<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Südostschweiz | MEDIENWOCHE</title>
	<atom:link href="https://medienwoche.ch/tag/suedostschweiz/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://medienwoche.ch</link>
	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Thu, 21 Oct 2021 19:56:22 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>
	<item>
		<title>Szenen einer Familie: Die Lebruments und ihre Medien</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2021/10/21/szenen-einer-familie-die-lebruments-und-ihre-medien/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2021/10/21/szenen-einer-familie-die-lebruments-und-ihre-medien/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin von Wyl]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Oct 2021 15:06:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Lebrument]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=92032</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hanspeter Lebrument, der Patriarch der Schweizer Medienbranche, hat die Somedia-Geschäfte der nächsten Generation übergeben. Wie geht es dem Familienunternehmen und seinen Medien? Ein Besuch in Chur. Auf der Vorderseite, bei der Autobahn, wirkt das Churer Medienhaus wie Teil der Agglo-Hölle. Doch die Glasfront im Büro von Susanne Lebrument eröffnet eine ganz andere Perspektive: Viel Grün, <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/21/szenen-einer-familie-die-lebruments-und-ihre-medien/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/21/szenen-einer-familie-die-lebruments-und-ihre-medien/">Szenen einer Familie: Die Lebruments und ihre Medien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hanspeter Lebrument, der Patriarch der Schweizer Medienbranche, hat die Somedia-Geschäfte der nächsten Generation übergeben. Wie geht es dem Familienunternehmen und seinen Medien? Ein Besuch in Chur.</strong><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-92061" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Somedia-Lebrument-20211021b.jpg" alt="" width="1456" height="976" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Somedia-Lebrument-20211021b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Somedia-Lebrument-20211021b-300x201.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Somedia-Lebrument-20211021b-768x515.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Somedia-Lebrument-20211021b-1024x686.jpg 1024w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2021/10/MW-Somedia-Lebrument-20211021b-470x315.jpg 470w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /><br />
Auf der Vorderseite, bei der Autobahn, wirkt das Churer Medienhaus wie Teil der Agglo-Hölle. Doch die Glasfront im Büro von Susanne Lebrument eröffnet eine ganz andere Perspektive: Viel Grün, Berghänge, ein paar Schafe weiden, der Verkehrslärm bleibt ferne Erinnerung. Leider könne sie die Aussicht kaum geniessen, sagt die 49-jährige Medienmanagerin. Von ihrem Vater habe sie gelernt: «Immer unterwegs, immer bei den Kunden sein.» Sie weist der MEDIENWOCHE einen Platz zu in ihrem Büro und verschwindet noch einmal. «Konsolidierte Jahresrechnung» steht auf der Broschüre, die direkt vor dem zugewiesenen Platz liegt. Ein spannendes Dokument, denn <a href="https://www.somedia.ch/home/" target="_blank" rel="noopener">Somedia</a> hat zuletzt 2016 einen Jahresbericht mit Geschäftszahlen <a href="https://grheute.ch/2017/08/15/versiegelt-somedia-kommuniziert-jahresbericht-nicht-mehr/" target="_blank" rel="noopener">veröffentlicht</a>. Doch die MEDIENWOCHE konnte der Versuchung widerstehen und macht Lebrument stattdessen zu Gesprächsbeginn auf die geheimen Zahlen aufmerksam.</p>
<blockquote><p>Somedia ist wahlweise das kleinste der grossen Medienunternehmen oder das grösste unter den Kleinen.</p></blockquote>
<p>«In Graubünden verarscht man sich einmal und dann nicht mehr», sagt Lebrument und womöglich erklärt das ihr Vertrauen. Wer von ausserhalb komme, staune über den Umgang mit Nähe und Distanz in Graubünden. Man lerne sich schnell kennen, trinke schnell ein Glas Wein zusammen, begegne sich freundschaftlich und sei aber auch gezwungen, intensiv zusammenzuarbeiten. Eine solche Umgebung präge auch die Redaktion. «Ob man dem nun professionelle Nähe oder Distanz sagen will: Trotz tiefgreifenden Geschichten hält das Verhältnis zu Politikerinnen, Politikern und zu den Behörden – trotz Themen wie dem Baukartell.»</p>
<p>Im Rest der Schweiz gilt vielen genau die Enthüllung des Bündner Baukartells als Beispiel dafür, dass es ein Medium von ausserhalb, eines mit grösserer Distanz brauchte, um die Geschichte aufzurollen. Die <a href="https://www.republik.ch/2018/04/24/das-kartell-teil-1-der-aussteiger" target="_blank" rel="noopener">«Republik»</a> hat doch das Baukartell aufgedeckt, oder? «Das ist der falsche Eindruck. Schon um 2012 begannen wir mit der Berichterstattung über den Baukartell-Skandal. 2015 haben wir das dann gross aufgezogen – aber sachlich, ohne den Whistleblower so in den Vordergrund zu zerren.»<br />
</p>
<p>Somedia beschäftigt gegenwärtig 650 Mitarbeitende. Zu Spitzenzeiten waren es tausend. Es ist wahlweise das kleinste der grossen Medienunternehmen oder das grösste unter den Kleinen. Möglichst kleingeredet hat der heute über 80-jährige Gründer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hanspeter_Lebrument" target="_blank" rel="noopener">Hanspeter Lebrument</a> Somedia immer dann, wenn es darum ging, zu verdeutlichen, dass sein Unternehmen kein Monopolist sei und den von ihm gegründeten «Südostschweiz»-Zeitungsverbund nicht dominiere. In allen anderen Situationen sah Hanspeter Lebrument, Vorgänger von Pietro Supino als Präsident des Verlegerverbands, sein Unternehmen aber gerne bei den Grossen.</p>
<p>Bis ins Frühjahr 2018, solange die «Südostschweiz» zusammen mit den AZ-Zeitungen noch eine <a href="http://www.kleinreport.ch/news/somedia-beendet-zusammenarbeit-mit-az-medien-und-lost-bundeshaus-redaktion-auf-89388/" target="_blank" rel="noopener">eigene Bundeshausredaktion</a> beschäftigte, nahm man ihren Journalismus in der ganzen Schweiz wahr. Heute bestehen die Inland-Nachrichten der «Südostschweiz»-Zeitungen fast ausschliesslich aus Meldungen von Keystone-SDA. Die Agenturjournalist:innen werden sogar mit Namen genannt. Dass es sich dabei um Agenturmeldungen handelt, bleibt hingegen unerwähnt. Für die internationale Berichterstattung teilt sich die «Südostschweiz» Korrespondent:innen mit deutschen und österreichischen Zeitungen. So erreichen die Leser:innen im Einzugsgebiet von Rapperswil über Glarus bis nach Graubünden dieselben Berichte aus Europa und der Welt wie die Leser:innen der linken deutschen Tageszeitung «taz» oder des österreichischen «Standard».</p>
<p>Die Story von Hanspeter Lebrument, dem Outsider in Graubünden, der als Redaktor nach Chur kam und es bald zum Chefredaktor, bald zum Verleger brachte, ist oft erzählt worden – nicht zuletzt von ihm selbst. Lebrument, der in den 1970er-Jahren wegen der restriktiver Informationspolitik der Bündner Regierung bis vors Bundesgericht zog, gilt den einen als Held. Anderen war er ein Feindbild: Als «Speerspitze eines eindimensionalen Neoliberalismus» bezeichneten ihn die Mediengewerkschaften 1998 in einer vierseitigen Fake-Ausgabe der «Südostschweiz», welche die Gewerkschaften an alle Bündner Haushalte liefern liessen. Das Blättchen hiess «Monopolschweiz». Später galt er als «GAV-Killer» («Work», 2004), weil er den letzten Gesamtarbeitsvertrag der Medienbranche kippte.</p>
<blockquote><p>Die Unabhängigkeit des Familienunternehmens wollen die Lebruments bewahren. Ob das gelingt?</p></blockquote>
<p>Im <a href="https://www.srf.ch/audio/medientalk/medientalk-der-andere-blick?id=12061413" target="_blank" rel="noopener">«SRF Medientalk»</a> befand man kürzlich, es sei ein Wunder, dass ein Haus wie Somedia noch unabhängig ist. Ob Wunder oder nicht: Die Geschichten vom «Lö», wie Hanspeter Lebrument genannt wird, sind auserzählt; jetzt steht die nächste Generation in der Verantwortung. Im September ist der Vater im Handelsregister als Präsident der Somedia AG gelöscht worden. Neu nimmt sein Sohn Silvio diese Funktion wahr; seine Tochter Susanne, die davor unter anderem die Bereiche «Anzeigen» und «Zeitungsverlag» leitete, wird Vizepräsidentin und Delegierte des Verwaltungsrats. Pesche, das dritte Kind, ist nicht in der Unternehmensleitung. Die Unabhängigkeit des Familienunternehmens wollen die Lebruments bewahren. Der MEDIENWOCHE sagt Susanne Lebrument: «Wir haben als Team definiert, das Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben.» Ob das gelingt? Sie sei optimistisch.</p>

            <div class="form-block-bg">
                <div class="form-block-wrap">
                    <div id="myDIV" class="form-block">
                        <div class="new-form">
                            <h2 class="h2">Unterstützen Sie unabhängigen und kritischen Medienjournalismus. Werden Sie jetzt Gönner/in.</h2><p>Journalismus braucht Herzblut, Zeit – und Geld. Mit einem Gönner-Abo helfen Sie, unseren unabhängigen Medienjournalismus nachhaltig zu finanzieren. Ihr Beitrag fliesst ausschliesslich in die redaktionelle und journalistische Arbeit der MEDIENWOCHE.</p>

                            <div class="buttons-row">
                                 <button class="new-form__button" type="button" onclick="window.location='https://medienwoche.ch/goenner-abo/wie-viel-ist-ihnen-unabhaengiger-journalismus-wert/'">JETZT GÖNNER/IN WERDEN</button>
                                 <button id="elem" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">login</button>
                                 <button id="hide" data-admin-url="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-admin/admin-ajax.php " data-post-id="92032" class="new-form__button new-form__button--accent" type="button">IM MOMENT NICHT</button>
                            </div>
                        </div>
                    </div>
                </div>
            </div>
            [rml_read_more]
