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	<title>Standpunkt | MEDIENWOCHE</title>
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	<description>Magazin für Medien, Journalismus, Kommunikation &#38; Marketing</description>
	<lastBuildDate>Sat, 26 Mar 2022 06:31:20 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Vier Zerwürfnisse und ein Ziel: Wie die SVP die Halbierungsinitiative voranpeitscht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/26/vier-zerwuerfnisse-und-ein-ziel-wie-die-svp-die-halbierungsinitiative-voranpeitscht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Mar 2022 06:31:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Arena]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Parteimitglieder der SVP wird man bis auf Weiteres nicht mehr in der SRF-«Arena» sehen. Ein weiterer Schachzug im Kampf gegen die SRG – und Stimmungsmache für die Halbierungsinitiative.</p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/26/vier-zerwuerfnisse-und-ein-ziel-wie-die-svp-die-halbierungsinitiative-voranpeitscht/">Vier Zerwürfnisse und ein Ziel: Wie die SVP die Halbierungsinitiative voranpeitscht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Parteimitglieder der SVP wird man bis auf Weiteres nicht mehr in der SRF-«Arena» sehen. Ein weiterer Schachzug im Kampf gegen die SRG – und Stimmungsmache für die Halbierungsinitiative.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/26/vier-zerwuerfnisse-und-ein-ziel-wie-die-svp-die-halbierungsinitiative-voranpeitscht/">Vier Zerwürfnisse und ein Ziel: Wie die SVP die Halbierungsinitiative voranpeitscht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Reporterin in der Ukraine: «Selbst in Afghanistan war das Risiko eher abschätzbar»</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2022/03/19/reporterin-in-der-ukraine-selbst-in-afghanistan-war-das-risiko-eher-abschaetzbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Mar 2022 09:11:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zeichen setzen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsreporterin]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Ukraine-Krieg mehren sich kritische Stimmen, dass teils junge Journalistinnen, Fotografen und Kameraleute unterwegs seien, die grosse Risiken eingingen. Wiederholt gab es in den letzten Tagen Meldungen von getöteten Medienschaffenden. Dies deckt sich zum Teil mit den Erfahrungen der freien Journalistin Stefanie Glinski, die zurzeit aus der Krisenregion berichtet.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Ukraine-Krieg mehren sich kritische Stimmen, dass teils junge Journalistinnen, Fotografen und Kameraleute unterwegs seien, die grosse Risiken eingingen. Wiederholt gab es in den letzten Tagen Meldungen von getöteten Medienschaffenden. Dies deckt sich zum Teil mit den Erfahrungen der freien Journalistin Stefanie Glinski, die zurzeit aus der Krisenregion berichtet.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2022/03/19/reporterin-in-der-ukraine-selbst-in-afghanistan-war-das-risiko-eher-abschaetzbar/">Reporterin in der Ukraine: «Selbst in Afghanistan war das Risiko eher abschätzbar»</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>So will blick.ch wieder an die Spitze</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/10/23/so-will-blick-ch-wieder-an-die-spitze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Oct 2018 09:21:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zeichen setzen]]></category>
		<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Blick]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Je nach Kennzahl liegen aktuell entweder 20min.ch von Tamedia oder blick.ch von Ringier an der Spitze der meistgenutzten Online-News-Sites in der Schweiz. Peter Wälty, seit einem halben Jahr Digitalchef der «Blick»-Gruppe, will das ändern. «Wir wollen in der Deutschschweiz punkto Reichweite und Nutzungsintensität wieder die Nummer Eins unter den Medientiteln werden», sagt er gegenüber persoenlich.com. Gelingen soll der Sprung an die Spitze mit «Fokus auf Mobile-App, Smartness, Native-Community, Smart Newsroom, User Experience.» Einen ersten Vorgeschmack liefert die komplett überarbeitete Site von blick.ch, die <a href="https://beta.blick.ch/" rel="noopener" target="_blank">als Beta-Version</a> online steht. Ein wichtiges Element im Aufholrennen gegenüber der Konkurrenz von Tamedia, dem langjährigen Arbeitgeber Wältys, liegt in der App. Hier hat «Blick» massiv an Terrain verloren, weil die App ab 2010 kostenpflichtig angeboten wurde. Das sei umso fataler, so Wälty, weil App-Nutzer zu den loyalsten gehören.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Je nach Kennzahl liegen aktuell entweder 20min.ch von Tamedia oder blick.ch von Ringier an der Spitze der meistgenutzten Online-News-Sites in der Schweiz. Peter Wälty, seit einem halben Jahr Digitalchef der «Blick»-Gruppe, will das ändern. «Wir wollen in der Deutschschweiz punkto Reichweite und Nutzungsintensität wieder die Nummer Eins unter den Medientiteln werden», sagt er gegenüber persoenlich.com. Gelingen soll der Sprung an die Spitze mit «Fokus auf Mobile-App, Smartness, Native-Community, Smart Newsroom, User Experience.» Einen ersten Vorgeschmack liefert die komplett überarbeitete Site von blick.ch, die <a href="https://beta.blick.ch/" rel="noopener" target="_blank">als Beta-Version</a> online steht. Ein wichtiges Element im Aufholrennen gegenüber der Konkurrenz von Tamedia, dem langjährigen Arbeitgeber Wältys, liegt in der App. Hier hat «Blick» massiv an Terrain verloren, weil die App ab 2010 kostenpflichtig angeboten wurde. Das sei umso fataler, so Wälty, weil App-Nutzer zu den loyalsten gehören.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/10/23/so-will-blick-ch-wieder-an-die-spitze/">So will blick.ch wieder an die Spitze</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Facebook und die Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2018/09/19/facebook-und-die-aufgabe-des-staatlichen-gewaltmonopols/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Sep 2018 10:51:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auf dem Radar]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine auf den ersten Blick plausibel erscheinende und in letzter Zeit vermehrt vernommene Forderung geht dahin, dass Facebook das Grundrecht auf Meinungsfreiheit genau gleich gewährleisten solle, wie das für den Staat auch gilt. Für Malte Engeler, Datenschutzspezialist und Richter in Schleswig-Holstein, eine abwegige Vorstellung. «Um die Macht der Digitalkonzerne zu regulieren, ist eine solche verfassungsrechtliche Verrenkung nicht nur unnötig, sie wäre sogar ein wahrer Bärendienst an unserem modernen Demokratieverständnis», hält Engeler in einem Gastbeitrag auf netzpolitik.org fest. Denn: «Nur Gesetzgeber, Verwaltung und Justiz sollen Staatsgewalt ausüben und sind im Gegenzug der Achtung der Grundrechte verpflichtet. Private im Umkehrschluss ebenfalls den Grundrechten zu verpflichten, ist also nicht möglich, ohne Facebook gleichzeitig als der Staatsgewalt ebenbürtig anzuerkennen. Eine unmittelbare Grundrechtsbindung von Facebook &#038; Co ist daher im Grunde nur eines: Die Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols gegenüber den Digitalkonzernen.»</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine auf den ersten Blick plausibel erscheinende und in letzter Zeit vermehrt vernommene Forderung geht dahin, dass Facebook das Grundrecht auf Meinungsfreiheit genau gleich gewährleisten solle, wie das für den Staat auch gilt. Für Malte Engeler, Datenschutzspezialist und Richter in Schleswig-Holstein, eine abwegige Vorstellung. «Um die Macht der Digitalkonzerne zu regulieren, ist eine solche verfassungsrechtliche Verrenkung nicht nur unnötig, sie wäre sogar ein wahrer Bärendienst an unserem modernen Demokratieverständnis», hält Engeler in einem Gastbeitrag auf netzpolitik.org fest. Denn: «Nur Gesetzgeber, Verwaltung und Justiz sollen Staatsgewalt ausüben und sind im Gegenzug der Achtung der Grundrechte verpflichtet. Private im Umkehrschluss ebenfalls den Grundrechten zu verpflichten, ist also nicht möglich, ohne Facebook gleichzeitig als der Staatsgewalt ebenbürtig anzuerkennen. Eine unmittelbare Grundrechtsbindung von Facebook &#038; Co ist daher im Grunde nur eines: Die Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols gegenüber den Digitalkonzernen.»</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2018/09/19/facebook-und-die-aufgabe-des-staatlichen-gewaltmonopols/">Facebook und die Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ohne Ideen kein Geld</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/06/20/ohne-ideen-kein-geld-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias von Wartburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jun 2017 22:32:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Freier Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Honorar]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Miller]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Jäggi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was ist das Wichtigste, um als freier Journalist zu überleben? Ganz einfach: Ideen und Themen. Denn ohne Ideen keine Themen und ohne Themen keine Angebote an Redaktionen und ohne Angebote kein Geld. Ob die Rechnung aufgeht und wie sie Ideen finden, erfährt unser Kolumnist von Anna Miller und Simon Jäggi, beide mit mehrjähriger Erfahrung als <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/20/ohne-ideen-kein-geld-2/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist das Wichtigste, um als freier Journalist zu überleben? Ganz einfach: Ideen und Themen. Denn ohne Ideen keine Themen und ohne Themen keine Angebote an Redaktionen und ohne Angebote kein Geld. Ob die Rechnung aufgeht und wie sie Ideen finden, erfährt unser Kolumnist von Anna Miller und Simon Jäggi, beide mit mehrjähriger Erfahrung als Freie.<br />
