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	<title>Sonntag | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
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		<title>1.6 Kilogramm Altpapier</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Edith Hollenstein]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jun 2011 13:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Altpapier]]></category>
		<category><![CDATA[Der Sonntag]]></category>
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		<category><![CDATA[Felix E. Müller]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sonntagszeitungen landen spätestens am Montag im Altpapier, während klassische Wochenzeitungen eine mehrtägige Haltbarkeit haben. Warum sind Zeitungen mit «Sonntag» im Titel so rasch vergänglich? Und weshalb positioniert sich kein Sonntagstitel als Wochenzeitung? Über die Bedeutung von Sport und Samstagsaktualität und die unterschätzte Langlebigkeit. Am Sonntag kaufe ich Zeitungen. Weil ich noch immer herkömmlich lese, wiegt <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/26/1-6-kilogramm-altpapier/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sonntagszeitungen landen spätestens am Montag im Altpapier, während klassische Wochenzeitungen eine mehrtägige Haltbarkeit haben. Warum sind Zeitungen mit «Sonntag» im Titel so rasch vergänglich? Und weshalb positioniert sich kein Sonntagstitel als Wochenzeitung? Über die Bedeutung von Sport und Samstagsaktualität und die unterschätzte Langlebigkeit.</strong></p>
<p>Am Sonntag kaufe ich Zeitungen. Weil ich noch immer herkömmlich lese, wiegt meine Sonntagslektüre sage und schreibe 1.619 Kilogramm, denn ich kaufe die «SonntagsZeitung», die «NZZ am Sonntag», den «Sonntag» und den «Sonntagsblick». Nach dem Aussortieren der Werbebeilagen bleiben noch 0.955 Kilogramm und ich weiss aus Erfahrung: Lange muss ich sperrige Papierlast nicht ertragen, denn die Sonntagszeitungen landen spätestens am Montag auf dem Altpapier-Stapel. «Weshalb», frage ich mich, «liegen sie eigentlich nicht eine Woche lang im Wohnzimmer wie klassische Wochenzeitungen, wie etwa die «Weltwoche», die «WoZ», «Die Zeit» oder der «Spiegel»?</p>
<p>Martin Spieler, Chefredaktor der «SonntagsZeitung», will nicht gelten lassen, dass sein Produkt, bereits am Wochenstart zu Makulatur wird. «Unsere Geschichten haben eine lange Haltbarkeit. Das belegen entsprechende Leserbefragungen». Als Beispiel nennt er die alle zwei Jahre publizierte, repräsentative Bundnutzungsstudie. Diese zeige, dass einzelne Bünde auf die Seite gelegt und auch noch unter der Woche genutzt werden. «Die Werte reichen von 12,3 Prozent beim Nachrichtenbund bis zu 34,5 Prozent beim Bund «Wissen», der bis Donnerstag gelesen wird.»</p>
<p>Ähnlich argumentiert Felix E. Müller, Chefredaktor der «NZZ am Sonntag»: «Unsere Zeitung wird, wie wir aus Befragungen und auch von anekdotischen Beobachtungen wissen, durchaus als Wochentitel genutzt. Das heisst, dass die Zeitung im Gegensatz zur Konkurrenz nicht am Sonntagabend ins Altpapier wandert, sondern bundweise im Verlauf der Woche gelesen wird.»</p>
<p>Okay, zugegeben: Einzelne Seiten habe ich auch schon auf dem Nachttisch oder in der Laptop-Tasche untergebracht, um sie dann am Montag oder Dienstag im Tram zu lesen. Doch hier interessiert die Frage: Wie unterscheiden sich die Sonntagszeitungen von den klassischen Wochenzeitungen? Wäre es überhaupt möglich, zum Beispiel die «NZZ am Sonntag» als Wochenzeitung zu positionieren? «Man müsste im Titel auf den Begriff &#8218;Sonntag&#8216; verzichten und die Zeitung letztlich zu einem Magazin umwandeln, das am Sonntag erscheint», sagt Chefredaktor Müller. Ein Magazin hätte aber aufgrund der längeren Produktionszeiten den Nachteil, dass kaum Samstagsaktualität berücksichtigt werden könnte. Man würde also ein Magazin ohne aktuellen Sport am Sonntag verkaufen, was sicher nicht optimal wäre.</p>