<p>Wenn man Susanne Lebruments Ausführungen folgt, dann blühen alle Geschäftsbereiche der Somedia-Gruppe: Der Ertrag aus dem klassischen Anzeigenmarkt gehe zwar zurück, aber Journalismus sei noch immer «auch finanziell eine tragende Säule». Im Zuge der Pandemie habe das Medienhaus grosse Solidarität von Anzeigenkund:innen wie Leser:innen erfahren – in manchen Monaten mit einer Abozunahme von 170 Prozent. Die <a href="http://www.sopag.ch/home.html" target="_blank" rel="noopener">Somedia Partner AG</a> – die Druckerei, an der Somedia 33 Prozent hält<br />
– sei trotz Rückgang im Druckgeschäft einträglich. Gerade habe man 16.5 Millionen Franken in eine neue Druckmaschine und in bauliche Massnahmen investiert. «Ob das die letzte neue Maschine sein wird, wird sich weisen», sagt sie. Die Somedia Promotion AG, die Werbevermarktung, laufe gut. Erfolgreich sei auch die <a href="https://viaduct.ch/" target="_blank" rel="noopener">Viaduct AG</a>, in der die hauseigene Webagentur und Filmproduktion als Marketingagentur zusammengeführt sind. Anders als andere Medienhäuser, die IT und Services ins Ausland verlagert, wolle die Somedia-Gruppe in der Schweiz «Full Service» bieten. Damit das gelingen kann, bildet Somedia auch Joint Ventures mit ausländischen Unternehmen, etwa die <a href="https://www.speed-u-up.ch/" target="_blank" rel="noopener">Speed U Up Suisse AG</a>. Die auf Digitalmarketing im Alpentourismus spezialisierte Firma arbeitet unter anderem für «Graubünden Ferien» und Skigebiete wie Flims-Laax oder Zermatt.</p>
<blockquote><p>Die EMS-Chemie ist bis heute Mehrheitsbesitzerin der Verlagsrechte des «Bündner Tagblatt», das auch zu Somedia gehört.</p></blockquote>
<p>In Susanne Lebruments Feld fallen auch die «neuen Kinder» der Somedia-Gruppe, wie die 2020 gegründete <a href="https://www.somedia-learning.ch/" target="_blank" rel="noopener">SomediaLearning</a>. «Lern- und Lehrmittel produzierten wir schon immer. Nun bauen wir das Feld im Digitalen aus», sagt Lebrument. Gegenwärtig arbeiten bei SomediaLearning zehn Leute, doch in seiner Branche soll das junge Unternehmen in die «Top drei der Schweiz kommen». Das Tochterunternehmen hat Büros in Zürich, «weil dort die grossen Unternehmen sind.» Aber auch in der Region gebe es Unternehmen, die für Lernvideos und -apps als Klient:innen attraktiv seien. «Bei uns nennen wir sie Hidden Champions: Wir haben in Graubünden eine EMS-Gruppe, eine Integra, eine Repower.» Über die Herausforderung, dass die «Südostschweiz» immer wieder über Klient:innen und wichtige Inseratekund:innen berichtet, sagt Lebrument: «Da sind wir in einem Boot mit allen Medienhäusern.» Dann erzählt sie eine Anekdote über Autojournalismus bei Tamedia in den 1980er-Jahren.</p>
<p>Dabei sucht die Konstellation von Somedia bis heute ihresgleichen: Einerseits ist die EMS Chemie als grösstes Unternehmen im Kanton ein wichtiger Inseratekunde und gleichzeitig Objekt der Berichterstattung. Andererseits ist die EMS-Chemie bis heute Mehrheitsbesitzerin der Verlagsrechte des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCndner_Tagblatt" target="_blank" rel="noopener">«Bündner Tagblatt»</a>, das auch zu Somedia gehört. Das bestätigt der EMS-Generalsekretär gegenüber der MEDIENWOCHE. Zudem sucht die EMS-Unternehmerin Magdalena Martullo Blocher als SVP-Vizepräsidentin und -Nationalrätin die Öffentlichkeit.</p>
<p>Ehemalige Somedia-Redaktor:innen berichten, wie Martullo Blocher teilweise fordernd aufgetreten sei – etwa wenn sie zu einem bestimmten Thema interviewt werden wollte. Ihr jeweiliger persönlicher Assistent sei ausdauernd in den Kontaktversuchen per Telefon. Doch Eingriffe in die redaktionelle Unabhängigkeit habe es nie gegeben, höchstens vorauseilender Gehorsam der Redaktion.</p>
<p>Dieses Jahr hat Martullo Blocher in der Wochenendausgabe der «Südostschweiz» über das Geschäftsjahr der EMS Chemie und ihre Einschätzung der Bündner Regierung sprechen dürfen. In der «Südostschweiz» hat Martullo Blocher auch eine regelmässige Kolumne – ebenso wie linke Politiker:innen und Kulturschaffende. Im «Bündner Tagblatt» erschienen 2020 zwei grosse Interviews mit der SVP-Nationalrätin und ein historischer Artikel über die Geschichte ihres Unternehmens. Allesamt kamen diese auf Seite 3 – der dritten von drei Seiten, auf welchen sich das «Bündner Tagblatt» noch von den anderen Ausgaben der «Südostschweiz» unterscheidet. Verantwortlich für diese drei Seiten ist Pesche Lebrument. Dass er Chefredaktor des traditionell konservativeren «Bündner Tagblatts» ist, habe nichts mit seiner persönlichen Einstellung zu tun. Der MEDIENWOCHE beschreibt er seinen Alltag als Chefredaktor eines Blatts ohne eigene Redaktion so: «Auf die Front schauen, gucken, dass alle Gefässe da sind, die Kolumnisten betreuen, die Fotos und die Honorierung verwalten.» Daneben habe er <a href="https://www.suedostschweiz.ch/tv" target="_blank" rel="noopener">«TV Südostschweiz»</a> geprägt als Chefredaktor und Moderator.</p>
<p>«Er hat ein bedeutendes Medienhaus aufgebaut, der Mann, der auch mein Papa ist», sagt der Sohn in die Kamera. «Papa, gleich zum Einsteigen: Ist ein solches Interview aus einem journalistischen Standpunkt eigentlich seriös?» Das TV-Interview war diesen Sommer in <a href="https://www.srf.ch/play/tv/sendung/suedostschweiz-standpunkte?id=211e7573-c565-45ce-8a46-c3dd456879ce" target="_blank" rel="noopener">«Südostschweiz Standpunkte»</a> auf SRF zu sehen. Der Sohn ist Pesche Lebrument. Manche Momente im langen Gespräch lassen tief blicken in die hierarchisch wirkende Vater-Sohn-Beziehung. Vater Hanspeter Lebrument sagt: «Was wir haben, ist auch ein Familienunternehmen.» – «Mit dem Nachteil, dass während Jahrzehnten immer über das Geschäft gesprochen worden, das im Vordergrund gestanden ist…», will der Sohn dagegen halten – lässt sich aber wieder vom Vater unterbrechen: «Und mit dem Vorteil, dass man immer über etwas reden konnte!» Der Junge stimmt dem Alten kleinlaut zu. Die Idee für das Interview, in dem Hanspeter Lebrument unter anderem behauptet, es gebe gar nicht genug Inhalte für mehr als eine überregionale Zeitung in Graubünden, hatte Pesche Lebrument: Der MEDIENWOCHE schildert er begeistert, wie er sich von einem Interview, das CNN-Moderator Chris Cuomo mit seinem Bruder, dem New Yorker Ex-Gouverneur Andrew Cuomo, führte, inspirieren liess.</p>
<blockquote><p>Wie so vieles in Graubünden miteinander verflochten ist, so ist diese Nähe auch im Churer Medienhaus räumlich spürbar.</p></blockquote>
<p>Während Pesche Lebrument in die Ferne schweift, ist die Somedia-Gruppe in der Region vielfältig eingebunden. Jahr für Jahr gehört sie zu den Hauptsponsoren des <a href="https://issuu.com/sonewmedia/docs/2021_wifo_flippingbook_148x210" target="_blank" rel="noopener">Wirtschaftsforum Südostschweiz</a>. Sie organisiert die Inserate für das Magazin der <a href="https://issuu.com/sonewmedia/docs/2021_wifo_flippingbook_148x210" target="_blank" rel="noopener">Ostschweizer Fachhochschule</a>, layoutet das Magazin des <a href="https://issuu.com/bsv.ch/docs/talent_51_web" target="_blank" rel="noopener">Bündner Skiverbands</a>, verlegt das Magazin der Forstbranche <a href="https://issuu.com/buendnerwald/docs/b_wa_06_2020_low" target="_blank" rel="noopener">«Bündner Wald»</a>. Im SomediaBuchverlag sind unter anderem ein <a href="https://issuu.com/ksgr/docs/ksgr-kochbuch" target="_blank" rel="noopener">Kochbuch des Kantonspitals</a> erschienen und die Bücher und Hefte des kantonalen <a href="https://www.somedia-buchverlag.ch/autor/archaeologischer-dienst-graubunden/" target="_blank" rel="noopener">Archäologischen Diensts</a>. National übernimmt das Unternehmen unter anderem die Anzeigen für die Publikationen des <a href="https://www.jodlerverband.ch/verband/verbandsorgan-lebendig" target="_blank" rel="noopener">Jodlerverbands</a> und layoutet die Publikationen von <a href="https://issuu.com/snowsports/docs/academy_37_de_2seitig" target="_blank" rel="noopener">Swiss Snowsports</a>.</p>
<p>Wie so vieles in Graubünden miteinander verflochten ist, so ist diese Nähe auch im Churer Medienhaus räumlich spürbar. Der Studiengang <a href="https://www.fhgr.ch/fhgr/angewandte-zukunftstechnologien/institut-fuer-multimedia-production-imp/" target="_blank" rel="noopener">«Multimedia Production»</a> der FH Graubünden ist am Somedia-Sitz angesiedelt. Auf der Etage der konvergenten «Südostschweiz»-Redaktion stehen die Regale der Lehrmittelausstellung des kantonalen Amts für Volksschule und Sport. Nach einem Verlustbereich in der Somedia-Gruppe gefragt, fallen Susanne Lebrument bloss strategische Investitionen ein. Das elegante, 2015 fertiggestellte Medienhaus kostete 30 Millionen Franken. Heute arbeiten in der Redaktion alle von <a href="https://www.suedostschweiz.ch/radio" target="_blank" rel="noopener">«Radio Südostschweiz»</a> über den Onlineauftritt bis zu Social Media konvergent. Zuvor habe die Somedia-Gruppe alleine in Chur fünf Standorte gehabt. «Die Räumlichkeiten haben es wahnsinnig erleichtert, dass man schnell von Viaduct in die Redaktion reingeht …», sagt Susanne Lebrument. Soll man das denn, von der hauseigenen Marketingagentur in die Redaktion? «Das ist natürlich ein heikler Punkt. Zusammen reden soll man.» Die Redaktion sei aber «sakrosankt». «Wir haben der Redaktion nicht reinzureden. Wir sagen: Reden darf man miteinander, aber man kann nie sagen, ihr müsst. Man darf natürlich Geschichten stecken.»</p>
<blockquote><p>«Wir haben keine Luxusautos, keine Jachten, keine Kunstsammlung – unser Geld haben wir hier grösstenteils in der Somedia investiert.»<br />
<small>Susanne Lebrument, Vizepräsidentin Somedia</small></p></blockquote>
