimalabor und holt David Bauer für die Leitung. Damit reiht sich das unabhängige Online-Magazin in die zunehmende Zahl jener Medien ein, die den Herausforderungen des Klimawandels das angemessene Gewicht beimessen wollen. «Die Klimakrise ist in ihrer Monstrosität <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-99346" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg" alt="" width="1456" height="488" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/MW-Good-Bad-Ugly-20220910b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></a></p>
<h3>The Good – Schub für Klimajournalismus</h3>
<p>Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht er? Die «Republik» schafft ein <a href="https://www.republik.ch/format/klimalabor" target="_blank" rel="noopener">Klimalabor</a> und holt <a href="https://www.davidbauer.ch/" target="_blank" rel="noopener">David Bauer</a> für die Leitung. Damit reiht sich das unabhängige Online-Magazin in die <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/26/antworten-auf-die-gretafrage-klimajournalismus-in-schweizer-redaktionen/">zunehmende Zahl jener Medien</a> ein, die den Herausforderungen des Klimawandels das angemessene Gewicht beimessen wollen. «Die Klimakrise ist in ihrer Monstrosität auch eine Krise für den Journalismus», schreibt die «Republik». Für die Bewältigung dieser doppelten Krise will man zusammen mit dem Publikum die passenden publizistischen Produkte entwickeln; passend im Sinn von: «klar, verlässlich, brauchbar».</p>
<p>Wenn es jemanden gibt, der dieser anspruchsvollen Aufgabe gewachsen ist, dann David Bauer. Von seinen bisherigen beruflichen Stationen, etwa als Leiter Visuals der NZZ oder zuletzt beim <a href="https://refind.com/" target="_blank" rel="noopener">Start-Up Refind</a>, bringt der ausgebildete Journalist die besten Voraussetzungen mit für die Leitung des Klimalabors.</p>
<p>Zu einem Erfolg kann das neue Projekt insbesondere dann werden, wenn die «Republik» nicht nur jene erreicht, die sowieso schon ein grösseres Bewusstsein für das Ausmass der Krise haben. Ein Mangel, den <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/25/den-redaktionen-fehlt-es-an-naturwissenschaftlicher-grundbildung/">Sara Schurmann</a>, Gründerin des <a href="https://klimajournalismus.de/" target="_blank" rel="noopener">Netzwerks Klimajournalismus</a>, in einer aktuellen <a href="https://uebermedien.de/76407/die-klimakrise-eskaliert-und-der-journalismus-kommt-nicht-hinterher/" target="_blank" rel="noopener">Bestandsaufnahme</a> beobachtet hat.<br />
</p>
<h3>The Bad – Katalogware für treue Kundschaft</h3>
<p>Als Abonnent, der einen anständigen Preis zahlt für eine (zumeist auch) anständig gemachte Zeitung, weiss man es grundsätzlich zu schätzen, wenn sich der Verlag dafür ab und zu erkenntlich zeigt. Allerdings kommt es darauf an, wie er das macht. Ein geschenktes Quartal nach zehn Jahren Abo-Dauer wäre zum Beispiel eine angemessene Treueprämie. Nicht so bei Tamedia.</p>
<p>Der Zürcher Zeitungsverlag bietet seiner treuen Kundschaft lieber vergünstigte Produkte aus einem Versandkatalog an. Vom «Brillenset mit auswechselbaren polarisierenden Brillengläsern» über die «Feuerkugel Erde RUSTY» für den Garten bis zur Skulptur «Einstein-Kopf mit goldener Zunge» findet man hier alles, was niemand braucht.</p>
<p>Auf Anfrage zeigt sich Tamedia zufrieden mit dem <a href="https://www.t-store.ch/de/" target="_blank" rel="noopener">T-Store</a>. «Die Umsätze entsprechen den Erwartungen», teilt Sprecher Philip Kuhn mit. Es gibt also tatsächlich Menschen, die dort einkaufen.</p>
<p>Für <a href="https://slicelysworld.wordpress.com/2022/09/07/stromkrise/" target="_blank" rel="noopener">Kopfschütteln</a> sorgte Tamedia diese Woche mit einem ganzseitigen <a href="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/09/t-store-scaled.jpeg" target="_blank" rel="noopener" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="">Inserat im «Bund»</a> für allerlei Stromfresser aus dem Versandkatalog: ein Heizstrahler, ein Raumentfeuchter, ein Wasserkocher – was man gerade so braucht in einer sich anbahnenden Energiekrise. Tamedia will damit nichts zu tun haben. «Die angebotenen Produkte werden nicht von Tamedia sondern den beteiligten Handelsfirmen zusammengestellt», erklärt Sprecher Kuhn.</p>
<p>Wenn es schon etwas aus diesem Katalog sein müsste für die stromknappe Zeit, dann wenn schon die Solarlaterne und der Puzzle-Tisch.</p>
<h3>The Ugly – Plattform für angeschlagenes Unternehmen</h3>
<p>Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei <a href="https://www.rnd.de/politik/huawei-und-das-geleakte-memo-gruender-klagt-ueber-schlechte-aussichten-in-china-IZ54D4AJUZC3VGP7PU54P3CFYA.html" target="_blank" rel="noopener">steht unter Druck</a>. Sein Unternehmen kämpfe ums «Überleben», hielt CEO Ren Zhengfei kürzlich in einer internen Notiz fest. Als einen der Gründe nannte der 77-Jährige die «Blockade durch die USA». Neben den USA haben zahlreiche andere Staaten, von <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/kanada-huawei-101.html" target="_blank" rel="noopener">Kanada über Schweden bis Japan</a>, das chinesische Unternehmen vom Ausbau des Mobilfunkstandards 5G ausgeschlossen, aus Sorge vor chinesischer Spionage.</p>
<p>Auch in der Schweiz mehren sich <a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223414" target="_blank" rel="noopener">Stimmen</a>, die einen restriktiveren Umgang mit Huawei fordern. Da kann es dem chinesischen Konzern nur gelegen kommen, wenn er sich auf einer prominenten Plattform im besten Licht darstellen kann. Als einer von vier Hauptpartnern (neben Google, APG und Ringier) der von <a href="https://digitalswitzerland.com/" target="_blank" rel="noopener">Digitalswitzerland</a> organisierten <a href="https://digitaltage.swiss/" target="_blank" rel="noopener">Digitaltage</a> erhält Huawei derzeit eine grosse Bühne. Im Magazin zur Veranstaltungsreihe, das Ringier verantwortet und mehreren seiner Publikationen beiliegt, kann sich der umstrittene Konzern in verschiedenen Formen artikulieren: Mit Inseraten für hippe Consumer-Produkte wie kabellose Kopfhörer, aber auch mit einem «Global Connectivity Index von Huawei» der in einem redaktionellen Beitrag als Quelle erscheint. Abgerundet wird der Auftritt mit einer fünfseitigen Publireportage, wo Huawei darlegen darf, wie das Unternehmen unser aller Leben besser machen will.</p>