<span id="more-43786"></span><br />
<iframe src="https://www.youtube.com/embed/r_8lgH7MZzA" width="400" height="225" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Die Gesprächspartner:</p>
<ul>
<li><u><a href="http://anna-miller.ch/" target="_blank">Anna Miller, Journalistin und Autorin</a></u></li>
<li><u><a href="http://www.simonjaeggi.ch/" target="_blank">Simon Jäggi, Journalist</a></u></li>
</ul><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/06/20/ohne-ideen-kein-geld-2/">Ohne Ideen kein Geld</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Früher war es auch nicht besser</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Hugenschmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 May 2017 07:53:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[SRG]]></category>
		<category><![CDATA[WOZ]]></category>
		<category><![CDATA[Service public]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Republik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Untergangsrhetorik der «Republik» zum Zustand der Schweizer Medien kann mehr schaden als sie dem neuen Medienprojekt zu nützen vermag. Christoph Hugenschmidt, Journalist und Gründer eines unabhängigen IT-Magazins, über Zerrbilder einer verklärten Vergangenheit. Wer ein Abo über #3000 hat, ist ein Loser. Das ist die Botschaft der Freunde und Bekannten, die mir stolz, ungefragt und <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Untergangsrhetorik der «Republik» zum Zustand der Schweizer Medien kann mehr schaden als sie dem neuen Medienprojekt zu nützen vermag. Christoph Hugenschmidt, Journalist und Gründer eines unabhängigen IT-Magazins, über Zerrbilder einer verklärten Vergangenheit.<br />
<span id="more-33133"></span><br />
Wer ein Abo über #3000 hat, ist ein Loser. Das ist die Botschaft der Freunde und Bekannten, die mir stolz, ungefragt und noch vor den Begrüssungsküsschen zeigen, dass sie zu den ersten gehören, die ein «Republik»-Abo gelöst haben. Noch besser ist ein cooles Schwarz-weiss-Foto samt mega-rebellischem Statement auf der Webseite von Republik, in dem die Worte Journalismus, unabhängig, neu, Demokratie, Mut oder so vorkommen.</p>
<p>Kein Zweifel: Die Leute vom Project R wissen, wie man eine sackstarke Online-Offline-Kampagne führt. Doch stimmen die Aussagen, mit denen sie werben? Ist es wahr, dass «früher» der Journalismus besser war und deshalb mehr Demokratie gewesen sei? Stimmt es, dass nur die «Republik» den unabhängigen Journalismus und damit die Demokratie vor der Barbarei retten kann? Bullshit.</p>
<p>«Früher» hatten Journalisten sichere Jobs und waren gut bezahlt als Dank dafür, dass sie die Zeitungsseiten vollschrieben, in die man die fetten Bünde mit Wohnungs-, Stellen- oder Auto-Anzeigen stecken konnte. Ein gewisses Mass an Nonkonformismus war erlaubt, zu kritische Texte oder Recherchen nicht.</p>
<p>Die meisten hielten sich daran, denn wer wollte schon enden wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Schmid_(Autor)" target="_blank" rel="noopener">beispielsweise Erich Schmid</a>, der ab 1986 nicht mehr für den Tages-Anzeiger schreiben durfte. Sein Vergehen: Er hatte in seinem Buch «Verhör und Tod in Winterthur» aufgedeckt, wie die Verhörmethoden der Polizei in Winterthur zum Selbstmord einer jungen Frau und einer absurden Anklage gegen den angeblichen Rädelsführer geführt hatten. Und er erlaubte sich erst noch, die Resultate seiner Recherchen an einer Pressekonferenz bekannt zu machen. Oder wer wollte das Schicksal des Fotografen Klaus Rózsa teilen, der von gewissen Medienkonzernen keine Aufträge mehr erhielt, dafür Morddrohungen (die in in mindestens einem Fall in einen Telefonapparat im Polizeihauptquartier Urania gesprochen wurden)?</p>
<p>Mein Glaube an den «Qualitätsjournalismus» wurde schon 1977 nachhaltig erschüttert, als sämtliche Schweizer Medien die brutalen Angriffe der Polizeien auf Demonstranten vor dem zukünftigen AKW Gösgen ignorierten und dafür das Polizeicommuniqué abschrieben.</p>
<p>Ein letztes Beispiel: 1992 identifizierte die Zürcher Stadtregierung den «ausländischen Drogenhändler« als Verursacher allen Übels und brachte sich damit aus der Schusslinie der Kritik an der städtischen Drogenpolitik. Die grosszügig dotierten, noch gänzlich unabgebauten und vielfältigen Redaktionen sangen unisono das Lied der Behörden und produzierten täglich passende Empörungsgeschichten. Recherchiert und differenziert haben andere, etwa die WOZ. Seither folgt ein Abbau der Grundrechte nach dem anderen und die (damals noch) extreme Rechte bewirtschaftet das Thema anhaltend erfolgreich.</p>
<p>Die Analyse, dass Journalismus für die grossen Medienkonzerne an Bedeutung verloren hat, ist richtig. Doch gibt es deshalb gar keinen guten Journalismus mehr? Muss die Kampagne für die «Republik» suggerieren, nur sie werde den Journalismus retten, neu erfinden, Verantwortung übernehmen und die Demokratie gegen die Barbarei schützen?</p>
<p>Natürlich gibt es guten Journalismus auch in Zeiten des Bullshit-News-Journalismus à la «Blick am Abend« und der Zusammenlegung der Redaktionen in der Tamedia-Tageszeitungen. Der Abopreis der NZZ lohnt sich nur schon wegen der Türkei-Berichterstattung, es gibt tolle Sachen in «Reportagen», es gibt die WOZ und ihren Recherchierfonds oder die «Rote Anneliese» aus den Wallis. «Surprise» wird immer besser, auf Vice gibt es manchmal sogar Berichte über Demos und Krawalle, die nicht in der Kommunikationsabteilung der Polizei geschrieben wurden. Und im Netz tummeln sich jede Menge von engagiert und gut gemachten (Special-Interest)-Online-Zeitungen.</p>
<p>Guten Journalismus gibt es aber auch bei einer Mediengruppe, welche die «Republik» nicht erwähnt: der SRG. Das «Echo der Zeit« ist konstant stark, auf SRF 4 News gibt es die wöchentlichen Berichte aus der Romandie und dem Tessin, das Schweizer Fernsehen macht(e) wirklich gute Hockey-Berichterstattung, die «Rundschau» und auch die Regionaljournale bieten manchmal guten Stoff.</p>
<p>Die Behauptung, nur die «Republik» könne uns vor Blocher retten, ist gefährlich. Der reiche Mastermind aus Herrliberg will sich vielleicht eine gefügige Zeitungsgruppe zusammenkaufen. Vielleicht noch mehr möchten er und seinesgleichen aber die SRG aushungern. Die Behauptung, es gebe nirgends mehr guten Journalismus, wird nicht helfen, die öffentliche Finanzierung von Schweizer Radio und Fernsehen zu verteidigen.</p>
<p><small>Der Autor ist Mitgründer der unabhängigen Online-Wirtschaftszeitung <a href="http://www.inside-it.ch/frontend/insideit" target="_blank" rel="noopener">inside-it.ch</a>. Er arbeitet dort als Reporter und Geschäftsführer des Verlags. Als ehemaliges Mitglied der <a href="http://www.augenauf.ch/" target="_blank" rel="noopener">Menschenrechtsgruppe augenauf</a> in Zürich machte er gemischte Erfahrungen mit dem sogenannten Qualitätsjournalismus.</small></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/05/26/frueher-war-es-auch-nicht-besser/">Früher war es auch nicht besser</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Der Arm des Anstosses</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2017/04/04/der-arm-des-anstosses/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nick Lüthi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2017 11:57:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Glanz & Gloria]]></category>
		<category><![CDATA[René Hildebrand]]></category>
		<category><![CDATA[Tätowierungen]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[persoenlich.com]]></category>
		<category><![CDATA[Alain Berset]]></category>
		<category><![CDATA[Bettina Bestgen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=28991</guid>

					<description><![CDATA[<p>Hat das Schweizer Fernsehen ein Tattoo-Problem? Natürlich nicht. Einen anderen Eindruck könnte indes gewinnen, wer sich die Reaktionen auf eine eigentlich ganz harmlose Kolumne ansieht, wo ein älterer Herr sein Missfallen über den Körperschmuck einer TV-Moderatorin äusserte. Als «TV-Kritik» rubriziert und in einer Fachpublikation veröffentlich, gewinnt das individuelle Geschmacksurteil schnell an Gewicht und Bedeutung. Dabei <a href="https://medienwoche.ch/2017/04/04/der-arm-des-anstosses/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/04/04/der-arm-des-anstosses/">Der Arm des Anstosses</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hat das Schweizer Fernsehen ein Tattoo-Problem? Natürlich nicht. Einen anderen Eindruck könnte indes gewinnen, wer sich die Reaktionen auf eine eigentlich ganz harmlose Kolumne ansieht, wo ein älterer Herr sein Missfallen über den Körperschmuck einer TV-Moderatorin äusserte.<br />