<p>Susanne Lebrument hat selbst die Diplomausbildung zur Journalistin am MAZ absolviert und bei der «Basler Zeitung» und dem «Tages-Anzeiger» einige Dutzend Artikel verfasst. Obwohl das lange her ist, spürt man die starke ethische Verpflichtung, die sie als Medienmanagerin und Miteigentümerin gegenüber dem Journalismus empfindet. Ein Familienunternehmen, zumal ein Medienfamilienunternehmen, verpflichte: «Hätten wir eine Raviolifabrik, wäre die nicht weniger wert – aber wir tragen eine spezielle Verantwortung der Region gegenüber, gegenüber der regionalen Politik, Kultur und Wirtschaft.» Solange es die unabhängige Somedia gibt, bedeute das eine lokale Ansprechpartnerin zu sein für alle, die Öffentlichkeit suchen. «Die Redaktorinnen und Redaktoren kennt man. Man kann sie anrufen und wird ernst genommen. Man findet statt. Das ist relevant für die Schweiz.» In ihre Verantwortung als Miteigentümerin wachse sie stetig stärker hinein. «Wir haben keine Luxusautos, keine Jachten, keine Kunstsammlung – unser Geld haben wir hier grösstenteils in der Somedia investiert», sagt sie. Die anderen Investitionen der Familie tätigen die Lebruments als «unternehmerische Investoren mit Langfristperspektive.» Rendite sei wichtig, ja: «Damit Somedia lebt. Aber wir ordnen nicht alles dem Kapitalismus unter und werfen moralisch-ethische Grundsätze über Bord.»</p>
<p>Dass das neue Mediengesetz mit der ausgebauten Presseförderung für Somedia wirtschaftlich bedeutend ist, sei ein offenes Geheimnis. «Aber die Medienförderung beinhaltet auch einen starken Service-public-Gedanken.» Ja, sie hätte gerne mehr Konkurrenz im Lokaljournalismus, aber wer die «Südostschweiz» für ein Monopolblatt halte, kenne sich in Graubünden nicht aus. «Wir haben den ‹<a href="https://www.drucki.ch/de/praettigauer-und-herrschaeftler/ph-bunte-vielfalt-schwarz-auf-weiss" target="_blank" rel="noopener">Prättigauer und Herrschäftler</a>›, der eigenständig ist, ‹<a href="https://www.ilgrigioneitaliano.ch/" target="_blank" rel="noopener">Il Grigione italiano</a>›, der eigenständig ist, ‹<a href="https://ilbernina.ch/" target="_blank" rel="noopener">Il Bernina</a>›. Wir haben die ‹<a href="https://www.engadinerpost.ch/" target="_blank" rel="noopener">Engadiner Post</a>›, ‹<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/La_Pagina_da_Surmeir" target="_blank" rel="noopener">La Pagina da Surmeir</a>›, ‹<a href="https://grheute.ch/" target="_blank" rel="noopener">GR heute</a>›», zählt sie in einem Zug auf. «Es gibt einen bunten Strauss aus kleinen, mittleren unabhängigen Medienhäusern.» Unabhängiger Lokaljournalismus sei so unglaublich wichtig und wenn er fehlt, breche etwas weg. Wenn nur noch Social Media bleibt, herrsche Wilder Westen. «Wir haben einen Code of Conduct. Wir haben das Vier- oder Sechs-Augen-Prinzip. Wir bringen keine rechtsextremen Positionen, keine linksextremen, keinen Porno, keine Tierfolterungen, keine Beleidigungen – wenn man kritisch schreibt, muss man im Text argumentieren.» Lebrument macht unmissverständlich klar, wo all das in ihrer Wahrnehmung kaum kontrolliert wuchert: auf den Plattformen der internationalen Tech-Giganten. «Dort arbeiten unter anderem Softwareentwickler mit wenig oder gar keinem moralisch-ethischen Verständnis.» Um deren Wirken einzudämmen, sieht Lebrument «nur starke staatliche Interventionen» und «Reglementierungen» als Lösung.</p>
<blockquote><p>Was Susanne Lebrument mit Hanspeter Lebrument gemeinsam hat: Sie verstellt sich nicht.</p></blockquote>
<p>Während ihr Bruder Pesche im TV-Interview mit dem eigenen Vater immer wieder gestrauchelt ist, wirkt Susanne Lebrument so, als könne sie sich durchsetzen. Seit sieben Jahren leitet sie als Geschäftsführerin das Family Office der Lebruments, verwaltet also die Investitionen der Familie ausserhalb der Somedia AG. Damals habe sie die Familienmitglieder zu einem strategischen Workshop geladen. Schon bevor sie ihre Präsentation beginnen konnte, habe ihr Vater deutlich gemacht, sie solle ihm nicht widersprechen. «Da hab ich ihm entgegnet: Ein sogenanntes Gespräch bedeutet, dass du etwas sagst und ich etwas anderes. Es gehört dazu, dass wir nicht immer derselben Meinung sind.» Ihr Vater sei «ein Patron, ein Patriarch». Dass er immer alles selber entschieden hat, sei extrem gut gewesen – aber das präge auch den Charakter. «Wir haben, nur schon, weil wir zu dritt sind, ganz andere Rollen und einen anderen Umgang.» Sie fühle sich in «kooperativen Rollen wohler», sei ein ganz anderer Typ als ihr Vater und offen, eigene Fehler zu benennen, auch gegenüber Mitarbeiter:innen im Unternehmen. «Ich scheitere mehrmals am Tag – jeden Tag. Wie alle Menschen. Das müssen wir auch akzeptieren lernen.» Was Susanne Lebrument mit Hanspeter Lebrument gemeinsam hat: Sie verstellt sich nicht. Das Interview mit ihr ist ein wirkliches Gespräch. Einige, die sie am <a href="https://vimeo.com/613583589" target="_blank" rel="noopener">«Swiss Media Forum»</a> in Luzern haben sprechen sehen, beschreiben ihren Auftritt als Lichtblick. Da treffe eine Frau mit Klartext auf ein Umfeld, das sich das nicht mehr gewohnt ist. Mit Wucht, wie man sie von ihrem Vater kennt, antwortet Susanne Lebrument ganz zum Schluss des Gesprächs mit der MEDIENWOCHE: «Es braucht mehr Frauen in den Medien!» Es fehle in der Schweiz an einer staatlichen Ganztages-Betreuung, aber auch an Verständnis für Eltern in den Unternehmen. Die Medienbranche sei nach wie vor ungenügend – je höher die Ebene desto schlimmer.</p>
<p>Das siebenköpfige Präsidium des Verlegerverbands ist rein männlich besetzt. Susanne Lebrument ist heute eine der höchsten Medienmanagerinnen der Schweiz.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2021/10/21/szenen-einer-familie-die-lebruments-und-ihre-medien/">Szenen einer Familie: Die Lebruments und ihre Medien</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2021/10/21/szenen-einer-familie-die-lebruments-und-ihre-medien/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>izzy-Comeback, Störgeräusch, linke Deals</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2020/10/24/izzy-comeback-stoergeraeusch-linke-deals/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2020/10/24/izzy-comeback-stoergeraeusch-linke-deals/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 Oct 2020 08:10:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medienwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Radio SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[izzy]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=82551</guid>

					<description><![CDATA[<p>The Good – Wiedersehen mit «Supercedi» «Ich bin wieder da.» Manche mögen es als Drohung verstehen, für alle anderen ist es ein Versprechen: Cedric Schild ist zurück. Und wie. In bekannter Manier bringt der diplomierte Journalist und selbsternannte Aktionskünstler vor laufender Kamera massenweise Maskengegner dazu, sich doch zu verhüllen – gegen angebliche Videoüberwachung. Nicht immer <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/24/izzy-comeback-stoergeraeusch-linke-deals/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/24/izzy-comeback-stoergeraeusch-linke-deals/">izzy-Comeback, Störgeräusch, linke Deals</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-GBU-Cedi-Schild-20201023b.jpg" alt="" width="1456" height="488" class="alignnone size-full wp-image-82554" srcset="https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-GBU-Cedi-Schild-20201023b.jpg 1456w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-GBU-Cedi-Schild-20201023b-300x101.jpg 300w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-GBU-Cedi-Schild-20201023b-768x257.jpg 768w, https://medienwoche.ch/wp_website/wp-content/uploads/2020/10/MW-GBU-Cedi-Schild-20201023b-1024x343.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1456px) 100vw, 1456px" /></p>
<h3>The Good – Wiedersehen mit «Supercedi»</h3>
<p>«Ich bin wieder da.» Manche mögen es als Drohung verstehen, für alle anderen ist es ein Versprechen: <a href="https://cedischild.ch/" rel="noopener" target="_blank">Cedric Schild</a> ist zurück. Und wie. In bekannter Manier bringt der diplomierte Journalist und selbsternannte Aktionskünstler vor laufender Kamera <a href="https://www.youtube.com/watch?v=4RtwvGY_UBw&#038;feature=youtu.be" rel="noopener" target="_blank">massenweise Maskengegner</a> dazu, sich doch zu verhüllen – gegen angebliche Videoüberwachung.</p>
<p>Nicht immer sah es nach einem Comeback aus. Zuerst ging die Gründungscrew von Bord, dann wurden einige aus der zweiten Generation entlassen. Und auch Cedric Schild hatte beim «Izzy Magazine» <a href="https://www.persoenlich.com/digital/supercedi-hat-beim-izzy-magazin-gekundigt#:~:text=Cedric%20Schild%20will%20mit%20dem,t%C3%A4tig%2C%20so%20Schild%20auf%20Anfrage." rel="noopener" target="_blank">gekündigt</a>. Doch jetzt ist Izzy als «Izzy Projects» wieder zurück bei seinem Ursprung: Silvia Princigalli, Florian Scholl und Supercedi übernehmen neben der «kreativen Verantwortung auch das Management». Das teilte <a href="https://www.ringier.ch/de/medienmitteilungen/izzy-meldet-sich-als-izzyprojects-zurueck" rel="noopener" target="_blank">Ringier</a> diese Woche mit. Seit Freitag gibt es auch <a href="https://www.izzyprojects.ch/" rel="noopener" target="_blank">eine neue App</a>.</p>
<p>Das sind gute Nachrichten. Denn Izzy im Allgemeinen und «Supercedi» im Speziellen sind eine Bereicherung für die Schweizer Medien. Mit ihren eigenwilligen und grenzwertigen Aktionen sorgten sie regelmässig für Verblüffung, aber auch für Gesprächsstoff darüber, wie weit Medien gehen dürfen.</p>
<p>Zum Beispiel als sich Schild als Major der Schweizer Armee ausgab und innert Kürze die <a href="https://youtu.be/CCwi6fSXIUA" rel="noopener" target="_blank">vertraulichen Wachtpläne</a> einer Militärkaserne in den Händen hielt. War das eine strafbare Amtsanmassung oder ein journalistischer Coup? Oder die <a href="https://youtu.be/MpUlkrZjHfU" rel="noopener" target="_blank">inszenierten Kornkreise</a>, mit denen Cedi und Izzy die Recherchefaulheit und Leichtgläubigkeit von Journalistinnen und Journalisten offenlegte. Er hält uns mit Charme und Schalk den Spiegel vor. Wir haben den Hofnarren vermisst. Jetzt ist er zum Glück zurück.</p>
<h3>The Bad – Nervige Nachrichten-Trenner</h3>
<p>Haben Sie es gehört? Ich auch kaum. Seit ein paar Tagen werden die einzelnen Meldungen in den Nachrichten von Radio SRF durch ein «dezentes akustisches Element» getrennt. Das solle als «Aufmerksamkeitssignal» dienen, wenn jemand bei einem Thema weghört. So steht es in den internen Unterlagen, welche die Neuerung erklären.</p>