<p>Auf die Frage der MEDIENWOCHE, ob es die Absicht von Ringier und Digitalswitzerland sei, einem Unternehmen den roten Teppich auszurollen, das politisch und wirtschaftlich stark unter Druck steht, antwortet eine Sprecherin dermassen nichtssagend, dass sich eine Wiedergabe des Statements erübrigt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/09/10/klimakompetenz-elektroschrott-lobbyplattform/">Klimajournalismus, Elektroschrott, Lobbyplattform</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Republik, Walder, Melzer</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/01/08/republik-walder-melzer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Jan 2022 11:29:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Nils Melzer]]></category>
		<category><![CDATA[Medienförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Walder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Die «Republik» und das Massnahmenpaket Mit der Abstimmung über die Medienförderung tun sich viele Medien schwer. Wenn etwa Tamedia «Die Informationsmedien stecken in der Krise» titelt, grenzt es an Realitätsverzerrung, dass im Artikel die Rolle des eigenen Unternehmens in dieser «Krise» unerwähnt bleibt. Bei den Journalist:innen spielen starke Gefühle mit in diesem <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/08/republik-walder-melzer/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220108b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-93864" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220108b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220108b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220108b-1024x343.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2022/01/MW-Good-Bad-Ugly-20220108b-768x257.jpg 768w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Die «Republik» und das Massnahmenpaket</h3>
<p>Mit der Abstimmung über die Medienförderung tun sich viele Medien schwer. Wenn etwa Tamedia «Die Informationsmedien stecken in der Krise» titelt, grenzt es an Realitätsverzerrung, dass im Artikel die <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/das-dilemma-der-schweizer-medien-in-vier-grafiken-531674576759?ref=refind" rel="noopener" target="_blank">Rolle des eigenen Unternehmens</a> in dieser «Krise» unerwähnt bleibt.</p>
<p>Bei den Journalist:innen spielen starke Gefühle mit in diesem Abstimmungskampf. Schliesslich erleben Medienschaffende hautnah, wie das Mediensystem bröckelt und bröselt. Deshalb geraten viele Texte dazu pathetisch – so hiess es in einer «Republik»-Kolumne vor ein paar Wochen etwa, es gehe «um Grundfragen von Aufklärung und Demokratie».</p>
<p>Umso vorbildlicher, findet die «Project R», die Trägerschaft der «Republik», nun einen Weg über den Grat, den die Medienabstimmung bedeutet: <a href="https://www.republik.ch/2022/01/05/mediengesetz/befragung" rel="noopener" target="_blank">Die Abonnent:innen fassen die Parole</a>. Wie ein Abstimmungsbüchlein informiert die «Republik» vor dem Entscheid über alle Fragen, die im Zusammenhang mit der vertrackten Vorlage aufkommen können. Das Online-Magazin, das die TX Group in der Vergangenheit als «Zerstörungsmaschine» bezeichnete, ist dabei im Dienst der Meinungsbildung über seinen Schatten gesprungen und ruft auch die Abonnent:innen dazu auf. Auf die Frage, ob in einer Situation, die die Medienkonzerne mitgeschaffen haben, nun «die Steuer­zahler Geld verlochen» sollen, antwortet die «Republik»: «Kommt darauf an, was sie wichtiger finden: ihren Stolz oder ein halbwegs funktionierendes Medien­system.»</p>
<h3>The Bad – Walder international</h3>
<p>Mit den Folgen von <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/07/affaere-walder-fahrlaessige-schuetzenhilfe/">Marc Walders verhängnisvoller Aussage</a> müssen sich auch Ringier-Journalist:innen in Rumänien rumschlagen. Ein Onlineportal hat über das Video berichtet, in dem Walder sagt, er habe die Medien des Konzerns gebeten, mit ihrer Corona-Berichterstattung die Regierung zu unterstützten. Das Onlineportal wirft flugs auch der Ringier-Boulevardzeitung «Libertatea» vor, alle Gegner:innen des Regierungskurses zu verunglimpfen. </p>
<p>Als Indiz, dass es so sei, wird aus einem gepfefferten Kommentar des rumänischen Ringier-Content-Chefs gegen den Patriarchen der rumänisch-orthodoxen Kirche zitiert. Doch im besagten Kommentar wird nicht nur dem Kirchenoberhaupt Wissenschaftsfeindlichkeit vorgeworfen, sondern auch der rumänische Staatspräsident für die zerfahrene Situation mit hunderten Pandemietoten pro Tag in Mitverantwortung genommen. Darüber hinaus hat «Libertatea» während der Pandemie diverse kritische Recherchen, etwa zur dubiosen Herkunft von Spitalmasken, veröffentlicht. Regierungstreue ist das nicht. </p>
<p>In Rumänien wäre eh die Frage: Treue zu welcher Regierung? Kürzlich nahm die dritte seit Pandemiebeginn ihre Arbeit auf. Im Welt-Demokratieindex gilt das Land als «unvollständige Demokratie» – so wie andere Länder, in denen Ringier aktiv ist, etwa Polen. Jeden Verdacht einer Regierungstreue von Ringier-Medien in Polen zerstreut die aktuelle «Weltwoche»: Es sei ein «offenes Geheimnis», dass die Ringier-Medien in Polen «systematisch die Opposition bevorzugen», heisst es dort in einem Artikel über die polnische Medienlandschaft. </p>
<h3>The Ugly – Melzers mangelnde Medienkompetenz</h3>
<p>Nils Melzer, der <a href="https://www.ohchr.org/en/issues/torture/srtorture/pages/nilsmelzer.aspx" rel="noopener" target="_blank">UNO-Sonderberichterstatter über Folter</a>, ist ein Verteidiger der Pressefreiheit. Ausdauernd gibt Melzer, der in Biel lebt, <a href="https://www.republik.ch/2020/01/31/nils-melzer-spricht-ueber-wikileaks-gruender-julian-assange" rel="noopener" target="_blank">Interviews zum Fall Assange</a>. Genauso ausdauernd betont er dabei, dass es ihm damit auch um die Pressefreiheit an sich geht. So einer Person schreibt man Medienkompetenz zu. Doch dem scheint nicht so zu sein.</p>