<p>Die Unterschiede zwischen Sonntagszeitungen und klassischen Wochenzeitungen liegen also vor allem in der Aktualität. Trotz gleicher Periodizität orientieren sich die Sonntagszeitungen am samstäglichen Geschehen. Dies im Gegensatz zu den an Wochentagen erscheinenden Wochenzeitungen (Donnerstag: «Weltwoche», die «WoZ», «Die Zeit». Montag: «Spiegel»), welche auf tagesaktuelle Berichterstattung verzichten. «Sonntagszeitungen schliessen letztlich die Lücke, welche Tageszeitungen aus demselben Verlag am siebten Tag hinterlassen. Sie übernehmen damit die gleiche Funktion wie eine Tageszeitung &#8211; einfach mit dem Unterschied, dass aufgrund der längeren Lesedauer am Sonntag mehr Hintergrund- und Lifestyle-Berichte publiziert werden», sagt Manuel Puppis, Oberassistent am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich.</p>
<p>Die Aussagen der beiden Chefredaktoren zeigen: Die Sonntagszeitungen setzen vor allem auf die Tatsache, dass wir Leser am Sonntag genügend Zeit haben, um Zeitung zu lesen – Zeit für samstagsaktuelle Texte, Recherchen und Hintergrundberichte. Mit dieser Positionierung fahren die Sonntagszeitungen gut und dies soll auch so bleiben. «Sie sollen sich nicht als klassische Wochenblätter positionieren», sagt Kurt W. Zimmermann, Medienexperte und ehemaliger Chefredaktor der «SonntagsZeitung». «Die Samstagsaktualität ist ihr grosser USP. Anders als Wochenzeitschriften sind Sonntagsblätter durch den aktuellen Tagesbezug nicht dem Risiko der Beliebigkeit ausgesetzt, sondern haben ein zwingendes Leseargument. Die Samstagsaktualität, wie man immer wieder sieht, ist auch der wichtigste Treiber der Verkaufsauflage.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/26/1-6-kilogramm-altpapier/">1.6 Kilogramm Altpapier</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Ein heilsamer Schock</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 09:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für das linke Basel war der Besitzerwechsel der Basler Zeitung ein Schock; wie sich nun zeigt ein heilsamer. Als Reaktion auf den publizistischen Kurswechsel entstand das Projekt zur Gründung einer neuen Wochenzeitung mit tagesaktueller Online-Ausgabe. Und die Konkurrenz aus dem Aargau schläft auch nicht und intensiviert die Berichterstattung. Traumhafte Verhältnisse im kleinen Basel: Statt einer <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/06/ein-heilsamer-schock/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Für das linke Basel war der Besitzerwechsel der Basler Zeitung ein Schock; wie sich nun zeigt ein heilsamer. Als Reaktion auf den publizistischen Kurswechsel entstand das Projekt zur Gründung einer neuen Wochenzeitung mit tagesaktueller Online-Ausgabe. Und die <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/01/vom-aargau-uber-liestal-an-den-rhein/" target="_blank">Konkurrenz aus dem Aargau</a> schläft auch nicht und intensiviert die Berichterstattung. Traumhafte Verhältnisse im kleinen Basel: Statt einer langweiligen stehen dem Publikum bald zwei Tageszeitungen und eine Sonntagszeitung zur Auswahl. Doch ist die BaZ wirklich ein «SVP-Kampfblatt», wie es sogar <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010%2F09%2F09%2Fa0139&amp;cHash=0e6da50ebe" target="_blank">in der Berliner «taz»</a> zu lesen war? Ein Blick in die Zeitung zeigt Überraschendes.<br />
<span id="more-28850"></span><br />