<p>Nur: Das akustische Element klingt dermassen dezent, dass es als vermeintliches Störgeräusch irritiert. Der Ton war in den ersten Tagen so leise, dass man manchmal das Klick-Geräusch der Taste hörte, mit der die Sprecherin das Signal aktiviert. Wie man damit unaufmerksame Hörerinnen zurückgewinnen soll, bleibt schleierhaft.</p>
<p>Wenn schon, müsste der Trenner richtig reinknallen. Das würde den Zweck wenn schon besser erfüllen, wäre dann aber nicht mehr Service public, sondern Privatradio. Von dort kennt man die überfrachteten Nachrichten-Layouts. So auch das lästige Geblubber, mit dem Wortbeiträge unterlegt werden, um dem Gesagten mehr Zug zu verleihen. Wohl aus Furcht, man könnte langweilig sein. Was am bisherigen Konzept so schlecht gewesen sein soll, dass Schweizer Radio nun zu diesen zweifelhaften Massnahmen greift, erschliesst sich mir als regelmässigem Hörer nicht.</p>
<h3>The Ugly – Für eine Handvoll Euro</h3>
<p>Eigentlich wüssten sie es besser in Chur. Schliesslich hat meine Recherche vor zwei Monaten deutlich gemacht, auf welch <a href="https://medienwoche.ch/2020/08/21/diese-artikel-haben-einen-haken-suedostschweiz-mit-gekauften-links-auf-abwegen/">grenzwertige Werbedeals</a> sich «Die Südostschweiz» einlässt. Doch sie hat es wieder getan.</p>
<p>Am 13. Oktober veröffentlichte suedostschweiz.ch <a href="https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2020-10-13/chinas-erstes-reha-zentrum-fuer-spielsuechtige-hilft-suechtigen-der-falle" rel="noopener" target="_blank">einen Artikel</a> mit dem unverfänglichen Titel: «Chinas erstes Reha-Zentrum für Spielsüchtige hilft Süchtigen, der Falle des Online-Wettens zu entkommen».</p>
<p>Der Hinweis «Sponsored Content» macht hellhörig. Zu welchem Zweck fliesst hier Geld? Die Antwort findet sich in den Hyperlinks: Der Text will gar nicht gelesen werden, sondern dient nur als Vehikel, um einen Link unterzubringen. Das sieht man auch daran, dass der Artikel äusserst schlecht formuliert wirkt und möglicherweise gar maschinell erstellt wurde.</p>
<p>Der Link, um den es geht, führt auf eine Website mit einer Liste ausländischer Online-Casinos. Dabei handelt es sich um Anbieter, die in der Schweiz verboten und behördlich blockiert sind. Den Glücksspielerinnen im «Südostschweiz»-Publikum bringt der Link also gar nichts. Es geht vielmehr um Suchmaschinenoptimierung.</p>
<p>Wenn eine prominente und glaubwürdige Website wie suedostschweiz.ch auf eine Glücksspielseite verlinkt, dann verhilft das dieser zu besserer Sichtbarkeit in den Suchmaschinen. Allerdings verspielt «Die Südostschweiz» ihre eigene Glaubwürdigkeit – für ein paar hundert Euro, die ein solcher Deal in der Regel abwirft. Im August versprach der Verlag Besserung. Die besteht bis heute einzig darin, dass solche Link-Artikel als «Sponsored Content» gekennzeichnet sind. Zu welch zweifelhaftem Zweck hier Geld fliesst, erfährt das Publikum aber weiterhin nicht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2020/10/24/izzy-comeback-stoergeraeusch-linke-deals/">izzy-Comeback, Störgeräusch, linke Deals</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2020/10/24/izzy-comeback-stoergeraeusch-linke-deals/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Somedia legt Redaktionen von «Südostschweiz» und Bündner Tagblatt zusammen</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/01/30/somedia-legt-redaktionen-von-suedostschweiz-und-buendner-tagblatt-zusammen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jan 2018 14:09:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=52893</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die deutschsprachigen Tageszeitungen von Somedia werden künftig in Graubünden von einer zusammengeführten Redaktion betreut. Dadurch werden Kosten gespart. Die Zusammenarbeit beginnt in diesen Tagen, die Umsetzung erfolgt auf Mitte April.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/30/somedia-legt-redaktionen-von-suedostschweiz-und-buendner-tagblatt-zusammen/">Somedia legt Redaktionen von «Südostschweiz» und Bündner Tagblatt zusammen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die deutschsprachigen Tageszeitungen von Somedia werden künftig in Graubünden von einer zusammengeführten Redaktion betreut. Dadurch werden Kosten gespart. Die Zusammenarbeit beginnt in diesen Tagen, die Umsetzung erfolgt auf Mitte April.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/01/30/somedia-legt-redaktionen-von-suedostschweiz-und-buendner-tagblatt-zusammen/">Somedia legt Redaktionen von «Südostschweiz» und Bündner Tagblatt zusammen</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blocher greift nach Graubünden</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/10/31/blocher-greift-nach-graubuenden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2017 04:48:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=49207</guid>

					<description><![CDATA[<p>Christoph Blochers «Basler Zeitung» und die «Südostschweiz» verhandeln über einen Austausch von Inhalten. Das ist brisant – auch wegen der No-Billag-Initiative.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/31/blocher-greift-nach-graubuenden/">Blocher greift nach Graubünden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Christoph Blochers «Basler Zeitung» und die «Südostschweiz» verhandeln über einen Austausch von Inhalten. Das ist brisant – auch wegen der No-Billag-Initiative.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/31/blocher-greift-nach-graubuenden/">Blocher greift nach Graubünden</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verleger Lebrument und Christoph Blocher stehen vor der grossen Versöhnung</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/10/29/verleger-lebrument-und-christoph-blocher-stehen-vor-der-grossen-versoehnung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Oct 2017 02:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=49113</guid>

					<description><![CDATA[<p>War das Verhältnis zwischen Lebrument und Blocher zeitweise frostig, so ist das Tauwetter seit zwei Jahren nicht zu übersehen.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/29/verleger-lebrument-und-christoph-blocher-stehen-vor-der-grossen-versoehnung/">Verleger Lebrument und Christoph Blocher stehen vor der grossen Versöhnung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>War das Verhältnis zwischen Lebrument und Blocher zeitweise frostig, so ist das Tauwetter seit zwei Jahren nicht zu übersehen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/10/29/verleger-lebrument-und-christoph-blocher-stehen-vor-der-grossen-versoehnung/">Verleger Lebrument und Christoph Blocher stehen vor der grossen Versöhnung</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pressegeschichte: Als Blocher Bündner Zeitungsverleger wurde</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2015/04/07/pressegeschichte-als-blocher-buendner-zeitungsverleger-wurde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2015 06:55:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Lebrument]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Graubünden]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Ruch]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=4320</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Buch über den Verleger Hanspeter Lebrument gibt Einblick in die Kämpfe der Presse in Graubünden. In den 1980er Jahren mischte sich auch Christoph Blocher ein.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/07/pressegeschichte-als-blocher-buendner-zeitungsverleger-wurde/">Pressegeschichte: Als Blocher Bündner Zeitungsverleger wurde</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Buch über den Verleger Hanspeter Lebrument gibt Einblick in die Kämpfe der Presse in Graubünden. In den 1980er Jahren mischte sich auch Christoph Blocher ein.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2015/04/07/pressegeschichte-als-blocher-buendner-zeitungsverleger-wurde/">Pressegeschichte: Als Blocher Bündner Zeitungsverleger wurde</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In der Regel ein Artikel pro Redaktor und Tag</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2014 10:38:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Artbeitsalltag]]></category>
		<category><![CDATA[Nordwestschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tageszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=22074</guid>

					<description><![CDATA[<p>Richtig: Wenn ein Journalist sein Büro verlässt, kriegt er authentischere Eindrücke. Aber wer hat dafür heute noch Zeit? Ein Einblick in den Redaktionsalltag unseres Kolumnisten zeigt: Der Produktionsdruck ist hoch. Manchmal braucht es im Leben auch ein bisschen Glück – besonders als Reporter, wie Nik Niethammer in seiner letzten Kolumne eindrücklich beschrieb. Aufgrund des krankheitsbedingten <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/">In der Regel ein Artikel pro Redaktor und Tag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Richtig: Wenn ein Journalist sein Büro verlässt, kriegt er authentischere Eindrücke. Aber wer hat dafür heute noch Zeit? Ein Einblick in den Redaktionsalltag unseres Kolumnisten zeigt: Der Produktionsdruck ist hoch.<br />
<span id="more-22074"></span><br />
Manchmal braucht es im Leben auch ein bisschen Glück – besonders als Reporter, wie Nik Niethammer in seiner letzten Kolumne eindrücklich beschrieb. Aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls eines Kollegen erlebte er als junger Redaktor der Schweizer Illustrierte den Fall der Berliner Mauer hautnah mit. Zwei Tage später kehrte er mit tausend Bildern im Kopf, einer 15&#8217;000-Zeichen-Geschichte in petto und null Schlaf in den Knochen nach Zürich zurück.</p>