<p>Am Dienstag teilte Melzer ein Video auf Twitter mit seinen 50’000 Followern, das <a href="http://, mit seinen 50’000 Followern auf Twitter" rel="noopener" target="_blank">Polizeigewalt in den Niederlanden</a> zeigt. Dabei kündigte er direkt eine offizielle Intervention beim niederländischen Aussenministerium an und schrieb: «THIS SAVAGERY MUST STOP HERE AND NOW!» (Dt. Diese Grausamkeit muss hier und jetzt aufhören.) Doch «This Savagery» hatte bereits vor neun Monaten stattgefunden; die Strafverfolgung gegen die beteiligten Polizisten läuft bereits. Melzer hat das Video von einem Account namens «Visegrad24» retweetet, der sich zwar als «unabhängige News» bezeichnet, aber weder über Website noch Impressum verfügt. </p>
<p>Obwohl Melzer öffentlich darauf hingewiesen wurde, gestand er kein Missverständnis ein. Auch nicht, nachdem ihn die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/UN_Watch" rel="noopener" target="_blank">NGO «UN Watch</a>» wegen dem Verbreiten irreführender Information zum Rücktritt aufgefordert hat. Der MEDIENWOCHE sagt Melzer, er nehme die kritische Einschätzung seiner Medienkompetenz durch die MEDIENWOCHE zur Kenntnis. «Der Videoclip ist authentisch, das ist unhinterfragt. Man sieht eindeutig, dass es ein Fall von Folter ist.» Sein Tweet müsse im Kontext eines Tweets vom Tag davor gesehen werden, in dem er ein Video aktueller Polizeigewalt in den Niederlanden teilte und zum Einsenden von Beweisen aufrief. Darüberhinaus betont Melzer, dass seine Protestnote bei den Niederlanden mehr Beachtung finde – weil er sie auf Twitter ankündigte.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/01/08/republik-walder-melzer/">Republik, Walder, Melzer</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Republik, NetzCourage, SRF&#160;Sport</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/09/republik-netzcourage-srf-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Oct 2021 08:32:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Jolanda Spiess-Hegglin]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Red Bull]]></category>
		<category><![CDATA[SRF Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Netzcourge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Die Republik ist da, um zu bleiben Bereits im letzten Sommer war die Republik ein selbsttragendes Unternehmen, im Juni 2021 konnte es das Geschäftsjahr sogar mit einem Überschuss von 1,1 Millionen abschliessen. Aktuell verzeichnet das Onlinemagazin mit dem exakt richtigen Mass an Pathos rund 29’000 Abonennt*innen und Mitgliedschaften – 2000 mehr als <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/09/republik-netzcourage-srf-sport/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211009b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-91755" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211009b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211009b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211009b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Good-Bad-Ugly-20211009b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Die Republik ist da, um zu bleiben</h3>
<p>Bereits im letzten Sommer war die Republik ein selbsttragendes Unternehmen, im Juni 2021 konnte es das Geschäftsjahr sogar mit einem <a href="https://www.republik.ch/2021/10/08/republik-finanziert-sich-erstes-volles-jahr-komplett-aus-lesermarkt" rel="noopener" target="_blank">Überschuss von 1,1 Millionen</a> abschliessen. Aktuell verzeichnet das Onlinemagazin mit dem exakt richtigen Mass an Pathos rund 29’000 Abonennt*innen und Mitgliedschaften – 2000 mehr als nötig.</p>
<p>Dass die Republik solche Zahlen schreibt – in einer Zeit, in der andere Medien immer mehr mit Leser*innenschwund kämpfen und sich im Boxring der Medienförderung zu einem grossen Teil lieber gegenseitig aufs Dach geben, statt sich um ihren Journalismus zu kümmern –, dürfte nicht zuletzt am <a href="https://www.republik.ch/format/covid-19-uhr-newsletter" rel="noopener" target="_blank">«Covid-19-Uhr-Newsletter»</a> liegen, den die Redaktion kurz nach dem Start der Pandemie ins Leben gerufen hat: Die Journalist*innen lieferten in diesem kostenlosen Format jeden Tag unaufgeregt Tipps, schrieben persönliche Essays und führten immer wieder kurze Interviews mit Expert*innen. Nach einem halben Jahr Pause hiess es dann Mitte September, nachdem man damit gerechnet hatte, den Newsletter definitiv eingestellt zu haben: «Da sind wir wieder, verdammt.» Seither wird der Covid-Newsletter wieder jeden Montag verschickt. </p>
<h3>The Bad – NetzCourage verliert Promi-Präsidium</h3>
<p>Am Freitag kurz nach dem Mittag gab der Verein Netzcourage per <a href="https://archive.ph/HTRkd" rel="noopener" target="_blank">Medienmitteilung</a> bekannt, dass sich sowohl die SP-Politikerin Tamara Funiciello als auch Greta Gysin von den Grünen im gegenseitigen Einverständnis mit der Geschäftsleiterin Jolanda Spiess-Hegglin als Co-Präsidentinnen zurückziehen. Die Gründe dafür werden nicht konkret genannt: «​​Ihre Vorstellungen über die Ausrichtung des Vereins decken sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit den Vorstellungen der Geschäftsführerin», steht in der Mitteilung. Das lässt zumindest vermuten, dass den beiden Rücktritten persönliche Differenzen zugrunde liegen. </p>
<p>Das kann natürlich passieren und wäre an sich nicht weiter schlimm, jedoch: Wenn sich gleich zwei Parlamentarierinnen aus vielleicht persönlichen Gründen ihre Engagements zurückziehen, verliert der Verein, der sich gegen Hass im Netz und für die Betroffenen einsetzt, einen Grossteil seiner politischen Unterstützung. Ausser die Unterstützung der SVP – die hatte er nie. Und die Partei weibelt schon seit längerem dafür, dem Verein Gelder zu streichen. Nun könnte es in Bezug auf die erst kürzlich erhaltenen Bundesunterstützungsgelder in Zukunft aber tatsächlich klamm werden. Es bleibt zu hoffen, dass das «Bad» diese Woche ein scheuer Blick in eine dystopische Zukunft bleibt – denn, immerhin, Funiciello selbst sagte <a href="https://www.tagesanzeiger.ch/strategische-differenzen-gysin-und-funiciello-verlassen-verein-netzcourage-443310681618" rel="noopener" target="_blank">zum Tages-Anzeiger</a>: «NetzCourage hat massgeblich dazu beigetragen, dass ich heute noch Politik mache.»</p>
<h3>The Ugly – SRF übernimmt PR-Video von Red Bull</h3>
<p>In einem Steinbruch im deutschen Oetelshofen kämpften am Wochenende rund 400 Teilnehmende eines Mountainbike-Rennens um den Sieg. Die Stimmung ist aufgeheizt, das Adrenalin kocht hoch – und dann folgt der Kameraschwenk auf den grossen Schluck eines Teilnehmers aus einer Dose Red Bull, dem Hauptsponsor des Rennens. Der Getränkehersteller hat das <a href="https://www.redbull.com/ch-de/videos/red-bull-radical-video-recap" rel="noopener" target="_blank">PR-Video</a> vergangene Woche auf seiner Website veröffentlicht. So weit, so normal. </p>