Schweizer Medien berichten nicht oft über Medien oder über die Kreise, die hinter Zeitungen stehen. Es sei denn, es geht um Publikationen, die explizit nicht links sind. Dann überbieten sie sich mit Artikeln. Die «NZZ am Sonntag» hat mit <a href="http://www.nzz.ch/_impressum_benini_francesco_1.468.html?independent=true">Francesco Benini</a> sogar eigens einen Journalisten dafür. Sobald sich etwas bewegt in der Medienszene und Roger Köppel, Markus Somm oder Christoph Blocher daran beteiligt sind, schreibt er Artikel, die nicht nur viel beachtet, sondern auch, wichtig für die Sonntagszeitungen, viel zitiert werden. Fast ebenso fleissig beobachtet die Lage der «Tages-Anzeiger» mit <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/stichwort/autor/maurice-thiriet/s.html">Maurice Thiriet</a>. Die Online-Portale greifen die Recherchen dann begierig auf und machen sie gerne grösser, als sie wichtig sind.</p>
<p>Heftig waren die Reaktionen, als die BaZ verkauft wurde. <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010%2F09%2F09%2Fa0139&amp;cHash=0e6da50ebe">«Noch ein SVP-Kampfblatt»</a>, stöhnte die deutsche «taz». Martin Lüchinger, SP-Präsident Basel-Stadt, war <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Basels-Linke-entsetzt-ueber-den-neuen-BaZChefredaktor-Markus-Somm/story/28138404">«entsetzt»</a>. Und der Basler Regierungsrat Christoph Brutschin (SP) warnte davor, die Ansprüche des Basler Bürgertums zu unterschätzen und prophezeite mit einem <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Redaktion-der-Basler-Zeitung-wagt-Machtprobe-mit-den-Verlegern-/story/15803171">«einseitig rechtskonservativen Kurs»</a> schon mal einen Einbruch bei den «Abonnenten und wohl auch Inserenten». <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/baz-eigner_tettamanti_mag_nicht_nach_basel_reisen_1.8451619.html">Ausserdem</a> wurde die Auslieferung der Zeitung sabotiert und Investor Tito Tettamanti verkaufte seine Anteile, nachdem das linke Bündnis BastA! dazu aufgerufen hatte, ihn bei einem Vortrag mit Trillerpfeifen zu empfangen.</p>
<p>Was steht da denn in diesem angeblichen «SVP-Kampfblatt», zum Beispiel am Freitag, 3. Juni? Den Titel und die Seiten 2 und 3 füllt einer, mit dem sich Psychologiestudentinnen beschäftigen müssen: C.G. Jung (seine Beziehung zu Basel, war er ein Antisemit?). Dann kommen je zwei Seiten Schweizer Politik, internationale Politik, Meinung und Wirtschaft. Über fünf Seiten dagegen werden dem Sport, dem Lokalen und Kultur/Wissen eingeräumt. Das Team Politik, Meinung und Wirtschaft verliert also mit 8:15 Seiten gegen das Team Basel, Sport und Kultur. Darüber mag jetzt jeder selbst nachdenken.</p>
<p>Was ist mit den Inhalten? Die Basler Zeitung war mal bis weit in den deutschen Raum hinein für ihr herausragendes Feuilleton bekannt. Heute kann sie daran wohl nur noch an einzelnen Tagen anknüpfen, in der Regel geht es nun im Kulturteil um lokale Ereignisse (am 3.6. um eine Skulptur in der Heuwaage und einen Pianisten im Basler Musiksaal, immerhin zwei Spalten werden einer Performance in Zürich! eingeräumt). Ein deutliches Zeichen für eine Hinwendung zur Populärkultur ist der Bericht über das «Schätzeli der Nation», Francine Jordi, die den Mann gewechselt hat. Was sich abschreckend anhört und auch eher was für den Klatschteil ist, liest sich dann gar nicht so uninteressant, hat doch Journalistin Andrea Fopp tatsächlich Mitglieder des Jodlerklubs und des Eurovision-Fanclubs dazu befragt. Auch wenn es viele Kulturredakteure nicht wahrhaben wollen: Das sind die Texte, die gelesen werden.</p>
<p>Von der Wahl zum Fifa-Chef berichtet (am 1. Juni) der Blatter-kritische, freie Sportjournalist <a href="http://www.jensweinreich.de/">Jens Weinreich</a>. Anders als die Weltwoche: Dort empfing Sepp Blatter seinen späteren PR-Mann Walter De Gregorio (siehe <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/20/das-bewerbungschreiben/">MEDIENWOCHE vom 20. April</a>) zusammen mit Roger Köppel zu einem Interview, das man je nach Standpunkt als Schwimmen gegen den Mainstream oder Gefälligkeit auslegen kann.</p>