<p>Wer wünscht sich so etwas als Journalist nicht: Ein welthistorisches Ereignis, dem man live beiwohnen und seine Eindrücke danach nicht nur mit dem eigenen Tagebuch, sondern sozusagen mit der ganzen Welt teilen kann. Aus dem warmen Büro heraus geht das nicht. Folgerichtig schreibt Nik Niethammer, dass Ereignisse dieser Dimension auch heute noch nur mit Reportagen verständlich werden. Und: Dass gerade wir jungen Journalisten «rausgehen, in andere Menschen kriechen, zum Entdecker werden» sollen, da uns sonst das Handwerk der Reportagen verlustig geht.</p>
<p>Ich teile jedes Wort dieser Einschätzung. Wer etwas mit eigenen Augen sieht, kann besser beurteilen, welchen Quellen zu trauen ist, welche Information Gewicht erhalten sollte, welche Bilder aussagekräftig sind und damit letztlich eine authentischere Reportage schreiben. Nur: Zumindest bei den tagesaktuell arbeitenden Medien hat kaum ein Redaktor mehr die Zeit, einfach mal «rauszugehen» – so gern wir es auch tun würden.</p>
<p>Ich schätze mich in der glücklichen Situation, auf einer Redaktion arbeiten zu dürfen, bei der eine Geschichte nicht auf Teufel komm raus auf den kommenden Tag «abgeschossen» werden muss, sofern sie bei einem zusätzlichen Tag Reifezeit bedeutend besser wird und potenziell gar das Zeug zur Frontgeschichte hat. Der Zeitdruck ist dennoch allgegenwärtig. Zur Illustration dazu ein Einblick in den Alltag unserer je nach zählweise fünf- oder sechsköpfigen Inlandredaktion von «Nordwestschweiz» und «Südostschweiz» im Berner Medienzentrum.</p>
<p>Um 9 Uhr morgens sollten wir auf der Matte stehen, dann ist Morgensitzung. Via Konferenztelefon sind wir mit dem Blattmacher in Aarau verbunden und präsentieren unser Programm für den Tag. Das können Eigengeschichten, Interviewvereinbarungen oder sogenannte Agendatermine, wie zum Beispiel eine Pressekonferenz sein. Naturgemäss ist der Inhalt der daraus entstehenden Geschichten noch unausgegoren, die Stossrichtung sollte im Idealfall aber bereits skizziert werden. Wer clever ist, kontaktiert  Gesprächspartner bereits am Vorabend.</p>
<p>Dann geht die Recherche los – und ja, die findet in erster Linie mit Computer und Internet statt. Nehmen wir an, ich habe mir zur Aufgabe gesetzt, die Auswirkungen eines Ja zur Pauschalbesteuerungs-Initiative auf den Steuerertrag von wohlhabenden Gemeinden zu untersuchen: Gerne würde ich dafür ins zürcherische Zollikon reisen, um mir vom Gemeindepräsidenten die Strasse zeigen zu lassen, wo seit der kantonalen Abschaffung ein paar Superreiche weggezogen sind (und wohl ebenso viele wieder hinzugezogen). Vielleicht wäre auch ein Besuch beim lokalen Bootsbauer oder in der englischsprachigen Privatschule aussagekräftig.</p>
<p>Das Gesamtbild meines Artikels würde damit sicherlich reicher werden, aber weil es sich nicht um eine bahnbrechende Fragestellung handelt und featuremässige Elemente nicht zwingend sind, wird der Artikel am folgenden Tag erscheinen müssen – was rein zeitlich den Augenschein am Zürichsee verunmöglicht. Also nehme ich das Telefon zur Hand und versuche mir die entscheidenden Fakten von der Gemeinde und dem kantonalen Steueramt zu geben. Ein paar Statements von Politikern runden die Geschichte ab.</p>
<p>Im Idealfall – der allerdings kaum je eintrifft – habe ich die Informationen bis 14 Uhr beisammen, denn dann findet die entscheidende Nachmittagssitzung statt. Wieder in enger Koordination mit der Tagesleitung in Aarau wird entschieden, welche Geschichte in welcher Länge am nächsten Tag ins Blatt kommt. Braucht es vielleicht noch ein Kurzinterview oder eine Informations-Box dazu? Dass jemand der anwesenden Redaktoren keine Zeile für die nächste Ausgabe schreibt, ist definitiv die Ausnahme. Im Regelfall gilt: Ein Artikel pro Redaktor und Tag. Ist es eine grössere Geschichte, können wegen Front-Text und Kommentar schnell auch drei daraus werden. Bei anderen Zeitungen mag diese Kadenz ein bisschen tiefer liegen, auf Online-Redaktionen dafür umso höher.</p>
<p>Welche schreibende Journalisten gehen also heute noch regelmässig raus? Gewiss, bei Wochen- oder Monatspublikationen ist der Zeitdruck geringer und sogar bei Tageszeitungen mag es ein paar Exoten geben, die ein Reporterleben aus dem Bilderbuch führen. Die Regel sind sie aber gewiss nicht. Am ehesten finden sich noch freie Journalisten, die sich, abgekoppelt vom redaktionellen Alltag, die Zeit für eine ausgiebige Recherche vor Ort nehmen können. Doch dann müssen sie für ihre Geschichte zuerst einen Abnehmer finden – und rechnen am Ende wohl besser nicht nach, wie hoch der Stundenansatz für ihre Arbeit war.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/">In der Regel ein Artikel pro Redaktor und Tag</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2014/11/17/in-der-regel-ein-artikel-pro-redaktor-und-tag/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>3</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Es braucht wieder Fakten</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Nov 2014 11:59:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Alex Capus]]></category>
		<category><![CDATA[Blocher-Medien 2014]]></category>
		<category><![CDATA[Bündner Tagblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Fahrländer]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Bühler]]></category>
		<category><![CDATA[Nadja Maurer]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Francesco Benini]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=21817</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wünscht Christoph Blocher dem Bundesrat «ais ad Schnure», diesen «Siechen», wie das Francesco Benini in der NZZ am Sonntag und Alex Capus in der Aargauer Zeitung schreiben? Eine Untersuchung des Falls zeigt, woran die Beziehung zwischen Journalisten und Blocher krankt: An Unschärfe, verbunden mit der Lust an der Empörung. «Dene Sieche da obe ghört emol <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wünscht Christoph Blocher dem Bundesrat «ais ad Schnure», diesen «Siechen», wie das Francesco Benini in der NZZ am Sonntag und Alex Capus in der Aargauer Zeitung schreiben? Eine Untersuchung des Falls zeigt, woran die Beziehung zwischen Journalisten und Blocher krankt: An Unschärfe, verbunden mit der Lust an der Empörung.<br />
<span id="more-21817"></span></p>
<div align="right">
<h2>«Dene Sieche da obe ghört emol eini ad Schnure.»</p>
<p>(unbekannt)</h2>
</div>
<p></p>
<p>Auf Einladung der SVP Chur redete Christoph Blocher am 16. Oktober 2014 im Churer Hotel Drei Könige. Francesco Benini von der NZZ am Sonntag war dabei und <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/schlacht-um-europa-1.18406809">beobachtete unter anderem diese Szene</a>:</p>
<blockquote><p>Nach seinem Vortrag steht in Chur ein älterer Besucher auf und sagt, wenn man wirklich etwas unternehmen wolle gegen die Zuwanderung in die Schweiz, müsse man der Ecopop-Initiative zustimmen. Blocher erwidert, das sei nicht seine Position, er empfehle ein Nein. Gleichzeitig äussert er Verständnis für die Haltung des Mannes: Die Mitglieder des Bundesrats, welche die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative verschleppten, hätten «ais a d Schnure» verdient, diese «Sieche».</p></blockquote>
<p>In der <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/kommentare/gastkommentar/es-braucht-wieder-empoerung-128517818">Aargauer Zeitung diesen Montag</a> hörte sich das bereits dramatischer an. Alex Capus widmete dem Vorfall ganze zwei Absätze, hier ein Ausschnitt:</p>
<blockquote><p>An einer öffentlichen Veranstaltung zur Ecopop-Initiative verkündet ein demokratisch gewählter und abgewählter alt Bundesrat fäusteschüttelnd, die heute amtierenden Bundesräte verdienten «ais a d Schnure», diese «Sieche». Das ist kein Schulbub und auch kein besoffener Fuhrknecht, der so spricht, sondern ein altgedienter Nationalrat und Minister, einflussreicher Unternehmer und Oberst der Schweizer Armee. (&#8230;) Da kann einer öffentlich unserer demokratisch gewählten Landesregierung Prügel androhen – und niemand regt sich auf. Die eine oder andere Zeitung mokiert sich zwar über die hemdsärmelige Art des selbst ernannten Volkstribuns – aber wirklich aufregen tut sich niemand. Kaum jemand sieht eine Gefahr darin, wenn eine autoritäre Führerfigur Demokraten mit Gewalt droht.</p></blockquote>
<p>Auf Anfrage streitet Christoph Blocher ab, dem Bundesrat so etwas gewünscht zu haben. Es sei zwar richtig, dass er diese Worte verwendet habe, aber klar deklariert als Zitat. Zitiert habe er Wortmeldungen von «rechtschaffenen, soliden Gewerblern», die sich bei einem früheren Anlass zur Abzockeriniative zu Wort gemeldet hatten: «Herr Blocher, sie möget rächt ha, aber jetzt isch gnueg Heu dune. Dene Sieche da obe ghört emol eini ad Schnure», hätten diese gesagt. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=oDaud1ouwEg">So erklärte</a> er es auch in der <a href="http://www.teleblocher.ch/archives/3140">«Tele-Blocher»-Ausgabe vom 24. Oktober</a>:</p>
<p><iframe width="450" height="253" src="//www.youtube.com/embed/oDaud1ouwEg?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Zurück also zu Francesco Benini, der unsere Bitte um Klarstellung wie folgt beantwortet: «Ich halte an meiner Darstellung fest, eine Korrektur ist nicht geplant, Herr Blocher ist mit keinem Begehren an die NZZ am Sonntag gelangt. Blocher sagte am Vortrag in Chur, er habe Verständnis für die Haltung, dass die ‹Siechen› im Bundesrat ‹ais ad Schnure› verdient hätten. Und zwar dafür, dass sie bei der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative nicht schnell genug ans Werk gingen. Was er nun sagt – er zitiere jemanden, mit dem er im Abstimmungskampf über die Abzocker-Initiative geredet habe – daran habe ich keine Erinnerung, und ich finde in meinen Notizen nichts dazu.»</p>
<div style="border: 1px solid #dddddd; margin: 3px 0px 10px 10px; padding: 7px; background: #ececec none repeat scroll 0% 0%; float: right; font-size: 0.9em; width: 147px; line-height: 1.3em; color: #4382cf;">Was sind die<br /> <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/"><strong><big>«Blocher-Medien»</big></strong></a><br />