<p>Bloss: Die gleichen Szenen folgten kurze Zeit später in einem <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sport-clip/video/ueber-lkw-reifen-holzstaemme-und-durch-schlamm-moderner-hindernislauf-auf-2-raedern?urn=urn:srf:video:bc25a5d9-de2d-45ad-a0aa-42070509742f&#038;aspectRatio=16_9" rel="noopener" target="_blank">Beitrag von SRF-Sport</a>, die Redaktion schien sich nicht einmal die Mühe zu machen, die Szene mit der offensichtlichen Red-Bull-Werbung herauszuschneiden. Wie bitte? Warum wird ein Video, das klar als PR für Red Bull gedreht wurde, nicht als solches gekennzeichnet und unbearbeitet in einem journalistischen Beitrag verwendet? </p>
<p>Auf Anfrage der MEDIENWOCHE sagt Susan Schwaller (Bild oben), Chefredaktorin von SRF Sport: «Das Bildmaterial wurde SRF Sport via Video-Agentur lizenz- und kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es bestanden keine Verpflichtungen bezüglich Bildnachweis gegenüber dem Urheber des Bildmaterials». Seitens der Agentur vielleicht nicht, seitens Verantwortung gegenüber dem SRF-Publikum und den journalistischen Leitlinien aber auf alle Fälle.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/09/republik-netzcourage-srf-sport/">Republik, NetzCourage, SRF Sport</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Warum Sie sehen, was Sie sehen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/05/15/warum-sie-sehen-was-sie-sehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 May 2021 08:35:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie arbeitet eigentlich eine Bildredaktorin? Oder: Wie bebildert man Sex, Covid und Konzern­verantwortungs­initiative?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie arbeitet eigentlich eine Bildredaktorin? Oder: Wie bebildert man Sex, Covid und Konzern­verantwortungs­initiative?</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/05/15/warum-sie-sehen-was-sie-sehen/">Warum Sie sehen, was Sie sehen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Republik, 20 Minuten, SRG</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/04/17/republik-20-minuten-srg/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Miriam Suter]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Apr 2021 07:02:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[20 Minuten]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>The Good – Mit Gratis-Newsletter zum Geschäftserfolg Bereits seit letztem Sommer ist das Online-Magazin «Republik» mit 25’000 Verleger*innen finanziell selbsttragend. Heikel wurde es aber zum Jahresbeginn 2021: In den ersten drei Monaten laufen die meisten Abonnements ab. In diesem Frühjahr erreichte die «Republik» eine rekordverdächtige Erneuerungsquote von 82 Prozent und zählt jetzt über 28’000 Abonennt*innen. <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/17/republik-20-minuten-srg/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-87774" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/04/MW-Good-Bad-Ugly-20210417b-1024x343.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Mit Gratis-Newsletter zum Geschäftserfolg</h3>
<p>Bereits seit letztem Sommer ist das Online-Magazin «Republik» mit 25’000 Verleger*innen finanziell selbsttragend. Heikel wurde es aber zum Jahresbeginn 2021: In den ersten drei Monaten laufen die meisten Abonnements ab. In diesem Frühjahr erreichte die «Republik» eine rekordverdächtige Erneuerungsquote von 82 Prozent und zählt jetzt über 28’000 Abonennt*innen. Zum ersten Mal seit der Gründung 2018 schliesst das junge Magazin ein Geschäftsjahr <a href="https://project-r.construction/newsletter/2021-04-12-nicht-stehen-bleiben" rel="noopener" target="_blank">mit schwarzen Zahlen</a> ab. Der Covid19-Newsletter, den die Redaktion seit letztem März ein Jahr lang täglich gratis verschickte, hat einen guten Teil zum Erfolg beigetragen: Rund 3500 Newsletterabonnent*innen entschieden sich, ein Abo bei der Republik abzuschliessen. Die No-Bullshit-Strategie der Redaktion,scheint also aufzugehen: Der Businessplan ging von sieben Jahren aus, bis die Gewinnschwelle erreicht wird. Die Republik hat es in vier geschafft.</p>
<h3>The Bad – Hass und Rassismus gegen Reporterin</h3>
<p>Vergangenes Wochenende versammelten sich hunderte Gegner*innen der Coronamassnahmen- in Altdorf zu einer unbewilligten Demonstration. Die Reporterin Dafina Eshrefi berichtete für «20 Minuten» live vor Ort – oder versuchte es zumindest. In einem <a href="https://www.20min.ch/story/schaemen-solltet-ihr-euch-alles-was-ihr-schreibt-ist-gelogen-246043472401" rel="noopener" target="_blank">Erlebnisbericht</a> beschreibt sie, wie es ihr erging, als sie versuchte, ihren Job zu machen. Der Plan war, ein paar Stimmen von Demonstrant*innen einzufangen. Sie beschreibt, wie sie schon zu Beginn als «Lügenpresse» beschimpft wird: «Alles, was ihr schreibt, ist gelogen», schrie ihr ein Demonstrant entgegen, später wirft jemand mit einem Stein nach dem Kameramann, der sie begleitete. </p>
<p>Für Journalist*innen ist die Berichterstattung seit der Coronakrise weltweit unangenehmer geworden, Angriffe häufen sich. Gemäss «Reporter ohne Grenzen» RSF habe das Misstrauen und der Hass gegenüber Medienschaffenden auch in der Schweiz zugenommen. Das sei eigentlich eher untypisch für unser Land, lässt sich Bettina Büsser von RSF im Erlebnisbericht zitieren. Man höre vermehrt von verbalen und physischen Angriffen auf Journalist*innen. Bei Eshrefi entschuldigte sich zwar ein Mann dafür, dass er ihr den Stinkefinger gezeigt hat. Eine Demonstrantin aber erkundigte sich, ob Eshrefi Albanerin sei. Nachdem diese die Frage bejahte, rief sie der Reporterin nach: «Passt lieber auf, sonst droht euch das Gleiche wie den Albanern im Kosovo-Krieg!»</p>
<h3>The Ugly – Zu gutes Zeugnis für die SRG</h3>