<span id="more-28991"></span><br />
Als «TV-Kritik» rubriziert und in einer Fachpublikation veröffentlich, gewinnt das individuelle Geschmacksurteil schnell an Gewicht und Bedeutung. Dabei ist solche Kritik ein ganz banaler und alltäglicher Vorgang. Wer fernsieht, wertet und bewertet dauernd, hegt Sympathie und Abneigung gegenüber Figuren und Charakteren, findet Sendungen gut oder schlecht – einfach so.</p>
<p>Vieles vermag den Sehgenuss zu verdriessen: die Gesichtsbehaarung des Nachrichtensprechers, die penetranten Kalauer des Moderators oder eben auch: gut sichtbare Tätowierungen einer Journalistin. Die Liste liesse sich beliebig verlängern. Was den einen ein Graus ist, registrieren andere nicht einmal. So unterschiedlich sind die Geschmäcker.</p>
<p>Das zeigen auch die Reaktionen auf den Auftritt einer Moderatorin des Schweizer Fernsehens, die mit einem tätowierten Arm das Mikrofon einem Bundesrat entgegenstreckte. Eine Mehrheit hält den Auftritt für völlig unproblematisch, eine laute Minderheit dagegen für unziemlich und vom Gespräch mit dem Magistraten ablenkend.</p>
<p>Anders als für den journalistischen Auftritt gibt es für Äusserlichkeitnen wie Kleidung und Schmuck keinen verbindlichen Kodex. Der «gute Geschmack» hilft hier auch nicht weiter. Und das vermeintliche Argument, dass zu offensiv zur Schau gestellter Körperschmuck vom Inhalte ablenke, trifft zumindest im vorliegenden Fall nicht zu. Handelte sich doch um ein People-Magazin, das an einem People-Anlass zugegen war. Und dort gilt das Motto: Sehen und gesehen werden.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2017/04/04/der-arm-des-anstosses/">Der Arm des Anstosses</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mittendrin statt nur dabei – ob ich will oder nicht</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/07/18/mittendrin-statt-nur-dabei-ob-ich-will-oder-nicht/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2016/07/18/mittendrin-statt-nur-dabei-ob-ich-will-oder-nicht/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Carmen Epp]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2016 09:33:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nizza]]></category>
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		<category><![CDATA[Istanbul]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=27780</guid>

					<description><![CDATA[<p>Streaming-Dienste wie Periscope oder Facebook Live bringen den Zuschauer mitten ins Geschehen, live und unzensiert. Wie wichtig die Gatekeeper-Funktion von professionellem Journalismus angesichts dieser neuen Konkurrenz ist oder sein müsste, hat unsere Kolumnistin in den letzten Tagen gleich mehrfach erlebt. Es war der 14. Juli, ein normaler Donnerstagabend, mein Freund und ich lagen auf dem <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/18/mittendrin-statt-nur-dabei-ob-ich-will-oder-nicht/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/18/mittendrin-statt-nur-dabei-ob-ich-will-oder-nicht/">Mittendrin statt nur dabei – ob ich will oder nicht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Streaming-Dienste wie Periscope oder Facebook Live bringen den Zuschauer mitten ins Geschehen, live und unzensiert. Wie wichtig die Gatekeeper-Funktion von professionellem Journalismus angesichts dieser neuen Konkurrenz ist oder sein müsste, hat unsere Kolumnistin in den letzten Tagen gleich mehrfach erlebt.<br />
<span id="more-27780"></span><br />
Es war der 14. Juli, ein normaler Donnerstagabend, mein Freund und ich lagen auf dem Sofa, assen Chips und schauten uns eine DVD an. Ein Horrorfilm mit allem, was dazu gehört: Spannung, Gänsehaut und ja, auch Leichen und Blut, sehr viel Blut. Dass ich bald vom fiktiven zum realen Horror wechseln würde, hätte ich da noch nicht geahnt.</p>
<p>Als der Abspann des Films lief, schaute ich auf mein Handy. Mehrere Push-Meldungen füllten das Display: irgendwas mit Nizza, einem weissen LKW und Todesopfern. Zwei, drei Daumenwische auf Twitter später erschien ein Video in meinem Feed, das sogleich zu laufen begann. Es dauerte eine Weile, bis ich realisierte, was da gezeigt wurde: Die Promenade des Anglais, gesäumt von leblosen Körpern in ihrem eigenen Blut, gefilmt von einem Mann, der von Leiche zu Leiche lief und unentwegt fragte: «C’est quoi ça?» Irgendjemand hatte den Persicope-Live-Stream in meinen Feed geteilt.</p>
<p>Live-Streaming-Dienste wie Periscope oder Facebook Live werden immer beliebter. Gemeinsam erreichen die beiden Kanäle weltweit gegen zwei Milliarden Nutzer. Diese eröffnen mit ihren Streams einen neuen, unmittelbaren Blick auf alles, was in der Welt gerade geschieht. Damit sind jedoch auch Gefahren verbunden, die weit über die Fragen von Daten- und Persönlichkeitsschutz hinausgehen. So werden die Zuschauer immer öfters Zeugen verstörender Szenen (http://www.watson.ch/Digital/Facebook/873692061-Schl%C3%A4ge&#8211;Schiessereien&#8211;Suizide&#8211;Immer-wieder-filmen-Nutzer-bei-Periscope-und-Facebook-verst%C3%B6rende-Ereignisse).</p>
<p>Im professionellen Journalismus hingegen wird traditionsgemäss auf das Zeigen von Bildern mit Leichen oder Gewalt verzichtet. Zwar verletzten redaktionelle Medien diese Regel vermehrt, aber der Nutzer weiss immerhin, von welchen Titeln er solch unethisches Verhalten erwarten muss. Aber auch dahinter steckt meist ein aktiver Entscheid: Ja, wir zeigen es. Der Journalist fungiert dabei als Gatekeeper, als «Schrankenwärter», der entscheiden kann, was er zeigt wird und was nicht.</p>
<p>So auch Richard Gutjahr. Der Deutsche Journalist und Blogger befand sich zur Zeit des Anschlags in Nizza und hielt die Fahrt des weissen LKWs in die Menschenmenge auf seinem Handy fest – noch ohne zu wissen, welches Drama sich da gleich abspielen wird. Das Video zeigt zwar keinen expliziten Inhalt. Trotzdem hat sich Gutjahr dagegen entschieden ((http://www.spiegel.de/politik/ausland/richard-gutjahr-journalist-filmte-den-anschlag-von-nizza-a-1103106.html), das Material bei Twitter oder Facebook zu veröffentlichen. «Stattdessen habe ich alles an die Redaktion des WDR geschickt. Dort entscheiden Profis, was veröffentlicht werden sollte und wie.»</p>
<p>Auch die TV-Stationen, die ich die Nacht hindurch beobachtet habe, verzichteten darauf, solche Bilder zu zeigen. Auf CNN warnte die Sprecherin gar explizit davor, sich diese Videos anzuschauen und bat darum, sie nicht zu teilen – aus Respekt vor den Angehörigen und den Opfern. Denselben Appell hatte zuvor auch die Französische Polizei auf Twitter verbreitet. Tags darauf rief auch SRF3 (https://api.crowdradio.de/cdn/i/1/b/cr-3-p/c/l-srf-srf-3/t/1/f/container/n/7cbc38fb-0bc9-45d6-ae14-eed5a8d627b9/e/html) unter dem Hashtag #caredontshare zu Mitgefühl statt Sensationsgier auf.</p>
<p>Wie vergänglich dieser hehre Vorsatz sein kann, zeigte sich keine 24 Stunden später, am Abend des 15. Juli als ich erneut unverhofft Push-Meldungen auf meinem Handy sah: ein Putschversuch in der Türkei, Tumulte in Istanbul und Ankara. Statt auf Twitter zu klicken, zappte ich diesmal direkt auf CNN. Und konnte meinen Augen kaum glauben: Die TV-Station, die noch am Abend zuvor davor warnte, sich verstörendes Videomaterial anzuschauen, zeigte fast genau so verstörende Live-Bilder von Istanbul. Menschen auf der Bosporus-Brücke, die leblose Körper weg trugen, ein offenbar verletzter Mann, der sich hinter einer Leitplanke in Sicherheit legte, und eine Gruppe von Personen, die einen Panzer belagerten, während in unmittelbarer Nähe Schüsse fielen.</p>
<p>Auch wenn die Bilder aus Istanbul, die CNN sendete, weniger blutig waren, so schockierten sie mich doch mehr als das Video der mit Leichen gesäumten Promenade in Nizza. Bei Letzterem war es ein offenbar geschockter Mann, der – aus welchen Gründen auch immer – das Grauen live gefilmt hat, ohne sich dessen Wirkung bewusst zu sein. Bei den Bildern aus Istanbul hingegen waren es Medienprofis, die sich entschieden haben, solche Livebilder über den Sender laufen zu lassen, unzensiert und kommentiert von Sprechern, die sich genau so erstaunt darüber zeigten, was da gerade live in die Welt hinaus getragen wurde. Gatekeeper: Fehlanzeige.</p>
<p>Das Beispiel zeigt, dass Live-Streaming bei Ereignissen von öffentlichem Interesse wie jenen in Nizza oder in der Türkei auch den Journalismus vor neue Herausforderungen stellt. Noch bevor sich die Journalisten vor Ort ein Bild machen können, kursiert bereits eine Fülle an Videomaterial im Netz. Die Konkurrenz, das sind nun nicht mehr nur die anderen Medien, sondern potenziell alle Personen vor Ort, die als Laien-Reporter schnell eine grosse Reichweite erreichen können.</p>