&#8211; und wer gehört dazu? Retten sie den Journalismus oder schaffen sie ihn ab, geht es um <strong>Information oder Propaganda</strong>? Die MEDIENWOCHE beleuchtet in einer Serie Persönlichkeiten und Medien, die in einer Beziehung mit dem Politiker und Unternehmer <strong>Christoph Blocher</strong> stehen.</div>
<p>Als ich Dennis Bühler von der «Südostschweiz» und Nadja Maurer vom «Bündner Tagblatt» kontaktiere, die dem Vortrag ebenfalls als Berichterstatter beigewohnt haben, haben sie beide bereits mit Francesco Benini telefoniert; sie bestätigen mehrheitlich dessen Sichtweise. Blocher habe etwa 85 bis 90 Minuten geredet, erzählt Bühler. Im Anschluss an den Vortrag habe sich ein älterer Herr aus den hinteren Reihen zu Wort gemeldet und verkündet, dass er, anders als von Blocher empfohlen, die Ecopop-Initiative annehmen werde. Daraufhin dann habe Blocher zuerst die Formulierung gewählt, so erinnert sich auch Maurer, vielleicht sei es ja dann nur recht, wenn der Bundesrat mal «ais ad Schnure» kriege. Dass Blocher seine Aussage als Zitat verwendet hat, daran können sich beide nicht erinnern.</p>
<p>Wir fragen auch bei der Aargauer Zeitung nach. Hans Fahrländer, der die täglich erscheinende Meinungsseite verantwortet, meldet sich zu Wort und gibt zu bedenken, dass es für die Redaktion unmöglich sei, «alle Aussagen, die in einer persönlichen Kolumne stehen, auf allfällige Fehlzitierungen hin abzuklopfen»: «Nach Angaben unseres stellvertretenden Chefredaktors Gieri Cavelty hat sich Christoph Blocher über eine unpräzise Zitierung beschwert. Sollte es sich weisen, dass seine Beschwerde berechtigt ist, dass die Aussage durch Herrn Capus tatsächlich falsch oder irreführend oder aus dem Zusammenhang gerissen dargestellt wurde, erhält Herr Blocher selbstverständlich eine Plattform, um die Sache präzis ins richtige Licht zu rücken.»</p>
<p>Blocher sagt aus, exakt zu wissen, wie es sich zugetragen hat, Benini hält an seiner Darstellung fest, es steht Aussage gegen Aussage. Und die anderen beiden Journalisten im Saal können sich &#8211; was jetzt nicht unverständlich ist, wenn man nicht darauf achtet &#8211; nicht genau erinnern. Die an exakten Fakten interessierte Öffentlichkeit bleibt somit ratlos, während sich die Medien und Blocher gegenseitig hochschaukeln. Denn Bild- oder Tonaufnahmen des Vorfalls wurden offenbar keine gemacht, und die scheint es trotz der Anwesenheit dreier Journalisten zu brauchen, um zweifelsfrei die Wahrheit zu erfahren. Was die eine Seite als Propaganda einstuft, ist der anderen Seite Wahrheitsverdrehung. Es bleibt die Empörung und ihre Bewirtschaftung.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong> vom 10. November 2014: Die Aargauer Zeitung veröffentlicht eine Replik von Christoph Blocher: <a href="http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/ein-vortrag-und-seine-kritiker-blochers-antwort-auf-capus-kolumne-128540526">«Ein Vortrag und seine Kritiker – Blochers Antwort auf Capus&#8216; Kolumne»</a>.</p>
<p><small><b>Übersicht der <a href="https://medienwoche.ch/tag/blocher-medien-2014/">Serie zu den «Blocher-Medien»</a>:</b><br />
1. Teil: <a href="medienwoche.ch/2014/10/15/schlachtplan-zufall/">Schlachtplan Zufall</a><br />
2. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/22/unter-dem-guru-von-herrliberg/">Unter dem Guru von Herrliberg</a><br />
3. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/10/29/der-provokateur/">Der Provokateur</a><br />
4. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a><br />
5. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/12/politiker-der-redaktion/">Politiker der Redaktion</a><br />
6. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/19/fuer-partei-und-vaterland/">Für Partei und Vaterland</a><br />
7. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/26/sicherheit-in-statistiken/">Sicherheit in Statistiken</a><br />
8. Teil: <a href="https://medienwoche.ch/2014/12/03/sie-sind-klein-und-sie-sind-ueberall/">Sie sind klein und sie sind überall</a></small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/">Es braucht wieder Fakten</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2014/11/04/es-braucht-wieder-fakten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>7</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Freie Fahrt für Trolle?</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2012/05/03/freie-fahrt-fuer-trolle/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2012/05/03/freie-fahrt-fuer-trolle/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 May 2012 09:47:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Presserat]]></category>
		<category><![CDATA[David Sieber]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[suedostschweiz.de]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Trolle]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=8051</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das wird die notorischen Nörgler und Besserwisser in den Kommentarspalten freuen: Der Presserat hält es für einen unzulässigen Eingriff in die Informationsfreiheit, wenn Medien Störenfriede aus dem Kommentarbereich verbannen. Anmerkungen zu einem realitätsfernen Entscheid. Lange hatte er dem Treiben zugeschaut, doch irgendwann im letzten September hatte David Sieber genug. Der Chefredaktor der Südostschweiz fühlte sich <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/03/freie-fahrt-fuer-trolle/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/03/freie-fahrt-fuer-trolle/">Freie Fahrt für Trolle?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2012/05/logo_presserat.jpg" alt="" width="120" height="120" /> Das wird die notorischen Nörgler und Besserwisser in den Kommentarspalten freuen: Der Presserat hält es für einen unzulässigen Eingriff in die Informationsfreiheit, wenn Medien Störenfriede aus dem Kommentarbereich verbannen. Anmerkungen zu einem realitätsfernen Entscheid.<br />
<span id="more-30472"></span><br />
Lange hatte er dem Treiben zugeschaut, doch irgendwann im letzten September hatte David Sieber genug. Der Chefredaktor der Südostschweiz fühlte sich von einem regelmässigen Schreiber von Online-Kommentaren dermassen genervt, dass er dessen Nutzerkonto für das Forum auf <a href="http://www.suedostschweiz.ch/forum" target="_blank" rel="noopener">suedostschweiz.ch</a> sperren liess. Eine Disziplinarmassnahme, die der mitteilungsbedürftige Mann nicht auf sich sitzenliess und sich beim Presserat beschwerte. Mit Erfolg, wie gestern bekannt wurde.</p>
<p>Das Ethikgremium der Schweizer Medien <a href="http://presserat.ch/_11_2012.htm" target="_blank" rel="noopener">rügt Sieber für den Ausschluss</a>. Damit werde das Recht des geblockten Kommentators auf freie Meinungsäusserung «in einer grundsätzlichen und systematischen Art eingeschränkt» und Sieber verstosse «gegen die Grundsätze der freien Meinungsbildung, der Meinungspluralität und der Fairness». Das ist dicke Post, auch wenn sie rechtlich keine Wirkung entfaltet. Denn letztlich propagiert der Presserat mit seinem Entscheid freie Fahrt für Trolle.</p>
<p>Der Ausschluss eines Kommentators sollte immer die letzte Massnahme bleiben. Wann der Moment gekommen ist, den Riegel zu schieben, entscheidet letztlich der zuständige Redaktor, im vorliegenden Fall David Sieber. Der Chefredaktor der Südostschweiz hat nach seinem subjektiven Empfinden gehandelt, aber auch in Ausübung des Hausrechts, was ihm als «Gastgeber» auf suedostschweiz.ch zusteht.</p>
<p>Objektive Kriterien, wann die rote Linie überschritten ist, lassen sich nur schwerlich definieren. Gesetzeswidrigkeiten mögen noch einigermassen einfach also solche erkennbar sein. Bei der Definition von Anstand, Respekt und Rücksicht gehen die Ansichten schnell auseinander. Was der eine als direkte und ehrliche Kommunikation versteht, empfindet die andere bereits als verletzend und provokativ.</p>
<p>Zwar sei der geblockte Kommentator nie unflätig aufgefallen, schreibt David Sieber auf Anfrage der MEDIENWOCHE, aber er habe es geschafft, jede Aussage eines Anderen gegen diesen zu drehen. Ausserdem habe er alles wörtlich genommen und null Gespür für Sprachbilder gehabt. Das habe er ihm auch mehrmals mitgeteilt und ihn angehalten, seinen Ton und Stil zu ändern. Das anerkennt im Grundsatz auch der Presserat. Doch hätte dieses Verhalten nicht zu einer Sperrung führen dürfen. Die angemessene Reaktion wäre es gewesen, die Beiträge nicht zu veröffentlichen. Dass dies de facto auch auf eine Sperre hinauslaufen kann, nur mit anderen technischen Mitteln umgesetzt, übersieht der Presserat.</p>
<p>Zu seinem zweifelhaften Schluss, wonach eine Kommentarsperre die freie Meinungsäusserung einschränke, kommt der Presserat deshalb, weil er die Online-Foren von Presseerzeugnissen mit den Leserbriefseiten gleichsetzt. Nur ist das nicht dasselbe. Während früher der Leserbrief eine der wenigen Möglichkeiten war, wo sich Bürgerinnen und Bürger in öffentliche Diskussionen einbringen konnten, ist das heute auf unzähligen Plattformen möglich – und bekanntlich nicht nur auf solchen von Zeitungen und Zeitschriften. Ein Sperre auf einer Plattform bedeutet deshalb mitnichten eine Einschränkung der Meinungsäusserungsfreiheit; und wenn der Troll gleich selbst dafür sorgt, dass man ihm das Gastrecht entzieht, erst recht nicht.</p>
<p>Der Entscheid, so realitätsfern er auch sein mag, hat aber auch seine gute Seite. Als Folge davon will David Sieber die Verhaltensregeln für Kommentare auf suedostschweiz.ch klarer formulieren und die Zugangsschranken erhöhen. Ausserdem will sich Sieber nie mehr auf eine Diskussion mit einem Troll einlassen.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2012/05/03/freie-fahrt-fuer-trolle/">Freie Fahrt für Trolle?</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2012/05/03/freie-fahrt-fuer-trolle/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>10</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>«Einzige Überlebensstrategie»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 10:54:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhauser Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Neininger]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Caroline Thoma]]></category>