<p>Am Freitagmorgen informierte die SRG-Spitze über die Ergebnisse der Untersuchungen der <a href="https://www.srgssr.ch/de/news-medien/news/belaestigungsvorwuerfe-berichte-der-externen-untersuchungen-liegen-vor-die-srg-setzt-massnahmen-um" rel="noopener" target="_blank">Belästigungsvorwürfe</a> beim Westschweizer RTS. Die Vorwürfe gegen drei leitende und prominente Mitarbeiter, die «Le Temps» letztes Jahr publik machte, wurden von externen und unabhängigen Stellen geprüft. Ergebnis: ein «gravierendes Fehlverhalten» habe man seitens der verantwortlichen Stellen nicht feststellen können. Obwohl SRG-Präsident Jean-Michel Cina vor laufender Kamera bestätigte, dass SRG-Direktor Gilles Marchand seine «sekundäre Aufsichtsverantwortung zu wenig wahrgenommen» hat. </p>
<p>Marchand und RTS-Direktor Pascal Crittin bleiben also im Unternehmen. Und sie wurden nicht müde, zu betonen, wie leid ihnen das alles tue, was passiert sei und dass man bei der SRG eine strikte «Nulltoleranz bezüglich Belästigungen in jeglicher Form» pflege. Ein Blick in den Untersuchungsbericht zeigt: Man hatte damit gerechnet, dass sich etwa 30 Personen bei den externen Stellen melden – am Ende waren es 230. Und das, obwohl die SRG eigentlich seit Jahren über interne Organe verfügt, wo man Belästigungen und Mobbing melden kann. </p>
<p>Darin liege die eigentliche Erkenntnis des Untersuchungsberichts, schreiben die Verantwortlichen: Es scheine ein «tiefes Unbehagen unter den Mitarbeitenden» zu geben. Weiter wird ein Fall beschrieben, in dem eine «vorgesetzte Person» über Jahre hinweg von ihren Mitarbeitenden immer wieder Beschwerden über das Verhalten einer bestimmten Person erhalten habe – aber in keiner Form darauf einging. Das stelle allerdings ebenfalls kein «schwerwiegendes Fehlverhalten» dar: </p>
<p>Jahrelange Meldungen der eigenen Mitarbeitenden schlichtweg zu ignorieren ist das eine und an sich schon skandalös genug. Dann aber öffentlich von einer «Nulltoleranz» zu sprechen, ist blanker Hohn. Für die SRG ist die Sache noch längst nicht ausgestanden. Ein weiterer Untersuchungsbericht wird im Juni folgen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/04/17/republik-20-minuten-srg/">Republik, 20 Minuten, SRG</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Jahr Corona in der «Republik» – wo irrten wir, wo lagen wir richtig?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/01/28/ein-jahr-corona-in-der-republik-wo-irrten-wir-wo-lagen-wir-richtig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2021 11:10:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Krisen wie eine Pandemie sind eine Heraus­forderung für den Journalismus. Wir ziehen Bilanz (I/IV): Wie alles begann.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Krisen wie eine Pandemie sind eine Heraus­forderung für den Journalismus. Wir ziehen Bilanz (I/IV): Wie alles begann.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/28/ein-jahr-corona-in-der-republik-wo-irrten-wir-wo-lagen-wir-richtig/">Ein Jahr Corona in der «Republik» – wo irrten wir, wo lagen wir richtig?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Kritik an Verleger Pietro Supino: Die Westschweizer Abrechnung mit dem Tamedia-Konzern</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/01/03/kritik-an-verleger-pietro-supino-die-westschweizer-abrechnung-mit-dem-tamedia-konzern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Jan 2021 14:22:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Pietro Supino]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Heidi.news]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer zwölfteiligen Serie stellt die neue «Le Temps»-Crew den Zürcher Medienkonzern an den Pranger. Die Recherche scheint allerdings nicht ergebnisoffen, sondern auf Verhärtung angelegt zu sein.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/03/kritik-an-verleger-pietro-supino-die-westschweizer-abrechnung-mit-dem-tamedia-konzern/">Kritik an Verleger Pietro Supino: Die Westschweizer Abrechnung mit dem Tamedia-Konzern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer zwölfteiligen Serie stellt die neue «Le Temps»-Crew den Zürcher Medienkonzern an den Pranger. Die Recherche scheint allerdings nicht ergebnisoffen, sondern auf Verhärtung angelegt zu sein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/01/03/kritik-an-verleger-pietro-supino-die-westschweizer-abrechnung-mit-dem-tamedia-konzern/">Kritik an Verleger Pietro Supino: Die Westschweizer Abrechnung mit dem Tamedia-Konzern</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Früher war es auch nicht besser</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Hugenschmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 May 2017 07:53:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Untergangsrhetorik der «Republik» zum Zustand der Schweizer Medien kann mehr schaden als sie dem neuen Medienprojekt zu nützen vermag. Christoph Hugenschmidt, Journalist und Gründer eines unabhängigen IT-Magazins, über Zerrbilder einer verklärten Vergangenheit. Wer ein Abo über #3000 hat, ist ein Loser. Das ist die Botschaft der Freunde und Bekannten, die mir stolz, ungefragt und <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/">Früher war es auch nicht besser</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Untergangsrhetorik der «Republik» zum Zustand der Schweizer Medien kann mehr schaden als sie dem neuen Medienprojekt zu nützen vermag. Christoph Hugenschmidt, Journalist und Gründer eines unabhängigen IT-Magazins, über Zerrbilder einer verklärten Vergangenheit.<br />
<span id="more-33133"></span><br />
Wer ein Abo über #3000 hat, ist ein Loser. Das ist die Botschaft der Freunde und Bekannten, die mir stolz, ungefragt und noch vor den Begrüssungsküsschen zeigen, dass sie zu den ersten gehören, die ein «Republik»-Abo gelöst haben. Noch besser ist ein cooles Schwarz-weiss-Foto samt mega-rebellischem Statement auf der Webseite von Republik, in dem die Worte Journalismus, unabhängig, neu, Demokratie, Mut oder so vorkommen.</p>
<p>Kein Zweifel: Die Leute vom Project R wissen, wie man eine sackstarke Online-Offline-Kampagne führt. Doch stimmen die Aussagen, mit denen sie werben? Ist es wahr, dass «früher» der Journalismus besser war und deshalb mehr Demokratie gewesen sei? Stimmt es, dass nur die «Republik» den unabhängigen Journalismus und damit die Demokratie vor der Barbarei retten kann? Bullshit.</p>
<p>«Früher» hatten Journalisten sichere Jobs und waren gut bezahlt als Dank dafür, dass sie die Zeitungsseiten vollschrieben, in die man die fetten Bünde mit Wohnungs-, Stellen- oder Auto-Anzeigen stecken konnte. Ein gewisses Mass an Nonkonformismus war erlaubt, zu kritische Texte oder Recherchen nicht.</p>