<p>Es gibt zwei Möglichkeiten für Medienschaffende, auf diese neue Konkurrenz zu reagieren: Entweder sie berufen sich auf ihre Funktion als Gatekeeper wie Gutjahr und Co. und bewahren so ihre Glaubwürdigkeit, indem sie das Geschehene abbilden und gleichzeitig die Opfer und deren Angehörigen schützen. Oder sie wollen mithalten mit dem, was in den Sozialen Medien ungefiltert verbreitet wird. Welche der beiden Wege der Glaubwürdigkeit eines Mediums nützt oder schadet, hängt von dessen ethischen Grundsätze und dem Geschäftsmodell ab. So oder so werden redaktionelle Medien nicht darum herumkommen, eine eigene Live-Video-Strategie auszuarbeiten. Das haben die Vorfälle in Nizza und Istanbul einmal mehr deutlich gemacht.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/18/mittendrin-statt-nur-dabei-ob-ich-will-oder-nicht/">Mittendrin statt nur dabei – ob ich will oder nicht</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Wenn man plötzlich fordern statt liefern muss</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/07/04/wenn-man-ploetzlich-fordern-statt-liefern-muss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2016 10:53:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Aargauer Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsalltag]]></category>
		<category><![CDATA[Blattmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Gotthard]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für eine einzige Zeitungsausgabe übernahm unser Kolumnist eine neue Rolle: Bei ihm liefen die Fäden für eine Sondernummer zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zusammen. Warum er dabei «auf die Welt kam» – und warum ihn stets das schlechte Gewissen begleitete. Bei aller gewünschten Selbstbestimmung als Journalist kann es eine durchaus willkommene Entlastung sein, wenn einem ein <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/04/wenn-man-ploetzlich-fordern-statt-liefern-muss/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Für eine einzige Zeitungsausgabe übernahm unser Kolumnist eine neue Rolle: Bei ihm liefen die Fäden für eine Sondernummer zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zusammen. Warum er dabei «auf die Welt kam» – und warum ihn stets das schlechte Gewissen begleitete.<br />
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Bei aller gewünschten Selbstbestimmung als Journalist kann es eine durchaus willkommene Entlastung sein, wenn einem ein Entscheid abgenommen wird. So erging es mir, als ich Anfang April nach einem dreimonatigen <a href="https://medienwoche.ch/2016/01/18/selbstzensur-aus-angst-vor-der-hexe/">Aufenthalt in Nicaragua</a> wieder in den Redaktionsalltag der Aargauer Zeitung einstieg. Gleich bei der ersten Sitzung wurde mir mitgeteilt, dass wir die Ausgabe vom 28. Mai monothematisch der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels widmen werden. Und vor allem: Dass ich dafür verantwortlich sein soll – sozusagen als Blattmacher für eine Nummer.</p>
<p>Natürlich hätte ich mich dagegen wehren können, aber warum auch? Ganz ohne Bauchschmerzen verliess ich die Sitzung dennoch nicht. Auch wenn es noch weit weg war, ahnte ich: Das wird eine komplett neue und mit vielen Unwägbarkeiten verbundene Aufgabe.</p>
<p>Wie geht man solch ein Projekt an? Ja, wie soll so eine Sondernummer überhaupt aussehen? An dieser Stelle nicht unwichtig zu erwähnen: Es liefen bei mir zwar die Fäden zusammen, aber die grundlegenden Entscheidungen fällte ich nicht in Eigenregie, sondern in Absprache mit dem eisenbahnaffinen Chefredaktor und seinem Stellvertreter, seines Zeichens Blattmacher im normalen Tagesgeschäft. Das letzte Wort war stets bei ihnen.</p>
<p>Wir definierten: Die Mantelbund der Zeitung kommt praktisch monothematisch daher. Das wären inklusive Werbung dann also fast zwanzig Seiten Gotthard. Dafür bringen wir im Vorfeld kaum Artikel zum Thema, wie das andere Zeitungen gemacht haben. Die Aktualität und die notwendigste Vorschau, etwa auf den gleichentags stattfindenden Champions-League-Final, findet auf maximal vier Seiten am Ende des Bundes statt. Die klassische Einteilung nach Ressorts entfällt und die Front- und Backpage müssen so aussehen, dass die Leser zwar merken, ihre angestammte Zeitung in den Händen zu halten, gleichzeitig aber sofort das Sonderkonzept erkennen.</p>
<p>Für die Feinplanung setzten wir auf Basisdemokratie. Eines Montags &#8211; einen guten Monat vor Publikationsdatum &#8211; sassen alle Ressortleiter zusammen und brachten ihre Ideen ein. Ich sammelte, ergänzte und schrieb endlich ein Konzept, das jede Seite mitsamt dazugehörigen Artikeln definierte.</p>
<p>Das alles brauchte Zeit – Zeit, die ich normalerweise im Redaktionsalltag nicht habe. Meine Vorgesetzten haben mich stets ermuntert und es mir ermöglicht, dass ich sie mir auch nehmen konnte. Auch von Seiten meiner Redaktionskollegen kam nie ein negatives Wort. Dennoch begleitete mich ihnen gegenüber an vielen Tagen, an denen ich mich ausschliesslich der Sonderausgabe widmete, ein schlechtes Gewissen. Grundlos, ich weiss. Und dennoch vorhanden. Denn während ich abklärte, ob die Werbung auf Seite 13 vielleicht in den Regionalbund verlegt werden könnte, damit die Kulturredaktorin den «Mythos Gotthard» in angemessener Zeilenzahl erklären konnte, schrieben meine Kollegen wie üblich Inland-Artikel für den Folgetag. «Ich arbeite heute an der Gotthard-Nummer, sorry», geht einem nicht ganz einfach über die Lippen, wenn an der nachmittäglichen Redaktionssitzung noch ein Autor für den Front-Kommentar gesucht wird.</p>
<p>Von solchen Tagen gab es einige. Denn mit dem Konzept alleine wars natürlich noch nicht getan. Was ich sonst immer nur aus umgekehrter Perspektive erlebte, blühte mir jetzt selbst: Plötzlich war es an mir, für die verschiedenen Ideen Autoren zu suchen (sofern sie sich nicht selbst schon gemeldet hatten), mit ihnen die Stossrichtung ihrer Artikel abzusprechen, sie auf die nahende Deadline hinzuweisen, Grafiker zu instruieren, mit der Foto-Redaktion Bilder auszuwählen, Texte gegenzulesen und Anmerkungen anzubringen. Stets musste ich die Gesamtausgabe im Hinterkopf haben, damit keine inhaltlichen und gestalterischen Doubletten entstanden. Kurz: Ich musste fordern und nicht wie üblicherweise einfach nur liefern.</p>
<p>Auch der Web-Auftritt musste besprochen werden. Online können Überthemen naturgemäss weniger gut zurückgehalten und portioniert werden, wenn man sich nicht – mehr noch als bei der Zeitung – den Vorwurf machen will, es zu verpassen. Einige Erzählformen, etwa das Quiz, das im Print auch stattfand und natürlich Bewegtbilder, eignen sich digital besser. Dennoch ist nicht wegzudiskutieren, dass der Fokus auf der gedruckten Ausgabe lag. Nicht zuletzt, weil wir uns erhofften, dass manche Leser die Sonderausgabe zur Seite legen und aufbewahren.</p>
<p>Zum ersten Mal in meinem Berufsleben musste ich überdies finanzielle Überlegungen anstellen: Was kriegt ein altgedienter Historiker für sein Lesestück über die Geschichte der alpenquerenden Eisenbahnverbindungen? Und darf man auf die Forderung eines Fachverlags eingehen, ein Foto gratis verwenden zu dürfen, sofern man das dazugehörige Buch mitsamt Coverbild am Ende des Artikels erwähnt? Fast wäre es mir zum Verhängnis geworden, dass ich neben einem längeren Artikel auch «Beigemüse» wie die Leserservice-Seite oder das Gotthard-Quiz selbst verfassen wollte &#8211; denn die Zeit dafür lief mir davon.</p>
<p>Wie immer, wenn man eine Deadline hat &#8211; diese Kolumne lässt grüssen! &#8211; geht es am Ende ja dann doch irgendwie. Es ging sogar ziemlich gut, sowohl redaktionsintern wie auch von aussen gab es überwiegend <a href="https://twitter.com/ChristianDorer/status/736514523398557696" target="_blank">positive Rückmeldungen auf die unübliche Samstagsausgabe</a>. In der Nacht auf Sonntag schlief ich wie ein Stein. Ob ich vom Gotthard träumte, weiss ich nicht mehr.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/07/04/wenn-man-ploetzlich-fordern-statt-liefern-muss/">Wenn man plötzlich fordern statt liefern muss</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Ich liebe Facebook. Facebook stresst mich.</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/05/09/ich-liebe-facebook-facebook-stresst-mich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 May 2016 11:28:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Man möchte es lieber nicht wissen und erfährt es trotzdem: Facebook ist nicht nur ein Fenster zur Welt, sondern auch eines in den Intimbereich von vermeintlichen Freunden, die uns eigentlich ganz fremd sind. Unser Kolumnist über seine Hassliebe zur grössten Social-Media-Plattform. Ein einziges Mal nur möchte ich erleben, dass Herr H. einen Pups seiner zweijährigen <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/09/ich-liebe-facebook-facebook-stresst-mich/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Man möchte es lieber nicht wissen und erfährt es trotzdem: Facebook ist nicht nur ein Fenster zur Welt, sondern auch eines in den Intimbereich von vermeintlichen Freunden, die uns eigentlich ganz fremd sind. Unser Kolumnist über seine Hassliebe zur grössten Social-Media-Plattform.<br />
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Ein einziges Mal nur möchte ich erleben, dass Herr H. einen Pups seiner zweijährigen Tochter nicht in die digitale Welt rotzt. Einmal nur wünsche ich mir, Frau M. möge ihre Füsse am Strand von Maspalomas nicht in die Kamera strecken. Und Herr K. soll bitteschön den Mund halten, wenn er mit seinem Zwergpudel wieder für grosse Hunde war. Es. Interessiert. Mich. Nicht.</p>