		<category><![CDATA[Ringier]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Lüönd]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
		<category><![CDATA[Lukas Joos]]></category>
		<category><![CDATA[Paywall]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Russ-Mohl]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=5916</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">«Einzige Überlebensstrategie»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" alt="" src="https://www.enterpriseirregulars.com/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/pay-wall.jpg" class="alignleft" width="120" />Die Paywall ist wieder auf dem Tapet, seit letzte Woche bekannt wurde, dass die NZZ im kommenden Jahre eine Bezahlschranke vor sämtliche digitale Inhalte stellen will. Aus diesem Anlass hat die MEDIENWOCHE in der Branche nachgefragt: Bei Ringier und Tamedia ist eine flächendeckende Kostenpflicht für ihr publizistisches Online-Angebot kein Thema. Schaffhauser Nachrichten und Südostschweiz, deren Zeitungsinhalte im Web bereits heute nur gegen Geld zugänglich sind, sehen sich auf dem richtigen Weg. Branchenbeobachter halten eine Paywall gar für überlebensnotwendig.<br />
<span id="more-28949"></span><br />
<strong>Stephan Russ-Mohl</strong>, Medienwissenschaftler und Professor an der Università della Svizzera italiana </p>
<blockquote><p>Bei den Amerikanern gibt es den schönen Spruch: &#8218;You can&#8217;t have a cake and eat it.&#8216; Genau das aber versuchen New York Times uns jetzt demnächst auch die NZZ: Sich ihre Online-Reichweite zu erhalten und trotzdem sich zusätzliche Einkünfte von ihren treuesten Lesern zu verschaffen. Aus meiner Sicht ist das die einzige wegweisende Überlebensstrategie für Qualitätsjournalismus, der nun mal Geld kostet und den die Werbewirtschaft absehbar nicht mehr, wie bisher im Print-Zeitalter üppigst finanzieren wird. Es wird viel davon abhängen, wie die NZZ ihr Ansinnen kommuniziert. Aber journalistische Unabhängigkeit ist nur dort zu haben, wo Leser/Hörer/Zuschauer oder Nutzer für diesen Journalismus bereit sind, zu bezahlen.</p></blockquote>
<p><strong>Karl Lüönd</strong>, Journalist und Branchenkenner </p>
<blockquote><p>Die NZZ setzt mit diesem Beschluss ein willkommenes und nötiges Zeichen gegen die Gratismentalität. Kein Unternehmen kann sich leisten, auf die Dauer seine Produkte zu verschenken. Über das Inkassosystem, das die NZZ anwenden wird, weiss man noch zuwenig. Entscheidend wird sein, dass sie es ohne die gierigen «Mitesser» aus der Telekom- und der Kreditkartenbranche schaffen.</p></blockquote>
<p><strong>Christoph Zimmer</strong>, Leiter Unternehmenskommunikation Tamedia </p>
<blockquote><p>Die Medienbranche in der Schweiz kann nur gewinnen, wenn alle Medienhäuser neue Angebote und Strategien ausprobieren. Der Erfolg von Newsnet und das eindrückliche Wachstum von 20 Minuten Online zeigen, dass sich grosse Redaktionen auch über Werbung finanzieren lassen. Bei bezahlten Angeboten stehen wir als Branche hingegen immer noch am Anfang eines vermutlich längeren Weges. Die Paid-Content-Strategie der NZZ ist genauso wie die iPad-App des Tages-Anzeigers ein Schritt auf diesem Weg. Wir werden die neue Strategie der NZZ wie auch die Paid-Content-Angebote anderer regionaler und nationaler Medienhäuser deshalb mit Interesse verfolgen und wünschen den Kolleginnen und Kollegen an der Falkenstrasse viel Erfolg.</p></blockquote>
<p><strong>Caroline Thoma</strong>, Geschäftsführerin Blick-Gruppe </p>
<blockquote><p>Das Blick-Portal wie die Printausgaben sind Massenmedien. Eine komplett kostenpflichtige Paywall bei Blick einzuführen ist aktuell keine Option für uns. Wir können uns jedoch vorstellen, zukünftig spezifische Inhalte kostenpflichtig anzubieten</p></blockquote>
<p><strong>Norbert Neininger</strong>, Verleger und Chefredaktor Schaffhauser Nachrichten </p>
<blockquote><p>Bei uns ist die Onlineausgabe schon lange nur für Zeitungsabonnenten gratis, unsere Sonntagsausgabe auf dem iPad (SN am Sonntag) wird nach einer Einführungsphase auch kostenpflichtig sein. Ich habe nie verstanden, warum die Verleger (sei es im Print, sei es Online) ihre Wertvollstes, ihre Inhalte, verschenken. Mit dieser Haltung bin ich auf unzähligen Podien und in vielen Kommentaren in den Social Media- und anderen Onlinewelten jahrelang zum Banausen abgestempelt worden, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Nun dürfte sich diese Beurteilung, nachdem einer nach dem anderen auf den richtigen Weg einschwenkt, etwas mildern.</p></blockquote>
<p><strong>Lukas Joos</strong>, Leiter Unternehmensentwicklung der Südostschweiz Medien </p>
<blockquote><p>Für uns ist klar, dass unsere Inhalte im Internet kostenpflichtig sein müssen, deshalb sind die «wichtigsten» Inhalte seit bald 10 Jahren hinter einer Paywall. Eine solche hält auf der einen Seite User ab, bildet aber auf der anderen Seite einen Mehrwert für unsere Abonnenten. Viel Traffic auf der Seite und den Apps wünscht sich vermutlich jeder Verlag, aber immer wichtiger wird die Qualität respektive das Profil der User. Eine Paywall schafft Transparenz. Zudem gilt meiner Meinung nach immer noch, was etwas kostet, ist (zumindest meist) auch etwas wert oder dessen Umkehrschluss.</p></blockquote><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/">«Einzige Überlebensstrategie»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2011/11/29/einzige-uberlebensstrategie/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>6</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Chef, links, bloggt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/07/06/chef-links-bloggt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ronnie Grob]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 06:45:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Masüger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Aebischer]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Newsroom]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[David Sieber]]></category>
		<category><![CDATA[Hanspeter Lebrument]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=3499</guid>

					<description><![CDATA[<p>In der «Südostschweiz» gibt es seit Februar nur noch eine Redaktion für Print und Online. Der bloggende Chefredaktor David Sieber will sie ins konvergente Zeitalter führen. Wie geht man im Reich des Bündner Monopolisten Lebrument mit der Herausforderung Web um? Was denkt man von der Konkurrenz in Zürich? Ein klärendes Gespräch im Haus der «Südostschweiz» <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/06/chef-links-bloggt/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/06/chef-links-bloggt/">Chef, links, bloggt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der «Südostschweiz» gibt es seit Februar nur noch eine Redaktion für Print und Online. Der bloggende Chefredaktor David Sieber will sie ins konvergente Zeitalter führen. Wie geht man im Reich des Bündner Monopolisten Lebrument mit der Herausforderung Web um? Was denkt man von der Konkurrenz in Zürich? Ein klärendes Gespräch im Haus der «Südostschweiz» in Chur.<br />
<span id="more-28887"></span><br />
Etwas seltsam sieht es schon aus, das Gebäude der «Südostschweiz». Eingeklemmt in einem Industriequartier zwischen Vertretungen asiatischer Automarken, glänzt es schwarzgrau vor einer Bergkulisse. Der Chefredaktor sitzt zwar in einem eigenen Raum, aber viel mehr als ein Pult, ein Sitzungstisch und ein paar Erinnerungen sind da nicht zu sehen. Nicht mal eine schöne Aussicht hat das Büro. Aber wer braucht schon sowas, gute Texte können überall entstehen. Ein Umzug in ein neues Gebäude steht sowieso bald an.</p>
<p>David Sieber gehörte als Bundeshaus-Korrespondent zum Gründungsteam des «Sonntag», zuvor war er während sechs Jahren als Inlandchef für die «Berner Zeitung» tätig. Eingestiegen in den Journalismus ist er bei der damaligen «Bündner Zeitung» 1989. Zuvor war er Bauer und arbeitete auf dem Bau.</p>
<p><strong>Du bist meines Wissens der einzige bloggende Zeitungschefredaktor der Schweiz. Wie bist Du darauf gekommen, zu bloggen?</strong><br />
Redaktionen werden von aussen oft als eine Art Blackbox wahrgenommen. Viele Aussenstehende glauben, wir machen das, was ihnen nicht passt, absichtlich. Mein Ziel ist es, mit <a href="http://www.suedostschweiz.ch/community/blogs/interna">meinem Blog</a> Öffentlichkeit und Transparenz schaffen. Ich will dem Vorurteil entgegenwirken, wir hätten eine verdeckte Agenda, das haben wir nämlich nicht.<br />
Die Aufmerksamkeit ist allerdings begrenzt, das ist mir auch klar. Die Leserzahlen des gesamten «Südostschweiz»-Medienverbunds tendieren gegen 250.000 Personen. Mein Blog lesen im Schnitt rund 1000 Menschen. Ich halte die klassische Kommunikation, also an Veranstaltungen gehen, Vorträge halten und Einladungen aussprechen, nach wie vor für wirkungsvoller.</p>
<p><strong>Die Klickzahlen zeigen: Das Interna-Blog ist ja eines Eurer bestgelesenen <a href="http://www.suedostschweiz.ch/community/blogs">Blogs</a> …</strong><br />
Wir machen die Klickzahlen öffentlich. Wenn man das schon messen kann, kann man es auch gleich öffentlich machen.</p>
<p><strong>Funktionieren die Blogs? Wie nehmen die Leser das Angebot auf?</strong><br />
Wir haben ein grosses Blogangebot, und ja, ein Teil der Leser nimmt es auf. Einige Blogs drucken wir auch ab: Die Beiträge von Mundartrapper <a href="http://www.suedostschweiz.ch/community/blogs/gimmas-world">Gimma</a> zum Beispiel oder die romanischsprachige Kolumne <a href="http://www.suedostschweiz.ch/community/blogs/convivenza">«Convivenza»</a>.</p>
<p><strong>Hast Du Gimma zum Bloggen gebracht? Wie kommt der an?</strong><br />
Es war ein Kollege, der die Idee hatte und den Kontakt hestellte. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gimma">Gimma</a> hat eine Carte Blanche und kann schreiben, was er will. Ich finde, der macht das gut. Aber er polarisiert natürlich durchaus.</p>