<p>Ein Glanzstück sind die beiden Meinungsseiten. Links unten kommen die Leser zu Wort, rechts in der Mitte prangt die «Carte Blanche», wo sich kluge Leute, die schreiben können, obwohl sie keine Redaktoren sind, zu einem selbstgewählten Thema äussern können. Warum bloss liest man in Schweizer Printprodukten so wenige Texte von Branchenfremden? So oft sind es diese Texte, die neue Denkanstösse geben. Auch Politiker kommen in der BaZ regelmässig zu Wort &#8211; gerade bei Fachthemen sind diese viel lesenswerter als das, was ein Redaktor mit Zeitmangel sich kurz mal angelesen hat.</p>
<p>Die sich wandelnde BaZ hat nicht nur die stockkonservative Lokalelite aus ihrem isolationistischen Tiefschlaf geweckt, sie hat sie auch dazu ermuntert, <a href="http://www.bachmannmedien.ch/newsroom/medieninfo/projektbasel.html">selbst eine Zeitung anzukündigen</a>, hinter der sie auch wirklich stehen kann. Wie das Publikum auf die beiden Produkte in Zukunft reagiert, wird sich weisen. Vielleicht wird der Markt einer von beiden den Tod bescheren &#8211; schöner wäre es, für das Publikum und die Journalisten, wenn die neue publizistische Auswahl erhalten bleibt.</p>
<p>Die alte, zum Einschlafen langweilige BaZ ist auf jeden Fall Geschichte. Gut so. Die Medienlandschaft braucht nicht nur ein Basel, sie braucht viele Basel. Weil profilierte Produkte nur im Wettbewerb entstehen. Und Selbstzufriedenheit nur Langeweile schafft.</p>
<p><small>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/paytonc/5331789788/">Flickr/paytonc</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">CC BY-Lizenz</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/06/ein-heilsamer-schock/">Ein heilsamer Schock</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Vom Aargau über Liestal an den Rhein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2011 22:39:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die AZ Medien dringen weiter nordwärts vor. Mit der «Sonntag»-Ausgabe für beide Basel und dem Ausbau der wochentäglichen Berichterstattung der Basellandschaftlichen Zeitung für das untere Baselbiet treten die AZ Medien nicht nur auf dem Lesermarkt in direkte Konkurrenz zur BaZ, sondern schaffen auch attraktive Arbeitsplätze für wechselwillige BaZ-Journalisten. Damit öffnet sich das nächste Kapitel in <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/01/vom-aargau-uber-liestal-an-den-rhein/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2011/06/azmedien.jpg" class="alignleft" width="120" height="120" /> Die AZ Medien dringen weiter nordwärts vor. Mit der «Sonntag»-Ausgabe für beide Basel und dem Ausbau der wochentäglichen Berichterstattung der Basellandschaftlichen Zeitung für das untere Baselbiet treten die AZ Medien nicht nur auf dem Lesermarkt in direkte Konkurrenz zur BaZ, sondern schaffen auch attraktive Arbeitsplätze für wechselwillige BaZ-Journalisten. Damit öffnet sich das nächste Kapitel in der schwierigen Beziehung zwischen Aarau und Basel.<br />
<span id="more-28846"></span><br />
Zuerst verliess der stellvertretende Chefredaktor Urs Buess die BaZ und nun geht auch der erst vor kurzem als Leiter der aufgestockten Bundeshausredaktion eingesetzte Christian Mensch. Beide übernehmen tragende Rollen bei neuen Medienprojekten, die als direkte Konkurrenz zur BaZ aufgebaut werden: Buess wird <a href="http://www.bachmannmedien.ch/newsroom/medieninfo/projektbasel.html" target="_blank">Chefredaktor</a> einer <a href="https://medienwoche.ch/2011/04/15/wer-hats-erfunden/" target="_self">neuen Wochenzeitung</a> in Basel und <a href="http://azmedien.ch/_medien/archiv_medienmitteilungen/2011/2011-05-27_MM_Christian-Mensch_Der-Sonntag_Ausgabe-beider-Basel.pdf" target="_self">Mensch