<p>Ich habe mich Herrn Zuckerberg lange verweigert. Er will die virtuelle Weltherrschaft. Warum soll ich ihn dabei unterstützen? Warum soll ich mein Privatleben mit der Öffentlichkeit teilen? Warum? Am 15. Juni 2011 um 15.46 Uhr bin ich doch schwach geworden. Ein typischer Fall von Gruppendruck: Es kann nicht schlecht sein, was eine Milliarde Menschen gut findet (inzwischen sind es 1,6 Milliarden). Seit fünf Jahren nun erlebe ich mit Facebook anregende, aufregende, langweilige und kurzweilige Momente. Und ein paar Mal musste ich mich dermassen ärgern, dass ich gar nicht mehr vom Baum runter wollte.</p>
<p>Bevor Sie fragen: Es gibt von mir nullkommanichts Privates auf Facebook. Keine überbelichteten Selfies vor Burgruinen in der Abendsonne, weder vorteilhafte noch unvorteilhafte Familienbilder, keine Fotos von frühreifen Spargeln, die mir im hippen Landgasthof gereicht wurden, keine «Eingecheckt»-Posts aus Niederhelfenschwil.</p>
<p>Facebook fragt mich jeden Tag ziemlich direkt und ziemlich fantasielos: «Was machst Du gerade?» Meistens antworte ich nicht. Geht dich überhaupt nichts an, denke ich. Andere sind da entschieden mitteilsamer. «6 Kilometer gejoggt». Die Info wird sofort ins Netz gestellt. Mir wär die Nachricht peinlich. Nur 6 Kilometer&#8230; – «Bin mit Rosie im Sternen». Die Welt muss es wissen. Sofort. Ich denke: Wer ist Rosie? Und was hat sie mit ihrem Haupthaar gemacht?</p>
<p>Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen: Intelligenz schützt nicht vor peinlichen Posts.</p>
<p>Da gibt es den Geltungssüchtigen, der von seiner Geschäftsreise nach Hamburg aus dem Hotel postet: «Bin grad aufgestanden». Zum Fremdschämen. Es gibt den Witzbold,  der unlustige Filmchen verbreitet («Ich schmeiss mich weg») und sie immer als erstes liked. Und es gibt den Essensposer, der von jedem randvollen Tellern Bilder verschickt mit dem Vermerk «Lecker».</p>
<p>Es gibt die «Mein-Kind-ist das-Tollste-Mutter», die mich am Leben ihres Fünfjährigen teilhaben lässt. Ich kenne ihn inzwischen so gut wie einen kleinen Bruder, obwohl wir uns nie begegnet sind. Ich weiss, dass er mit Lego-Star-Wars spielt und Fischbrötchen mag. Ich weiss, dass er einmal Polizist werden möchte und Müllwagenfahrer und Sprengmeister. Ich weiss, dass er vor kurzem zum ersten Mal beim Freund übernachtete und schlecht geschlafen hat, weil sein Tigerpijama zwickte. Ich würde die Frau ja gerne einmal fragen, ob sie die privatesten Geschichten und Bilder ihres Sohnes auch in den Hausflur hängen würde. «Ich doch nicht», würde Sie vermutlich entrüstet antworten! Sehen Sie&#8230;</p>
<p>Wo ich grad dabei bin: Ich mag keine Weltverbesser-Poser, die mich nötigen, eine Petition zum Schutz des Breitmaulfrosches zu unterschreiben. Ich verabscheue Baby-Spammer, die mich mit unscharfen Bilder ihrer verhunzelten Neugeborenen belästigen. Ich bin genervt ob der «Wir-sind-Spitze-drauf-Mitteiler», die am thailändischen Strand um einen Stein tanzen und für das Video unfassbare 179 Likes einsammeln.</p>
<p>Was also tun? Ich strafe Facebook-Trolls mit Nichtbeachtung. Auch der Post der neuen Wandleuchte mit 257 «Gefällt mir» wird stoisch ignoriert. Wer nervt, hetzt, niveaulosen Mist postet, Gewaltfantasien gegen Flüchtlinge ins Netz kübelt oder einen Artikel der AfD teilt, fliegt bei mir raus. Verschwörungstheoretiker, Spieleinlader, Gruppenhinzufüger und «Zu-allem-was-sagen-Müsser» ebenso.</p>
<p>Mit einer entrümpelten Timeline macht Facebook deutlich mehr Spass. Das Netzwerk ist meine tägliche Presseschau, ist private Pinwand, Inspiration und Zeitvertreib. Und der wichtigste Booster für die Onlinetexte des Schweizer Eltern-Magazins, das ich leite.</p>
<p>Höchste Zeit, mal danke zu sagen für viele kluge, witzige, traurige Texte und Bilder aus Blogs, deren Existenz ich bisher nicht kannte. Danke für jeden meinungsfreudigen, geistreichen Kommentar zu meinen Texten und geteilten Inhalten. Und vielen Dank für das grossartige Carpool-Karaoke-Video des britischen Komikers James Corden mit Gwen Stefani, Julia Roberts und George Clooney. Wie hätte ich je erfahren, dass der Hollywood-Beau mit seiner tiefen Stimme kaum einen Ton trifft.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/ekivemark/7843824274/" target="_blank">Flickr/Mark Scrimshire (CC BY 2.0)</a></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/05/09/ich-liebe-facebook-facebook-stresst-mich/">Ich liebe Facebook. Facebook stresst mich.</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Mehr Angriff, bitte!</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/11/mehr-angriff-bitte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Apr 2016 10:23:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[SRF]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Teleclub]]></category>
		<category><![CDATA[Büne Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Eishockey]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sportler-Interviews sind am Schweizer Fernsehen oft sehr dröge. Das Publikum hat sich daran gewöhnt und geisselt den Reporter, der mal etwas griffiger zur Sache geht, sogleich als Spielverderber. Dass es auch anders geht, zeigen die Sportmagazine von ARD und ZDF. Wenn alles, was zuvor gespielt wurde, nichts mehr zählt, dann ist im Schweizer Eishockey Playoff-Zeit. <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/11/mehr-angriff-bitte/">Weiterlesen ...</a></p>
<p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/11/mehr-angriff-bitte/">Mehr Angriff, bitte!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sportler-Interviews sind am Schweizer Fernsehen oft sehr dröge. Das Publikum hat sich daran gewöhnt und geisselt den Reporter, der mal etwas griffiger zur Sache geht, sogleich als Spielverderber. Dass es auch anders geht, zeigen die Sportmagazine von ARD und ZDF.<br />
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Wenn alles, was zuvor gespielt wurde, nichts mehr zählt, dann ist im Schweizer Eishockey Playoff-Zeit. Da fliegen die Fäuste eher mal, da sind die Stadien voller, da sind mehr Emotionen im Spiel. Das gilt auf, aber auch neben dem Eisfeld &#8211; zum Beispiel im Umgang der (mehr oder minder) Beteiligten gegenüber den Medien.</p>
<p>Letzte Woche haben wir gleich mehrere schöne Müsterchen erleben dürfen: Am meisten zu reden gab das Interview von Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber mit dem Bezahlsender Teleclub. Es geniesst schon kurz nach der Veröffentlichung Kultstatus. Die Reporter-Leistung beschränkte sich allerdings auf das Glück, den Gesprächspartner im Moment einer akuten Mitteilungsbedürftigkeit vor das Mikrofon gekriegt zu haben und ihm dieses dann fünf Minuten lang gerade hinhalten zu können.</p>
<p><iframe src="https://www.youtube.com/embed/4c-b00Nsivw" height="338" width="450" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Journalistisch schon interessanter war hingegen ein Interview von Schweizer Fernsehen SRF während Spiel drei der Play-Off-Finalserie zwischen dem HC Lugano und dem SC Bern. Unmittelbar nach Ende der regulären Spielzeit und vor Beginn der Verlängerung knöpfte sich der Reporter Damien Brunner vor. Dem Lugano-Spieler glitt kurz zuvor nach einer gegnerischen Attacke vor dem Tor der Stock aus der Hand. Penalty oder Schwalbe? Brunner fällt dem Sportjournalisten sofort ins Wort, als dieser ihn bittet, die strittige Szene nochmals gemeinsam anzuschauen. Doch der Fernsehmann lässt sich glücklicherweise nicht mit der Aussage «Es ist Foul» abspeisen, sondern hakt nach und weist den Spieler zweimal darauf hin, dass er den Stock etwas gar leicht fallen liess. Zuviel für Brunner: Er schmeisst dem Reporter «Wetsch mi verarsche?» an den Kopf und läuft davon.</p>
<p><iframe name="Aquilas Geheimnis (23): Die Kraft des Fernrohrs" src="https://tp.srgssr.ch/p/srf/embed?urn=urn:srf:ais:video:c8ad785e-66a0-4ed4-9fab-cd06eb3cabff" height="253" width="450" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Der SRF-Journalist musste sich in der Folge auf den sozialen Medien, aber auch in den Kommmentarspalten der Onlineportale einiges anhören. Sein Vorgehen sei unprofessionell gewesen, die Fragen unsportlich, ihm sei es nur darum gegangen, eine spektakuläre Antwort herauszukitzeln, ja er sei gar untragbar am Eisrand. Der Tenor war klar gegen ihn. Ein Teil des Publikums hat sich offensichtlich an die Wohlfühl- und Weichspühlwortwechsel am Spielfeldrand gewöhnt und verwechselt das mit Journalismus.</p>
<p>Nicht nur, aber auch gerade darum braucht es umso mehr solcher provokativer Interviews in der Schweizer Sportwelt! Viel zu oft müssen wir uns brave Fragen à la «Erzählen Sie von Ihren Emotionen», «Was geht Ihnen durch den Kopf?», «Warum hat der Plan nicht funktioniert?» anhören. Dass darauf keine substanzielle Replik kommt, liegt auf der Hand – wie die Frage, so die Antwort.</p>
<p>Die Spieler und Trainer fühlen sich so nicht aus den Reserven gelockt und kriegen eine dankbare Plattform, um ihre mit Kommunikationsprofis einstudierten Standardsätze runterzurattern. Sie unterscheiden sich in der Regel nur in Nuancen. Bestes Beispiel dafür sind die Schweizer Fussballnationalspieler. Was da jeweils an «Analyse» über den Sender läuft, ermuntert zum sofortigen Weiterzappen. Würde man das Gesicht verdecken und die Stimme verfälschen, man könnte einen Shaqiri kaum von einem Lichtsteiner oder einem Seferovic unterscheiden.</p>