<p>Die meisten hielten sich daran, denn wer wollte schon enden wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Schmid_(Autor)" target="_blank" rel="noopener">beispielsweise Erich Schmid</a>, der ab 1986 nicht mehr für den Tages-Anzeiger schreiben durfte. Sein Vergehen: Er hatte in seinem Buch «Verhör und Tod in Winterthur» aufgedeckt, wie die Verhörmethoden der Polizei in Winterthur zum Selbstmord einer jungen Frau und einer absurden Anklage gegen den angeblichen Rädelsführer geführt hatten. Und er erlaubte sich erst noch, die Resultate seiner Recherchen an einer Pressekonferenz bekannt zu machen. Oder wer wollte das Schicksal des Fotografen Klaus Rózsa teilen, der von gewissen Medienkonzernen keine Aufträge mehr erhielt, dafür Morddrohungen (die in in mindestens einem Fall in einen Telefonapparat im Polizeihauptquartier Urania gesprochen wurden)?</p>
<p>Mein Glaube an den «Qualitätsjournalismus» wurde schon 1977 nachhaltig erschüttert, als sämtliche Schweizer Medien die brutalen Angriffe der Polizeien auf Demonstranten vor dem zukünftigen AKW Gösgen ignorierten und dafür das Polizeicommuniqué abschrieben.</p>
<p>Ein letztes Beispiel: 1992 identifizierte die Zürcher Stadtregierung den «ausländischen Drogenhändler« als Verursacher allen Übels und brachte sich damit aus der Schusslinie der Kritik an der städtischen Drogenpolitik. Die grosszügig dotierten, noch gänzlich unabgebauten und vielfältigen Redaktionen sangen unisono das Lied der Behörden und produzierten täglich passende Empörungsgeschichten. Recherchiert und differenziert haben andere, etwa die WOZ. Seither folgt ein Abbau der Grundrechte nach dem anderen und die (damals noch) extreme Rechte bewirtschaftet das Thema anhaltend erfolgreich.</p>
<p>Die Analyse, dass Journalismus für die grossen Medienkonzerne an Bedeutung verloren hat, ist richtig. Doch gibt es deshalb gar keinen guten Journalismus mehr? Muss die Kampagne für die «Republik» suggerieren, nur sie werde den Journalismus retten, neu erfinden, Verantwortung übernehmen und die Demokratie gegen die Barbarei schützen?</p>
<p>Natürlich gibt es guten Journalismus auch in Zeiten des Bullshit-News-Journalismus à la «Blick am Abend« und der Zusammenlegung der Redaktionen in der Tamedia-Tageszeitungen. Der Abopreis der NZZ lohnt sich nur schon wegen der Türkei-Berichterstattung, es gibt tolle Sachen in «Reportagen», es gibt die WOZ und ihren Recherchierfonds oder die «Rote Anneliese» aus den Wallis. «Surprise» wird immer besser, auf Vice gibt es manchmal sogar Berichte über Demos und Krawalle, die nicht in der Kommunikationsabteilung der Polizei geschrieben wurden. Und im Netz tummeln sich jede Menge von engagiert und gut gemachten (Special-Interest)-Online-Zeitungen.</p>
<p>Guten Journalismus gibt es aber auch bei einer Mediengruppe, welche die «Republik» nicht erwähnt: der SRG. Das «Echo der Zeit« ist konstant stark, auf SRF 4 News gibt es die wöchentlichen Berichte aus der Romandie und dem Tessin, das Schweizer Fernsehen macht(e) wirklich gute Hockey-Berichterstattung, die «Rundschau» und auch die Regionaljournale bieten manchmal guten Stoff.</p>
<p>Die Behauptung, nur die «Republik» könne uns vor Blocher retten, ist gefährlich. Der reiche Mastermind aus Herrliberg will sich vielleicht eine gefügige Zeitungsgruppe zusammenkaufen. Vielleicht noch mehr möchten er und seinesgleichen aber die SRG aushungern. Die Behauptung, es gebe nirgends mehr guten Journalismus, wird nicht helfen, die öffentliche Finanzierung von Schweizer Radio und Fernsehen zu verteidigen.</p>
<p><small>Der Autor ist Mitgründer der unabhängigen Online-Wirtschaftszeitung <a href="http://www.inside-it.ch/frontend/insideit" target="_blank" rel="noopener">inside-it.ch</a>. Er arbeitet dort als Reporter und Geschäftsführer des Verlags. Als ehemaliges Mitglied der <a href="http://www.augenauf.ch/" target="_blank" rel="noopener">Menschenrechtsgruppe augenauf</a> in Zürich machte er gemischte Erfahrungen mit dem sogenannten Qualitätsjournalismus.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/">Früher war es auch nicht besser</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>«Wir wollen mehr Wertschätzung für den Journalismus»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/05/20/wir-wollen-mehr-wertschaetzung-fuer-den-journalismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 May 2017 07:52:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Arezina]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Höchner]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Sugimoto]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das zehnköpfige Zürcher Start-up-Projekt R will die Schweizer Medienwelt umkrempeln oder ihr mit dem digitalen Magazin Republik zumindest etwas entgegensetzen. Geschäftsführerin Susanne Sugimoto, Community-Verantwortlicher Richard Höchner und Kampagnenmanagerin Andrea Arezina verraten im Gespräch, wie sie das Projekt ohne Werbung finanzieren, wie viel Mitspracherecht Geldgeber haben und welche Rolle die Community spielt. Das Crowdfunding für Projekt <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/20/wir-wollen-mehr-wertschaetzung-fuer-den-journalismus/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/20/wir-wollen-mehr-wertschaetzung-fuer-den-journalismus/">«Wir wollen mehr Wertschätzung für den Journalismus»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das zehnköpfige Zürcher Start-up-Projekt R will die Schweizer Medienwelt umkrempeln oder ihr mit dem digitalen Magazin Republik zumindest etwas entgegensetzen. Geschäftsführerin Susanne Sugimoto, Community-Verantwortlicher Richard Höchner und Kampagnenmanagerin Andrea Arezina verraten im Gespräch, wie sie das Projekt ohne Werbung finanzieren, wie viel Mitspracherecht Geldgeber haben und welche Rolle die Community spielt.<br />
<span id="more-29239"></span><br />
<strong>Das Crowdfunding für Projekt R hat in den ersten Stunden und Tagen Rekorde gebrochen. Nach zwei Wochen zählen Sie nun über 11 000 Mitglieder und haben über 2,8 Millionen Franken gesammelt. Haben Sie mit einem solchen Erfolg gerechnet?</strong><br />
SUSANNE SUGIMOTO: Nein, wir zuletzt. Als ich kurz nach dem Start des Crowdfundings eine Medienmitteilung schrieb, musste ich ständig die Zahlen anpassen. Unser Adrenalin-Pegel stieg, als wir sahen, wie die Zahlen rasend schnell nach oben kletterten.<br />