<p><strong>Das <a href="http://www.suedostschweiz.ch/community/blogs/wahlzeit">Blog von Matthias Aebischer (SP)</a> ist ja auch etwas PR für seine Nationalratskandidatur. Habt ihr auch Blogs von Politikern anderer Parteien im Angebot?</strong><br />
Die Idee war, ein Zugpferd für unseren <a href="http://www.suedostschweiz.ch/dossier/nationalrats-und-st%C3%A4nderats-wahlen">Wahlchannel</a> zu finden. Ich wollte jemanden, den man in unserem Verbreitungsgebiet nicht wählen kann, der einigermassen prominent ist und der das erste Mal antritt (und so von seinem ersten Wahlkampf erzählen kann). Seine Parteizugehörigkeit hat damit nichts zu tun, das ist ein rein marketingtechnischer Entscheid. Wir haben einfach niemand anders gefunden, der diese Kritierien so erfüllt. Wir machen das übrigens zusammen mit der «Aargauer Zeitung», mit der wir die Bundeshausredaktion gemeinsam haben.</p>
<p><strong>«Politisch war und bin ich links der Mitte zu verorten», war kürzlich in Deinem Blogeintrag <a href="http://www.suedostschweiz.ch/community/blogs/der-journalist-und-seine-gesinnung">«Der Journalist und seine Gesinnung»</a> zu lesen. Kann man als Journalist die eigene politische Haltung überhaupt trennen von der Arbeit?</strong><br />
Der Begriff Objektivität muss definiert werden, Objektivität alleine ist noch kein Gütezeichen. Natürlich muss man sich in unserer Arbeit um Objektivität bemühen, doch wir sind Menschen und deshalb per se subjektiv. Als Blattmacher interessiert mich, ob eine Story gut ist und ob sie Substanz hat. Wem sie nützt oder schadet, ist mir egal. Es gibt keine Themen, die nicht ins Blatt kommen, weil sie mir politisch nicht passen. Wäre das so, hätte ich den falschen Job, dann könnte ich keine Forumszeitung machen. Wir haben ja mit dem «Bündner Tagblatt» eine Inhouse-Konkurrenz &#8211; und ich finde, der Wettbewerb funktioniert da.</p>
<p><strong>Bis vor Kurzem hatte die «Südostschweiz» eine furchtbare Website, inzwischen eine recht ansehnliche. Was hat Euch zum Relaunch bewogen?</strong><br />
Die Aufschaltung der neuen Website hat sich leider lange verzögert. Eines der Probleme war, dass die Website schon zu einem guten Teil gebaut war – aber ohne die Redaktion einzubeziehen. Ich habe den Auftrag, unsere Redaktion ins konvergente Zeitalter zu führen. So entstand das Konzept der gemeinsamen Print/Online-Redaktion, die es seit Mitte Februar gibt. Erarbeitet wurde dieses Modell übrigens nicht Top-Down, sondern von einer internen Arbeitsgruppe mit Hilfe eines Beraters der <a href="http://www.wan-ifra.org/">WAN-IFRA</a>. Derzeit haben wir drei Redaktionssysteme: Quark für Print und zwei für Online. In einem nächsten Schritt möchte ich diese drei Programme auf eines reduzieren.</p>
<p><strong>Können sich Eure Leser beteiligen?</strong><br />
Mit der neuen Website haben wir auch die Stelle eines Community Managers geschaffen, derzeit besetzt von Mario Engi. Der sitzt am Newsdesk, kümmert sich um die Leserbriefe und -kommentare und hat die Aufgabe, die Leute von der Zeitung auf das Online-Portal zu bringen und umgekehrt.<br />
Wir bitten unsere Leser zum Beispiel, Osterrezepte oder persönliche Liebesgeschichten einzusenden und küren dann in Abstimmungen die Besten. An Leserreporter bezahlen wir 50 Franken pro Abdruck bzw. pro brauchbarer Story. Im Bildbereich erhalten wir so zwei bis drei Bilder pro Woche. Vor kurzem brannte ein Waldstück, da erhielten wir drei Bilder innerhalb einer halben Stunde.</p>
<p><strong>Werden auch andere Quellen verlinkt auf suedostschweiz.ch?</strong><br />
Eigentlich ist das ein Gebot der Fairness.</p>
<p><strong>Wie ist die Beziehung zum Verleger? Meines Wissens ist Hanspeter Lebrument ja dem Web gegenüber eher kritisch eingestellt …</strong><br />
Das stimmt nicht, er ist sehr offen gegenüber online. Er hat nur etwas gegen die Ausweitung der SRG im Web.</p>
<p><strong>Wie siehst Du die Online-Aktivitäten der Konkurrenz aus Zürich?</strong><br />
Das ist eine andere Liga, die haben natürlich viel mehr Potential. Ich schaue oft auf <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/">tagesanzeiger.ch</a> und <a href="http://www.blick.ch/">blick.ch</a>. Mich erstaunt, wie viele Inhalte der «Tages-Anzeiger» verschenkt, das würden wir nicht machen. Bei uns sind frei verfügbare Informationen kostenlos. Bei eigenen Recherchen verweisen wir auf das E-Paper oder die Zeitung, reissen die Geschichten auf dem Portal bloss an. Man kann einzelne Artikel kaufen, eigentlich haben wir bereits eine Paywall. Derzeit planen wir neue Online-Aboangebote und fragen uns: Rechnet sich das, Inhalte nur online hinter der Paywall zu machen?</p>
<p><strong>Wie viele Stunden pro Tag bist Du im Web? Wie viel Zeit wendest Du für Dein Blog auf?</strong><br />
Für Facebook, Online und Lesermails wende ich etwa 5 bis 10 Prozent der Arbeitszeit auf. Das sind dann schnell mal 5 bis 6 Stunden pro Woche.</p>
<p><strong>Nimmst Du andere Blogs im Land wahr? </strong><br />
Mein Lieblingsblog ist das Fussballblog <a href="http://newsnetz-blog.ch/zumrundenleder/">«Zum runden Leder»</a>. Als Basler lese ich regelmässig <a href="http://infam.antville.org/">«infamy»</a>. <a href="http://medienspiegel.ch/">«Medienspiegel»</a>, <a href="http://www.persoenlich.com/">«Persönlich»</a> und «Medienwoche» gehören sowieso zum Pflichtprogramm. Das Design der «Medienwoche» gefällt mir übrigens nicht so sehr – das Wichtigste gehört meiner Meinung nach zuoberst hin. Ganz wie im klassischen Journalismus.</p>
<p><small>Das Gespräch mit David Sieber wurde am 6. Juni 2011 in Chur geführt.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/07/06/chef-links-bloggt/">Chef, links, bloggt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Medientanz nach SVP-Pfeife</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2011/02/07/medientanz-nach-svp-pfeife/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2011/02/07/medientanz-nach-svp-pfeife/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Feb 2011 17:18:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Werner de Schepper]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Südostschweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Boykott]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[Empangsgebühren]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
		<category><![CDATA[Toni Brunner]]></category>
		<category><![CDATA[David Sieber]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=796</guid>

					<description><![CDATA[<p>Über die Höhe der Rundfunkgebühren wird seit jeher leidenschaftlich, aber meist ohne viel Sachverstand, gestritten. Auch die Androhung eines Zahlungsboykotts ist nichts Neues. 1995 war es der Stadtzürcher Gewerkschaftsbund, der eine solche Massnahme erwogen hatte, weil das Sendegefäss «…zum 1. Mai» gestrichen wurde. Heute droht die SVP, nachdem das Schweizer Fernsehen ihr Feindbild Roger Schawinski <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/07/medientanz-nach-svp-pfeife/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/07/medientanz-nach-svp-pfeife/">Medientanz nach SVP-Pfeife</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über die Höhe der Rundfunkgebühren wird seit jeher leidenschaftlich, aber meist ohne viel Sachverstand, gestritten. Auch die Androhung eines Zahlungsboykotts ist nichts Neues. 1995 war es der Stadtzürcher Gewerkschaftsbund, der eine solche Massnahme erwogen hatte, weil das Sendegefäss «…zum 1. Mai» gestrichen wurde. <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/nachrichten/artikel-detailseiten/?newsid=165862" target="_blank">Heute droht die SVP</a>, nachdem das Schweizer Fernsehen ihr Feindbild Roger Schawinski als Talkmaster angestellt hat.<br />
<span id="more-28713"></span><br />
Fällt das Wort Boykott, sind die Schlagzeilen garantiert. So auch im aktuellen Fall. Den Anfang machte die Sonntagszeitung: «SVP-Spitze plant Boykott der Fernsehgebühren», titelte die SoZ gestern auf dem Kioskaushang. Geplant wird noch viel. Besonders Parteien planen gerne und noch lieber kündigen sie ihre Pläne öffentlich an; am liebsten «exklusiv» in einem der Sonntagsblätter. Was die Parteien dann umsetzen, steht freilich auf einem anderen Blatt. So überraschte es dann auch nicht, dass die Sonntagszeitung nicht viel mehr zu dieser Story zu bieten hatte, ausser einer völlig unverbindlichen Aussage von Toni Brunner: «Wir haben das Thema Gebührenboykott für die nächste Sitzung der Parteileitung traktandiert.» Ende der News, aber nicht Ende des Artikels, geschweige denn Ende der Berichterstattung in weiteren Medien zum Thema SVP und SRG. Eigentlich gehört heisse Luft, egal von welcher Partei her sie weht, ignoriert. Doch aus Furcht, die Konkurrenz könnte aufspringen, machen die Medien das Spiel der Parteien mit.</p>
<p>Auch wenn sich mit Werner de Schepper in der Aargauer Zeitung und <a href="http://www.suedostschweiz.ch/node/1135560" target="_blank">David Sieber in der Südostschweiz</a> heute zwei leitende Redaktoren gegen das SVP-Ansinnen prominent ins Zeug legen und der SRG den Rücken stärken, handeln sie ganz im Sinn der SVP: Die Partei hat das Thema mit einer vagen Aussage lanciert und dafür gesorgt, dass die Höhe der gesetzlich verankerten und bundesrätlich festgesetzten Rundfunkgebühren als Gegenstand einer ernsthaften Kontroverse auf der Agenda erscheint. Damit stellt sich die SVP an die Spitze einer diffusen und schwer greifbaren Protestbewegung, die bisher vor allem mit vollmundigen Ankündigungen aufgefallen ist und weniger mit konkreten Aktionen. Aus der <a href="http://www.byebyebillag.ch/de/home/" target="_blank">Initiative zur Gebührensenkung</a> ist bis heute nichts geworden. Und auch die SVP wird in dieser Angelegenheit kaum Nägel mit Köpfen machen. Vielmehr wird sie das Thema, das grosses Empörungspotenzial birgt, bis zu den Wahlen im Herbst mit halbgaren «Indiskretionen» am Köcheln halten und treibt so die Medien vor sich her.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2011/02/07/medientanz-nach-svp-pfeife/">Medientanz nach SVP-Pfeife</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://medienwoche.ch/2011/02/07/medientanz-nach-svp-pfeife/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