<p>Ein wichtiger Grund für die uniformen und unpersönlichen Aussagen liegt in der Professionalisierung der Sportkommunikation – und ja, nicht jeder Fussballer bringt gleich viel rhetorisches wie sportliches Talent mit. Aber es ist auch die Interviewtechnik der Journalisten. Dabei würde es nur schon helfen, wenn die Sportreporter statt einer Frage einfach mal eine &#8211; wenn möglich provokative &#8211; Aussage in den Raum stellen würden. Wohl würde es vermehrt zu Eklats wie unlängst mit Damien Brunner kommen, aber sowohl Unterhaltungswert als auch Erkenntnisgewinn würden mit Sicherheit gesteigert. Und diskreditieren sich Sportler nicht selbst, wenn sie einfach das Gespräch abbrechen? Auf lange Sicht können sie sich das nicht leisten.</p>
<p>Dass es auch anders geht, sieht man in Deutschland. Mag sein, dass da auch Mentalitätsunterschiede mitspielen, aber die Kollegen etwa bei der Sportschau auf ARD oder dem aktuellen Sportstudio auf ZDF schaffen es immer wieder, den Sportlern mit angriffiger Fragetechnik überraschende, pointierte und deshalb auch spannende Aussagen zu entlocken. Es kommt vor, dass die anschliessende Interviewrunde packender ist als das vorhergehende Bundesligaspiel &#8211; was bei der Qualität des deutschen Fussballs etwas heissen will.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/11/mehr-angriff-bitte/">Mehr Angriff, bitte!</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Auf die richtige Gliederung kommt es an</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/04/03/auf-die-richtige-gliederung-kommt-es-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ralf Turtschi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Apr 2016 19:18:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Zeichen setzen]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichen setzen]]></category>
		<category><![CDATA[Gliederung]]></category>
		<category><![CDATA[Komma]]></category>
		<category><![CDATA[Punkt]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=27089</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Gliederung von Zahlen soll diese leserlicher machen. Nationale und internationale Schreibweisen, Duden, Heuer, DIN 5008 oder Microsoft Office kommen sich in die Quere. Sprachwerke geben meist nur unzureichend Auskunft. Die Sprache entsteht von unten nach oben, und so gilt, was Usanz ist. Ein Überblick. Zahlen werden mittels Dezimaltrenner in kleinere Einheiten unterteilt, zum Beispiel <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/03/auf-die-richtige-gliederung-kommt-es-an/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gliederung von Zahlen soll diese leserlicher machen. Nationale und internationale Schreibweisen, Duden, Heuer, DIN 5008 oder Microsoft Office kommen sich in die Quere. Sprachwerke geben meist nur unzureichend Auskunft. Die Sprache entsteht von unten nach oben, und so gilt, was Usanz ist. Ein Überblick.<br />
<span id="more-27089"></span><br />
Zahlen werden mittels Dezimaltrenner in kleinere Einheiten unterteilt, zum Beispiel 10,5 km. Weiter können grössere Zahlen oder Zahlenfolgen optisch gegliedert werden. So zum Beispiel Telefon- und Faxnummern, Autokennzeichen, Versicherungsnummern, AHV-Nummern usw.</p>
<p><strong>Dezimaltrenner Komma</strong><br />
Die Regelung im deutschen Sprachraum ist klar, Dezimalzahlen werden bei Mengenangaben grundsätzlich mit Komma gegliedert. Das Geschriebene folgt dem Gesprochenen. Man spricht und schreibt demzufolge eins Komma fünf Liter und nicht eins Punkt fünf Liter. Dabei ist es egal, ob die Mengeneinheit abgekürzt wird oder nicht. Zudem sollten im Lauftext keine überflüssigen Nullen gesetzt werden!<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-5_neu.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-5_neu.jpg" alt="Ohne Titel 5_neu" width="450" height="167" class="aligncenter size-full wp-image-27130" /></a></p>
<p><strong>Dezimaltrenner Punkt</strong><br />
Bei Zeitangaben wird zwischen Stunden und Minuten im Grundtext ein Punkt als Dezimaltrenner eingesetzt.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-6.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-6.jpg" alt="Ohne Titel 6" width="450" height="90" class="aligncenter size-full wp-image-27112" /></a></p>
<p>Vorgeschobene Nullen sind, da bedeutungslos, zu vermeiden. In tabellarischen Auflistungen wie bei Fahrplänen oder Datums­angaben sind sie als Füllzeichen toleriert. Sie sind aber nie ­leserlicher: Weniger ist mehr.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-7.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-7.jpg" alt="Ohne Titel 7" width="450" height="167" class="aligncenter size-full wp-image-27104" /></a></p>
<p>In abgekürzten Schreibweisen, wie sie plakativ im Werbeumfeld vorkommen, wird bei Zeitangaben der Punkt gesetzt.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-8.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-8.jpg" alt="Ohne Titel 8" width="450" height="78" class="aligncenter size-full wp-image-27105" /></a></p>
<p>Bei Zeitmessungen im Sport werden der Doppelpunkt und das Komma eingesetzt.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-9.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-9.jpg" alt="Ohne Titel 9" width="450" height="71" class="aligncenter size-full wp-image-27106" /></a></p>
<p>Daten werden mit Punkt gegliedert. Werden Monate in Zahlen dargestellt, kann mit oder ohne Leerzeichen gearbeitet werden. Auch hier sind Führungsnullen erlaubt, sie werden aber nicht empfohlen, da nicht zur Lesbarkeit beitragen.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-10.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-10.jpg" alt="Ohne Titel 10" width="450" height="65" class="aligncenter size-full wp-image-27107" /></a></p>
<p>Der Schweizer Franken und der japanische Yen werden mit Punkt gegliedert, alle anderen Währungen mit Komma. Wenn im Grundtext Euro und Schweizer Franken vorkommen, werden die Gliederungszeichen der entsprechenden Länder verwendet.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-11.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-11.jpg" alt="Ohne Titel 11" width="450" height="73" class="aligncenter size-full wp-image-27108" /></a></p>
<p>In der IT und der Industrie werden Punkte zur Gliederung von Versionen verwendet.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-12.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-12.jpg" alt="Ohne Titel 12" width="450" height="77" class="aligncenter size-full wp-image-27109" /></a></p>
<p><strong>Gliederung von grösseren Zahlen</strong><br />
Ab fünf Stellen werden Ziffern im Lauftext von hinten mit einem Festwert (Achtelgeviert oder geschütztes Leerzeichen) in Dreiergruppen gegliedert. In tabellarischen Auflistungen wie Preisangaben in Offerten werden auch vierstellige Zahlen gegliedert, damit die Ziffern untereinander stehen.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-13.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-13.jpg" alt="Ohne Titel 13" width="450" height="41" class="aligncenter size-full wp-image-27110" /></a></p>
<p>In Deutschland oder im angelsächsischen Raum werden die Tausender auch mit Dezimalpunkt oder Dezimalkomma gegliedert, was in der Schweiz falsch ist. Das Dilemma besteht in Unternehmen, die international agieren. Dort sollen entsprechende Hausregeln aufgestellt werden. Durch Gliederung sollen Ziffern klar und unmissverständlich sein.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-14.jpg" data-rel="lightbox-image-9" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-14.jpg" alt="Ohne Titel 14" width="450" height="38" class="aligncenter size-full wp-image-27111" /></a></p>
<p>Die Gliederung von Zahlen ab fünf Stellen mittels Apostroph mogelt sich zusehends ins Deutsche. In der Typografie ist dies falsch. In der Office-Welt ist es verbreitet, Zahlen mit Apostroph zu gliedern, weil dort kein verkleinerter Abstand zur Verfügung steht. Dies ist zwar typografisch nicht ganz korrekt, wird aber weitgehend ­toleriert.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-15.jpg" data-rel="lightbox-image-10" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-15.jpg" alt="Ohne Titel 15" width="450" height="39" class="aligncenter size-full wp-image-27099" /></a></p>
<p>Das Gliederungszeichen für grössere Zahlen in E-Mails ist nur unzureichend dokumentiert. Wenn Sie zum Beispiel für die Zahl 200000000 ein Gliederungszeichen suchen, kommen das Leerzeichen, das Minutenzeichen oder das Apostroph infrage. Apostroph und Minutenzeichen verhindern beim Umbruch die Trennung von 200&#8217;000&#8217;000.</p>
<p>Andere Gliederungszeichen sind in der Schweiz falsch. Hier zum Beispiel sind einfache schliessende Anführungszeichen oder das Zeichen für Minuten zu sehen.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-16.jpg" data-rel="lightbox-image-11" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-16.jpg" alt="Ohne Titel 16" width="450" height="68" class="aligncenter size-full wp-image-27100" /></a></p>
<p>Postleitzahlen werden nicht gegliedert, nicht in der Schweiz, auch nicht in Deutschland, wo sie fünfstellig sind.<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-17.jpg" data-rel="lightbox-image-12" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-17.jpg" alt="Ohne Titel 17" width="450" height="40" class="aligncenter size-full wp-image-27101" /></a></p>
<p><strong>Gliederung mit Brüchen</strong><br />