RICHARD HÖCHNER: Am ersten Tag hatten wir auf unserer Website über 300 Refreshes auf dem Statuszähler – pro Sekunde! Wir waren baff und mussten das erstmal verarbeiten. Hand aufs Herz: Keiner von uns hat mit diesem Start gerechnet. Der Erfolg schafft uns in vielerlei Hinsicht Raum, hat ein bisschen Druck aus allem genommen, packt diesen aber auf andere Art wieder drauf. Dieser Zuspruch ist zugleich Auftrag und Verantwortung, ein Mandat, das wir erfüllen wollen.</p>
<p><strong>Haben Sie keine Angst, dass das ein einmaliger Anfangs-Hype war, der wieder abflauen könnte?</strong><br />
SUGIMOTO: Natürlich macht man sich auch solche Gedanken. Wissen können wir nicht, wie sich alles weiterentwickeln wird. Es gibt auch Leute, die abwarten. Dort liegt noch Potenzial für die Zukunft. Durch den Crowdfunding-Erfolg haben wir vorerst eine kleine Sicherheit. Weitere Sicherheit ergibt sich aus unserer Organisation.</p>
<p><strong>Diese besteht aus Genossenschaft und AG. Wie soll die Zusammenarbeit aussehen?</strong><br />
SUGIMOTO: Die AG produziert und vertreibt das Magazin, das sich auf dem freien Markt beweisen muss. Die Genossenschaft ist gemeinnützig. Sie ist für die Weiterentwicklung des Journalismus und allgemeine Debatten rund um Medien zuständig. Die Genossenschaft besitzt maximal 49 Prozent der Republik-AG-Aktien. Somit sind die, die nun Mitglied bei der Genossenschaft werden, gewissermassen an der AG mitbeteiligt. Die restlichen Anteile besitzen Gründer sowie Mitarbeitende, und maximal 20 Prozent gehören den Investoren.</p>
<p><strong>Wie viel Einfluss haben die Investoren?</strong><br />
SUGIMOTO: Praktisch keinen. Sie tätigen ihre Investitionen ohne Gewinnabsicht und stellen uns ihr Geld zur Verfügung. Sobald Republik selbsttragend ist, starten wir mit der Rückzahlung der Investitionen.</p>
<p><strong>Und wie viel Mitspracherecht haben die Abonnenten, von denen jeder Mit-Verleger ist?</strong><br />
SUGIMOTO: Die Redaktion ist grundsätzlich unabhängig. Inputs von Lesern werden wir aber ernst nehmen. Unser Community-Management, das in der Genossenschaft stattfindet, ist weiter gefasst als in anderen Medien.</p>
<p><strong>Wie sieht dieser andere Community-Ansatz aus?</strong><br />
HÖCHNER: Wir sehen Leser nicht nur als User, sondern als Menschen, mit denen wir Begegnung auf Augenhöhe wollen. Vor uns liegt eine Spielweise, auf der wir Interaktionsformate austesten können, sowohl digital wie auch offline. Unsere Ideen gehen weit über klassische Kommentarspalten hinaus. Wir wollen einen regen Austausch im Netz, aber auch vor Ort mit der Community. In den nächsten Wochen gehen wir raus, um mit Menschen über unser Projekt zu sprechen und einen Eindruck davon zu bekommen, was die Leute bewegt, was sie möchten, welche Fragen sie haben.</p>
<p><strong>Das Communitybuilding scheint bisher gut zu funktionieren. Auch das eine Überraschung?</strong><br />
HÖCHNER: Es freut uns wahnsinnig, dass die Community jetzt schon so stark ist. Mit dem Crowdfunding hatte jeder die Gelegenheit, ein Statement zu veröffentlichen und sein Foto hochzuladen. Über 3000 haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. 3000 Fragen, Wünsche, Inputs, Bemerkungen – ein starkes Signal und für uns wertvolles  Arbeitsmaterial.</p>
<p><strong>Was haben Sie mit den gesammelten Daten vor?</strong><br />
SUGIMOTO: Die demografischen und geografischen Daten sowie die Aussagen sind ausschliesslich für den internen Gebrauch gedacht. Wir werden sie in den nächsten Wochen systematisch auswerten. Sie liefern uns wichtigen Input.</p>
<p><strong>Können Sie ohne diese Auswertung bereits sagen, wer die Menschen sind, die Project R und Republik unterstützen?</strong><br />
HÖCHNER: Wir haben eine heterogen aufgestellte Community mit unterschiedlichen Meinungen. Diese Diversität freut uns sehr. Wir sehen uns schliesslich als Initiatoren von Debatten.</p>
<p><strong>Haben Sie ein Beispiel für Input von aussen?</strong><br />
SUGIMOTO: Gewisser Input ist nicht angenehm, aber wertvoll. So wurde uns schon vorgeworfen, dass wir eine elitäre Haltung einnehmen, dass wir den Journalismus neu erfinden wollen. Wir kritisieren das System – und nicht die zahlreichen guten Journalisten, die sich in diesem bewegen.</p>
<p><strong>Wie sollte sich das herrschende Mediensystem in Ihren Augen verändern?</strong><br />
HÖCHNER: Uns geht es darum, wieder mehr Wertschätzung für den Journalismus zu schaffen. Wie in der Musik- und Filmindustrie hat auch in der Medienbranche die Digitalisierung in einem ersten Schritt zu einer Erosion des Markts geführt. In den gesamten Produktionsprozess wollen wir nun wieder mehr Wert bringen, vor allem die prekären Produktionsbedingungen sind ein Thema, das auf den Tisch gehört. Der Rücklauf beim Crowdfunding zeigt doch, dass Menschen bereit sind, für guten Journalismus Geld zu bezahlen.</p>
<p><strong>Also werden Sie keine schlecht bezahlten Praktikanten engagieren?</strong><br />
SUGIMOTO: Wir bieten nicht die klassischen Praktikumsplätze an, sondern Ausbildungsplätze. Die Auszubildenden bekommen die Hälfte des Einheitsgehalts, das im Moment alle Mitarbeitenden bekommen. Qualität soll ihren Preis haben, und das fängt schon bei den Auszubildenden an.</p>
<p><strong>Andere Medien bieten auch Qualitätsjournalismus, und trotzdem erleiden sie finanziell massive Einbussen. Warum wird das der Republik nicht passieren? </strong><br />
HÖCHNER: Wir haben ein Geschäftsmodell, das so bis jetzt in der Schweiz nicht existiert. Wir werden ein digitales Magazin sein mit tiefen Vertriebskosten und müssen keiner Werbelogik entsprechen. So kann der Grossteil der Einnahmen direkt in den Journalismus fliessen. Wir haben einen Business-Plan, wir haben Kapital – und wir finanzieren uns über die Leserinnen und Leser. Wenn wir einen guten Job machen, werden diese uns hoffentlich auch weiterhin unterstützen.<br />
SUGIMOTO: Niemand kann heute sagen, wie sich die Preise für digitale Medien entwickeln werden. Entwickeln sich die Preise negativ, habe wir durch die Genossenschaft im Hintergrund eine gewisse Sicherheit. Ob das funktioniert? In einem Jahr wissen wir mehr. Im Januar kommen wir mit unserem Produkt auf den Markt, dort muss es sich beweisen.</p>