übernimmt die Leitung</a> der «Sonntag»-Ausgabe der basellandschaftlichen Zeitung, die ab August auch über das Kerngebiet der BaZ, die Stadt Basel berichten wird. Für BaZ-Chefredaktor Markus Somm ist die Welt trotz dieser prominenten Abgänge in Ordnung. Als Erzliberaler findet Somm die neue Situation auf dem Medienplatz Basel mit den beiden Konkurrenten in spe «irrsinnig gut», wie er gegenüber <a href="http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/regionaljournal-basel-baselland-wochengast/117398.sh10180741.html" target="_blank">dem Regionaljournal DRS sagte</a>. Denn «Konkurrenz belebt, Konkurrenz ist gut, wir müssen uns mehr anstrengen. Das ist nur positiv.» Doch Konkurrenz und freier Markt heisst auch: Es gibt Sieger und Verlierer. Noch weiss niemand, wie sich der Medienplatz Basel und insbesondere der Zeitungsmarkt mit dem Auftritt der neuen Akteure entwickeln wird.</p>
<p>Klar ist indes, dass die AZ Medien noch weiter ins Stammrevier von Platzhirsch Basler Zeitung vordringen, nachdem sie bereits vor vier Jahren einen grossen Schritt nordwärts gemacht haben mit der Integration der Basellandschaftlichen Zeitung bz ins AZ-Kopfblattsystem; überhaupt nicht zur Freude der Basler Zeitung. Vom <a href="http://archiv.onlinereports.ch/2006/BZkooperationAZ.htm" target="_blank">«Auftakt eines Zeitungskriegs»</a> sprach der damalige BaZ-Verleger Matthias Hagemann. Ähnlich martialische Töne vernimmt man heute keine mehr aus Basel, obwohl die jüngsten Schritte der AZ Medien von ähnlicher Tragweite sind, wie damals die Partnerschaft mit der bz. Auch in Aarau hält man den Ball flach und will nichts wissen von einem Powerplay, um der BaZ das Leben schwerzumachen. «Wir verfolgen eine bestehende, grundsätzliche Strategie und intensivieren die Marktbearbeitung in einer Region, in der wir Auflagenpotenzial sehen», teilt Christoph Bauer, CEO der AZ Medien, auf Anfrage der MEDIENWOCHE mit. Im vergangenen Jahr suchten der damalige BaZ-Verleger Martin Wagner und AZ-Verleger Peter Wanner nach <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=90075" target="_blank">Kooperationsmöglichkeiten</a> der beiden Medienunternehmen. Um einen Zusammenschluss der beiden Verlagshäuser sei es dabei aber nie gegangen, sagte Wagner im letzten August. Mit dem jüngsten Schritt der Aargauer stehen die Zeichen wieder stärker auf Konkurrenz als auf Kooperation. Doch mit Tamedia steht der BaZ weiterhin eine starke Partnerin an der Seite, die nicht nur Inhalte liefert in Form von «Magazin» und Newsnetz, sondern auch für Werbeeinnahmen sorgt über die Anzeigenkombination <a href="http://www.mytamedia.ch/mediadaten/zeitungen/kombinationen/metropool/profil.html" target="_blank">«Metropool»</a>.</p>
<p>Ob es für die BaZ mit der neuen Konkurrenz ungemütlich wird, hängt nicht zuletzt von ihr selbst ab. Solange nicht klar ist, ob der <a href="https://medienwoche.ch/2011/03/16/die-baz-und-ihr-trojanisches-pferd/" target="_self">unbekannte Investor</a> vor allem an einer politischen Dividende interessiert ist, die er mit den Kommentaren von Chefredaktor Markus Somm regelmässig ausbezahlt erhält, oder ob er auch ein gutes Geschäft machen will, lassen sich in der Akte BaZ entscheidende Fragen nicht beantworten. Das könnte sich bald ändern: <a href="http://www.onlinereports.ch/News.117+M5e9b4c52ce4.0.html" target="_blank">Gemäss onlinereports.ch</a> will Moritz Suter, VR-Präsident der Basler Zeitung Medien, Transparenz schaffen und einen Investor präsentieren, der mit offenen Karten spielt.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/06/01/vom-aargau-uber-liestal-an-den-rhein/">Vom Aargau über Liestal an den Rhein</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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