Da in Office-Programmen beliebige Brüche (ausser 1/2, 1/4 und 3/4) nicht für den normalen Lauftext zur Verfügung stehen, greift man dort häufig zu der Notlösung mit Komma oder gar Punkt. In gewissen Fällen ist dies unüblich, zum Beispiel beim Kochen (1 Teelöffel respektive ½ Teelöffel) oder bei Immobilien (3½-Zimmer-Wohnung; 5½-Zimmer-Haus).<br />
<a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-x_neu.jpg" data-rel="lightbox-image-13" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/04/Ohne-Titel-x_neu.jpg" alt="Ohne Titel x_neu" width="450" height="66" class="aligncenter size-full wp-image-27132" /></a></p>
<p>&#8212;<br />
<strong>«Zeichen setzen!»: Buch und App</strong></p>
<p><a href="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/01/buchaapp.jpg" data-rel="lightbox-image-14" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title=""><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-26605" alt="buchaapp" src="https://medienwoche.ch/wp_live/wp-content/uploads/2016/01/buchaapp.jpg" width="279" height="130" /></a></p>
<p>Ralf Turtschi, <a href="http://www.zeichen-setzen.ch/" target="_blank">«Zeichen setzen!»</a>, 248 Seiten, Eigenverlag, nicht im Buchhandel erhältlich, zwei Ausgaben, für die Schweiz und für Deutsch- land/Österreich. Bestellungen: www.zeichen-setzen.ch, Fr. 48.– / € 41,12. Gratis-App für iPhone und Android im <a href="https://itunes.apple.com/hk/app/zeichen-setzen-die-app-zum/id751172895?mt=8" target="_blank">App Store</a> und in <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=ch.agenturtschi.zeichen.android&amp;hl=de" target="_blank">Google Play</a>: «Zeichen setzen». iPad-Version in der App <a href="https://itunes.apple.com/ch/app/publisher-kiosk/id653468572?mt=8" target="_blank">«Publisher-Kiosk»</a>.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/04/03/auf-die-richtige-gliederung-kommt-es-an/">Auf die richtige Gliederung kommt es an</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Von der gedruckten zur digitalen Vielfalt</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/03/29/von-der-gedruckten-zur-digitalen-vielfalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nik Niethammer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2016 07:21:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntagszeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=27057</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bis vor noch nicht allzu langer Zeit galten die Sonntagszeitungen als letzte Bastion der gedruckten Presse. Doch nun erodiert auch diese deutlich. Ein Blick zurück von der digitalen Gegenwart in die Gründungszeiten zeigt eine ungekannte Vielfalt an sonntäglichem Zeit(ungs)vertrieb. Unser Kolumnist hat sich im gut dokumentierten Archiv seines Vaters umgesehen. Es gab eine Zeit, da <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/29/von-der-gedruckten-zur-digitalen-vielfalt/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bis vor noch nicht allzu langer Zeit galten die Sonntagszeitungen als letzte Bastion der gedruckten Presse. Doch nun erodiert auch diese deutlich. Ein Blick zurück von der digitalen Gegenwart in die Gründungszeiten zeigt eine ungekannte Vielfalt an sonntäglichem Zeit(ungs)vertrieb. Unser Kolumnist hat sich im gut dokumentierten Archiv seines Vaters umgesehen.<br />
<span id="more-27057"></span><br />
Es gab eine Zeit, da verbrachte ich den Sonntag vor allem mit Zeitunglesen: ich stürmte frühmorgens den Kiosk meines Vertrauens, packte drei oder vier Sonntagszeitungen unter den Arm und verdrückte mich ins nächste Café. Dann schüttelte ich die Beilagen aus den Blättern, filetierte die einzelnen Bücher und gab mich der Lektüre hin. Gerne bis in den Nachmittag hinein, gerne ungestört.</p>
<p>Diese Zeiten sind vorbei. Heute lasse ich lesen. Mindestens drei News-Portale bieten ausführliche Presseschauen, ich weiss schon vor dem Frühstück, was geht. Ein Blick in die Timeline von Facebook und Twitter genügt – und ich spare mir den Gang an den Kiosk. Beispiele? Das grosse <a href="http://www.blick.ch/sport/rad/cancellara-auf-abschiedstour-vor-leben-ohne-radsport-habe-ich-respekt-id4850057.html" target="_blank">Interview mit Fabian Cancellara</a> über seine letzte Saison im Sonntagsblick – online gelesen. Die <a href="http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/medien/tamedia_kein_bonus_fuer_leser/" target="_blank">scharfe Kritik von Christof Moser</a> am 6-Milionen-Bonus von Tamedia-Tonini in der Schweiz am Sonntag – frühmorgens auf Twitter rauf und runter geteilt. Die Credit Suisse, die 3,2 Milliarden für externe Berater zahlt – <a href="http://sonntagszeitung.ch/read/sz_27_03_2016/nachrichten/Credit-Suisse-zahlt-3-2-Milliarden-Franken-fuer-externe-Berater-59699" target="_blank">eine Geschichte aus der «Sonntagszeitung»</a> vom Ostersonntag – genau so.</p>
<p>Ein Blick in die MACH Basic-Studie 2015-2 zeigt: immer mehr lesen am Sonntag kein bedrucktes Papier mehr. Innerhalb eines Jahres haben alle grossen Sonntagstitel zwischen 4000 (NZZaS) und 28000 Leser (SoBli) verloren. Tendenz: steigend.</p>
<p>Zahlen, die den Verlegern den Angstschweiss auf die Stirn treiben. War die Sonntagspresse doch lange Zeit der Musterschüler im erodierenden Zeitungsmarkt, der umworbene Kanal der Werbewirtschaft. Wie es dazu kam – ein Blick zurück in die Anfänge der Schweizer Sonntagspresse offenbart Erstaunliches.</p>
<p>Wussten Sie, dass 1862 mit dem Appenzeller Sonntagsblatt die erste Sonntagszeitung der Schweiz erschien – aber nicht am 7. Tag der Woche, sondern an einem Samstag! Im selben Jahr belebten mit der «Schweizerischen Sonntags-Zeitung» und der Tribune Dimanche gleich zwei weitere Printtitel den Sonntag. 1889 ging der Huber-Verlag in Frauenfeld mit dem Sonntags-Blatt der Thurgauer Zeitung auf Leserfang. Die Zeitung umfasste acht Seiten Text, Inserate gab es keine.</p>
<p>80 Jahre und ein paar versprengte Versuche später erschien die erste Ausgabe des Sonntagsblick – mit einer Fussball-Schlagzeile: «Basel in der letzten Minute gerettet – 2:2 gegen Sion.» Am 23. März 1969 im Tabloid-Format gestartet, wechselte der SoBli noch im selben Jahr zum Broadsheet, kehrte aber 1976 zum kleinen Format zurück. Das Blatt aus dem Haus Ringier entwickelte sich fulminant und lag nach wenigen Jahren bei weit über 200&#8217;000 verkauften Exemplaren (beglaubigte Auflage heute: 179&#8217;586). Spezielle Ereignisse liessen den Verkauf jeweils sprunghaft ansteigen. So setzte das Blatt zum Tod von Romy Schneider am 30. Mai 1982 300&#8217;000 Exemplare ab. Der Sonntag als neuer Lesertag war definitiv lanciert.</p>
<p>In den folgenden Jahren schossen neue Sonntagsblätter wie Pilze aus dem Boden – das Sonntags-Journal (Jean Frey Verlag), das Sonntagsblatt des St. Galler Tagblatts, die Basler Zeitung am Sonntagabend oder die Sonntagszeitung der Berner Zeitung überlebten aber nur wenige Jahre.</p>
<p>1986 taten sich sechs Deutschschweizer Verlage zusammen und lancierten das Neues Sonntags-Blatt, von Viktor Giacobbo als die «Zeitung mit dem Sack am Ständer» verhöhnt. Die Zeitung konnte an 1600 Verkaufständern aus einem Plastiksack gefischt werden; dass jede dritte Zeitung gestohlen wird, hatten die Verleger im Budget eingerechnet. Das Blatt blieb mit rund 100&#8217;000 Exemplaren weit hinter den Erwartungen; der Schnellschuss, als Antwort auf die angekündigte SonntagsZeitung aus dem Haus Tamedia lanciert, verschwand Ende 1987 wieder vom Markt. Die Konkurrenz kommentierte bitterbös: «Sie tanzte nur einen Sommer“.</p>
<p>Zwischen 1987 und 2013 wurden in der Deutschschweiz nicht weniger als zehn neue Sonntagsblätter lanciert – fünf haben überlebt: Die SonntagsZeitung, die erste abonnierte SonntagsZeitung der Schweiz; die NZZ am Sonntag, die Zentralschweiz am Sonntag, der Sonntag (nach der Fusion 2013 mit der Südostschweiz am Sonntag entstand die Schweiz am Sonntag) und die Ostschweiz am Sonntag.</p>
<p>Das wohl überflüssigste Produkt wurde 2004 auf den Markt geworfen: Cracks for Kids, die «weltweite erste Sonntagszeitung für Kinder». Ziel der Macher war es, eine Sonntagszeitung speziell nur für Kinder herauszugeben, «damit Vater und Mutter am Sonntag in Ruhe IHRE Zeitung lesen können.» Das Konzept war wenig durchdacht und der Titel ziemlich bescheuert – nach zwölf Ausgaben fuhr Cracks vor Kids furios gegen die Wand.</p>
<p>Falls Sie sich jetzt fragen, woher ich das alles weiss: Nun, ich sitze sozusagen an der Quelle. Mein Vater ist gelernter Schriftsetzer und hat vor 60 Jahren seine grosse Sammlerleidenschaft entdeckt: Zeitungen. Heute besitzt er über 1100 Exemplare von mehr als 500 Titeln; Erst- und Letztausgaben, viele Sonder- und 200 Jubiläumsausgaben. Alle sind sie fein säuberlich erfasst und in säurefreien Kartonschachteln abgelegt. In den Anfängen kaufte er Titel in Antiquitätenläden und bei Archivaren, erkundigte sich bei Hausrenovationen nach alten Zeitungen, die früher als Isolationsmaterial verwendet wurden. Später schrieb er Verlage direkt an und bat um ein erstes oder letztes Exemplar. Oder wildfremde Menschen schickten ihm Schuhschachteln voll bedruckten Papiers, das sie beim Räumen von Kellern und Estrichen entdeckt hatten.</p>