<p><strong>Nicht alle können ein neues Magazin mit neuen Strukturen schaffen. Was sollten diejenigen, die Sie als Lenker des Systems kritisieren, Ihrer Meinung nach anders machen?</strong><br />
SUGIMOTO: In die Publizistik investieren! Und in neue Technologien. Die Leser sollten Königinnen und Könige sein, nicht die Werbekunden. Natürlich machen das manche bereits.<br />
Höchner: Die Geschwindigkeit müsste gedrosselt werden, Leser werden heute mit Schnellfutter überflutet. Die Komprimierungsleistung und die Reflektionsansätze fehlen.</p>
<p><strong>Was würden Sie selbst tun, wenn die Abozahlen stark sinken würden?</strong><br />
SUGIMOTO: Darauf können wir jetzt noch keine Antwort geben. Wir müssen uns die Flexibilität erhalten, situativ entscheiden zu können. Wachstum ist immer asymptotisch, jeder Marketingzyklus geht irgendwann auch nach unten. Wir werden uns sicher noch Marketingkompetenz ins Boot holen und das Angebot eventuell ausweiten, sei das mit einem vertieften Wirtschaftsteil oder mit Veranstaltungen. Auf jeden Fall werden wir unseren Grundsätzen treu bleiben.</p>
<p><strong>Was müsste geschehen, damit Sie sagen: Das Vorhaben ist gescheitert?</strong><br />
SUGIMOTO: Wir haben keine Kristallkugel, darum ist eine seriöse Antwort schwierig.</p>
<p><strong>Sie haben verkündet, in den nächsten Jahren 22 000 Abonnenten gewinnen zu wollen. Wie sieht Ihr Marketingkonzept aus, um das Projekt langfristig unter die Leute zu bringen?</strong><br />
ANDREA AREZINA: Das Marketingkonzept wird langfristig sein mit herausragenden Inhalten, das übergeordnete Ziel und somit den Journalismus als vierte Gewalt im Staat zu stärken. Um an das Ziel zu kommen, läuft die Kampagne unterstützend, im Moment mit Fokus auf das Crowdfunding. Der Schwerpunkt liegt zurzeit klar bei der Community und ihrer Partizipation.</p>
<p><strong>Was ist an dieser Kampagne besonders?</strong><br />
AREZINA: Jede Kampagne birgt das Risiko, sie zu verlieren – und die Chance auf einen Sieg. Was diese Kampagne und auch andere erfolgreiche Kampagnen auszeichnet, ist das Team dahinter. Wenn es gelingt, das übergeordnete Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, ist schon viel geschafft.</p>
<p><strong>Der Aufbau einer Marke beginnt ja weit vor einer Kampagne. Wie war Ihre Herangehensweise?</strong><br />
SUGIMOTO: Der Markenaufbau war ein gutes Stück Arbeit, die wir intern sehr ernst genommen und mit externen Partnern diskutiert haben. Zum Glück haben viele schon in der einen oder anderen Form an solchen Marken-Prozessen mitgearbeitet. Wir haben viel debattiert. Jetzt sind wir alle verliebt in das, was wir gemeinsam geschaffen haben. Etwa unsere Schrift namens Republik.Serife.<br />
HÖCHNER: Wir haben bewusst eine Schrift gewählt, die aneckt, die nicht stromlinienförmig daherkommt.</p>
<p><strong>Und wie lief die Namensfindung ab?</strong><br />
SUGIMOTO: Wir haben lange diskutiert und immer mehr verdichtet, bis noch sechs Namen zur Auswahl standen. Der Prozess hat mehrere Monate in Anspruch genommen.<br />
Höchner: Wir haben auch Experten um Rückmeldung gebeten, denn der Name «Republik» ist nicht ganz unverfänglich. Das alles abzuklären, brauchte Zeit.<br />
Sugimoto: Beim Design, bei der Logo-Kreation war es ähnlich. Tobias Peier von Bodara hat an vielen Sitzungen mit verschiedenen Campaignern teilgenommen. Mit dem Manifest war der Ablauf ähnlich. Wir haben geschrieben, diskutiert, bis wir alle sagen konnten: «Ja, jetzt stimmt es, jetzt fühlt es sich einfach richtig an.»</p>
<p><strong>Nicht nur die Marke haben Sie selbst aufgebaut. Auch im technischen Bereich gehen Sie neue Wege. Warum ist dafür ein eigenes CMS nötig?</strong><br />
HÖCHNER: Freiheit in der Darstellung journalistischer Inhalte ist für uns zentral. Auch weil wir unsere Community anders mit einbeziehen möchten, müssen wir technische Möglichkeiten haben, die es so ab der Stange nicht gibt. Ausserdem lebt der Brand vor allem im Netz, daher haben wir hohe Ansprüche an die Qualität. Da ist auch die User Experience immens wichtig: Vier Clicks sind oft drei zu viel.<br />
SUGIMOTO: Dass die IT und die Redaktion besonders eng zusammenarbeiten sollen, war von Anfang an klar. Ein wichtiger Punkt ist das Sichtbarmachen von Daten, das wird auf Republik.ch eine grosse Rolle spielen.</p>
<p><strong>Trotzdem viel Aufwand…</strong><br />
HÖCHNER: Wir fühlen uns dem Open-Source-Ansatz verpflichtet, darum müssen wir auch nicht ganz bei null anfangen. Im Gegenzug stellen wir unsere Entwicklungen anderen zur Verfügung. Wir sind auch im Gespräch mit anderen Klein-Medien, wie man die technischen Möglichkeiten für alle nutzbar machen könnte.</p>
<p><strong>Sie haben verkündet, Ihr Team nun erweitern zu wollen. Wie sehen die nächsten Schritte aus?</strong><br />
SUGIMOTO: Wir stellen zunächst weitere IT-Entwickler ein. Das Redaktionsteam formiert sich selbstständig, dort beginnen die Gespräche im Sommer. Die ersten Journalisten werden im Oktober starten. Wir wollen das Team nicht von heute auf morgen vergrössern, sondern Schritt für Schritt, damit wir die Neuen gut integrieren können.</p>
<p><strong>Wie gehen Sie die Wachstumswelle an?</strong><br />
SUGIMOTO: Wenn ein Unternehmen wächst, gehören Wachstumsschmerzen dazu. Bis jetzt waren wir im Start-up-Modus, das wird sich ändern.<br />
Höchner: Man sollte bewusst zwischen Zeiten unterscheiden, in denen man aufmacht, Gedanken sammelt, diskutiert und solchen, in denen man zumacht und jeder sich auf seinem Fachgebiet spezifischen Aufgaben widmet.</p>
<p><strong>Zu guter Letzt: Wie bewertet die Konkurrenz Ihren Erfolg?</strong><br />
SUGIMOTO: Wir hatten letztens ein Treffen mit anderen kleinen Medien, und die bestätigen uns, dass wir in erster Linie keine Konkurrenz sind, sondern der gesamten Medienlandschaft Schub verleihen.<br />
HÖCHNER: Genau, wenn wir es schaffen, dass Menschen für guten Journalismus Geld bezahlen, kommt das den Medien insgesamt zugute.</p>
<p>Interview: Nora Dämpfle / Ann-Kathrin Schäfer. Der Artikel wurde zuerst veröffentlicht in der Werbewoche vom 19. Mai 2017.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/20/wir-wollen-mehr-wertschaetzung-fuer-den-journalismus/">«Wir wollen mehr Wertschätzung für den Journalismus»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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