<p>Die Geschichte der Schweizer Sonntagspresse hat es meinem Vater besonders angetan. Aber eine Prognose, wie es auf dem Sonntagsmarkt weiter geht, wagt auch er nicht. Während also sein Sohn immer weniger bedrucktes Zeitungspapier liest, hofft der Vater, dass sich Verleger in den letzten sonntagszeitungsfreien Flecken der Schweiz – Schaffhausen und Wallis – endlich ein Herz fassen…</p>
<p>Mein Vater wäre der erste, der die neuen Titel in seine Sammlung aufnehmen und für die Nachwelt bewahren würde.</p>
<p><strong><small>Hinweis: 2010 übergab Raimund Niethammer seine Sammlung der Kantonsbibliothek Vadiana in St. Gallen. Sie wurde in den Bibliothekskatalog aufgenommen, ist elektronisch abrufbar und kann vor Ort eingesehen werden.</small></strong></p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/03/29/von-der-gedruckten-zur-digitalen-vielfalt/">Von der gedruckten zur digitalen Vielfalt</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Wir zeigen alles</title>
		<link>https://medienwoche.ch/2016/02/29/wir-zeigen-alles/</link>
					<comments>https://medienwoche.ch/2016/02/29/wir-zeigen-alles/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Antonio Fumagalli]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Feb 2016 14:38:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Standpunkt>Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Stage]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[MAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[El Nuevo Diario]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://medienwoche.ch/?p=26847</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nicht alle Medien halten den Persönlichkeitsschutz gleich hoch. Um das zu sehen, muss man nicht nach Nicaragua gehen, wo unser Kolumnist derzeit ein Stage absolviert. Doch dort treibt die öffentliche Zurschaustellung die grässlichsten Blüten – und das nicht einmal nur auf dem Boulevard. «Periodismo con valores», also «Journalismus mit Werten», steht gleich unter dem Titel <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/29/wir-zeigen-alles/">Weiterlesen ...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht alle Medien halten den Persönlichkeitsschutz gleich hoch. Um das zu sehen, muss man nicht nach Nicaragua gehen, wo unser Kolumnist derzeit ein Stage absolviert. Doch dort treibt die öffentliche Zurschaustellung die grässlichsten Blüten – und das nicht einmal nur auf dem Boulevard.<br />
<span id="more-26847"></span><br />
«Periodismo con valores», also «Journalismus mit Werten», steht gleich unter dem Titel von «El Nuevo Diario» – jener nicaraguanischen Tageszeitung, bei der ich seit Anfang Januar <a href="http://stages.mazblog.ch/category/2016/nicaragua-antonio-fumagalli/" target="_blank">ein befristetes Stage absolviere</a>. Nun, über Werte lässt sich genüsslich streiten, erst recht über die Ozeane hinweg. Um dafür Munition zu erhalten, reicht manchmal ein Blick auf die Titelseite des «Nuevo Diario». Wird man auf der Front nicht fündig, dann mit grosser Wahrscheinlichkeit auf den hinteren Seiten.</p>
<p>Kaum ein Tag vergeht, an dem sich in unserer Zeitung nicht irgendein mutmasslicher Straftäter mit Bild, vollem Namen und biographischen Angaben wiederfindet. Da wird Adrián Salmerón – ein 24-jähriger Händler aus der Kleinstadt Séboca, der beschuldigt wird, in Costa Rica ein Tötungsdelikt verübt zu haben – auf dem vierspaltigen Frontbild gezeigt. Oder der Taxifahrer Rubén Alberto Marenco aus Potosí, der für seine 39 Jahre schon erstaunlich viele graue Haare hat und des Drogenhandels verdächtigt wird. Die Liste könnte ewig weitergeführt werden.</p>
<p>Immer gilt: Die Männer, ja es sind fast ausschliesslich Männer, sehen auf den Bildern denkbar unvorteilhaft aus. Vor allem aber: Es sind Taten, die sie mutmasslich ausgeführt haben. Kein Richter hat je darüber befunden und auch ein Geständnis liegt nicht immer vor.</p>
<p>Als ich den hiesigen Chefredaktor darauf ansprach, zuckte er nur mit der Schulter. Solange man keine Kinder zeige und im Text darauf hinweise, dass die Straftäter eben nur beschuldigt und nicht verurteilt seien, sei das kein Problem – weder juristisch noch moralisch. Die Behörden würden jeweils die Zeitung informieren, wann und wo man einen Angeklagten zu sehen bekomme.</p>
<p>Es ist an sich schon problematisch, dass das nicaraguanische Rechtssystem gemäss internationaler Einschätzung westlichen Standards nicht genügt. Man hört, dass bei stockenden Ermittlungen auch schon willkürlich Leute verhaftet worden sind, damit die Polizei einen «Erfolg» vorweisen kann. In solchen Fällen ist es die Praxis der Zeitungen, Verdächtige mit voller Identität zu präsentieren, natürlich besonders perfid &#8211; und wirft ein besonders schiefes Licht auf die ethische Befindlichkeit der Medien.</p>
<p>Zu einfach wäre es jedoch, diese journalistische Gepflogenheit einfach als Ausdruck von fehlenden juristischen und berufsethischen Regeln abzukanzeln, wie es in einem Entwicklungsland mit schwachen Institutionen halt vorkommt. Auch die USA mit einer langen Rechts- und Medien-Tradition kennen eine durchaus vergleichbare Form davon: Den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Perp_walk" target="_blank">sogenannten «Perp Walk»</a>, wobei «perp» für «perpetrator» (Straftäter) steht. In Handschellen, vorgeführt von grimmig schauenden Polizisten, absolviert der Beschuldigte dabei einen eigentlichen Spiessrutenlauf zwischen filmenden und fotografierenden Medienvertretern. Besonders beliebt ist die Praxis in New York City seit den 1980er-Jahren, wo sich der damalige Staatsanwalt (und spätere Bürgermeister) Rudy Giuliani damit profilieren konnte.</p>
<p>Nun sind aber auch die in den USA öffentlich vorgeführten Personen halt eben keine verurteilten Straftäter, sondern nur Angeklagte. Nicht, dass die Unschuldsvermutung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht gelten würde. Nur wird das Interesse der Öffentlichkeit stärker gewichtet als der Persönlichkeitsschutz der Angeklagten. Abgesehen davon, dass eine abschreckende Wirkung auf potentielle Täter erhofft wird, sollen die Medien den Behörden im wahrsten Sinn des Wortes auf die Finger schauen. Auch dann, wenn sich diese an den Oberarm eines Beschuldigten klemmen. Umso mehr gilt das, wenn es sich prominente Persönlichkeiten handelt. Getreu dem Grundsatz: «Vor dem Gesetz sind alle gleich.» Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn kann ein Lied davon singen, die Bilder von seinem «Perp Walk» im Jahr 2011 haben schon fast Ikonen-Status – was in seinem Heimatland Frankreich für empörte Reaktionen sorgte.</p>
<p>Zu Recht, finde ich. Nicht weil DSK besonders schützenswert wäre. Sondern weil Gerichte – was gerade in seinem Fall dann passiert ist – Angeklagte selbstverständlich vom Verdacht freisprechen können. Staatsanwälte können sich, genauso wie Gerichte, irren. Der Schaden, der dem zu Unrecht Angeklagten davor durch den «walk of shame» zugeführt wurde, ist irreparabel – mit dem Internet als ewiges Gedächtnis sowieso. Da hilft auch das Gerichtsurteil gegen Google wenig, dank dem man das Löschen eigener Einträge beantragen darf.</p>
<p>In Nicaragua wird die öffentliche Zurschaustellung in den Medien allerdings noch auf eine besonders fragwürdige Art praktiziert. Nicht nur mutmassliche Straftäter werden vorgeführt, sondern auch Opfer jeglicher Art – von Verbrechen, Unfällen oder Naturkatastrophen. Und zwar auf allen Kanälen: In unserer Zeitung wird immerhin noch darauf geachtet, dass das Gesicht von Toten nicht erkennbar ist – das Leichentuch, das den 35-jährigen Rodolfo Andrades bedeckt, der im vom Moisés Alí Rodas Calderón gelenkten Kleinbus verunglückte, durfte der Leser dennoch sehen.</p>
<p>Im Radio konnte man derweil hören, dass der 26-jährige Ronald Ariel Ponce Andrade verhaftet werden konnte. Er habe seine Frau Junieth Cacéres getötet, weil sie ihn mit einem anderen betrügt habe und er ihr zuvor schon zweimal vergeben habe. Nur der Name des Liebhabers fehlte.</p>
<p>Am aggressivsten gehen gewisse TV-Stationen vor, insbesondere zwei Regierungssender. Pünktlich zur Mittagszeit werden die Verbrechen und Unfälle der vergangenen Tagen genussfertig aufbereitet, wobei mutmassliche Täter und Opfer aus schamloser Nähe gezeigt werden. Bei Bildern von blutverschmierten Strassenverkehrsopfern bleibt einem da schon mal die frittierte Banane im Hals stecken. Schlimmer aber noch ist, was diese Sendungen bei allzeit bereiten Handy-Kameras in der Bevölkerung auslösen: Sie rufen die niedrigsten Instinkte der Leute hervor – in der Hoffnung, dass es ihre Aufnahmen danach ins Fernsehen schaffen.</p>
<p>Eine Freundin fuhr kürzlich per Zufall bei Matagalpa an einer Stelle vorbei, an der nur wenige Minuten zuvor ein Bus von der Strasse abgekommen war und den Hang hinunterstürzte. Eine erstes Feuerwehrauto war zwar bereits zur Stelle, aber im Innern des Buses waren noch zahlreiche Passagiere gefangen. Und was machten die dutzenden Zaungäste? Sie hielten hemmungslos auf alles mit der Kamera drauf, teilweise aus nächster Nähe. Wie die Polizei später erklärte, wurden in jenem Bus über fünfzig Personen verletzt. Sieben starben.</p><p>The post <a href="https://medienwoche.ch/2016/02/29/wir-zeigen-alles/">Wir zeigen alles</a> first appeared on <a href="https://medienwoche.ch">MEDIENWOCHE</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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